Alle Namen

Alle Namen

Softcover
3.511
ParabelAbenteuerSchriftstellerNobelpreisträger

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Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
320
Price
10.30 €

Author Description

José Saramago wurde am am 16.11.1922 in dem Dorf Azinhaga im portugiesischen Ribatejo als Sohn einer Landarbeiterfamilie geboren. Mit zwei Jahren Umzug nach Lissabon. Aus finanziellen Gründen Wechsel vom Gymnasium auf eine berufliche Schule, die er 1939 als Maschinenschlosser verließ. Zwei Jahre Tätigkeit in diesem Beruf in einem Krankenhaus, anschließend Übergang in die Verwaltung. Ab 1955 häufige Aufenthalte im Literatencafé «Café Chiado». Durch Vermittlung Arbeit im Verlag «Estúdios Cor». In dieser Zeit erste Veröffentlichungen. 1969 Eintritt in die (verbotene) kommunistische Partei, erste Auslandsreise (Paris). Ab 1968 literarische bzw. politische Mitarbeit bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften; März bis November 1975 beigeordneter Direktor der ältesten portugiesischen Tageszeitung «Diáro de Notícias». Nach der "Nelkenrevolution" 1974 Arbeit im Ministerium für Kommunikation. 1975-1980 verdiente er seinen Lebensunterhalt hauptsächlich als Übersetzer. Seit 1980 war er als freier Schriftsteller tätig. 1986 sprach Saramago sich gegen den Beitritt Spaniens und Portugals in die Europäische Union und für eine Unabhängigkeit der Iberischen Halbinsel aus. Er ist Mitglied des Ordens Militar de Santiago de Espada (Portugal) und des Ordre des Arts et Lettres (Frankreich) sowie Ehrendoktor der Universitäten Turin, Sevilla und Manchester. Seine Werke sind in 26 Sprachen übersetzt. José Saramago lebte zuletzt auf Lanzarote, wo er am 18. Juni 2010 verstarb.Auszeichnungen: Prémio da Associação de Crítícos Portugueses (1979); Prémio Cicade de Lisboa für «Hoffnung im Alentejo» (1980); Prémio Literário Município de Lisboa für «Das Memorial» (1982); Prémio da Crítica da Associação Portuguesa de Crítícos (Prémio D. Dinis) für «Das Todesjahr des Ricardo Reis» (1986); Premio Internazoniale Ennio Flaiano (Italien) (1992); Nobelpreis für Literatur (1998).

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4.5

Senor Jose ist Amtsschreiber im Zentralen Personenstandsregister, einem riesigen Archiv mit Karteikarten zu allen Lebenden und Toten. Hier werden zu jedem Menschen einige wenige Daten verwaltet. Senor Joses Leben ist ebenso karg und ereignislos wie die tristen Karten seiner "Kunden". Ein eigenartiger Zufall bringt Senor Jose dazu, herauszufinden welches Leben sich hinter einer der Karten verbirgt. Dies Vorhaben verändert sein Leben aufs radikalste. Auf den ersten Seiten wird eine kafkaeske Stimmung erzeugt, die aber bald von Senor Jose durchbrochen wird. Das Buch ist packend, die gleichzeitige Abenteuerhaftigkeit und Schlüssigkeit der Handlungen der Hauptfigur ist faszinierend. Saramagos Schreibstil setzt sich über viele Zeichensetzungsregeln hinweg, ist aber eingängig und vor allem passend. Ein packendes Buch, und wieder einmal ein Teil des Lebens über den ich bisher noch nie nachgedacht hatte.

