Der Bademeister ohne Himmel
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Description
«Es gibt Bücher, die lange nachhallen. Dieses ist so eines. Steht auf meiner persönlichen Bestsellerliste jetzt ganz oben.» (Christine Westermann)
Linda ist fünfzehn und würde am liebsten vor ein Auto laufen. Doch noch halten zwei Menschen sie davon ab: ihr einziger Freund Kevin, der daran verzweifelt, dass die Welt am Abgrund steht. Und Hubert, sechsundachtzig Jahre alt, ein Bademeister im Ruhestand, der seine Wohnung kaum mehr verlässt, Karotten toastet und auf seine Frau wartet, die vor sieben Jahren verstorben ist. Dreimal wöchentlich verbringt Linda den Nachmittag bei Hubert, um die polnische Pflegerin Ewa zu entlasten, die mit durchaus eigenwilligen Mitteln ihren Beruf ausübt. Feinfühlig und spielerisch begegnet Linda Huberts fortschreitender Demenz und versucht, den alten Bademeister im Leben zu halten. Bis das Schicksal ihre Pläne durchkreuzt …
Petra Pellini erzählt mit Wärme und Humor vom Erwachsenwerden und Vergessen und von einer einzigartigen Freundschaft.
Book Information
Author Description
Petra Pellini, geboren 1970 in Vorarlberg, lebt und arbeitet in Bregenz. Sie war lange in der Pflege demenzkranker Menschen tätig. Für einen Auszug aus Der Bademeister ohne Himmel wurde sie 2021 mit dem Vorarlberger Literaturpreis ausgezeichnet, außerdem stand der Roman auf der Shortlist für das «Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen» 2024.
Characteristics
14 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Hubert ist dement und wird von einer polnischen Pflegekraft Ewa betreut. Linda wohnt ebenfalls in diesem Haus ( mit ihrer Mutter) , ist 15 Jahre, hat Schwierigkeiten mit Mathe und verbringt Zeit mit Hubert, damit Ewa mal Pause machen kann. Wir lesen aus Lindas Sicht und bekommen ihre Zerrissenheit mit. Sie spielt in ihren Gedanken ihren Tod und dessen Folgen für ihr Umfeld durch, aber erleben auch, wie eng ihre Bindung zu Hubert gelingt. Man merkt, dass die Autorin Erfahrung mit dementen Menschen hat. Die Spiegel zu verhüllen, weil es Unruhe und Verwirrung schafft, war mir unbekannt. Ich wünschte mir eine Pflegekraft, wie Ewa .
„Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung.“ Ein Roman der zu Herzen geht. Eine ungewöhnliche und dennoch herzliche und humorvolle Protagonistin, die sich so wundervoll um Hubert, ihrem dementen Nachbarn kümmert. Eine tiefsinnige Geschichte über Freundschaft.
„Mit einem Mal fühle ich mich wie ein kleines Mädchen in einer heilen Welt. Ich grinse, als ließen sich meine Probleme mit Hundekeksen lösen. Für ein paar Augenblicke kommt es mir vor, als wäre all das verloren Geglaubte nur versteckt gewesen. Als wäre Hubert einfach ein alter Herr mit Hund, und Demenz eine weit entfernte Insel im Pazifik.“ „Ich weiß nicht, warum, aber ab dem Zeitpunkt, da Hubert und Kevin weg waren, hatte mein Leben plötzlich einen Sinn, nur, weil ich noch da war. Je mehr wegbrach, desto mehr hatte ich das Gefühl, alles zusammenhalten zu wollen. Und je mehr Tage verstrichen, desto klarer wurde mir, dass ich gar nicht sterben will. Von allen Stimmen in meinem Kopf ist mir Huberts Stimme die liebste.“
Wenn die Löschtaste im Kopf die Oberhand gewinnt
Eine Demenzerkrankung stellt für das Umfeld eine große Herausforderung dar. Eine geliebte Person "verabschiedet" sich stückweise und das Wesen verändert sich. Erinnerungen verblassen, Empathie geht verloren, neue Dinge sind und bleiben fremd. Im Haus der 15-jährigen Protagonistin Linda lebt im dritten Stock der demente Hubert Raichl, der 42 Jahre als Bademeister gearbeitet hat. Linda besucht ihn regelmäßig, um ihrem tristen Alltag zu entkommen und Hubert und seiner 24-Std.-Pflegekraft Ewa Gesellschaft zu leisten. Ewa kümmert sich in Huberts gewohnter Umgebung um sein Wohlbefinden und ist gleichzeitig immer froh, wenn Linda sie besucht und dann mit Hubert auf ihre ganz eigene Weise spricht und agiert - auf Augenhöhe. Es ist rührend wie Linda Hubert in seiner kleinen Vier-Wände-Welt ernst nimmt, ihn beschäftigt und dadurch versucht ein Dahinvegetieren zu verhindern. Gegen ihn zu arbeiten, oder ihm etwas aufzudrängen würde in Verweigerung münden und so lernen wir den Alltag des Trios kennen der aus Kompromissen, Wiederholungen und Suchen besteht. Ewa, die fürsorgliche und besorgte Pflegerin, Hubert, bei dem all die Jahre nie ein Kind ertrunken ist und Linda, die regelrecht aufblüht, wenn sie mit den beiden zusammen sein kann und das obwohl sie - wie auch ihr Freund Kevin - nicht sehr am Leben hängt. Mit Hubert ist sie zwar nachdenklich, aber dennoch unbekümmert und positiv. Durch die wenigen Personen in diesem Buch, darf der Fokus der Geschichte voll auf dem Duo "Linda und Hubert" liegen. Petra Pellini sorgt durch ihre feinfühlige und detaillierte Schreibweise dafür, dass die Charaktere im Kopf lebendig werden. Auch die liebenswürdige Pflegerin Ewa bleibt im Gedächtnis. Dieses eingeschworene Team ist vereint im Schicksal von Hubert und zeigt dem Leser auf wundervolle Weise das Leben und den Umgang mit dieser fiesen Krankheit. Linda denkt sich gegen Ende der Geschichte: "Ich mache es wie Hubert. Ich schmeiße alles in einen Topf: Menschen, Jahreszeiten, Ereignisse, rühre einmal um und alles ist gut. Alle leben und nie ist jemand gestorben. Keiner fehlt. Man darf die Realität nicht so nah an sich heranlassen." Es mag naiv klingen, aber es hilft vielleicht die Demenz einer geliebten Person als Tatsache anzunehmen und sie besser zu verstehen. Große Leseempfehlung!

