Am Meer ist es schön

Am Meer ist es schön

Hardback
4.7129

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Description

Die bewegende Geschichte einer Kinderfreundschaft – gefühlvoll erzählt von Bestsellerautorin Barbara Leciejewski

Frau Petri zerriss Susis Brief, einmal, zweimal, dreimal, viermal. Kleine Fetzen flogen in den Mülleimer. »Nimm diese hübsche Ansichtskarte, schreib etwas Schönes. Darüber freuen sich deine Eltern ganz sicher, und das möchtest du doch, oder nicht?«

Sechs Wochen Kuraufenthalt an der Nordsee – ein toller Urlaub, versprechen ihr die Eltern. Doch die achtjährige Susanne und die übrigen Kinder verbringen im »Haus Morgentau« die schlimmste Zeit ihres Lebens. Wer den Teller nicht leer isst, die Regeln bricht oder sich anderweitig aufsässig zeigt, wird von den Erzieherinnen hart bestraft. Kein Hilferuf dringt zu den Eltern durch, denn die Briefe der Kinder werden kontrolliert. Doch immer wieder schlagen Susanne und ihre Freunde den »Tanten« ein Schnippchen. Dann kommt es zu einem Vorfall, der Susanne noch Jahrzehnte später in ihren Alpträumen verfolgt – bis sie beschließt, sich endlich dem Trauma ihrer Kindheit zu stellen.

»Ich habe bisher kein Buch zum Thema gelesen, das so derart genau und einfühlsam die weitreichenden innerseelischen Folgen darstellen konnte.« Anja Röhl, Initiative Verschickungskinder e.V.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
352
Price
23.70 €

Author Description

Barbara Leciejewski wollte schon als Kind Schriftstellerin werden, strebte jedoch zunächst einen »richtigen« Beruf an und zog fürs Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft nach München. Nach verschiedenen Jobs am Theater und einer Magisterarbeit über Kriminalromane arbeitete Barbara Leciejewski als Synchroncutterin. Die Liebe zum Schreiben ließ sie allerdings nie los, inzwischen ist sie Bestsellerautorin und glücklich in ihrem Traumberuf.

Posts

42
All
4.5

Fand ich sehr gut! Eine sehr ergreifende Geschichte! Und sehr erschreckend wenn man bedenkt dass dies genau so geschen ist.

4

Kinderverschickung

1969. Die achtjährige Susanne wird vom Amtsarzt zur Kur geschickt und landet im Haus "Morgentau" in Sankt Peter-Ording an der Nordsee. Schnell begreift das Mädchen, dass sie der Willkür und den boshaften Erziehungsmethoden der "Tanten" ausgeliefert ist, die den Willen der Kinder brechen wollen und Gehorsam einfordern. Die Geschichte wird in Rückblenden erzählt, da Susannes Mutter im Sterben liegt und das Trauma dadurch wieder aufbricht. Ihr Verhältnis ist kein gutes. Da Susanne als Kind niemand geglaubt hat, rebellierte sie heftig und galt somit als schwarzes Schaf der Familie. Zwar hat sie selbst als Erwachsene der Erlebnisse aus dem Kurheim verdrängt, jedoch kommen diese als Albträume wieder an die Oberfläche und zeigen sich auch dadurch, dass sie keine Beziehung dauerhaft am Leben halten kann. Gefühle hatte sie nur für den Vater ihrer erwachsenen Tochter Julia... Der Roman liest sich leicht, befasst sich aber doch mit einem Thema, mit dem eventuell noch viele zu tun gehabt haben, nämlich der schwarzen Pädagogik, einem Überbleibsel aus der Nazizeit. Ohrfeigen, Beschämungen, Einsperren und öffentliche Demütigungen vor anderen waren Werkzeuge, die bis in die 80er Jahre gebräuchlich waren um Kinder zu disziplinieren. Im Nachwort erläuter die Autorin, dass solche Erziehungsmethoden in diesen Kinderkurheimen üblich waren, und ich kann das durch ein Beispiel in meinem Freundeskreis bestätigen. Der Roman ist an der Grenze des Seichten, und trotzdem hat er mein Herz berührt und mich mit den Protagonist:innen mitfühlen lassen. Wer er gefühlvoll mag, ohne dass es Richtung Schmonzette geht, der hat hier eine emotionale Geschichte über ein düsteres Thema.

4

Eindrücklich, anschaulich und tief berührend erzählt die Autorin was Susi im Kinderheim am Meer zugestoßen ist und was ihr Verhältnis zur eigenen Mutter dauerhaft zerstörte. Als achtjährige soll sie schöne Tage am Meer verleben um nach 6 Wochen gestärkt und gesund nach Hause zurück zu kehren. Wir erfahren, was eine Trennung in diesem Alter und unter solchen Umständen Kindern antun kann. Die Ohnmacht, das Gefühl der Verlassenheit, die Hilflosigkeit und Angst der Kinder berührt den Leser zutiefst und man fragt sich, wie dies möglich war und man spürt die Auswirkungen der Nazi-Zeit bis in die 60er Jahre. Auch wie viele Lebensschicksale wären anders verlaufen, hätten man hingesehen und hingehört. Voll Mitgefühl schildert Barbara Leciejewski diese Zeit in Susis Leben und verknüpft dies geschickt mit dem Sterben ihrer Mutter. Der Schreibstil ist schlicht gehalten und berührt die Seele des Lesenden.

5

"Am Meer ist es schön" ist ein wahnsinnig berührender Roman über ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. In einem fiktiven Roman hat die Autorin auf das Leid der Kinder sogenannter Verschickungsheimen aufmerksam gemacht und das sehr einfühlsam und bewegend. Barbara Leciejewski ist für mich ein absoluter Garant für Geschichten, die unter die Haut gehen. Große Leseempfehlung!

