Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Description
Mit einem heimlich geschlachteten Schaf beginnt der Blick in die Innereien einer Familie. Hier rührt die Urgroßmutter das Blut für die Würste, der Großonkel schläft fünfzehn Jahre lang, und die Großmutter stiehlt nachts die Ziegel vom Dach. Am Ende steht die Urenkelin Alma und fügt die Einzelteile der Familiengeschichte zusammen: vom kargen Alltag auf einem Bauernhof an der Nordsee über den Krieg und den Neuanfang fern der Heimat bis in die Gegenwart, in der die Großmutter ins Heim muss und Alma versteht, dass sie das letzte Glied in der familiären Kette ist.
In kurzen, virtuos verdichteten Passagen entfaltet Anna Maschik einen ganzen Kosmos – die Familie als ein großer Resonanzkörper, in dem die Prägungen widerhallen über die Generationen hinweg. Es ist eine Geschichte von bevorzugten Geschwistern, vom Scheitern am Schlaf und an der Sprache, von der Verwandlung in ein Möbel, einen Wolf, einen Zitronenbaum. Lakonisch und voll schwebender Magie erzählt sie davon, was Vorbestimmung ist und ob man ihr entkommen kann.
Book Information
Author Description
Anna Maschik, 1995 in Wien geboren, studierte Sprachkunst/Literarisches Schreiben und Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien und Leipzig. Sie arbeitete als Produktionsleitung eines Theaterfestivals und unterrichtet Deutsch und Spanisch an einem Wiener Gymnasium. Sie hat Kurzprosa und Lyrik in verschiedenen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. »Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten« ist ihr erster Roman.
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„Ein Roman aus Blut, Last und Weitergabe“
Es geht um Frauen. Es geht um ihre Kinder. Es geht um ihre Töchter. Es geht um Missgunst. Es geht um Härte. Es geht um Geburten. Es geht um Tode. Ich habe dieses Buch von einer Freundin geschenkt bekommen, der es überhaupt nicht gefallen hat. Wir haben gestern telefoniert, debattiert, diskutiert und sogar ein bisschen sinniert – und sie meinte, das Buch wirke auf sie gewollt. Sprachlich stark, ja, aber für sie trotzdem ein fürchterliches Leseerlebnis. Der Roman spannt sich über vier Generationen und wandert vom Norden Deutschlands bis nach Österreich. Er streift den Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und die Wirtschaftsjahre – nicht immer direkt benannt, aber atmosphärisch klar spürbar. Was mich an diesem Buch fasziniert, ist die knappe, harte Sprache. Diese Sätze, die wie kleine Schläge sitzen. Je weiter ich lese, desto deutlicher wird mir, was Frauen früher – und eigentlich bis heute – ertragen mussten. Vor allem psychisch. Jede dieser Frauen wird tougher, härter, widerstandsfähiger. Aber nie wirklich liebenswürdig. Nur lebenswürdig. Ein Roman, der nicht tröstet, sondern zeigt. Und genau das macht ihn so eindringlich.

So ungewöhnlich der Titel klingt, so eigenwillig entfalter sich auch dieser Roman: 'Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten' von Anna Maschik entzieht sich klassischen Erzählmustern und hinterlässt gerade dadurch einen bleibenden Eindruck. Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles vollständig - oder überhaupt richtig- verstanden habe. Und doch weiß ich: Diese Lektüre war auf ihre ganz eigene Art äußerst fesselnd und unterhaltsam. Die Handlung beginnt auf einem Bauernhof an der Nordsee - und kehrt immer wieder dorthin zurück. Über mehrere Generationen hinweg erleben wir ein Kommen und Gehen: Menschen werden geboren, sterben, lieben einander - oder eben auch nicht. Besonders prägnant sind die Frauenfiguren, die in ihrer Unterschiedlichkeit faszinieren und zugleich wiederkehrende Muster erkennen lassen. Es ist, als würden sich bestimmte Lebensentwürfe und Schicksale wiederholen. Maschiks Erzählweise ist dabei auffallend nüchtern, fast spröde. Immer wieder durchbrechen Listen und Aufzählungen den Fluß der Geschichte - ein zunächst irritierendes, dann aber ungemein wirkungsvolles Stilmittel, das den Blick auf Details schärft und eine gewisse Tiefe erzeugt. Zwischen diesen scheinbar sachlichen Passagen tauchen plötzlich skurrile Ereignisse auf, die Fragen aufwerfen und Raum für eigene Spekulationen lassen. Was genau will die Autorin uns damit sagen? Eine eindeutige Antwort bleibt sie bewusst schuldig - und genau darin liegt ein Teil des Reizes. Es ist ein Roman, der sich nicht leicht greifen oder zusammenfassen lässt, einer der neugierig macht. Ich habe dieses Unkonventionelle sehr gemocht, auch wenn es mir schwerfällt, den Inhalt zu beschreiben. Mein Fazit: Am besten selbst lesen, sich darauf einlassen und schauen, was das Buch im eigenen Kopf auslöst. Eine klare Empfehlung für alle, die Freude an ungewöhnlichen Erzählformen haben.

Das Buch hat einen ganz eigenen Sound. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen.
Das Buch mit dem ungewöhnlichen Titel hat mich sofort in einen Lesefluss gebracht und ich konnte gar nicht mehr aufhören, bis zur letzten Seite. Das hat schon lange kein Buch mehr geschafft. Die junge Autorin greift zu ungewöhnlichen Stilmitteln, indem sie einzelne Seiten mit Aufzählungen füllt. Beispielsweise was Henriette an Benedikts Bettchen singt. Dem gegenüber eine leere Seite mit der Überschrift „Was Henriette an Hildes Bettchen singt“. Das sagt mehr als Worte ausdrücken können! Großartig!!! Wir erfahren etwas über das Leben einer Familie über mehrere Generationen. Es geht um Geboren werden, um die Beziehungen zur Mutter, Vater und Geschwister, um geliebte und ungeliebte Kinder. All das wird nur holzschnittartig erzählt und trocken berichtet . Trotzdem konnte ich mich gut in jede einzelne Figur einfühlen, oder gerade deshalb, weil Raum für eigene Vorstellungen und Gedanken bleibt? Der Schluss ist etwas merkwürdig und mir war nicht ganz klar, was die Autorin damit aussagen wollte, deshalb halber Stern Abzug . Dennoch große Leseempfehlung. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Anders. Aber richtig gut.
Man muss sich schon darauf einlassen (wollen). Dieses Buch ist ungewöhnlich. Teils Prosa, teils Gedicht, teils Wortkunst. Und dahinter eine Familiengeschichte. Immer wieder anders, oft traurig, oft seltsam. Meist aus skurrilen Blickwinkeln, die sich nicht gleich (oder auch mal gar nicht) erschließen. Wenn man sich dann darauf eingelassen hat, kann es zum Lieblingsbuch werden. Denn - so eins findet man so schnell nicht wieder.
"Am Abend liegt sie lange wach und spricht zu mir. Sie sagt, bei dir werde ich alles anders machen. Du wirst dir nicht vorstellen müssen, deine Mutter sei tot, du nicht." Ich wurde in den Bann einer Familiengeschichte gezogen, ich habe Generationen kennen gelernt und sie wieder verabschiedet. Ich lernte Frauen kennen, starke Frauen, schlaue Frauen, Frauen die mehr sein wollte, Frauen die schwanger wurden, Frauen die ihren Garten liebten, Frauen die auch ohne Männer leben konnten oder Frauen die ohne Männer eingingen und Frauen die alle anders sein wollte als ihr Vorgängerinnen, aber am Ende sich alle verdammt ähnelten. Eine wunderbare kurzlebige, schnelle und gleichzeitig langsam Geschichte. Eine Geschichte die zum nachdenken anregt. Eine Geschichte die an manchen Stellen skurril wirkt, und eine die mir echt gefallen hat. Insbesondere die von Anna und Nora sind mir im Gedächtnis geblieben, der Anfang und das Ende, alle kommen und alle gehen gemeinsam.
Karge Sprache, große Wirkung
Der Roman entfaltet sich wie ein leiser, aber unaufhaltsamer Sog in die Vergangenheit. Aus der Perspektive der letzten Überlebenden einer einst großen Familie blickt die Erzählerin zurück – auf den Bauernhof an der Nordsee, auf die kargen Jahre der Nachkriegszeit, auf das Aufbrechen von Traditionen und das Festhalten an Ritualen. Zwischen dem Blut der Schafe und den Würsten, die aus ihnen werden, entsteht ein merkwürdig nüchternes Panorama ländlicher Existenz, das gerade in seiner Unsentimentalität eine enorme Wucht entwickelt. Die Familiengeschichte wird absurd, distanziert und fast schon emotionslos erzählt – genau so, wie viele Menschen nach dem Krieg durchs Leben gingen: funktionierend, wortkarg, innerlich vernarbt. Doch gerade in dieser Kälte erzeugt die Autorin ein Flirren zwischen den Zeilen. Es ist, als würde die eigentliche Geschichte dort stattfinden, wo nichts ausgesprochen wird. So wird das private Familienschicksal zu einem Spiegel deutscher Geschichte, zu einer Chronik des Ausharrens, des Überstehens, des ständigen Neubeginns. Besonders eindrucksvoll sind die stilistischen und sprachlichen Mittel, die die Autorin einsetzt. Sie formuliert sparsam, beinahe asketisch, und schafft es dennoch – oder gerade deswegen –, mit wenigen Worten ganze Welten aufzuspannen. Jede Formulierung wirkt präzise gesetzt, jeder Satz trägt mehr Bedeutung, als er zunächst preisgibt. So entsteht ein Roman, der lange nachhallt: ein Werk, das sich nicht anbiedert, nicht rührt, sondern durch seine klare, ungeschönte Sprache einen Sog erzeugt, dem man sich kaum entziehen kann.
Die Ich Erzählerin begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Will wissen, warum es sie gibt. Ihre Geschichte reicht zurück bis zu ihrer Urgroßmutter. Sie muss schon zeitig allein zurechtkommen. Ihre Mutter starb, als sie noch sehr jung war. Von da an kümmert sie sich um den Haushalt und die kleineren Geschwister. Sie konnte kochen und den Hof in Ordnung halten. Die Mutter ersetzen konnte sie leider nicht. Und so geht in in den folgenden Generationen weiter. Es gibt gewollte und ungewollte Kinder, eine Schlafkrankheit, Anna, die die Toten abholte, harte Arbeit usw. Sprach- und bildgewaltig erzählt uns Anna Maschik. Hier ist kein Wort zu viel, direkt und auf den Punkt. Oft recht sachlich, durchzogen mit feinem Humor. Die Story ist sehr abwechslungsreich und vielfältig trotz der wenigen Seiten. Manchmal wird nicht unbedingt chronologisch hin- und her gesprungen aber das war absolut unproblematisch. Liebevoll gezeichnete Protagonisten, die teilweise noch in einer Zeit lebten, die geprägt von Krieg und harter Arbeit waren. Ungeliebte Kinder, die sich trotzdem einen Platz im Leben erkämpft haben, geprägt von der Kindheit. Atmosphärisch dicht, manchmal recht derb . Ein außergewöhnlicher Roman, unkonventionell, manche Szenen fast skurril. Genau das macht ihn so besonders. Insgesamt ein großartiger Roman, den ich euch gern ans Herz legen möchte.
"Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten, heißt es. Die Schweine verraten dich mit ihrem entsetzlichen Geschrei, die Schafe aber sterben still." Was für ein besonderer Titel und auch ein besonderer Anfang für diesen Roman. Ich war sofort drin und gebannt von der Erzählung. Durch kurze Kapitel rausche ich durch die Geschichten der Frauen, über die Jahrzehnte hinweg. Durch Kriegszeiten, wo die Tiere gezählt werden und du diese nicht einfach schlachten darfst. Die List, diese Verbote zu umgehen. Die Landschaftsbeschreibungen sind wie die ganze Sprache in dem Buch, mal poetisch, mal nicht zu greifen, aber immer ergreifend. "Die Landschaft ist ein großer schlafender Körper, an den sie sich mit Blicken schmiegen kann, und das Meer ist seine Atmung." Apropos Atmung, diese bleibt mir oft weg, wenn in ganz kurzen, prägnanten Sätzen, der richtig große Schmerz zum Ausdruck kommt. Dann kann ich kaum atmen und bin erschüttert. Über Generationen hinweg begleiten wir Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Tochter. Jede hat ihre eigenen Kämpfe zu erleben und zu erdulden. Leicht ist es selten. Dinge die hängen: Das Schaf am Haken Die Schinken in der Räucherkammer Der Urgroßvater am Balken Die Puppen an der Deckenlampe Das Kind an der Nabelschnur Mich hat das Buch begeistert, gerade in den knappen Sätzen und Kapiteln. Und auch die Zitronen sind zu Recht auf dem Cover. Ich bin nach diesem Debütroman gespannt auf die weiteren Bücher der Autorin.
"Ein Kind verspeist die Mutter, erst von innen, dann von außen." [S. 157] Generationsroman und Familiengeschichte, die durch die teils poetische und ungewöhnliche Erzählweise in kurzen Anekdoten lebendig wird. Die Schilderungen beginnen mit der Urgroßmutter - Henrike - in Zeiten der Entbehrungen und des Krieges, geprägt von harter Arbeit auf dem Land, geschildert von der Urenkelin Alma, die recherchiert und hinterfragt, was sonst ungesagt geblieben wäre. Entgegen all der positiven Stimmen leider nicht mein Geschmack. Konnte mich mit dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil bis zuletzt nicht anfreunden und hätte einen Stammbaum hilfreich gefunden.
Eine Familiengeschichte, die nachhallt
Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten von Anna Maschik ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Schon der ungewöhnliche Titel und das eindrückliche Cover wecken Erwartungen an eine Erzählung, die sich nicht scheut, ungewöhnliche Wege zu gehen. Maschik erzählt die Geschichte mehrerer Generationen einer norddeutschen Bauernfamilie, deren Leben durch harte Arbeit, Entbehrungen und eine enge Bindung an die Natur geprägt ist. Die Frauen dieser Familie stehen im Mittelpunkt, und ihre Stimmen tragen die Erinnerung über Jahrzehnte hinweg weiter. Der Roman beginnt mit einer Schafschlachtung – ein intensiver, beinahe ritueller Moment, der sowohl den Bezug zum Titel herstellt als auch die Atmosphäre des Buches prägt: herb, bodenständig, gleichzeitig poetisch und voller Bedeutungsebenen. Maschiks Sprache ist ungewöhnlich melodisch; sie arbeitet mit Metaphern, Wiederholungen, Listen und poetischen Bildern, die der bäuerlichen Welt Norddeutschlands einen fast magischen Klang verleihen. Die Handlung führt vom entbehrungsreichen Alltag Henrikes um 1900 über die Nachkriegszeit bis hin zur Gegenwart, in der die Urenkelin Alma versucht, die bruchstückhaften Überlieferungen ihrer Familie zu ordnen. Aus Erinnerungsfetzen, Erzählstücken und Andeutungen setzt sie das Puzzle ihrer Herkunft zusammen. Diese fragmentarische Erzählweise wirkt nie verwirrend; vielmehr spiegelt sie die Art und Weise, wie Familiengeschichten tatsächlich weitergegeben werden – lückenhaft, subjektiv, aber voller Bedeutung. Die Magie, die zwischen den Zeilen mitschwingt, entspringt nicht einer fantastischen Welt, sondern dem Funkeln der Erinnerung selbst. Der Roman beeindruckt durch die gelungene Mischung aus erzählerischer Präzision und kreativen, fast träumerischen Elementen. Maschik fängt die Härte des bäuerlichen Lebens ebenso ein wie die Kraft der Frauen, die dieses Leben prägt. Die poetische Sprache verleiht selbst den düsteren Momenten eine gewisse Schönheit. Für mich ist es ein Werk, das lange nachhallt – atmosphärisch dicht, literarisch anspruchsvoll und erzählerisch aussergewöhnlich.

