Die Wand
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Description
Das Hauptwerk der großen österreichischen Autorin Marlen Haushofers: zeitlos, klug und bewegend!
»Wenn mich jemand nach den zehn wichtigsten Büchern fragen würde, dann gehörte dieses auf jeden Fall dazu.« Lesen!
Die Wand, weite Natur und die große Einsamkeit
Eine Frau will mit ihrer Cousine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück.
Am nächsten Morgen stößt die Frau auf ein unsichtbares, glattes, kühles Hindernis – eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein…
»Ich habe Die Wand schon dreimal gelesen und bin noch lange nicht fertig.« Nicole Krauss
*** Eine Geschichte, die tief berührt und nachhaltig im Gedächtnis bleibt! ***
Book Information
Author Description
Marlen Haushofer wurde 1920 im oberösterreichischen Frauenstein geboren. Sie zählt heute zu den wichtigsten deutschsprachigen Autor:innen des 20. Jahrhunderts und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Ihre Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt und für Film und Theater adaptiert. 1970 starb sie in Wien.
Characteristics
11 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Gefangen in der Natur, beeindruckend
Nun habe ich die Wand beendet und was soll ich sagen, ein beeindruckender Roman, ich habe mich mit der namenlosen Frau, die diesen Bericht schrieb, absolut verbunden gefühlt. Die Frage, die ich mir immer stellte, wie würde ich werden, was würde ich in so einer Situation tun? Könnte ich überleben? In dem Roman die Wand geht es um eine, ich schätze, Anfang 40 jährige Frau, die morgens in einer Jagdhütte, in den Bergen, im Wald erwacht und feststellt, dass ihre Cousine Luise und deren Mann Hugo, aus dem Tal nicht zurückgekommen sind. Sie macht sich auf die Suche, aber merkt bald, dass sie nicht weit kommt, da sie gegen eine durchsichtige Wand stößt. Diese Wand trennt sie von einer Zivilisation, wo alles tot ist und nur sie noch lebt. Luchs, der Hund von Hugo ist zum Glück bei ihr geblieben und leistet ihr fortan Gesellschaft und die Kuh Bella. Auch einige Katzen sind immer wieder in ihrer Nähe. Die Frau erkundet den Wald und sorgt sich fortan nur ums Überleben, um Nahrung, Holz, Nahrungsreserven und Vermehrung. Körperlich kommt sie dabei an ihre Grenzen und merkt all zu oft ihre Schwächen, aber sie gewöhnt sich an das einsame Leben, dass allerdings immer wieder durch schreckliche Verluste ihrer Tiere überschattet wird. Immer wieder holt sich die Natur, die lieb gewordenen Gefährten zurück, die als einzige Verbündete mir ihr die Einsamkeit teilen. Das Buch ist sehr naturverbunden, auf eine metaphorische Art geschrieben, die einem das Gefühl vermittelt, mit der Frau in dieser Hütte zu existieren. Im Prinzip passiert nicht wirklich viel, es ist einfach nur faszinierend zu lesen, wie sich die Einstellung eines Menschen verändert, wenn plötzlich nichts mehr so ist wie es mal war und wir wieder unsere Naturinstinkte mobilisieren müssen, wie wir uns verändern, ob geistig und körperlich. Es geht nur noch ums Überleben. Beeindruckender Roman, der mir noch lange in Gedächtnis bleiben wird. ▪️Jagdhütte ▪️Alm ▪️Luchs ▪️Perle ▪️die Katze ▪️Tiger▪️Bella ▪️der Stier ▪️Überleben▪️Erdäpfel▪️Leben allein in der Natur

Einerseits wunderschön und eindrücklich geschrieben. Ich konnte mit stellenweise sehr gut in die Protagonistin hinein versetzen und habe gefühlt neben ihr auf der Bank der Jagdhütte gesessen. Leider, leider aber war es für mich insgesamt zu wenig abwechslungsreich, zu wenig Handlung. Deswegen leider nur 3,5 ⭐️, obwohl ich gerne mehr gegeben hätte.
Ein kraftvolles und tröstliches Buch über das Aushalten und Gestalten von Wirklichkeit
Die Wand von Marlen Haushofer ist mir in einer Phase begegnet, in der ich für genau dieses Buch besonders empfänglich war. Ich war einige Tage mit einer schweren Grippe ans Bett gebunden, körperlich erschöpft, aus dem gewohnten Leben herausgenommen und auf einen sehr kleinen Radius zurückgeworfen. In einem Gespräch bei Sternstunde Philosophie hatte Elke Heidenreich den Roman empfohlen, und so habe ich mich für das Hörbuch entschieden. Gelesen wird es von Elisabeth Schwarz, deren Stimme mich mit einer großen Ruhe und Genauigkeit durch diesen Text getragen hat. Gerade in meinem Zustand hatte diese Art des Vorlesens etwas außerordentlich Wohltuendes. Zunächst gab es für mich allerdings eine gewisse Reibung. Ich hatte am Anfang durchaus Mühe, mich ganz in das Buch fallen zu lassen, weil die Ausgangslage in mir sofort einen anderen Impuls ausgelöst hat. Wäre ich plötzlich von einer unsichtbaren Wand eingeschlossen gewesen, hätte ich wohl zuerst alle denkbaren Versuche unternommen, sie zu zerstören, sie zu überwinden, über sie zu klettern, ihre Grenzen auszuloten und ihr mit Widerstand zu begegnen. Die Protagonistin verhält sich anders. Sie akzeptiert ihre Lage erstaunlich früh und richtet ihre Energie bald auf das Leben innerhalb dieser Gegebenheit. Gerade das hat mich zunächst irritiert. Mit der Zeit wurde mir jedoch klar, dass dieser Punkt für mich zwar ein logischer Fallstrick war, für das eigentliche Wesen des Buches jedoch weit weniger entscheidend ist. Die Wand entfaltet seine Kraft nicht aus einer minutiösen Plausibilisierung der Ausnahmesituation, sondern aus der inneren Bewegung, die aus ihr hervorgeht. Es geht um die langsame Einrichtung in eine radikal veränderte Wirklichkeit, um Fürsorge, Arbeit, Rhythmus, Wahrnehmung und um die Frage, wie ein Mensch unter entleerten Bedingungen dennoch eine Form von Beziehung zur Welt aufrechterhält. In dem Moment, in dem ich das zugelassen habe, konnte ich mich auch in diese neue Lage hineinbegeben und dem Buch auf eine sehr viel tiefere Weise folgen. Was mich dann besonders berührt hat, war das Lebensgefühl, das Haushofer aus einer objektiv trostlosen und fast aussichtslosen Situation gewinnt. Die Erzählerin erlebt Verlust, Einsamkeit, Frust und ein hohes Maß an Entbehrung, und doch entsteht aus ihrem Umgang damit etwas überraschend Klares und fast Tröstliches. Sie gibt ihrem Alltag Struktur, übernimmt Verantwortung, widmet sich den Tieren, der Nahrung, den Jahreszeiten, den kleinen Notwendigkeiten des Überlebens. Darin liegt eine stille konstruktive Kraft, die mich gerade während meiner Krankheit sehr erreicht hat. Ich habe dieses Buch nicht als düster empfunden, sondern in einer eigentümlichen Weise als hoffnungsvoll. Vielleicht lag genau darin auch die eigentliche Synchronizität dieser Lektüre mit mir selbst. Während ich selbst ans Bett gebunden war und mein Körper mir enge Grenzen setzte, hat mich dieses Buch in eine Existenzform mitgenommen, die aus Begrenzung keine bloße Verarmung macht. Es zeigt, wie im Kleinen dennoch Welt entstehen kann. Diese Haltung, dieser nüchterne und zugleich zähe Umgang mit Frustration, Müdigkeit und Realität, war für mich in diesen Tagen ungemein bereichernd. Der Roman entwickelt seinen Sog weniger aus dramatischen Ereignissen als aus Beobachtung, innerer Verdichtung und einer fast unspektakulären Konsequenz im Erzählen. Zusammen mit der sehr stimmigen Stimme von Elisabeth Schwarz ergibt sich daraus eine dichte und nachwirkende Hörerfahrung. Für mich war Die Wand in dieser Situation weit mehr als nur Literatur. Es war eine Begleitung durch einen Zustand der Einschränkung, und vielleicht gerade deshalb ein Buch, das mir auf sehr eindrucksvollen und nachhallende Weise Kraft gegeben hat.
„Die Wand“ war so ein Buch, bei dem ich eigentlich dachte: Das MUSS doch genau meins sein. Ich hatte schon vor etwa einem Jahr mal angefangen zu lesen, war damals aber irgendwie abgeschreckt und habe es erstmal aussortiert. Jetzt wollte ich dem Buch nochmal eine Chance geben und ehrlich gesagt war ich auch diesmal mehrmals kurz davor abzubrechen. Ich habe dann aber trotzdem durchgezogen. Mit dem Schreibstil der Autorin hatte ich dabei gar nicht unbedingt ein Problem. Mir war das Ganze einfach viel zu nüchtern und monoton erzählt. Dadurch blieb die Protagonistin für mich total unnahbar und ich konnte emotional überhaupt keine Verbindung zu ihr aufbauen. Das größte Problem war für mich aber, dass ich die ganze Zeit auf irgendeine Spannung oder Entwicklung gewartet habe… aber irgendwie kam da nichts. Selbst die eigentlich traurigen oder einschneidenden Momente wurden so sachlich beschrieben, dass bei mir emotional leider gar nichts ankam. Und ohne zu spoilern. Manche Dinge haben für mich einfach keinen wirklichen Sinn ergeben. Wirklich schade, weil die Grundidee eigentlich total interessant ist.
Ich habe "Die Wand" nun zum zweiten Mal gelesen. Das erste Mal vor ca. 20 Jahren und das zweite Mal jetzt im Rahmen einer kleinen Leserunde. Heute wie damals bin ich von diesem Buch fasziniert. Auch wenn ich das Handeln oder Nichthandeln der Protagonisten oft nicht nachvollziehen konnte. Marlene Haushofer hat es geschafft mit der Beschreibung des Lebens hinter der Wand eine beklemmende Stimmung aufkommen zu lassen, die mich nicht mehr losgelassen hat. Viele der klugen Gedanken habe ich mir markiert, denn über vieles was darin enthalten ist, habe ich mir bislang keine Gedanken gemacht. Ich liebe dieses Buch, weiss aber, dass viele es als langweilig und nichtssagend empfinden.
Ein intensiver Roman, der sich langsam unter die Haut schiebt.
Was würdest du tun, wenn plötzlich eine unsichtbare Wand die Welt von dir trennt? „Die Wand“ von Marlen Haushofer hat mich beim Lesen mehr herausgefordert, als ich erwartet hatte. Wir lesen den Bericht einer Frau, die hinter einer unsichtbaren Wand in der Natur gefangen ist, abgeschnitten von Zivilisation und Außenwelt. Mit einer Mischung aus Gleichmut und Resignation richtet sie sich in dieser neuen Realität ein. Ein sehr harter Bauernalltag bestimmt plötzlich ihr Leben und die Existent der Wand rückt für die Protagonistin zunehmend in den Hintergrund. Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Text: Über die namenlose Protagonistin erfährt man fast nichts, das Auftauchen der Wand wirkt abstrakt und ihre ruhige Akzeptanz der Situation erschien mir zunächst unrealistisch. Gleichzeitig wollte ich immer wieder zum Buch zurückkehren – aus Neugier, was es vielleicht noch für mich bereithält. Hätte ich dieses Buch nicht im Rahmen des Katapult-Buchklub gelesen, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen. Marlen Haushofers Sprache ist klar und zeitlos. Wiederholungen spiegeln den Rhythmus des Alltags und die Regeln des Überlebens wider, während kleine Einblicke in die Gegenwart der Erzählerin immer wieder Spannung erzeugen. Gleichzeitig stellt der Text große Fragen: über Gesellschaft, darüber, was es bedeutet, eine Frau zu sein – oder vielleicht auch, diese Rolle plötzlich nicht mehr erfüllen zu müssen. Themen wie Autonomie, Fürsorge, Menschlichkeit und Verantwortung ziehen sich durch die Geschichte. Irgendwann habe ich meinen Platz im Text gefunden – fast so, wie die Protagonistin ihren Platz hinter der Wand findet. Und dann dieses Ende. Obwohl Haushofer Hinweise streut, hat es mich völlig überrascht. Ich konnte danach kaum einschlafen und meine Gedanken haben noch lange um dieses Buch gekreist.