Ein Buch das in Erinnerung bleibt! 🥰 Ich habe es geliebt von der ersten bis zur letzten Seite! Eine Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen Jung und Alt und ein junges Mädchen, das uns in jugendlicher Leichtigkeit zeigt, wie wertschätzend und respektvoll man mit Menschen mit Demenz umgehen sollte! 🥰 Das Buch hat mich zum Lachen gebracht und dann auch wieder traurig gestimmt! Es ist jedenfalls ein Herzensbuch, für das ich eine klare Leseempfehlung aussprechen möchte! 📚😍

„Es gibt zwei Menschen, die mich von der Sache mit dem Auto abhalten. Kevin und Hubert. Kevin wohnt um die Ecke, ist voll intelligent und Hubert wohnt im dritten Stock und ist voll dement.“ Linda ist fünfzehn und überlegt, vor ein Auto zu laufen wären da nicht zwei Menschen in ihrem Leben, die sie davon abhalten: ihr Freund Kevin, der sich sicher ist, dass die Welt dem Untergang geweiht ist, und Hubert, ein sechsundachtzigjähriger Bademeister im Ruhestand, der über ihr wohnt, sich manchmal selbst nicht mehr im Spiegel erkennt, Bananen aufs Fensterbrett legt, Karotten toastet und auf seine Frau Rosalie wartet, die vor sieben Jahren verstorben ist. Montags, mittwochs und samstags verbringt Linda ihre Nachmittage mit Hubert, um ihr Taschengeld aufzubessern und die polnische Pflegekraft Ewa zu entlasten, die mit durchaus eigenwilligen Methoden ihren Beruf ausübt. Behutsam und nahezu spielerisch begegnet Linda Huberts fortschreitender Demenz und schafft es scheinbar mühelos, den alten Bademeister am Ball zu halten. Doch irgendwann sind auch ihr die Hände gebunden und sie muss akzeptieren, dass das Schicksal auch vor Hubert keinen Halt macht … „Hubert, Ewa und ich, wie soll ich das erklären, ich kann nicht sagen, dass wir beste Freunde sind, das wäre übertrieben, wir spüren einander, wir sind wie Wellen, die ineinander oder zumindest zueinander fließen oder wie dieses Kinderspiel mit den Händen: die eine Hand wird auf die oberste Hand gelegt, die unterste Hand wird weggezogen und wieder auf die oberste gelegt und so weiter. Gefühle, Stimmungen, Gesten stapeln sich. Mal liegt Huberts Knurren obenauf, mal Ewas Landeshymne, mal mein Humor.“ Aus den Erfahrungen einer gelernten Pflegerin ist etwas Großes herangewachsen: ein Romandebüt voller Menschlichkeit und Herz. Ganze drei Jahre hat die Autorin an ihrem „Bademeister ohne Himmel“ gearbeitet, Szenen aus dem Alltag in der Pflege auf Post-Its und manchmal sogar Papierhandtüchern festgehalten, wenn nichts anderes griffbereit war. „Viele Szenen haben erst mit der Zeit zueinander gefunden“, verrät Pellini in unserer gemeinsamen Podcastfolge der #GlockenbachWelle. Gelohnt hat sich ihre Arbeit auf mehreren Ebenen. Nicht nur, weil Schreiben schon immer ihre ganze Leidenschaft war, sondern auch, weil sie mit nur 22 Seiten ihres Werkes den Vorarlberger Literaturpreis ergattert hat. Mehrere Verlage wollten ihr Werk herausbringen, schon wenige Wochen nach dem Erscheinen stand der Roman auf der Spiegel-Bestsellerliste. Die Charaktere ihres Romans sind herzerwärmend. Eigentlich weiß man gar nicht, welche Figur einem während dem Lesen mehr ans Herz gewachsen ist. Es sind Menschen mit Ecken und Kanten, die alle ihr eigenes Päckchen zu tragen, ihre eigenen schweren Erfahrungen gemacht haben und es dennoch irgendwie gemeinsam durchs Leben schaffen. „Generell ist das Leben zu laut. Da braucht man nicht dement zu sein.“ Da wäre allen voran der desillusionierte Hubert, der seine Karotten toastet oder Bananen aufs Fensterbrett legt. In einer Strickjacke ist er deutlich besser gelaunt als ohne eine. Den Mann im Spiegel erkennt der demente Sechsundachtzige oft nicht mehr, seine Zähne sind permanent verschwunden und die Schuhe für die Arbeit nicht griffbereit. Als pflichtbewusster Bademeister will er sich noch immer auf den Weg ins Schwimmbad machen. Denn schließlich ist seine Arbeit eine ernst zu nehmende Angelegenheit, eine, bei der er noch nie ein Kind ertrinken hat lassen. In sieben von acht Fällen gelingt es Linda, Hubert davon abzuhalten, das Haus zu verlassen, indem sie ihn davon überzeugt, dass es Mittwoch sei. Denn da hatte Hubert stets frei. Manchmal lenkt ihn auch die Aussicht auf ein Streichwurstbrot von seinem Vorhaben ab. Dass Huberts Tochter mit der Demenz ihres Vaters überfordert ist, bemerkt man recht schnell. Warum sonst sollte man einen Teenager darum bitten, nach dem dementen Vater zu schauen? Auch Lindas Mutter hat dafür nur wenig Verständnis. Und so gibt ihr Linda recht schnell den Spitznamen Nachtfalter, weil ihr zerbrechlicher Anblick Linda an Nachtfalter mit hauchdünnen Flügeln erinnert. Ich muss gestehen, dass ich mit ihr am wenigsten warm geworden bin, auch wenn sie gegen Ende des Romans zugänglicher geworden ist. „Ich finde, Ewa und der Nachtfalter machen einen entscheidenden Fehler. Sie schließen von sich auf Hubert, dabei ist jeder Mensch ein Universum.“ Ein echtes Unikat hingegen ist Ewa, die polnische Pflegerin, die im gleichnamigen Hörbuch von Sprecherin Marie-Isabel Walke zum Leben erweckt wird und ihre polnischen Weisheiten zum Besten gibt, wie z.B. „Bin ledig, weil vegetarisch.“ Ihre eigenwilligen Methoden sind nicht immer zielfördernd und sorgen für Spannungen und/oder Trotzreaktionen bei Hubert. Während sie auf den Dingen beharrt, reagiert Linda stets tiefenentspannt, scheint für alles eine Lösung parat zu haben. In Ewas Zimmer, das Linda liebevoll Klein-Polen nennt, bleibt wenig Privatsphäre für sie. Und so übernimmt Linda Hubert an drei Nachmittagen in der Woche und beschert Ewa jeden zweiten Mittwoch einen Bonustag, der eigentlich nur eine zusätzliche Stunde ist, in der sich Ewa mit ihren Freundinnen trifft, Kaffee trinkt, die Nägel machen lässt oder Schminktipps austauscht. Der Wortwitz, der sich aufgrund ihrer Sprachbarriere in viele ihrer Sätze schleicht, sorgt für jede Menge Unterhaltung beim Lesen. Ganz besonders lustig empfand ich, dass sie ubert als gesundkern anstatt kerngesund bezeichnet. Die stärkste Persönlichkeit im Roman ist aber Linda. Denn die Fünfzehnjährige, die eigentlich selbst genügend Probleme mit sich und der Welt hat, begegnet Hubert auf nahezu unbekümmerte Weise. Man könnte meinen als Kind getrennter Eltern, das sich ernsthaft überlegt, vors Auto zu werfen, hat man sicherlich keine Nerven für einen alten demenzkranken Mann. Doch weitgefehlt. Denn wo Ewa scheitert, ist Linda zur Stelle. So gesellt sich zu der Banane, die Hubert aufs Fensterbrett liegt, wie selbstverständlich ein Apfel. Kein Grund, die Sache an sich zu hinterfragen. Mit viel Kreativität und Herz, aber vor allem auch Mut meistert sie die Herausforderungen, die der Alltag mit Hubert so mit sich bringt. Die Frage, warum ausgerechnet eine Jugendliche mit einem alten kranken Menschen abhängt, stellt sich irgendwann gar nicht mehr. Denn Linda und Hubert sind nicht nur ein eingespieltes Team, sie tun sich auch gut. Und so hangeln sie sich an ihren alltäglichen Routinen wie an Lianen durchs Leben. „Kevin war mein Klotz am Bein. Bis er neun war, gingen wir stumm nebeneinander. Kopfnicken zur Begrüßung. Kopfnicken zum Abschied. Erst als meine Eltern sich trennten, habe ich begonnen, ihn zu mögen. Er war der Einzige, der wusste, was bei mir zu Hause los war.„ Und dann wäre da noch Kevin, Lindas gleichaltriger Freund. Sie kennt ihn seit sie sechs Jahre alt ist. Er ist ihr Handgepäck, ihr Klotz am Bein, später ihr engster und einziger Freund (neben Hubert). Er versteht sie, übernachtet zur Not auch mal mit Linda in der Kirche, um ihr einen Herzenswunsch zu erfüllen. Dabei ist er stets und ständig geplagt, von Ängsten und Sorgen um die Welt. Er ist nicht nur zu ernst, zu schlau und kein wirkliches Kind, sondern auch labil, zerbrechlich und näher am Tod als es Linda in Gedanken je sein wird. Petra Pellini ist mit „Der Bademeister ohne Himmel“ ein herzerwärmendes und rundum kluges Werk gelungen. Mit ihrer humorvollen, erfrischenden und geistreichen Art bewegt sie sich nahezu leichtfüßig durch schwere Themen wie Demenz, Pflege im Alter, Suizidgedanken und schwierigen Familienkonstellationen. Und so ist man sich nach dem Lesen und einem Gespräch mit ihr sicher, dass es wirklich einzig und allein der gegenwärtige Augenblick ist, auf den man sich im Leben wirklich konzentrieren sollte. Alles andere kommt von ganz allein. „Kein Leben ist spektakulärer als das andere. Wir sind Geschwister, Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde, Feine, wohnen in derselben Stadt, leben Haus an Haus, schlafen Wand an Wand, begegnen uns im Treppenhaus, im Bus, beim Bäcker, belohnen uns mit Pizza, Eis, Kino, Urlaub. Wir schlafen schlecht oder nicht. […] Wir geistern durch den Tag, füttern Enten, langweilen uns, treffen, beschimpfen, verlieben und trennen uns in Echtzeit oder online. Wir verschulden uns, finanziell oder menschlich. Wir sind schlecht informiert und gutgläubig. Wir meckern und reden andere schlecht, um uns selbst besser zu fühlen. Wir verbringen zu viel Zeit in geschlossenen Räumen. Wir treten in Fettnäpfchen und das Schlimmste: Wir verbiegen unsere Träume bis zur Unkenntlichkeit. […] Wir halten durch, geben auf, gehen unter. Wir leben, lachen, lästern und wir sterben.“

Ein schlauer und einzigartiger Roman zum Thema Alzheimer, Freundschaft und Pflege
Leseeindruck: Es gibt Bücher die noch lange nachhallen, dieses ist so ein Buch. Petra Pellini hat es wirklich bemerkenswert geschafft eine Geschichte zu schaffen, die Gehör bekommt. Das Buch ist mit viel Empathie und Fantasie ausgestattet. Pellini erzählt lebensnah, humorvoll, frech und berührend. Die Pflegerin Ewa mutiert zu „Everbodys-Darling“. Linda entwickelt als 15-Jährige außergewöhnliche Freundschaften. Die Kapitel haben eine angenehmen Länge. Das Cover empfinde ich als passend und modern gestaltet. Ein schlauer und einzigartiger Roman zum Thema Alzheimer, Freundschaft und Pflege.

„Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung.“
Dieses Buch ist sehr echt, sehr realitätsnah und beschreibt viele reale Gefühle, die Teenager in der heutigen Zeit haben könnten und erzählt gleichzeitig die wundervolle Geschichte von Linda (15) und Hubert (86) und von deren ungewöhnlicher Freundschaft. Der Schreibstil des Buches hat mir hundert Prozent gefallen, das Buch hat so viele tolle Sätze, die im Kopf bleiben. Gerade der oben zitierte schwirrt mir seit Tagen durch den Kopf. Ich mochte Lindas Humor sehr gerne und habe während des Lesens häufig gelacht. Es hat mich auch so sehr beeindruckt, wie gerne sie bei Hubert war, wie toll sie sich mit ihm beschäftigen konnte und wie wichtig er ihr war, gerade als 15 jähriger Teenager. Auch Ewa habe ich total ins Herz geschlossen, ich glaube, eine Ewa hätte jeder gerne in seinem Leben. Natürlich behandelt das Buch ein durchaus ernstes und sehr trauriges Thema, ich finde gerade zum Ende hin wird einem das sehr bewusst und man spürt umso mehr, dass man diese Krankheit einfach schrecklich für Betroffene und deren Familien ist. Auch das Ende mit Kevin hat mich sehr mitgenommen, auch wenn ich es irgendwie kommen sehen habe. Zwischendurch hatte ich das Buch aber sehr lange zur Seite gelegt, weil es mich doch nicht so richtig fesseln konnte, zum Schluss hat sich dies aber wie gesagt nochmals geändert.

Sehr berührend und ehrlich - besonders als Hörbuch wunderschön
Ich habe das Hörbuch gehört – und es hat mich absolut begeistert! Marie-Isabel Walke liest das Buch so großartig vor. Als sie diesen Satz geflüstert hat: „Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung.“ habe ich eine Gänsehaut bekommen. Die Geschichte zwischen der jungen Linda und dem alten Hubert ist so berührend, warmherzig und ehrlich erzählt. Ab und an sind mir die Tränen gekommen, Demenz ist kein einfaches Thema. „Das Leben kommt einem mit voller Wucht entgegen. Man versucht zu entsprechen und scheitert, immer wieder. Seinen Frieden hat man nie. Immer muss man etwas nachweisen, man selbst ist nie genug. Traurig ist das, wirklich traurig.“ „Umso wichtiger, dass ich Ewa in den Arm nehme. Wir alle bekommen zu wenig von dem, was wir bräuchten. Ich frage mich, warum das so sein muss und ob es nicht einfacher wäre, wenn jeder ausspricht, was er braucht.“ „Ich denke, dass wir heute keine Lösung finden werden und auch keine finden müssen und es immer irgendwie weitergeht, auch wenn man denkt man stünde am Abgrund."
"Mit 12 denkt man, schlimmer kann es nicht werden, und man wird größer, und es kommt schlimmer.“ (Kapitel 58) DER BADEMEISTER OHNE HIMMEL Petra Pellini Die 15-jährige Linda möchte ihrem Leben ein Ende setzen. Sie weiß nur noch nicht, wo und wann – nur das Wie steht fest: Sie will sich vor ein Auto stürzen. Mit ihrer Mutter streitet sie oft. Ihr Vater, der die Familie verlassen hat, fehlt ihr sehr. Ihre einzigen Bezugspersonen sind Kevin und Hubert – zwei Menschen, die sie noch an das Leben binden. Kevin ist ein Weltverbesserer im gleichen Alter wie sie, aber wenig an anderen Menschen interessiert. Hubert, der 86-jährige Nachbar und ehemalige Bademeister im Ruhestand, leidet an Demenz. Trotz seiner Krankheit erzählt er immer wieder, dass bei ihm nie ein Kind ertrunken sei. Und er sucht unaufhörlich nach seiner Frau Rosalie - obwohl sie bereits vor sieben Jahren verstorben ist. Linda verbringt viel Zeit bei Hubert, weil sie bei ihm Ruhe findet. Er gibt ihr das Gefühl von Geborgenheit und tankt sie mit Zuversicht auf. Bei ihm kann sie einfach sie selbst sein. Doch als Huberts Krankheit fortschreitet, ändert sich ihre Rolle: Linda beginnt ihm seine Geschichten immer wieder zu erzählen, um seine Erinnerungen zu wecken und ihn in der Welt zu halten. Petra Pellini hat ein tief berührendes und einfühlsames Buch geschrieben, das mich sehr bewegt hat. Ich habe die Geschichte sowohl gelesen als auch gehört und dabei mehrfach Gänsehaut verspürt. Besonders beeindruckend ist, wie Linda mit dem demenzkranken Hubert umgeht. Ihre Geduld und ihr Mitgefühl werfen die Frage auf, ob so ein Verhalten für eine so junge Frau nicht fast schon außergewöhnlich ist. Ich glaube, ich habe viel von ihr lernen können. Neben dem Buch habe ich auch das Hörbuch genossen, das durch die besondere Stimme von Marie-Isabel Walke eine ganz eigene Atmosphäre schafft. Sie hat es wunderbar verstanden, die Emotionen und Stimmungen der Geschichte einzufangen und mit Akzenten zu versehen. Dadurch wird das Hörbuch zu einem echten Hörerlebnis. Fazit: Ein sehr berührendes und gutes Buch, dass ich gerne gelesen habe. 4½/ 5

So liebevoll und so traurig
Die Geschichte mit dem Bademeister Hubert, der Demenz hat und Linda, die so jung ist und an das Ende ihres Lebens denkt, hat mich total berührt. Dieses Buch wurde so liebevoll geschrieben. Es ist so viel Zärtlichkeit in der Geschichte zu finden und dennoch ist es unglaublich traurig. Aber auch Charme findet man. Der Verlauf von Demenz wird in diesem Buch sehr präzise verdeutlicht. Ich konnte mitfühlen mit den Betroffenen. Das Ende ist tieftraurig. Freu mich auf die Lesung und das Gespräch mit Petra Pellini. Absolut Lesenswert! „Ich weiß, wohin die Reise geht, und ich verstehe so manches. Was ich jedoch nicht verstehe, ist, warum sich die Menschen vor dem Tod fürchten. Würden sie sich vor dem Leben fürchten, das könnte ich verstehen. Erst gestern sind Kevin und ich zu dem Schluss gekommen, dass alles, wirklich alles, zwischen Geburt und Tod beängstigend ist. Das Leben kommt einem mit voller Wucht entgegen. Man versucht zu entsprechen und scheitert, immer wieder. Seinen Frieden hat man nie. Immer muss man etwas nachweisen, man selbst ist nie genug. Traurig ist das, wirklich traurig.“ Seite 69
Eine ruhige Geschichte über das Leben und das Abschiednehmen
Linda ist 15 und möchte eigentlich nicht mehr leben. Aber da ist Hubert, der demente pensionierte Bademeister, den sie für ein paar Stunden in der Woche besucht. Und seine polnische Pflegerin Ewa. Und ihr einziger Freund Kevin, der sich immer so viele Gedanken um die Welt an sich macht … Es ist eine sehr ruhige, leise, oft sehr melancholische und dann auch wieder humorvolle Geschichte, die Petra Pellini da erzählt. Man taucht tief ein in Lindas Gedankenwelt und mit ihr begleiten wir Huberts letzte Monate. Die Autorin hat selbst in der Pflege dementer Personen gearbeitet, was ihre Schilderungen sehr berührend macht, immer mit einem respektvollen Blick auf Hubert. Das ist dann auch, was diesem Roman so eine zarte Schönheit gibt - Lindas Interaktion mit dem alten Mann. Sie nimmt ihn ernst, sie kümmert sich ohne zu bevormunden und als Leserin weiß man schon lange vor ihr, was sie selbst erst am Schluß erkennt: Wie die Bekanntschaft zu Hubert ihr eigenes Leben bereichert. ‚Der Bademeister ohne Himmel‘ ist ein sehr ruhig erzählter Roman, da bleiben einige Längen nicht aus. Aber es ist auch ein Buch, das oft zum Innehalten und Nachdenken einlädt, um sich mit Lindas lebensklugen Gedanken zu beschäftigen.