Ein echter Pageturner: Skurril, tiefgründig und absolut packend!
Ich muss zugeben: Eigentlich wollte ich nur kurz reinlesen, aber dann ist genau das passiert, was man sich als Leser wünscht – ich konnte das Buch einfach nicht mehr weglegen. Ich habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen! Anna Maschik hat hier etwas ganz Besonderes geschaffen. Der Titel "Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten" ist schon eine Ansage, und die Geschichte hält, was die schräge Neugier verspricht. Die Atmosphäre ist so dicht und eigenwillig, dass ich mich sofort in der Welt der Protagonisten verloren habe. Es ist einer dieser Romane, bei denen man unbedingt wissen will, wie sich das Netz aus Geheimnissen und zwischenmenschlichen Abgründen weiter spinnt. Ich mochte den trockenen, fast schon lakonischen Humor wahnsinnig gern. Es ist kein „Wohlfühlbuch“ im klassischen Sinne, aber es hat mich emotional total abgeholt und zum Nachdenken gebracht. Die Sätze sind präzise und sitzen einfach. Man merkt, dass hier jedes Wort mit Bedacht gewählt wurde, ohne dass es gekünstelt wirkt. Warum 4 statt 5 Sterne? Obwohl ich es verschlungen habe, gab es gegen Ende ein paar kleinere erzählerische Sprünge, bei denen ich mir einen Moment mehr zum Atmen gewünscht hätte. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau – die Intensität des Leseerlebnisses war trotzdem fantastisch. Fazit: Wer Lust auf eine Geschichte abseits des Mainstreams hat, die einen packt und erst nach der letzten Seite wieder loslässt, sollte hier unbedingt zugreifen. Ein tolles Buch für eine lange Lesenacht!
Viel Atmosphäre, wenig Orientierung
Die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen, erzählt aus der Perspektive der Frauen, ist die große Stärke des Buches: Ihre Stimmen und Brüche schaffen eine dichte, eigenwillige Atmosphäre. Der fragmentarische, teils traumartige Stil wirkt intensiv, macht es aber mitunter schwer, dem Handlungsverlauf zu folgen. Besonders gegen Ende wird es ehrlich gesagt mühsam, die vielen Figuren über vier Generationen hinweg auseinanderzuhalten – die viel zu ähnlichen Namen und häufigen Zeitsprünge tragen vor allem dazu bei.

In diesem Roman begleiten wir vier Generationen im Laufe eines Jahrhunderts. Wir werden geführt durch ihre Höhen und Tiefen, ihren Schmerz und ihre Freude. Wenngleich auch der Schreibstil anders war als das, was ich normalerweise lese, wollte ich das Buch doch lesen. Es hat mich berührt und auch etwas traurig gemacht.
Viel Symbolik, viel Verwirrung.
Dieses Buch ist eine tiefgehende und bildstarke Geschichte, die mit eindringlicher Atmosphäre überzeugt. Voller symbolischer Motive, entfaltet das Buch eine dichte, fast traumhafte Stimmung. Allerdings fiel es mir schwer, dem roten Faden wirklich zu folgen, zu oft verlor ich mich in den Bildern und Gedankengängen, ohne den erzählerischen Kern ganz zu greifen. Trotz seiner starken Ansätze und der poetischen Sprache konnte mich die Geschichte deshalb nicht vollständig überzeugen. Auch die vielen Generationen mit den vielen Namen haben dazu beigetragen. Dafür hat es aber ein interessantes Cover.
Eine Familiengeschichte die sich über mehrere Generationen zieht. Beginn ist in Norddeutschland auf einem Bauernhof, die Tochter bleibt irgendwann allein zurück und beschließt zu heiraten. Der Sohn kommt auf die Welt und schläft, bis er erwachsen ist. Eine Tochter folgt und wird vor allem vom Vater geliebt und gefördert. Als die erwachsenen ist, wird die schwanger und heiratet später den Vater des Kindes. Sie ziehen in seine Heimat, Österreich und bekommen zwei weitere Kinder. Auch hier wird die Tochter nicht von der Mutter geliebt. Wir bekommen viel über Geburt, dargestellt durch die Hebamme Anna, erzählt sowie über den Tod, dargestellt durch Nora, sie wäscht die Leichen. Es gibt um Gemüsegärten, die keine Ernte mehr einbringen, sobald die jeweilige Mutter stirbt. Wir erfahren viel über die Mutter-Kind Situation und deren jeweilige Lieblingskinder. Über die Sprache und der deren Gestaltung in dem Buch, wurden bereits viele Adjektive genutzt. Ich würde es einfach nüchtern beschreiben, da es nichts ausgeschmückt wird. Das ist erstmal ungewohnt, aber dennoch gut lesbar.
In vielerlei Hinsicht ein außergewöhnlicher Roman. Schon das Cover und der Titel haben meine Neugier geweckt, weil ich keinerlei Idee hatte, wie das zusammenpassen kann. Gelesen habe ich dann die Geschichte von vier Generationen.... eigentlich von Frauen über vier Generationen. Harte Arbeit, Mutterschaft und Verantwortung in Zeiten gesellschaflichen Umbruchs. Nun möchte man meinen, so eine Familiengeschichte über ein ganzes Jahrhundert muss ein dicker Wälzer mit ausführlichen Beschreibungen sein. Aber nein! Anna Maschik schreibt in Fragmenten, manche Kaptel umfassen nur wenige Sätze, die aber Bände sprechen. Hier muss man automatisch zwischen den Zeilen lesen, um zu verstehen. Kein Buch, das beim Lesen die ganze Aufmerksamkeit braucht und das mit wenigen Worten Familienverhältnisse und die Rolle der Frauen beschreibt. Und was ist das nun mit dem Titel und dem Coverbild? Ein geschlossener Kreis!
Auf Empfehlung gelesen und jetzt auch Feuer und Flamme.
Was habe ich bekommen? Ein schnelles & kurzweiliges Lesevergnügen, Gänsehaut, mögliche Erklärungen der eigenen Familiengeschichte, Unwohlsein, Mitgefühl, Verständnis, Traurigkeit, Vergeben. Der Erzählstil ist fragmentarisch. Vieles bleibt unausgesprochen, aber das wirkt unglaublich kraftvoll. Bilder und wiederkehrende Motive, bei denen ich mich (und meine eigene Familie) ertappt fühlte, haben zusätzlich Verbundenheit geschaffen. Ich fand’s toll. Wirklich unerwartet wird mir dieses Buch auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben. Empfehle ich unbedingt weiter!
Anna Maschik hat ihren Roman, an die eigene Familiengerichten im 20. Jahrhundert angelegt. Wir starten bei Uroma und enden bei der Mutter der Ich-Erzählerin. Ist nichts neues, scheint das doch der Lieblingsinhalt der neueren deutschen Literatur zu sein. Tendenziell nervt es mich eigentlich. Trotzdem konnte ich diesem Buch einiges abgewinnen und hatte viel Lesefreude damit. Märchenhafte Elemente, sehr gute Figurenzeichnung und starke Bilder in den Beschreibungen haben aus der unoriginellen Idee ein einigermaßen originelles Buch gemacht. Auf Grund der recht kurzen Kapitel bin ich durch die Lektüre durchgerauscht und das Buch ist vielleicht insbesondere dann eine gute Wahl, wenn die Konzentration nicht für lange komplexe Texte reicht. Die Autorin schafft es, auf sehr kleinem Raum, in gekonntem Gebrauch von Sprache und Stilmitteln, viel spannendes zu erzählen.
Intensives Leseerlebnis
Was für ein Buch! Nicht nur der Titel hat es in sich, auch der Einstieg in das Buch hat mich geradezu aus der Bahn geworfen. Das ist ein wirklich fulminanter Einsteig. Ich fand das Buch in seiner Erzählung sehr mitreißend, die Details zum Teil erschreckend und bewegend. Ich mochte, wie ich mich mit den Frauen der Familie durch die Geschichte bewegen konnte. Die Sprache des Buchs ist schlicht, einfach. Sie passt sehr gut zu dem Inhalt, schildert nüchtern, was die Frauen dieser Familie im Laufe der Geschichte alles mitgemacht haben. Interessant fand ich auch, wie sich bestimmte Muster in der Familie über die Generationen weitervererbt haben. Die Geschichte ist so vielschichtig, und das fällt auf den ersten Blick nicht einmal auf. Erst später habe ich bemerkt, wie viel mehr als nur die Erzählung darin steckt. Das ist aus meiner Sicht beachtlich.
Sprachgewaltig, magisch, berührend, poetisch und dramaturgisch aufgebaut erzählt Anna Maschik in kurzen Episoden einen Familien Epos, der für diese Bezeichnung eigentlich zu kurz ist. Sie schafft es, trotz scheinbar distanzierte Erzählung, Bedeutungsvolles und Mehrschichtiges in ihren Text einzuarbeiten. Er regt zum Nachdenken und Philosophieren ein, ist teilweise nicht sofort verständlich und eingängig, was für mich aber eine Stärke ist, berührt und möchte gleich nochmal gelesen werden. Außerdem nutzt sie den graphischen Aufbau für die Dramaturgie ihres Textes, was eine weitere Ebene öffnet. Große Empfehlung. :)
WENN DU ES HEIMLICH MACHEN WILLST, MUSST DU DIE SCHAFE TÖTEN Anna Maschik ET: 10.9.25 Anna Maschik erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte von vier Generationen. Wir lernen Henrike kennen, die auf einem Bauernhof nahe der Nordsee lebt und das Schlachten versteht – gelernt hat sie es von ihrer Mutter, die viel zu früh verstarb. Ab diesem Moment musste Henrike sich um ihren Vater und die Brüder kümmern. Kochen und den Hof in Ordnung halten, das konnte sie. Nur ihre Mutter ersetzen, das konnte sie nicht. Später bekommt sie eine Tochter, Hilde, die auf keinen Fall Bäuerin werden will. Also nutzt sie die Gelegenheit und lässt sich von dem erstbesten Soldaten schwängern. Der Soldat holt Hilde und das Kind – von dem er nur hoffen kann, dass es wirklich seines ist – nach dem Krieg ab und bringt sie in die große Stadt. Erst dort merkt Hilde, dass es auf dem Bauernhof vielleicht doch nicht so schlecht war. Ja, ich könnte euch jetzt noch vieles erzählen – zum Beispiel von Hildes Sohn, der nach seiner Geburt 15 Jahre lang in seinem Bett lag und schlief, und der, als er endlich erwachte, nie wieder schlief. Oder von Anna, die in ihren schwarzen Kleidern immer dann kam, wenn sie wieder einen Toten abholen sollte. Aber lest das Buch doch einfach besser selbst … Was für ein schräges und besonderes Buch! Ja, genau. Wenn ich das Buch mit nur ein paar Worten zusammenfassen müsste, wären das: schräg, skurril, einzigartig, atmosphärisch, rasant und literarisch stark. Maschik versteht es, die Geschichten von vier Generationen auf gerade einmal 232 teils nur halb beschriebenen Seiten prägnant und stimmungsvoll zusammenzufassen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen – musste aber die ein oder andere Stelle ein zweites Mal lesen, um sie ganz zu erfassen. Fazit: Ein atmosphärisch dichtes und facettenreiches Buch, das aber sicher nicht für die breite Masse geschrieben ist. Ich habe es sehr gerne gelesen und spreche daher eine klare Leseempfehlung aus. 4/5 „Einige Jahre später gräbt Miriam sich ein. Sie stellt sich bis zu den Knien in einen Topf, den größten, den sie besitzt, und bedeckt die Füße und Unterschenkel mit Anzuchterde für tropische Zimmerpflanzen. Dann richtet sie sich auf und beginnt zu wurzeln. Sie steht im bläulichen Licht des Gewächshauses, von Zitronenbäumen überschattet, die dunklen Blätter und grelle Früchte tragen. Fliegen schwirren gegen das Glas, fallen bald zu Boden, wo mehr und mehr liegen, wie ausgestreute Brotkrumen, die einen wirren Weg zwischendrin Pflanzen weisen. (S. 226)