Spannend, intensiv und ziemlich nah dran
Die Wand hat mich von Anfang an gepackt. Die Geschichte ist spannend geschrieben und durch den intensiven Erzählstil fühlt man extrem mit der Protagonistin mit. Ihre Gedanken und Gefühle wirken sehr nah, fast so, als würde man alles selbst erleben. Besonders berührend fand ich, wie sie mit den Schicksalsschlägen umgeht und wie sich ihre Haltung und ihr Verhalten im Laufe der Zeit verändern. Ich war richtig drin in der Geschichte und wollte ständig wissen, was ihr als Nächstes passiert. Etwas gebremst hat meinen Lesefluss allerdings die fehlende Kapitelstruktur. Die großen Textblöcke wirkten stellenweise langatmig und haben das Lesen an manchen Stellen zäher gemacht. Trotzdem bleibt das Buch eindrucksvoll, intensiv und definitiv lesenswert.
Eine ergreifende Geschichte mit Tiefgang, die unheimlich bewegt und zum nachdenken anregt
Wow, was für ein Buch. Normalerweise komme ich nicht so gut damit zurecht, wenn es keine richtigen Kapitel gibt. Das hat mich in dem Fall aber überhaupt nicht gestört. Alles andere wäre dem Charakter des Berichts auch nicht gerecht geworden. Die Geschichte ist stellenweise sehr beklemmend, macht aber trotzdem Mut und Hoffnung. Ich habe das Buch verschlungen. Zu sehen, wie die Protagonistin sich in ihre neue Lebenssituation einfindet, täglich an den Herausforderungen wächst, manchmal auch scheitert und trotzdem wieder aufsteht, ist wirklich bemerkenswert. Es ist ein langsames, entschleunigendes Buch, in dem gar nicht so viel passiert, aber trotzdem so unheimlich viel gesagt wird. Eine absolute Empfehlung.
Eine Geschichte wie ein nicht enden wollender Traum
Ich kann total verstehen, dass es viele Menschen gibt, die das Buch nicht mögen und langweilig finden, weil einfach immer wieder lange Abschnitte kommen, wo nicht wirklich etwas (Neues) passiert. Ich persönlich fand diese Stellen aber beruhigend, fast meditativ. Eine Frau wird durch eine unsichtbare Wand von der restlichen Welt abgeschnitten und ist auf sich allein gestellt mitten im Wald und Gebirge. Erstmal klingt das nach dem Outdoor-Survival Traum. Irgendwie ist es das auch stellenweise, sie hat viele Tiere und kümmert sich um diese und auch um ihr Leben mit ziemlich viel Geschick. Über die Zeit werden die Tiere für sie lebenswichtig, vorallem als emotionale Stütze. Sie tut alles, damit es ihnen gut geht und hat somit keine Wahl was sie tut oder ob sie dieses Schicksal noch weiter ertragen will, sie muss, damit die Tiere am Leben bleiben. Es ist so stark wie klar sie ist und sich diesem Schicksal ohne Murren hingibt, weil für sie einfach nichts anderes in Frage kommt. Mehr Sinn im Leben kann man kaum haben, jede Entscheidung ist bereits getroffen und man agiert nur noch. Das kann etwas befreiendes haben. Aber natürlich ist dieses Leben hart, sie ackert sich beinahe tot und trotzdem scheint sie in sich zu ruhen in diesem neue Leben in der Natur und ihren tierischen Freunden. Ich fand das Bucht toll, weil es irgendwie ein realistisches Bild gezeichnet hat von jmd der wirklich allein auf der Welt ist, aber dennoch nicht einsam und einfach radikal akzeptiert wie ihr Leben sich auf einen Schlag geändert hat. Das hat mich aus irgendeinem Grund total fasziniert und berührt
Ich schreibe, um nicht den Verstand zu verlieren.“ So beginnt Die Wand :ein stilles, klares und gleichzeitig verstörendes Buch über Einsamkeit, Überleben und das Menschsein. Worum geht’s? Eine Frau verbringt Zeit in einer Jagdhütte. Am nächsten Morgen stößt sie auf eine unsichtbare Wand, die sie plötzlich von der restlichen Welt trennt. Jenseits davon: kein Leben mehr. Nur sie, ein Hund, eine Kuh und eine Katze. Und die Frage: Wie lebt man weiter, wenn man die letzte ist? Ich habe das Buch in einem Buddyread mit zwei anderen Leserinnen gelesen ,und dafür ist das Buch perfekt. Denn Die Wand ist definitiv ein Buch, über das man viel diskutieren kann. Man kann es irgendwo aufschlagen und direkt tief einsteigen ,jede Seite bringt Gedanken, über die man lange sprechen möchte. Mich hat besonders berührt, dass die Protagonistin nicht von der Wand träumt, sondern von dem, was davor war. Auch das Ende fand ich hart und unbefriedigend, aber irgendwie genau richtig. Besonders beeindruckt hat mich, wie genau Haushofer den Alltag beschreibt. In einem Interview sagte sie einmal: „Ich habe alles ausprobiert, was meine Heldin in diesem Buch tut.“ Und das merkt man. Es wirkt alles so greifbar und durchdacht. Und trotzdem habe ich so viele Fragen an sie.... Wäre das Buch heute erschienen, gäbe es bestimmt unzählige Interviews.
Zurecht ein Klassiker
Was bleibt übrig, wenn man nur noch mit sich alleine ist? Was ist noch wichtig? Was macht es mit dem Selbstbildnis, wenn keiner mehr da ist, der es spiegelt? Genau diese Fragen stellt „die Wand“, ein Buch dass mich oft an einen weiblichen Robinson Crusoe denken ließ, und einen leisen und doch damit sehr lauten feministischen Ton einschlägt. Was genau das für ein Roman ist, lässt sich schwer beschreiben. Dystopisch kommt er daher, durch die mysteriöse Wand, die die namenlose Ich-Erzählerin vom Rest der Welt abschneidet. Eine Naturerzählung, labt man sich an den Beschreibungen der Alpen, den Wäldern und der Alm und den Jahreszeiten die ruhig und gemächlich an uns vorbei ziehen. Und auch tief psychologisch, bei all den klugen Fragen nach dem Menschsein, die er aufwirft und so viel Raum für Interpretation lässt. Marlen Haushofer hat hier in den 60er Jahren ein Werk veröffentlicht, dass auch heute kaum an Aktualität verloren hat. Es beschreibt besonders die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, durch eine Frau, die sich erst wirklich findet, als sie alleine gegen die Wildnis kämpft, zusammen mit oder besonders auch für ihre Tiere. Sie entkommt erst ohne das enge Korsett der Gesellschaft ihren eigenen Erwartungshaltung und lebt nur in der Notwendigkeit des Hier und Jetzt. Es ist ein ruhiges Buch, ohne viel Handlung und mit viel Melancholie und auch Verlusten, die mich auch stellenweise sehr nach unten gezogen haben. Doch es ist auch ein Buch voller kluger Fragen und Erkenntnissen darüber, worauf es wirklich ankommt: Seine Chancen im Leben zu nutzen und das beste aus jeder Situation zu machen.
Faszinierend und besonders
Dies ist ein ganz eigenes Buch. Es handelt von einer Frau, die Verwandte in einer einsamen Jagdhütte in den Bergen besucht. Die Verwandten gehen abends aus und sie bleibt mit dem Hund zuhause. Am nächsten Tag entdeckt sie, dass ihr Tal von der Welt durch eine durchsichtige Wand abgetrennt ist. Sie ist auf sich allein gestellt und muss sich selbst versorgen und durchschlagen. Das Buch ist als Bericht aufgebaut. Detailliert führt die Frau ihre immer wiederkehrenden Tätigkeiten auf, Holz hacken, Kuh melken, Heu einbringen etc. Wieder und wieder. Monate vergehen. Jahre vergehen. Sie protokolliert auch wie sie sich selbst ändert, ihre Gedanken und Einstellungen zum Leben und zur Natur. Ich fand das Buch sehr einprägsam. Es beschäftigt mich und wühlt mich auf. Und macht mich wütend, dass sie sich so widerstandslos in dieses harte Leben fügt und sich dafür rechtfertigt ohne wirklich einen Ausweg zu suchen.
Ein ungewöhnliches Buch über eine Frau, die in einer plötzlich völlig veränderte Lebensrealität ihren Weg finden muss.
Die Geschichte hat mich sehr reingezogen. Die Protagonistin erzählt quasi rückblickend, was ihr widerfahren ist. Das ganze Mysterium um die Wand, der Umgang der Protagonistin mit der Situation und die eingestreuten, kurzen Hinweise auf das, was die Zukunft bringt, fand ich sehr gelungen. Insgesamt besteht das Buch hauptsächlich aus Alltagsschilderungen, die recht detailliert sind - für viele passend, für einige dröge, für mich mal so mal so. Zum Teil habe ich das Buch lediglich überflogen und dennoch alles mitbekommen, was passierte. Ich wollte mich auf das Tempo nicht so recht einlassen, weil dann ja eigentlich etwas unbegreifliches passiert und dann aber so viel so sehr begreifliches geschildert wird. Das hat mich ungeduldig werden lassen. Sehr gut haben mir die Stellen gefallen, in denen die Protagonistin über sich, ihre Situation, die Menschen und das Leben reflektiert. Vieles bleibt auch offen. Definitiv ein empfehlenswertes Buch, es sei denn man braucht Action und für alles eine Erklärung.
Seltsam, spannend und vielschichtig
Ich hatte keine Vorstellung, was mich erwartet, obwohl ich den Klappentext gelesen hatte. Das Buch ist als Bericht geschrieben, ohne Kapitel sondern eher als Stream of Consciousness. Es gibt tiefe Einblicke in die Psyche einer Frau, die aufgrund der „Wand“ gezwungen ist, mit einigen Tieren alleine im Wald zu leben. Ihre Reflexion dieser Situation sowie ihrem bisherigen Leben können wir in dem Buch verfolgen. Spannend, wenn auch seltsam. Aber ich konnte gar nicht aufhören weiterzulesen. Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen.
Apokalypse, aber anders. Großartiges Buch!
Wie? Ein Buch ohne jeglichen Dialog, dafür immer wieder Naturbeschreibungen? Ja. Und Haushofer hat das phänomenal umgesetzt. Dieses Buch hat mich umgehauen. Es ist eins meiner meistgelesensten Bücher und ich finde jedes Mal etwas anderes darin. Rein äußerlich passiert nicht viel, möchte man meinen. Eine Frau findet sich eingeschlossen hinter einer durchsichtigen Wand und lebt fortan ganz allein in diesem abgesteckten Areal in den Alpen. Was das für sie bedeutet, entwickelt sich nach und nach. Die Frau schreibt, so lange sie kann, was sie erlebt, wie sie empfindet. Das Leben in der Wildnis wird fern jeglicher Romantik beschrieben und gezeigt, die Naturbeschreibungen sind alles andere als langweilig und passen ganz wunderbar ins Gefüge. Und so sind wir hautnah dabei, wie ein Mensch, ganz auf sich gestellt, sich verändert. Was abfällt und was dazu kommt. Zivilisation versus Wildnis. Wo beginnt Kultur, wo endet sie? Muss sie überhaupt enden? Was ist eigentlich Kultur? Wer sind wir als Mensch? Wie lebt man mit der Natur, die so viel mächtiger ist als wir? Brauchen wir zwingend andere Menschen? Was fehlt, wenn wir allein sind, was tut uns am Alleinsein gut? Solche Fragen und noch viel mehr wirft dieses Buch auf und immer wieder bin ich ergriffen von der Klarheit und der sprachlichen Treffsicherheit der Autorin. Eines der besten Bücher, die ich je gelesen haben. Wenn nicht DAS beste.
Isolation, Natur, Verlust
Eine Frau wacht eines Morgens in einem Jagdhaus im Wald auf und ist durch eine unsichtbare Wand von der Welt abgeschottet. Ihre einzigen Gefährten: eine alte Katze, ein Jagdhund und eine Kuh, die sie im Wald findet. Zwischendrin gibt es weitere Tiere, die sie zu lieben lernt, jedoch schmerzlichst wieder verliert. Ein sehr langsamer, kleinschrittiger und ausführlicher Roman, der besonders die Anpassungsarbeit des Menschen in der Natur aufzeigt. Die Protagonistin arbeitet mit dem, was sie findet und setzt sich sehr wenig mit der Wand und ihrer Ursache selbst auseinander. Viel mehr versucht sie die Bedeutung der Wand zu reflektieren und findet sich mit ihrem Schicksal ab. Das Buch endet relativ offen und lässt mich etwas traurig zurück
"Ich werde alles so genau aufschreiben, wie es mir möglich ist. Aber ich weiß nicht einmal, ob heute wirklich der fünfte November ist. Im Lauf des vergangenen Winters sind mir einige Tage abhanden gekommen." (S. 17) Mit diesen Worten eröffnet Marlen Haushofers namenlose Erzählerin ihren Bericht und macht sofort deutlich, wie fragil Zeit, Ordnung und Realität in diesem Roman sind. Er begleitet eine Frau, die sich während eines Frühlingsausflugs mit einem Ehepaar über Nacht allein in ihrer Unterkunft, einer Jagdhütte, wiederfindet. Lediglich der Hund des Paares ist noch bei ihr. Doch als sie sich auf die Suche nach den beiden begibt, prallt sie gegen eine unsichtbare, undurchdringliche Wand. Diese trennt sie fortan von der Außenwelt, in der alles Leben erstarrt ist. Zunächst versucht sie, den Hergang dieser „Katastrophe“ zu rekonstruieren. Sie klammert sich an die „spärlichen Reste menschlicher Ordnung“, die ihr geblieben sind, doch bald merkt sie, dass das Grübeln keine Antworten liefert. Stattdessen beginnt sie, sich den neuen Umständen zu fügen. Sie macht die unsichtbare Begrenzung sichtbar, indem sie ihr Gebiet mit Zweigen absteckt und richtet ihr Leben neu ein. Neben dem Hund sind ihr eine Kuh und eine Katze geblieben. Haustiere, die nicht bloß Gefährten werden, sondern sie mit existenziellen Fragen an das Leben konfrontieren. Im Verlauf der Monate und Jahre entwickelt die Erzählerin eine immer tiefere Beziehung zur Natur. Sie lernt, sie zu lesen, ihre Arbeit nach Jahreszeiten, Wetter und Tieren auszurichten. Je nach Witterung wechselt sie zwischen der Jagdhütte im Tal und einer Almhütte, die sie auf ihren Erkundungen entdeckt, und widmet sich den anstehenden Aufgaben: Holz hacken, Tiere versorgen, Vorräte anlegen, mähen, sammeln. Ihr Leben wird asketisch, aber strukturiert. Die Emsigkeit des Alltags hält sie lange davon ab, sich dem Verlust ihres früheren Lebens zu stellen. Gleichzeitig formt sich ein grundlegender Gedanke heraus: „Was mich wirklich berührt, ist immer noch das gleiche wie früher: Geburt, Tod, die Jahreszeiten, Wachstum und Verfall.“ (S. 166) Dieser Kreislauf wird zum zentralen Thema ihres Daseins. Die Wand hat ihr zwar ein neues Leben aufgezwungen, doch im Kern wirft sie sie zurück auf das Wesentliche. Die körperliche Arbeit zwingt sie zu Entschleunigung, und aus dieser wächst eine Form von Frieden. Die Wehmut über ihr altes Leben bleibt, doch gleichzeitig fällt auch eine Last von ihr ab. Sie findet einen sinnstiftenden Platz inmitten der Natur, getragen von einem Rhythmus, der größer ist als sie selbst. In seiner ruhigen, meditativ wirkenden Erzählweise entfaltet der Roman eine außergewöhnliche Sogkraft. Die Einsamkeit wird dabei nicht zur Monotonie, sondern zum Raum für Erkenntnis. "Die Wand" ist kein dystopischer Überlebensroman im üblichen Sinne, sondern ein stilles, existenzielles Werk über Selbstbehauptung, Naturverbundenheit und das, was bleibt, wenn alles andere wegfällt. Die Wand erscheint dabei weniger als rein physisches Phänomen, sondern als das, was Haushofer selbst einmal einen „seelischen Zustand, der nach außen plötzlich sichtbar wird“ nannte. Ich glaube tatsächlich: Wer dieses Buch gelesen hat, versteht viel von dem, was wir über das Leben wissen müssen – über seine Zerbrechlichkeit, seine Klarheit und die Kraft, die aus Einfachheit entstehen kann. Das macht es nicht nur zu einem Herzens-, sondern zu einem echten Lebensbuch!
Hmm... I had a very strange relationship with this text: every day I genuinely looked forward to returning to the book... almost longed for the forest... but once I was back, I felt somehow lost, and I rarely found myself craving chapters or any anchor points as much as I did here. There is something special about this text, but I'm not sure whether "special" means "good." I suspect that it has to do with how the text communicates with the reader. So [b: The Wall |29367958|The Wall of Winnipeg and Me|Mariana Zapata|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1456774327l/29367958._SY75_.jpg|48358625] is a novel about a woman forced to live in isolation behind an invisible wall, published in... *double-checking my notes* ...1963?! The language is genuinely impressive in its timelessness and clarity. Then the wall is introduced, and I'm still undecided about whether it isn't simply a stylistic gimmick. Because the wall has no real impact on the protagonist: she barely questions it, nor does she feel any genuine urge to escape it. For her, the wall doesn't actually make much of a difference. Remove the handful of sentences about the wall, and what remains is essentially the daily log of a farmwoman living far from civilization, perpetually exhausted. But then the question arises whether there is something voluntary about the protagonist being behind the wall: "Perhaps the wall was just the last desperate attempt of a tormented person who had to break out, break out, or go mad. Among other things, the wall also killed boredom." I can't say the wall killed my boredom. The initially great prose simply fails to sustain itself over time. The sentences are clear, yes, but they are not stimulating: they just stand side by side and generate nothing between them. The daily routine is, admittedly, repetitive by design, but it is also simply not engaging. This is compounded by the fact that Haushofer immediately kills every tension: the symbiotic relationship with the animals was the element I found most compelling, and it had real narrative potential... but then she foreshadows everything. Why? I had just started to form a relationship. There is also barely any existential weight to it, because we know she survived and wrote the text. What bothered me most, I think, is that the text communicates very little with me. As a reader, I want to be involved... to be part of the book, to genuinely feel alongside the protagonist. Instead, I observe her as if through an invisible wall. But as a reader, I barely exist, cause other people don't exist for her. I'm still really torn by this book.
Ein gutes Buch, welches auf den falschen Leser trifft
Ich kann verstehen, warum dieses Buch so gute Rezensionen erhält und ich verstehe auch, was das Buch sagen will. Leider ist die Art und Weise, wie es transportiert wird, überhaupt nicht meins gewesen; viel zu monoton über den gesamten Teil des Werks, immer wieder das gleiche, mit nur geringfügigen und kleinen Spannungsbögen, welche sowieso nur durch dunkle Vorahnungen angekündigt werden. Ohne diese hätte ich das Buch abgebrochen. Und ja ich verstehe, warum es so erzählt wird und ja dadurch funktioniert es auch, aber für mich war das einfach nichts und ich musste mich leider regelrecht durchringen das Buch zu Ende zu lesen. Das Ende war dann leider auch Enttäuschung...
Ein entschleunigendes Buch, das Fragen über den Sinn des Lebens und der Existenz von Mensch & Tier aufwirft. Ich habe während dem Lesen viel Grübeln müssen. Es lässt einen gegen Ende sehr trostlos zurück und ich hätte mir mehr Hoffnung und Sinn gewünscht. Aber ich denke das Buch musste mit einer sinnlosen Tat enden und die vielen Warums unbeantwortet lassen.
Kannst du alleine (über)leben?
Eine Frau ist mit einem befreundeten Paar auf einer Jagdhütte in den Bergen. Eines Tages wacht sie auf und findet sich angeschlossen von einer unsichtbaren Wand. Eine Wand, die irgendwie da ist und somit das ganze Leben von ihr abtrennt, in einem Radius, in dem sie sich gut bewegen kann, aber keine Menschenseele begegnet. Nur Tiere und sie. „Gleichzeitig kam mir das Bewusstsein abhanden, eine Frau zu sein.“ Das Buch habe ich aufgrund der großen Empfehlung von gelesen. Grundsätzlich passiert in dem Buch nichts. Frau begleitet die Frau bei ihren Gedanken und ihrem Leben alleine mit ihren Tieren. Sie fing an, alles aufzuschreiben, was sie so denkt und erlebt. Ihre Tiere werden ihre Familie. Sie fühlt sich verantwortlich für sie, arbeitet jeden Tag, ernährt sich alleine, baut sich eine Umgebung auf, in der sie alleine überleben kann. Für viele daher auch ein feministischer Roman. Lange verdrängt sie die Gedanken, was ist, wenn sie niemand findet. Sie vermisst ihre Familie, ihre Kinder. Alles rückt aber schrittweise in den Hintergrund. Teilweise war es wirklich langweilig. Frau erfährt durch Zeitenwechsel ab und an, dass irgendwann etwas schlimmes passiert, was dann am Ende auch erzählt wird. Ganzheitlich gesehen steht das Buch aber für so viel. Für eine Frau, die alleine zurecht kommen muss. Es ist wichtig zu wissen, dass die Autorin das Buch 1963 herausgebracht hat. In einer Zeit, in der eine Frau nicht alleine klar kommen musste, da der Mann viel übernommen hat. Marlene Haushofer hat sich damals schon sehr abgehoben, in dem sie gearbeitet und geschrieben hat. Die Frau lebt mit den einfachsten Mitteln, kein Konsum. Ihr sind irgendwann ihre Klamotten und ihr Aussehen egal und trotzdem überlebt sie. Die Frage, was braucht der Mensch wirklich, um zu leben, begleitet einen beim Lesen. Es geht um eine Frau, die sich von den traditionellen Rollen einer Frau befreien muss. Es geht um die Themen Depression, Überlebenswillen und Isolation. Sensationell, wie viele Themen in so einer einfachen Geschichte verarbeitet sind. Tolles Buch, aber man muss genauer hinsehen und verstehen, warum frau es liest aufgrund des sehr monotonen Inhalts. Danke für die Empfehlung!
Allein. Und doch voller leiser Entschlossenheit, weiterzumachen.
Eine Frau wacht in einer Berghütte auf und merkt, dass eine unsichtbare Wand sie von der Welt trennt. Alles dahinter ist erstarrt und tot. Plötzlich völlig allein, klammert sie sich an das, was bleibt: Hund Luchs, Kuh Bella, Kater Tiger und später das kleine Kätzchen Perle... Aus Angst wird Routine, aus Verzweiflung wird Stärke. Sie lernt zu säen, zu melken, zu jagen – nicht nur, um zu überleben, sondern um für ihre Tiere zu sorgen. Diese kleinen Leben werden zu ihrer Familie, zu ihrem Sinn. Als ein fremder Mann auftaucht ändert sich so vieles – nicht aus Hass, sondern aus Schutz. Am Ende bleibt sie zurück, erschöpft, traurig, aber ungebrochen. Eine Story, die haften bleibt! Allein. Und doch voller leiser Entschlossenheit, weiterzumachen
✨️Highlight
📚 Inhalt Eine Frau, ihre Cousine und deren Mann wollen ein paar Tage im Jagdhaus im Wald verbringen. Die Cousine und der Mann gehen am Abend auswärts, die Frau bleibt alleine in der Jagdhütte zurück. Am nächsten Morgen ist niemand zurück gekommen. Zusammen mit dem Hund «Luchs» macht sie sich auf den Weg ins Dorf. Zu Fuss, denn der Mann hat die Autoschlüssel mitgenommen. Plötzlich heult der Hund auf und schreckt zurück. Die Frau kann nicht erkennen, was ihm zugestossen ist. Bis sie selbst gegen eine unsichtbare Wand stösst. Diese Wand blockiert ein Weitergehen. Die ersten Tage erforschen die Frau und der Hund gemeinsam ihre neue Welt und deren Grenzen. Sie entdecken, dass jegliches Leben auf der anderen Seite der Wand scheinbar ausgelöscht wurde. Nur tote Tiere und leblose Wiesen, Wälder und Felder. Nach und nach bringt sich die Frau die wichtigsten landwirtschaftlichen Handgriffe bei um zu überleben. Sie findet eine Kuh und eine Katze. Und plötzlich lebt sie mit ihren Tieren alleine im Wald und muss ihr Überleben und das der Tiere sichern. 📖 Meinung Wow, ich bin wirklich begeistert. Man mag denken, die Geschichte der namenlosen Frau klingt langweilig, im Grunde passiert ja «nichts». Aber schon nur der Gedanke, plötzlich alleine in einem Jagdhaus gefangen zu sein, finde ich persönlich furchteinflössend. Ich selbst weiss viele Dinge nicht, die mich hätten überleben lassen und auch die Protagonistin kann nicht gerade als Naturliebhaberin bezeichnet werden. Durch Geduld, Bauernkalender und Überlebenswille schafft sie es, sich und ihre Tiere mit dem nötigsten zu versorgen. Die Autorin beschreibt das einfaches, aber beschwerliches Leben mit einer solchen Wortgewandtheit, dass jeder Satz an der richtigen Stelle steht und jedes Wort das auslöst, was es sollte. Ich konnte mir die Umgebung, den Tagesablauf und die Tiere allesamt bildlich vorstellen. Durch die detaillierten Beschreibungen ist man mitten in der Geschichte und fühlt alles mit der Protagonistin mit. Ich konnte ihre Gefühle, Gedanken und Handlungen meistens nachvollziehen und mich in sie hineinversetzen. Ich möchte nur kurz das Ende ansprechen und versuche es möglichst ohne Spoiler zu machen: Luchs’ Tod wird fast von Beginn an immer wieder angesprochen und ich habe auf das dramatische Ereignis gewartet. Ich habe mir verschiedene Szenarien überlegt, die passieren könnten: haben sie nicht mehr genügend zu essen? Ist der Hund einfach alt? Stirbt er an einer Infektion? Das tatsächliche Ende hat mich dann wirklich sehr überrascht und ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Irgendwie war ich noch nicht bereit dafür, dass die Geschichte endet. Aber es war genau der richtige Zeitpunkt. Wer «Die Wand» noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen. Dieses Buch bleibt im Gedächtnis.
"Die Wand" von Marlen Haushofer ist ein stilles, eindringliches Buch über eine Frau, die von einer unsichtbaren Wand von der Welt abgeschnitten wird – und über das Überleben in absoluter Einsamkeit. Die österreichische Autorin Marlen Haushofer (1920–1970) veröffentlichte den Roman 1963, zu einer Zeit, in der weibliche Lebensrealitäten und innere Konflikte selten literarisch sichtbar gemacht wurden. Ihr Werk wird heute vielfach als feministischer Klassiker gelesen. Worum geht’s? Die namenlose Ich-Erzählerin fährt mit Freund:innen in eine Jagdhütte in den Alpen. Am nächsten Morgen ist die Welt jenseits einer unsichtbaren Wand, die plötzlich auftaucht, wie versteinert. Menschen und Tiere jenseits dieser Barriere sind offenbar tot. Von der Außenwelt abgeschnitten, beginnt die Frau ein Leben in völliger Isolation – mit nur einer Kuh, einer Katze und einem Hund an ihrer Seite. In einem Bericht, den sie auf Papier festhält, beschreibt sie ihren Überlebenskampf, ihre Gedanken und ihr allmähliches Ankommen in einem neuen, entmenschlichten Dasein. Meine Meinung „Die Wand“ hat mich gleichzeitig fasziniert und abgestoßen. Haushofer beschreibt die Einsamkeit in so nüchterner Sprache, dass sie fast körperlich spürbar wird. Die Erzählung ist völlig entromantisiert – die Natur ist nicht schön oder grausam, sondern schlicht da. Das hat mich beeindruckt, aber auch ermüdet. Sprachlich fand ich den Text monoton, aber stimmig. Die Tagebucheinträge sind schnörkellos, fast emotionslos, was die emotionale Kälte der Situation unterstreicht. Besonders bedrückend fand ich, wie die Ich-Erzählerin ihre Menschlichkeit zunehmend verliert. Sie lebt nicht mehr, sie funktioniert. „Ich lebte nicht, ich arbeitete.“ (S. 91). Auch ihr Verhältnis zu den Tieren wird zunehmend pragmatisch, ja hart – etwa wenn sie den Tod des Hundes als Erleichterung empfindet. Berührend sind die wenigen Momente echter Nähe: ihre Sorge um die Kuh oder die kleine Katze, das Aufblitzen von Zärtlichkeit im sonst so trostlosen Alltag. Der Moment, in dem sie den fremden Mann erschießt, ist dennoch schockierend – und zeigt, wie sehr sich ihr Wertesystem verschoben hat: „Ich habe den Mann getötet. Ich musste.“ (S. 197). Es ist eine nüchterne, fast gleichgültige Feststellung. Das Buch ist eine existenzielle Studie über Einsamkeit, Verlust und das Verstummen. Viele Passagen wirkten auf mich beklemmend aktuell – gerade in Zeiten, in denen Isolation plötzlich real wurde (Corona). Und doch blieb ich emotional auf Distanz. Vielleicht, weil die Erzählung so konsequent auf Innerlichkeit fokussiert ist. Vielleicht, weil es keine Entwicklung, keine Hoffnung gibt. Der letzte Satz: „Ich hoffe, sie kommt bald, denn ich will nicht mehr warten.“ (S. 223) hallt nach – als stiller Ruf nach Erlösung. Fazit Ein bedrückendes, gedankenreiches Buch, das aber emotional schwer zugänglich bleibt. Sprachlich kraftvoll, aber monoton – ich bewundere die Konsequenz, konnte aber keinen echten Lesegenuss empfinden. Deshalb muss ich - trotz der Bedeutsamkeit dieses Textes für die Literaturwelt - 2 von 5 Sternen geben. Leider hatte ich auch nicht die Zeit, mich dem Werk angemessen zu widmen, da sehr viel auch zwischen den Zeilen steht.
Der Inhalt ist erstmal ziemlich simpel: Eine Frau mittleren alters macht Urlaub auf einer Jagdhütte. Am ersten Morgen wacht sie auf, alleine bis auf einen Hund und stellt fest das die Jagdhütte von einer Durchsichtigen Wand umgeben ist - sie kann sie nicht überqueren und auf der anderen Seite ist alles eingefroren. Jetzt ist sie auf sich alleine gestellt, es gibt nur sie und die Tiere.
Es hat mir eigentlich wirklich gut gefallen. Man kommt verhältnismäßig schnell durch die Seiten, persönlich ohne Langeweile obwohl doch nie wirklich viel passiert. Es gibt nicht einmal zwischenmenschliche Interaktionen und doch ist es ein Portrait der heutigen Zeit und Welt… Leider hatte ich nicht die Zeit mich sehr ausgiebig mit all den Motiven des Romans auseinanderzusetzen (was auch ein Motiv des Romans zu sein scheint: man konsumiert und konsumiert aber wichtig erscheint nichts davon) aber genossen habe ich es trotzdem. Vielleicht auch einfach wegen meiner fehlenden Zeit wurden es keine fünf Sterne für mich. Es ist eben wirklich schwer diese Lebensweise umzustülpen ohne eine Wand und vielleicht bin ich nicht der Mensch für diese exakte Lebensweise oder noch zu jung und so fehlt mir das Leben das die Protagonistin schon gelebt hat. Klare Leseempfehlung wenn man Zeit hat über das gelesene nachzudenken und darüber zu sprechen denn wir habe noch diese Möglichkeit.
Großartiges, fesselndes Buch über eine Frau, die durch eine mysteriöse Wand von allen Menschen getrennt mit ein paar Tieren in den Bergen ums Überleben kämpft. Vielleicht ist sie die einzige menschliche Überlebende eines Supergaus? Es wird nicht alles aufgelöst in diesem Rätsel, was mich aber gar nicht stört, denn so denke ich noch etwas länger nach über diese Frau und ihre Kraft. Unglaublich guter, fließender Schreibstil, der wahrlich keine Kapitel braucht. Erinnert in gewisser Weise an Robinson Grusoe.
Melancholisch, philosophisch und fantastisch! Eine besondere Autorin mit einem besonderen und vor allem zeitlosen Werk 📖
,,Die Wand“ von Marlen Haushofer hat mich mehr berührt, als ich dachte. Es geht um eine fiktive Geschichte, die der Protagonistin widerfahren sein soll. Mystisch, fantastisch und philosophisch zugleich. Eine Frau möchte mit ihrer Cousine und ihrem Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Als sich das Paar auf dem Weg zum nächsten Dorf macht, um ein paar Besorgungen zu erledigen, kehrt es nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen bemerkt die Protagonistin, dass das Paar nicht mehr zurückkommt und macht sich selbst auf den Weg. Auf einmal stößt sie gegen eine unsichtbare Wand und die wenigen Menschen die sie dahinter erkennen kann, scheinen wie eingefroren zu sein. Sie begibt sich auf Erkundungstour und entdeckt, dass es kein entkommen von der Wand gibt. Nun beginnt ein Alltag einer einsamen Frau, die sich allmählich mit den Tieren anfreundet - ein Hund, mehrere Katzen, eine Kuh und ein Stier. Luchs, Perle, Tiger und Stier. Die Atmosphäre im Buch ist düster, melancholisch, traurig, aber auch von einigen Lichtblicken umgeben. Ich hatte während des Lesens das Gefühl wie in Trance zu sein. Die detaillierten Beschreibungen der Natur, des Alltags der einsamen Frau und des Zusammenlebens mit den Tieren, waren für mich wahnsinnig gut beschrieben. Ich konnte das Buch nicht an einem Stück lesen und wollte es gerne noch in diesem Jahr beenden. Das Ende hat mir nochmal gewaltig die Tränen in die Augen getrieben, aber ich kann sagen, es hat sich gelohnt. Ja an manchen Stellen zieht es sich sehr, aber dieser undefinierbare Sog während des Lesens und das Gefühl von meditativen Zuständen sowie all die Gedanken, die mich wohl noch länger begleiten werden, hat sich doch jede einzelne Zeile dieses Buches gelohnt. Wie würden wir wohl reagieren und Leben, wenn wir abgeschnitten sind von allen anderen Menschen? 1963 verfasst und vermutlich ein zeitloser Klassiker der es in sich hat 📖

