Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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Description
«Siehst du, Mascha, ich bin deinem Rat gefolgt: Ich war klug und hielt mich an Wunder.» Und es ist ja auch ein Wunder, dass Elisa ihr katastrophales Leben bisher immer noch gemeistert hat. Sie erzählt der von ihr so bewunderten Dichterin Mascha Kaléko leicht von schwierigen Dingen, von ihrer Zeit im Heim, obdachlos auf der Kölner Domplatte, immer auf der Suche nach Geborgenheit, die sie lange nur in Büchern fand. Aber auch von ihrer unbedingten Sehnsucht nach Liebe, von ihrer Vorliebe für kleine Reetdachhäuser, für schaumigen Cappuccino, für Bücher, von Männern, von Freundschaft und vor allem davon, dass alles möglich ist. Eine literarische Liebeserklärung an eine große Dichterin und an all die Wunder, die das Leben bereithält.
«Ein Buch übers Nachhausekommen – so zauberhaft, brutal, schonungslos und liebevoll wie kein zweites.» Alena Schröder
Book Information
Author Description
Sarah Lorenz wurde 1984 in Eckernförde geboren, lebt und schreibt auf St. Pauli. Sie ist gelernte Buchhändlerin und studierte Soziale Arbeit. Für die taz schrieb sie die Kolumne PMS-Ultras. Im Internet bringt sie unter dem Pseudonym Buchi Schnubbel allabendlich eine Kleinstadt an Menschen zu Bett (über 21.000 Follower). «Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken» ist ihr Debütroman, der auf der Shortlist für den Debütpreis des Buddenbrookhaus stand.
Characteristics
9 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
"M" der A-Z Challenge "Gesprächs-, Familien- und Bewegungstherapien hatte das große kalte Haus im Angebot. Aber bei Tränen gab es nur Taschentücher, keine Arme, keine Gespräche." "Auf ein Trotzdem folgt immer Widerstand, Widerspenstigkeit, ein Aufbegehren, ein Weitermachen. Das passt zu mir, und zu dir, Mascha, da passt das auch. Leben ist das, was auf das Trotzdem folgt." "Natalies Herz ist eine gemütliche Wohnküche, in der grad Milch im Henkeltopf heiß gemacht wird und Kekse zum Dippen auf dem Holztisch bereitstehen." "Manchmal, wenn ich nicht einschlafen kann, besuche ich meine Kindheit. Dann besuche ich den Ort, den ich die Geborgenheit der frühen Jahre nenne. Die gab es nämlich auch." "Der Mensch, bei dem ich mich am allersichersten auf der Welt gefühlt habe, ist zu dem Menschen geworden, den ich am meisten fürchte." Über die Mutterliebe, die so umarmend und bedingungslos war und unbegreiflicherweise plötzlich verschwunden ist. Über Freundschaften, vergangene und gebliebene. Über das Verlieben, in die Falschen und in den Richtigen. Über das Vermissen und der Suche nach Liebe. Über falsche Vorbilder und Lebensziele. Und über die Kraft, nicht aufzugeben. "Siehst du, Mascha, ich bin deinem Rat gefolgt: Ich war klug und hielt mich an Wunder." Was für ein Buch! Tiefgründig und poetisch erzählt Elisa in einem fiktiven Gespräch mit der Dichterin Mascha Kaleko ihre harte und oft aussichtslose Lebensgeschichte. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha Kaleko und hat mich neugierig auf mehr gemacht. Ich habe mir einen Gedichtband besorgt und synchron dazu gelesen. Von mir gibt's auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐🫶🏽
Ich finde die Idee, die Gedanken der Protagonistin mit denen der Dichterin Mascha Kaleko zu verbinden sehr gelungen. Es gibt viele außergewöhnliche Sätze, die man sich am liebsten alle notieren möchte in dem Buch. Mir war der Roman aber irgendwann zu hart, ich konnte es stellenweise nicht mehr lesen. Die Thematik ist auf jeden Fall wichtig, die Kritik an den Hilfestellen notwendig.Es fiel mir zeitweise schwer, mich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Insgesamt ein besonderes und auch wichtiges Buch, aber nicht wirklich meins.
Pathetisch und selbstreferentiell
Und mal wieder bin ich reingefallen. Ich habe das Buch gelesen, weil es von vielen Frauen, deren (literarische oder aktivistische) Arbeit ich sehr schätze, extrem supported wurde. Auf dem Buchrücken empfehlen Alena Schröder und Margarete Stokowski das Buch in den höchsten Worten. Leider ist das Buch schlecht. Es tut mir leid, ich kann es nicht anders sagen. Gleichzeitig ist es mir unangenehm, das so geradeaus zu sagen, denn es handelt sich offensichtlich um eine Autobiographie (ich fürchte, man kann hier kaum mehr von Autofiktion sprechen). Und natürlich bekommt man daher beim Lesen Mitleid mit der Autorin. Das Buch liest sich inhaltlich als Abrechnung mit der eigenen Mutter und mit früheren Liebhabern. Es ist aus der Perspektive einer mittelalten Frau mit Borderline Störung geschrieben, was wahrscheinlich schon Teil der Problematik ist. Am meisten genervt hat mich der Stil, oder eher dessen Abwesenheit. Das Buch wirkt, als habe die Autorin versucht, ihre Sprache an Mascha Kaleko anzulehnen. Das Ganze aber kombiniert mit einer Menge Pathos. Obendrein dreht sich inhaltlich alles um die Ich-Erzählerin, was in Verbindung mit der pathetischen Sprache nicht so richtig glücklich ist. Ich frage mich nun noch einmal mehr, warum diese Literatur Bubble sich manchmal so unnütz supported. Am Ende bleibt der Leserin ein unangenehmes Gefühl von Voyeurismus. Aber kann ja sein, dass manche so was mögen. Ich nicht. Und deshalb muss ich wohl dringend aufhören, auf Empfehlungen aus der Literatur Bubble zu hören.
Hart, poetisch, wahnsinnig gut!
In diesem Buch sind so krasse Gegensätze zu finden. Ich hatte etwas völlig anderes erwartet! Es wurde mir empfohlen mit " das ist so so schön!" Also dachte ich es wäre eine " cosy" Story. ÄTSCH -von wegen! Die Protagonistin spricht quasi zu Mascha Kaleko, ihrem großen Vorbild. Es ist zwischendrin eine so tolle poetische Sprache. Vor jedem Kapitel hat man ein Gedicht,meist von Mascha Kaleko . Dann kommen wir zur eigentlichen Geschichte. Die Protagonistin erzählt Mascha ihr Leben und was es für sie bereit gehalten hat. Sie hatte ein hartes Leben! Ungeliebten im Heim aufgewachsen, mit einer Bucket List auf der Dinge stehen wie - entjungert werden, -Kokain nehmen etc. So begleiten wir Sie quasi bei all diesen Dingen. Wie sie die Liebe sucht und toxischen findet, wie sie auf einem Tripp ist und körperliche Übergriffe erträgt und vieles mehr. An diesen Stellen wird ihre Beschreibung und die Wortwahl härter. Das hat mich zu Beginn tatsächlich etwas irritiert weil es so ein starker Kontrast zur poetischen Seite ist. ABER , im Nachhinein fand ich es gut so! Eine Gänsehautbuch mit extrem harten Themen die vielleicht den ein oder anderen triggern könnten, aber einfach extrem gut geschrieben ist. Ich hatte zwischendurch den Ein oder Anderen Kloß im Hals. Wir haben alles dabei, Fehlgeburt,körperlicher & seelischer Missbrauch, häusliche Gewalt, Drogen&Alkohol ,schwere Erkrankungen etc. pp.
Punk, Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, gepaart mit der schönen Poesie von Mascha Kaléko Welch eine Kombi - geht mitten ins Herz, lässt Rebellion aufleben und bettet einen in das lyrische Kopfkissen in einem behaglichen Zuhause. Elisa, die Protagonistin, hat einen schweren Start ins Leben, auch ihre Persönlichkeit scheint eher hinderlich, ihre Sehnsucht nach einem geliebten und warmen Zuhause zu stillen. Nachdem sie das Grab , der ihr verehrten Dichterin Mascha Kaléko besucht, erzählt Elisa ihr von ihrem bisherigen Leben. „Wir alle haben solche Sätze zu hören bekommen, die wir nie vergessen werden. Als wäre ihnen Unterschlupf in einem kaum genutzten Hirnareal gewährt worden, und an besonders schlechten Tagen, da machen sie sich auf sich aufmerksam.“ „ Ich finde Widersprüche faszinierend, das ist es auch, was ich an deinen Gedichten so schätze, du verbindest das Schwere, kaum zu Ertragende mit einem Witz und einer Leichtigkeit, die zunächst konträr erscheinen. Dabei sind sie das gar nicht, sie bilden das Leben ab und spenden Hoffnung.“ Genau diese Beschreibung trifft auf Mascha und den Roman zu und hat mich abgeholt, involviert und emotional gebannt. Ich habe jede Minute genossen und möchte es allen ans Herz legen, denn es ist wunderbar umgesetzt, bereichernd und schön, einfach nur schön! „ Zu deiner Zeit, Mascha, gab es zahlreiche schöne Wörter, <wohlgeraten, Zierde, Trippelschritte>, das sind nur Beispiele, ich liebe viele, viele Wörter deiner Zeit. In meiner Zeit gibt es dafür viele Wörter für Sprachlosigkeiten. Wörter für psychische Erkrankungen, für ungesunde Beziehungen, für psychische Gewalt, für Gehirne, die anders ticken.“ Es war mir eine tiefe Freude, am Anfang jedes Kapitels, erneut in ein Gedicht von Mascha Kaléko einzutauchen, das habe ich viel zu lange, nicht getan!
Im Zwiegespräch mit Mascha Kaléko
Die Protagonistin Elisa, deren Leben gewisse Parallelen zu dem der Autorin Sarah Lorenz aufweist, offenbart tiefe Emotionen, teilt Hoffnungen und gibt Verletzungen preis. Sie macht das in einer Art Gespräch mit Mascha Kaléko, die sie bewundert und die ihr in schweren Momenten mit ihrer Lyrik eine große Stütze war. Sarah Lorenz zeichnet den Lebensweg von Elisa nach, der durch Erschütterungen und Verluste gekennzeichnet ist. Manchmal geht sie inden Schilderungen über das erträgliche Maß heraus. Sie schreibt jedoch in einer so feinen, reflektierten und tiefgründigen und zum Teil auch witzigen Art, dass man das Buch gar nicht weglegen möchte. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!
"Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" ist ein schonungsloser Roman, der fordert, erschüttert und nachhallt. Dabei sollte man sich nicht vom Buchtitel in die Irre leiten lassen, der irgendwie Leichtigkeit verspricht - leichte Kost ist dieses Buch wahrlich nicht. Dennoch ist es ein lesenswerter autofiktionaler Roman, der mich sehr berührt hat. Die Triggerwarnungen sollte man also wirklich beherzigen: Psychische und physische Gewalt, Selbstverletzung, Drogenmissbrauch.
Durch Zufall sitze ich gerade in einem Haus mit dem viel zitierten Reetdach, als ich diesen Roman lese, der mich so bewegt hat. Wer kennt es nicht, dieses "Bauchweh, Kopfweh, Lebensweh"? Aber wie viele können es auch so schön zwischen zwei Buchdeckeln verpacken wie Sahra Lorenz? Ich denke, nicht so viele! Was für eine Ode an die Suche nach der Liebe! Elisa weiß das es sie gibt, denn sie hat sie in frühen Jahren von ihrer Mutter erfahren, doch dann entzieht ihr die Mutter diese. Lässt sie verletzt zurück, gibt sie in ein Jugendheim, wohl wissend, wie schrecklich diese sind. Von nun an ist Elisa auf der Suche nach der Liebe, immer an ihrer Seite, die Angst und die Bücher. Mal spenden diese Hoffnung, mal gaukeln sie einem Lösungen vor, die keine sind. Wie z. B. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Wie cool stellt sich die 13-jährige vor, sei es doch sich Heroin zu spritzen. Die Suche nach Liebe geht in der Punkerszene weiter. Doch auch hier gibt es viele Enttäuschungen, körperliche Liebe ja, aber einen sicheren Hafen bieten weder die, meist älteren, Männer, noch Alkohol und Drogen. Doch es gibt auch Trost. Gespendet durch die Gedichte von Mascha Kaléko, die sagt: "Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond." Wie können einen solche poetischen Künste nicht trösten? Auch wenn "Trostlos das Superlativ von traurig" ist. Wie gerne hätte ich Elisa in den Arm genommen, ihr in einem Café mit Reetdach einen Kaffee mit viel Milchschaum serviert. Hätte mit ihr über die unsagbare Trauer über den Verlust von Vätern gesprochen und ihr gesagt wie wunderbar ich solche Sätze finde, wie z. B.: "Ich bin derart gut gelaunt, Zeit, mir selbst zu misstrauen." Oder "Jeden blassen Tag färbt Judith etwas bunter. So gesehen war sie Malerin, eine Tagesmalerin." Mir hat die Autorin die Stunden des Lesens ihres Buches bunt gemalt, mir Tröstendes geschenkt und den Rat, mich ebenfalls an Wunder zu halten. Große Leseempfehlung ❤️
Liebe es ♥️
Ich habe mich schon nach den ersten Sätzen in den Schreibstil der Autorin verliebt. Das Buch ist unglaublich berührend und voller Gefühl. Ich bin total begeistert und unendlich froh, es entdeckt zu haben :) „Mit einem Besen möchte ich sie jagen, die Ängste und die Angst vor den Ängsten. Die ist sowieso die perfideste überhaupt. Jeder Zeit kann alles geschehen, es stimmt. Alles Schlechte, aber eben auch alles Gute. Drum gräme dich, jammere, jauchze und strahle vor Glück.“ „Diese Emotionen werden binnen Sekunden ausgelöst und es dauert zumindest beim Elend dreifach so lange mich da wieder rauszuziehen. Sich an Kleinigkeiten erfreuen zu können wie ein Kind, wenn es das erste Mal auf einem blinkenden Jahrmarkt steht, ist ein Geschenk. Trauern, ohne zu wissen, worum, ist eine Bürde.“ „In deinem Tagebuch hast du mal geschrieben: „Ich bin schrecklich sensibel und bin verflucht oder gesegnet Freud und Leid tausend Mal tiefer zu empfinden als die meisten anderen Menschen die ich kenne.“ Hättest du mich kennengelernt wäre ich eine derer gewesen bei denen es auch so ist. Dieses ununterbrochene Fühlen geht mir maßlos auf die Nerven.“
Für mich eine sehr durchwachsene Geschichte mit einer anstrengenden und mich nervenden Protagonistin, zu der ich leider keinen Zugang finden, und daher auch nicht so sehr mitfühlen konnte. Dazu wiederholte sich auch vieles. Mascha Kaleko ist schon seit Jahren meine unumstritten liebste Lyrikerin, die so intelligente, humorvolle und auf den Punkt gebrachte Zeilen hervorgebracht hat. Diese passten für mein Empfinden hier gar nicht hin, in mir sträubt sich da alles dies miteinander in Einklang zu bringen. Etwas positives hatte das Buch trotzdem: nochmal in Ruhe Kalekos Gedichtbände zur Hand nehmen und genießen. Diese kann ich auf jeden Fall sehr empfehlen.
Liebe Buchi, Vielleicht liest du es, ich könnte mir vorstellen, dass du hier und da nach Meinungen zu deinem Buch schaust. Wir sind ungefähr gleich alt und in meinen Zwanzigern habe ich mich auch in alle Gedichtbände von Mascha Kalèko verloren. Und so waren mir alle Gedichte noch sehr vertraut und ich habe mich alleine dadurch sehr zurückversetzt gefühlt in nicht nur gute Zeiten, vor allem in viele Sehnsüchte. Dein Buch hat noch viel mehr Schwere als ich vorher erwartet habe und es wirkt so, dass du alles hineingegeben hast. Du hast jedenfalls sehr viele warme und authentische Worte und Bilder für alles gefunden, man kann mit Elisa sehr gut mitfühlen.
Ein beeindruckender Roman, der aufzeigt, wie sehr familiäre Strukturen den Spielraum eines Lebens von Anfang an begrenzen oder eröffnen. 🍀
Sarah Lorenz' Debütroman "Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" handelt von der 39jährigen Elisa, die ihr schweres Leben reflektiert und sich dabei erzählend an die von ihr verehrte Dichterin Mascha Kaléko wendet. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht der berühmten Lyrikerin, das dann inhaltlich zu den nachfolgenden Gedanken der Protagonistin passt. Elisa erzählt von der Geborgenheit ihrer frühen Kindheitsjahre, dem Verlassenwerden von der Mutter, ihrem Leben im Heim und der Obdachlosigkeit auf der Straße. Immer ist sie auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit, erfährt jedoch hauptsächlich Verlust und Enttäuschungen. Die Art wie sie reflektiert ist schonungslos und direkt und dennoch poetisch. Es ist eine Kunst, seine Gefühle und Gedanken über sich und das Leben so klar und dennoch berührend und warmherzig erzählen zu können. Das hat Sarah Lorenz hier eindrücklich mit ihrer Figur Elisa geschafft. Am Ende bleibt der Eindruck, wie optimistisch und stark Elisa ihr Leben meistert und dass sie erkennt, dass die Liebe immer in ihr selbst zu finden ist.
Eine schöne Idee ein Leben im Zwiegespräch mit einer toten Schriftstellerin Review passieren zu lassen. So viel glückliche und unglückliche Ereignisse! Ich mochte die Reflektion des Lebens ihrer Mutter. Nüchtern, verständnis-, liebevoll, aber auch realistisch. Sehnsüchtig nach der Frau, die diese sein gekonnt hätte. Sehnsüchtig nach Liebe. Gern bin ich den Gedanken der Ich-Erzählerin gefolgt. Dabei gelingt es ihr, kurz, knapp und nachfühlbar, Gefühle auf den Punkt zu bringen und bald wird, trotz allem Elend, eine Stärke sichtbar, die man nicht erwartet. Und über allem leuchtet immer wieder die Hoffnung auf ein liebes- und sinnerfülltes Leben auf. Als den Lesefluss störend empfand ich die Sternchen bezüglich der gendergerechten Sprache und frage mich, ob das sein muss. Berufsgruppenbezeichnung genügt doch....
Dies war mein letztes in 2025 gelesenes Buch, und ich bin mit ihm leider nicht so richtig warm geworden. Leider, weil ich bei einer Lesung der Autorin war und sie durchaus sympathisch fand. In diesem autofiktionalen Roman erzählt die Protagonistin Elisa von ihrer durchaus behüteten Kindheit bei ihrer sehr jungen Mutter und dem für sie abrupten Umzug in eine Jugendhilfeeinrichtung als Prä-Teenie, die sie als das "große kalte Haus" empfindet. Im Laufe der Zeit entwickelt sie den Wunsch, bei den Punker auf der Kölner Domplatte zu leben, und setzt dies mit 13/14/15 tatsächlich um. Darauf folgen diverse Beziehungen, einige Umzüge, eine Ausbildung als Buchhändlerin, ein nachgeholtes Abitur und schließlich ihre Ehe mit Nick, die aber schnell von Nicks schwerer Krebserkrankung überschattet wird. Ein durchaus bewegtes Leben also. Jedem Kapitel ist ein Gedicht mit Mascha Kaleko vorangestellt, und im Buch wird auch immer wieder auf die Dichterin Bezug genommen. Insgesamt fand ich dieses Buch schon in Ordnung, aber es war mir teilweise etwas zu viel Innerlichkeit und Gefühl. Ich kann es der Autorin angesichts ihrer Lebensgeschichte auch nicht verdenken, aber diese Art von Innerlichkeit ist bei mir weniger gut angekommen als etwa die in den Büchern von Julia Schoch. Bösartig gesagt ist mein Gefühl ein bisschen, dass "Mit Dir..." neudeutsch gesprochen stellenweise sehr instragrammable ist, wobei mich andere Passagen durchaus emotional berührt haben. Insgesamt ein durchwachsenes Leserlebnis, daher 3,5 Sterne mit einer leichten Tendenz zu 4.
Außergewöhnlich, poetisch, klug und inspirierend ❤️🩹
Mit wenig Erwartung und sogar etwas Verwirrung begann ich zu lesen (Ein einseitiger Briefkontakt zu einer verstorbenen Dichterin, was soll das sein?) und plötzlich war ich mittendrin. Die Sprache hat mich sofort gepackt: so besonders, so schön, und trotz aller Schwere in der Geschichte von einer hoffnungsvollen Leichtigkeit getragen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha Kaléko, auf das die Protagonistin Elisa in Briefen Bezug nimmt. Dadurch entsteht eine fragmentarische, fast schwebende Erzählweise, die nicht streng linear wirkt, sondern wie Gedanken und Gefühle, die sich verweben. Gerade das macht den besonderen Reiz dieses Romans für mich aus. Elisa, eine Frau um die 40, ist mir sehr sympathisch. Ihre Sicht auf Liebe, Beziehungen und auf die Mutter-Tochter-Bindung erinnert mich an vieles, das ich innerlich kenne. Besonders fasziniert und inspiriert hat mich ihre Art, auf ihr früheres Ich zu blicken: nicht abwertend oder verurteilend, sondern mit einem liebevollen, verständnisvollen Blick. Ein Annehmen ohne Schönreden – das hat mich sehr berührt. Ein außergewöhnliches Leseerlebnis, das poetisch, berührend und inspirierend zugleich ist.
“Denn solange ich Bücher an meiner Seite weiß, werde ich mich niemals ganz alleine fühlen.”
Dieses Debüt von Sarah Lorenz ist unfassbar gelungen & sprachlich sowie inhaltlich sehr stark! Ich durfte auf der Leipziger Buchmesse eine kleine Lesung von ihr besuchen und habe das Buch dabei geschenkt bekommen. Vielen Dank lieber Rowohlt Verlag an der Stelle! 💫 Es geht um Elisa, die ihrem großen lyrischen Idol Mascha Kaléko von ihrer Kindheit und Jugend erzählt. Dabei bringt Sarah Lorenz immer wieder Zitate aus Gedichten von Kaléko mit ein, was sich wunderbar mit ihrem eigenen, ebenfalls sehr poetischen Schreibstil ergänzt. Auch wenn ich stellenweise schlucken musste, bei alldem, was Elisa so erzählt, war ich gleichzeitig unfassbar berührt und konnte es gar nicht weglegen. Am liebsten hätte ich Elisa in den Arm genommen und ihr Liebes-Konto für Jahre ins Plus gebracht. Also, wenn ihr von Drogen, sexueller Gewalt und Suizid nicht getriggert werdet, möchte ich euch das Buch ganz doll ans Herz legen! ❤️🩹