Was für ein Debüt! 🌟
Das Buch beginnt mit dem heimlichen Schlachten eines Schafes — ein stilles, schreiarmes Tier — und entfaltet sich zu einer ganz großen, generationsübergreifenden Familiengeschichte. Die Urgroßmutter, die in der Not das Leben sichern muss, der Großonkel, seltsam und verschlossen, die Großmutter, die heimlich Ziegel vom Dach stiehlt — und am Ende steht die Urenkelin Alma, die versucht, all die Splitter der Vergangenheit zusammenzufügen. Vom bäuerlichen Alltag an der Nordsee über Krieg und Flucht bis hin zur Gegenwart und dem Heim für die Großmutter: Stück für Stück entsteht ein vielstimmiges Porträt. Die Familie wird zum Resonanzkörper — geprägt von Schweigen, Liebe, Verdrängung, Sehnsucht, Schuld. 🍋 Maschik schreibt nicht linear, sondern in kurzen, verdichteten Szenen — fast wie Fragmente, wie Erinnerungen, wie flüchtige Bilder. Und gerade dadurch wirkt jede Erinnerung stärker, intensiver, schwebend — als würde man durch ein dunkles Atelier gehen, in dem jedes ausgestellte Stück eine eigene Geschichte erzählt. Die Grenze zwischen Realität und Magie verschwimmt, das Alltägliche bekommt ein archaisches Gewicht. ✨ Für mich persönlich: ein großartiges, ungewöhnliches und literarisch kraftvolles Buch. 👌🏻 Der Sprachstil — so klar, so poetisch, so eindringlich — hat mich sofort abgeholt. Ich war begeistert. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich es wahrscheinlich in einem Rutsch durchgelesen. Für mich ein wahnsinnig starkes Debüt. Ich kann nur hoffen, dass Anna Maschik noch viele weitere Bücher schreibt, denn mit diesem Auftakt hat sie mich voll gewonnen. 💛 Herzlichen Dank @luchterhandliteratur @penguinbuecher und @team.bloggerportal für das überwältigende Rezensionsexemplar! Es war mir ein Fest! 🫶🏻
Ein berührendes Debüt
„… Die Schweine verraten dich mit ihrem entsetzlichen Geschrei, die Schafe aber sterben still.“ Das ist so. Dieses und anderes punktuelles Wiedererkennen bringt mich von Anfang an in eine erstaunliche Verbindung zu den mir bei genauerer Betrachtung im Grunde mehr fremden denn nahen Charaktere. Die Autorin erzählt eine Familiengeschichte über ein Jahrhundert. Drei Generationen treten auf, verschwinden nie so ganz und werden von der 4. Generation erzählt. Manchmal, ganz kurz zwischendurch, verschwimmen die Frauen in meinem Kopf zu einer Frauengestalt. Doch keinesfalls, weil sie eine wie die andere wären. Vielmehr ist diese mehrgenerationale Mutterfigur, eine Vielgesichtige mit Kanten und voll des Mißverstehens. Eine fort und fort Existierende, die all die Frauen in sich birgt und schließlich Alma, die Erzählerin hervorbringt. Mag sein, dass der dezente, aber stete Hauch magischen Realismus, von dem diese Geschichte wunderbar durchwebt ist und der am Ende nochmal vollends erblüht, meine Fantasie beflügelt hat. Überhaupt nahmen meine Gedanken ab und an kleine Ausflüge in meine Kindheit auf dem Land. Die Autorin schafft es - zumindest bei mir -, einen Stück für Stück in ihre Geschichte hinein zu ziehen. Dabei ist es nicht immer Sympathie, die die Charaktere in mir hervorrufen, aber eine Art Verbundenheit. Eine Geschichte, die mit relativ wenig Worten, viel zu erzählen vermag und noch Raum lässt für unerzählte Geschichten. Ein erstaunliches Debüt, das ich nur wärmstens empfehlen kann.
Was dich erwartet: kein Roman, keine Kapitel, sehr kurze Seiten, keine persönlichen Dialoge, mittendrin leere Seiten Das Buch ist aus meiner Sicht sehr literarisch geschrieben so ist auch die Autorin unterwegs. Das passiert, wenn man ein Buch sich von der Bücherei ausleiht, weil der Einband einen gefällt. Zumindest habe ich es durchgelesen. Es erzählt die Geschichte der ersten Frau, die eine Tochter gebärt, die eine Tochter gebärt, die eine Tochter gebärt, die an die Tochter gebärt, die eine Tochter gebärt und stirbt
Ein Buch über Sprachlosigkeit und vererbte Traumata ungewöhnlich erzählt über vier Generationen hinweg.
Alma erzählt die Geschichte ihrer Familie bzw. der Frauen ihrer Familie über vier Generationen hinweg. Das Buch beginnt mit der Urgroßmutter Henrike beim heimlichen Schlachten während des Krieges. Und es sagt schon viel über die Geschichte dieser Familie, die eins eint, sie reden wenig, tragen ihre Kämpfe lieber im Inneren aus, sterben still. Alma ist das Bindeglied zwischen den Zeiten, zwischen den verschiedenen Frauen der Familie. Sie erzählt die Familiengeschichte, trägt sie in sich, was jetzt übertrieben pathetisch klingt, aber nicht ist. Anna Maschik bewegt sich in ihrem Roman an den Grenzen des magischen Realismus, spielen doch die Geister der Verstorbenen, die Hebamme Anna und die Totenfrau Nora eine besondere Rolle. Sie altern kaum, sind sowohl an der Nordsee als auch später in Österreich zu verschiedenen Zeiten präsent und wirkt so selbstverständlich, dieses Verwischen der Zwischenwelten mit der Realität. Henrike, Hilde, Miriam haben kein einfaches Leben, vieles wird fremd bestimmt und gerade bei Henrike und Hilde wiederholt sich vieles. Sie haben schwierige Beziehungen zu ihren Kindern, es tut manchmal so weh, wie unterschiedlich sie ihre Kindern behandeln und lieben. Anna Maschik beschreibt es eher subtil durch Listen, die sie an verschiedenen Stellen im Buch eingefügt hat. So gibt es Listen mit dem, was Henrike an Benedikts und Hildes Bettchen singt. Und da gefriert das Blut in den Adern, genauso wie bei den Listen dessen, was Hilde an den Bettchen ihrer Söhne singt. Die Beziehungen der Eltern untereinander sind jeweils nicht leicht und oft unglücklich, genauso wie die der Kinder untereinander. Den Kindern wird entweder zu viel oder zu wenig Liebe geschenkt, zu viel oder gar keine Verantwortung gegeben. Die Verluste, die Kriege haben die Menschen verletzt und statt zu heilen, verschließen sie sich. Für die Kinder in den einzelnen Generationen ist das nicht leicht und es wird weitergegeben. Die Männer der Familie sind eher durch innere Abwesenheit präsent, was durchaus als eine weitere Ausprägung des Nicht-Miteinander-Sprechen-Könnens gewertet werden kann. Auch ist ein Beispiel für die Generationen, die selbst den Krieg erlebt haben und ihre Traumata, die sie durch Krieg und die durch Härte geprägte Erziehung erlitten haben, und diese an die nächsten Generationen weitergeben. Anna Maschik gibt der Sprachlosigkeit dieser Familie eine Stimme und mit Alma und ihrer Mutter Miriam eine Exit-Möglichkeit. Für mich ist es ein gelungenes Debüt mit einem besonderen sprachlichen Ausdruck. Ein Hauch des Magischen und Alma als verbindendes Element der Generationen schwingt immer mit und macht das Buch so besonders. Mir gefallen die wiederkehrenden Elemente wie Schlaflieder, Essen, Listen, die besondere Beziehung der einzelnen Protagonist*innen zur Natur, die Sehnsucht nach dem Meer und das langsame Entkommen aus der sich wiederholenden Geschichte und der fehlenden Liebe und Geborgenheit. Ein sprachlich und erzählerisch gelungenes Debüt!
So eine Art Buch habe ich noch nie gelesen. Ganz besonders, fantasievoll und eine Sprache die ganz ganz tief in Kopf und Herz geht!
Die Erzählerin berichtet von ihrer Familie. Warum sie da ist, warum fast nicht. Dabei geht es in der Zeit drunter und drüber. Die Kapitel sind kurz, man wechselt schnell von einem Erzählstrang zum nächsten. Ein wilder Ritt der unglaublich Spaß macht. Und dann sind da Sätze, die sind so auf die Zwölf. Die haben mich getroffen und ich konnte nur zustimmend nicken, weinen oder mit dem Kopf schütteln. Es ist keine große, neue oder überraschende Geschichte die Anna Maschik hier erzählt aber sie ist so gut erzählt, das sie jeden Preis dieser Welt dafür verdient hat. Großartige Lektüre!
Schon der Titel „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ macht neugierig – sperrig, geheimnisvoll, fast schon mythisch. Und genau das hält der Roman auch ein: Anna Maschik erzählt eine Familiengeschichte, die archaisch, rätselhaft und zugleich sehr gegenwärtig wirkt. Ausgehend von einer heimlichen Schlachtung auf einem norddeutschen Bauernhof entfaltet sich ein Kosmos über vier Generationen hinweg: von der Urgroßmutter Henrike, die wortlos das Blut der Schafe verrührt, über Kriegs- und Nachkriegsjahre bis zu Alma, der Urenkelin, die in der Gegenwart begreift, dass sie das letzte Glied in einer langen Kette ist. Maschik zeigt, wie Erinnerungen, Traumata und Eigenheiten weitergegeben werden – sei es der jahrelange Schlaf, das Verstummen, das Verwandeln in einen Wolf oder Zitronenbaum. Der Roman ist fragmentarisch aufgebaut: kurze Szenen, Listen, Leerstellen. Gerade dieses Nichtgesagte hallt lange nach. Sprachlich bewegt sich Maschik zwischen Lakonie und poetischer Magie; die Klarheit der Sätze wird immer wieder durch geheimnisvolle, fast surreale Bilder gebrochen. Zwei Figuren ziehen sich wie Leitmotive durch die Generationen – Hebamme und Totenfrau – und erinnern daran, dass Geburt und Tod den Rahmen jeder Familiengeschichte bilden. Stark ist, dass der Fokus auf den Frauen liegt, die sich alle auf ihre Weise abgrenzen wollen und dabei doch einander ähneln. Alma selbst weiß Dinge, die sie nie erlebt hat – als würde das Haus, das Land oder das Blut selbst weitererzählen. „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ ist ein eindrucksvolles Debüt, das Generationengeschichte, Magie und Realität verbindet. Ein Roman über Prägung, Erinnerung und die Frage, ob man aus dem Kreis der Herkunft ausbrechen kann. Sprachlich verdichtet, formal mutig, atmosphärisch stark – und unbedingt lesenswert.