Wow! Was ein Buch, so leise, so eindrücklich, so voller Emotionen, die so nüchtern daherkommen…
Eine Frau, allein im Wald, der Rest der Menschen ist wahrscheinlich tot… Ein Kampf ums überleben, ums nicht verrückt- werden, um die Tiere, die zur Familie und Freunden werden. Ein unfassbar gut geschriebenes Buch, welches ich sicher nochmal lesen werde! „Schon heute bin ich ja nicht der Mensch, der ich einmal war. Woher sollte ich wissen, in welche Richtung ich gehe? Vielleicht habe ich mich schon so sehr von mir entfernt, dass ich es gar nicht mehr merke.“
Vom Lese-Frust zum Meisterwerk⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Der Plot: Stell dir vor, du wachst in einer Jagdhütte in den Alpen auf und die Welt, wie du sie kennst, ist weg. Eine plötzlich auftauchende, unsichtbare Wand schneidet eine Frau radikal von der Zivilisation ab. Dahinter: alles Leben erstarrt. Davor: der nackte, einsame Kampf um das physische und psychische Überleben, nur begleitet von einer Handvoll Tieren. Meine Kritik: Ich bin ehrlich: Als ich die letzte Seite gelesen hatte, war ich erst einmal frustriert. Ich habe auf den großen Knall gewartet, auf eine Erklärung für die Wand oder eine spannungsgeladene Wendung. Stattdessen liefert Marlene Haushofer „nur“ einen nüchternen Bericht über den harten Alltag in der Isolation. Keine Action, keine Auflösung – ich war sogar ein bisschen sauer. Doch dann geschah das Unerwartete: Die Geschichte hallte so unglaublich krass in mir nach. Erst mit der Zeit verstand ich, dass die fehlende Aufklärung kein Mangel ist, sondern die größte Stärke des Buches. Es zwingt einen dazu, die Stille auszuhalten. Die Wucht dieser Erzählung entfaltet sich nicht beim Lesen, sondern im Nachdenken darüber. Es braucht keine Action, um tief zu erschüttern. Das hat mich tief beeindruckt. Die Message: Dieses Buch zeigt uns: Selbst wenn die Welt, wie wir sie kennen, aufhört zu existieren und wir alles verlieren, was uns lieb war, bleibt ein Kern in uns übrig, der WEITERMACHT. Ein Sinn, der nicht in großen Worten liegt, sondern in der täglichen Verantwortung und der stummen Treue zu den Lebewesen an unserer Seite. Fazit: „Die Wand“ ist ein absolut einmaliges Erlebnis. Ein einzigartiges Buch, das völlig zu Recht ein Klassiker ist. Wer auf Antworten hofft, wird enttäuscht – wer sich auf die psychologische Tiefe einlässt, wird belohnt.