MIT DIR, DA MÖCHTE ICH IM HIMMEL KAFFEE TRINKEN Sarah Lorenz Unsere Ich-Erzählerin Elisa steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie blickt zurück und zieht Bilanz – begleitet von den lyrischen Gedichten Mascha Kalékos, die ihr seit Jahren Halt geben. Die Parallelen zwischen Kalékos Worten und Elisas Leben sind tröstlich und schmerzhaft zugleich. In ihrer frühen Kindheit erlebt Elisa noch Geborgenheit. Ihre Mutter liebt sie – doch irgendwann reißt dieser Faden. Elisa wird verstoßen, verliert den Rückhalt, den jedes Kind so dringend braucht. Was folgt, ist eine Jugend in verschiedenen Kinderheimen. Später zieht es sie nach Köln, wo sie als Obdachlose auf der Domplatte in der Punkszene lebt und in die Heroinsucht abrutscht. Während das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ viele Jugendliche abschreckt, wird Christiane F. für Elisa zum Idol. Obwohl sexuelle Gewalt und Missbrauch zu ihrem Alltag gehören, verliert sie nie ihre Neugier, nie den unstillbaren Hunger, auf weitere Abgründe des Lebens. Erst spät beginnt sich ihr Leben zu verändern. Sie holt Schulabschlüsse nach, macht eine Ausbildung zur Buchhändlerin und beginnt ein Studium. Langsam kämpft sie sich zurück – Schritt für Schritt. Obgleich der Titel Leichtigkeit verspricht, ist der Inhalt alles andere als das: Die schonungslosen, teils derben Zeilen stehen im Kontrast zur poetischen Sprache. Mehr als einmal musste ich das Buch zur Seite legen. Hier spricht ein zutiefst verletzter Mensch, dessen Leid tief unter die Haut geht. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha Kaléko – als thematische Einstimmung und poetischer Rahmen. Die klare Struktur und der dichte Erzählstil lassen einen dennoch durch die Seiten fliegen. Fazit: Ein autofiktionaler Roman, der fordert, erschüttert und nachwirkt. Nicht für jede:n geeignet – aber unbedingt lesenswert für alle, die sich auf emotionale Tiefe einlassen wollen. 4/5 TW: Psychische und physische Gewalt, Selbstverletzung, Drogenmissbrauch, Suizid, Depression

„Der Mensch, bei dem ich mich am allersichersten auf der Welt gefühlt habe, ist zu dem Menschen geworden, den ich am meisten fürchte.“ „Sich an Kleinigkeiten erfreuen zu können wie ein Kind, wenn es das erste Mal auf einem blinkenden Jahrmarkt steht, ist ein Geschenk. Trauern, ohne zu wissen, worum, ist eine Bürde.“ Die Protagonistin resümiert ihr Leben, blickt zurück auf ihre Zeiten in großen, kalten Häusern, Jugendhilfeeinrichtungen. Ihre Mutter, war mal warm aber hat irgendwann zu gemacht. Jahrelang hat ihre Mutter funktioniert, dann ist die Wärme erstarrt, weil keiner ihre Hilferufe hörte oder hören wollte. Elisa lebt auf der Straße, in besetzten Häusern, versifften Wohnungen, macht Bekanntschaften mit Männern, die es nicht immer gut mit ihr meinen. Und sie ist immer auf der Suche nach der Liebe, die ihr keiner mehr geben konnte. Ein schrecklich schöner Roman, der mich zutiefst berührt hat. Elisa fühlt zu viel, ist dramatisch aber eigentlich will sie nur eins, geliebt werden. Die Angst ist ihr ständiger Begleiter, die Angst vorm verlassen werden, die kennt sie schon. Früh musste sie sich zwischen den Eltern entscheiden., dufte zu einem Elternteil keinen Kontakt mehr haben. Philosophisch, poetisch und zart machen wir eine Reise in ihre Vergangenheit zwischen Poesie und „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Elisa probiert alle Drogen aus, die sie bekommen kann und findet manchmal nur noch Halt und Trost in Büchern. Sie trauert um verlorene Lieben und Freundschaften und schafft es dabei immer wieder aufzustehen. Mich hat das Buch zu Tränen gerührt. Viele Zitate sind einfach nur schrecklich-traurig-schön. Eine Liebeserklärung an die Dichterin Mascha Kaleko und eine Ode ans Leben, mit all der Liebe und all dem Schmerz.
Wahnsinns Kombi aus Tiefgang, rotziger Sprache, Gedichten und Taschentuchalarm
Wo fange ich an, wo höre ich auf? Ich will mich in Rezensionen grundsätzlich kürzer fassen… Ich habe so viele positive Rezensionen zu diesem Roman gelesen und irgendwie haben sie alle recht. Die Kombi aus Mascha Kaléko und ihrer Lyrik und himmelschreiender Wut und Enttäuschung der Protagonistin Elisa ist absolut großartig. Das Gelesene wiegt schwer und geht tief, am Ende hielt ich es kaum aus… weiterlesen musste ich natürlich trotzdem. Und nun bin ich traurig, dass ich durch bin,… gleichzeitig aber auch ein wenig erleichtert, dem schweren Schicksal Elisas entronnen zu sein. Ein bisschen Abstand gewinnen. Kennt ihr das auch bei Büchern, die euch sehr mitnehmen? Ihr habt mit Lyrik nix am Hut, kennt vielleicht auch Mascha Kaléko gar nicht? Ihr mögt Charaktere, die euch kalt erwischen und mietfrei in euren Kopf einziehen? Dann ist „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ euer Buch! Aber Achtung, checkt die Content-Notes, damit es euch nicht mit Haut und Haaren verschlingt…
"Lebenresümieren." [S. 76] Auch wenn Lyrik und Poesie nichts ist, wofür mein Herz schlägt, besticht Sarah Lorenz durch einen ganz besonderen Erzählton (an den ich mich jedoch erst gewöhnen musste), der einem die bewegende Lebensgeschichte von Elisa näher bringt, die sie der Dichterin Mascha Kaléko schildert. " Meine tiefste Überzeugung ist jene, dass es sich immer lohnt, Hoffnung zu haben." [S. 176]
Eins mit dem Buch werden
Elisa hat in ihrem Leben schon viel Mist erlebt. Die Liebe ihrer Mutter hat die Pubertät nicht überstanden. Sie kommt in eine Einrichtung, geht dort stiften und endet auf der Domplatte in Köln bei den Punks - damit hat sie alles erreicht, was sie vom Leben erwartet. Christiane F ist ihr großes Vorbild, Heroin die Droge, die ihr Freiheit zu geben verspricht. Es ist hart, was wir zu lesen bekommen, doch es ist die Realität. Nicht selten frage ich mich beim Anblick Obdachloser, junger Menschen, wie sie wohl dahin gekommen sind. Doch Elisa biegt rechtzeitig ab und ihr Lieben, als Punk ist nicht die Endstation. Was bringt sie dazu einen anderen Weg zu gehen und sich nicht so weit runterziehen zu lassen, dass eine Flucht aus dem Milieu nicht mehr möglich ist? Ich glaube, man nennt es Resilienz! Nun blickt sie mit Ende 30 zurück auf ihr Leben und richtet dabei ihr Wort an Mascha Kaléko, die von ihr hochverehrte Dichterin. Sie sieht Parallelen, Unterschiede und stellt in einem warmherzigen Plauderton Verbundenheit und Freundschaft zu einer Person her, die schon vor ihrer Geburt nicht mehr unter uns weilte. Manche Menschen brauchen länger, bis sie sich berappelt, bis sie die Wut und Zerrissenheit der Jugend hinter sich lassen. Manche müssen tiefe Täler durchschreiten, Wunden davon tragen, Beziehungen eingehen und wieder zerbrechen sehen. Genau so eine ist Elisa. Sie redet über die Liebe und Beziehungen, über den Tod und das Leben auf eine unglaublich berührende Art. Auf jeder dritten Seite hatte ich einen Kloß im Hals und manchmal konnte ich die Buchstaben nur durch einen Tränenschleier erkennen. Was habe ich Taschentücher verbraucht beim Lesen dieses Buches! Obwohl sie allen Grund hätte wütend und unversöhnlich zu sein, hat sie sich einen wohlwollenden Blick auf die Unzulänglichkeiten der Menschen bewahrt und kann sie in Liebe verwandeln. Wenn sie über ihren Vater spricht, der sie eigentlich gar nicht hätte zeugen dürfen, sieht man zwar das Empörende, verstehe aber das Glück, dass sie mit ihm erlebt. Wenn sie ihre Mutter erwähnt, spürt man zwar die Sehnsucht des einsamen Kindes, aber auch den reflektierten Blick einer Erwachsenen. Man spürt die Wut über Männer, die junge Mädchen und Frauen benutzen, aber es bleibt keine Verbitterung zurück. Ich fand es unglaublich stark, wie gut Elisa für sich gesorgt hat und wie sie es immer wieder geschafft hat, Kraft aufzubringen, um das Leben zu meistern. Ein hoffnungsvolles Buch, welches ich so gerne jungen Menschen, die auf der Suche nach dem richtigen Weg verzweifeln, in die Hand drücken möchte. Um kurz auf den Schreibstil von Sarah Lorenz einzugehen, möchte ich nicht unerwähnt lassen, wie elegant sie dieses Buch aufgebaut hat. Sie springt in den Zeiten vor und zurück und trotzdem hangeln wir uns an einem unsichtbaren roten Faden chronologisch voran. Elegant setzt sie Teaser auf kommende Ereignisse, Menschen oder Lieben. Dabei nimmt sie nichts vorweg, sondern schürt Vorfreude. Der Monolog der sich an Kaléko richtet, nimmt Bezug auf die Lebensgeschichte der Dichterin und ihre Gedichte eröffnen jedes Kapitel. Lorenz wählt einen Stil der nahbar und natürlich ist und den Eindruck vermittelt Elisa richtet das Wort an mich selbst. Ich habe mich selten so Eins gefühlt mit einer Erzählerin. Mir fehlt jegliche Distanz zu diesem Text. Ich habe ab und zu andere Wege genommen als sie aber gefühlt haben wir das gleiche. Das macht dieses Buch so besonders für mich und mir schnürt es tatsächlich die Kehle zu, wenn ich daran denke, dass ich Elisa jetzt loslassen muss. Es hört sich vielleicht übertrieben an, dessen bin ich mir bewusst, aber ich wäre gern mit dieser tollen starken, gefühlvollen und reflektierten Frau befreundet. Und wieder einmal merke ich, was für eine emotionale Leserin ich bin. Ich danke Sarah Lorenz sehr, dass sie es geschafft hat, diese Seite an mir hervor zu locken. Dieses tolle Buch wird einen ewigen Platz in meinem Bücherregal bekommen. Eine Leseempfehlung? Wer das immer noch nicht gemerkt hat, muss die Rezi noch mal lesen😉
Ein Rückblick der für mehrere Leben reicht und ein schöner Zugang zu Mascha Kaléko.
Sarah beschreibt sehr authentisch was passieren kann, wenn Mutterliebe und Halt fehlen. Dabei teilt sie die Gedanken mit Mascha Kaleko und nimmt sich gleichzeitig Trost oder Bestätigung aus ihren Gedichten. Zwangsläufig schaut man in die eigenen Vergangenheit und teilweise in einen Spiegel. Einen Menschen der mitfühlt, liebt, tröstet und stärkt - ein Lebensrecht, dass nicht alle erfahren. Ein sehr eindrucksvolles und berührendes Buch. Von mir bekommt es eine klare Lesempfehlung.