Grandioser Debütroman!
„Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ von Anna Maschik ist bestimmt einer der längsten Titel, den ich je gelesen habe. Was mich nicht weniger neugierig auf das Buch gemacht hat – im Gegenteil, sowohl der Titel als auch das Cover haben mich schon sehr angesprochen. Der Roman erzählt die Geschichte einer Bauernfamilie über mehrere Generationen hinweg, wobei vor allem der Fokus auf den weiblichen Familienmitgliedern liegt. Es beginnt mit der Urgroßmutter Henrike der Protagonistin Alma, die im heimlichen ein Schaf schlachtet und endet mit einem Zitronenbaum. Dabei bleibt die Erzählung keinesfalls chronologisch, viel mehr werden fragmentarisch Ausschnitte der verschiedenen Leben gezeigt, die Almas Leben generationsübergreifend beeinflusst haben. Dabei ist vor allem spannend, nicht was erzählt wird, sondern wie es erzählt wird. Maschik bedient sich verschiedener Erzählperspektiven und -verfahren, um einen Zusammenhang zwischen den Familienmitgliedern herzustellen. Dabei passiert vor allem zwischen den Zeilen und intertextuell ganz viel. Sprachlich erinnert Maschiks Schreibstil dabei unter anderem an Romane von Mariana Leky oder Juli Zeh – beides große Autorinnen der heutigen Zeit, die auch zu meinen Lieblingsautorinnen zählen. Ich fand den Roman so großartig, dass ich ihn direkt nochmal lesen musste, um wirklich alle Zusammenhänge zu verstehen. Dieses Buch lädt durch seine besondere Erzählweise aber auch wirklich dazu ein, mehrmals gelesen zu werden und auch während des Lesens immer wieder zurückzublättern. Denn die Lektüre des Buchs erinnert an das, als was die Protagonistin ihre eigene Lebensgeschichte bezeichnet: eine „Eingeweideschau“. Dadurch regt der Roman trotz seiner relativen Kürze mit 240 Seiten zum Nachdenken an und lässt nicht so schnell wieder los. Ich gehe davon aus, dass der Roman deshalb auch nicht für jede:n so ansprechend ist, wie er es für mich war. Wer aber Lust hat, ein Buch nicht nur zu lesen, sondern es „auf seine Beschaffenheit zu untersuchen“ und sich damit wirklich auseinanderzusetzen, landet hier wirklich einen Volltreffer. Ich persönlich liebe es, ein Buch sowohl sprachlich als auch erzähltechnisch und inhaltlich zu analysieren und selbst auf Zusammenhänge, wiederkehrende Symbole, Sätze und Metaphern zu stoßen. Und damit war „Schafe töten“ für mich wirklich ein perfekter Roman! Ich glaube, dieses Buch könnte man auch perfekt in der Schule oder einem Uni-Seminar gemeinsam lesen und besprechen, da ich trotz zweifacher Lektüre gewiss nicht auf alles gekommen bin, was dieses Buch zu bieten hat und ich große Lust hätte, mich mit anderen darüber auszutauschen. Für mich war „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ jedenfalls perfekt und definitiv ein Jahres-, wenn nicht sogar Lebenshighlight! Ein sehr gelungener Debütroman, der hoffen lässt, noch mehr von der Autorin zu hören!
Eine Familiengeschichte in Stichpunkten
Eine Familiengeschichte in Stichpunkten Brüchstückhaft erzählt uns Alma von ihrer Familie. Ein sehr besonderer Schreibstil. Neben der Erzählung erwarten uns auch Seiten mit Aufzählungen, Liederzeilen oder auch leere Seiten. Aber trotzdem hat man das Gefühl alles Wichtige zu erfahren. Mich hat das Buch von Anfang an gepackt und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Die Sprache ist einfach, schnörkellos und eindringlich.
Ein kurzes, aber sehr dichtes Buch. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, es hat mich richtig gefesselt. Nur manchmal fand ich die Bilder etwas over the top, aber das hat mich nicht weiter gestört, denn es fängt wirklich gut Familiendynamiken ein. Ich musste beim Lesen oft an meine Großeltern und Eltern denken und die Geschichten, die vor allem meine Mutter über ihre Kindheit unmittelbar nach dem Krieg erzählt.
Ein Familienportrait über mehrere Generationen.
Manchmal lösen Romane Emotionen aus, die das Lesen dann zu etwas ganz Besonderem machen. Man verbindet das Setting und die Erzählweise mit ganz bestimmten Emotionen. Ich erinnere mich, dass ich genau dieses Gefühl das letzte Mal empfand, als ich „Das Haus der Hebamme“ von Tanja Werkwerth las. Da war ich 13 oder 14 Jahre alt. Es spannt sich über knapp 230 Seiten eine Familiengeschichte von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart. Man könnte denken, dass das auf so wenig Seiten kaum möglich ist, aber es war ausreichend, um die Beziehungen und Emotionen der Figuren zueinander erlebbar darzustellen. Der literarische Erzählstil hat es ganz besonders gemacht. Die Autorin braucht nicht viele Worte und schafft es ohne zu direkt zu sein, die Familiendynamik zu entfalten. Lest es! Es lohnt sich!

Sprachlich besonders und überraschend fesselnd
Das Buch hat mich komplett überrascht. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Kapitel sind meist nur ein bis zwei Seiten lang und oft nicht einmal vollständig gefüllt, wodurch man schnell vorankommt. Gleichzeitig bleibt man immer wieder an einzelnen Sätzen hängen, weil sie so besonders formuliert sind. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und poetisch, denn die Autorin arbeitet viel mit Metaphern und Vergleichen, die starke Bilder erzeugen. Zum Beispiel beschreibt sie den Himmel, der schwer auf ihre Brust drückt, was dieses Gefühl von Druck und Ausgeliefertsein greifbar macht. Im gleichen Satz vergleicht sie ihren Blick in den Himmel, den sie nicht abwenden kann, mit dem eines Rehs, das regungslos in die Scheinwerfer eines Autos starrt und auf den Aufprall wartet (S. 172). Auch Sätze wie „Schlafende sind mir nicht geheuer. Sie sind freiwillige Tote...“ (S. 54) sind sehr eindrücklich und zeigen, wie ungewöhnlich und intensiv die Sprache ist. Diese bildhafte, metaphorische Sprache zieht sich durch das gesamte Buch und schafft eine ganz eigene, fast schon bedrückende Atmosphäre. "Schlafende sind mir nicht geheuer. Sie sind freiwillig Tote, die mich allein hier zurückgelassen haben." - S. 54 Erzählt wird die Geschichte fragmentarisch und nicht streng chronologisch. Man begleitet verschiedene Generationen einer Familie und setzt sich die Geschichte Stück für Stück zusammen. Gerade diese Bruchstücke und Leerstellen haben mir gut gefallen, weil sie Raum für eigene Gedanken lassen und die Geschichte dadurch noch eindringlicher wirkt. "Die Grashalme wiegen hin und her wie kleine Algen, ihre Spitzen schnappen gerade noch nach Luft." - S. 98 Trotz der teilweise schweren Themen lässt sich das Buch sehr schnell lesen. Die Kombination aus kurzen Kapiteln und der besonderen Sprache sorgt dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Gleichzeitig ist es kein Buch, das man einfach nur konsumiert, sondern eines, über das man beim Lesen und auch danach noch nachdenkt. "Wenn Miriam nachts nicht schlafen kann, stellt sie sich vor, sie habe keine Mutter. Es ist ihr lieber, keine Mutter zu haben, als eine, die sie nicht mag." - S. 168 Für mich war das Buch eine positive Überraschung. Ein sprachlich starkes und ungewöhnliches Buch, das sich schnell lesen lässt, aber lange nachwirkt. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher der Autorin und kann das Buch weiterempfehlen. 4 von 5 Sternen.

Familiengeschichte - Mal anders!
Mit starken Bildern erzählt Anna Maschik die Geschichte einer Familie von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart. Durch die teilweise sehr detailreichen Beschreibungen ist das Buch allerdings nichts für schwache Mägen. Die Herausforderungen, vor denen die verschiederen Generationen stehen, sind überraschend fesselnd, fühlen sich aber gleichzeitig irgendwie alltäglich an. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen!
Psychologische Spannung mit gesellschaftlicher Kritik.
Der Roman ist inhaltlich fesselnd und wirft kluge Fragen zu Moral und Macht auf. Die düstere Atmosphäre und die komplexen Figuren machen das Buch spannend und zieht einen in eine andere Zeit. Allerdings hat mich der Schreibstil nicht ganz überzeugt. Er wirkt stellenweise sperrig und distanziert, was den Zugang zu den Personen und dem Buch erschwert. Trotzdem bleibt die Geschichte eindrucksvoll und sehr lesenswert.
Eine sehr besondere, experimentelle Lektüre mit hohem literarischem Anspruch, die ich euch sehr ans Herz legen möchte!
Der Titel ist lang, der Roman im Gegensatz dazu kurz; aber jeder Satz ist wohl überlegt und aussagekräftig. Anna Maschik ist es gelungen auf etwas über 200 Seiten die Geschichte von vier Generationen zwischen Land und Stadt, Geburt und Tod, Krieg und Frieden, Deutschland und Österreich zu erzählen. Im Mittelpunkt stehen die Frauen der Familie: Henrike, die schon früh ihre Mutter verliert, Hilde, die von einem österreichischen Soldaten schwanger wird und ihm in die Heimat folgt, Miriam, die eigentlich nie geboren werden hätte sollen … und die Ich-Erzählerin auf den Spuren ihrer Familiengeschichte. Der Roman ist stilistisch sehr besonders – kurze Kapitel, Listen aller Art, leere Seiten, starke Symbolik, Traumelemente etc. Daraus ergibt sich nach und nach ein vielschichtiges, aber auch lückenhaftes Portrait einer Familie. Bei der Buchvorstellung im Rahmen des O-Töne-Festivals in Wien sprach Anna Maschik unter anderem darüber, dass sie abbilden wollte, wie Erzählungen innerhalb einer Familie weitergegeben werden – irgendetwas wird immer verschwiegen, während andere Ereignisse zu identitätsbildenden Anekdoten stilisiert werden. Außerdem ging es ihr darum aufzuzeigen, dass sich gewisse Verhaltensmuster immer weiter vererben, auch wenn sich jede Generation vornimmt „es besser zu machen“. Die Verdeutlichung dieser Gedanken im Rahmen ihres Debüts ist ihr meisterhaft gelungen und hat mich auch auf einer sehr persönlichen Ebene abgeholt. Der Roman liest sich sehr, aber ich denke, es ist auch ein Buch, das man mehrmals lesen kann und bei dem sich immer wieder neue Aspekte und Interpretationsmöglichkeiten offenbaren.
Anna Maschik - Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten. Luchterhand 2025 | Rezensionsexemplar Anna Maschiks Debütroman trägt einen der besten Titel dieses Jahres, hinter dem sich viel mehr verbirgt, als man vermutet. "Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten" ist eine magische, verdichtete Familiengeschichte über vier Generationen mit Leerstellen. Der Titel ist zudem der erste Satz, der uns in eine bäuerliche Szenerie wirft, die mich direkt gepackt hat. Alma erzählt die Geschichte ihrer Familie, der Text setzt bei ihrer Urgroßmutter Henrike ein, die das Schlachten beherrscht. Mit ihrem Mann Georg hat sie zwei Kinder, Hilde und Benedikt, der erst als junger Mann aufwacht und am Familienleben teilnimmt. Henrike bevorzugt ihren Sohn spürbar gegenüber ihrer Tochter. Hilde wird einen Funker heiraten und drei Kinder zur Welt bringen: Wolfgang, David, Miriam. In dieser Generation setzt sich ein Muster fort, auch Hilde wird eines ihrer Kinder bevorzugen. Viel mehr Figuren gibt es nicht, wichtig ist noch Nora, die im Dorf für den Tod zuständig ist. Bei Todesfällen erscheint sie mit den verstorbenen Verwandten. Ein gleichsam tröstlicher wie verstörender Einfall, zeigt er doch die Verbundenheit der Familienmitglieder. Aus den familiären Strukturen kann sich niemand lösen. Sprachlich ist der Text oft sehr knapp, doch trotz der Leerstellen spüren wir die Verbindungen zwischen den Familienmitgliedern, unabhängig davon, wie nahe sie sich stehen. Oft werden nur kurze Begebenheiten erzählt, zum Teil auch nur Listen aufgeführt, die viel über das Familiengefüge verraten. Die Antworten beispielsweise zur Kategorie "Was mir die Großmutter über den Krieg erzählt", fallen spärlich aus. Auf der gegenüberliegenden Seite zur Kategorie "Was mir die Großmutter nicht über den Krieg erzählt" ist lediglich das Wort "alles" vermerkt. Das ist sowohl klug gesetzt als auch inhaltlich ausreichend, um diese Leere darzustellen. Das Leben ist hart zu manchen Figuren, sie sind es auch untereinander. Das bäuerliche Leben ist karg und entbehrungsreich, der Krieg verschont auch diese Familie nicht, Vater und Sohn müssen an die Front. Ein Element, das mich überrascht hat, ist die Magie. David wird zu einem Möbel, Benedikt zu einem Wesen mit langem Bart und Fingernägeln, auch die Zitronen auf dem Cover lassen sich mit diesem Element erklären. Es mag merkwürdig klingen, fügt sich aber gut in die Geschichte ein. "Manchmal rede ich mit der Kommode, die der Ururgroßvater ist. Ich erzähle ihr vom Holzwurm, der im Haus der Großmutter wohnt, und verspreche, ihn nicht mit nach Hause zu bringen." "Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten" ist ein ungewöhnliches, verknapptes Portrait über vier Generationen, das ich ausdrücklich empfehlen möchte. Es ist erfreulich, dass Anna Maschik für den Österreichischen Debütpreis 2025 nominiert ist. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.
Norddeutschland. Anfang 20.Jahrhundert. Alles beginnt mit der heimlichen Schlachtung eines Schafes. Über eine Eingeweideschau erzählt die Urenkelin Alma, ihre Familiengeschichte. Ausgangspunkt ist die Urgroßmutter Henrike. Welche Ereignisse wird die Familie erleben? **************** Der Titel mag sperrig klingen & die 1.Seite gibt Preis was es damit auf sich hat. Es ist ein Buch über starke Frauen. Mehrere Generationen begleiten wir sie. Es gibt Aufschlüsse darüber was in der Zeit passiert, wie es den Menschen ergeht & was sie beschäftigt. Jede Generation hat seine Herausforderungen, dabei sind die familiären Beziehungen wichtig, sie stärken & unterstützen sich. Die Frage nach der Herkunft ist wesentlicher Bestandteil. Woher komme Ich & was sind meine Wurzeln. Jede Generation verschlägt es woanders hin. Die einzelnen Lebenswege zu begleiten ist spannend & offenbart immer wieder neue Geschichten. Leben & Tod gehören unabdingbar zusammen. Die Hebamme & Leichenschauerin sind stets anwesend. Sie sind bei jeder Geburt/Beerdigung dabei & schlagen einen Kreis um die Familie. Ist es beabsichtigt, dass sie Frauen sind? Maschik hat einen Familienroman aus der Sicht der Urenkelin geschrieben. Es wird mitunter auf einer nüchternen Art & Weise erzählt. Die kurzen Textpassagen sind nicht länger als 1-2 Seiten & entwickeln einen rasanten Sog. Zudem kommen die kurzen Sätze, die eine bildreiche & tolle Sprache entwickeln. Im Roman wird zwischen den unterschiedlichen Frauenfiguren gesprungen, was eine Lebendigkeit ausstrahlt. Das Aufeinanderreihen von Erklärungen bringen eine (un)bewusste Unterbrechung zum Nachdenken/Erholen mit sich. Die Verarbeitung wie mit dem Krieg umgegangen wird, lässt Raum zum Innehalten. Zum Ende verschwimmt die Realität mit Fiction. Es ist ein starkes, außergewöhnliches Debüt, welches meiner Meinung zurecht für die Sparte Debüt für den Österreichischen Buchpreis 2025 nominiert wurde.