Die Wand von Marlen Haushofer aus dem #Listverlag ⛰️ Aufeinmal ist eine Frau durch eine Glaswand von der Außenwelt abgeschnitten. Nur Sie und der Hund. . Zurück zur Natur, um zu überleben. Dinge werden wichtig und andere Sachen unwichtig. Und über allem schwebt die Frage, was ist passiert? Warum ist dort eine Wand? . Das Buch wurde ca. 1968 geschrieben und war in der damaligen Zeit bestimmt anders als heute zu lesen. . Der Schreibstil meiner Ausgabe war flüssig und gut zu lesen. Such bin ich nicht über „alte“ Wörter oder Bezeichnungen gestolpert. . Irritiert hat mich, dass es keine Kapitel oder Absätze gibt. Es ein Bericht mit über 200 Seiten ohne echte Gliederungen. Die Protagonistin erzählt ihre Geschichte und geht eigentlich Chronologisch vor. Aber hin und wieder greift sie vorweg und so weiß der Lesende eigentlich fast alles schon vorher. . Auf der Alm zu leben und diese zu bewirtschaften ist ein Knochenjob, aber teilweise auch zäh zu lesen. Wenn drei Tage die Sense geschwungen wird, dann wird es halt auch mind. 3 mal erzählt und beschrieben. . Erinnert mich an „der alte Mann und das Meer“ aber mit mehr Potenzial. (Hier wird halt nicht nur geangelt und gewartet) . Ich hätte mir einen Tick mehr erhofft. Fand es auch ganz „nett“ … aber es wird nicht eins meiner wichtigsten Bücher. Da ist der alte Mann und das Meer kürzer und andere Dystopien interessanter. Auch ihre Entwicklung hat mich nicht so mitgenommen. . Schwanke zwischen 3 und 4 Sternen ⭐️ .
So richtig erreichen konnte es mich leider nicht
"Die Wand" war lange Zeit auf meiner Leseliste und ist jetzt das erste Buch, das ich 2025 beendet habe. Im großen und ganzen hat es mir gut gefallen. Die Ich-Erzählerin war mir sympathisch und ich mochte das Setting der Geschichte sehr. Es ist ein Tatsachenbericht, den die Ich Erzählerin schreibt und damit frei von Beschönigungen und Schnörkel ist. Der Hauptfokus der Geschichte liegt auf der Selbstversorung der Protagonistin und wie sie Kartoffeln anbaut, Holz hackt und sich mit verschiedenen Tieren anfreundet, wie Luchs dem Jagdhund, der Kuh Bella und der Katze. So ganz konnte mich das Buch aber nicht erreichen, da mir persönlich die Beschreibung des Innenlebens der Protagonistin zu kurz kamen. Man merkt, dass sie ein tiefsitzendes Trauma hat, aber so ganz greifen kann man es nicht. Auch dass sie von Familie und Angehörige getrennt ist, auch von ihren Kindern, scheint sie nicht zu unbeeindrucken. Sie nimmt die Situation als gegeben hin, schmiedet zwar Fluchtpläne, setzt aber keinen davon um. Schlussendlich denke ich, dass ich das Buch einfach nicht verstanden habe. Aber ich weiß, dass ich noch lange darüber nachdenken werde und das macht ein gutes Buch letztendlich doch aus.
Marlen Haushofers "Die Wand" ist ein leises, aber sehr kraftvolles Buch. Die namenlose Erzählerin berichtet in einer einfachen, mitunter nüchtern wirkenden Sprache, die dennoch eine tiefe Wirkung entfaltet. Die Natur wird in diesem Roman zur großen Gegenspielerin und Verbündeten zugleich: mal bedrohlich, mal schützend, mal Gefängnis, mal Freiheit. Während die Erzählerin hinter der unsichtbaren Wand von dem Rest der Welt abgeschnitten ist, wächst sie in ein neues Leben hinein, das sich ganz auf das Hier und Jetzt konzentriert. Was wie ein Albtraum beginnt, lässt die Erzählerin schließlich Frieden finden – getragen von der Fürsorge für die Tiere, mit denen sie zusammenlebt. Besonders die Beziehung zu Bella und Luchs zeigt eine Form von gegenseitigem Aufeinanderangewiesensein, die weit über eine Zweckgemeinschaft hinausgeht. Auch wenn die Erzählerin keine besonders sympathische Figur ist, ist sie mir in ihrer Hingabe für die Tiere und ihren klugen Reflexionen im Verlauf des Buches sehr ans Herz gewachsen. Haushofers Roman ist dabei mehr als reine Überlebensgeschichte und Apokalypse: Er hinterfragt unsere Vorstellungen von Zeit, Konsum, zwischenmenschlichen Beziehungen und das Verhältnis von Mensch und Natur. Ein Buch, das lange nachhallt – leise, aber eindringlich.

Beklemmend
Irgendwie mag ich das Buch obwohl es oft das immer gleiche beschreibt. Es hat die ganze Zeit über so eine Melancholy. Es passiert nicht wahnsinnig viel aber ist trotzdem interessant. Schwer zu erklären. Ich finde für das Buch nicht die richtigen Worte. Es ist zumindest ein hartes Leben was die Hauptfigur hat. Ich hätte das alles so nicht hin bekommen. Man macht sich doch recht viele Gedanken, fast schon mehr als die Hauptfigur selbst, aber das vielleicht als Eigenschutz von ihr. Zumindest will ich jetzt unbedingt die Verfilmung sehen, ich will sehen, wie man das Buch in einem Film rüber bringt. Nachtrag: Das Buch hallt doch länger nach als gedacht und entfaltet sich bei mir erst später in den Gedanken. Kommt aufjedenfall auf meine Liste der Lieblingsbücher
Spannend, verwirrend und bedrückend
Mir fällt eine Rezension zu dem Buch recht schwer. Es hat sich gelohnt das Werk zu lesen und es hat definitiv seine schönen Seiten. Jedoch bin ich auch verwirrt und kann die Protagonistin an einigen Stellen nicht nachvollziehen. Die Beziehungen die sie führt sind wunderschön und ich respektiere ihre Entscheidungen und die Art wie sie lebt. Im Mittelteil wurde es etwas langatmig aber das ist wirklich keib Grund das Buch nicht zu lesen. Dennoch, ich wusste nicht ganz was mich erwartet und irgendwie kamen mir ein paar Sachen zu kurz. Was mich am meisten verwundert hatte, waren meine ausgebliebenden Tränen obwohl das Geschilderte doch so absolut traurig ist.
Tiefgründig... langatmig... faszinierend... anders!
Ich hatte einige gute Rezessionen über dieses Buch gelesen. Ich weis auch gar nicht wie es den Weg in mein Bücherregal gefunden hat... aber ich wollte es lesen. Der Anfang hat mich gut abgeholt und es war auch recht interessant und fesselnd am Anfang. Danach wurde es doch recht eintönig. Ich bewundere die Schreibweise und die Art des Erzählens mit den gewöhnlichen Abläufen und Routinen die erzählt wurde. Immer wieder zwischendurch wurde etwas angeteasert was passieren wird, was das ganze doch spannend gemacht hat und man weiter lesen wollte. Ab 2 Drittel hab ich aber immer öfter längere Pausen beim lesen gemacht, weil es mich nicht ganz so gepackt hat. Dennoch wollte ich wissen wie es ausgeht. Ich war etwas erschrocken und überrascht vom Ende. Das hätte ich so nicht erwartet... aber es war auch ein ernüchterndes Ende irgendwie. Finde das Buch ist schwer zu beschreiben. Aber es ist tiefgründig und lässt einen über viele Dinge nachdenken und sie auch mal von einem anderen Blickwinkel sehen.

Eine nette Erzählung, mehr nicht
„Die Wand“ von Marlen Haushofer ist ein eindringlicher Roman über Isolation und das Überleben in der Natur. Die Geschichte einer Frau, die plötzlich von einer unsichtbaren Wand von der restlichen Welt abgeschnitten wird, ist faszinierend und tiefgründig. Zumindest für viele andere - für mich allerdings nicht. Für mich war es einfach nur eine nette Erzählung einer Frau mit viel Durchhaltevermögen. Mehr nicht. Sehr schade, ich hatte hohe Erwartungen.