„Mit dir da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ ist anders, als alles was ich bisher gelesen bzw. gehört habe, unvergleichbar und auch unvergesslich. Wir begleiten Elisa, die über ihr durchaus sehr turbulentes Leben führt und all ihre guten, aber auch schlechten Erlebnisse der Dichterin Mascha Kaléko berichtet. Der Schreibstil der Autorin ist erfrischend anders, geht direkt ins Herz und lässt den Leser direkt mitfühlen ohne dabei aufdringlich zu wirken. Sie schreibt schonungslos ehrlich und hart, auf der anderen Seite aber auch unfassbar einfühlsam und bedacht. Ein wunderbarer Debütroman.
Manchmal gibt es Bücher, die nicht nur gelesen, sondern erlebt werden. Bücher, die nicht einfach eine Geschichte erzählen, sondern eine Seele haben – die atmen, fühlen, leuchten. Sarah Lorenz' Debütroman „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ ist genau so ein Buch. Es ist ein Herzschlag aus Worten, eine leise, zärtliche Umarmung, die nachhallt, lange nachdem die letzte Seite umgeblättert wurde. Im Mittelpunkt steht Elisa, eine Frau, die das Leben mit all seinen Schattenseiten kennengelernt hat. Ihre Kindheit ist von Brüchen gezeichnet – mit neun Jahren von der Mutter in eine Jugendhilfeeinrichtung gegeben, mit vierzehn auf den Straßen Kölns gestrandet, zwischen Punks, Drogen und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Sie verliert sich in toxischen Beziehungen, in Missbrauch, in einer Abtreibung, die ebenso schmerzhaft wie unausweichlich scheint. Doch sie gibt sich nicht auf. Irgendwann beginnt sie, sich ein anderes Leben zu erschaffen: Sie holt Schulabschlüsse nach, macht eine Ausbildung zur Buchhändlerin, studiert – und findet schließlich einen Platz in der Welt, der nicht mehr nur aus Flucht besteht. Was diesen Roman so besonders macht, ist die poetische Erzählebene. Elisa erzählt ihre Geschichte nicht einfach – sie spricht mit Mascha Kaléko, der großen Dichterin der Sehnsucht und Melancholie. Jedes Kapitel wird von einem Gedicht Kalékos eröffnet, ihre Worte werden zu Ankerpunkten, zu Rettungsinseln in Elisas Leben. Während einer Zugfahrt nach Zürich, zum Grab der Dichterin, beginnt ein innerer Dialog, ein literarisches Zwiegespräch zwischen zwei Frauen, die sich nie begegnet sind und doch so viel gemeinsam haben. Sarah Lorenz hat mit „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ eine berührende Hommage an Mascha Kaléko geschrieben – aber nicht nur das. Es ist auch eine Hommage an Bücher, an Worte, die wärmen, wenn die Welt zu kalt ist. Elisa hat sich mit Büchern über Wasser gehalten, als nichts anderes mehr hielt. Und genau das spürt man auf jeder Seite dieses Romans: die unerschütterliche Kraft der Literatur, die leise, aber unbeirrbare Hoffnung, dass Geschichten Leben retten können. Trotz all der Schwere, trotz Gewalt, Verlust und Einsamkeit ist dieser Roman kein düsteres Werk. Sarah Lorenz schreibt mit einer Sprache, die zugleich poetisch und klar, melancholisch und hoffnungsvoll ist. Sie erzählt von tiefen Wunden, aber auch von dem Licht, das trotzdem immer wieder durchbricht. Elisa trägt ihren Schmerzm mit einer Leichtigkeit, die fast schwindelig macht – und genau das macht diesen Roman so außergewöhnlich. „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ ist traurig und tröstend zugleich, sanft und doch kraftvoll. Es ist ein Buch, das einen nicht mehr loslässt – und das man nicht mehr loslassen möchte. Ein Meisterwerk voller Poesie, Schmerz und Licht. Ein absolutes Lesehighlight! 💛💙🖤

Ein Buch voller Schmerz, Sehnsucht und Poesie, aber auch Hoffnung und Kraft. Schonungslos und berührend.
Elisa schaut mit 39 Jahren auf ihr Leben zurück und erzählt von schwierigen Phasen, von der Zeit im Heim, Obdachlosigkeit, dem Leben unter Punkern, vom Missbrauch, Alkohol, Drogen und toxischen Beziehungen. Jedem Kapitel geht ein Gedicht von Mascha Kaleko voraus, da die Texte der Dichterin die Protagonistin durch ihr Leben tragen. Obwohl sie einiges im Gepäck trägt, findet Elisa Kraft und sucht weiterhin nach Liebe, Wärme und Geborgenheit. „Mit dir…“ war keine leichte Kost, zeigte aber, dass man sich trotz schwieriger Zeiten Zartheit und den Blick für das Schöne im Leben bewahren kann und die Hoffnung auf eine Wendung zum Guten NIE aufgeben sollte.
Holt mich leider nicht ab. Kann mit der Ich- Erzählerin nichts anfangen, der Schreibstil ist mir zu bemüht-poetisch und an vielen Stellen inhaltlich redundant - das Buch was genau so, wie es der kitschige Titel befürchtn ließ. Außerdem stören mich die fehlende Handlung und in der Zeit hin- und herspringende Rückblenden. Ich war mehrfach kurz davor, das Buch abzubrechen, wollte aber noch wissen, ob denn nun noch etwas passiert bzw. die Autorin zum Punkt kommt, was leider nicht wirklich passiert ist, wobei es zum Ende hin etwas besser wurde (der Schluss hat mir inhaltlich und formell jedoch auch nicht gefallen). Am meisten zugesagt haben mir die Gedichte Mascha Kalekos zu Beginn jedes Kapitels.
So kurz und doch so anstrengend… Die Protagonistin (von der man befürchtet, dass sie mit der Autorin viel gemeinsam hat) kreist um sich selbst und ihre Dramen und Probleme. Alles ist dabei: verwehrte Mutterliebe, Borderline-Störung, Drogenmissbrauch, Missbrauch allgemein, eine Abtreibung… die Protagonistin lässt nichts aus. Und immer sind es die anderen und die verwehrte Liebe. Grauenhaft! Einziger Lichtblick sind die Gedichte von Mascha Kaleko, die jedem Kapitel voran gestellt sind. Aber die stammen ja zum Glück nicht von der Autorin…
16.08.25
Eine wahre Würdigung von Mascha Kalékos Werk. Sarah Lorenz verwebt das Leben ihrer Protagonistin Eliza eng mit den vielschichtigen, oft autobiografischen Texten Kalékos. Eliza findet in Kalékos Werk auf berührende Weise Zuflucht, Zuspruch, Rat und Halt. Lorenz lädt dazu ein es Eliza gleichzutun und macht in ihrer Art zu schreiben spürbar, wie sehr Lorenz selbst Mascha Kaléko verehrt. Bemerkenswert ist, dass bei diesem Vorbild für Autorin und Protagonistin auch Raum für Widersprüche und Abgrenzung ist, wenngleich diese kritische Auseinandersetzung mit aus heutiger Perspektive problematischen Positionen etwas knapp und weniger stark eingewoben daher kommt.