5

Am Meer ist es schön von Barbara Leciejewski habe ich sehr gern gelesen. Die Autorin gehört zu meinen Lieblingsautorinnen, bisher konnten mich alle ihre Bücher begeistern, ganz besonders die Mühlbach-Saga, in der sie die Geschichte ihrer Großeltern erzählt. München, 2018: Susannes Mutter Luise, 87, hat nicht mehr lange zu leben. Susanne informiert ihre Geschwister Edith in Stuttgart und Wolfgang in Bremen, die ihre Mutter nicht oft sehen und die Gelegenheit ergreifen sollten, sich von ihr zu verabschieden. Susanne und ihre Tochter Julia, 25, verbringen viele Stunden an Luises Bett, zunächst zu zweit und später zu viert mit Edith und Wolfgang. Angesichts der Aufmerksamkeit und Zuwendung ihrer drei Kinder lebt die demenzkranke Luise auf, sie hat immer mehr wache Momente. Als sie sich bei Susanne entschuldigt, weiß diese sofort weswegen. Im Alter von neun Jahre wurde sie auf Empfehlung ihres Kinderarztes in ein Verschickungsheim an der Nordsee in Kur geschickt. Am Bett der Mutter erzählt Susanne von ihren traumatischen Erlebnissen in St. Peter Ording im Sommer 1969. Bis heute hat sie Alpträume und schreckt nachts schweißgebadet auf, wenn sie von der Erzieherin Tante Erna träumt. St. Peter Ording, 1969: Bereits im Zug freundet sich Susi mit Moni, Rüdiger und dem kleinen Holger an. Im Kinderheim lernte sie den ein Jahr älteren Matti kennen. Matti ist bereits seit einigen Wochen im Heim und steht Susi mit Ratschlägen und hilfreichen Tipps zur Seite. Bestrafung, Demütigung, Essenszwang und Misshandlung sind die im Heim angewandten Erziehungsmethoden. Nachts dürfen die Kinder nicht auf Toilette, sie müssen aufessen, um den Speisesaal verlassen zu dürfen. Wenn sie erbrechen, werden sie gezwungen, das Erbrochene aufzuessen. Größere Vergehen werden mit einer Nacht im Keller oder dem Stundenlangen Stehen auf einem Stuhl bestraft. Am meisten fürchten sich die Kinder davor, dass ihr Aufenthalt verlängert wird. Da Matti sich immer wieder für andere Kinder und gegen die permanenten Ungerechtigkeiten einsetzt, wird sein Aufenthalt mehrfach verlängert. Ich habe der Aufdeckung von zwei Geheimnissen entgegengefiebert, erstens: Was ist damals passiert, das Susi so traumatisiert hat, dass sie sich an den Grund für das vorzeitige Ende ihres Aufenthaltes nicht erinnern kann und zweitens: Wer ist Julias Vater? Fast noch schlimmer als die Misshandlungen in dem Verschickungsheim fand ich, dass Susis Eltern ihr nicht geglaubt haben, als sie nach ihrer Rückkehr die Zustände im Heim beschrieben hatte. Neben den Verschickungsheimen ist das Thema Familie in dem Buch vorherrschend. So finden Susanne und ihre Geschwister nach Jahren der Entfremdung zueinander, und Julia erfährt, wer ihr Vater ist. Mit dem Schicksal der Verschickungskinder hat die Autorin ein dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte behandelt, unfassbar, dass Kinder bis in die Achtziger Jahre hinein in Verschickungsheimen gedemütigt und misshandelt wurden. Auch dieses Buch der Autorin habe ich mit großem Interesse gelesen und konnte es kaum aus der Hand legen. Von mir eine große Leseempfehlung.

5

Ich liebe die Bücher von Barbara Leciejewski und auch dieses hat mich wieder in seinem Bann gezogen und mitgerissen, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Es geht um das Leid der Verschickungskinder. Susanne erzählt am Sterbebett ihrer Mutter, in Rückblenden in das Jahr 1969, von ihrer Zeit in einem Kurheim. Die Geschichte wirkt authentisch und ist sehr einfühlsam und berührend geschrieben. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Das Ende hat mich mit der teilweise bedrückenden Geschichte versöhnt. Ich fand das überhaupt nicht kitschig...sondern einfach schön. Für mich war das ein Thema über das ich kaum was wusste. Obwohl ich in den 60er Jahren aufgewachsen bin, habe ich nie mitbekommen, dass damals Kinder zu einer Kur verschickt wurden. Vielleicht war das auf dem Land weniger üblich. Klare Leseempfehlung!

5

Was für ein Buch! Ein absolutes Highlight in diesem Jahr. Ich habe alle Gefühlswelten in diesem Buch durchlitten. Es lässt mich immer noch sprachlos zurück. Wusste ich doch gar nicht, dass es überhaupt "Verschickungskinder" gegeben hat bzw. was es damit auf sich hat. Danke an die Autorin für ein wirklich außergewöhnliches Buch ❤️

5

Die achtjährige Susanne ist nach der Meinung des Amtsarztes nur ein halbes Hemd, sie muss dringend zur Kur. Sechs Wochen Nordsee sind geplant. Bereits auf der Zugfahrt dahin findet Susanne eine Freundin und hofft auf eine gute Zeit am Meer. Doch angekommen, im Haus Morgentau, ist alles anders. Die Erzieherinnen kontrollieren die Post, die die Kinder ihren Eltern schicken, die Kinder haben festgelegte Zeiten, um die Toilette nutzen zu dürfen, müssen ihren Teller leer essen, dürfen keine Widerworte geben. Sonst drohen Strafen, eingesperrt im dunklen Keller oder auf einem Stuhl stehend im hohen Turm, drohen den Kindern, die nicht mitmachen. Doch es gibt Kinder, die zusammenhalten und immer mal wieder gelingt es ihnen die Erzieherinnen auszutricksen und den Aufenthalt irgendwie erträglicher zu gestalten. Erzählt wird in diesem Roman abwechselnd 2018 und 1969. 2018: Susanne verbringt viel Zeit im Pflegeheim bei ihrer Mutter. Ihr Leben neigt sich dem Ende und plötzlich entschuldigt sich die Mutter bei Susanne. Ihr hat sie damals nicht geglaubt was Susanne aus dem Heim erzählt hat, doch irgendwie wusste sie doch, dass Susanne die Wahrheit berichtet hat. Susannes Geschwister und ihre Tochter sind auch dabei und plötzlich beginnt Susanne zu erzählen was damals so passiert ist. 1969: Hier wird dann die Geschichte von Susanne im Verschickungsheim an der Nordsee erzählt. Der Roman hat mich unheimlich berührt. Die Kinder werden gedemütigt und vorgeführt. Das war unheimlich traurig zu lesen. Schön fand ich dann den Zusammenhalt, den es unter den Kindern gab und Freundschaften, die sich entwickelt haben. Ich wollte immer wissen wie es weitergeht, konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Durch den Wechsel der Zeitebenen war erkennbar was dieses Erlebnis mit Susanne gemacht hat und welche Auswirkungen es auf ihr weiteres Leben hatte. Ein interessantes aber auch intensives Thema, das sicher niemanden kalt lässt. Fesselnd und prägnant geschrieben. Mich hat es unheimlich abgeholt. Empfehle ich euch sehr gern weiter. Ich bin froh, dass sich so viel geändert hat und Kinder heute nicht nur „hören“ müssen, sondern als kleine Persönlichkeiten mit eigenen Bedürfnissen und Empfindungen wahrgenommen werden.