Krankheit, Tod, Leiden. Nicht gerade Themen über die man gerne liest. Wobei dies, trotz allem, wichtige Themen sind, die zum Leben gehört. Hubert ist demenzkrank und verliert sich immer mehr in der Leere seiner Gedanken. Linde besucht ihn regelmäßig um Ewa eine Atempause zu gönnen, die ihn Rund um die Uhr pflegt. Leider muss ich sagen, dass mich diese Geschichte überhaupt nicht berührt hat. Erzählerisch mag der Roman gut gemacht sein, aber für mich blieb er eher nüchtern und kalt.
Schwere Kost aufgrund von fortschreitender Demenz
Linda und Hubert und auch Ewa sind hier die Protagonisten im Buch. Hubert, ein ehemaliger Bademeister der Demenz hat, Ewa seine polnische Pflegerin und Linda die ihn besucht und sich umbringen will. Die Demenz von Hubert bestimmt das Buch. Zunächst sind es eher komische Situationen beziehungsweise Gleichgültigkeit bis hin zum allmählichen Verschwinden aus dem Leben bis zum Tod. Gerade zu Ende hat mich das Buch immerwieder berühert, da ich das Buch mit meinen Erfahrungen verglichen habe. Das Ende mit Kevin, ein Freund von Linda fand ich unpassend. Dafür gefiel mir Lindas Entwicklung und Fürsorge gegenüber Hubert.
Vom Gehen und Dableiben
Ein ruhiges, fast zurückhaltendes Hörbuch über das Sterben – und das Leben davor. Im Zentrum steht Linda, die selbstbestimmt aus dem Leben gehen möchte, und Hubert, der sie auf diesem Weg begleitet, still, zuverlässig und mit einem ganz eigenen Blick auf die Welt. Es geht um Nähe, um Abschied und um die Frage, wie viel Würde wir anderen im Sterben zugestehen – und wie viel wir selbst aushalten können. Ich war nie ganz in der Geschichte, vielleicht weil sie in so verhaltenem Ton erzählt wird. Aber gerade das macht ihren Reiz aus. Das Ende hat mich dann unerwartet getroffen, still und direkt. Huberts Tod erinnerte mich an die letzten Tage mit meiner Oma – an dieses stille Ausharren, das Auflösen von Alltag in etwas ganz Existenzielles. Ein unaufgeregtes Buch über große Fragen. Vielleicht nicht mit voller Wucht, aber mit einem leisen Echo.
"...du bist der Bademeister. Ich bin der Fragemeister..." (S. 304) Hubert, ehemaliger Bademeister, leidet an Demenz und verliert sich immer mehr. Linda ist fünfzehn und seine Nachbarin. Zusammen mit Ewa, einer polnischen Pflegerin, kümmert sie sich um Hubert. Trotz oder gerade wegen ihres Alters, gelingt es Linda eine ganz besondere Beziehung zu Hubert aufzubauen. Wo die Tochter von Hubert, die oft nicht gut wegkommt in der Geschichte, und Ewa fast kapitulieren zu scheinen, schafft es Linda immer wieder Hubert richtig zu lesen und ihr Umgang mit ihm und seiner Demenz ist einfach Herzerwärmend und erheiternd! Doch auch Hubert und Ewa geben Linda halt, die in ihrem Leben selbst nicht weiß, wohin ihr Weg gehen soll und sich teilweise schon verloren glaubt... "... 'Hubert?' , flüstere ich, 'kannst du mich mitnehmen?' Ach Linda, male ich mir seine Stimme aus. Ich schließe die Augen, fühle eine XXL- Geborgenheit, wie ich sie bisher nicht kannte, und sehe Hubert weggehen, in seinen Arbeitsschuhen, unter den Arm geklemmt einen original BEMA- Schwimmflügel. 'Vergiss dein Cappy nicht', rufe ich ihm nach..." (S. 306) Petra Pellini hat hier einen unglaublich berührenden, aber nie schweren Roman verfasst, Ewa, Linda & Hubert sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe zwischendurch einige Tränchen verdrückt! Bitte lesen!

Für dieses Buch würde ich gern mehr als 5 Sterne geben. Es ist für mich eines der besten Bücher, die ich gelesen habe. Es erzählt aus der Sicht der 15jährigen Linda die Situation des demenzkranken 87jährigen Hubert, eines ehemaligen Bademeisters. Wir begleiten beiden,sowie die polnischen Pflegerinnen und erleben hautnah mit,wieder Krankheit voranschreitet und wie jeder der Protagonisten damit umgeht. Ein sehr berührendes und tiefsinniges Buch, das ich gern weiterempfehle.
Literarisch sicher hochwertig und das Thema Demenz sicher wichtig und gut eingefangen, ABER für mich einfach nichts. Dass das Thema Tod in Huberts Geschichte dazu gehört: klar! Aber dass die 15-jährige Linda und auch ihr Freund Kevin mit solcher Todessehnsucht ausgestattet sein müssen… Nein danke, das ist nicht meins.
Ich bin unglaublich schnell im Buch angekommen und war sofort vom klaren und ungeschönten Schreibstil angetan. Auf den ersten Blick geschieht in diesem Buch gar nicht so viel. Gleichzeitig wabert so viel Diffuses unter der Oberfläche, das nicht immer aufgelöst wird und vielleicht auch nicht immer aufgelöst werden kann. Das fand ich einerseits sehr realitätsnah. Andererseits hatte ich dadurch das Gefühl, dass ich nicht ganz so nah an die Charaktere herankomme. Das Ende habe ich tatsächlich schon ab der Hälfte des Buches allmählich erahnen können. Aber ein krasser Plottwist wäre für dieses Buch vermutlich auch nicht passend gewesen.
Eine bewegende Geschichte mit kleinen Schwächen
Der Roman hat mich thematisch sehr berührt – Suizid, Pflege und Demenz werden hier offen und eindringlich behandelt. Anfangs musste ich mich etwas an den ungewöhnlichen Stil mit sehr kurzen Sätzen und Kapiteln gewöhnen. Das wirkt zunächst holprig, ergibt aber Sinn, da die Geschichte aus der Sicht einer 15-Jährigen erzählt wird, man gewöhnt sich im Laufe des Romans daran. Einige Formulierungen in Jugendsprache fand ich etwas aufgesetzt, aber das ist sicher Geschmackssache. Die Handlung entwickelt sich sacht und nachvollziehbar, auch wenn das Ende – inklusive der Nebenhandlung – recht vorhersehbar ist. Besonders positiv in Erinnerung bleibt mir die Pflegerin, eine Nebenfigur, die stark greifbar von der Autorin gezeichnet worden ist. Ein Roman der zum Nachdenken anregt und trotz kleiner Schwächen sehr lesens- und empfehlenswert ist. "Und wir streiten. Ich stelle mir vor, nach jedem Streit bleiben schwarze Löcher in unserer Aura, wie fette Sommersprossen, aber eben Löcher, die unsere Lebensfreude schlucken."
Ein Buch mit vielen Facetten
Die Hauptperson ist die 15jährige Linda, die eigentlich ihr eigenes Leben beenden möchte. Sie ist zynisch, kritisch, sehr ehrlich und auf ihre Art humorvoll. Sie betreut den dementen Hubert und geht so eindringlich gut mit seiner Krankheit um, was viele Erwachsene nicht können. Sie lässt sich zu 100% auf seine Situation ein. Die polnische Pflegekraft Ewa ist brilliant von der Autorin dargestellt. Genau so stellt man sich so eine Person vor. Ich habe durch dieses Buch alle Emotionen erlebt. Ein tolles Debüt!