"Unglaublich, wieviel Gegenwart man aushalten muss bis sie Erinnerung wird." Elisa lässt ihr Leben an sich vorüberziehen. Sie erzählt. Von einer Kindheit, die sich erst warm, dann kalt anfühlt. Vom rebellieren und doch eigentlich fach nur geliebt werden wollen. Vom Nähe suchen und vom Erfahren von Übergriffigkeit und Verlust. Mit 13 bricht Elisa aus Ihrer Welt aus, haut ab, um der Kälte um entgehen, die sie von ihrer Mutter und und den Heimen erfährt. Sie landet auf der Kölner Domplatte, kommt mit Drogen und Menschen in Berührung, die ihr nicht gut tun. Immer zwischen dem Gedanken, mit spätestens 30 an einer Überdosis zu sterben und dem Wunsch, doch noch wahre Liebe zu erfahren. Das Lesen war teilweise sehr schmerzhaft. Schütteln wollte ich Elisa. Oder sie einfach fest in den Arm nehmen und sagen, dass alles gut wird. Das besondere an diesem Roman ist, dass Elisa diese Geschichte nicht mir als Leserin erzählt, sondern der Dichterin Mascha Kaléko. Sinnbildlich für die Literatur, die immer an Elisas Seite und ihr ein Zufluchtsort, ihre Rettung war. Jedem Kapitel ist ein Gedicht der Künstlerin vorangestellt, das zur jeweiligen Lebensphase passt, eine Frage nach Rat ist oder gar Parallelen der beiden aufzeigt. Sehnsucht nach Liebe, Verlorensein in der Gefühlswelt, Übergriffigkeit durch Männer, Drogen schon in jungen Jahren. Das sind die dominierenden Themen. Eine Mischung aus Christiane F., dem Mädchen vom Bahnhof Zoo, und dem inneren Kind, das geheilt werden will. "Leben ist das, was auf das trotzdem folgt." Und dass stimmt letztlich versöhnlich.
So ein unfassbar gutes Buch! Ich muss es unbedingt nochmal lesen und mir die vielen schönen Zitate markieren (habe es jetzt als Hörbuch gehört). Die Protagonistin Elisa erzählt ihrer Lieblingsdichterin Mascha Kaléko von ihrem Leben und sie hatte es bis dato wirklich nicht leicht. Vom Aufwachsen in der Jugendhilfe über Zeiten der Obdachlosigkeit auf der Kölner Domplatte, hin zur Suche nach Liebe und Geborgenheit und den damit einhergehenden Männern die es nie wirklich gut mit ihr meinten., schildert sie all diese Erlebnisse ganz unverblümt. Zwischendurch fließen immer wieder passende Zitate von Mascha Kaléko ein und Elisa hat wirklich Recht, wenn sie sagt, dass man diese am besten vorgelesen bekommt. So bekommen sie nochmal eine ganz andere Tiefe. Allgemein kann ich das Buch auch als Hörbuch sehr empfehlen. Für mich die selbst als Erzieherin in der Jugendhilfe arbeitet waren besonders die Eindrücke zu dieser Thematik sehr eindrücklich. Alles in allem war dieses Buch bisher mein absolutes Jahreshighlight und ich will unbedingt bald einmal Mascha Kalékos Gedichte im Original lesen
Danke für dieses Buch, Sarah Lorenz
Dieses Buch hat mich sehr berührt- ein tolles Debüt. Die Erzählerin Elisa berichtet, wie sie in einer schwierigen Kindheit überlebte. Den Punk für sich entdeckte und später auch die Gedichte von Mascha Kaleko für sich als Lebensanker entdeckte. Durch ihre Erzählweise lässt sie uns ganz nah an sich heran und wir dürfen ihre Lust zu Lieben und zu Leben hautnah miterleben. Danke, Sarah Lorenz.
Eine starke Stimme für alle Adressaten des Jugenhilfesystems und für Betroffene von Gewalt
Entgegen den Kritikern, die behaupten dieses Buch sei wie Christiane F. nur in „weniger gut“ finde ich: eigentlich sollten alle Bücherregale voll von diesen Geschichten sein, von jungen Menschen und insbesondere von Frauen, die dieses Schicksal erleben mussten. Es gibt bei Gott nie genug Bücher und Geschichten, die erzählen, was in einzelnen Familiensystemen, im strukturellen Gesellschaftssystem und insbesondere in Beziehungen zu Männern passiert und was das mit dem Individuum macht. Der Autorin gilt mein Dank, dass sie den Blick öffnet für die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen, die nicht in gesicherten Verhältnissen aufwachsen. Ich glaube es gibt viele Menschen, die sich durch das Buch gehört, gesehen und verstanden fühlen können. Das Buch ist keine „Rage-Bait“, sondern die Realität vieler! In diesem Buch findet nahezu jede Person Worte, die einem helfen, die eigene Lebensgeschichte zu verarbeiten. Manchmal vergisst man wie schonungslos das Leben ist, während man lebt und denkt, Krankheit und Tod sind weit entfernt. Wer sich dem Leben stellen möchte, in all seinen Facetten, die es mit sich bringt, wird hierbei fündig. Der Schluss war super schön :)
Ein Buch, wie kein anderes 🌼
Ich habe dieses Buch aufgegriffen, nachdem Katja Lewina (wundervolle Autorin) dieses Buch in ihrer Story auf Instagram geteilt hat! Nach dem Blindkauf wusste ich nicht recht was mich erwartet und direkt nach den ersten Seiten ahnte ich nur, wie besonders dieses Buch ist. Der Schreibstil, Mascha und diese nahbaren Personen. All das führt zu einem Meisterwerk, wie ich noch nie lesen durfte. Ich war den Tränen nah und am Ende kamen sogar bei der Danksagung Tränen. Also ich glaube, ich habe eine neue Autorin für meine Lieblingsautorinnen-Liste🍋🟩🌱
Das Buch hat mich verschlungen, wie die Autorin vom Leben verschlungen wurde.
Sie ist lebenshungrig und lebensmüde, lebt in vollen Zügen. Eine Vergangenheit voller Schicksalsschläge, Ungerechtigkeiten, Emotionen, Sex, Missbrauch, Leere, Liebe und Wörtern. Genau jene - Liebe und Wörter waren letztlich ihre Stütze: Freunde und Familie, Bücher wie die von Mascha Kaléko. Wenn eine ein Stehaufmännchen ist, dann wohl Sarah Lorenz. Anfangs hatte ich noch befürchtet, dass ich mich nicht mit ihr identifizieren könnte und deswegen nicht am Ball/Buch bleiben würde. Doch ich konnte gar nicht nicht lesen. Ich bin dankbar, dass sie uns die Gardinen zum Fenster ihres Lebens geöffnet hat. Mein Buch ist voller Zettelchen und Notizen. Doch am Besten sollte man sich wohl seine eigenen Gedanken machen...
„Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ von Sarah Lorenz ist ein literarisches Debüt, das mit einer Mischung aus Poesie und Punk begeistert. Die Geschichte folgt Elisa, einer Frau, die auf ihr bewegtes Leben zurückblickt – geprägt von Verlust, schwierigen Beziehungen und der Suche nach Nähe und Zugehörigkeit. Besonders berührend ist die Verbindung zu den Gedichten von Mascha Kaléko, die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Lorenz schreibt mit einer Intensität, die gleichermaßen brutal und liebevoll ist. Ihre Sprache ist direkt, aber voller Sehnsucht nach Geborgenheit. Die Protagonistin Elisa erzählt von ihrer Zeit im Heim, von Obdachlosigkeit und von der unermüdlichen Suche nach Liebe und einem Zuhause. Dabei schafft es die Autorin, die Härte des Lebens mit einer fast magischen Hoffnung zu verweben. Ein Buch, das nicht nur eine Hommage an Mascha Kaléko ist, sondern auch eine Feier der kleinen Wunder des Lebens. Es ist ein literarisches Kleinod – schmerzhaft ehrlich, aber auch voller Wärme und Schönheit. Wer sich auf diese Reise einlässt, wird mit einer Geschichte belohnt, die lange nachhallt.
In diesem autofiktionalen Werk erzählt die Autorin aus der Sicht von Elisa. Sie fährt mit dem Zug von Zürich nach Hause. Kurz zuvor war sie in einer Buchhandlung und hat ein Buch von der Lyrikerin Mascha Kaléko entdeckt. Ihrer Lieblingslyrikerin. Auf der Reise erzählt sie in Gedanken dann Mascha von sich und ihrem Leben. Sie nennt es Lebensresümieren und das trifft es perfekt. Komplett ohne Dialoge auskommend (nur hin und wieder mal einen Satz zitierend) erzählt Elisa Mascha ihre Lebensgeschichte, orientierend an Maschas Gedichten. Jeder Kapitelanfang startet mit einem Gedicht der Lyrikerin und Elisa baut darauf auf und erzählt ihr in einem Zwiegespräch von ihrem Werdegang. Von ihrer Kindheit bis jetzt. Und ich finde es großartig. Dieses schonungslose Lebensresümee hat mich sehr bewegt, erschüttert und gerührt. Sie hat wirklich sehr viel mitgemacht und erlebt. Als Jugendliche hatte sie Christiane F. als Vorbild, zum Ziel, mit 30 an einer Überdosis sterben zu wollen. Ihre Punk-Zeit hat einen großen Anteil an dieser Geschichte. Sie gibt unter anderem Einblicke, wie ihr Leben unter Punks war und macht auch sehr deutlich, dass der Sexismus auch die Punk-Szene nicht verschont hat. Und dennoch ist es ein optimistisches Buch voller Hoffnung und Liebe. Auch auf das Leben der Lyrikerin geht sie immer mal wieder ein und man erfährt auch hier einiges über sie. Ich muss gestehen, ich kannte Mascha Kalénko vorher nicht. Aber ihre bewegende Geschichte und vor allem auch die Gedichte haben mein Interesse geweckt. Besonders hervorheben muss ich diesen Schreibstil. So bildhaft, so poetisch zu schreiben, mich komplett in Elisas Leben reingesogen, gänzlich ohne Dialoge zwischen den Figuren, hat mich ab Seite 1 begeistert. 5 von 5 / 10 von 10 🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️

Punk & Poesie - ein Buch, das in Erinnerung bleibt.
In ihrem autofiktionalen Debütroman entführt Sarah Lorenz ihre Leser*innen in eine Welt voller schwerer Themen, die sie jedoch mit einer besonders poetischen Feinheit erzählt. Auch wenn die Thematik alles andere als leicht ist, bleibt die Geschichte zutiefst berührend und in ihren besten Momenten auch hoffnungsvoll – ganz im Sinne von Mascha Kalékos Worten: „Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond.“ Das Buch enthält zahlreiche Triggerwarnungen*. Die Ich-Erzählerin Elisa führt auf einer Zugfahrt einen imaginären Dialog mit der Lyrikerin Mascha Kaléko, in dem sie ihre exzessive und teils verstörende Jugend als Punkerin auf der Kölner Domplatte reflektiert. Nach einer zerrütteten Kindheit und dem emotionalen Verlust ihrer Mutter driftet die noch junge Elisa in eine zerstörerische Suche nach Liebe, Heimat und sich selbst ab. Ihr größter Wunsch als „Systemsprengerin“ ist es, Heroin zu konsumieren, und sie verliert sich in toxischen, teils gewaltvollen Freund- und Liebschaften. Gerade in diesen schmerzlichen Zeiten wird die Literatur, insbesondere die Werke und das Leben von Mascha Kaléko, zu einem Anker und Hoffnungsträger für Elisa. Jedes Kapitel des Buches beginnt mit einem Gedicht, meist von Kaléko, das eine feine Brücke zwischen der Lyrik der Dichterin und Elisas Erlebnissen schlägt. Das Resultat ist eine Liebeserklärung an die Poesie. In einer nachdenklichen Reflexion beschreibt die Protagonistin: „Wenn ich mein Leben hier so resümiere, muss ich selbst ab und an den Kopf schütteln, was war denn das? Unglaublich, wie viel Gegenwart man aushalten muss, bis sie Erinnerung wird.“

Eines meiner 2025 ✨ HIGHLIGHTS ✨
Sarah Lorenz ist auch Sozialarbeiterin, so wie ich, was sie mir natürlich direkt sympathisch macht 🙌🏼 als ich die Leseprobe gelesen hatte, war ich sofort tief berührt & hat mich regelrecht umgehauen! Ihr Debütroman erzählt von Elisa, die ihr katastrophales Leben irgendwie immer wieder gemeistert hat. Sie berichtet von ihren Erlebnissen, die sie imaginiert der Dichterin Mascha Kaleko anvertraut, deren Gedichte Sie inspirieren & tief berührt haben. Jedes neue Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha ✍🏼 Elisa wächst zunächst in einem schönen kleinen Reetdachhaus auf, doch schon bald landet sie in einem kalten & großen Haus -> Jugendhilfeeinrichtung. Dort beginnt ihre Reise als ,,Systemsprengerin“, als wohnungslose auf der Domplatte, in der Punk- & Drogenszene, mit schwierigen Beziehungen insb. zu Männern & sich selbst, Missbrauch & Arten von Gewalt. Ich konnte mich in vielen Momenten & Beschreibungen wiederfinden, ich selbst habe eine prekäre Kindheit hinter mir & so einige schwierige Momente mit meiner Mutter. Der Satz ,,Meine Mutter war ein fremder Mensch für mich geworden. Mit meinem ganzen Sein sehnte ich mich nach ihr, nur gab es sie nicht mehr“ ging mir besonders nahe ❤️🩹 ich fand es auch sehr schön, dass Elisa immer einen Zugang zu Bücher hatte & sie in ihrem Leben immer eine wichtige Rolle gespielt haben 🥹 dieses Buch hat nun einen festen Platz in meinem Herzen gefunden ♥️ Ich bin dankbar für die berührenden & ehrlichen Worte & da ich selbst mit voller Überzeugung Sozialarbeiterin bin, danke ich auch der Figur ,,Ute“, die zeigt, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben, an jemanden zu glauben, die Person nicht vorschnell als ,,Systemspringer*in“ abzutun, sondern da zu sein & zuzuhören 🫂 das Buch ist keine leichte Kost, dennoch eine große Empfehlung 📖

Das war wirklich gut 🫶🏻
Bei diesem Buch zeigt sich mal wieder die absolut positive Seite des Internets. Die Autorin habe ich einfach durch einen Beitrag entdeckt, der mir vorgeschlagen würde, bei dem sie ein Bild von den Mumins und einen Spruch dazu geteilt hat. Da ich die Mumins ganz toll finde, habe ich den Beitrag geliked, bin dann auf das Profil der postenden Person gegangen und habe festgestellt: das Profil gehört einer Autorin. Ihr Buch ist direkt auf meine Merkliste gewandert und wenig später habe ich es in unserer Bibliothek entdeckt und mitgenommen. Und heute habe ich es gelesen. Und das sehr gern. Ich mag es total, wie die Autorin schreibt. Ihre Beschreibung hinsichtlich der Wahrnehmung ihrer eigenen Gefühle kann ich sehr gut nachvollziehen. Diese Tiefe, die da wartet in den eigenen Gedanken. 🫶🏻 Das Buch ist nicht kurzweilig, obwohl es nur knapp über 200 Seiten hat. Es beschreibt das Leben und Erleben junger Frauen in einer Welt, die nicht für junge Frauen gemacht ist. Und an vielen Stellen generell nicht für Frauen. Ich habe es sehr gern gelesen und ich denke, mit etwas Abstand wird es auch noch mehr in mir nachhallen. Riesige Empfehlung meinerseits. Und ein wunderschöner Zufall, den mir fantastischer Weise das Internet gebracht hat. 🤝🏻
Selten habe ich etwas gelesen, das so poetisch und gleichzeitig so ehrlich, aus dem Herzen geschrieben und tief berührend ist.
Sarah Lorenz erzählt die Geschichte von Elisa, die sich in einem inneren Gespräch an Mascha Kaléko wendet, eine verstorbene Lyrikerin. Jedes Kapitel beginnt mit einem ihrer Gedichte und darauf aufbauend erzählt Elisa von ihrem eigenen Weg - brüchig, wild, voller Schmerz, aber auch voller Sehnsucht und dieser leisen, unzerstörbaren Hoffnung. Es ist kein klassischer Roman, sondern eher ein Lebensresümee, wie es Elisa selbst nennt und genau das trifft es. Sie erzählt von einer Kindheit, in der sie nie wirklich Kind sein durfte, von ihrer Zeit in der Punkszene, von Überlebensstrategien, von Verlusten, von Selbstverletzung, von Beziehungen, die mehr abverlangten als gaben, aber eben auch von Wachstum, Widerstand und davon, wie Worte retten können. Mich hat besonders beeindruckt, wie feinfühlig und gleichzeitig ungeschönt das alles erzählt wird. Der Stil ist bildhaft, ich hatte oft das Gefühl, als würde ich direkt neben ihr sitzen, im Zug, ganz nah an ihrer Geschichte. Diese Gefühle, die sie beschreibt, die kann man nur so erzählen, wenn man sie wirklich selbst durchlebt hat. Es fühlt sich an, als würde man jemandem zuhören, der sich zum ersten Mal wirklich traut, alles auszusprechen. Und gerade das macht dieses Buch so besonders. Trotz der schweren Themen ist das Buch nie hoffnungslos. Es hat Humor, Liebe zum Detail, ein Gefühl für das Schöne im Kaputten. Es zeigt, dass aus Chaos Klarheit entstehen kann. Dass aus Schutt auch Blumen wachsen können. Weil es einen unglaublich schönen, zarten Ton trifft. Ein besonderes, forderndes, aber zutiefst menschliches Buch. Ein Gespräch mit Mascha, ein Gespräch mit sich selbst und vielleicht auch mit uns Leser*innen. Große Empfehlung.