5

Highlight ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich wusste bisher nichts über die Existenz der „Verschickungskinder“! Was für eine grausame Geschichte- und so unfassbar gut geschrieben. Ich konnte das Buch nicht beiseite legen! Ich werde mich wohl weiterhin noch intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen da mich diese Thematik sehr beschäftigt ! Mir gefiel die Geschichte und deren Aufbau sehr gut. Vor allem die Versöhnung der 3 Geschwister ging mir sehr nah ! Ein rundum gelungenes Buch, mit traurigem Inhalt aber glanzvollem, spannenden, bildhaften und sehr emotionalem Schreibstil. Susis Geschichte werde ich wohl nie vergessen 💔

5

Dieses Buch war super herausfordernd zu lesen!

Beeindruckend von Anfang bis Ende. Unglaublich, wie man Kinder behandelt hat. Insgesamt ein runder, schöner Roman! Mochte ihn sehr!

4.5

Anfangs dachte ich, ich bekomme einen eher ruhigen, vielleicht sogar sommerlichen Roman über Kindheit und Freundschaft am Meer. Aber was ich bekommen habe, war eine unglaublich emotionale und tiefgehende Geschichte, die mich komplett abgeholt hat. 🌊📚💙 Die Geschichte rund um Susanne und ihre Zeit als Verschickungskind hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Autorin schildert die damaligen Erfahrungen sehr authentisch und ich habe beim Lesen wirklich mitfühlt. 💔📖 Man merkt einfach, wie viel Recherche und Herz in diesem Buch steckt. Die Geschichte wirkt echt und glaubwürdig und zeigt ein Stück deutscher Geschichte, über das viel zu wenig gesprochen wird. 🕰️📜 Gleichzeitig schafft es die Autorin, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verbinden, sodass man versteht, wie sehr Kindheitserlebnisse ein ganzes Leben prägen können. Besonders die Szenen mit den Kindern gingen mir richtig nah. Ihr Zusammenhalt, ihre Freundschaften und ihr Mut trotz allem haben mich wirklich beeindruckt. 💛👭 Was dieses Buch für mich besonders macht, ist nicht nur die Geschichte selbst, sondern auch die Botschaft dahinter. Es ist ein Roman, der zeigt, wie wichtig es ist hinzusehen, zuzuhören und über schwierige Themen zu sprechen. Es geht um Freundschaft, um Stärke, um das Verarbeiten von Vergangenheit und darum, irgendwann seine eigene Stimme zu finden. 💬🖤

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4.5

Verschickungskinder – wenn Kinder und Jugendliche auf Anraten von Ärzten zur Förderung der Gesundheit in so genannte Kurheime geschickt werden. Dieses Thema greift die Autorin in ihrem Roman auf und nachdem ich es beendet habe, musste ich erstmal tief durchatmen. Die mittlerweile fast 50jährige Susanne, Mutter von einer 26-jährigen Tochter erzählt am Sterbebett ihrer Mutter auf deren Wunsch das erste Mal intensiv über diese Zeit in dem Verschickungsheim in St.Peter Ording. Bis dahin verdrängt, weil ihr nach der Heimkehr keiner geglaubt hat, was sich dort abgespielt hat, ihre Mutter aber ahnt, dass das, was die kleine lispelnde Susi erlebt hat, doch mehr war, als man es in dem Alter der blühenden Phantasie zusprechen konnte. In Zeitsprüngen erlebt man nicht nur die wachen und dementen Züge von Susannes Mutter, sondern auch nach und nach die grausame, unvorstellbare Zeit in einem der unzähligen Heime und Susis ganz eigene traurige Geschichte, die sie und alle Kinder, die dort waren, für immer geprägt hat. Mich hat es eiskalt erwischt, es fühlte sich wie ein Emotionstsunami an, der mich gnadenlos überrollt hat, völlig erschüttert, dass Menschen zu so was fähig sind und vor allem, weil man die Gründe einfach nicht versteht. Dieses Heim ist ja kein Einzelfall gewesen, aber dennoch so wichtig, dass dieses dunkle Thema, dass sich von der Nachkriegszeit bis in die 90er Jahre noch basierend auf NS-Ideologie durchgezogen hat, endlich Gehör und Verständnis für die Betroffenen findet. Am meisten Unverständnis kommt dabei auf, wie geschickt die Heime die Abläufe vertuscht haben, die Kinder eingeschüchtert haben und somit kaum etwas nach außen drang oder nur wenige Eltern sich bewogen fühlten, dagegen anzugehen. Trotz dieser sehr bedrückenden Erlebnisse fand ich dieses feine Netz der Verbundenheit zwischen den Kindern so niedlich und besonders Susannes Geheimnisse und Erinnerungen bringen etwas zutage, was mich sehr berührt und am Ende sehr gefreut hat. Ausdrucksstark, bildgewaltig, emotionaler Volltreffer - die Autorin versteht es wieder mal, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen und all die Erlebnisse fast selbst spüren zu können. Parallel als Hörbuch fand ich die gesprochene Umsetzung genial, Ulrike Kapfer ist die geniale Besetzung und durch sie ist die Geschichte noch lebendiger geworden. Eine fiktive Geschichte, die aber auf Tatsachen beruht, wichtig gegen das Vergessen, gegen all die Gräuel an den Kindern, die in solchen Verschickungsheimen das Schlimmste, was man einem kleinen Menschlein antun kann, erleben mussten und nur schwer darüber hinwegkamen und vielleicht immer noch damit zu kämpfen haben, jedes auf seine ganz eigene Weise.

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5

Ganz große Hör/Leseempfehlung. Diese Geschichte zum Thema Verschickungskinder wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, auch wenn es das Weiterhören manchmal schwer auszuhalten war. Unglaublich, welcher Brutalität und psychischer Gewalt diese Kinder ausgeliefert waren. Wie diese Erlebnisse das ganze Leben beeinflusst hat, erzählt dieses Buch. Ich habe über Verschickungskinder noch nichts gelesen, um so mehr schockiert mich, dass es diese „Kurheime“ wirklich gegeben hat. Lest selbst, das darf nicht vergessen werden!

5

Puh das war schwere Kost und ein wichtiges Thema. Immer wieder musste ich das Gelesene sacken lassen. Keine leichte Kost, aber wichtig.