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Als ich den Klappentext von José Saramagos „Alle Namen“gelesen hatte, dachte ich „Das klingt nach etwas, was du lesen musst! ‚Lesen außerhalb der Komfortzone‘ mal beiseite, jetzt wird mal wieder was gelesen, was total deins ist!“ – so mein Gedankengang. Doch leider wurde ich enttäuscht. Nicht von der Idee, die war wunderbar, sondern von dem Drumherum. Der Erzählstil war schwierig und die Formatierung hat sich einen entspanntem Lesen entgegengesetzt… Wie ich erst später gesehen habe, gehört dieses Buch zur „Trilogie der menschlichen Zustände“, ein meiner Meinung nach sehr treffender Name, zumindest für dieses Buch, wird hier doch die innere Zerrissenheit, die Suche nach dem Leben, beschrieben. Doch nun erst einmal zum Inhalt. Senhor José, gut und gerne fünfzig Jahre alt, arbeitet seit 25 Jahren im zentralen Personenstandregister. Dort kartiert man das Leben und Sterben jeder örtlichen Person; alles wird fein säuberlich auf Karteikarten geschrieben und dann eingeordnet. Das Leben außerhalb der Arbeit, das echte Leben, hat er nie wirklich kennengelernt. Nach der Arbeit geht er in seine Wohnung, die direkt ans Register angrenzt, nimmt dort ein karges Abendmahl zu sich und morgens geht es wieder los. In seiner wenigen Freizeit sammelt er Zeitungsausschnitte berühmter Persönlichkeiten aus dem Ort, in dem er lebt. Wählerisch ist er dabei nicht, er sammelt Informationen über Künstler genauso wie Sportler, Politiker oder Köche, sie müssen nur für das, was sie tun, berühmt geworden sein. Als er eines Abends die Idee hat, doch seine Berühmtheiten-Sammlung mit Informationen über Geburt, Heirat und Tod zu erweitern, schleicht er sich auf die Arbeit und sucht nach den Karteikarten dieser Menschen. Als ihm dabei eine unbekannte Karte in die Hände fällt, gerät sein bisher geordnetes, pflichtbewusstes Leben außer Kontrolle: Wer ist diese fremde Frau von der Karteikarte? Es beginnt eine Suche, bei der Senhor José immer mehr aus seinem gewohnten Trott ausbricht und immer findigere Methoden anwendet, um seinem Ziel näher zu kommen. Doch was wird er sagen, wenn er sie gefunden hat? Will er sich nur ihres Lebens bestätigen? So weit, so gut. Die Prämisse ist wahnsinnig gut, es klingt spannend und etwas schrullig. Eigentlich voll mein Ding. Allerdings hat die Formatierung und die eigensinnige Erzählweise meine Lesefreude doch ziemlich getrübt. Ich muss direkt mit der wörtlichen Rede anfangen, die Dialoge waren ein wahrer Graus. Mit Kommata getrennt, waren seitenlange Gespräche nur mit enormer Anstrengung zu lesen: […] Vorher frage ich Sie, ob Sie wissen wie viele Menschen zu einer Ehe gehören, Zwei, der Mann und die Frau, Nein, mein Lieber, in einer Ehe existieren drei Menschen, da ist die Frau, da ist der Mann, und da ist das, was ich dritte Person nenne, die wichtigste, die Person, die von dem Mann und der Frau gemeinsam gebildet wird, Darüber habe ich nie nachgedacht […] Zu diesem Störfaktor gesellt sich noch die Erzählweise. Und zwar gibt es Stellen, wo ein allwissender Erzähler aus der Vogelperspektive Sr. Josés Treiben beobachtet und gelegentlich auch kommentiert, auch gerne mal vorgreift, was ja alles sehr toll ist, wäre da nicht der subtile Wechsel zur Ich-Perspektive, oft von einem Satz zum nächsten. José führt ein Notizbuch, in dem er seine Nachforschungen festhält, und schreibt in diesem natürlich aus seiner Sicht. Wenn er dieses jedoch zuklappt, wechselt die Erzählperspektive, was zuweilen sehr verwirrend sein kann. Zusätzlich zu diesen zwei Punkten stört noch der Fakt, dass es keine Absätze gibt, was den Lesefluss zusätzlich noch behindert. Alles in allem ein nicht gut und entspannt lesbares Buch. Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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