Wirklich genialer Debüt Roman mit viel Tiefe und Erkenntnissen
Elisa hat das Grab ihrer Lieblingsschriftsteller in, Mascha Kalenko, besucht und erzählt ihr auf dem Weg nach Hause, wie ihre Gedichte ihr eigenes Leben wiederspiegelt. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha Kalenko und erzählt dann die Lebensgeschichte von Elisa, die Christiane F. als Vorbild hatte und ein Teil der Punk Szene wurde. Bei diesem Roman habe ich das erste Mal annotiert, weil so viele wunderschöne Sätze und Gedanken da runter geschrieben wurden. Auch die Gedichte von Mascha Kalenko haben mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil war wie ein Gespräch unter Freunden, welches man mit bekommt. Mascha hat mit ihren Gedichten erzählt und Elisa hat mit ihrer Lebensgeschichte geantwortet. Absolute Lese und auch Hörempfehlung
Schwere Kost mit einer Prise Poesie
Im (mehr oder weniger einseitigen) Dialog mit der Dichterin Mascha Kaléko erzählt Elisa von ihrem Leben. Vom Fehlen der mütterlichen Liebe, von Traumata, und all den Versuchen, irgendwo die Geborgenheit zu finden, die der ihrer Mutter ebenbürtig wäre. Das ist stellenweise echt hart zu lesen (bzw. zu hören, ich habe es als Hörbuch gehört) – besonders der Mittelteil, in dem Elisa sich selbst so ziemlich verliert und haltlos abstürzt. Liebe und Geborgenheit findet sie in Büchern – und besonders eben in den Werken von Mascha, die hier auch immer wieder zitiert werden. Lyrisch (manchmal aber auch komplett “in your face”), berührend, vor allem aber schmerzhaft. Definitiv kein leichtes, sondern ein sehr wütendes Buch.
Characteristics
9 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
«Siehst du, Mascha, ich bin deinem Rat gefolgt: Ich war klug und hielt mich an Wunder.» Und es ist ja auch ein Wunder, dass Elisa ihr katastrophales Leben bisher immer noch gemeistert hat. Sie erzählt der von ihr so bewunderten Dichterin Mascha Kaléko leicht von schwierigen Dingen, von ihrer Zeit im Heim, obdachlos auf der Kölner Domplatte, immer auf der Suche nach Geborgenheit, die sie lange nur in Büchern fand. Aber auch von ihrer unbedingten Sehnsucht nach Liebe, von ihrer Vorliebe für kleine Reetdachhäuser, für schaumigen Cappuccino, für Bücher, von Männern, von Freundschaft und vor allem davon, dass alles möglich ist. Eine literarische Liebeserklärung an eine große Dichterin und an all die Wunder, die das Leben bereithält.
«Ein Buch übers Nachhausekommen – so zauberhaft, brutal, schonungslos und liebevoll wie kein zweites.» Alena Schröder
Book Information
Author Description
Sarah Lorenz wurde 1984 in Eckernförde geboren, lebt und schreibt auf St. Pauli. Sie ist gelernte Buchhändlerin und studierte Soziale Arbeit. Für die taz schrieb sie die Kolumne PMS-Ultras. Im Internet bringt sie unter dem Pseudonym Buchi Schnubbel allabendlich eine Kleinstadt an Menschen zu Bett (über 21.000 Follower). «Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken» ist ihr Debütroman, der auf der Shortlist für den Debütpreis des Buddenbrookhaus stand.
Posts
"M" der A-Z Challenge "Gesprächs-, Familien- und Bewegungstherapien hatte das große kalte Haus im Angebot. Aber bei Tränen gab es nur Taschentücher, keine Arme, keine Gespräche." "Auf ein Trotzdem folgt immer Widerstand, Widerspenstigkeit, ein Aufbegehren, ein Weitermachen. Das passt zu mir, und zu dir, Mascha, da passt das auch. Leben ist das, was auf das Trotzdem folgt." "Natalies Herz ist eine gemütliche Wohnküche, in der grad Milch im Henkeltopf heiß gemacht wird und Kekse zum Dippen auf dem Holztisch bereitstehen." "Manchmal, wenn ich nicht einschlafen kann, besuche ich meine Kindheit. Dann besuche ich den Ort, den ich die Geborgenheit der frühen Jahre nenne. Die gab es nämlich auch." "Der Mensch, bei dem ich mich am allersichersten auf der Welt gefühlt habe, ist zu dem Menschen geworden, den ich am meisten fürchte." Über die Mutterliebe, die so umarmend und bedingungslos war und unbegreiflicherweise plötzlich verschwunden ist. Über Freundschaften, vergangene und gebliebene. Über das Verlieben, in die Falschen und in den Richtigen. Über das Vermissen und der Suche nach Liebe. Über falsche Vorbilder und Lebensziele. Und über die Kraft, nicht aufzugeben. "Siehst du, Mascha, ich bin deinem Rat gefolgt: Ich war klug und hielt mich an Wunder." Was für ein Buch! Tiefgründig und poetisch erzählt Elisa in einem fiktiven Gespräch mit der Dichterin Mascha Kaleko ihre harte und oft aussichtslose Lebensgeschichte. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha Kaleko und hat mich neugierig auf mehr gemacht. Ich habe mir einen Gedichtband besorgt und synchron dazu gelesen. Von mir gibt's auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐🫶🏽
Ich finde die Idee, die Gedanken der Protagonistin mit denen der Dichterin Mascha Kaleko zu verbinden sehr gelungen. Es gibt viele außergewöhnliche Sätze, die man sich am liebsten alle notieren möchte in dem Buch. Mir war der Roman aber irgendwann zu hart, ich konnte es stellenweise nicht mehr lesen. Die Thematik ist auf jeden Fall wichtig, die Kritik an den Hilfestellen notwendig.Es fiel mir zeitweise schwer, mich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Insgesamt ein besonderes und auch wichtiges Buch, aber nicht wirklich meins.
Pathetisch und selbstreferentiell
Und mal wieder bin ich reingefallen. Ich habe das Buch gelesen, weil es von vielen Frauen, deren (literarische oder aktivistische) Arbeit ich sehr schätze, extrem supported wurde. Auf dem Buchrücken empfehlen Alena Schröder und Margarete Stokowski das Buch in den höchsten Worten. Leider ist das Buch schlecht. Es tut mir leid, ich kann es nicht anders sagen. Gleichzeitig ist es mir unangenehm, das so geradeaus zu sagen, denn es handelt sich offensichtlich um eine Autobiographie (ich fürchte, man kann hier kaum mehr von Autofiktion sprechen). Und natürlich bekommt man daher beim Lesen Mitleid mit der Autorin. Das Buch liest sich inhaltlich als Abrechnung mit der eigenen Mutter und mit früheren Liebhabern. Es ist aus der Perspektive einer mittelalten Frau mit Borderline Störung geschrieben, was wahrscheinlich schon Teil der Problematik ist. Am meisten genervt hat mich der Stil, oder eher dessen Abwesenheit. Das Buch wirkt, als habe die Autorin versucht, ihre Sprache an Mascha Kaleko anzulehnen. Das Ganze aber kombiniert mit einer Menge Pathos. Obendrein dreht sich inhaltlich alles um die Ich-Erzählerin, was in Verbindung mit der pathetischen Sprache nicht so richtig glücklich ist. Ich frage mich nun noch einmal mehr, warum diese Literatur Bubble sich manchmal so unnütz supported. Am Ende bleibt der Leserin ein unangenehmes Gefühl von Voyeurismus. Aber kann ja sein, dass manche so was mögen. Ich nicht. Und deshalb muss ich wohl dringend aufhören, auf Empfehlungen aus der Literatur Bubble zu hören.
Hart, poetisch, wahnsinnig gut!
In diesem Buch sind so krasse Gegensätze zu finden. Ich hatte etwas völlig anderes erwartet! Es wurde mir empfohlen mit " das ist so so schön!" Also dachte ich es wäre eine " cosy" Story. ÄTSCH -von wegen! Die Protagonistin spricht quasi zu Mascha Kaleko, ihrem großen Vorbild. Es ist zwischendrin eine so tolle poetische Sprache. Vor jedem Kapitel hat man ein Gedicht,meist von Mascha Kaleko . Dann kommen wir zur eigentlichen Geschichte. Die Protagonistin erzählt Mascha ihr Leben und was es für sie bereit gehalten hat. Sie hatte ein hartes Leben! Ungeliebten im Heim aufgewachsen, mit einer Bucket List auf der Dinge stehen wie - entjungert werden, -Kokain nehmen etc. So begleiten wir Sie quasi bei all diesen Dingen. Wie sie die Liebe sucht und toxischen findet, wie sie auf einem Tripp ist und körperliche Übergriffe erträgt und vieles mehr. An diesen Stellen wird ihre Beschreibung und die Wortwahl härter. Das hat mich zu Beginn tatsächlich etwas irritiert weil es so ein starker Kontrast zur poetischen Seite ist. ABER , im Nachhinein fand ich es gut so! Eine Gänsehautbuch mit extrem harten Themen die vielleicht den ein oder anderen triggern könnten, aber einfach extrem gut geschrieben ist. Ich hatte zwischendurch den Ein oder Anderen Kloß im Hals. Wir haben alles dabei, Fehlgeburt,körperlicher & seelischer Missbrauch, häusliche Gewalt, Drogen&Alkohol ,schwere Erkrankungen etc. pp.
Punk, Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, gepaart mit der schönen Poesie von Mascha Kaléko Welch eine Kombi - geht mitten ins Herz, lässt Rebellion aufleben und bettet einen in das lyrische Kopfkissen in einem behaglichen Zuhause. Elisa, die Protagonistin, hat einen schweren Start ins Leben, auch ihre Persönlichkeit scheint eher hinderlich, ihre Sehnsucht nach einem geliebten und warmen Zuhause zu stillen. Nachdem sie das Grab , der ihr verehrten Dichterin Mascha Kaléko besucht, erzählt Elisa ihr von ihrem bisherigen Leben. „Wir alle haben solche Sätze zu hören bekommen, die wir nie vergessen werden. Als wäre ihnen Unterschlupf in einem kaum genutzten Hirnareal gewährt worden, und an besonders schlechten Tagen, da machen sie sich auf sich aufmerksam.“ „ Ich finde Widersprüche faszinierend, das ist es auch, was ich an deinen Gedichten so schätze, du verbindest das Schwere, kaum zu Ertragende mit einem Witz und einer Leichtigkeit, die zunächst konträr erscheinen. Dabei sind sie das gar nicht, sie bilden das Leben ab und spenden Hoffnung.“ Genau diese Beschreibung trifft auf Mascha und den Roman zu und hat mich abgeholt, involviert und emotional gebannt. Ich habe jede Minute genossen und möchte es allen ans Herz legen, denn es ist wunderbar umgesetzt, bereichernd und schön, einfach nur schön! „ Zu deiner Zeit, Mascha, gab es zahlreiche schöne Wörter, <wohlgeraten, Zierde, Trippelschritte>, das sind nur Beispiele, ich liebe viele, viele Wörter deiner Zeit. In meiner Zeit gibt es dafür viele Wörter für Sprachlosigkeiten. Wörter für psychische Erkrankungen, für ungesunde Beziehungen, für psychische Gewalt, für Gehirne, die anders ticken.“ Es war mir eine tiefe Freude, am Anfang jedes Kapitels, erneut in ein Gedicht von Mascha Kaléko einzutauchen, das habe ich viel zu lange, nicht getan!
Im Zwiegespräch mit Mascha Kaléko
Die Protagonistin Elisa, deren Leben gewisse Parallelen zu dem der Autorin Sarah Lorenz aufweist, offenbart tiefe Emotionen, teilt Hoffnungen und gibt Verletzungen preis. Sie macht das in einer Art Gespräch mit Mascha Kaléko, die sie bewundert und die ihr in schweren Momenten mit ihrer Lyrik eine große Stütze war. Sarah Lorenz zeichnet den Lebensweg von Elisa nach, der durch Erschütterungen und Verluste gekennzeichnet ist. Manchmal geht sie inden Schilderungen über das erträgliche Maß heraus. Sie schreibt jedoch in einer so feinen, reflektierten und tiefgründigen und zum Teil auch witzigen Art, dass man das Buch gar nicht weglegen möchte. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!
"Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" ist ein schonungsloser Roman, der fordert, erschüttert und nachhallt. Dabei sollte man sich nicht vom Buchtitel in die Irre leiten lassen, der irgendwie Leichtigkeit verspricht - leichte Kost ist dieses Buch wahrlich nicht. Dennoch ist es ein lesenswerter autofiktionaler Roman, der mich sehr berührt hat. Die Triggerwarnungen sollte man also wirklich beherzigen: Psychische und physische Gewalt, Selbstverletzung, Drogenmissbrauch.
Durch Zufall sitze ich gerade in einem Haus mit dem viel zitierten Reetdach, als ich diesen Roman lese, der mich so bewegt hat. Wer kennt es nicht, dieses "Bauchweh, Kopfweh, Lebensweh"? Aber wie viele können es auch so schön zwischen zwei Buchdeckeln verpacken wie Sahra Lorenz? Ich denke, nicht so viele! Was für eine Ode an die Suche nach der Liebe! Elisa weiß das es sie gibt, denn sie hat sie in frühen Jahren von ihrer Mutter erfahren, doch dann entzieht ihr die Mutter diese. Lässt sie verletzt zurück, gibt sie in ein Jugendheim, wohl wissend, wie schrecklich diese sind. Von nun an ist Elisa auf der Suche nach der Liebe, immer an ihrer Seite, die Angst und die Bücher. Mal spenden diese Hoffnung, mal gaukeln sie einem Lösungen vor, die keine sind. Wie z. B. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Wie cool stellt sich die 13-jährige vor, sei es doch sich Heroin zu spritzen. Die Suche nach Liebe geht in der Punkerszene weiter. Doch auch hier gibt es viele Enttäuschungen, körperliche Liebe ja, aber einen sicheren Hafen bieten weder die, meist älteren, Männer, noch Alkohol und Drogen. Doch es gibt auch Trost. Gespendet durch die Gedichte von Mascha Kaléko, die sagt: "Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond." Wie können einen solche poetischen Künste nicht trösten? Auch wenn "Trostlos das Superlativ von traurig" ist. Wie gerne hätte ich Elisa in den Arm genommen, ihr in einem Café mit Reetdach einen Kaffee mit viel Milchschaum serviert. Hätte mit ihr über die unsagbare Trauer über den Verlust von Vätern gesprochen und ihr gesagt wie wunderbar ich solche Sätze finde, wie z. B.: "Ich bin derart gut gelaunt, Zeit, mir selbst zu misstrauen." Oder "Jeden blassen Tag färbt Judith etwas bunter. So gesehen war sie Malerin, eine Tagesmalerin." Mir hat die Autorin die Stunden des Lesens ihres Buches bunt gemalt, mir Tröstendes geschenkt und den Rat, mich ebenfalls an Wunder zu halten. Große Leseempfehlung ❤️
Liebe es ♥️
Ich habe mich schon nach den ersten Sätzen in den Schreibstil der Autorin verliebt. Das Buch ist unglaublich berührend und voller Gefühl. Ich bin total begeistert und unendlich froh, es entdeckt zu haben :) „Mit einem Besen möchte ich sie jagen, die Ängste und die Angst vor den Ängsten. Die ist sowieso die perfideste überhaupt. Jeder Zeit kann alles geschehen, es stimmt. Alles Schlechte, aber eben auch alles Gute. Drum gräme dich, jammere, jauchze und strahle vor Glück.“ „Diese Emotionen werden binnen Sekunden ausgelöst und es dauert zumindest beim Elend dreifach so lange mich da wieder rauszuziehen. Sich an Kleinigkeiten erfreuen zu können wie ein Kind, wenn es das erste Mal auf einem blinkenden Jahrmarkt steht, ist ein Geschenk. Trauern, ohne zu wissen, worum, ist eine Bürde.“ „In deinem Tagebuch hast du mal geschrieben: „Ich bin schrecklich sensibel und bin verflucht oder gesegnet Freud und Leid tausend Mal tiefer zu empfinden als die meisten anderen Menschen die ich kenne.“ Hättest du mich kennengelernt wäre ich eine derer gewesen bei denen es auch so ist. Dieses ununterbrochene Fühlen geht mir maßlos auf die Nerven.“
Für mich eine sehr durchwachsene Geschichte mit einer anstrengenden und mich nervenden Protagonistin, zu der ich leider keinen Zugang finden, und daher auch nicht so sehr mitfühlen konnte. Dazu wiederholte sich auch vieles. Mascha Kaleko ist schon seit Jahren meine unumstritten liebste Lyrikerin, die so intelligente, humorvolle und auf den Punkt gebrachte Zeilen hervorgebracht hat. Diese passten für mein Empfinden hier gar nicht hin, in mir sträubt sich da alles dies miteinander in Einklang zu bringen. Etwas positives hatte das Buch trotzdem: nochmal in Ruhe Kalekos Gedichtbände zur Hand nehmen und genießen. Diese kann ich auf jeden Fall sehr empfehlen.
Liebe Buchi, Vielleicht liest du es, ich könnte mir vorstellen, dass du hier und da nach Meinungen zu deinem Buch schaust. Wir sind ungefähr gleich alt und in meinen Zwanzigern habe ich mich auch in alle Gedichtbände von Mascha Kalèko verloren. Und so waren mir alle Gedichte noch sehr vertraut und ich habe mich alleine dadurch sehr zurückversetzt gefühlt in nicht nur gute Zeiten, vor allem in viele Sehnsüchte. Dein Buch hat noch viel mehr Schwere als ich vorher erwartet habe und es wirkt so, dass du alles hineingegeben hast. Du hast jedenfalls sehr viele warme und authentische Worte und Bilder für alles gefunden, man kann mit Elisa sehr gut mitfühlen.
Ein beeindruckender Roman, der aufzeigt, wie sehr familiäre Strukturen den Spielraum eines Lebens von Anfang an begrenzen oder eröffnen. 🍀
Sarah Lorenz' Debütroman "Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" handelt von der 39jährigen Elisa, die ihr schweres Leben reflektiert und sich dabei erzählend an die von ihr verehrte Dichterin Mascha Kaléko wendet. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht der berühmten Lyrikerin, das dann inhaltlich zu den nachfolgenden Gedanken der Protagonistin passt. Elisa erzählt von der Geborgenheit ihrer frühen Kindheitsjahre, dem Verlassenwerden von der Mutter, ihrem Leben im Heim und der Obdachlosigkeit auf der Straße. Immer ist sie auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit, erfährt jedoch hauptsächlich Verlust und Enttäuschungen. Die Art wie sie reflektiert ist schonungslos und direkt und dennoch poetisch. Es ist eine Kunst, seine Gefühle und Gedanken über sich und das Leben so klar und dennoch berührend und warmherzig erzählen zu können. Das hat Sarah Lorenz hier eindrücklich mit ihrer Figur Elisa geschafft. Am Ende bleibt der Eindruck, wie optimistisch und stark Elisa ihr Leben meistert und dass sie erkennt, dass die Liebe immer in ihr selbst zu finden ist.
Eine schöne Idee ein Leben im Zwiegespräch mit einer toten Schriftstellerin Review passieren zu lassen. So viel glückliche und unglückliche Ereignisse! Ich mochte die Reflektion des Lebens ihrer Mutter. Nüchtern, verständnis-, liebevoll, aber auch realistisch. Sehnsüchtig nach der Frau, die diese sein gekonnt hätte. Sehnsüchtig nach Liebe. Gern bin ich den Gedanken der Ich-Erzählerin gefolgt. Dabei gelingt es ihr, kurz, knapp und nachfühlbar, Gefühle auf den Punkt zu bringen und bald wird, trotz allem Elend, eine Stärke sichtbar, die man nicht erwartet. Und über allem leuchtet immer wieder die Hoffnung auf ein liebes- und sinnerfülltes Leben auf. Als den Lesefluss störend empfand ich die Sternchen bezüglich der gendergerechten Sprache und frage mich, ob das sein muss. Berufsgruppenbezeichnung genügt doch....
Dies war mein letztes in 2025 gelesenes Buch, und ich bin mit ihm leider nicht so richtig warm geworden. Leider, weil ich bei einer Lesung der Autorin war und sie durchaus sympathisch fand. In diesem autofiktionalen Roman erzählt die Protagonistin Elisa von ihrer durchaus behüteten Kindheit bei ihrer sehr jungen Mutter und dem für sie abrupten Umzug in eine Jugendhilfeeinrichtung als Prä-Teenie, die sie als das "große kalte Haus" empfindet. Im Laufe der Zeit entwickelt sie den Wunsch, bei den Punker auf der Kölner Domplatte zu leben, und setzt dies mit 13/14/15 tatsächlich um. Darauf folgen diverse Beziehungen, einige Umzüge, eine Ausbildung als Buchhändlerin, ein nachgeholtes Abitur und schließlich ihre Ehe mit Nick, die aber schnell von Nicks schwerer Krebserkrankung überschattet wird. Ein durchaus bewegtes Leben also. Jedem Kapitel ist ein Gedicht mit Mascha Kaleko vorangestellt, und im Buch wird auch immer wieder auf die Dichterin Bezug genommen. Insgesamt fand ich dieses Buch schon in Ordnung, aber es war mir teilweise etwas zu viel Innerlichkeit und Gefühl. Ich kann es der Autorin angesichts ihrer Lebensgeschichte auch nicht verdenken, aber diese Art von Innerlichkeit ist bei mir weniger gut angekommen als etwa die in den Büchern von Julia Schoch. Bösartig gesagt ist mein Gefühl ein bisschen, dass "Mit Dir..." neudeutsch gesprochen stellenweise sehr instragrammable ist, wobei mich andere Passagen durchaus emotional berührt haben. Insgesamt ein durchwachsenes Leserlebnis, daher 3,5 Sterne mit einer leichten Tendenz zu 4.
Außergewöhnlich, poetisch, klug und inspirierend ❤️🩹
Mit wenig Erwartung und sogar etwas Verwirrung begann ich zu lesen (Ein einseitiger Briefkontakt zu einer verstorbenen Dichterin, was soll das sein?) und plötzlich war ich mittendrin. Die Sprache hat mich sofort gepackt: so besonders, so schön, und trotz aller Schwere in der Geschichte von einer hoffnungsvollen Leichtigkeit getragen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha Kaléko, auf das die Protagonistin Elisa in Briefen Bezug nimmt. Dadurch entsteht eine fragmentarische, fast schwebende Erzählweise, die nicht streng linear wirkt, sondern wie Gedanken und Gefühle, die sich verweben. Gerade das macht den besonderen Reiz dieses Romans für mich aus. Elisa, eine Frau um die 40, ist mir sehr sympathisch. Ihre Sicht auf Liebe, Beziehungen und auf die Mutter-Tochter-Bindung erinnert mich an vieles, das ich innerlich kenne. Besonders fasziniert und inspiriert hat mich ihre Art, auf ihr früheres Ich zu blicken: nicht abwertend oder verurteilend, sondern mit einem liebevollen, verständnisvollen Blick. Ein Annehmen ohne Schönreden – das hat mich sehr berührt. Ein außergewöhnliches Leseerlebnis, das poetisch, berührend und inspirierend zugleich ist.
“Denn solange ich Bücher an meiner Seite weiß, werde ich mich niemals ganz alleine fühlen.”
Dieses Debüt von Sarah Lorenz ist unfassbar gelungen & sprachlich sowie inhaltlich sehr stark! Ich durfte auf der Leipziger Buchmesse eine kleine Lesung von ihr besuchen und habe das Buch dabei geschenkt bekommen. Vielen Dank lieber Rowohlt Verlag an der Stelle! 💫 Es geht um Elisa, die ihrem großen lyrischen Idol Mascha Kaléko von ihrer Kindheit und Jugend erzählt. Dabei bringt Sarah Lorenz immer wieder Zitate aus Gedichten von Kaléko mit ein, was sich wunderbar mit ihrem eigenen, ebenfalls sehr poetischen Schreibstil ergänzt. Auch wenn ich stellenweise schlucken musste, bei alldem, was Elisa so erzählt, war ich gleichzeitig unfassbar berührt und konnte es gar nicht weglegen. Am liebsten hätte ich Elisa in den Arm genommen und ihr Liebes-Konto für Jahre ins Plus gebracht. Also, wenn ihr von Drogen, sexueller Gewalt und Suizid nicht getriggert werdet, möchte ich euch das Buch ganz doll ans Herz legen! ❤️🩹