4.5

Darum geht es: Als die achtjährige Susanne zur Kur an die Nordsee geschickt wird, glauben ihre Eltern, ihr damit etwas Gutes zu tun. Doch im , Haus Morgentau" erwartet sie keine unbeschwerte Zeit, sondern strenge Regeln, Demütigungen und harte Strafen. Wer sich nicht fügt, wird bestraft und niemand außerhalb der Mauern erfährt davon, denn selbst die Post der Kinder wird zensiert. Doch Susanne gibt nicht auf. Gemeinsam mit anderen Kindern versucht sie, dem grauenhaften Alltag zu entkommen - mit mutigen Tricks, mutigen Ideen und einer großer Portion Widerstandskraft. Ein einschneidender Vorfall brennt sich unauflöslich in Susannes Erinnerung ein, sodass viele Jahre später das Erlebte in ihren Träumen sie immer wieder einholt. Lange Zeit danach weiß sie: Es ist Zeit, sich dem Dunkel ihrer Kindheit zu stellen. Mein Leseeindruck: Dieses Buch hat mich tief berührt und schockiert zugleich. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Barbara Leciejewski die fiktive Geschichte der kleinen Susanne, die 1969 zur Kur an die Nordsee geschickt wird. In der Hoffnung auf Erholung. Doch was sie und ihre kleinen Freunde Moni, Rüdiger, Holger und Matti erleben, ist alles andere als heilsam. Strenge Regeln, harte Strafen und emotionale Kälte. Mit einem feinfühligen und zugleich kraftvollen Schreibstil nimmt die Autorin Barbara Leciejewski uns auf zwei Zeitebenen mit - zurück in Susannes Kindheit und in ihre Gegenwart, fast 50 Jahre später, als sie sich endlich ihrem Trauma stellt. Mit jeder Seite wachsen einem die Figuren mehr ans Herz. Ihr Schmerz, ihre Hoffnung und ihr Mut gehen beim Lesen direkt ins eigene Herz über. Manche Seiten waren schwer zu ertragen, nicht wegen des Schreibstils, sondern wegen der grausamen Realität, die geschildert wird. Und doch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Die intensive Recherche der Autorin spürt man auf jeder Seite. Die Thematik der Verschickungskinder, ein dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegszeit, wird im Roman eindrucksvoll sichtbar gemacht. Das Ende hat mich mit einem glücklichen Gefühl zurückgelassen. Fazit: 4,5/5 ⭐️Ein wichtiges, mutiges und bewegendes Buch, das lange nachhallt.

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5

So so gut!

Barbara Leciejewski hat es auch in ihrem neuen Buch wieder geschafft, mich so abtauchen zu lassen, dass ich das Gefühl hatte ich war dabei und alles muss 1:1 genau so geschehen sein. Die Geschichte von Susanne, die als Kind in ein Verschickungsheim geschickt worden ist, in der elterlichen Annahme es sei das beste für sie, war eine erschütternde und interessante Thematik. Auch wie die Autorin es dargestellt hat, was diese Zeit für Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben und die Familiendynamik hatte. Es gab viel Redebedarf zu dem Buch und wird noch nachhallen.

5

Eindringlich und großartig

Mit 8 Jahren wurde Susi zur Kur an die Nordsee geschickt. Was ihre Eltern ihr als tollen Urlaub angepriesen haben wird ein Albtraum. Wer die Regeln bricht, wird bestraft und zwar rigoros. Die Eltern wissen nichts davon, denn die Post der Kinder wird kontrolliert, damit nichts nach außen dringt. Immer wieder begehren Susi und ihre Freunde auf und dann passiert etwas, was Susi immer verfolgen wird. Heute, am Sterbebett ihrer Mutter, stellt sie sich das erste Mal wirklich all ihren Qualen… Barbara Leciejewski ist für mich immer ein „Must Read“ - selbstverständlich habe ich mir ihr neues Buch „Am Meer ist es schön“ gekauft! Susi ist eines der vielen Verschickungskinder, die über Jahrzehnte hinweg auf Kur geschickt wurden und dort Furchtbares erlebt haben. Ihre Geschichte erzählt die Autorin eindringlich, erschütternd und so bewegend, wie nur sie es vermag. Ich habe Susi und all ihre Freunde begleitet, war mit ihnen verzweifelt, wütend, fassungslos, traurig und hilflos…und doch durfte ich auch Zeugin werden, welch tiefe Bindungen unter den Kindern entstanden sind. Bindungen, die ihnen Kraft gegeben haben weiterzumachen. Es ist unvorstellbar, was man diesen Kindern angetan hat und dann ist es das - leider - irgendwie doch nicht. Das Schlechteste im Menschen zeigt sich auf vielfältige Weise und die Autorin hat sich nicht davor gescheut ihre Leser in diesen Abgrund blicken zu lassen. Ein großartiger Roman, ein Stück lebendige Geschichte und auch ein Zeuge davon, wie Traumata uns unser Leben lang begleiten können, wenn wir uns ihnen nicht stellen (können). Das Buch zur Seite legen? Unmöglich. Wie hätte ich Susi dort allein lassen können? Nicht vorstellbar. Danke, liebe Barbara Leciejewski, dass Du den Verschickungskindern eine so eindringliche Stimme verleihst, damit sie wieder ein wenig mehr gehört und geheilt werden. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

5

Unfassbares Kapitel deutscher Geschichte- so unbekannt!

Dieses Buch hat mich vom ersten Satz in seinen Bann gezogen. Es hat mich erschüttert, wütend gemacht und weinen lassen. Ich habe zuerst das Nachwort der Autorin gelesen und erfahren, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert, nämlich den Kurheimen in den 60er Jahren in der Bundesrepublik. Was den Kindern, die oft noch sehr klein waren, angetan wurde, schildert die Autorin so plastisch, dass es teilweise schwer auszuhalten war. Mit dem Wissen, dass es genauso geschehen ist, lässt mich das Geschriebene fassungslos zurück. Umso wichtiger, dass dies in Romanform veröffentlicht wird und hoffentlich dutzendfach gelesen wird! Die abwechselnde Erzählung vom Geschehen damals und der Verarbeitung im Jetzt fand ich gelungen und glaubhaft. Der Stil wurde nie kitschig. Das Ende hat mich mit dem harten Thema versöhnt.