Description
Mit einem heimlich geschlachteten Schaf beginnt der Blick in die Innereien einer Familie. Hier rührt die Urgroßmutter das Blut für die Würste, der Großonkel schläft fünfzehn Jahre lang, und die Großmutter stiehlt nachts die Ziegel vom Dach. Am Ende steht die Urenkelin Alma und fügt die Einzelteile der Familiengeschichte zusammen: vom kargen Alltag auf einem Bauernhof an der Nordsee über den Krieg und den Neuanfang fern der Heimat bis in die Gegenwart, in der die Großmutter ins Heim muss und Alma versteht, dass sie das letzte Glied in der familiären Kette ist.
In kurzen, virtuos verdichteten Passagen entfaltet Anna Maschik einen ganzen Kosmos – die Familie als ein großer Resonanzkörper, in dem die Prägungen widerhallen über die Generationen hinweg. Es ist eine Geschichte von bevorzugten Geschwistern, vom Scheitern am Schlaf und an der Sprache, von der Verwandlung in ein Möbel, einen Wolf, einen Zitronenbaum. Lakonisch und voll schwebender Magie erzählt sie davon, was Vorbestimmung ist und ob man ihr entkommen kann.
Book Information
Author Description
Anna Maschik, 1995 in Wien geboren, studierte Sprachkunst/Literarisches Schreiben und Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien und Leipzig. Sie arbeitete als Produktionsleitung eines Theaterfestivals und unterrichtet Deutsch und Spanisch an einem Wiener Gymnasium. Sie hat Kurzprosa und Lyrik in verschiedenen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. »Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten« ist ihr erster Roman.
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„Ein Roman aus Blut, Last und Weitergabe“
Es geht um Frauen. Es geht um ihre Kinder. Es geht um ihre Töchter. Es geht um Missgunst. Es geht um Härte. Es geht um Geburten. Es geht um Tode. Ich habe dieses Buch von einer Freundin geschenkt bekommen, der es überhaupt nicht gefallen hat. Wir haben gestern telefoniert, debattiert, diskutiert und sogar ein bisschen sinniert – und sie meinte, das Buch wirke auf sie gewollt. Sprachlich stark, ja, aber für sie trotzdem ein fürchterliches Leseerlebnis. Der Roman spannt sich über vier Generationen und wandert vom Norden Deutschlands bis nach Österreich. Er streift den Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und die Wirtschaftsjahre – nicht immer direkt benannt, aber atmosphärisch klar spürbar. Was mich an diesem Buch fasziniert, ist die knappe, harte Sprache. Diese Sätze, die wie kleine Schläge sitzen. Je weiter ich lese, desto deutlicher wird mir, was Frauen früher – und eigentlich bis heute – ertragen mussten. Vor allem psychisch. Jede dieser Frauen wird tougher, härter, widerstandsfähiger. Aber nie wirklich liebenswürdig. Nur lebenswürdig. Ein Roman, der nicht tröstet, sondern zeigt. Und genau das macht ihn so eindringlich.

So ungewöhnlich der Titel klingt, so eigenwillig entfalter sich auch dieser Roman: 'Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten' von Anna Maschik entzieht sich klassischen Erzählmustern und hinterlässt gerade dadurch einen bleibenden Eindruck. Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles vollständig - oder überhaupt richtig- verstanden habe. Und doch weiß ich: Diese Lektüre war auf ihre ganz eigene Art äußerst fesselnd und unterhaltsam. Die Handlung beginnt auf einem Bauernhof an der Nordsee - und kehrt immer wieder dorthin zurück. Über mehrere Generationen hinweg erleben wir ein Kommen und Gehen: Menschen werden geboren, sterben, lieben einander - oder eben auch nicht. Besonders prägnant sind die Frauenfiguren, die in ihrer Unterschiedlichkeit faszinieren und zugleich wiederkehrende Muster erkennen lassen. Es ist, als würden sich bestimmte Lebensentwürfe und Schicksale wiederholen. Maschiks Erzählweise ist dabei auffallend nüchtern, fast spröde. Immer wieder durchbrechen Listen und Aufzählungen den Fluß der Geschichte - ein zunächst irritierendes, dann aber ungemein wirkungsvolles Stilmittel, das den Blick auf Details schärft und eine gewisse Tiefe erzeugt. Zwischen diesen scheinbar sachlichen Passagen tauchen plötzlich skurrile Ereignisse auf, die Fragen aufwerfen und Raum für eigene Spekulationen lassen. Was genau will die Autorin uns damit sagen? Eine eindeutige Antwort bleibt sie bewusst schuldig - und genau darin liegt ein Teil des Reizes. Es ist ein Roman, der sich nicht leicht greifen oder zusammenfassen lässt, einer der neugierig macht. Ich habe dieses Unkonventionelle sehr gemocht, auch wenn es mir schwerfällt, den Inhalt zu beschreiben. Mein Fazit: Am besten selbst lesen, sich darauf einlassen und schauen, was das Buch im eigenen Kopf auslöst. Eine klare Empfehlung für alle, die Freude an ungewöhnlichen Erzählformen haben.

Das Buch hat einen ganz eigenen Sound. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen.
Das Buch mit dem ungewöhnlichen Titel hat mich sofort in einen Lesefluss gebracht und ich konnte gar nicht mehr aufhören, bis zur letzten Seite. Das hat schon lange kein Buch mehr geschafft. Die junge Autorin greift zu ungewöhnlichen Stilmitteln, indem sie einzelne Seiten mit Aufzählungen füllt. Beispielsweise was Henriette an Benedikts Bettchen singt. Dem gegenüber eine leere Seite mit der Überschrift „Was Henriette an Hildes Bettchen singt“. Das sagt mehr als Worte ausdrücken können! Großartig!!! Wir erfahren etwas über das Leben einer Familie über mehrere Generationen. Es geht um Geboren werden, um die Beziehungen zur Mutter, Vater und Geschwister, um geliebte und ungeliebte Kinder. All das wird nur holzschnittartig erzählt und trocken berichtet . Trotzdem konnte ich mich gut in jede einzelne Figur einfühlen, oder gerade deshalb, weil Raum für eigene Vorstellungen und Gedanken bleibt? Der Schluss ist etwas merkwürdig und mir war nicht ganz klar, was die Autorin damit aussagen wollte, deshalb halber Stern Abzug . Dennoch große Leseempfehlung. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Anders. Aber richtig gut.
Man muss sich schon darauf einlassen (wollen). Dieses Buch ist ungewöhnlich. Teils Prosa, teils Gedicht, teils Wortkunst. Und dahinter eine Familiengeschichte. Immer wieder anders, oft traurig, oft seltsam. Meist aus skurrilen Blickwinkeln, die sich nicht gleich (oder auch mal gar nicht) erschließen. Wenn man sich dann darauf eingelassen hat, kann es zum Lieblingsbuch werden. Denn - so eins findet man so schnell nicht wieder.
"Am Abend liegt sie lange wach und spricht zu mir. Sie sagt, bei dir werde ich alles anders machen. Du wirst dir nicht vorstellen müssen, deine Mutter sei tot, du nicht." Ich wurde in den Bann einer Familiengeschichte gezogen, ich habe Generationen kennen gelernt und sie wieder verabschiedet. Ich lernte Frauen kennen, starke Frauen, schlaue Frauen, Frauen die mehr sein wollte, Frauen die schwanger wurden, Frauen die ihren Garten liebten, Frauen die auch ohne Männer leben konnten oder Frauen die ohne Männer eingingen und Frauen die alle anders sein wollte als ihr Vorgängerinnen, aber am Ende sich alle verdammt ähnelten. Eine wunderbare kurzlebige, schnelle und gleichzeitig langsam Geschichte. Eine Geschichte die zum nachdenken anregt. Eine Geschichte die an manchen Stellen skurril wirkt, und eine die mir echt gefallen hat. Insbesondere die von Anna und Nora sind mir im Gedächtnis geblieben, der Anfang und das Ende, alle kommen und alle gehen gemeinsam.
Karge Sprache, große Wirkung
Der Roman entfaltet sich wie ein leiser, aber unaufhaltsamer Sog in die Vergangenheit. Aus der Perspektive der letzten Überlebenden einer einst großen Familie blickt die Erzählerin zurück – auf den Bauernhof an der Nordsee, auf die kargen Jahre der Nachkriegszeit, auf das Aufbrechen von Traditionen und das Festhalten an Ritualen. Zwischen dem Blut der Schafe und den Würsten, die aus ihnen werden, entsteht ein merkwürdig nüchternes Panorama ländlicher Existenz, das gerade in seiner Unsentimentalität eine enorme Wucht entwickelt. Die Familiengeschichte wird absurd, distanziert und fast schon emotionslos erzählt – genau so, wie viele Menschen nach dem Krieg durchs Leben gingen: funktionierend, wortkarg, innerlich vernarbt. Doch gerade in dieser Kälte erzeugt die Autorin ein Flirren zwischen den Zeilen. Es ist, als würde die eigentliche Geschichte dort stattfinden, wo nichts ausgesprochen wird. So wird das private Familienschicksal zu einem Spiegel deutscher Geschichte, zu einer Chronik des Ausharrens, des Überstehens, des ständigen Neubeginns. Besonders eindrucksvoll sind die stilistischen und sprachlichen Mittel, die die Autorin einsetzt. Sie formuliert sparsam, beinahe asketisch, und schafft es dennoch – oder gerade deswegen –, mit wenigen Worten ganze Welten aufzuspannen. Jede Formulierung wirkt präzise gesetzt, jeder Satz trägt mehr Bedeutung, als er zunächst preisgibt. So entsteht ein Roman, der lange nachhallt: ein Werk, das sich nicht anbiedert, nicht rührt, sondern durch seine klare, ungeschönte Sprache einen Sog erzeugt, dem man sich kaum entziehen kann.
Die Ich Erzählerin begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Will wissen, warum es sie gibt. Ihre Geschichte reicht zurück bis zu ihrer Urgroßmutter. Sie muss schon zeitig allein zurechtkommen. Ihre Mutter starb, als sie noch sehr jung war. Von da an kümmert sie sich um den Haushalt und die kleineren Geschwister. Sie konnte kochen und den Hof in Ordnung halten. Die Mutter ersetzen konnte sie leider nicht. Und so geht in in den folgenden Generationen weiter. Es gibt gewollte und ungewollte Kinder, eine Schlafkrankheit, Anna, die die Toten abholte, harte Arbeit usw. Sprach- und bildgewaltig erzählt uns Anna Maschik. Hier ist kein Wort zu viel, direkt und auf den Punkt. Oft recht sachlich, durchzogen mit feinem Humor. Die Story ist sehr abwechslungsreich und vielfältig trotz der wenigen Seiten. Manchmal wird nicht unbedingt chronologisch hin- und her gesprungen aber das war absolut unproblematisch. Liebevoll gezeichnete Protagonisten, die teilweise noch in einer Zeit lebten, die geprägt von Krieg und harter Arbeit waren. Ungeliebte Kinder, die sich trotzdem einen Platz im Leben erkämpft haben, geprägt von der Kindheit. Atmosphärisch dicht, manchmal recht derb . Ein außergewöhnlicher Roman, unkonventionell, manche Szenen fast skurril. Genau das macht ihn so besonders. Insgesamt ein großartiger Roman, den ich euch gern ans Herz legen möchte.
"Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten, heißt es. Die Schweine verraten dich mit ihrem entsetzlichen Geschrei, die Schafe aber sterben still." Was für ein besonderer Titel und auch ein besonderer Anfang für diesen Roman. Ich war sofort drin und gebannt von der Erzählung. Durch kurze Kapitel rausche ich durch die Geschichten der Frauen, über die Jahrzehnte hinweg. Durch Kriegszeiten, wo die Tiere gezählt werden und du diese nicht einfach schlachten darfst. Die List, diese Verbote zu umgehen. Die Landschaftsbeschreibungen sind wie die ganze Sprache in dem Buch, mal poetisch, mal nicht zu greifen, aber immer ergreifend. "Die Landschaft ist ein großer schlafender Körper, an den sie sich mit Blicken schmiegen kann, und das Meer ist seine Atmung." Apropos Atmung, diese bleibt mir oft weg, wenn in ganz kurzen, prägnanten Sätzen, der richtig große Schmerz zum Ausdruck kommt. Dann kann ich kaum atmen und bin erschüttert. Über Generationen hinweg begleiten wir Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Tochter. Jede hat ihre eigenen Kämpfe zu erleben und zu erdulden. Leicht ist es selten. Dinge die hängen: Das Schaf am Haken Die Schinken in der Räucherkammer Der Urgroßvater am Balken Die Puppen an der Deckenlampe Das Kind an der Nabelschnur Mich hat das Buch begeistert, gerade in den knappen Sätzen und Kapiteln. Und auch die Zitronen sind zu Recht auf dem Cover. Ich bin nach diesem Debütroman gespannt auf die weiteren Bücher der Autorin.
"Ein Kind verspeist die Mutter, erst von innen, dann von außen." [S. 157] Generationsroman und Familiengeschichte, die durch die teils poetische und ungewöhnliche Erzählweise in kurzen Anekdoten lebendig wird. Die Schilderungen beginnen mit der Urgroßmutter - Henrike - in Zeiten der Entbehrungen und des Krieges, geprägt von harter Arbeit auf dem Land, geschildert von der Urenkelin Alma, die recherchiert und hinterfragt, was sonst ungesagt geblieben wäre. Entgegen all der positiven Stimmen leider nicht mein Geschmack. Konnte mich mit dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil bis zuletzt nicht anfreunden und hätte einen Stammbaum hilfreich gefunden.
Eine Familiengeschichte, die nachhallt
Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten von Anna Maschik ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Schon der ungewöhnliche Titel und das eindrückliche Cover wecken Erwartungen an eine Erzählung, die sich nicht scheut, ungewöhnliche Wege zu gehen. Maschik erzählt die Geschichte mehrerer Generationen einer norddeutschen Bauernfamilie, deren Leben durch harte Arbeit, Entbehrungen und eine enge Bindung an die Natur geprägt ist. Die Frauen dieser Familie stehen im Mittelpunkt, und ihre Stimmen tragen die Erinnerung über Jahrzehnte hinweg weiter. Der Roman beginnt mit einer Schafschlachtung – ein intensiver, beinahe ritueller Moment, der sowohl den Bezug zum Titel herstellt als auch die Atmosphäre des Buches prägt: herb, bodenständig, gleichzeitig poetisch und voller Bedeutungsebenen. Maschiks Sprache ist ungewöhnlich melodisch; sie arbeitet mit Metaphern, Wiederholungen, Listen und poetischen Bildern, die der bäuerlichen Welt Norddeutschlands einen fast magischen Klang verleihen. Die Handlung führt vom entbehrungsreichen Alltag Henrikes um 1900 über die Nachkriegszeit bis hin zur Gegenwart, in der die Urenkelin Alma versucht, die bruchstückhaften Überlieferungen ihrer Familie zu ordnen. Aus Erinnerungsfetzen, Erzählstücken und Andeutungen setzt sie das Puzzle ihrer Herkunft zusammen. Diese fragmentarische Erzählweise wirkt nie verwirrend; vielmehr spiegelt sie die Art und Weise, wie Familiengeschichten tatsächlich weitergegeben werden – lückenhaft, subjektiv, aber voller Bedeutung. Die Magie, die zwischen den Zeilen mitschwingt, entspringt nicht einer fantastischen Welt, sondern dem Funkeln der Erinnerung selbst. Der Roman beeindruckt durch die gelungene Mischung aus erzählerischer Präzision und kreativen, fast träumerischen Elementen. Maschik fängt die Härte des bäuerlichen Lebens ebenso ein wie die Kraft der Frauen, die dieses Leben prägt. Die poetische Sprache verleiht selbst den düsteren Momenten eine gewisse Schönheit. Für mich ist es ein Werk, das lange nachhallt – atmosphärisch dicht, literarisch anspruchsvoll und erzählerisch aussergewöhnlich.

