Handbuch der Malerei und Kalligraphie

Handbuch der Malerei und Kalligraphie

Softcover
3.52
KunstKünstlerPorträtRororo

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Description

Der Maler H. übt noch im Zeitalter der Fotografie die Kunst des Porträts aus. Die von ihm gemalten reichen Köpfe finden Gefallen in den Chefetagen und Villen Lissabons. Bei einem Routineauftrag gerät er jedoch in eine Krise. Sein Ich sträubt sich dagegen, die Porträts weiter aufzubessern und zu vertuschen, was nicht gezeigt werden soll. Der Roman des inzwischen weltberühmten portugiesischen Erzählers ist kein "Handbuch" im eigentlichen Sinn, sondern eine originelle Meditation über dne künstlerischen Prozeß, über die Probleme des Schreibens, und zugleich ist es, auf einer untergründigen Ebene, ein poetisches und politisches Bekenntnis.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
304
Price
7.80 €

Author Description

José Saramago wurde am am 16.11.1922 in dem Dorf Azinhaga im portugiesischen Ribatejo als Sohn einer Landarbeiterfamilie geboren. Mit zwei Jahren Umzug nach Lissabon. Aus finanziellen Gründen Wechsel vom Gymnasium auf eine berufliche Schule, die er 1939 als Maschinenschlosser verließ. Zwei Jahre Tätigkeit in diesem Beruf in einem Krankenhaus, anschließend Übergang in die Verwaltung. Ab 1955 häufige Aufenthalte im Literatencafé 'Café Chiado'. Durch Vermittlung Arbeit im Verlag 'Estúdios Cor'. In dieser Zeit erste Veröffentlichungen. 1969 Eintritt in die (verbotene) kommunistische Partei, erste Auslandsreise (Paris). Ab 1968 literarische bzw. politische Mitarbeit bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften; März bis November 1975 beigeordneter Direktor der ältesten portugiesischen Tageszeitung 'Diáro de Notícias'. Nach der "Nelkenrevolution" 1974 Arbeit im Ministerium für Kommunikation. 1975-1980 verdiente er seinen Lebensunterhalt hauptsächlich als Übersetzer. Seit 1980 war er als freier Schriftsteller tätig. 1986 sprach Saramago sich gegen den Beitritt Spaniens und Portugals in die Europäische Union und für eine Unabhängigkeit der Iberischen Halbinsel aus. Er ist Mitglied des Ordens Militar de Santiago de Espada (Portugal) und des Ordre des Arts et Lettres (Frankreich) sowie Ehrendoktor der Universitäten Turin, Sevilla und Manchester. Seine Werke sind in 26 Sprachen übersetzt. José Saramago lebte zuletzt auf Lanzarote, wo er am 18. Juni 2010 verstarb. Auszeichnungen: Prémio da Associação de Crítícos Portugueses (1979); Prémio Cicade de Lisboa für 'Hoffnung im Alentejo' (1980); Prémio Literário Município de Lisboa für 'Das Memorial' (1982); Prémio da Crítica da Associação Portuguesa de Crítícos (Prémio D. Dinis) für 'Das Todesjahr des Ricardo Reis' (1986); Premio Internazoniale Ennio Flaiano (Italien) (1992); Nobelpreis für Literatur (1998).

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Inhalt: Ein Maler, der mit der Kunst hadert, und sich dem Schreiben zuwendet. Meine Meinung: Leider kann ich zum Inhalt von Saramagos "Handbuch der Malerei und Kalligraphie" nicht viel mehr sagen. Es passiert nämlich nicht unbedingt viel. Es beginnt damit, dass der Künstler ein Portrait von S. machen soll. Wir beschäftigen uns eine Weile mit S., bis der Künstler mit dessen Sekretärin in die Kiste springt. Danach sind S. und die Sekretärin vergessen, dafür schreibt der Maler H. nun über seine Reisen nach Italien. Am Schluss wird noch ein Freund des Malers verhaftet, das einzig interessante Thema des Buches. Doch anstatt zu beschreiben, wie es dazu kam, wie es in Portugal damals zu und her ging, besucht H. seinen Freund im Gefängnis, turtelt mit dessen Schwester und dann ist das Buch zu Ende. Die Hintergründe der Verhaftung musste ich auf Wikipedia nachschlagen. Dies könnte vielleicht auch mit der Zeit zusammenhängen, als das Buch damals erschien. Vielleicht durfte er gar nicht mehr schreiben? Dennoch finde ich es schade um diesen Aspekt, daraus hätte man viel mehr machen können. Saramago gehört noch immer zu meinen Lieblingsautoren, aber dieses Buch sagte mir leider ganz und gar nicht zu. Ich mag leider keine Bücher über Männer in der Midlife-Crisis und das ist dieses Handbuch. Faselt H. einmal nicht darüber, dass er eingentlich kein Künstler ist und gar nicht malen kann, erzählt er uns ausführlich über irgendwelche architektonischen Highlights in Italien. Mich interessiert weder das Eine noch das Andere. Oft wollte ich H. gerne sagen, dass wenn er sich nicht für fähig hält, Kunst zu machen, er sich doch einfach einen anderen Job suchen sollte. Das schafft er wohl auch nicht. Dafür ist er in der Lage, im Selbstmitleid zu baden wie kein zweiter. Oder sich selber zu widersprechen. Er hat zwar eine Beziehung mit einer Frau, aber das ist alles oberflächlich und sie bedeuten sich nichts. Aber dann ist er doch eingeschnappt, dass das Mädel Schluss macht. Aber dafür kann H. nun noch mehr im Selbstmitleid wälzen. Der typische Schreibstil, den ich an Saramago so schätze, kommt hier nicht zum Tragen. Die Sätze sind kurz und knapp und es kommt direkte Rede vor. Anstatt die Personen und ihre Feinheiten zu beobachten wie in all den anderen Büchern, die ich gelesen habe, kommt mir H. vor wie ein Elefant, der mit seiner Krise alles andere flach walzt. Manchmal kam er mir vor wie ein zu alter Teenager. Keiner hat mich lieb... Fazit: Für alle, die den Saramago aus "Die Stadt der Blinden" mögen: "Handbuch der Malerei und Kaligraphie" ist etwas ganz Anderes und in keinster Weise zu vergleichen. Jene, die noch keinen Saramago gelesen haben: Der Autor kann es auch besser. Leser, die Geschichten über die Midlife-Crisis und überschwengliche kunsthistorische und architektonische Beschreibungen mögen, werden Freude an diesem Buch haben. Ich bin froh, dass es vorbei ist.

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