3

Fast vergessenes Trauma

„Wir haben unsere Narben davongetragen, und die bleiben uns bis ans Ende unseres Lebens. Ich will Gerechtigkeit. Ich will, dass man davon weiß.“ (S.309/310) In „Am Meer ist es schön“ begleiten wir Susanne, deren Mutter im Sterben liegt. Dieses Ereignis reißt alte Wunden auf. Als Kind wurde Susanne aufgrund ihres geringen Gewichts ohne ihre Eltern in ein Kurheim geschickt. Was sie dort erleben musste, verfolgt sie bis heute und auch ihre Mutter trägt die Schuld noch in sich. Die Geschichte springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was grundsätzlich gut funktioniert, aber teilweise den Lesefluss hemmt, vor allem die Gegenwartskapitel wirken mitunter etwas zäh, die Rückblicke sind teils eindringlich, teils auch etwas schleppend. Dadurch hat auch die emotionale Tiefe gelitten. Trotz der dramatischen Erfahrungen hat mich das Buch nicht so berührt, wie es dieses wichtige Thema eigentlich sollte. Besonders erschütternd ist die Schilderung der Zustände in den sogenannten "Verschickungsheimen", ein Thema, das fast vergessen scheint und das das Buch trotz mancher Schwächen lesenswert macht. Der Stil ist typisch Leciejewski: etwas kitschig, aber noch im Rahmen. Insgesamt liest sich der Roman zügig, die Umsetzung bleibt jedoch hinter dem wichtigen Thema zurück.

5

Schonungslos

Eine Protagonistin die so heißt wie ich und sogar im gleichen Monat Geburtstag hat. Wenn das Buch da nicht für mich geschrieben wurde, weiß ich aber auch nicht. Es ist so irgendwie noch persönlicher. Und hier ist einiges los, was nicht schön ist. Was sprachlos macht und was mich schlucken hat lassen. . Der Schreibstil ist sehr bildhaft. Emotional und schonungslos. Die Handlung, wie schon zu erwarten, schockierend und unbarmherzig. Eine Idylle die schnell zum Albtraum wird. Der Leser hat nicht lange Zeit Luft zu holen, denn schon bei der Fahrt in das Kurheim läuft einiges schief. . Wir lesen hier auf zwei Zeitebenen. Es geht um Trauma, schlimme Erinnerungen und den eigenen Frieden finden. Das Buch machte mich extrem nachdenklich, denn solche Einrichtungen gab es ja wirklich. Das Buch ist sehr aufwühlend und emotional. Ein Roman der noch lange nachhallt. Es ist kein Buch für eine wohlig, schöne Lesezeit. Alles hier Beschriebene ist auch von Zeitzeugen so bestätigt. . Das Buch hat mein Herz getroffen. Dadurch, das die Autorin kein Blatt vor den Mund nimmt, wirkt es so real. Ich habe nach der Lektüre noch recherchiert und mich mit der Thematik auseinandergesetzt. Wie viele Kinder mussten dieses Schicksal teilen. Ich kann das Buch sehr empfehlen. Ein Thema was viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Aber auch eine schwere Geschichte die noch lange in meinem Kopf bleiben wird. . Die Frage ist doch, wie geht man damit um? Was tut man, wenn die Eltern einem nicht helfen können oder wollen. Wir erträgt man solche Ungerechtigkeit? Viele Aspekte die im Buch angerissen werden. Eine emotionale Reise. Klare Empfehlung, wer es auch schwer mag und sich darauf einlassen möchte.

Schonungslos
5

Eindrucksvoll und bewegend

Worum geht’s? Mit 8 Jahren wird Susi zur Erholung in ein Kurheim für Kinder geschickt. Alle freuen sich, dass sie so eine tolle Möglichkeit bekommt, die zudem von der Krankenkasse finanziert wird. Doch die Tanten dort sind streng. Die Regeln hart. Aber wer glaubt schon einem kleinen Kind? Meine Meinung: Ich habe schon viele Bücher von Barbara Leciejewski gelesen, aber mit dem historischen Roman „Am Meer ist es schön“ hat sie sich nochmals selbst übertroffen. Auch ihre anderen Bücher habe ich verschlungen. Der Mix aus Fakt und Fiktion gepaart mit den Charakteren, die einem sofort ans Herz wachsen, ist einfach jedes Mal wieder ein Erlebnis. Doch dieses Buch war irgendwie noch fesselnder, noch bewegender und noch mitreißender. Wir begleiten Susanne, die am Sterbebett ihrer Mutter beginnt, von ihrer Vergangenheit im Kurheim zu erzählen, die ihr damals niemand geglaubt hat. In zwei Zeitsträngen begleiten wir sie und ihre damaligen Freunde bzw. ihre heutige Familie. Und ja, ich habe alle Charaktere geliebt. Die Kinderclique, jedes ein ganz eigener Typ aber alle absolut toll dargestellt. Und auch ihre Familie, ihr Bruder, ihre Schwester und ihre Tochter. Lauter Herzensmenschen, auch wenn einige schwierige Charaktere sind. In ihrer Erzählung nimmt uns Susanne aus der Gegenwart mit ins Jahr 1969 und zeigt, was damals in den sog. Verschickungsheimen passiert ist. Ich habe davon zuvor tatsächlich noch nichts gehört gehabt; umso geschockter war ich, über die dortigen Zustände zu lesen, wie teilweise noch Erziehungsmethoden des Dritten Reichs verwendet wurden. Und basierend auf diesen Fakten baut Frau Leciejewski ihre für mich emotionalste, fesselndste, erschreckendste und mitreißendste Geschichte auf. Ich konnte mit den Kindern mitfühlen, ihre Hoffnungen und ihre Ängste. Das Buch war ein absoluter Pageturner, man wollte – wie auch Susis Familie in dem Buch – unbedingt und sofort wissen, wie es weitergeht, was noch alles passiert ist. Schon lange hat mich keine Geschichte mehr so gepackt, wie dieses Buch! Und auch die Gegenwart, mit der sich am Ende der Kreis zur Vergangenheit schloss, war genial! Wir durften erleben, wie durch Susis Geschichte und ihre totkranke Mutter eine Familie wieder zusammenwuchs. Es war einfach wundervoll, während des Buches Teil dieser beiden Gruppen sein zu dürfen. Sie begleiten zu dürfen. Mit ihnen zu fühlen und vor allem sich mit ihnen zu freuen! Ein geniales Buch, ein absoluter Pageturner und ganz klar eines meiner Jahreshighlights! Das Buch muss man gelesen haben! Fazit: „Am Meer ist es schön“. Eigentlich. Doch Barbara Leciejewski nimmt uns mit in eine ganz andere Realität. In die der Verschickungsheime. Und darum baut sie eine absolut emotionale und fesselnde Story auf, die mich von der ersten bis zur letzten Seite und auch darüber hinaus nicht mehr losgelassen hat. Erschreckende Wahrheiten, sensationelle Herzenscharaktere, eine unglaubliche Geschichte und viele schöne Momente – das dürfen wir hier erleben. 5 Sterne von mir – ich hätte noch ewig weiterlesen können!