Von Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ hab ich vielleicht etwas anderes erwartet und doch haben sich die gewünschten Gefühle und Eindrücke eingestellt. Nicht nur Angst und Bedrohung sind Begleiter, während man Zeile für Zeile aufnimmt, sondern auch Sehnsucht nach Ruhe, nach Erdung, nach absoluter Stille. Ich kann es komplett unterschreiben, dass es eines dieser Bücher ist, die einen für immer begleiten. Die Protagonistin verliert nach einer Nacht ihre Urlaubsbegleiter und ist zusammen mit ein paar Tieren vom Rest der Welt abgeschnitten. Im Roman passiert nicht viel. Aufstehen, arbeiten, schlafen, aufstehen, arbeiten, schlafen. Routinen sind nicht immer nur Routinen, selbst der Wald und die Berge sind nicht immer das, für was man sie hält. Selbst in dieser Idylle lauert etwas Unvorhergesehenes. „Es war fast unmöglich, in der summenden Stille der Wiese unter dem großen Himmel ein einzelnes abgesondertes Ich zu bleiben, ein kleines, blindes, eigensinniges Leben, das sich nicht einfügen wollte in die große Gemeinschaft. Einmal war es mein ganzer Stolz gewesen, ein solches Leben zu sein, aber auf der Alm schien es mir plötzlich sehr armselig und lächerlich, ein aufgeblasenes Nichts.“

Hat mich etwas ratlos zurückgelassen
Die Wand von Marlen Haushofer hat mich ziemlich nachdenklich gemacht. Es geht um eine Frau, die plötzlich von der Welt durch eine unsichtbare Wand abgeschnitten wird und völlig allein in der Natur überleben muss. Was mich echt beeindruckt hat, ist, wie man sich direkt in sie hineinversetzen kann. Diese Einsamkeit und das langsame Annehmen ihrer Situation fühlen sich so echt an, als würde man das selbst durchleben. Am Ende bleibt vieles unklar, was mich erstmal ratlos gemacht hat, aber irgendwie hat es trotzdem ein gutes Gefühl hinterlassen – fast wie ein stiller Frieden. Das Buch zeigt, wie stark man sein kann, auch wenn man völlig auf sich allein gestellt ist.
Characteristics
11 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Das Hauptwerk der großen österreichischen Autorin Marlen Haushofers: zeitlos, klug und bewegend!
»Wenn mich jemand nach den zehn wichtigsten Büchern fragen würde, dann gehörte dieses auf jeden Fall dazu.« Lesen!
Die Wand, weite Natur und die große Einsamkeit
Eine Frau will mit ihrer Cousine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück.
Am nächsten Morgen stößt die Frau auf ein unsichtbares, glattes, kühles Hindernis – eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein…
»Ich habe Die Wand schon dreimal gelesen und bin noch lange nicht fertig.« Nicole Krauss
*** Eine Geschichte, die tief berührt und nachhaltig im Gedächtnis bleibt! ***
Book Information
Author Description
Marlen Haushofer wurde 1920 im oberösterreichischen Frauenstein geboren. Sie zählt heute zu den wichtigsten deutschsprachigen Autor:innen des 20. Jahrhunderts und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Ihre Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt und für Film und Theater adaptiert. 1970 starb sie in Wien.
Posts
Gefangen in der Natur, beeindruckend
Nun habe ich die Wand beendet und was soll ich sagen, ein beeindruckender Roman, ich habe mich mit der namenlosen Frau, die diesen Bericht schrieb, absolut verbunden gefühlt. Die Frage, die ich mir immer stellte, wie würde ich werden, was würde ich in so einer Situation tun? Könnte ich überleben? In dem Roman die Wand geht es um eine, ich schätze, Anfang 40 jährige Frau, die morgens in einer Jagdhütte, in den Bergen, im Wald erwacht und feststellt, dass ihre Cousine Luise und deren Mann Hugo, aus dem Tal nicht zurückgekommen sind. Sie macht sich auf die Suche, aber merkt bald, dass sie nicht weit kommt, da sie gegen eine durchsichtige Wand stößt. Diese Wand trennt sie von einer Zivilisation, wo alles tot ist und nur sie noch lebt. Luchs, der Hund von Hugo ist zum Glück bei ihr geblieben und leistet ihr fortan Gesellschaft und die Kuh Bella. Auch einige Katzen sind immer wieder in ihrer Nähe. Die Frau erkundet den Wald und sorgt sich fortan nur ums Überleben, um Nahrung, Holz, Nahrungsreserven und Vermehrung. Körperlich kommt sie dabei an ihre Grenzen und merkt all zu oft ihre Schwächen, aber sie gewöhnt sich an das einsame Leben, dass allerdings immer wieder durch schreckliche Verluste ihrer Tiere überschattet wird. Immer wieder holt sich die Natur, die lieb gewordenen Gefährten zurück, die als einzige Verbündete mir ihr die Einsamkeit teilen. Das Buch ist sehr naturverbunden, auf eine metaphorische Art geschrieben, die einem das Gefühl vermittelt, mit der Frau in dieser Hütte zu existieren. Im Prinzip passiert nicht wirklich viel, es ist einfach nur faszinierend zu lesen, wie sich die Einstellung eines Menschen verändert, wenn plötzlich nichts mehr so ist wie es mal war und wir wieder unsere Naturinstinkte mobilisieren müssen, wie wir uns verändern, ob geistig und körperlich. Es geht nur noch ums Überleben. Beeindruckender Roman, der mir noch lange in Gedächtnis bleiben wird. ▪️Jagdhütte ▪️Alm ▪️Luchs ▪️Perle ▪️die Katze ▪️Tiger▪️Bella ▪️der Stier ▪️Überleben▪️Erdäpfel▪️Leben allein in der Natur

Einerseits wunderschön und eindrücklich geschrieben. Ich konnte mit stellenweise sehr gut in die Protagonistin hinein versetzen und habe gefühlt neben ihr auf der Bank der Jagdhütte gesessen. Leider, leider aber war es für mich insgesamt zu wenig abwechslungsreich, zu wenig Handlung. Deswegen leider nur 3,5 ⭐️, obwohl ich gerne mehr gegeben hätte.
Ein kraftvolles und tröstliches Buch über das Aushalten und Gestalten von Wirklichkeit
Die Wand von Marlen Haushofer ist mir in einer Phase begegnet, in der ich für genau dieses Buch besonders empfänglich war. Ich war einige Tage mit einer schweren Grippe ans Bett gebunden, körperlich erschöpft, aus dem gewohnten Leben herausgenommen und auf einen sehr kleinen Radius zurückgeworfen. In einem Gespräch bei Sternstunde Philosophie hatte Elke Heidenreich den Roman empfohlen, und so habe ich mich für das Hörbuch entschieden. Gelesen wird es von Elisabeth Schwarz, deren Stimme mich mit einer großen Ruhe und Genauigkeit durch diesen Text getragen hat. Gerade in meinem Zustand hatte diese Art des Vorlesens etwas außerordentlich Wohltuendes. Zunächst gab es für mich allerdings eine gewisse Reibung. Ich hatte am Anfang durchaus Mühe, mich ganz in das Buch fallen zu lassen, weil die Ausgangslage in mir sofort einen anderen Impuls ausgelöst hat. Wäre ich plötzlich von einer unsichtbaren Wand eingeschlossen gewesen, hätte ich wohl zuerst alle denkbaren Versuche unternommen, sie zu zerstören, sie zu überwinden, über sie zu klettern, ihre Grenzen auszuloten und ihr mit Widerstand zu begegnen. Die Protagonistin verhält sich anders. Sie akzeptiert ihre Lage erstaunlich früh und richtet ihre Energie bald auf das Leben innerhalb dieser Gegebenheit. Gerade das hat mich zunächst irritiert. Mit der Zeit wurde mir jedoch klar, dass dieser Punkt für mich zwar ein logischer Fallstrick war, für das eigentliche Wesen des Buches jedoch weit weniger entscheidend ist. Die Wand entfaltet seine Kraft nicht aus einer minutiösen Plausibilisierung der Ausnahmesituation, sondern aus der inneren Bewegung, die aus ihr hervorgeht. Es geht um die langsame Einrichtung in eine radikal veränderte Wirklichkeit, um Fürsorge, Arbeit, Rhythmus, Wahrnehmung und um die Frage, wie ein Mensch unter entleerten Bedingungen dennoch eine Form von Beziehung zur Welt aufrechterhält. In dem Moment, in dem ich das zugelassen habe, konnte ich mich auch in diese neue Lage hineinbegeben und dem Buch auf eine sehr viel tiefere Weise folgen. Was mich dann besonders berührt hat, war das Lebensgefühl, das Haushofer aus einer objektiv trostlosen und fast aussichtslosen Situation gewinnt. Die Erzählerin erlebt Verlust, Einsamkeit, Frust und ein hohes Maß an Entbehrung, und doch entsteht aus ihrem Umgang damit etwas überraschend Klares und fast Tröstliches. Sie gibt ihrem Alltag Struktur, übernimmt Verantwortung, widmet sich den Tieren, der Nahrung, den Jahreszeiten, den kleinen Notwendigkeiten des Überlebens. Darin liegt eine stille konstruktive Kraft, die mich gerade während meiner Krankheit sehr erreicht hat. Ich habe dieses Buch nicht als düster empfunden, sondern in einer eigentümlichen Weise als hoffnungsvoll. Vielleicht lag genau darin auch die eigentliche Synchronizität dieser Lektüre mit mir selbst. Während ich selbst ans Bett gebunden war und mein Körper mir enge Grenzen setzte, hat mich dieses Buch in eine Existenzform mitgenommen, die aus Begrenzung keine bloße Verarmung macht. Es zeigt, wie im Kleinen dennoch Welt entstehen kann. Diese Haltung, dieser nüchterne und zugleich zähe Umgang mit Frustration, Müdigkeit und Realität, war für mich in diesen Tagen ungemein bereichernd. Der Roman entwickelt seinen Sog weniger aus dramatischen Ereignissen als aus Beobachtung, innerer Verdichtung und einer fast unspektakulären Konsequenz im Erzählen. Zusammen mit der sehr stimmigen Stimme von Elisabeth Schwarz ergibt sich daraus eine dichte und nachwirkende Hörerfahrung. Für mich war Die Wand in dieser Situation weit mehr als nur Literatur. Es war eine Begleitung durch einen Zustand der Einschränkung, und vielleicht gerade deshalb ein Buch, das mir auf sehr eindrucksvollen und nachhallende Weise Kraft gegeben hat.
„Die Wand“ war so ein Buch, bei dem ich eigentlich dachte: Das MUSS doch genau meins sein. Ich hatte schon vor etwa einem Jahr mal angefangen zu lesen, war damals aber irgendwie abgeschreckt und habe es erstmal aussortiert. Jetzt wollte ich dem Buch nochmal eine Chance geben und ehrlich gesagt war ich auch diesmal mehrmals kurz davor abzubrechen. Ich habe dann aber trotzdem durchgezogen. Mit dem Schreibstil der Autorin hatte ich dabei gar nicht unbedingt ein Problem. Mir war das Ganze einfach viel zu nüchtern und monoton erzählt. Dadurch blieb die Protagonistin für mich total unnahbar und ich konnte emotional überhaupt keine Verbindung zu ihr aufbauen. Das größte Problem war für mich aber, dass ich die ganze Zeit auf irgendeine Spannung oder Entwicklung gewartet habe… aber irgendwie kam da nichts. Selbst die eigentlich traurigen oder einschneidenden Momente wurden so sachlich beschrieben, dass bei mir emotional leider gar nichts ankam. Und ohne zu spoilern. Manche Dinge haben für mich einfach keinen wirklichen Sinn ergeben. Wirklich schade, weil die Grundidee eigentlich total interessant ist.
Ich habe "Die Wand" nun zum zweiten Mal gelesen. Das erste Mal vor ca. 20 Jahren und das zweite Mal jetzt im Rahmen einer kleinen Leserunde. Heute wie damals bin ich von diesem Buch fasziniert. Auch wenn ich das Handeln oder Nichthandeln der Protagonisten oft nicht nachvollziehen konnte. Marlene Haushofer hat es geschafft mit der Beschreibung des Lebens hinter der Wand eine beklemmende Stimmung aufkommen zu lassen, die mich nicht mehr losgelassen hat. Viele der klugen Gedanken habe ich mir markiert, denn über vieles was darin enthalten ist, habe ich mir bislang keine Gedanken gemacht. Ich liebe dieses Buch, weiss aber, dass viele es als langweilig und nichtssagend empfinden.
Ein intensiver Roman, der sich langsam unter die Haut schiebt.
Was würdest du tun, wenn plötzlich eine unsichtbare Wand die Welt von dir trennt? „Die Wand“ von Marlen Haushofer hat mich beim Lesen mehr herausgefordert, als ich erwartet hatte. Wir lesen den Bericht einer Frau, die hinter einer unsichtbaren Wand in der Natur gefangen ist, abgeschnitten von Zivilisation und Außenwelt. Mit einer Mischung aus Gleichmut und Resignation richtet sie sich in dieser neuen Realität ein. Ein sehr harter Bauernalltag bestimmt plötzlich ihr Leben und die Existent der Wand rückt für die Protagonistin zunehmend in den Hintergrund. Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Text: Über die namenlose Protagonistin erfährt man fast nichts, das Auftauchen der Wand wirkt abstrakt und ihre ruhige Akzeptanz der Situation erschien mir zunächst unrealistisch. Gleichzeitig wollte ich immer wieder zum Buch zurückkehren – aus Neugier, was es vielleicht noch für mich bereithält. Hätte ich dieses Buch nicht im Rahmen des Katapult-Buchklub gelesen, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen. Marlen Haushofers Sprache ist klar und zeitlos. Wiederholungen spiegeln den Rhythmus des Alltags und die Regeln des Überlebens wider, während kleine Einblicke in die Gegenwart der Erzählerin immer wieder Spannung erzeugen. Gleichzeitig stellt der Text große Fragen: über Gesellschaft, darüber, was es bedeutet, eine Frau zu sein – oder vielleicht auch, diese Rolle plötzlich nicht mehr erfüllen zu müssen. Themen wie Autonomie, Fürsorge, Menschlichkeit und Verantwortung ziehen sich durch die Geschichte. Irgendwann habe ich meinen Platz im Text gefunden – fast so, wie die Protagonistin ihren Platz hinter der Wand findet. Und dann dieses Ende. Obwohl Haushofer Hinweise streut, hat es mich völlig überrascht. Ich konnte danach kaum einschlafen und meine Gedanken haben noch lange um dieses Buch gekreist.