MIT DIR, DA MÖCHTE ICH IM HIMMEL KAFFEE TRINKEN Sarah Lorenz Unsere Ich-Erzählerin Elisa steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie blickt zurück und zieht Bilanz – begleitet von den lyrischen Gedichten Mascha Kalékos, die ihr seit Jahren Halt geben. Die Parallelen zwischen Kalékos Worten und Elisas Leben sind tröstlich und schmerzhaft zugleich. In ihrer frühen Kindheit erlebt Elisa noch Geborgenheit. Ihre Mutter liebt sie – doch irgendwann reißt dieser Faden. Elisa wird verstoßen, verliert den Rückhalt, den jedes Kind so dringend braucht. Was folgt, ist eine Jugend in verschiedenen Kinderheimen. Später zieht es sie nach Köln, wo sie als Obdachlose auf der Domplatte in der Punkszene lebt und in die Heroinsucht abrutscht. Während das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ viele Jugendliche abschreckt, wird Christiane F. für Elisa zum Idol. Obwohl sexuelle Gewalt und Missbrauch zu ihrem Alltag gehören, verliert sie nie ihre Neugier, nie den unstillbaren Hunger, auf weitere Abgründe des Lebens. Erst spät beginnt sich ihr Leben zu verändern. Sie holt Schulabschlüsse nach, macht eine Ausbildung zur Buchhändlerin und beginnt ein Studium. Langsam kämpft sie sich zurück – Schritt für Schritt. Obgleich der Titel Leichtigkeit verspricht, ist der Inhalt alles andere als das: Die schonungslosen, teils derben Zeilen stehen im Kontrast zur poetischen Sprache. Mehr als einmal musste ich das Buch zur Seite legen. Hier spricht ein zutiefst verletzter Mensch, dessen Leid tief unter die Haut geht. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha Kaléko – als thematische Einstimmung und poetischer Rahmen. Die klare Struktur und der dichte Erzählstil lassen einen dennoch durch die Seiten fliegen. Fazit: Ein autofiktionaler Roman, der fordert, erschüttert und nachwirkt. Nicht für jede:n geeignet – aber unbedingt lesenswert für alle, die sich auf emotionale Tiefe einlassen wollen. 4/5 TW: Psychische und physische Gewalt, Selbstverletzung, Drogenmissbrauch, Suizid, Depression

„Der Mensch, bei dem ich mich am allersichersten auf der Welt gefühlt habe, ist zu dem Menschen geworden, den ich am meisten fürchte.“ „Sich an Kleinigkeiten erfreuen zu können wie ein Kind, wenn es das erste Mal auf einem blinkenden Jahrmarkt steht, ist ein Geschenk. Trauern, ohne zu wissen, worum, ist eine Bürde.“ Die Protagonistin resümiert ihr Leben, blickt zurück auf ihre Zeiten in großen, kalten Häusern, Jugendhilfeeinrichtungen. Ihre Mutter, war mal warm aber hat irgendwann zu gemacht. Jahrelang hat ihre Mutter funktioniert, dann ist die Wärme erstarrt, weil keiner ihre Hilferufe hörte oder hören wollte. Elisa lebt auf der Straße, in besetzten Häusern, versifften Wohnungen, macht Bekanntschaften mit Männern, die es nicht immer gut mit ihr meinen. Und sie ist immer auf der Suche nach der Liebe, die ihr keiner mehr geben konnte. Ein schrecklich schöner Roman, der mich zutiefst berührt hat. Elisa fühlt zu viel, ist dramatisch aber eigentlich will sie nur eins, geliebt werden. Die Angst ist ihr ständiger Begleiter, die Angst vorm verlassen werden, die kennt sie schon. Früh musste sie sich zwischen den Eltern entscheiden., dufte zu einem Elternteil keinen Kontakt mehr haben. Philosophisch, poetisch und zart machen wir eine Reise in ihre Vergangenheit zwischen Poesie und „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Elisa probiert alle Drogen aus, die sie bekommen kann und findet manchmal nur noch Halt und Trost in Büchern. Sie trauert um verlorene Lieben und Freundschaften und schafft es dabei immer wieder aufzustehen. Mich hat das Buch zu Tränen gerührt. Viele Zitate sind einfach nur schrecklich-traurig-schön. Eine Liebeserklärung an die Dichterin Mascha Kaleko und eine Ode ans Leben, mit all der Liebe und all dem Schmerz.
Wahnsinns Kombi aus Tiefgang, rotziger Sprache, Gedichten und Taschentuchalarm
Wo fange ich an, wo höre ich auf? Ich will mich in Rezensionen grundsätzlich kürzer fassen… Ich habe so viele positive Rezensionen zu diesem Roman gelesen und irgendwie haben sie alle recht. Die Kombi aus Mascha Kaléko und ihrer Lyrik und himmelschreiender Wut und Enttäuschung der Protagonistin Elisa ist absolut großartig. Das Gelesene wiegt schwer und geht tief, am Ende hielt ich es kaum aus… weiterlesen musste ich natürlich trotzdem. Und nun bin ich traurig, dass ich durch bin,… gleichzeitig aber auch ein wenig erleichtert, dem schweren Schicksal Elisas entronnen zu sein. Ein bisschen Abstand gewinnen. Kennt ihr das auch bei Büchern, die euch sehr mitnehmen? Ihr habt mit Lyrik nix am Hut, kennt vielleicht auch Mascha Kaléko gar nicht? Ihr mögt Charaktere, die euch kalt erwischen und mietfrei in euren Kopf einziehen? Dann ist „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ euer Buch! Aber Achtung, checkt die Content-Notes, damit es euch nicht mit Haut und Haaren verschlingt…
"Lebenresümieren." [S. 76] Auch wenn Lyrik und Poesie nichts ist, wofür mein Herz schlägt, besticht Sarah Lorenz durch einen ganz besonderen Erzählton (an den ich mich jedoch erst gewöhnen musste), der einem die bewegende Lebensgeschichte von Elisa näher bringt, die sie der Dichterin Mascha Kaléko schildert. " Meine tiefste Überzeugung ist jene, dass es sich immer lohnt, Hoffnung zu haben." [S. 176]
Eins mit dem Buch werden
Elisa hat in ihrem Leben schon viel Mist erlebt. Die Liebe ihrer Mutter hat die Pubertät nicht überstanden. Sie kommt in eine Einrichtung, geht dort stiften und endet auf der Domplatte in Köln bei den Punks - damit hat sie alles erreicht, was sie vom Leben erwartet. Christiane F ist ihr großes Vorbild, Heroin die Droge, die ihr Freiheit zu geben verspricht. Es ist hart, was wir zu lesen bekommen, doch es ist die Realität. Nicht selten frage ich mich beim Anblick Obdachloser, junger Menschen, wie sie wohl dahin gekommen sind. Doch Elisa biegt rechtzeitig ab und ihr Lieben, als Punk ist nicht die Endstation. Was bringt sie dazu einen anderen Weg zu gehen und sich nicht so weit runterziehen zu lassen, dass eine Flucht aus dem Milieu nicht mehr möglich ist? Ich glaube, man nennt es Resilienz! Nun blickt sie mit Ende 30 zurück auf ihr Leben und richtet dabei ihr Wort an Mascha Kaléko, die von ihr hochverehrte Dichterin. Sie sieht Parallelen, Unterschiede und stellt in einem warmherzigen Plauderton Verbundenheit und Freundschaft zu einer Person her, die schon vor ihrer Geburt nicht mehr unter uns weilte. Manche Menschen brauchen länger, bis sie sich berappelt, bis sie die Wut und Zerrissenheit der Jugend hinter sich lassen. Manche müssen tiefe Täler durchschreiten, Wunden davon tragen, Beziehungen eingehen und wieder zerbrechen sehen. Genau so eine ist Elisa. Sie redet über die Liebe und Beziehungen, über den Tod und das Leben auf eine unglaublich berührende Art. Auf jeder dritten Seite hatte ich einen Kloß im Hals und manchmal konnte ich die Buchstaben nur durch einen Tränenschleier erkennen. Was habe ich Taschentücher verbraucht beim Lesen dieses Buches! Obwohl sie allen Grund hätte wütend und unversöhnlich zu sein, hat sie sich einen wohlwollenden Blick auf die Unzulänglichkeiten der Menschen bewahrt und kann sie in Liebe verwandeln. Wenn sie über ihren Vater spricht, der sie eigentlich gar nicht hätte zeugen dürfen, sieht man zwar das Empörende, verstehe aber das Glück, dass sie mit ihm erlebt. Wenn sie ihre Mutter erwähnt, spürt man zwar die Sehnsucht des einsamen Kindes, aber auch den reflektierten Blick einer Erwachsenen. Man spürt die Wut über Männer, die junge Mädchen und Frauen benutzen, aber es bleibt keine Verbitterung zurück. Ich fand es unglaublich stark, wie gut Elisa für sich gesorgt hat und wie sie es immer wieder geschafft hat, Kraft aufzubringen, um das Leben zu meistern. Ein hoffnungsvolles Buch, welches ich so gerne jungen Menschen, die auf der Suche nach dem richtigen Weg verzweifeln, in die Hand drücken möchte. Um kurz auf den Schreibstil von Sarah Lorenz einzugehen, möchte ich nicht unerwähnt lassen, wie elegant sie dieses Buch aufgebaut hat. Sie springt in den Zeiten vor und zurück und trotzdem hangeln wir uns an einem unsichtbaren roten Faden chronologisch voran. Elegant setzt sie Teaser auf kommende Ereignisse, Menschen oder Lieben. Dabei nimmt sie nichts vorweg, sondern schürt Vorfreude. Der Monolog der sich an Kaléko richtet, nimmt Bezug auf die Lebensgeschichte der Dichterin und ihre Gedichte eröffnen jedes Kapitel. Lorenz wählt einen Stil der nahbar und natürlich ist und den Eindruck vermittelt Elisa richtet das Wort an mich selbst. Ich habe mich selten so Eins gefühlt mit einer Erzählerin. Mir fehlt jegliche Distanz zu diesem Text. Ich habe ab und zu andere Wege genommen als sie aber gefühlt haben wir das gleiche. Das macht dieses Buch so besonders für mich und mir schnürt es tatsächlich die Kehle zu, wenn ich daran denke, dass ich Elisa jetzt loslassen muss. Es hört sich vielleicht übertrieben an, dessen bin ich mir bewusst, aber ich wäre gern mit dieser tollen starken, gefühlvollen und reflektierten Frau befreundet. Und wieder einmal merke ich, was für eine emotionale Leserin ich bin. Ich danke Sarah Lorenz sehr, dass sie es geschafft hat, diese Seite an mir hervor zu locken. Dieses tolle Buch wird einen ewigen Platz in meinem Bücherregal bekommen. Eine Leseempfehlung? Wer das immer noch nicht gemerkt hat, muss die Rezi noch mal lesen😉
Ein Rückblick der für mehrere Leben reicht und ein schöner Zugang zu Mascha Kaléko.
Sarah beschreibt sehr authentisch was passieren kann, wenn Mutterliebe und Halt fehlen. Dabei teilt sie die Gedanken mit Mascha Kaleko und nimmt sich gleichzeitig Trost oder Bestätigung aus ihren Gedichten. Zwangsläufig schaut man in die eigenen Vergangenheit und teilweise in einen Spiegel. Einen Menschen der mitfühlt, liebt, tröstet und stärkt - ein Lebensrecht, dass nicht alle erfahren. Ein sehr eindrucksvolles und berührendes Buch. Von mir bekommt es eine klare Lesempfehlung.