Eindrucksvoll und bewegend
5

Wahnsinnig gutes Buch, das mich durch den tollen Schreibstil in einen regelrechten Sog gezogen hat!

. KLAPPENTEXT Frau Petri zerriss Susis Brief, einmal, zweimal, dreimal, viermal. Kleine Fetzen flogen in den Mülleimer. »Nimm diese hübsche Ansichtskarte, schreib etwas Schönes. Darüber freuen sich deine Eltern ganz sicher, und das möchtest du doch, oder nicht?« Sechs Wochen Kuraufenthalt an der Nordsee – ein toller Urlaub, versprechen ihr die Eltern. Doch die achtjährige Susanne und die übrigen Kinder verbringen im »Haus Morgentau« die schlimmste Zeit ihres Lebens. Wer den Teller nicht leer isst, die Regeln bricht oder sich anderweitig aufsässig zeigt, wird von den Erzieherinnen hart bestraft. Kein Hilferuf dringt zu den Eltern durch, denn die Briefe der Kinder werden kontrolliert. Doch immer wieder schlagen Susanne und ihre Freunde den »Tanten« ein Schnippchen. Dann kommt es zu einem Vorfall, der Susanne noch Jahrzehnte später in ihren Alpträumen verfolgt – bis sie beschließt, sich endlich dem Trauma ihrer Kindheit zu stellen. MEINUNG Verschickungskinder waren ein für mich bis dahin unbekanntes Thema. Kinder, die von ihren Eltern für einige Wochen u.a. an die Ostsee auf Kur geschickt wurden. Das dachten jedenfalls alle, denn was die Kinder da tatsächlich erlebten, ist einfach nur furchtbar. Durch den wahnsinnig guten Schreibstil von Barbara Leciejewski konnte ich ab Seite 1 das Buch kaum aus der Hand legen. Erzählt wird aus der Perspektive der 8-jährigen und der 58-jährigen Susi/Susanne. Lieber mochte ich zwar die Kindheitsszenen, die anderen Kapitel haben aber die Geschichte komplett gemacht. Ich mochte wahnsinnig gerne, wie authentisch Susanne gezeichnet war. Als Kind, als Frau, als Mutter. Als Person, die mit ihrer Vergangenheit auf allen Ebenen zu kämpfen hatte und es nie geschafft hat zu verarbeiten. Man hat verstanden, warum Susanne die geworden ist, die sie ist. Warum sie die ein oder andere Entscheidung getroffen hat. Was die Vergangenheit mit ihr gemacht hat. Aber nicht nur Susanne, sondern auch die anderen Charaktere waren alle toll ausgearbeitet. Jeder hatte ganz eigene Charakterzüge, eine ganz eigene Art und eine Berechtigung in der Geschichte. Ganz besonders mochte ich Moni und Matti. Insgesamt ein wirklich tolles Buch, das für mich von vorne bis hinten rund ist. Toll geschrieben und sehr nahbar erzählt. Auch wenn es eine fiktive Geschichte ist, bin ich mir sicher, dass es genau so stattgefunden haben könnte. Und auch ein paar Tage nach Beenden des Buches, habe ich durch die tolle Sprache ganz viele Bilder und Szenen im Kopf, denn die Geschichte hallt nach. Meine ganz klare Leseempfehlung.

Wahnsinnig gutes Buch, das mich durch den tollen Schreibstil in einen regelrechten Sog gezogen hat!
5

FABELHAFT! Wie alle Bücher von Ihr. Ein erschütterndes Thema in einer sehr flüssigen Geschichte erzählt. Hat mir sehr, sehr gut gefallen!

5

Was für eine wunderbare aber auch sehr ergreifende Geschichte.Mir standen mehrfach Tränen in den Augen. Da ich selber ein sogenanntes Verschickungskind war.Konnte ich viele Situationen sehr gut nachvollziehen.Die Kinder waren einfach nur toll. Haben zusammen gehalten wenn es richtig schlimm wurde.Von mir eine absolute Leseempfehlung.

5

Schaurig schön

Ein Thema, das einen nicht loslässt und das das Mamaherz oft an seine Grenzen bringt. Der ruhige und dennoch eindrückliche Erzählstil passt so gut zu dieser Geschichte, die mich noch eine Weile begleiten wird. Danke für dieses wundervolle und so wichtige Buch.

5

Sabine ist 57 Jahre alt und in manchen Nächten plagen sie noch immer Alpträume über ihre Zeit in der Kinderkur. Im wachen Zustand hat Sabine diese Wochen weitestgehend verdrängt. Bis ihre Mutter im Sterben liegt und endlich alles, was so viele Jahre ungesagt blieb, ausgesprochen wird. Barbara Leciejewski erzählt mit sehr viel Fingerspitzengefühl von einem Schicksal, mit dem viele einstige Verschickungskinder zu kämpfen haben. Unter dem Deckmantel der Erholung wurden in den 60er Jahren und auch noch später, Kinder zur Kur geschickt. Dort erwartete sie allerdings keine fröhliche Zeltlagerstimmung sondern Drill, drakonische Strafen, Misshandlungen und im schlimmsten Fall Medikamententests. Mich haben die beschriebenen Szenarien wirklich sehr erschüttert, zumal dies ein dunkler Fleck der Geschichte ist, der vielen nicht bekannt ist. Tatsächlich habe ich selbst erst vor kurzem erfahren, was in diesen Heimen passiert ist. Als ich in meinem Freundeskreis davon erzählte, waren diese ebenfalls überrascht. Ich frage mich auch, was das für Menschen gewesen sein müssen, die dort gearbeitet haben. Wie es sein kann, dass man dermaßen skrupellos ist. Die im Buch beschriebene Tante Erna schockiert mit Brutalität. Es ist wirklich schlimm, wie wenig Rechte Kinder damals hatten, dass sie all das ertragen mussten und dass ihnen teilweise noch nicht einmal von den eigenen Eltern geglaubt wurde. „Am Meer ist es schön“ hat mich auf ganzer Linie mit seinem einfühlsamen und informativen Schreibstil und den liebevoll gezeichneten Charakteren begeistert. Obwohl die Geschichte sehr düster ist, erzählt sie gleichzeitig auch von Freundschaft, Verbundenheit und Liebe. Auch die Gegenwartshandlung hat mich sehr bewegt. Eine entzweite Familie, die am Totenbett wieder zusammen findet. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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5

Erschütternd und einfach schrecklich was unter dem Deckmantel der "Erziehung" alles geschehen ist.