Spannend, intensiv und ziemlich nah dran
Die Wand hat mich von Anfang an gepackt. Die Geschichte ist spannend geschrieben und durch den intensiven Erzählstil fühlt man extrem mit der Protagonistin mit. Ihre Gedanken und Gefühle wirken sehr nah, fast so, als würde man alles selbst erleben. Besonders berührend fand ich, wie sie mit den Schicksalsschlägen umgeht und wie sich ihre Haltung und ihr Verhalten im Laufe der Zeit verändern. Ich war richtig drin in der Geschichte und wollte ständig wissen, was ihr als Nächstes passiert. Etwas gebremst hat meinen Lesefluss allerdings die fehlende Kapitelstruktur. Die großen Textblöcke wirkten stellenweise langatmig und haben das Lesen an manchen Stellen zäher gemacht. Trotzdem bleibt das Buch eindrucksvoll, intensiv und definitiv lesenswert.
Eine ergreifende Geschichte mit Tiefgang, die unheimlich bewegt und zum nachdenken anregt
Wow, was für ein Buch. Normalerweise komme ich nicht so gut damit zurecht, wenn es keine richtigen Kapitel gibt. Das hat mich in dem Fall aber überhaupt nicht gestört. Alles andere wäre dem Charakter des Berichts auch nicht gerecht geworden. Die Geschichte ist stellenweise sehr beklemmend, macht aber trotzdem Mut und Hoffnung. Ich habe das Buch verschlungen. Zu sehen, wie die Protagonistin sich in ihre neue Lebenssituation einfindet, täglich an den Herausforderungen wächst, manchmal auch scheitert und trotzdem wieder aufsteht, ist wirklich bemerkenswert. Es ist ein langsames, entschleunigendes Buch, in dem gar nicht so viel passiert, aber trotzdem so unheimlich viel gesagt wird. Eine absolute Empfehlung.
Eine Geschichte wie ein nicht enden wollender Traum
Ich kann total verstehen, dass es viele Menschen gibt, die das Buch nicht mögen und langweilig finden, weil einfach immer wieder lange Abschnitte kommen, wo nicht wirklich etwas (Neues) passiert. Ich persönlich fand diese Stellen aber beruhigend, fast meditativ. Eine Frau wird durch eine unsichtbare Wand von der restlichen Welt abgeschnitten und ist auf sich allein gestellt mitten im Wald und Gebirge. Erstmal klingt das nach dem Outdoor-Survival Traum. Irgendwie ist es das auch stellenweise, sie hat viele Tiere und kümmert sich um diese und auch um ihr Leben mit ziemlich viel Geschick. Über die Zeit werden die Tiere für sie lebenswichtig, vorallem als emotionale Stütze. Sie tut alles, damit es ihnen gut geht und hat somit keine Wahl was sie tut oder ob sie dieses Schicksal noch weiter ertragen will, sie muss, damit die Tiere am Leben bleiben. Es ist so stark wie klar sie ist und sich diesem Schicksal ohne Murren hingibt, weil für sie einfach nichts anderes in Frage kommt. Mehr Sinn im Leben kann man kaum haben, jede Entscheidung ist bereits getroffen und man agiert nur noch. Das kann etwas befreiendes haben. Aber natürlich ist dieses Leben hart, sie ackert sich beinahe tot und trotzdem scheint sie in sich zu ruhen in diesem neue Leben in der Natur und ihren tierischen Freunden. Ich fand das Bucht toll, weil es irgendwie ein realistisches Bild gezeichnet hat von jmd der wirklich allein auf der Welt ist, aber dennoch nicht einsam und einfach radikal akzeptiert wie ihr Leben sich auf einen Schlag geändert hat. Das hat mich aus irgendeinem Grund total fasziniert und berührt
Ich schreibe, um nicht den Verstand zu verlieren.“ So beginnt Die Wand :ein stilles, klares und gleichzeitig verstörendes Buch über Einsamkeit, Überleben und das Menschsein. Worum geht’s? Eine Frau verbringt Zeit in einer Jagdhütte. Am nächsten Morgen stößt sie auf eine unsichtbare Wand, die sie plötzlich von der restlichen Welt trennt. Jenseits davon: kein Leben mehr. Nur sie, ein Hund, eine Kuh und eine Katze. Und die Frage: Wie lebt man weiter, wenn man die letzte ist? Ich habe das Buch in einem Buddyread mit zwei anderen Leserinnen gelesen ,und dafür ist das Buch perfekt. Denn Die Wand ist definitiv ein Buch, über das man viel diskutieren kann. Man kann es irgendwo aufschlagen und direkt tief einsteigen ,jede Seite bringt Gedanken, über die man lange sprechen möchte. Mich hat besonders berührt, dass die Protagonistin nicht von der Wand träumt, sondern von dem, was davor war. Auch das Ende fand ich hart und unbefriedigend, aber irgendwie genau richtig. Besonders beeindruckt hat mich, wie genau Haushofer den Alltag beschreibt. In einem Interview sagte sie einmal: „Ich habe alles ausprobiert, was meine Heldin in diesem Buch tut.“ Und das merkt man. Es wirkt alles so greifbar und durchdacht. Und trotzdem habe ich so viele Fragen an sie.... Wäre das Buch heute erschienen, gäbe es bestimmt unzählige Interviews.
Zurecht ein Klassiker
Was bleibt übrig, wenn man nur noch mit sich alleine ist? Was ist noch wichtig? Was macht es mit dem Selbstbildnis, wenn keiner mehr da ist, der es spiegelt? Genau diese Fragen stellt „die Wand“, ein Buch dass mich oft an einen weiblichen Robinson Crusoe denken ließ, und einen leisen und doch damit sehr lauten feministischen Ton einschlägt. Was genau das für ein Roman ist, lässt sich schwer beschreiben. Dystopisch kommt er daher, durch die mysteriöse Wand, die die namenlose Ich-Erzählerin vom Rest der Welt abschneidet. Eine Naturerzählung, labt man sich an den Beschreibungen der Alpen, den Wäldern und der Alm und den Jahreszeiten die ruhig und gemächlich an uns vorbei ziehen. Und auch tief psychologisch, bei all den klugen Fragen nach dem Menschsein, die er aufwirft und so viel Raum für Interpretation lässt. Marlen Haushofer hat hier in den 60er Jahren ein Werk veröffentlicht, dass auch heute kaum an Aktualität verloren hat. Es beschreibt besonders die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, durch eine Frau, die sich erst wirklich findet, als sie alleine gegen die Wildnis kämpft, zusammen mit oder besonders auch für ihre Tiere. Sie entkommt erst ohne das enge Korsett der Gesellschaft ihren eigenen Erwartungshaltung und lebt nur in der Notwendigkeit des Hier und Jetzt. Es ist ein ruhiges Buch, ohne viel Handlung und mit viel Melancholie und auch Verlusten, die mich auch stellenweise sehr nach unten gezogen haben. Doch es ist auch ein Buch voller kluger Fragen und Erkenntnissen darüber, worauf es wirklich ankommt: Seine Chancen im Leben zu nutzen und das beste aus jeder Situation zu machen.
Faszinierend und besonders
Dies ist ein ganz eigenes Buch. Es handelt von einer Frau, die Verwandte in einer einsamen Jagdhütte in den Bergen besucht. Die Verwandten gehen abends aus und sie bleibt mit dem Hund zuhause. Am nächsten Tag entdeckt sie, dass ihr Tal von der Welt durch eine durchsichtige Wand abgetrennt ist. Sie ist auf sich allein gestellt und muss sich selbst versorgen und durchschlagen. Das Buch ist als Bericht aufgebaut. Detailliert führt die Frau ihre immer wiederkehrenden Tätigkeiten auf, Holz hacken, Kuh melken, Heu einbringen etc. Wieder und wieder. Monate vergehen. Jahre vergehen. Sie protokolliert auch wie sie sich selbst ändert, ihre Gedanken und Einstellungen zum Leben und zur Natur. Ich fand das Buch sehr einprägsam. Es beschäftigt mich und wühlt mich auf. Und macht mich wütend, dass sie sich so widerstandslos in dieses harte Leben fügt und sich dafür rechtfertigt ohne wirklich einen Ausweg zu suchen.
Ein ungewöhnliches Buch über eine Frau, die in einer plötzlich völlig veränderte Lebensrealität ihren Weg finden muss.
Die Geschichte hat mich sehr reingezogen. Die Protagonistin erzählt quasi rückblickend, was ihr widerfahren ist. Das ganze Mysterium um die Wand, der Umgang der Protagonistin mit der Situation und die eingestreuten, kurzen Hinweise auf das, was die Zukunft bringt, fand ich sehr gelungen. Insgesamt besteht das Buch hauptsächlich aus Alltagsschilderungen, die recht detailliert sind - für viele passend, für einige dröge, für mich mal so mal so. Zum Teil habe ich das Buch lediglich überflogen und dennoch alles mitbekommen, was passierte. Ich wollte mich auf das Tempo nicht so recht einlassen, weil dann ja eigentlich etwas unbegreifliches passiert und dann aber so viel so sehr begreifliches geschildert wird. Das hat mich ungeduldig werden lassen. Sehr gut haben mir die Stellen gefallen, in denen die Protagonistin über sich, ihre Situation, die Menschen und das Leben reflektiert. Vieles bleibt auch offen. Definitiv ein empfehlenswertes Buch, es sei denn man braucht Action und für alles eine Erklärung.
Seltsam, spannend und vielschichtig
Ich hatte keine Vorstellung, was mich erwartet, obwohl ich den Klappentext gelesen hatte. Das Buch ist als Bericht geschrieben, ohne Kapitel sondern eher als Stream of Consciousness. Es gibt tiefe Einblicke in die Psyche einer Frau, die aufgrund der „Wand“ gezwungen ist, mit einigen Tieren alleine im Wald zu leben. Ihre Reflexion dieser Situation sowie ihrem bisherigen Leben können wir in dem Buch verfolgen. Spannend, wenn auch seltsam. Aber ich konnte gar nicht aufhören weiterzulesen. Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen.
Apokalypse, aber anders. Großartiges Buch!
Wie? Ein Buch ohne jeglichen Dialog, dafür immer wieder Naturbeschreibungen? Ja. Und Haushofer hat das phänomenal umgesetzt. Dieses Buch hat mich umgehauen. Es ist eins meiner meistgelesensten Bücher und ich finde jedes Mal etwas anderes darin. Rein äußerlich passiert nicht viel, möchte man meinen. Eine Frau findet sich eingeschlossen hinter einer durchsichtigen Wand und lebt fortan ganz allein in diesem abgesteckten Areal in den Alpen. Was das für sie bedeutet, entwickelt sich nach und nach. Die Frau schreibt, so lange sie kann, was sie erlebt, wie sie empfindet. Das Leben in der Wildnis wird fern jeglicher Romantik beschrieben und gezeigt, die Naturbeschreibungen sind alles andere als langweilig und passen ganz wunderbar ins Gefüge. Und so sind wir hautnah dabei, wie ein Mensch, ganz auf sich gestellt, sich verändert. Was abfällt und was dazu kommt. Zivilisation versus Wildnis. Wo beginnt Kultur, wo endet sie? Muss sie überhaupt enden? Was ist eigentlich Kultur? Wer sind wir als Mensch? Wie lebt man mit der Natur, die so viel mächtiger ist als wir? Brauchen wir zwingend andere Menschen? Was fehlt, wenn wir allein sind, was tut uns am Alleinsein gut? Solche Fragen und noch viel mehr wirft dieses Buch auf und immer wieder bin ich ergriffen von der Klarheit und der sprachlichen Treffsicherheit der Autorin. Eines der besten Bücher, die ich je gelesen haben. Wenn nicht DAS beste.
Isolation, Natur, Verlust
Eine Frau wacht eines Morgens in einem Jagdhaus im Wald auf und ist durch eine unsichtbare Wand von der Welt abgeschottet. Ihre einzigen Gefährten: eine alte Katze, ein Jagdhund und eine Kuh, die sie im Wald findet. Zwischendrin gibt es weitere Tiere, die sie zu lieben lernt, jedoch schmerzlichst wieder verliert. Ein sehr langsamer, kleinschrittiger und ausführlicher Roman, der besonders die Anpassungsarbeit des Menschen in der Natur aufzeigt. Die Protagonistin arbeitet mit dem, was sie findet und setzt sich sehr wenig mit der Wand und ihrer Ursache selbst auseinander. Viel mehr versucht sie die Bedeutung der Wand zu reflektieren und findet sich mit ihrem Schicksal ab. Das Buch endet relativ offen und lässt mich etwas traurig zurück
"Ich werde alles so genau aufschreiben, wie es mir möglich ist. Aber ich weiß nicht einmal, ob heute wirklich der fünfte November ist. Im Lauf des vergangenen Winters sind mir einige Tage abhanden gekommen." (S. 17) Mit diesen Worten eröffnet Marlen Haushofers namenlose Erzählerin ihren Bericht und macht sofort deutlich, wie fragil Zeit, Ordnung und Realität in diesem Roman sind. Er begleitet eine Frau, die sich während eines Frühlingsausflugs mit einem Ehepaar über Nacht allein in ihrer Unterkunft, einer Jagdhütte, wiederfindet. Lediglich der Hund des Paares ist noch bei ihr. Doch als sie sich auf die Suche nach den beiden begibt, prallt sie gegen eine unsichtbare, undurchdringliche Wand. Diese trennt sie fortan von der Außenwelt, in der alles Leben erstarrt ist. Zunächst versucht sie, den Hergang dieser „Katastrophe“ zu rekonstruieren. Sie klammert sich an die „spärlichen Reste menschlicher Ordnung“, die ihr geblieben sind, doch bald merkt sie, dass das Grübeln keine Antworten liefert. Stattdessen beginnt sie, sich den neuen Umständen zu fügen. Sie macht die unsichtbare Begrenzung sichtbar, indem sie ihr Gebiet mit Zweigen absteckt und richtet ihr Leben neu ein. Neben dem Hund sind ihr eine Kuh und eine Katze geblieben. Haustiere, die nicht bloß Gefährten werden, sondern sie mit existenziellen Fragen an das Leben konfrontieren. Im Verlauf der Monate und Jahre entwickelt die Erzählerin eine immer tiefere Beziehung zur Natur. Sie lernt, sie zu lesen, ihre Arbeit nach Jahreszeiten, Wetter und Tieren auszurichten. Je nach Witterung wechselt sie zwischen der Jagdhütte im Tal und einer Almhütte, die sie auf ihren Erkundungen entdeckt, und widmet sich den anstehenden Aufgaben: Holz hacken, Tiere versorgen, Vorräte anlegen, mähen, sammeln. Ihr Leben wird asketisch, aber strukturiert. Die Emsigkeit des Alltags hält sie lange davon ab, sich dem Verlust ihres früheren Lebens zu stellen. Gleichzeitig formt sich ein grundlegender Gedanke heraus: „Was mich wirklich berührt, ist immer noch das gleiche wie früher: Geburt, Tod, die Jahreszeiten, Wachstum und Verfall.“ (S. 166) Dieser Kreislauf wird zum zentralen Thema ihres Daseins. Die Wand hat ihr zwar ein neues Leben aufgezwungen, doch im Kern wirft sie sie zurück auf das Wesentliche. Die körperliche Arbeit zwingt sie zu Entschleunigung, und aus dieser wächst eine Form von Frieden. Die Wehmut über ihr altes Leben bleibt, doch gleichzeitig fällt auch eine Last von ihr ab. Sie findet einen sinnstiftenden Platz inmitten der Natur, getragen von einem Rhythmus, der größer ist als sie selbst. In seiner ruhigen, meditativ wirkenden Erzählweise entfaltet der Roman eine außergewöhnliche Sogkraft. Die Einsamkeit wird dabei nicht zur Monotonie, sondern zum Raum für Erkenntnis. "Die Wand" ist kein dystopischer Überlebensroman im üblichen Sinne, sondern ein stilles, existenzielles Werk über Selbstbehauptung, Naturverbundenheit und das, was bleibt, wenn alles andere wegfällt. Die Wand erscheint dabei weniger als rein physisches Phänomen, sondern als das, was Haushofer selbst einmal einen „seelischen Zustand, der nach außen plötzlich sichtbar wird“ nannte. Ich glaube tatsächlich: Wer dieses Buch gelesen hat, versteht viel von dem, was wir über das Leben wissen müssen – über seine Zerbrechlichkeit, seine Klarheit und die Kraft, die aus Einfachheit entstehen kann. Das macht es nicht nur zu einem Herzens-, sondern zu einem echten Lebensbuch!
Hmm... I had a very strange relationship with this text: every day I genuinely looked forward to returning to the book... almost longed for the forest... but once I was back, I felt somehow lost, and I rarely found myself craving chapters or any anchor points as much as I did here. There is something special about this text, but I'm not sure whether "special" means "good." I suspect that it has to do with how the text communicates with the reader. So [b: The Wall |29367958|The Wall of Winnipeg and Me|Mariana Zapata|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1456774327l/29367958._SY75_.jpg|48358625] is a novel about a woman forced to live in isolation behind an invisible wall, published in... *double-checking my notes* ...1963?! The language is genuinely impressive in its timelessness and clarity. Then the wall is introduced, and I'm still undecided about whether it isn't simply a stylistic gimmick. Because the wall has no real impact on the protagonist: she barely questions it, nor does she feel any genuine urge to escape it. For her, the wall doesn't actually make much of a difference. Remove the handful of sentences about the wall, and what remains is essentially the daily log of a farmwoman living far from civilization, perpetually exhausted. But then the question arises whether there is something voluntary about the protagonist being behind the wall: "Perhaps the wall was just the last desperate attempt of a tormented person who had to break out, break out, or go mad. Among other things, the wall also killed boredom." I can't say the wall killed my boredom. The initially great prose simply fails to sustain itself over time. The sentences are clear, yes, but they are not stimulating: they just stand side by side and generate nothing between them. The daily routine is, admittedly, repetitive by design, but it is also simply not engaging. This is compounded by the fact that Haushofer immediately kills every tension: the symbiotic relationship with the animals was the element I found most compelling, and it had real narrative potential... but then she foreshadows everything. Why? I had just started to form a relationship. There is also barely any existential weight to it, because we know she survived and wrote the text. What bothered me most, I think, is that the text communicates very little with me. As a reader, I want to be involved... to be part of the book, to genuinely feel alongside the protagonist. Instead, I observe her as if through an invisible wall. But as a reader, I barely exist, cause other people don't exist for her. I'm still really torn by this book.
Ein gutes Buch, welches auf den falschen Leser trifft
Ich kann verstehen, warum dieses Buch so gute Rezensionen erhält und ich verstehe auch, was das Buch sagen will. Leider ist die Art und Weise, wie es transportiert wird, überhaupt nicht meins gewesen; viel zu monoton über den gesamten Teil des Werks, immer wieder das gleiche, mit nur geringfügigen und kleinen Spannungsbögen, welche sowieso nur durch dunkle Vorahnungen angekündigt werden. Ohne diese hätte ich das Buch abgebrochen. Und ja ich verstehe, warum es so erzählt wird und ja dadurch funktioniert es auch, aber für mich war das einfach nichts und ich musste mich leider regelrecht durchringen das Buch zu Ende zu lesen. Das Ende war dann leider auch Enttäuschung...
Ein entschleunigendes Buch, das Fragen über den Sinn des Lebens und der Existenz von Mensch & Tier aufwirft. Ich habe während dem Lesen viel Grübeln müssen. Es lässt einen gegen Ende sehr trostlos zurück und ich hätte mir mehr Hoffnung und Sinn gewünscht. Aber ich denke das Buch musste mit einer sinnlosen Tat enden und die vielen Warums unbeantwortet lassen.
Kannst du alleine (über)leben?
Eine Frau ist mit einem befreundeten Paar auf einer Jagdhütte in den Bergen. Eines Tages wacht sie auf und findet sich angeschlossen von einer unsichtbaren Wand. Eine Wand, die irgendwie da ist und somit das ganze Leben von ihr abtrennt, in einem Radius, in dem sie sich gut bewegen kann, aber keine Menschenseele begegnet. Nur Tiere und sie. „Gleichzeitig kam mir das Bewusstsein abhanden, eine Frau zu sein.“ Das Buch habe ich aufgrund der großen Empfehlung von gelesen. Grundsätzlich passiert in dem Buch nichts. Frau begleitet die Frau bei ihren Gedanken und ihrem Leben alleine mit ihren Tieren. Sie fing an, alles aufzuschreiben, was sie so denkt und erlebt. Ihre Tiere werden ihre Familie. Sie fühlt sich verantwortlich für sie, arbeitet jeden Tag, ernährt sich alleine, baut sich eine Umgebung auf, in der sie alleine überleben kann. Für viele daher auch ein feministischer Roman. Lange verdrängt sie die Gedanken, was ist, wenn sie niemand findet. Sie vermisst ihre Familie, ihre Kinder. Alles rückt aber schrittweise in den Hintergrund. Teilweise war es wirklich langweilig. Frau erfährt durch Zeitenwechsel ab und an, dass irgendwann etwas schlimmes passiert, was dann am Ende auch erzählt wird. Ganzheitlich gesehen steht das Buch aber für so viel. Für eine Frau, die alleine zurecht kommen muss. Es ist wichtig zu wissen, dass die Autorin das Buch 1963 herausgebracht hat. In einer Zeit, in der eine Frau nicht alleine klar kommen musste, da der Mann viel übernommen hat. Marlene Haushofer hat sich damals schon sehr abgehoben, in dem sie gearbeitet und geschrieben hat. Die Frau lebt mit den einfachsten Mitteln, kein Konsum. Ihr sind irgendwann ihre Klamotten und ihr Aussehen egal und trotzdem überlebt sie. Die Frage, was braucht der Mensch wirklich, um zu leben, begleitet einen beim Lesen. Es geht um eine Frau, die sich von den traditionellen Rollen einer Frau befreien muss. Es geht um die Themen Depression, Überlebenswillen und Isolation. Sensationell, wie viele Themen in so einer einfachen Geschichte verarbeitet sind. Tolles Buch, aber man muss genauer hinsehen und verstehen, warum frau es liest aufgrund des sehr monotonen Inhalts. Danke für die Empfehlung!
Allein. Und doch voller leiser Entschlossenheit, weiterzumachen.
Eine Frau wacht in einer Berghütte auf und merkt, dass eine unsichtbare Wand sie von der Welt trennt. Alles dahinter ist erstarrt und tot. Plötzlich völlig allein, klammert sie sich an das, was bleibt: Hund Luchs, Kuh Bella, Kater Tiger und später das kleine Kätzchen Perle... Aus Angst wird Routine, aus Verzweiflung wird Stärke. Sie lernt zu säen, zu melken, zu jagen – nicht nur, um zu überleben, sondern um für ihre Tiere zu sorgen. Diese kleinen Leben werden zu ihrer Familie, zu ihrem Sinn. Als ein fremder Mann auftaucht ändert sich so vieles – nicht aus Hass, sondern aus Schutz. Am Ende bleibt sie zurück, erschöpft, traurig, aber ungebrochen. Eine Story, die haften bleibt! Allein. Und doch voller leiser Entschlossenheit, weiterzumachen
✨️Highlight
📚 Inhalt Eine Frau, ihre Cousine und deren Mann wollen ein paar Tage im Jagdhaus im Wald verbringen. Die Cousine und der Mann gehen am Abend auswärts, die Frau bleibt alleine in der Jagdhütte zurück. Am nächsten Morgen ist niemand zurück gekommen. Zusammen mit dem Hund «Luchs» macht sie sich auf den Weg ins Dorf. Zu Fuss, denn der Mann hat die Autoschlüssel mitgenommen. Plötzlich heult der Hund auf und schreckt zurück. Die Frau kann nicht erkennen, was ihm zugestossen ist. Bis sie selbst gegen eine unsichtbare Wand stösst. Diese Wand blockiert ein Weitergehen. Die ersten Tage erforschen die Frau und der Hund gemeinsam ihre neue Welt und deren Grenzen. Sie entdecken, dass jegliches Leben auf der anderen Seite der Wand scheinbar ausgelöscht wurde. Nur tote Tiere und leblose Wiesen, Wälder und Felder. Nach und nach bringt sich die Frau die wichtigsten landwirtschaftlichen Handgriffe bei um zu überleben. Sie findet eine Kuh und eine Katze. Und plötzlich lebt sie mit ihren Tieren alleine im Wald und muss ihr Überleben und das der Tiere sichern. 📖 Meinung Wow, ich bin wirklich begeistert. Man mag denken, die Geschichte der namenlosen Frau klingt langweilig, im Grunde passiert ja «nichts». Aber schon nur der Gedanke, plötzlich alleine in einem Jagdhaus gefangen zu sein, finde ich persönlich furchteinflössend. Ich selbst weiss viele Dinge nicht, die mich hätten überleben lassen und auch die Protagonistin kann nicht gerade als Naturliebhaberin bezeichnet werden. Durch Geduld, Bauernkalender und Überlebenswille schafft sie es, sich und ihre Tiere mit dem nötigsten zu versorgen. Die Autorin beschreibt das einfaches, aber beschwerliches Leben mit einer solchen Wortgewandtheit, dass jeder Satz an der richtigen Stelle steht und jedes Wort das auslöst, was es sollte. Ich konnte mir die Umgebung, den Tagesablauf und die Tiere allesamt bildlich vorstellen. Durch die detaillierten Beschreibungen ist man mitten in der Geschichte und fühlt alles mit der Protagonistin mit. Ich konnte ihre Gefühle, Gedanken und Handlungen meistens nachvollziehen und mich in sie hineinversetzen. Ich möchte nur kurz das Ende ansprechen und versuche es möglichst ohne Spoiler zu machen: Luchs’ Tod wird fast von Beginn an immer wieder angesprochen und ich habe auf das dramatische Ereignis gewartet. Ich habe mir verschiedene Szenarien überlegt, die passieren könnten: haben sie nicht mehr genügend zu essen? Ist der Hund einfach alt? Stirbt er an einer Infektion? Das tatsächliche Ende hat mich dann wirklich sehr überrascht und ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Irgendwie war ich noch nicht bereit dafür, dass die Geschichte endet. Aber es war genau der richtige Zeitpunkt. Wer «Die Wand» noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen. Dieses Buch bleibt im Gedächtnis.
"Die Wand" von Marlen Haushofer ist ein stilles, eindringliches Buch über eine Frau, die von einer unsichtbaren Wand von der Welt abgeschnitten wird – und über das Überleben in absoluter Einsamkeit. Die österreichische Autorin Marlen Haushofer (1920–1970) veröffentlichte den Roman 1963, zu einer Zeit, in der weibliche Lebensrealitäten und innere Konflikte selten literarisch sichtbar gemacht wurden. Ihr Werk wird heute vielfach als feministischer Klassiker gelesen. Worum geht’s? Die namenlose Ich-Erzählerin fährt mit Freund:innen in eine Jagdhütte in den Alpen. Am nächsten Morgen ist die Welt jenseits einer unsichtbaren Wand, die plötzlich auftaucht, wie versteinert. Menschen und Tiere jenseits dieser Barriere sind offenbar tot. Von der Außenwelt abgeschnitten, beginnt die Frau ein Leben in völliger Isolation – mit nur einer Kuh, einer Katze und einem Hund an ihrer Seite. In einem Bericht, den sie auf Papier festhält, beschreibt sie ihren Überlebenskampf, ihre Gedanken und ihr allmähliches Ankommen in einem neuen, entmenschlichten Dasein. Meine Meinung „Die Wand“ hat mich gleichzeitig fasziniert und abgestoßen. Haushofer beschreibt die Einsamkeit in so nüchterner Sprache, dass sie fast körperlich spürbar wird. Die Erzählung ist völlig entromantisiert – die Natur ist nicht schön oder grausam, sondern schlicht da. Das hat mich beeindruckt, aber auch ermüdet. Sprachlich fand ich den Text monoton, aber stimmig. Die Tagebucheinträge sind schnörkellos, fast emotionslos, was die emotionale Kälte der Situation unterstreicht. Besonders bedrückend fand ich, wie die Ich-Erzählerin ihre Menschlichkeit zunehmend verliert. Sie lebt nicht mehr, sie funktioniert. „Ich lebte nicht, ich arbeitete.“ (S. 91). Auch ihr Verhältnis zu den Tieren wird zunehmend pragmatisch, ja hart – etwa wenn sie den Tod des Hundes als Erleichterung empfindet. Berührend sind die wenigen Momente echter Nähe: ihre Sorge um die Kuh oder die kleine Katze, das Aufblitzen von Zärtlichkeit im sonst so trostlosen Alltag. Der Moment, in dem sie den fremden Mann erschießt, ist dennoch schockierend – und zeigt, wie sehr sich ihr Wertesystem verschoben hat: „Ich habe den Mann getötet. Ich musste.“ (S. 197). Es ist eine nüchterne, fast gleichgültige Feststellung. Das Buch ist eine existenzielle Studie über Einsamkeit, Verlust und das Verstummen. Viele Passagen wirkten auf mich beklemmend aktuell – gerade in Zeiten, in denen Isolation plötzlich real wurde (Corona). Und doch blieb ich emotional auf Distanz. Vielleicht, weil die Erzählung so konsequent auf Innerlichkeit fokussiert ist. Vielleicht, weil es keine Entwicklung, keine Hoffnung gibt. Der letzte Satz: „Ich hoffe, sie kommt bald, denn ich will nicht mehr warten.“ (S. 223) hallt nach – als stiller Ruf nach Erlösung. Fazit Ein bedrückendes, gedankenreiches Buch, das aber emotional schwer zugänglich bleibt. Sprachlich kraftvoll, aber monoton – ich bewundere die Konsequenz, konnte aber keinen echten Lesegenuss empfinden. Deshalb muss ich - trotz der Bedeutsamkeit dieses Textes für die Literaturwelt - 2 von 5 Sternen geben. Leider hatte ich auch nicht die Zeit, mich dem Werk angemessen zu widmen, da sehr viel auch zwischen den Zeilen steht.
Der Inhalt ist erstmal ziemlich simpel: Eine Frau mittleren alters macht Urlaub auf einer Jagdhütte. Am ersten Morgen wacht sie auf, alleine bis auf einen Hund und stellt fest das die Jagdhütte von einer Durchsichtigen Wand umgeben ist - sie kann sie nicht überqueren und auf der anderen Seite ist alles eingefroren. Jetzt ist sie auf sich alleine gestellt, es gibt nur sie und die Tiere.
Es hat mir eigentlich wirklich gut gefallen. Man kommt verhältnismäßig schnell durch die Seiten, persönlich ohne Langeweile obwohl doch nie wirklich viel passiert. Es gibt nicht einmal zwischenmenschliche Interaktionen und doch ist es ein Portrait der heutigen Zeit und Welt… Leider hatte ich nicht die Zeit mich sehr ausgiebig mit all den Motiven des Romans auseinanderzusetzen (was auch ein Motiv des Romans zu sein scheint: man konsumiert und konsumiert aber wichtig erscheint nichts davon) aber genossen habe ich es trotzdem. Vielleicht auch einfach wegen meiner fehlenden Zeit wurden es keine fünf Sterne für mich. Es ist eben wirklich schwer diese Lebensweise umzustülpen ohne eine Wand und vielleicht bin ich nicht der Mensch für diese exakte Lebensweise oder noch zu jung und so fehlt mir das Leben das die Protagonistin schon gelebt hat. Klare Leseempfehlung wenn man Zeit hat über das gelesene nachzudenken und darüber zu sprechen denn wir habe noch diese Möglichkeit.
Großartiges, fesselndes Buch über eine Frau, die durch eine mysteriöse Wand von allen Menschen getrennt mit ein paar Tieren in den Bergen ums Überleben kämpft. Vielleicht ist sie die einzige menschliche Überlebende eines Supergaus? Es wird nicht alles aufgelöst in diesem Rätsel, was mich aber gar nicht stört, denn so denke ich noch etwas länger nach über diese Frau und ihre Kraft. Unglaublich guter, fließender Schreibstil, der wahrlich keine Kapitel braucht. Erinnert in gewisser Weise an Robinson Grusoe.
Melancholisch, philosophisch und fantastisch! Eine besondere Autorin mit einem besonderen und vor allem zeitlosen Werk 📖
,,Die Wand“ von Marlen Haushofer hat mich mehr berührt, als ich dachte. Es geht um eine fiktive Geschichte, die der Protagonistin widerfahren sein soll. Mystisch, fantastisch und philosophisch zugleich. Eine Frau möchte mit ihrer Cousine und ihrem Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Als sich das Paar auf dem Weg zum nächsten Dorf macht, um ein paar Besorgungen zu erledigen, kehrt es nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen bemerkt die Protagonistin, dass das Paar nicht mehr zurückkommt und macht sich selbst auf den Weg. Auf einmal stößt sie gegen eine unsichtbare Wand und die wenigen Menschen die sie dahinter erkennen kann, scheinen wie eingefroren zu sein. Sie begibt sich auf Erkundungstour und entdeckt, dass es kein entkommen von der Wand gibt. Nun beginnt ein Alltag einer einsamen Frau, die sich allmählich mit den Tieren anfreundet - ein Hund, mehrere Katzen, eine Kuh und ein Stier. Luchs, Perle, Tiger und Stier. Die Atmosphäre im Buch ist düster, melancholisch, traurig, aber auch von einigen Lichtblicken umgeben. Ich hatte während des Lesens das Gefühl wie in Trance zu sein. Die detaillierten Beschreibungen der Natur, des Alltags der einsamen Frau und des Zusammenlebens mit den Tieren, waren für mich wahnsinnig gut beschrieben. Ich konnte das Buch nicht an einem Stück lesen und wollte es gerne noch in diesem Jahr beenden. Das Ende hat mir nochmal gewaltig die Tränen in die Augen getrieben, aber ich kann sagen, es hat sich gelohnt. Ja an manchen Stellen zieht es sich sehr, aber dieser undefinierbare Sog während des Lesens und das Gefühl von meditativen Zuständen sowie all die Gedanken, die mich wohl noch länger begleiten werden, hat sich doch jede einzelne Zeile dieses Buches gelohnt. Wie würden wir wohl reagieren und Leben, wenn wir abgeschnitten sind von allen anderen Menschen? 1963 verfasst und vermutlich ein zeitloser Klassiker der es in sich hat 📖