„Mit dir da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ ist anders, als alles was ich bisher gelesen bzw. gehört habe, unvergleichbar und auch unvergesslich. Wir begleiten Elisa, die über ihr durchaus sehr turbulentes Leben führt und all ihre guten, aber auch schlechten Erlebnisse der Dichterin Mascha Kaléko berichtet. Der Schreibstil der Autorin ist erfrischend anders, geht direkt ins Herz und lässt den Leser direkt mitfühlen ohne dabei aufdringlich zu wirken. Sie schreibt schonungslos ehrlich und hart, auf der anderen Seite aber auch unfassbar einfühlsam und bedacht. Ein wunderbarer Debütroman.
Manchmal gibt es Bücher, die nicht nur gelesen, sondern erlebt werden. Bücher, die nicht einfach eine Geschichte erzählen, sondern eine Seele haben – die atmen, fühlen, leuchten. Sarah Lorenz' Debütroman „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ ist genau so ein Buch. Es ist ein Herzschlag aus Worten, eine leise, zärtliche Umarmung, die nachhallt, lange nachdem die letzte Seite umgeblättert wurde. Im Mittelpunkt steht Elisa, eine Frau, die das Leben mit all seinen Schattenseiten kennengelernt hat. Ihre Kindheit ist von Brüchen gezeichnet – mit neun Jahren von der Mutter in eine Jugendhilfeeinrichtung gegeben, mit vierzehn auf den Straßen Kölns gestrandet, zwischen Punks, Drogen und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Sie verliert sich in toxischen Beziehungen, in Missbrauch, in einer Abtreibung, die ebenso schmerzhaft wie unausweichlich scheint. Doch sie gibt sich nicht auf. Irgendwann beginnt sie, sich ein anderes Leben zu erschaffen: Sie holt Schulabschlüsse nach, macht eine Ausbildung zur Buchhändlerin, studiert – und findet schließlich einen Platz in der Welt, der nicht mehr nur aus Flucht besteht. Was diesen Roman so besonders macht, ist die poetische Erzählebene. Elisa erzählt ihre Geschichte nicht einfach – sie spricht mit Mascha Kaléko, der großen Dichterin der Sehnsucht und Melancholie. Jedes Kapitel wird von einem Gedicht Kalékos eröffnet, ihre Worte werden zu Ankerpunkten, zu Rettungsinseln in Elisas Leben. Während einer Zugfahrt nach Zürich, zum Grab der Dichterin, beginnt ein innerer Dialog, ein literarisches Zwiegespräch zwischen zwei Frauen, die sich nie begegnet sind und doch so viel gemeinsam haben. Sarah Lorenz hat mit „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ eine berührende Hommage an Mascha Kaléko geschrieben – aber nicht nur das. Es ist auch eine Hommage an Bücher, an Worte, die wärmen, wenn die Welt zu kalt ist. Elisa hat sich mit Büchern über Wasser gehalten, als nichts anderes mehr hielt. Und genau das spürt man auf jeder Seite dieses Romans: die unerschütterliche Kraft der Literatur, die leise, aber unbeirrbare Hoffnung, dass Geschichten Leben retten können. Trotz all der Schwere, trotz Gewalt, Verlust und Einsamkeit ist dieser Roman kein düsteres Werk. Sarah Lorenz schreibt mit einer Sprache, die zugleich poetisch und klar, melancholisch und hoffnungsvoll ist. Sie erzählt von tiefen Wunden, aber auch von dem Licht, das trotzdem immer wieder durchbricht. Elisa trägt ihren Schmerzm mit einer Leichtigkeit, die fast schwindelig macht – und genau das macht diesen Roman so außergewöhnlich. „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ ist traurig und tröstend zugleich, sanft und doch kraftvoll. Es ist ein Buch, das einen nicht mehr loslässt – und das man nicht mehr loslassen möchte. Ein Meisterwerk voller Poesie, Schmerz und Licht. Ein absolutes Lesehighlight! 💛💙🖤

Ein Buch voller Schmerz, Sehnsucht und Poesie, aber auch Hoffnung und Kraft. Schonungslos und berührend.
Elisa schaut mit 39 Jahren auf ihr Leben zurück und erzählt von schwierigen Phasen, von der Zeit im Heim, Obdachlosigkeit, dem Leben unter Punkern, vom Missbrauch, Alkohol, Drogen und toxischen Beziehungen. Jedem Kapitel geht ein Gedicht von Mascha Kaleko voraus, da die Texte der Dichterin die Protagonistin durch ihr Leben tragen. Obwohl sie einiges im Gepäck trägt, findet Elisa Kraft und sucht weiterhin nach Liebe, Wärme und Geborgenheit. „Mit dir…“ war keine leichte Kost, zeigte aber, dass man sich trotz schwieriger Zeiten Zartheit und den Blick für das Schöne im Leben bewahren kann und die Hoffnung auf eine Wendung zum Guten NIE aufgeben sollte.
Holt mich leider nicht ab. Kann mit der Ich- Erzählerin nichts anfangen, der Schreibstil ist mir zu bemüht-poetisch und an vielen Stellen inhaltlich redundant - das Buch was genau so, wie es der kitschige Titel befürchtn ließ. Außerdem stören mich die fehlende Handlung und in der Zeit hin- und herspringende Rückblenden. Ich war mehrfach kurz davor, das Buch abzubrechen, wollte aber noch wissen, ob denn nun noch etwas passiert bzw. die Autorin zum Punkt kommt, was leider nicht wirklich passiert ist, wobei es zum Ende hin etwas besser wurde (der Schluss hat mir inhaltlich und formell jedoch auch nicht gefallen). Am meisten zugesagt haben mir die Gedichte Mascha Kalekos zu Beginn jedes Kapitels.
So kurz und doch so anstrengend… Die Protagonistin (von der man befürchtet, dass sie mit der Autorin viel gemeinsam hat) kreist um sich selbst und ihre Dramen und Probleme. Alles ist dabei: verwehrte Mutterliebe, Borderline-Störung, Drogenmissbrauch, Missbrauch allgemein, eine Abtreibung… die Protagonistin lässt nichts aus. Und immer sind es die anderen und die verwehrte Liebe. Grauenhaft! Einziger Lichtblick sind die Gedichte von Mascha Kaleko, die jedem Kapitel voran gestellt sind. Aber die stammen ja zum Glück nicht von der Autorin…
16.08.25
Eine wahre Würdigung von Mascha Kalékos Werk. Sarah Lorenz verwebt das Leben ihrer Protagonistin Eliza eng mit den vielschichtigen, oft autobiografischen Texten Kalékos. Eliza findet in Kalékos Werk auf berührende Weise Zuflucht, Zuspruch, Rat und Halt. Lorenz lädt dazu ein es Eliza gleichzutun und macht in ihrer Art zu schreiben spürbar, wie sehr Lorenz selbst Mascha Kaléko verehrt. Bemerkenswert ist, dass bei diesem Vorbild für Autorin und Protagonistin auch Raum für Widersprüche und Abgrenzung ist, wenngleich diese kritische Auseinandersetzung mit aus heutiger Perspektive problematischen Positionen etwas knapp und weniger stark eingewoben daher kommt.