Ein echter Pageturner: Skurril, tiefgründig und absolut packend!
Ich muss zugeben: Eigentlich wollte ich nur kurz reinlesen, aber dann ist genau das passiert, was man sich als Leser wünscht – ich konnte das Buch einfach nicht mehr weglegen. Ich habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen! Anna Maschik hat hier etwas ganz Besonderes geschaffen. Der Titel "Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten" ist schon eine Ansage, und die Geschichte hält, was die schräge Neugier verspricht. Die Atmosphäre ist so dicht und eigenwillig, dass ich mich sofort in der Welt der Protagonisten verloren habe. Es ist einer dieser Romane, bei denen man unbedingt wissen will, wie sich das Netz aus Geheimnissen und zwischenmenschlichen Abgründen weiter spinnt. Ich mochte den trockenen, fast schon lakonischen Humor wahnsinnig gern. Es ist kein „Wohlfühlbuch“ im klassischen Sinne, aber es hat mich emotional total abgeholt und zum Nachdenken gebracht. Die Sätze sind präzise und sitzen einfach. Man merkt, dass hier jedes Wort mit Bedacht gewählt wurde, ohne dass es gekünstelt wirkt. Warum 4 statt 5 Sterne? Obwohl ich es verschlungen habe, gab es gegen Ende ein paar kleinere erzählerische Sprünge, bei denen ich mir einen Moment mehr zum Atmen gewünscht hätte. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau – die Intensität des Leseerlebnisses war trotzdem fantastisch. Fazit: Wer Lust auf eine Geschichte abseits des Mainstreams hat, die einen packt und erst nach der letzten Seite wieder loslässt, sollte hier unbedingt zugreifen. Ein tolles Buch für eine lange Lesenacht!
Viel Atmosphäre, wenig Orientierung
Die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen, erzählt aus der Perspektive der Frauen, ist die große Stärke des Buches: Ihre Stimmen und Brüche schaffen eine dichte, eigenwillige Atmosphäre. Der fragmentarische, teils traumartige Stil wirkt intensiv, macht es aber mitunter schwer, dem Handlungsverlauf zu folgen. Besonders gegen Ende wird es ehrlich gesagt mühsam, die vielen Figuren über vier Generationen hinweg auseinanderzuhalten – die viel zu ähnlichen Namen und häufigen Zeitsprünge tragen vor allem dazu bei.

In diesem Roman begleiten wir vier Generationen im Laufe eines Jahrhunderts. Wir werden geführt durch ihre Höhen und Tiefen, ihren Schmerz und ihre Freude. Wenngleich auch der Schreibstil anders war als das, was ich normalerweise lese, wollte ich das Buch doch lesen. Es hat mich berührt und auch etwas traurig gemacht.
Viel Symbolik, viel Verwirrung.
Dieses Buch ist eine tiefgehende und bildstarke Geschichte, die mit eindringlicher Atmosphäre überzeugt. Voller symbolischer Motive, entfaltet das Buch eine dichte, fast traumhafte Stimmung. Allerdings fiel es mir schwer, dem roten Faden wirklich zu folgen, zu oft verlor ich mich in den Bildern und Gedankengängen, ohne den erzählerischen Kern ganz zu greifen. Trotz seiner starken Ansätze und der poetischen Sprache konnte mich die Geschichte deshalb nicht vollständig überzeugen. Auch die vielen Generationen mit den vielen Namen haben dazu beigetragen. Dafür hat es aber ein interessantes Cover.
Eine Familiengeschichte die sich über mehrere Generationen zieht. Beginn ist in Norddeutschland auf einem Bauernhof, die Tochter bleibt irgendwann allein zurück und beschließt zu heiraten. Der Sohn kommt auf die Welt und schläft, bis er erwachsen ist. Eine Tochter folgt und wird vor allem vom Vater geliebt und gefördert. Als die erwachsenen ist, wird die schwanger und heiratet später den Vater des Kindes. Sie ziehen in seine Heimat, Österreich und bekommen zwei weitere Kinder. Auch hier wird die Tochter nicht von der Mutter geliebt. Wir bekommen viel über Geburt, dargestellt durch die Hebamme Anna, erzählt sowie über den Tod, dargestellt durch Nora, sie wäscht die Leichen. Es gibt um Gemüsegärten, die keine Ernte mehr einbringen, sobald die jeweilige Mutter stirbt. Wir erfahren viel über die Mutter-Kind Situation und deren jeweilige Lieblingskinder. Über die Sprache und der deren Gestaltung in dem Buch, wurden bereits viele Adjektive genutzt. Ich würde es einfach nüchtern beschreiben, da es nichts ausgeschmückt wird. Das ist erstmal ungewohnt, aber dennoch gut lesbar.
In vielerlei Hinsicht ein außergewöhnlicher Roman. Schon das Cover und der Titel haben meine Neugier geweckt, weil ich keinerlei Idee hatte, wie das zusammenpassen kann. Gelesen habe ich dann die Geschichte von vier Generationen.... eigentlich von Frauen über vier Generationen. Harte Arbeit, Mutterschaft und Verantwortung in Zeiten gesellschaflichen Umbruchs. Nun möchte man meinen, so eine Familiengeschichte über ein ganzes Jahrhundert muss ein dicker Wälzer mit ausführlichen Beschreibungen sein. Aber nein! Anna Maschik schreibt in Fragmenten, manche Kaptel umfassen nur wenige Sätze, die aber Bände sprechen. Hier muss man automatisch zwischen den Zeilen lesen, um zu verstehen. Kein Buch, das beim Lesen die ganze Aufmerksamkeit braucht und das mit wenigen Worten Familienverhältnisse und die Rolle der Frauen beschreibt. Und was ist das nun mit dem Titel und dem Coverbild? Ein geschlossener Kreis!
Auf Empfehlung gelesen und jetzt auch Feuer und Flamme.
Was habe ich bekommen? Ein schnelles & kurzweiliges Lesevergnügen, Gänsehaut, mögliche Erklärungen der eigenen Familiengeschichte, Unwohlsein, Mitgefühl, Verständnis, Traurigkeit, Vergeben. Der Erzählstil ist fragmentarisch. Vieles bleibt unausgesprochen, aber das wirkt unglaublich kraftvoll. Bilder und wiederkehrende Motive, bei denen ich mich (und meine eigene Familie) ertappt fühlte, haben zusätzlich Verbundenheit geschaffen. Ich fand’s toll. Wirklich unerwartet wird mir dieses Buch auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben. Empfehle ich unbedingt weiter!
Anna Maschik hat ihren Roman, an die eigene Familiengerichten im 20. Jahrhundert angelegt. Wir starten bei Uroma und enden bei der Mutter der Ich-Erzählerin. Ist nichts neues, scheint das doch der Lieblingsinhalt der neueren deutschen Literatur zu sein. Tendenziell nervt es mich eigentlich. Trotzdem konnte ich diesem Buch einiges abgewinnen und hatte viel Lesefreude damit. Märchenhafte Elemente, sehr gute Figurenzeichnung und starke Bilder in den Beschreibungen haben aus der unoriginellen Idee ein einigermaßen originelles Buch gemacht. Auf Grund der recht kurzen Kapitel bin ich durch die Lektüre durchgerauscht und das Buch ist vielleicht insbesondere dann eine gute Wahl, wenn die Konzentration nicht für lange komplexe Texte reicht. Die Autorin schafft es, auf sehr kleinem Raum, in gekonntem Gebrauch von Sprache und Stilmitteln, viel spannendes zu erzählen.
Intensives Leseerlebnis
Was für ein Buch! Nicht nur der Titel hat es in sich, auch der Einstieg in das Buch hat mich geradezu aus der Bahn geworfen. Das ist ein wirklich fulminanter Einsteig. Ich fand das Buch in seiner Erzählung sehr mitreißend, die Details zum Teil erschreckend und bewegend. Ich mochte, wie ich mich mit den Frauen der Familie durch die Geschichte bewegen konnte. Die Sprache des Buchs ist schlicht, einfach. Sie passt sehr gut zu dem Inhalt, schildert nüchtern, was die Frauen dieser Familie im Laufe der Geschichte alles mitgemacht haben. Interessant fand ich auch, wie sich bestimmte Muster in der Familie über die Generationen weitervererbt haben. Die Geschichte ist so vielschichtig, und das fällt auf den ersten Blick nicht einmal auf. Erst später habe ich bemerkt, wie viel mehr als nur die Erzählung darin steckt. Das ist aus meiner Sicht beachtlich.
Sprachgewaltig, magisch, berührend, poetisch und dramaturgisch aufgebaut erzählt Anna Maschik in kurzen Episoden einen Familien Epos, der für diese Bezeichnung eigentlich zu kurz ist. Sie schafft es, trotz scheinbar distanzierte Erzählung, Bedeutungsvolles und Mehrschichtiges in ihren Text einzuarbeiten. Er regt zum Nachdenken und Philosophieren ein, ist teilweise nicht sofort verständlich und eingängig, was für mich aber eine Stärke ist, berührt und möchte gleich nochmal gelesen werden. Außerdem nutzt sie den graphischen Aufbau für die Dramaturgie ihres Textes, was eine weitere Ebene öffnet. Große Empfehlung. :)
WENN DU ES HEIMLICH MACHEN WILLST, MUSST DU DIE SCHAFE TÖTEN Anna Maschik ET: 10.9.25 Anna Maschik erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte von vier Generationen. Wir lernen Henrike kennen, die auf einem Bauernhof nahe der Nordsee lebt und das Schlachten versteht – gelernt hat sie es von ihrer Mutter, die viel zu früh verstarb. Ab diesem Moment musste Henrike sich um ihren Vater und die Brüder kümmern. Kochen und den Hof in Ordnung halten, das konnte sie. Nur ihre Mutter ersetzen, das konnte sie nicht. Später bekommt sie eine Tochter, Hilde, die auf keinen Fall Bäuerin werden will. Also nutzt sie die Gelegenheit und lässt sich von dem erstbesten Soldaten schwängern. Der Soldat holt Hilde und das Kind – von dem er nur hoffen kann, dass es wirklich seines ist – nach dem Krieg ab und bringt sie in die große Stadt. Erst dort merkt Hilde, dass es auf dem Bauernhof vielleicht doch nicht so schlecht war. Ja, ich könnte euch jetzt noch vieles erzählen – zum Beispiel von Hildes Sohn, der nach seiner Geburt 15 Jahre lang in seinem Bett lag und schlief, und der, als er endlich erwachte, nie wieder schlief. Oder von Anna, die in ihren schwarzen Kleidern immer dann kam, wenn sie wieder einen Toten abholen sollte. Aber lest das Buch doch einfach besser selbst … Was für ein schräges und besonderes Buch! Ja, genau. Wenn ich das Buch mit nur ein paar Worten zusammenfassen müsste, wären das: schräg, skurril, einzigartig, atmosphärisch, rasant und literarisch stark. Maschik versteht es, die Geschichten von vier Generationen auf gerade einmal 232 teils nur halb beschriebenen Seiten prägnant und stimmungsvoll zusammenzufassen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen – musste aber die ein oder andere Stelle ein zweites Mal lesen, um sie ganz zu erfassen. Fazit: Ein atmosphärisch dichtes und facettenreiches Buch, das aber sicher nicht für die breite Masse geschrieben ist. Ich habe es sehr gerne gelesen und spreche daher eine klare Leseempfehlung aus. 4/5 „Einige Jahre später gräbt Miriam sich ein. Sie stellt sich bis zu den Knien in einen Topf, den größten, den sie besitzt, und bedeckt die Füße und Unterschenkel mit Anzuchterde für tropische Zimmerpflanzen. Dann richtet sie sich auf und beginnt zu wurzeln. Sie steht im bläulichen Licht des Gewächshauses, von Zitronenbäumen überschattet, die dunklen Blätter und grelle Früchte tragen. Fliegen schwirren gegen das Glas, fallen bald zu Boden, wo mehr und mehr liegen, wie ausgestreute Brotkrumen, die einen wirren Weg zwischendrin Pflanzen weisen. (S. 226)