Der Umgang mit Demenz An dieses Buch hatte ich große Erwartungen. Habe ich doch nur Positives im Vorfeld zu dem Roman vernommen. Es geht um Demenz und den Umgang mit dieser schweren Erkrankung. Hubert ist ein pensionierter Bademeister, der dieses Schicksal des langsamen Vergessens erleiden muß. Seine Tochter hat die herzensgute polnische Pflegerin Ewa eingestellt und zahlt der 15 jährigen Linda, die im selben Haus wohnt ein Taschengeld, damit sie Hubert besucht und Ewa ein bisschen entlastet. Die Geschichte wird aus Linda‘s Perspektive erzählt, die erstaunlicherweise schnell Gefallen an dem Job findet. Sie hat direkt einen sehr guten Draht zu dem alten Herrn und erfasst instinktiv was ihm guttut. So holt sie z.b die alten Schwimmflügel aus dem Keller und spielt mit Hubert Freibad. Sie beide stimmen dann überein, dass bei ihm nie ein Kind ertrunken ist und was für ein Segen das ist. Linda ist kein glücklicher Teenager. Sie spielt immer wieder den Gedanken durch, sich das Leben zu nehmen. Doch Hubert und Ewa und ihr einziger Freund, der 13Jährige Kevin halten sie davon ab ihre Pläne wirklich umzusetzen. Die Geschichte ist sehr empathisch geschrieben, und ich habe der Hörbuchsprecherin Marie- Isabel Walke wirklich gerne gelauscht. Trotzdem kann ich die Euphorie zu dem Buch nicht ganz teilen. Was mich gestört hat : Ich war erstaunt über die Lebensweisheit einer 15 jährigen. So aufmerksam und klug gegenüber einer dementen Person zu agieren, fand ich doch schon unglaubwürdig. Außerdem erfährt man an keiner Stelle, warum Linda sich das Leben nehmen möchte. Was ist da im Vorhinein Gravierendes passiert? Warum hat sie in der Schule keine Freunde? All das erfährt man nicht. Linda‘s Mutter ist eigentlich gegen die regelmäßigen Besuche der Tochter bei Hubert, läßt sie aber geschehen. Auch die Figur Kevin bleibt mir zu blass. Er verzweifelt an der Klimakatastrophe und ist ebenfalls depressiv. Das ist leider die einzige Info neben der Gemeinsamkeit mit Linda, dass er bei einer alleinerziehenden Mutter aufwächst. Ansonsten hatte das Buch viele berührende Momente. Es war teilweise melancholisch und zum Ende hin natürlich auch traurig. Ich brauchte immer wieder Lesepausen, weil mich das Thema Demenz doch ganz schön mitgenommen hat. Ich bin auf jeden Fall froh zum Hörbuch gegriffen zu haben, denn die Sprecherin war wirklich ein Gewinn für die Geschichte. Ich vergebe 3,5 Sterne für ein gutes Buch, was für mich aber kein Highlight war.
Easy read, schweres Thema. Hätte das Buch an einem Abend weglesen können. Das Thema Demenz und Tod wird auf ganz eigene und leichte Art vermittelt. Trotzdem nur drei Sterne, weil ich mir mehr von dem Buch versprochen habe. Irgendwie hat es mich nicht so mitgenommen. Selbst der Twist am Ende hat mich kalt gelassen. Und doch eine klare Leseempfehlung.
Der Bademeister ohne Himmel 🌟🌟🌟,5 von 5 Sternen Das Buch fing für mich sehr emotional an, denn es erinnerte mich sehr an meine Oma (die 5 Jahre Demenz hatte). Manches Verhalten von Hubert erinnerte mich sehr an Momente mit ihr. Ein Highlight ist das Buch nicht für mich! Denn oft waren mir Linda‘s Selbstzweifel und ihre Sicht vom Leben „zu viel“ also zu viel Raum im Buch. Deshalb ging der Bademeister meiner Meinung nach, leider ab und an unter. Trotzdem ein gut bildlich dargestelltes Thema, was sich nicht jede/r traut

Emotionaler Roman über das Altern und das Erwachsenwerden
Petra Pellini verhandelt in ihrem Roman Bademeister ohne Himmel den Lebensabend Huberts und das Erwachsenwerden von Linda. Hubert ist 87Jahre alt, Bademeister in Rente und dement. Linda ist Schülerin und zwei Mal in der Woche Begleitung für Hubert und Entlastung für die polnische Pflegekraft Ewa. Aus Lindas Sicht wird erzählt, wie sich der Alltag von Hubert gestaltet und wie sie immer wieder mit neuen kreativen Ideen auf seine Bedürfnisse eingeht. Dabei kann man auch die Vermutung anstellen, dass Linda durch ihre Hingabe versucht, sich nicht so viel mit eigenen Themen, unter anderem Gedanken um den eigenen Tod, auseinanderzusetzen. Linda ist super empathisch, nimmt Hubert an wie er ist und begleitet ihn liebevoll während seiner voranschreitenden Krankheit. Gleichzeitig lernt man Linda auch im familiären und freundschaftlichen Kontext kennen, in dem sie es nicht immer leicht hat. Linda lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter im selben Wohnkomplex wie Hubert. Außerdem hat spielt auch ihr einziger Freund Kevin eine wichtige Rolle in Lindas Leben. Auch das Thema Care-Arbeit spielt eine wichtige Rolle, auch wenn es wenig kritisch hinterfragt wird. Die Tochter von Hubert beauftragt im Wechsel zwei polnische Pflegekräfte, die sich den Auftrag alle 42 Tage teilen und dann in gewisser Weise im 24-Stunden-Dienst tätig sind. Sie selbst lässt sich kaum bei ihrem Vater blicken. Spannender weise ist die einzige Person, die dies kritisch sieht, Lindas Tochter. In meinen Augen wurde das Thema Demenz im Roman humorvoll aber auch mit einer gebührenden Schwere bearbeitet. Die Lesart der Sprecherin war für mich sehr passend und angenehm zuzuhören. Als Buch erschienen bei Rowohlt Als Hörbuch erschienen bei Argon, gelesen von Marie-Isabel Walke
Einfach schön
Ein sehr sehr schönes Buch. Der Schreibstil ist toll und erinnert mich ein wenig an "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky. Wer dieses Buch auch schon mochte, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Petra Pellini hat eine sehr tolle und rührend Geschichte geschrieben. Die Geschichte ist sehr humorvoll und präzise geschrieben. Einfach toll. Kann ich sehr empfehlen.
Freude und Trauer liegen eng beieinander
Was habe ich geschmunzelt, gelacht, geweint und geschluchzt. In dem Buch begleiten wir die 15-jährige Linda und den 86-jährigen Hubert, die jeweils auf ihre ganz eigene Art leben, lieben und leiden. Hier werden die Themen Demenz und Depression mit viel Humor aufgearbeitet, an den passenden Stellen mit der nötigen Feinfühligkeit dargelegt und man wird auf eine Achterbahn mit Höhen und Tiefen mitgerissen. Der Schreibstil ist sehr klar und stark dialogisch, was mir persönlich sehr gut gefällt. Die Beziehungen der einzelnen Charakter werden auf ihre eigene jeweilige Art einfühlsam entfaltet und wirklich schön dargestellt. Wirklich berührend! Klare Empfehlung! 5/5 ★

Wow, voll ins Herz getroffen!
Zu Beginn war ich mir nicht so sicher, wie ich das Buch bewerten soll. Wird es eine Geschichte sein, welche oberflächlich bleibt und leise dahingeht? Ja die Geschichte ist „leise“, aber so leise, dass sie sich ins Herz schleicht und einen genau da trifft. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und das Ende war unfassbar herzergreifend. Alle Personen waren der Hammer und die Protagonistin…Ja…solche Menschen bräuchten wir tatsächlich mehr auf dieser Welt…Danke Linda…Du bist ein Vorbild. Danke Petra Pellini für eine so echte Geschichte!
Eine ruhige Geschichte über Trauer, Vergänglichkeit und eine ungewöhnliche Jugendliche.
Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht ganz überzeugen. Die Charaktere sind mir leider alle ziemlich fremd geblieben und die Geschichte war mir insgesamt zu vorhersehbar. Für einen Buchclub oder als Schullektüre kann ich mir das Buch aber richtig gut vorstellen, da es bestimmt zu einigen Diskussionen anregen kann.
Die Geschichte plätscherte so dahin und am Ende überschlugen sich die Ereignisse, plötzlich gibt es noch einen Zeitsprung von einem Jahr. Das hat mir alles weniger gut gefallen, es gab oft Momente in denen ich dachte „jetzt könnte der Roman dann auch mal enden“. Ich mochte allerdings die einzelnen Charaktere und die Art von Freundschaften die beschrieben wurden. Auch konnte ich an einigen Stellen lachen und manchmal war ich dann wieder sehr berührt. Trotzdem reicht es nur für 3,5 Sterne.