5

Puh…

Heftig 🫢. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und konnte kaum aufhören damit. Unabhängig davon, dass ich die Bücher von Barbara Leciejewski sehr mag, ging mir die Geschichte sehr unter die Haut .

4

Ich verzichte darauf, eine ausführliche Bewertung zu schreiben. Viele Bewertungen auf dieser Plattform drücken genau das aus, was ich auch empfunden habe. Sehr nachdenkenswert fand ich zwei Aussagen, die die Schwierigkeit zwischen den Eltern und ihren Kindern und den Enkelkindern verdeutlichen. „Warum denken nur alle Leute, man tut alten Menschen einen Gefallen, wenn man sie durch die Gegend schiebt. Reden muss man mit ihnen. Ihnen zuhören.“ „Gestritten haben wir. Und dann haben wir uns angeschrien. Streiten und schweigen. Das war unsere Kommunikation. Gegenseitige Vorwürfe. Polemik. Das ist nicht reden. Das ist gar nichts.“ Beide Zitate sind auf S. 179 zu finden. 1 Punkt Abzug gibt es für das Ende, es war mir dann ein wenig zu kitschig.😌

5

Leciejewski ist ein Topstern-Garant. Geschichte über die Verschickungskinder und deren nicht immer schöne Erlebnisse in Deutschland, 2. Hälfte 20. Jahrhundert. Besonders bedrückend, kaum ein Erwachsener glaubte den Schilderungen der Kinder.

5

Was waren das nur für Menschen?

Diese unglaubliche Geschichte ist sehr gut erzählt und hat mich tief berührt. Wie kann man zu Kindern so böse sein,  das habe ich mich während des ganzen Buches gefragt. Für mich das beste Buch der Autorin.

5

Da hab ich wirklich kaum Worte für was in diesen "Kurheimen"passiert ist und wie lange es gebraucht hat das das öffentlich wurde!

4

Ein eindrückliches Buch über ein Thema, das viel mehr Beachtung verdient. Erst allmählich beginnt hier die Aufarbeitung (ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viele Kinder in den Kurheimen gelitten haben). Das Ende war mir dann aber doch etwas zu kitschig.

4.5

Traumatische Kindheitserinnerungen, die einen ein Leben lang begleiten

Dieses Buch handelt von Susanne (Susi), die Ende der 60-er Jahre als Achtjährige an die Nordsee geschickt wird zur Kur. Statt Erholung und Spaß, erfährt diese dort physische und verbale Gewalt und Erziehungsmaßnahmen, die einem eiskalt den Rücken runter laufen. Was auch schlimm ist, dass sie nach ihrem Aufenthalt ihrer Familie nichts davon erzählen kann, weil ihr niemand Glauben schenkt. Erst ca. 50 Jahre später wird die Geschichte am Sterbebett von ihrer Mutter neu aufgerollt. Der Schreibstil war, dadurch dass es größtenteils um die Kinder beim Kuraufenthalt ging, einfach gestaltet, aber auch so, dass es nicht langweilig wurde. Am Anfang war die Handlung etwas schleppend, es wurde dann aber mit der Zeit so spannend, das ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.

4.5

Eine ergreifende Geschichte, die mich wirklich sehr berührt hat. Mein erstes Buch der Autorin und bestimmt nicht das Letzte 🫶🏻

4.5

Beim Lesen des Klappentextes ist mir ganz anders geworden. Kleine Kinder, die getrennt von ihren Eltern und ihrer Familie auf Kur geschickt werden. Weil sie entweder nicht den "Richtlinien" entsprechen, sprich: zu wenig oder zu viel Gewicht aufweisen, oder zu frech sind und sich nicht an Regeln halten. Sie wurden damit "Verschickungskinder" genannt. Die Verschickungen erfolgten von der Nachkriegszeit bis in die 1990er Jahre. Hier im Buch geht es um Susanne, sie ist Ende 50 und sitzt im Altenheim am Sterbebett ihrer Mutter. Plötzlich bricht Luise in Tränen aus und entschuldigt sich bei ihrer Tochter. Susanne weiß direkt um was es geht. Um die Zeit, die für sie die Schlimmste war: 1969. Susanne hat damals nach der Kur von ihren Erlebnissen dort berichtet. Und ihre Eltern haben ihr nicht geglaubt. Haben es als kindlichen Wahnsinn abgestempelt. Denn in den Briefen, die sie schrieb, sagte sie ja immer, dass es ihr gut gefiel. "Am Meer ist es schön". Nach und nach beginnt Susanne ihrer Mutter und ihrer eigenen Tochter von der Zeit im Heim zu erzählen, zum ersten Mal nach so langer Zeit. Die Autorin schreibt sehr einfühlsam und mit bildhafter Sprache. Sie gibt den einzelnen Charakteren unheimlich viel Tiefe, sie werden greifbar und das, was sie erlebt haben, wird umso realistischer. Auf zwei Zeitebenen wird die Geschichte erzählt. Susanne spricht mit ihrer Familie 2018 über die Geschehnisse aus 1969, dabei wechseln sich die Kapitel immer ab, und es ist ein nahtloser Übergang. Unfassbar was damals passiert ist, und dass die Kurheime und Verantwortlichen da so lange mit durchgekommen sind. Barbara Leciejewski hat mir einen guten Einblick in diese Thematik gegeben. Ich fand es spannend und unheimlich zugleich. Ich habe mit den Kindern mitgefühlt, die Strafen die sie erleiden mussten waren hart. Zucht und Ordnung war da das große Thema. Es ist großartig geschrieben und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Zwischendurch musste ich immer mal wieder meine Gedanken kreisen lassen und das gelesene verarbeiten. In zwei aufeinanderfolgenden Nächten habe ich vom Inhalt des Buches geträumt. So sehr hat es mich mitgenommen. Die Vorstellung, alleine - als 5 bis 12 jährige/r - für Minimum 6 Wochen von den Eltern getrennt zu sein,hat mich wahnsinnig traurig und verletzlich gestimmt. Auf den letzten Seiten hatte ich den Eindruck,dass ein abruptes Ende gesucht wird. Da hätte ich mir gerne noch ein paar Seiten mehr gewünscht,damit alles noch seinen würdigen Abschluss findet. Aber das ist auch nur "meckern" auf sehr hohem Niveau. Ein beeindruckendes Werk und bin froh über die Einblicke der sogenannten Verschickungskinder. 4,75 Sterne