"Unglaublich, wieviel Gegenwart man aushalten muss bis sie Erinnerung wird." Elisa lässt ihr Leben an sich vorüberziehen. Sie erzählt. Von einer Kindheit, die sich erst warm, dann kalt anfühlt. Vom rebellieren und doch eigentlich fach nur geliebt werden wollen. Vom Nähe suchen und vom Erfahren von Übergriffigkeit und Verlust. Mit 13 bricht Elisa aus Ihrer Welt aus, haut ab, um der Kälte um entgehen, die sie von ihrer Mutter und und den Heimen erfährt. Sie landet auf der Kölner Domplatte, kommt mit Drogen und Menschen in Berührung, die ihr nicht gut tun. Immer zwischen dem Gedanken, mit spätestens 30 an einer Überdosis zu sterben und dem Wunsch, doch noch wahre Liebe zu erfahren. Das Lesen war teilweise sehr schmerzhaft. Schütteln wollte ich Elisa. Oder sie einfach fest in den Arm nehmen und sagen, dass alles gut wird. Das besondere an diesem Roman ist, dass Elisa diese Geschichte nicht mir als Leserin erzählt, sondern der Dichterin Mascha Kaléko. Sinnbildlich für die Literatur, die immer an Elisas Seite und ihr ein Zufluchtsort, ihre Rettung war. Jedem Kapitel ist ein Gedicht der Künstlerin vorangestellt, das zur jeweiligen Lebensphase passt, eine Frage nach Rat ist oder gar Parallelen der beiden aufzeigt. Sehnsucht nach Liebe, Verlorensein in der Gefühlswelt, Übergriffigkeit durch Männer, Drogen schon in jungen Jahren. Das sind die dominierenden Themen. Eine Mischung aus Christiane F., dem Mädchen vom Bahnhof Zoo, und dem inneren Kind, das geheilt werden will. "Leben ist das, was auf das trotzdem folgt." Und dass stimmt letztlich versöhnlich.
So ein unfassbar gutes Buch! Ich muss es unbedingt nochmal lesen und mir die vielen schönen Zitate markieren (habe es jetzt als Hörbuch gehört). Die Protagonistin Elisa erzählt ihrer Lieblingsdichterin Mascha Kaléko von ihrem Leben und sie hatte es bis dato wirklich nicht leicht. Vom Aufwachsen in der Jugendhilfe über Zeiten der Obdachlosigkeit auf der Kölner Domplatte, hin zur Suche nach Liebe und Geborgenheit und den damit einhergehenden Männern die es nie wirklich gut mit ihr meinten., schildert sie all diese Erlebnisse ganz unverblümt. Zwischendurch fließen immer wieder passende Zitate von Mascha Kaléko ein und Elisa hat wirklich Recht, wenn sie sagt, dass man diese am besten vorgelesen bekommt. So bekommen sie nochmal eine ganz andere Tiefe. Allgemein kann ich das Buch auch als Hörbuch sehr empfehlen. Für mich die selbst als Erzieherin in der Jugendhilfe arbeitet waren besonders die Eindrücke zu dieser Thematik sehr eindrücklich. Alles in allem war dieses Buch bisher mein absolutes Jahreshighlight und ich will unbedingt bald einmal Mascha Kalékos Gedichte im Original lesen
Danke für dieses Buch, Sarah Lorenz
Dieses Buch hat mich sehr berührt- ein tolles Debüt. Die Erzählerin Elisa berichtet, wie sie in einer schwierigen Kindheit überlebte. Den Punk für sich entdeckte und später auch die Gedichte von Mascha Kaleko für sich als Lebensanker entdeckte. Durch ihre Erzählweise lässt sie uns ganz nah an sich heran und wir dürfen ihre Lust zu Lieben und zu Leben hautnah miterleben. Danke, Sarah Lorenz.
Eine starke Stimme für alle Adressaten des Jugenhilfesystems und für Betroffene von Gewalt
Entgegen den Kritikern, die behaupten dieses Buch sei wie Christiane F. nur in „weniger gut“ finde ich: eigentlich sollten alle Bücherregale voll von diesen Geschichten sein, von jungen Menschen und insbesondere von Frauen, die dieses Schicksal erleben mussten. Es gibt bei Gott nie genug Bücher und Geschichten, die erzählen, was in einzelnen Familiensystemen, im strukturellen Gesellschaftssystem und insbesondere in Beziehungen zu Männern passiert und was das mit dem Individuum macht. Der Autorin gilt mein Dank, dass sie den Blick öffnet für die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen, die nicht in gesicherten Verhältnissen aufwachsen. Ich glaube es gibt viele Menschen, die sich durch das Buch gehört, gesehen und verstanden fühlen können. Das Buch ist keine „Rage-Bait“, sondern die Realität vieler! In diesem Buch findet nahezu jede Person Worte, die einem helfen, die eigene Lebensgeschichte zu verarbeiten. Manchmal vergisst man wie schonungslos das Leben ist, während man lebt und denkt, Krankheit und Tod sind weit entfernt. Wer sich dem Leben stellen möchte, in all seinen Facetten, die es mit sich bringt, wird hierbei fündig. Der Schluss war super schön :)
Ein Buch, wie kein anderes 🌼
Ich habe dieses Buch aufgegriffen, nachdem Katja Lewina (wundervolle Autorin) dieses Buch in ihrer Story auf Instagram geteilt hat! Nach dem Blindkauf wusste ich nicht recht was mich erwartet und direkt nach den ersten Seiten ahnte ich nur, wie besonders dieses Buch ist. Der Schreibstil, Mascha und diese nahbaren Personen. All das führt zu einem Meisterwerk, wie ich noch nie lesen durfte. Ich war den Tränen nah und am Ende kamen sogar bei der Danksagung Tränen. Also ich glaube, ich habe eine neue Autorin für meine Lieblingsautorinnen-Liste🍋🟩🌱
Das Buch hat mich verschlungen, wie die Autorin vom Leben verschlungen wurde.
Sie ist lebenshungrig und lebensmüde, lebt in vollen Zügen. Eine Vergangenheit voller Schicksalsschläge, Ungerechtigkeiten, Emotionen, Sex, Missbrauch, Leere, Liebe und Wörtern. Genau jene - Liebe und Wörter waren letztlich ihre Stütze: Freunde und Familie, Bücher wie die von Mascha Kaléko. Wenn eine ein Stehaufmännchen ist, dann wohl Sarah Lorenz. Anfangs hatte ich noch befürchtet, dass ich mich nicht mit ihr identifizieren könnte und deswegen nicht am Ball/Buch bleiben würde. Doch ich konnte gar nicht nicht lesen. Ich bin dankbar, dass sie uns die Gardinen zum Fenster ihres Lebens geöffnet hat. Mein Buch ist voller Zettelchen und Notizen. Doch am Besten sollte man sich wohl seine eigenen Gedanken machen...
„Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ von Sarah Lorenz ist ein literarisches Debüt, das mit einer Mischung aus Poesie und Punk begeistert. Die Geschichte folgt Elisa, einer Frau, die auf ihr bewegtes Leben zurückblickt – geprägt von Verlust, schwierigen Beziehungen und der Suche nach Nähe und Zugehörigkeit. Besonders berührend ist die Verbindung zu den Gedichten von Mascha Kaléko, die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Lorenz schreibt mit einer Intensität, die gleichermaßen brutal und liebevoll ist. Ihre Sprache ist direkt, aber voller Sehnsucht nach Geborgenheit. Die Protagonistin Elisa erzählt von ihrer Zeit im Heim, von Obdachlosigkeit und von der unermüdlichen Suche nach Liebe und einem Zuhause. Dabei schafft es die Autorin, die Härte des Lebens mit einer fast magischen Hoffnung zu verweben. Ein Buch, das nicht nur eine Hommage an Mascha Kaléko ist, sondern auch eine Feier der kleinen Wunder des Lebens. Es ist ein literarisches Kleinod – schmerzhaft ehrlich, aber auch voller Wärme und Schönheit. Wer sich auf diese Reise einlässt, wird mit einer Geschichte belohnt, die lange nachhallt.
In diesem autofiktionalen Werk erzählt die Autorin aus der Sicht von Elisa. Sie fährt mit dem Zug von Zürich nach Hause. Kurz zuvor war sie in einer Buchhandlung und hat ein Buch von der Lyrikerin Mascha Kaléko entdeckt. Ihrer Lieblingslyrikerin. Auf der Reise erzählt sie in Gedanken dann Mascha von sich und ihrem Leben. Sie nennt es Lebensresümieren und das trifft es perfekt. Komplett ohne Dialoge auskommend (nur hin und wieder mal einen Satz zitierend) erzählt Elisa Mascha ihre Lebensgeschichte, orientierend an Maschas Gedichten. Jeder Kapitelanfang startet mit einem Gedicht der Lyrikerin und Elisa baut darauf auf und erzählt ihr in einem Zwiegespräch von ihrem Werdegang. Von ihrer Kindheit bis jetzt. Und ich finde es großartig. Dieses schonungslose Lebensresümee hat mich sehr bewegt, erschüttert und gerührt. Sie hat wirklich sehr viel mitgemacht und erlebt. Als Jugendliche hatte sie Christiane F. als Vorbild, zum Ziel, mit 30 an einer Überdosis sterben zu wollen. Ihre Punk-Zeit hat einen großen Anteil an dieser Geschichte. Sie gibt unter anderem Einblicke, wie ihr Leben unter Punks war und macht auch sehr deutlich, dass der Sexismus auch die Punk-Szene nicht verschont hat. Und dennoch ist es ein optimistisches Buch voller Hoffnung und Liebe. Auch auf das Leben der Lyrikerin geht sie immer mal wieder ein und man erfährt auch hier einiges über sie. Ich muss gestehen, ich kannte Mascha Kalénko vorher nicht. Aber ihre bewegende Geschichte und vor allem auch die Gedichte haben mein Interesse geweckt. Besonders hervorheben muss ich diesen Schreibstil. So bildhaft, so poetisch zu schreiben, mich komplett in Elisas Leben reingesogen, gänzlich ohne Dialoge zwischen den Figuren, hat mich ab Seite 1 begeistert. 5 von 5 / 10 von 10 🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️🛤️

Punk & Poesie - ein Buch, das in Erinnerung bleibt.
In ihrem autofiktionalen Debütroman entführt Sarah Lorenz ihre Leser*innen in eine Welt voller schwerer Themen, die sie jedoch mit einer besonders poetischen Feinheit erzählt. Auch wenn die Thematik alles andere als leicht ist, bleibt die Geschichte zutiefst berührend und in ihren besten Momenten auch hoffnungsvoll – ganz im Sinne von Mascha Kalékos Worten: „Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond.“ Das Buch enthält zahlreiche Triggerwarnungen*. Die Ich-Erzählerin Elisa führt auf einer Zugfahrt einen imaginären Dialog mit der Lyrikerin Mascha Kaléko, in dem sie ihre exzessive und teils verstörende Jugend als Punkerin auf der Kölner Domplatte reflektiert. Nach einer zerrütteten Kindheit und dem emotionalen Verlust ihrer Mutter driftet die noch junge Elisa in eine zerstörerische Suche nach Liebe, Heimat und sich selbst ab. Ihr größter Wunsch als „Systemsprengerin“ ist es, Heroin zu konsumieren, und sie verliert sich in toxischen, teils gewaltvollen Freund- und Liebschaften. Gerade in diesen schmerzlichen Zeiten wird die Literatur, insbesondere die Werke und das Leben von Mascha Kaléko, zu einem Anker und Hoffnungsträger für Elisa. Jedes Kapitel des Buches beginnt mit einem Gedicht, meist von Kaléko, das eine feine Brücke zwischen der Lyrik der Dichterin und Elisas Erlebnissen schlägt. Das Resultat ist eine Liebeserklärung an die Poesie. In einer nachdenklichen Reflexion beschreibt die Protagonistin: „Wenn ich mein Leben hier so resümiere, muss ich selbst ab und an den Kopf schütteln, was war denn das? Unglaublich, wie viel Gegenwart man aushalten muss, bis sie Erinnerung wird.“

Eines meiner 2025 ✨ HIGHLIGHTS ✨
Sarah Lorenz ist auch Sozialarbeiterin, so wie ich, was sie mir natürlich direkt sympathisch macht 🙌🏼 als ich die Leseprobe gelesen hatte, war ich sofort tief berührt & hat mich regelrecht umgehauen! Ihr Debütroman erzählt von Elisa, die ihr katastrophales Leben irgendwie immer wieder gemeistert hat. Sie berichtet von ihren Erlebnissen, die sie imaginiert der Dichterin Mascha Kaleko anvertraut, deren Gedichte Sie inspirieren & tief berührt haben. Jedes neue Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha ✍🏼 Elisa wächst zunächst in einem schönen kleinen Reetdachhaus auf, doch schon bald landet sie in einem kalten & großen Haus -> Jugendhilfeeinrichtung. Dort beginnt ihre Reise als ,,Systemsprengerin“, als wohnungslose auf der Domplatte, in der Punk- & Drogenszene, mit schwierigen Beziehungen insb. zu Männern & sich selbst, Missbrauch & Arten von Gewalt. Ich konnte mich in vielen Momenten & Beschreibungen wiederfinden, ich selbst habe eine prekäre Kindheit hinter mir & so einige schwierige Momente mit meiner Mutter. Der Satz ,,Meine Mutter war ein fremder Mensch für mich geworden. Mit meinem ganzen Sein sehnte ich mich nach ihr, nur gab es sie nicht mehr“ ging mir besonders nahe ❤️🩹 ich fand es auch sehr schön, dass Elisa immer einen Zugang zu Bücher hatte & sie in ihrem Leben immer eine wichtige Rolle gespielt haben 🥹 dieses Buch hat nun einen festen Platz in meinem Herzen gefunden ♥️ Ich bin dankbar für die berührenden & ehrlichen Worte & da ich selbst mit voller Überzeugung Sozialarbeiterin bin, danke ich auch der Figur ,,Ute“, die zeigt, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben, an jemanden zu glauben, die Person nicht vorschnell als ,,Systemspringer*in“ abzutun, sondern da zu sein & zuzuhören 🫂 das Buch ist keine leichte Kost, dennoch eine große Empfehlung 📖

Das war wirklich gut 🫶🏻
Bei diesem Buch zeigt sich mal wieder die absolut positive Seite des Internets. Die Autorin habe ich einfach durch einen Beitrag entdeckt, der mir vorgeschlagen würde, bei dem sie ein Bild von den Mumins und einen Spruch dazu geteilt hat. Da ich die Mumins ganz toll finde, habe ich den Beitrag geliked, bin dann auf das Profil der postenden Person gegangen und habe festgestellt: das Profil gehört einer Autorin. Ihr Buch ist direkt auf meine Merkliste gewandert und wenig später habe ich es in unserer Bibliothek entdeckt und mitgenommen. Und heute habe ich es gelesen. Und das sehr gern. Ich mag es total, wie die Autorin schreibt. Ihre Beschreibung hinsichtlich der Wahrnehmung ihrer eigenen Gefühle kann ich sehr gut nachvollziehen. Diese Tiefe, die da wartet in den eigenen Gedanken. 🫶🏻 Das Buch ist nicht kurzweilig, obwohl es nur knapp über 200 Seiten hat. Es beschreibt das Leben und Erleben junger Frauen in einer Welt, die nicht für junge Frauen gemacht ist. Und an vielen Stellen generell nicht für Frauen. Ich habe es sehr gern gelesen und ich denke, mit etwas Abstand wird es auch noch mehr in mir nachhallen. Riesige Empfehlung meinerseits. Und ein wunderschöner Zufall, den mir fantastischer Weise das Internet gebracht hat. 🤝🏻
Selten habe ich etwas gelesen, das so poetisch und gleichzeitig so ehrlich, aus dem Herzen geschrieben und tief berührend ist.
Sarah Lorenz erzählt die Geschichte von Elisa, die sich in einem inneren Gespräch an Mascha Kaléko wendet, eine verstorbene Lyrikerin. Jedes Kapitel beginnt mit einem ihrer Gedichte und darauf aufbauend erzählt Elisa von ihrem eigenen Weg - brüchig, wild, voller Schmerz, aber auch voller Sehnsucht und dieser leisen, unzerstörbaren Hoffnung. Es ist kein klassischer Roman, sondern eher ein Lebensresümee, wie es Elisa selbst nennt und genau das trifft es. Sie erzählt von einer Kindheit, in der sie nie wirklich Kind sein durfte, von ihrer Zeit in der Punkszene, von Überlebensstrategien, von Verlusten, von Selbstverletzung, von Beziehungen, die mehr abverlangten als gaben, aber eben auch von Wachstum, Widerstand und davon, wie Worte retten können. Mich hat besonders beeindruckt, wie feinfühlig und gleichzeitig ungeschönt das alles erzählt wird. Der Stil ist bildhaft, ich hatte oft das Gefühl, als würde ich direkt neben ihr sitzen, im Zug, ganz nah an ihrer Geschichte. Diese Gefühle, die sie beschreibt, die kann man nur so erzählen, wenn man sie wirklich selbst durchlebt hat. Es fühlt sich an, als würde man jemandem zuhören, der sich zum ersten Mal wirklich traut, alles auszusprechen. Und gerade das macht dieses Buch so besonders. Trotz der schweren Themen ist das Buch nie hoffnungslos. Es hat Humor, Liebe zum Detail, ein Gefühl für das Schöne im Kaputten. Es zeigt, dass aus Chaos Klarheit entstehen kann. Dass aus Schutt auch Blumen wachsen können. Weil es einen unglaublich schönen, zarten Ton trifft. Ein besonderes, forderndes, aber zutiefst menschliches Buch. Ein Gespräch mit Mascha, ein Gespräch mit sich selbst und vielleicht auch mit uns Leser*innen. Große Empfehlung.

Wirklich genialer Debüt Roman mit viel Tiefe und Erkenntnissen
Elisa hat das Grab ihrer Lieblingsschriftsteller in, Mascha Kalenko, besucht und erzählt ihr auf dem Weg nach Hause, wie ihre Gedichte ihr eigenes Leben wiederspiegelt. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha Kalenko und erzählt dann die Lebensgeschichte von Elisa, die Christiane F. als Vorbild hatte und ein Teil der Punk Szene wurde. Bei diesem Roman habe ich das erste Mal annotiert, weil so viele wunderschöne Sätze und Gedanken da runter geschrieben wurden. Auch die Gedichte von Mascha Kalenko haben mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil war wie ein Gespräch unter Freunden, welches man mit bekommt. Mascha hat mit ihren Gedichten erzählt und Elisa hat mit ihrer Lebensgeschichte geantwortet. Absolute Lese und auch Hörempfehlung
Schwere Kost mit einer Prise Poesie
Im (mehr oder weniger einseitigen) Dialog mit der Dichterin Mascha Kaléko erzählt Elisa von ihrem Leben. Vom Fehlen der mütterlichen Liebe, von Traumata, und all den Versuchen, irgendwo die Geborgenheit zu finden, die der ihrer Mutter ebenbürtig wäre. Das ist stellenweise echt hart zu lesen (bzw. zu hören, ich habe es als Hörbuch gehört) – besonders der Mittelteil, in dem Elisa sich selbst so ziemlich verliert und haltlos abstürzt. Liebe und Geborgenheit findet sie in Büchern – und besonders eben in den Werken von Mascha, die hier auch immer wieder zitiert werden. Lyrisch (manchmal aber auch komplett “in your face”), berührend, vor allem aber schmerzhaft. Definitiv kein leichtes, sondern ein sehr wütendes Buch.






















