Lustig Traurig Schön
Ich bin so berührt von diesem Buch. Lange nicht. mehr hab ich ein Buch zugeklappt und musste so sehr weinen. Dabei weiß ich nicht, ob es Traurigkeit ist oder ein Glücksgefühl die Tränen fließen lassen. Hubert war sein Leben lang Bademeister und kein Kind ist ertrunken, wenn er Dienst hat. Nun ist er alt und dement und versinkt nach und nach in eine Welt ohne Erinnerung. Seine Nachbarin, die 15-jährige Linda kommt ihn regelmäßig besuchen. Sie zählt mit ihm, schwimmt für ihn und flüstert ihm Zitate ins Ohr. Man merkt schnell, dass Linda emotional hochbegabt ist. Sie kann sich in Menschen einfühlen, egal, ob die es gut oder schlecht mit ihr meinen und das macht sie bisweilen sehr unglücklich. So unglücklich, dass sie davon träumt, sich vors nächste Auto zu werfen. Sie versetzt sich in die Pflegerin Ewa, ihre Mutter, die nicht loslassen kann, den „Nachtfalter“ und auch in ihren abwesenden Vater. Nur zu Kevin, ihren einzigen Freund, der noch düsterer, als sie in die Zukunft blickt, verliert sie nach und nach den Draht. Am empathischsten wird sie, wenn sie sich Hubert zuwendet.. Sie glaubt zu wissen, was er braucht, führt mit ihm Gespräche ohne große Worte. Sie versprüht dann Optimismus, nimmt ihn ernst und reagiert auf seine merkwürdigen Handlungen oft mit bewundernswerten Pragmatismus. Obwohl sie selten eine Reaktion von dem dementen Herrn bekommt, scherzt sie mit ihm, versucht, seine Erinnerungen zurückzuholen und schenkt ihm auf ihre eigene, so herzberührende Art, ganz viel Liebe. Die Nebenfiguren begegnen der Demenz alle unterschiedlich. Die einen wollen es nicht wahrhaben, die anderen bleiben medizinisch sachlich und die dritten empören sich darüber wie andere mit Hubert umgehen. Pellini lässt ihre Protagonistin immer näher an Hubert ranrücken, bis die beiden eins zu sein scheinen. Wem dieser Roman nicht nah geht, der hat ein Herz aus Stein. Linda ist eine so liebenswerte junge Person, dass ich sie gerne kennen lernen würde. Sie durchschaut die Welt der Erwachsenen, und obwohl sie in bescheidenen Verhältnissen groß wird, klagt sie nicht. Aber ihre Traurigkeit ist spürbar, und es wird nie so richtig klar, woher diese kommt. Ich hab mir große Sorgen gemacht, dass sie ihrer Sehnsucht nach dem Tod Taten folgen lässt. Erzählerisch zieht die Autorin alle Register. Es gab so viele Stellen, an denen ich schmunzeln musste, dabei wirkt es niemals lächerlich, wenn sie Linda zu Hubert sprechen lässt. Die Tragweite von Demenz ist immer allgegenwärtig. Ewa, die Pflegerin hat mir besonders gut gefallen. Wer hätte nicht gerne so eine Person um sich, die einen in Ruhe lässt, wenn man es braucht und dich in den Arm nimmt, um dich zu trösten, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Ein Schicksalsschlag gegen Ende des Plots, kam unerwartet und hat mich sehr überrascht und traurig gemacht. Zum Schluss bleibt ein melancholisches Gefühl und die Hoffnung, dass ich solche Menschen um mich habe, wenn mich die Realität im Stich lässt.
Die Geschichte ist so schön und rührend erzählt, dass man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen will. Die Freundschaft zwischen dem alten Mann und dem jungen Mädchen ist so schön erzählt und man hofft einfach auf ein gutes Ende. Während des Lesens habe ich jede Emotion von traurig, über amüsiert bis beeindruckt durchlebt und zum Schluss hat es mir sogar eine Träne entlockt. Ein wirklich sehr schönes Buch mit einer tollen Geschichte!
Ich habe beim Lesen Tränen in den Augen gehabt und amüsiert gelächelt... und zwar gleichzeitig. Dieses Buch hat mich zutiefst berührt und glücklich gemacht... so zart, wie hier über Tod, Verlust und Trauer geschrieben wird, aber auch wie wahrhaftig und heiter über Freundschaft, Liebe und Zugewandtheit... das hat mir wahrlich imponiert. Nur manchmal fiel mir schwer, zu glauben, dass hier eine 15-Jährige erzählt. Ansonsten aber: absolute Lese-Empfehlung!
Leider hat mich die Geschichte nicht so begeistert und überzeugt wie erhofft. Es gab tatsächlich einige schöne Momente aber den Rest über plätscherte ein Satz auf den nächsten, weder tiefgreifend noch aussagekräftig. Das Buch wird seine Fans haben, bei mir allerdings blieb es weit hinter meinen Erwartungen zurück.
"Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung"
Das Buch muss erstmal sacken... mit Melancholie und Hoffnung wird das Leben von Linda beschrieben. 15 Jahre alt, kann wenig bis nichts mit ihren Gleichaltrigen anfangen, lediglich mit dem jüngeren Kevin und dem dementen Hubert. Bei zweiteren hilft sie regelmäßig der Pflegekraft aus, beschäftigt sich mit ihm und hat einen guten Draht zu dem alten Mann. Die Beziehung zu Hubert wird im Laufe des Buches als immer inniger beschrieben und rührt an, insbesondere zum Schluss des Buches. Mit dem Ende hätte ich nicht gerechnet, finde es aber gelungen. Hin und wieder bin ich aber trotzdem abgedriftet und musste mich konzentrieren, in der Geschichte zu bleiben. Deshalb 1 Punkt Abzug, dennoch eine Leseempfehlung
Ein berührendes und trauriges Buch das man an einem Rutsch durchsuchten kann.
"Der Bademeister ohne Himmel" ist ein berührende Buch aus der Sicht von Linda. Sie ist 15 Jahre alt und hat nur noch einen Sinn im Leben, ihre zwei liebsten Menschen. Ist super flüssig und sehr schön vertont. Man kommt sehen schön durch und irgendwie kam das Buch zur richtigen Zeit. Es hat mich auch öfters zum Nachdenken gebracht. Kann es nur empfehlen!
Hubert, nimmst du mich mit?
Traurig & berührend. Die 15-jährige Linda begleitet Hubert zum Lebensende. Mit dabei ist die äußerst besondere, polnische Pflegekraft Ewa. Die Stimmung der Geschichte reicht von heiter bis melancholisch. Eine besondere Freundschaft. Ich habe beide gerne kennengelernt. Schweres Ende, das in einem nachhallt.
Eine wunderbare Freundschaft
Ein Buch, das mich wahnsinnig bewegt hat. Emotional eine Achterbahnfahrt. Eine Freundschaft zwischen jung und alt, so bezaubernd, so belebend und lehrreich. Linda und Hubert auf einer Reise des Lebens. Eine melancholische Welle, die am wunderschönen Strand bricht. Er war Bademeister und ist nun dement. Linda besucht ihn und begleitet all die Phasen in seinem Lebensabschnitt. Das Lesen fiel mir wahnsinnig leicht, aufgrund des schoenen und lockeren Schreibstils. Durchgeflogen, befluegelt aber auch beschwert mit vielen Gedanken 💭 Ein MUSS fuer jeden Leser und fuer jede Leserin ♥️ Viel Liebe fuer Hubert!
Berührend.
Die Kombination des leichten Schreibstils durch die Sichtweise des Teenies Linda und dem Schicksal und Leben des an Demenz erkrankten Hubert hat mich wirklich tief berührt. Linda hat mich mit ihren Ansichten oft zum Schmunzeln gebracht und trotzdem war so wunderschöne Messages in dem ganzen Buch versteckt. Auch die polnische Pflegerin Ewa hat dem ganzen noch das gewisse Etwas gegeben. Habs wirklich geliebt und das Buch hat mir super viel gegeben. Auch wenn ich mit dem Ende gerechnet hab, hat es mich noch ein paar Tränchen gekostet.
Ein Buch,das ans Herz geht
Linda, 15 Jahre, ist unsere Hauptprotagonistin und möchte eigentlich nicht mehr leben. Doch da sind Hubert, ein 86jähtiger Nachbar, der dement ist und ihr einziger Freund Kevin. Und um die muss Linda sich kümmern. Ein Buch, so traurig und gleichzeitig feinfühlig und humorvoll. Petra Pellini schreibt wirklich wunderschön

Characteristics
14 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
«Es gibt Bücher, die lange nachhallen. Dieses ist so eines. Steht auf meiner persönlichen Bestsellerliste jetzt ganz oben.» (Christine Westermann)
Linda ist fünfzehn und würde am liebsten vor ein Auto laufen. Doch noch halten zwei Menschen sie davon ab: ihr einziger Freund Kevin, der daran verzweifelt, dass die Welt am Abgrund steht. Und Hubert, sechsundachtzig Jahre alt, ein Bademeister im Ruhestand, der seine Wohnung kaum mehr verlässt, Karotten toastet und auf seine Frau wartet, die vor sieben Jahren verstorben ist. Dreimal wöchentlich verbringt Linda den Nachmittag bei Hubert, um die polnische Pflegerin Ewa zu entlasten, die mit durchaus eigenwilligen Mitteln ihren Beruf ausübt. Feinfühlig und spielerisch begegnet Linda Huberts fortschreitender Demenz und versucht, den alten Bademeister im Leben zu halten. Bis das Schicksal ihre Pläne durchkreuzt …
Petra Pellini erzählt mit Wärme und Humor vom Erwachsenwerden und Vergessen und von einer einzigartigen Freundschaft.
Book Information
Author Description
Petra Pellini, geboren 1970 in Vorarlberg, lebt und arbeitet in Bregenz. Sie war lange in der Pflege demenzkranker Menschen tätig. Für einen Auszug aus Der Bademeister ohne Himmel wurde sie 2021 mit dem Vorarlberger Literaturpreis ausgezeichnet, außerdem stand der Roman auf der Shortlist für das «Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen» 2024.