Was für ein Debüt! 🌟
Das Buch beginnt mit dem heimlichen Schlachten eines Schafes — ein stilles, schreiarmes Tier — und entfaltet sich zu einer ganz großen, generationsübergreifenden Familiengeschichte. Die Urgroßmutter, die in der Not das Leben sichern muss, der Großonkel, seltsam und verschlossen, die Großmutter, die heimlich Ziegel vom Dach stiehlt — und am Ende steht die Urenkelin Alma, die versucht, all die Splitter der Vergangenheit zusammenzufügen. Vom bäuerlichen Alltag an der Nordsee über Krieg und Flucht bis hin zur Gegenwart und dem Heim für die Großmutter: Stück für Stück entsteht ein vielstimmiges Porträt. Die Familie wird zum Resonanzkörper — geprägt von Schweigen, Liebe, Verdrängung, Sehnsucht, Schuld. 🍋 Maschik schreibt nicht linear, sondern in kurzen, verdichteten Szenen — fast wie Fragmente, wie Erinnerungen, wie flüchtige Bilder. Und gerade dadurch wirkt jede Erinnerung stärker, intensiver, schwebend — als würde man durch ein dunkles Atelier gehen, in dem jedes ausgestellte Stück eine eigene Geschichte erzählt. Die Grenze zwischen Realität und Magie verschwimmt, das Alltägliche bekommt ein archaisches Gewicht. ✨ Für mich persönlich: ein großartiges, ungewöhnliches und literarisch kraftvolles Buch. 👌🏻 Der Sprachstil — so klar, so poetisch, so eindringlich — hat mich sofort abgeholt. Ich war begeistert. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich es wahrscheinlich in einem Rutsch durchgelesen. Für mich ein wahnsinnig starkes Debüt. Ich kann nur hoffen, dass Anna Maschik noch viele weitere Bücher schreibt, denn mit diesem Auftakt hat sie mich voll gewonnen. 💛 Herzlichen Dank @luchterhandliteratur @penguinbuecher und @team.bloggerportal für das überwältigende Rezensionsexemplar! Es war mir ein Fest! 🫶🏻
Ein berührendes Debüt
„… Die Schweine verraten dich mit ihrem entsetzlichen Geschrei, die Schafe aber sterben still.“ Das ist so. Dieses und anderes punktuelles Wiedererkennen bringt mich von Anfang an in eine erstaunliche Verbindung zu den mir bei genauerer Betrachtung im Grunde mehr fremden denn nahen Charaktere. Die Autorin erzählt eine Familiengeschichte über ein Jahrhundert. Drei Generationen treten auf, verschwinden nie so ganz und werden von der 4. Generation erzählt. Manchmal, ganz kurz zwischendurch, verschwimmen die Frauen in meinem Kopf zu einer Frauengestalt. Doch keinesfalls, weil sie eine wie die andere wären. Vielmehr ist diese mehrgenerationale Mutterfigur, eine Vielgesichtige mit Kanten und voll des Mißverstehens. Eine fort und fort Existierende, die all die Frauen in sich birgt und schließlich Alma, die Erzählerin hervorbringt. Mag sein, dass der dezente, aber stete Hauch magischen Realismus, von dem diese Geschichte wunderbar durchwebt ist und der am Ende nochmal vollends erblüht, meine Fantasie beflügelt hat. Überhaupt nahmen meine Gedanken ab und an kleine Ausflüge in meine Kindheit auf dem Land. Die Autorin schafft es - zumindest bei mir -, einen Stück für Stück in ihre Geschichte hinein zu ziehen. Dabei ist es nicht immer Sympathie, die die Charaktere in mir hervorrufen, aber eine Art Verbundenheit. Eine Geschichte, die mit relativ wenig Worten, viel zu erzählen vermag und noch Raum lässt für unerzählte Geschichten. Ein erstaunliches Debüt, das ich nur wärmstens empfehlen kann.
Was dich erwartet: kein Roman, keine Kapitel, sehr kurze Seiten, keine persönlichen Dialoge, mittendrin leere Seiten Das Buch ist aus meiner Sicht sehr literarisch geschrieben so ist auch die Autorin unterwegs. Das passiert, wenn man ein Buch sich von der Bücherei ausleiht, weil der Einband einen gefällt. Zumindest habe ich es durchgelesen. Es erzählt die Geschichte der ersten Frau, die eine Tochter gebärt, die eine Tochter gebärt, die eine Tochter gebärt, die an die Tochter gebärt, die eine Tochter gebärt und stirbt
Ein Buch über Sprachlosigkeit und vererbte Traumata ungewöhnlich erzählt über vier Generationen hinweg.
Alma erzählt die Geschichte ihrer Familie bzw. der Frauen ihrer Familie über vier Generationen hinweg. Das Buch beginnt mit der Urgroßmutter Henrike beim heimlichen Schlachten während des Krieges. Und es sagt schon viel über die Geschichte dieser Familie, die eins eint, sie reden wenig, tragen ihre Kämpfe lieber im Inneren aus, sterben still. Alma ist das Bindeglied zwischen den Zeiten, zwischen den verschiedenen Frauen der Familie. Sie erzählt die Familiengeschichte, trägt sie in sich, was jetzt übertrieben pathetisch klingt, aber nicht ist. Anna Maschik bewegt sich in ihrem Roman an den Grenzen des magischen Realismus, spielen doch die Geister der Verstorbenen, die Hebamme Anna und die Totenfrau Nora eine besondere Rolle. Sie altern kaum, sind sowohl an der Nordsee als auch später in Österreich zu verschiedenen Zeiten präsent und wirkt so selbstverständlich, dieses Verwischen der Zwischenwelten mit der Realität. Henrike, Hilde, Miriam haben kein einfaches Leben, vieles wird fremd bestimmt und gerade bei Henrike und Hilde wiederholt sich vieles. Sie haben schwierige Beziehungen zu ihren Kindern, es tut manchmal so weh, wie unterschiedlich sie ihre Kindern behandeln und lieben. Anna Maschik beschreibt es eher subtil durch Listen, die sie an verschiedenen Stellen im Buch eingefügt hat. So gibt es Listen mit dem, was Henrike an Benedikts und Hildes Bettchen singt. Und da gefriert das Blut in den Adern, genauso wie bei den Listen dessen, was Hilde an den Bettchen ihrer Söhne singt. Die Beziehungen der Eltern untereinander sind jeweils nicht leicht und oft unglücklich, genauso wie die der Kinder untereinander. Den Kindern wird entweder zu viel oder zu wenig Liebe geschenkt, zu viel oder gar keine Verantwortung gegeben. Die Verluste, die Kriege haben die Menschen verletzt und statt zu heilen, verschließen sie sich. Für die Kinder in den einzelnen Generationen ist das nicht leicht und es wird weitergegeben. Die Männer der Familie sind eher durch innere Abwesenheit präsent, was durchaus als eine weitere Ausprägung des Nicht-Miteinander-Sprechen-Könnens gewertet werden kann. Auch ist ein Beispiel für die Generationen, die selbst den Krieg erlebt haben und ihre Traumata, die sie durch Krieg und die durch Härte geprägte Erziehung erlitten haben, und diese an die nächsten Generationen weitergeben. Anna Maschik gibt der Sprachlosigkeit dieser Familie eine Stimme und mit Alma und ihrer Mutter Miriam eine Exit-Möglichkeit. Für mich ist es ein gelungenes Debüt mit einem besonderen sprachlichen Ausdruck. Ein Hauch des Magischen und Alma als verbindendes Element der Generationen schwingt immer mit und macht das Buch so besonders. Mir gefallen die wiederkehrenden Elemente wie Schlaflieder, Essen, Listen, die besondere Beziehung der einzelnen Protagonist*innen zur Natur, die Sehnsucht nach dem Meer und das langsame Entkommen aus der sich wiederholenden Geschichte und der fehlenden Liebe und Geborgenheit. Ein sprachlich und erzählerisch gelungenes Debüt!
So eine Art Buch habe ich noch nie gelesen. Ganz besonders, fantasievoll und eine Sprache die ganz ganz tief in Kopf und Herz geht!
Die Erzählerin berichtet von ihrer Familie. Warum sie da ist, warum fast nicht. Dabei geht es in der Zeit drunter und drüber. Die Kapitel sind kurz, man wechselt schnell von einem Erzählstrang zum nächsten. Ein wilder Ritt der unglaublich Spaß macht. Und dann sind da Sätze, die sind so auf die Zwölf. Die haben mich getroffen und ich konnte nur zustimmend nicken, weinen oder mit dem Kopf schütteln. Es ist keine große, neue oder überraschende Geschichte die Anna Maschik hier erzählt aber sie ist so gut erzählt, das sie jeden Preis dieser Welt dafür verdient hat. Großartige Lektüre!
Schon der Titel „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ macht neugierig – sperrig, geheimnisvoll, fast schon mythisch. Und genau das hält der Roman auch ein: Anna Maschik erzählt eine Familiengeschichte, die archaisch, rätselhaft und zugleich sehr gegenwärtig wirkt. Ausgehend von einer heimlichen Schlachtung auf einem norddeutschen Bauernhof entfaltet sich ein Kosmos über vier Generationen hinweg: von der Urgroßmutter Henrike, die wortlos das Blut der Schafe verrührt, über Kriegs- und Nachkriegsjahre bis zu Alma, der Urenkelin, die in der Gegenwart begreift, dass sie das letzte Glied in einer langen Kette ist. Maschik zeigt, wie Erinnerungen, Traumata und Eigenheiten weitergegeben werden – sei es der jahrelange Schlaf, das Verstummen, das Verwandeln in einen Wolf oder Zitronenbaum. Der Roman ist fragmentarisch aufgebaut: kurze Szenen, Listen, Leerstellen. Gerade dieses Nichtgesagte hallt lange nach. Sprachlich bewegt sich Maschik zwischen Lakonie und poetischer Magie; die Klarheit der Sätze wird immer wieder durch geheimnisvolle, fast surreale Bilder gebrochen. Zwei Figuren ziehen sich wie Leitmotive durch die Generationen – Hebamme und Totenfrau – und erinnern daran, dass Geburt und Tod den Rahmen jeder Familiengeschichte bilden. Stark ist, dass der Fokus auf den Frauen liegt, die sich alle auf ihre Weise abgrenzen wollen und dabei doch einander ähneln. Alma selbst weiß Dinge, die sie nie erlebt hat – als würde das Haus, das Land oder das Blut selbst weitererzählen. „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ ist ein eindrucksvolles Debüt, das Generationengeschichte, Magie und Realität verbindet. Ein Roman über Prägung, Erinnerung und die Frage, ob man aus dem Kreis der Herkunft ausbrechen kann. Sprachlich verdichtet, formal mutig, atmosphärisch stark – und unbedingt lesenswert.