Wow! Was ein Buch, so leise, so eindrücklich, so voller Emotionen, die so nüchtern daherkommen…
Eine Frau, allein im Wald, der Rest der Menschen ist wahrscheinlich tot… Ein Kampf ums überleben, ums nicht verrückt- werden, um die Tiere, die zur Familie und Freunden werden. Ein unfassbar gut geschriebenes Buch, welches ich sicher nochmal lesen werde! „Schon heute bin ich ja nicht der Mensch, der ich einmal war. Woher sollte ich wissen, in welche Richtung ich gehe? Vielleicht habe ich mich schon so sehr von mir entfernt, dass ich es gar nicht mehr merke.“
Vom Lese-Frust zum Meisterwerk⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Der Plot: Stell dir vor, du wachst in einer Jagdhütte in den Alpen auf und die Welt, wie du sie kennst, ist weg. Eine plötzlich auftauchende, unsichtbare Wand schneidet eine Frau radikal von der Zivilisation ab. Dahinter: alles Leben erstarrt. Davor: der nackte, einsame Kampf um das physische und psychische Überleben, nur begleitet von einer Handvoll Tieren. Meine Kritik: Ich bin ehrlich: Als ich die letzte Seite gelesen hatte, war ich erst einmal frustriert. Ich habe auf den großen Knall gewartet, auf eine Erklärung für die Wand oder eine spannungsgeladene Wendung. Stattdessen liefert Marlene Haushofer „nur“ einen nüchternen Bericht über den harten Alltag in der Isolation. Keine Action, keine Auflösung – ich war sogar ein bisschen sauer. Doch dann geschah das Unerwartete: Die Geschichte hallte so unglaublich krass in mir nach. Erst mit der Zeit verstand ich, dass die fehlende Aufklärung kein Mangel ist, sondern die größte Stärke des Buches. Es zwingt einen dazu, die Stille auszuhalten. Die Wucht dieser Erzählung entfaltet sich nicht beim Lesen, sondern im Nachdenken darüber. Es braucht keine Action, um tief zu erschüttern. Das hat mich tief beeindruckt. Die Message: Dieses Buch zeigt uns: Selbst wenn die Welt, wie wir sie kennen, aufhört zu existieren und wir alles verlieren, was uns lieb war, bleibt ein Kern in uns übrig, der WEITERMACHT. Ein Sinn, der nicht in großen Worten liegt, sondern in der täglichen Verantwortung und der stummen Treue zu den Lebewesen an unserer Seite. Fazit: „Die Wand“ ist ein absolut einmaliges Erlebnis. Ein einzigartiges Buch, das völlig zu Recht ein Klassiker ist. Wer auf Antworten hofft, wird enttäuscht – wer sich auf die psychologische Tiefe einlässt, wird belohnt.