Posts
Hubert ist dement und wird von einer polnischen Pflegekraft Ewa betreut. Linda wohnt ebenfalls in diesem Haus ( mit ihrer Mutter) , ist 15 Jahre, hat Schwierigkeiten mit Mathe und verbringt Zeit mit Hubert, damit Ewa mal Pause machen kann. Wir lesen aus Lindas Sicht und bekommen ihre Zerrissenheit mit. Sie spielt in ihren Gedanken ihren Tod und dessen Folgen für ihr Umfeld durch, aber erleben auch, wie eng ihre Bindung zu Hubert gelingt. Man merkt, dass die Autorin Erfahrung mit dementen Menschen hat. Die Spiegel zu verhüllen, weil es Unruhe und Verwirrung schafft, war mir unbekannt. Ich wünschte mir eine Pflegekraft, wie Ewa .
„Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung.“ Ein Roman der zu Herzen geht. Eine ungewöhnliche und dennoch herzliche und humorvolle Protagonistin, die sich so wundervoll um Hubert, ihrem dementen Nachbarn kümmert. Eine tiefsinnige Geschichte über Freundschaft.
„Mit einem Mal fühle ich mich wie ein kleines Mädchen in einer heilen Welt. Ich grinse, als ließen sich meine Probleme mit Hundekeksen lösen. Für ein paar Augenblicke kommt es mir vor, als wäre all das verloren Geglaubte nur versteckt gewesen. Als wäre Hubert einfach ein alter Herr mit Hund, und Demenz eine weit entfernte Insel im Pazifik.“ „Ich weiß nicht, warum, aber ab dem Zeitpunkt, da Hubert und Kevin weg waren, hatte mein Leben plötzlich einen Sinn, nur, weil ich noch da war. Je mehr wegbrach, desto mehr hatte ich das Gefühl, alles zusammenhalten zu wollen. Und je mehr Tage verstrichen, desto klarer wurde mir, dass ich gar nicht sterben will. Von allen Stimmen in meinem Kopf ist mir Huberts Stimme die liebste.“
Wenn die Löschtaste im Kopf die Oberhand gewinnt
Eine Demenzerkrankung stellt für das Umfeld eine große Herausforderung dar. Eine geliebte Person "verabschiedet" sich stückweise und das Wesen verändert sich. Erinnerungen verblassen, Empathie geht verloren, neue Dinge sind und bleiben fremd. Im Haus der 15-jährigen Protagonistin Linda lebt im dritten Stock der demente Hubert Raichl, der 42 Jahre als Bademeister gearbeitet hat. Linda besucht ihn regelmäßig, um ihrem tristen Alltag zu entkommen und Hubert und seiner 24-Std.-Pflegekraft Ewa Gesellschaft zu leisten. Ewa kümmert sich in Huberts gewohnter Umgebung um sein Wohlbefinden und ist gleichzeitig immer froh, wenn Linda sie besucht und dann mit Hubert auf ihre ganz eigene Weise spricht und agiert - auf Augenhöhe. Es ist rührend wie Linda Hubert in seiner kleinen Vier-Wände-Welt ernst nimmt, ihn beschäftigt und dadurch versucht ein Dahinvegetieren zu verhindern. Gegen ihn zu arbeiten, oder ihm etwas aufzudrängen würde in Verweigerung münden und so lernen wir den Alltag des Trios kennen der aus Kompromissen, Wiederholungen und Suchen besteht. Ewa, die fürsorgliche und besorgte Pflegerin, Hubert, bei dem all die Jahre nie ein Kind ertrunken ist und Linda, die regelrecht aufblüht, wenn sie mit den beiden zusammen sein kann und das obwohl sie - wie auch ihr Freund Kevin - nicht sehr am Leben hängt. Mit Hubert ist sie zwar nachdenklich, aber dennoch unbekümmert und positiv. Durch die wenigen Personen in diesem Buch, darf der Fokus der Geschichte voll auf dem Duo "Linda und Hubert" liegen. Petra Pellini sorgt durch ihre feinfühlige und detaillierte Schreibweise dafür, dass die Charaktere im Kopf lebendig werden. Auch die liebenswürdige Pflegerin Ewa bleibt im Gedächtnis. Dieses eingeschworene Team ist vereint im Schicksal von Hubert und zeigt dem Leser auf wundervolle Weise das Leben und den Umgang mit dieser fiesen Krankheit. Linda denkt sich gegen Ende der Geschichte: "Ich mache es wie Hubert. Ich schmeiße alles in einen Topf: Menschen, Jahreszeiten, Ereignisse, rühre einmal um und alles ist gut. Alle leben und nie ist jemand gestorben. Keiner fehlt. Man darf die Realität nicht so nah an sich heranlassen." Es mag naiv klingen, aber es hilft vielleicht die Demenz einer geliebten Person als Tatsache anzunehmen und sie besser zu verstehen. Große Leseempfehlung!

Ein Buch das in Erinnerung bleibt! 🥰 Ich habe es geliebt von der ersten bis zur letzten Seite! Eine Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen Jung und Alt und ein junges Mädchen, das uns in jugendlicher Leichtigkeit zeigt, wie wertschätzend und respektvoll man mit Menschen mit Demenz umgehen sollte! 🥰 Das Buch hat mich zum Lachen gebracht und dann auch wieder traurig gestimmt! Es ist jedenfalls ein Herzensbuch, für das ich eine klare Leseempfehlung aussprechen möchte! 📚😍

„Es gibt zwei Menschen, die mich von der Sache mit dem Auto abhalten. Kevin und Hubert. Kevin wohnt um die Ecke, ist voll intelligent und Hubert wohnt im dritten Stock und ist voll dement.“ Linda ist fünfzehn und überlegt, vor ein Auto zu laufen wären da nicht zwei Menschen in ihrem Leben, die sie davon abhalten: ihr Freund Kevin, der sich sicher ist, dass die Welt dem Untergang geweiht ist, und Hubert, ein sechsundachtzigjähriger Bademeister im Ruhestand, der über ihr wohnt, sich manchmal selbst nicht mehr im Spiegel erkennt, Bananen aufs Fensterbrett legt, Karotten toastet und auf seine Frau Rosalie wartet, die vor sieben Jahren verstorben ist. Montags, mittwochs und samstags verbringt Linda ihre Nachmittage mit Hubert, um ihr Taschengeld aufzubessern und die polnische Pflegekraft Ewa zu entlasten, die mit durchaus eigenwilligen Methoden ihren Beruf ausübt. Behutsam und nahezu spielerisch begegnet Linda Huberts fortschreitender Demenz und schafft es scheinbar mühelos, den alten Bademeister am Ball zu halten. Doch irgendwann sind auch ihr die Hände gebunden und sie muss akzeptieren, dass das Schicksal auch vor Hubert keinen Halt macht … „Hubert, Ewa und ich, wie soll ich das erklären, ich kann nicht sagen, dass wir beste Freunde sind, das wäre übertrieben, wir spüren einander, wir sind wie Wellen, die ineinander oder zumindest zueinander fließen oder wie dieses Kinderspiel mit den Händen: die eine Hand wird auf die oberste Hand gelegt, die unterste Hand wird weggezogen und wieder auf die oberste gelegt und so weiter. Gefühle, Stimmungen, Gesten stapeln sich. Mal liegt Huberts Knurren obenauf, mal Ewas Landeshymne, mal mein Humor.“ Aus den Erfahrungen einer gelernten Pflegerin ist etwas Großes herangewachsen: ein Romandebüt voller Menschlichkeit und Herz. Ganze drei Jahre hat die Autorin an ihrem „Bademeister ohne Himmel“ gearbeitet, Szenen aus dem Alltag in der Pflege auf Post-Its und manchmal sogar Papierhandtüchern festgehalten, wenn nichts anderes griffbereit war. „Viele Szenen haben erst mit der Zeit zueinander gefunden“, verrät Pellini in unserer gemeinsamen Podcastfolge der #GlockenbachWelle. Gelohnt hat sich ihre Arbeit auf mehreren Ebenen. Nicht nur, weil Schreiben schon immer ihre ganze Leidenschaft war, sondern auch, weil sie mit nur 22 Seiten ihres Werkes den Vorarlberger Literaturpreis ergattert hat. Mehrere Verlage wollten ihr Werk herausbringen, schon wenige Wochen nach dem Erscheinen stand der Roman auf der Spiegel-Bestsellerliste. Die Charaktere ihres Romans sind herzerwärmend. Eigentlich weiß man gar nicht, welche Figur einem während dem Lesen mehr ans Herz gewachsen ist. Es sind Menschen mit Ecken und Kanten, die alle ihr eigenes Päckchen zu tragen, ihre eigenen schweren Erfahrungen gemacht haben und es dennoch irgendwie gemeinsam durchs Leben schaffen. „Generell ist das Leben zu laut. Da braucht man nicht dement zu sein.