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5

Ein Hörbuch wie eine Welle – sanft, schmerzhaft, unvergesslich

„Am Meer ist es schön“ hat mich tief berührt – und auch überrascht. Bis zu diesem Hörbuch wusste ich kaum etwas über das Thema Verschickungskinder, und nun hallt die Geschichte noch lange in mir nach. Im Mittelpunkt steht Susanne, eine warmherzige, eigentlich lebensfrohe Frau, deren Vergangenheit sie immer wieder einholt. Als ihre Mutter Luise im Pflegeheim im Sterben liegt, mobilisiert Susanne ihre Geschwister Edith und Wolfgang und ihre Tochter Julia, um die verbleibenden Tage als Familie bei der Mutter zu verbringen. Am Bett ihrer Mutter wird Susanne mit ihrer Kindheit konfrontiert. Mutter Luise entschuldigt sich dafür, was sie ihr als Kind angetan bzw. zugemutet hat, als sie dachte, sie tut ihrer jüngsten Tochter etwas Gutes, als sie sie zu einem sechswöchigen Aufenthalt an die Nordsee schickt. Als Zuhörer begleitet man sie auf einer emotionalen Reise zurück in ihre Kindheit, in ein Kapitel, das sie längst verdrängt glaubte. Die Handlung entfaltet sich auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart ringt Susanne damit, ihre eigene Geschichte endlich zuzulassen. In der Vergangenheit treffen wir das kleine Mädchen Susi, das in ein Kindererholungsheim an die Nordsee geschickt wird – ein Ort, der Erholung verspricht, aber für viele Kinder zu einem traumatischen Erlebnis wurde. Dort begegnet sie anderen Kindern: der tapferen Moni, dem ängstlichen Holger und Matti. Kinder, die wie sie versuchen, in einer Atmosphäre aus Strenge, Kälte und Einsamkeit irgendwie Halt zu finden. Vor allem mit Moni und Matti entstehen Freundschaften fürs Leben und vielleicht sogar ein wenig mehr. Die Emotionalität der Geschichte ist überwältigend: Man spürt Susannes Angst, ihre Sehnsucht, ihre stille Stärke. Die Mischung aus Schmerz, Erinnerung und schrittweiser Heilung macht das Hörbuch zu etwas ganz Besonderem. In dieser Geschichte habe ich alle Kinder aus dem Erholungsheim "Haus Morgentau" sehr schnell in mein Herz geschlossen. Natürlich gab es dazu auch viele negativ behaftete Charaktere, die das "System" so umgesetzt haben, wie es von ihnen verlangt wurde. Leider von einigen noch strenger, als von anderen, jüngeren "Tanten". Und dann ist da natürlich Ulrike Kapfer. Ihre Sprecherleistung ist einfach großartig. Sie trifft die feinen Nuancen von Susannes emotionalem Erleben in beiden Zeitebenen, verleiht der kindlichen Susanne ebenso wie der erwachsenen Frau eine authentische, einfühlsame Stimme und lässt alle Figuren lebendig werden. Für mich trägt ihre Interpretation entscheidend dazu bei, wie intensiv die Geschichte wirkt. Besonders wertvoll ist, wie das Hörbuch das Thema Verschickungskinder zugänglich macht. Zwischen den 1950er- bis 1990er-Jahren wurden Millionen Kinder „zur Erholung“ verschickt – viele von ihnen widerfuhren jedoch Demütigungen, Gewalt, Einsperren, Essenszwang oder emotionale Vernachlässigung. Ein Kapitel deutscher Sozialgeschichte, das lange kaum bekannt war. Das Buch schafft es, dieses schwere Thema behutsam, aber eindringlich aufzuarbeiten. Wer das Buch gelesen oder das Hörbuch gehört hat, weiß, wie sehr folgende Worte weh tun. "Mama, am Meer ist es schön." Fazit Ein Hörbuch, das ans Meer führt – und doch mitten ins Herz. Ein Thema, welches mich derzeit wahnsinnig neugierig macht und auf welches ich in kommender Zeit nochmal einen genaueren Blick werfen möchte. Erschütternd, zärtlich, wichtig. Eine klare Empfehlung. Ein Buch, welches ich mir auf jeden Fall nachkaufen werde.

Ein Hörbuch wie eine Welle – sanft, schmerzhaft, unvergesslich
5

Dieses Buch erzählt eine wunderschöne, aber auch schreckliche Geschichte über die Verschickungskinder. Die Autorin schafft es durch ihre emotionale Erzählung , den Leser zu berühren. Ich konnte das Buch nicht weglegen. Es zeigt, was Kinder mit wahrer Freundschaft alles erreichen können. Ich habe die ganze Zeit mitgefiebert 🥺😍 Absolute Leseempfehlung!

5

Eine wundervoll erzählte Geschichte, die leider viel zu oft stattgefunden hat. Ich bin tief berührt.

5

Eines meiner Jahreshighlights

Das Buch „Am Meer ist es schön“ hat mich schon auf den ersten Seiten in seinen Bann gezogen und so blieb es bis zum Schluss. Die Geschichte wird in 2 Zeiten beschrieben und in beiden erzählt die Hauptprotagonistin Susi von ihren Erlebnissen. Susi als Verschickungskind in einem Ferienheim, dass bedrückend, beängstigend und grausam ist. Die veralteten und zum Teil schwer aushaltbaren Erziehungsmethoden sind dort leider an der Tagesordnung und die Kinder den Machtspielen der Erwachsenen aus der Nachkriegszeit ausgeliefert. Nur am Meer, da ist es noch schön, gemeinsam mit den neugewonnenen Freunden, den anderen Kindern im Heim. Und dann gibt es da noch Susi, die erwachsene Frau, die ihre Mutter am Sterbebett begleitet und dort das erste Mal nach vielen Jahren über ihre Erlebnisse berichtet. Man bekommt einen guten Einblick, wie die Erlebnisse aus der Kindheit sie geprägt, verändert und geschmerzt haben. Sowohl das Mädchen, als auch die Frau Susi, aber auch die vielen anderen Charaktere lernt man gut kennen und so manchen schließt man sehr ins Herz. Ganz toll geschrieben und absolut empfehlenswert

5

"Kinderkur" an der Nordsee. 😱 Ein weiteres schwarzes Kapitel der deutschen Geschichte in einem guten Roman verpackt. Absolutes Lese Highlight. Macht nachdenklich und wirkt lange nach.

5

Sehr zu empfehlen!!!

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