Die Wand von Marlen Haushofer aus dem #Listverlag ⛰️ Aufeinmal ist eine Frau durch eine Glaswand von der Außenwelt abgeschnitten. Nur Sie und der Hund. . Zurück zur Natur, um zu überleben. Dinge werden wichtig und andere Sachen unwichtig. Und über allem schwebt die Frage, was ist passiert? Warum ist dort eine Wand? . Das Buch wurde ca. 1968 geschrieben und war in der damaligen Zeit bestimmt anders als heute zu lesen. . Der Schreibstil meiner Ausgabe war flüssig und gut zu lesen. Such bin ich nicht über „alte“ Wörter oder Bezeichnungen gestolpert. . Irritiert hat mich, dass es keine Kapitel oder Absätze gibt. Es ein Bericht mit über 200 Seiten ohne echte Gliederungen. Die Protagonistin erzählt ihre Geschichte und geht eigentlich Chronologisch vor. Aber hin und wieder greift sie vorweg und so weiß der Lesende eigentlich fast alles schon vorher. . Auf der Alm zu leben und diese zu bewirtschaften ist ein Knochenjob, aber teilweise auch zäh zu lesen. Wenn drei Tage die Sense geschwungen wird, dann wird es halt auch mind. 3 mal erzählt und beschrieben. . Erinnert mich an „der alte Mann und das Meer“ aber mit mehr Potenzial. (Hier wird halt nicht nur geangelt und gewartet) . Ich hätte mir einen Tick mehr erhofft. Fand es auch ganz „nett“ … aber es wird nicht eins meiner wichtigsten Bücher. Da ist der alte Mann und das Meer kürzer und andere Dystopien interessanter. Auch ihre Entwicklung hat mich nicht so mitgenommen. . Schwanke zwischen 3 und 4 Sternen ⭐️ .
So richtig erreichen konnte es mich leider nicht
"Die Wand" war lange Zeit auf meiner Leseliste und ist jetzt das erste Buch, das ich 2025 beendet habe. Im großen und ganzen hat es mir gut gefallen. Die Ich-Erzählerin war mir sympathisch und ich mochte das Setting der Geschichte sehr. Es ist ein Tatsachenbericht, den die Ich Erzählerin schreibt und damit frei von Beschönigungen und Schnörkel ist. Der Hauptfokus der Geschichte liegt auf der Selbstversorung der Protagonistin und wie sie Kartoffeln anbaut, Holz hackt und sich mit verschiedenen Tieren anfreundet, wie Luchs dem Jagdhund, der Kuh Bella und der Katze. So ganz konnte mich das Buch aber nicht erreichen, da mir persönlich die Beschreibung des Innenlebens der Protagonistin zu kurz kamen. Man merkt, dass sie ein tiefsitzendes Trauma hat, aber so ganz greifen kann man es nicht. Auch dass sie von Familie und Angehörige getrennt ist, auch von ihren Kindern, scheint sie nicht zu unbeeindrucken. Sie nimmt die Situation als gegeben hin, schmiedet zwar Fluchtpläne, setzt aber keinen davon um. Schlussendlich denke ich, dass ich das Buch einfach nicht verstanden habe. Aber ich weiß, dass ich noch lange darüber nachdenken werde und das macht ein gutes Buch letztendlich doch aus.
Marlen Haushofers "Die Wand" ist ein leises, aber sehr kraftvolles Buch. Die namenlose Erzählerin berichtet in einer einfachen, mitunter nüchtern wirkenden Sprache, die dennoch eine tiefe Wirkung entfaltet. Die Natur wird in diesem Roman zur großen Gegenspielerin und Verbündeten zugleich: mal bedrohlich, mal schützend, mal Gefängnis, mal Freiheit. Während die Erzählerin hinter der unsichtbaren Wand von dem Rest der Welt abgeschnitten ist, wächst sie in ein neues Leben hinein, das sich ganz auf das Hier und Jetzt konzentriert. Was wie ein Albtraum beginnt, lässt die Erzählerin schließlich Frieden finden – getragen von der Fürsorge für die Tiere, mit denen sie zusammenlebt. Besonders die Beziehung zu Bella und Luchs zeigt eine Form von gegenseitigem Aufeinanderangewiesensein, die weit über eine Zweckgemeinschaft hinausgeht. Auch wenn die Erzählerin keine besonders sympathische Figur ist, ist sie mir in ihrer Hingabe für die Tiere und ihren klugen Reflexionen im Verlauf des Buches sehr ans Herz gewachsen. Haushofers Roman ist dabei mehr als reine Überlebensgeschichte und Apokalypse: Er hinterfragt unsere Vorstellungen von Zeit, Konsum, zwischenmenschlichen Beziehungen und das Verhältnis von Mensch und Natur. Ein Buch, das lange nachhallt – leise, aber eindringlich.

Beklemmend
Irgendwie mag ich das Buch obwohl es oft das immer gleiche beschreibt. Es hat die ganze Zeit über so eine Melancholy. Es passiert nicht wahnsinnig viel aber ist trotzdem interessant. Schwer zu erklären. Ich finde für das Buch nicht die richtigen Worte. Es ist zumindest ein hartes Leben was die Hauptfigur hat. Ich hätte das alles so nicht hin bekommen. Man macht sich doch recht viele Gedanken, fast schon mehr als die Hauptfigur selbst, aber das vielleicht als Eigenschutz von ihr. Zumindest will ich jetzt unbedingt die Verfilmung sehen, ich will sehen, wie man das Buch in einem Film rüber bringt. Nachtrag: Das Buch hallt doch länger nach als gedacht und entfaltet sich bei mir erst später in den Gedanken. Kommt aufjedenfall auf meine Liste der Lieblingsbücher
Spannend, verwirrend und bedrückend
Mir fällt eine Rezension zu dem Buch recht schwer. Es hat sich gelohnt das Werk zu lesen und es hat definitiv seine schönen Seiten. Jedoch bin ich auch verwirrt und kann die Protagonistin an einigen Stellen nicht nachvollziehen. Die Beziehungen die sie führt sind wunderschön und ich respektiere ihre Entscheidungen und die Art wie sie lebt. Im Mittelteil wurde es etwas langatmig aber das ist wirklich keib Grund das Buch nicht zu lesen. Dennoch, ich wusste nicht ganz was mich erwartet und irgendwie kamen mir ein paar Sachen zu kurz. Was mich am meisten verwundert hatte, waren meine ausgebliebenden Tränen obwohl das Geschilderte doch so absolut traurig ist.
Tiefgründig... langatmig... faszinierend... anders!
Ich hatte einige gute Rezessionen über dieses Buch gelesen. Ich weis auch gar nicht wie es den Weg in mein Bücherregal gefunden hat... aber ich wollte es lesen. Der Anfang hat mich gut abgeholt und es war auch recht interessant und fesselnd am Anfang. Danach wurde es doch recht eintönig. Ich bewundere die Schreibweise und die Art des Erzählens mit den gewöhnlichen Abläufen und Routinen die erzählt wurde. Immer wieder zwischendurch wurde etwas angeteasert was passieren wird, was das ganze doch spannend gemacht hat und man weiter lesen wollte. Ab 2 Drittel hab ich aber immer öfter längere Pausen beim lesen gemacht, weil es mich nicht ganz so gepackt hat. Dennoch wollte ich wissen wie es ausgeht. Ich war etwas erschrocken und überrascht vom Ende. Das hätte ich so nicht erwartet... aber es war auch ein ernüchterndes Ende irgendwie. Finde das Buch ist schwer zu beschreiben. Aber es ist tiefgründig und lässt einen über viele Dinge nachdenken und sie auch mal von einem anderen Blickwinkel sehen.

Eine nette Erzählung, mehr nicht
„Die Wand“ von Marlen Haushofer ist ein eindringlicher Roman über Isolation und das Überleben in der Natur. Die Geschichte einer Frau, die plötzlich von einer unsichtbaren Wand von der restlichen Welt abgeschnitten wird, ist faszinierend und tiefgründig. Zumindest für viele andere - für mich allerdings nicht. Für mich war es einfach nur eine nette Erzählung einer Frau mit viel Durchhaltevermögen. Mehr nicht. Sehr schade, ich hatte hohe Erwartungen.

Von Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ hab ich vielleicht etwas anderes erwartet und doch haben sich die gewünschten Gefühle und Eindrücke eingestellt. Nicht nur Angst und Bedrohung sind Begleiter, während man Zeile für Zeile aufnimmt, sondern auch Sehnsucht nach Ruhe, nach Erdung, nach absoluter Stille. Ich kann es komplett unterschreiben, dass es eines dieser Bücher ist, die einen für immer begleiten. Die Protagonistin verliert nach einer Nacht ihre Urlaubsbegleiter und ist zusammen mit ein paar Tieren vom Rest der Welt abgeschnitten. Im Roman passiert nicht viel. Aufstehen, arbeiten, schlafen, aufstehen, arbeiten, schlafen. Routinen sind nicht immer nur Routinen, selbst der Wald und die Berge sind nicht immer das, für was man sie hält. Selbst in dieser Idylle lauert etwas Unvorhergesehenes. „Es war fast unmöglich, in der summenden Stille der Wiese unter dem großen Himmel ein einzelnes abgesondertes Ich zu bleiben, ein kleines, blindes, eigensinniges Leben, das sich nicht einfügen wollte in die große Gemeinschaft. Einmal war es mein ganzer Stolz gewesen, ein solches Leben zu sein, aber auf der Alm schien es mir plötzlich sehr armselig und lächerlich, ein aufgeblasenes Nichts.“

Hat mich etwas ratlos zurückgelassen
Die Wand von Marlen Haushofer hat mich ziemlich nachdenklich gemacht. Es geht um eine Frau, die plötzlich von der Welt durch eine unsichtbare Wand abgeschnitten wird und völlig allein in der Natur überleben muss. Was mich echt beeindruckt hat, ist, wie man sich direkt in sie hineinversetzen kann. Diese Einsamkeit und das langsame Annehmen ihrer Situation fühlen sich so echt an, als würde man das selbst durchleben. Am Ende bleibt vieles unklar, was mich erstmal ratlos gemacht hat, aber irgendwie hat es trotzdem ein gutes Gefühl hinterlassen – fast wie ein stiller Frieden. Das Buch zeigt, wie stark man sein kann, auch wenn man völlig auf sich allein gestellt ist.























