Grandioser Debütroman!
„Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ von Anna Maschik ist bestimmt einer der längsten Titel, den ich je gelesen habe. Was mich nicht weniger neugierig auf das Buch gemacht hat – im Gegenteil, sowohl der Titel als auch das Cover haben mich schon sehr angesprochen. Der Roman erzählt die Geschichte einer Bauernfamilie über mehrere Generationen hinweg, wobei vor allem der Fokus auf den weiblichen Familienmitgliedern liegt. Es beginnt mit der Urgroßmutter Henrike der Protagonistin Alma, die im heimlichen ein Schaf schlachtet und endet mit einem Zitronenbaum. Dabei bleibt die Erzählung keinesfalls chronologisch, viel mehr werden fragmentarisch Ausschnitte der verschiedenen Leben gezeigt, die Almas Leben generationsübergreifend beeinflusst haben. Dabei ist vor allem spannend, nicht was erzählt wird, sondern wie es erzählt wird. Maschik bedient sich verschiedener Erzählperspektiven und -verfahren, um einen Zusammenhang zwischen den Familienmitgliedern herzustellen. Dabei passiert vor allem zwischen den Zeilen und intertextuell ganz viel. Sprachlich erinnert Maschiks Schreibstil dabei unter anderem an Romane von Mariana Leky oder Juli Zeh – beides große Autorinnen der heutigen Zeit, die auch zu meinen Lieblingsautorinnen zählen. Ich fand den Roman so großartig, dass ich ihn direkt nochmal lesen musste, um wirklich alle Zusammenhänge zu verstehen. Dieses Buch lädt durch seine besondere Erzählweise aber auch wirklich dazu ein, mehrmals gelesen zu werden und auch während des Lesens immer wieder zurückzublättern. Denn die Lektüre des Buchs erinnert an das, als was die Protagonistin ihre eigene Lebensgeschichte bezeichnet: eine „Eingeweideschau“. Dadurch regt der Roman trotz seiner relativen Kürze mit 240 Seiten zum Nachdenken an und lässt nicht so schnell wieder los. Ich gehe davon aus, dass der Roman deshalb auch nicht für jede:n so ansprechend ist, wie er es für mich war. Wer aber Lust hat, ein Buch nicht nur zu lesen, sondern es „auf seine Beschaffenheit zu untersuchen“ und sich damit wirklich auseinanderzusetzen, landet hier wirklich einen Volltreffer. Ich persönlich liebe es, ein Buch sowohl sprachlich als auch erzähltechnisch und inhaltlich zu analysieren und selbst auf Zusammenhänge, wiederkehrende Symbole, Sätze und Metaphern zu stoßen. Und damit war „Schafe töten“ für mich wirklich ein perfekter Roman! Ich glaube, dieses Buch könnte man auch perfekt in der Schule oder einem Uni-Seminar gemeinsam lesen und besprechen, da ich trotz zweifacher Lektüre gewiss nicht auf alles gekommen bin, was dieses Buch zu bieten hat und ich große Lust hätte, mich mit anderen darüber auszutauschen. Für mich war „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ jedenfalls perfekt und definitiv ein Jahres-, wenn nicht sogar Lebenshighlight! Ein sehr gelungener Debütroman, der hoffen lässt, noch mehr von der Autorin zu hören!
Eine Familiengeschichte in Stichpunkten
Eine Familiengeschichte in Stichpunkten Brüchstückhaft erzählt uns Alma von ihrer Familie. Ein sehr besonderer Schreibstil. Neben der Erzählung erwarten uns auch Seiten mit Aufzählungen, Liederzeilen oder auch leere Seiten. Aber trotzdem hat man das Gefühl alles Wichtige zu erfahren. Mich hat das Buch von Anfang an gepackt und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Die Sprache ist einfach, schnörkellos und eindringlich.
Ein kurzes, aber sehr dichtes Buch. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, es hat mich richtig gefesselt. Nur manchmal fand ich die Bilder etwas over the top, aber das hat mich nicht weiter gestört, denn es fängt wirklich gut Familiendynamiken ein. Ich musste beim Lesen oft an meine Großeltern und Eltern denken und die Geschichten, die vor allem meine Mutter über ihre Kindheit unmittelbar nach dem Krieg erzählt.
Ein Familienportrait über mehrere Generationen.
Manchmal lösen Romane Emotionen aus, die das Lesen dann zu etwas ganz Besonderem machen. Man verbindet das Setting und die Erzählweise mit ganz bestimmten Emotionen. Ich erinnere mich, dass ich genau dieses Gefühl das letzte Mal empfand, als ich „Das Haus der Hebamme“ von Tanja Werkwerth las. Da war ich 13 oder 14 Jahre alt. Es spannt sich über knapp 230 Seiten eine Familiengeschichte von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart. Man könnte denken, dass das auf so wenig Seiten kaum möglich ist, aber es war ausreichend, um die Beziehungen und Emotionen der Figuren zueinander erlebbar darzustellen. Der literarische Erzählstil hat es ganz besonders gemacht. Die Autorin braucht nicht viele Worte und schafft es ohne zu direkt zu sein, die Familiendynamik zu entfalten. Lest es! Es lohnt sich!

Sprachlich besonders und überraschend fesselnd
Das Buch hat mich komplett überrascht. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Kapitel sind meist nur ein bis zwei Seiten lang und oft nicht einmal vollständig gefüllt, wodurch man schnell vorankommt. Gleichzeitig bleibt man immer wieder an einzelnen Sätzen hängen, weil sie so besonders formuliert sind. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und poetisch, denn die Autorin arbeitet viel mit Metaphern und Vergleichen, die starke Bilder erzeugen. Zum Beispiel beschreibt sie den Himmel, der schwer auf ihre Brust drückt, was dieses Gefühl von Druck und Ausgeliefertsein greifbar macht. Im gleichen Satz vergleicht sie ihren Blick in den Himmel, den sie nicht abwenden kann, mit dem eines Rehs, das regungslos in die Scheinwerfer eines Autos starrt und auf den Aufprall wartet (S. 172). Auch Sätze wie „Schlafende sind mir nicht geheuer. Sie sind freiwillige Tote...“ (S. 54) sind sehr eindrücklich und zeigen, wie ungewöhnlich und intensiv die Sprache ist. Diese bildhafte, metaphorische Sprache zieht sich durch das gesamte Buch und schafft eine ganz eigene, fast schon bedrückende Atmosphäre. "Schlafende sind mir nicht geheuer. Sie sind freiwillig Tote, die mich allein hier zurückgelassen haben." - S. 54 Erzählt wird die Geschichte fragmentarisch und nicht streng chronologisch. Man begleitet verschiedene Generationen einer Familie und setzt sich die Geschichte Stück für Stück zusammen. Gerade diese Bruchstücke und Leerstellen haben mir gut gefallen, weil sie Raum für eigene Gedanken lassen und die Geschichte dadurch noch eindringlicher wirkt. "Die Grashalme wiegen hin und her wie kleine Algen, ihre Spitzen schnappen gerade noch nach Luft." - S. 98 Trotz der teilweise schweren Themen lässt sich das Buch sehr schnell lesen. Die Kombination aus kurzen Kapiteln und der besonderen Sprache sorgt dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Gleichzeitig ist es kein Buch, das man einfach nur konsumiert, sondern eines, über das man beim Lesen und auch danach noch nachdenkt. "Wenn Miriam nachts nicht schlafen kann, stellt sie sich vor, sie habe keine Mutter. Es ist ihr lieber, keine Mutter zu haben, als eine, die sie nicht mag." - S. 168 Für mich war das Buch eine positive Überraschung. Ein sprachlich starkes und ungewöhnliches Buch, das sich schnell lesen lässt, aber lange nachwirkt. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher der Autorin und kann das Buch weiterempfehlen. 4 von 5 Sternen.

Familiengeschichte - Mal anders!
Mit starken Bildern erzählt Anna Maschik die Geschichte einer Familie von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart. Durch die teilweise sehr detailreichen Beschreibungen ist das Buch allerdings nichts für schwache Mägen. Die Herausforderungen, vor denen die verschiederen Generationen stehen, sind überraschend fesselnd, fühlen sich aber gleichzeitig irgendwie alltäglich an. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen!
Psychologische Spannung mit gesellschaftlicher Kritik.
Der Roman ist inhaltlich fesselnd und wirft kluge Fragen zu Moral und Macht auf. Die düstere Atmosphäre und die komplexen Figuren machen das Buch spannend und zieht einen in eine andere Zeit. Allerdings hat mich der Schreibstil nicht ganz überzeugt. Er wirkt stellenweise sperrig und distanziert, was den Zugang zu den Personen und dem Buch erschwert. Trotzdem bleibt die Geschichte eindrucksvoll und sehr lesenswert.
Eine sehr besondere, experimentelle Lektüre mit hohem literarischem Anspruch, die ich euch sehr ans Herz legen möchte!
Der Titel ist lang, der Roman im Gegensatz dazu kurz; aber jeder Satz ist wohl überlegt und aussagekräftig. Anna Maschik ist es gelungen auf etwas über 200 Seiten die Geschichte von vier Generationen zwischen Land und Stadt, Geburt und Tod, Krieg und Frieden, Deutschland und Österreich zu erzählen. Im Mittelpunkt stehen die Frauen der Familie: Henrike, die schon früh ihre Mutter verliert, Hilde, die von einem österreichischen Soldaten schwanger wird und ihm in die Heimat folgt, Miriam, die eigentlich nie geboren werden hätte sollen … und die Ich-Erzählerin auf den Spuren ihrer Familiengeschichte. Der Roman ist stilistisch sehr besonders – kurze Kapitel, Listen aller Art, leere Seiten, starke Symbolik, Traumelemente etc. Daraus ergibt sich nach und nach ein vielschichtiges, aber auch lückenhaftes Portrait einer Familie. Bei der Buchvorstellung im Rahmen des O-Töne-Festivals in Wien sprach Anna Maschik unter anderem darüber, dass sie abbilden wollte, wie Erzählungen innerhalb einer Familie weitergegeben werden – irgendetwas wird immer verschwiegen, während andere Ereignisse zu identitätsbildenden Anekdoten stilisiert werden. Außerdem ging es ihr darum aufzuzeigen, dass sich gewisse Verhaltensmuster immer weiter vererben, auch wenn sich jede Generation vornimmt „es besser zu machen“. Die Verdeutlichung dieser Gedanken im Rahmen ihres Debüts ist ihr meisterhaft gelungen und hat mich auch auf einer sehr persönlichen Ebene abgeholt. Der Roman liest sich sehr, aber ich denke, es ist auch ein Buch, das man mehrmals lesen kann und bei dem sich immer wieder neue Aspekte und Interpretationsmöglichkeiten offenbaren.
Anna Maschik - Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten. Luchterhand 2025 | Rezensionsexemplar Anna Maschiks Debütroman trägt einen der besten Titel dieses Jahres, hinter dem sich viel mehr verbirgt, als man vermutet. "Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten" ist eine magische, verdichtete Familiengeschichte über vier Generationen mit Leerstellen. Der Titel ist zudem der erste Satz, der uns in eine bäuerliche Szenerie wirft, die mich direkt gepackt hat. Alma erzählt die Geschichte ihrer Familie, der Text setzt bei ihrer Urgroßmutter Henrike ein, die das Schlachten beherrscht. Mit ihrem Mann Georg hat sie zwei Kinder, Hilde und Benedikt, der erst als junger Mann aufwacht und am Familienleben teilnimmt. Henrike bevorzugt ihren Sohn spürbar gegenüber ihrer Tochter. Hilde wird einen Funker heiraten und drei Kinder zur Welt bringen: Wolfgang, David, Miriam. In dieser Generation setzt sich ein Muster fort, auch Hilde wird eines ihrer Kinder bevorzugen. Viel mehr Figuren gibt es nicht, wichtig ist noch Nora, die im Dorf für den Tod zuständig ist. Bei Todesfällen erscheint sie mit den verstorbenen Verwandten. Ein gleichsam tröstlicher wie verstörender Einfall, zeigt er doch die Verbundenheit der Familienmitglieder. Aus den familiären Strukturen kann sich niemand lösen. Sprachlich ist der Text oft sehr knapp, doch trotz der Leerstellen spüren wir die Verbindungen zwischen den Familienmitgliedern, unabhängig davon, wie nahe sie sich stehen. Oft werden nur kurze Begebenheiten erzählt, zum Teil auch nur Listen aufgeführt, die viel über das Familiengefüge verraten. Die Antworten beispielsweise zur Kategorie "Was mir die Großmutter über den Krieg erzählt", fallen spärlich aus. Auf der gegenüberliegenden Seite zur Kategorie "Was mir die Großmutter nicht über den Krieg erzählt" ist lediglich das Wort "alles" vermerkt. Das ist sowohl klug gesetzt als auch inhaltlich ausreichend, um diese Leere darzustellen. Das Leben ist hart zu manchen Figuren, sie sind es auch untereinander. Das bäuerliche Leben ist karg und entbehrungsreich, der Krieg verschont auch diese Familie nicht, Vater und Sohn müssen an die Front. Ein Element, das mich überrascht hat, ist die Magie. David wird zu einem Möbel, Benedikt zu einem Wesen mit langem Bart und Fingernägeln, auch die Zitronen auf dem Cover lassen sich mit diesem Element erklären. Es mag merkwürdig klingen, fügt sich aber gut in die Geschichte ein. "Manchmal rede ich mit der Kommode, die der Ururgroßvater ist. Ich erzähle ihr vom Holzwurm, der im Haus der Großmutter wohnt, und verspreche, ihn nicht mit nach Hause zu bringen." "Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten" ist ein ungewöhnliches, verknapptes Portrait über vier Generationen, das ich ausdrücklich empfehlen möchte. Es ist erfreulich, dass Anna Maschik für den Österreichischen Debütpreis 2025 nominiert ist. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.
Norddeutschland. Anfang 20.Jahrhundert. Alles beginnt mit der heimlichen Schlachtung eines Schafes. Über eine Eingeweideschau erzählt die Urenkelin Alma, ihre Familiengeschichte. Ausgangspunkt ist die Urgroßmutter Henrike. Welche Ereignisse wird die Familie erleben? **************** Der Titel mag sperrig klingen & die 1.Seite gibt Preis was es damit auf sich hat. Es ist ein Buch über starke Frauen. Mehrere Generationen begleiten wir sie. Es gibt Aufschlüsse darüber was in der Zeit passiert, wie es den Menschen ergeht & was sie beschäftigt. Jede Generation hat seine Herausforderungen, dabei sind die familiären Beziehungen wichtig, sie stärken & unterstützen sich. Die Frage nach der Herkunft ist wesentlicher Bestandteil. Woher komme Ich & was sind meine Wurzeln. Jede Generation verschlägt es woanders hin. Die einzelnen Lebenswege zu begleiten ist spannend & offenbart immer wieder neue Geschichten. Leben & Tod gehören unabdingbar zusammen. Die Hebamme & Leichenschauerin sind stets anwesend. Sie sind bei jeder Geburt/Beerdigung dabei & schlagen einen Kreis um die Familie. Ist es beabsichtigt, dass sie Frauen sind? Maschik hat einen Familienroman aus der Sicht der Urenkelin geschrieben. Es wird mitunter auf einer nüchternen Art & Weise erzählt. Die kurzen Textpassagen sind nicht länger als 1-2 Seiten & entwickeln einen rasanten Sog. Zudem kommen die kurzen Sätze, die eine bildreiche & tolle Sprache entwickeln. Im Roman wird zwischen den unterschiedlichen Frauenfiguren gesprungen, was eine Lebendigkeit ausstrahlt. Das Aufeinanderreihen von Erklärungen bringen eine (un)bewusste Unterbrechung zum Nachdenken/Erholen mit sich. Die Verarbeitung wie mit dem Krieg umgegangen wird, lässt Raum zum Innehalten. Zum Ende verschwimmt die Realität mit Fiction. Es ist ein starkes, außergewöhnliches Debüt, welches meiner Meinung zurecht für die Sparte Debüt für den Österreichischen Buchpreis 2025 nominiert wurde.

























