“ Da wäre allen voran der desillusionierte Hubert, der seine Karotten toastet oder Bananen aufs Fensterbrett legt. In einer Strickjacke ist er deutlich besser gelaunt als ohne eine. Den Mann im Spiegel erkennt der demente Sechsundachtzige oft nicht mehr, seine Zähne sind permanent verschwunden und die Schuhe für die Arbeit nicht griffbereit. Als pflichtbewusster Bademeister will er sich noch immer auf den Weg ins Schwimmbad machen. Denn schließlich ist seine Arbeit eine ernst zu nehmende Angelegenheit, eine, bei der er noch nie ein Kind ertrinken hat lassen. In sieben von acht Fällen gelingt es Linda, Hubert davon abzuhalten, das Haus zu verlassen, indem sie ihn davon überzeugt, dass es Mittwoch sei. Denn da hatte Hubert stets frei. Manchmal lenkt ihn auch die Aussicht auf ein Streichwurstbrot von seinem Vorhaben ab. Dass Huberts Tochter mit der Demenz ihres Vaters überfordert ist, bemerkt man recht schnell. Warum sonst sollte man einen Teenager darum bitten, nach dem dementen Vater zu schauen? Auch Lindas Mutter hat dafür nur wenig Verständnis. Und so gibt ihr Linda recht schnell den Spitznamen Nachtfalter, weil ihr zerbrechlicher Anblick Linda an Nachtfalter mit hauchdünnen Flügeln erinnert. Ich muss gestehen, dass ich mit ihr am wenigsten warm geworden bin, auch wenn sie gegen Ende des Romans zugänglicher geworden ist. „Ich finde, Ewa und der Nachtfalter machen einen entscheidenden Fehler. Sie schließen von sich auf Hubert, dabei ist jeder Mensch ein Universum.“ Ein echtes Unikat hingegen ist Ewa, die polnische Pflegerin, die im gleichnamigen Hörbuch von Sprecherin Marie-Isabel Walke zum Leben erweckt wird und ihre polnischen Weisheiten zum Besten gibt, wie z.B. „Bin ledig, weil vegetarisch.“ Ihre eigenwilligen Methoden sind nicht immer zielfördernd und sorgen für Spannungen und/oder Trotzreaktionen bei Hubert. Während sie auf den Dingen beharrt, reagiert Linda stets tiefenentspannt, scheint für alles eine Lösung parat zu haben. In Ewas Zimmer, das Linda liebevoll Klein-Polen nennt, bleibt wenig Privatsphäre für sie. Und so übernimmt Linda Hubert an drei Nachmittagen in der Woche und beschert Ewa jeden zweiten Mittwoch einen Bonustag, der eigentlich nur eine zusätzliche Stunde ist, in der sich Ewa mit ihren Freundinnen trifft, Kaffee trinkt, die Nägel machen lässt oder Schminktipps austauscht. Der Wortwitz, der sich aufgrund ihrer Sprachbarriere in viele ihrer Sätze schleicht, sorgt für jede Menge Unterhaltung beim Lesen. Ganz besonders lustig empfand ich, dass sie ubert als gesundkern anstatt kerngesund bezeichnet. Die stärkste Persönlichkeit im Roman ist aber Linda. Denn die Fünfzehnjährige, die eigentlich selbst genügend Probleme mit sich und der Welt hat, begegnet Hubert auf nahezu unbekümmerte Weise. Man könnte meinen als Kind getrennter Eltern, das sich ernsthaft überlegt, vors Auto zu werfen, hat man sicherlich keine Nerven für einen alten demenzkranken Mann. Doch weitgefehlt. Denn wo Ewa scheitert, ist Linda zur Stelle. So gesellt sich zu der Banane, die Hubert aufs Fensterbrett liegt, wie selbstverständlich ein Apfel. Kein Grund, die Sache an sich zu hinterfragen. Mit viel Kreativität und Herz, aber vor allem auch Mut meistert sie die Herausforderungen, die der Alltag mit Hubert so mit sich bringt. Die Frage, warum ausgerechnet eine Jugendliche mit einem alten kranken Menschen abhängt, stellt sich irgendwann gar nicht mehr. Denn Linda und Hubert sind nicht nur ein eingespieltes Team, sie tun sich auch gut. Und so hangeln sie sich an ihren alltäglichen Routinen wie an Lianen durchs Leben. „Kevin war mein Klotz am Bein. Bis er neun war, gingen wir stumm nebeneinander. Kopfnicken zur Begrüßung. Kopfnicken zum Abschied. Erst als meine Eltern sich trennten, habe ich begonnen, ihn zu mögen. Er war der Einzige, der wusste, was bei mir zu Hause los war.„ Und dann wäre da noch Kevin, Lindas gleichaltriger Freund. Sie kennt ihn seit sie sechs Jahre alt ist. Er ist ihr Handgepäck, ihr Klotz am Bein, später ihr engster und einziger Freund (neben Hubert). Er versteht sie, übernachtet zur Not auch mal mit Linda in der Kirche, um ihr einen Herzenswunsch zu erfüllen. Dabei ist er stets und ständig geplagt, von Ängsten und Sorgen um die Welt. Er ist nicht nur zu ernst, zu schlau und kein wirkliches Kind, sondern auch labil, zerbrechlich und näher am Tod als es Linda in Gedanken je sein wird. Petra Pellini ist mit „Der Bademeister ohne Himmel“ ein herzerwärmendes und rundum kluges Werk gelungen. Mit ihrer humorvollen, erfrischenden und geistreichen Art bewegt sie sich nahezu leichtfüßig durch schwere Themen wie Demenz, Pflege im Alter, Suizidgedanken und schwierigen Familienkonstellationen. Und so ist man sich nach dem Lesen und einem Gespräch mit ihr sicher, dass es wirklich einzig und allein der gegenwärtige Augenblick ist, auf den man sich im Leben wirklich konzentrieren sollte. Alles andere kommt von ganz allein. „Kein Leben ist spektakulärer als das andere. Wir sind Geschwister, Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde, Feine, wohnen in derselben Stadt, leben Haus an Haus, schlafen Wand an Wand, begegnen uns im Treppenhaus, im Bus, beim Bäcker, belohnen uns mit Pizza, Eis, Kino, Urlaub. Wir schlafen schlecht oder nicht. […] Wir geistern durch den Tag, füttern Enten, langweilen uns, treffen, beschimpfen, verlieben und trennen uns in Echtzeit oder online. Wir verschulden uns, finanziell oder menschlich. Wir sind schlecht informiert und gutgläubig. Wir meckern und reden andere schlecht, um uns selbst besser zu fühlen. Wir verbringen zu viel Zeit in geschlossenen Räumen. Wir treten in Fettnäpfchen und das Schlimmste: Wir verbiegen unsere Träume bis zur Unkenntlichkeit. […] Wir halten durch, geben auf, gehen unter. Wir leben, lachen, lästern und wir sterben.“

Ein schlauer und einzigartiger Roman zum Thema Alzheimer, Freundschaft und Pflege
Leseeindruck: Es gibt Bücher die noch lange nachhallen, dieses ist so ein Buch. Petra Pellini hat es wirklich bemerkenswert geschafft eine Geschichte zu schaffen, die Gehör bekommt. Das Buch ist mit viel Empathie und Fantasie ausgestattet. Pellini erzählt lebensnah, humorvoll, frech und berührend. Die Pflegerin Ewa mutiert zu „Everbodys-Darling“. Linda entwickelt als 15-Jährige außergewöhnliche Freundschaften. Die Kapitel haben eine angenehmen Länge. Das Cover empfinde ich als passend und modern gestaltet. Ein schlauer und einzigartiger Roman zum Thema Alzheimer, Freundschaft und Pflege.

„Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung.“
Dieses Buch ist sehr echt, sehr realitätsnah und beschreibt viele reale Gefühle, die Teenager in der heutigen Zeit haben könnten und erzählt gleichzeitig die wundervolle Geschichte von Linda (15) und Hubert (86) und von deren ungewöhnlicher Freundschaft. Der Schreibstil des Buches hat mir hundert Prozent gefallen, das Buch hat so viele tolle Sätze, die im Kopf bleiben. Gerade der oben zitierte schwirrt mir seit Tagen durch den Kopf. Ich mochte Lindas Humor sehr gerne und habe während des Lesens häufig gelacht. Es hat mich auch so sehr beeindruckt, wie gerne sie bei Hubert war, wie toll sie sich mit ihm beschäftigen konnte und wie wichtig er ihr war, gerade als 15 jähriger Teenager. Auch Ewa habe ich total ins Herz geschlossen, ich glaube, eine Ewa hätte jeder gerne in seinem Leben. Natürlich behandelt das Buch ein durchaus ernstes und sehr trauriges Thema, ich finde gerade zum Ende hin wird einem das sehr bewusst und man spürt umso mehr, dass man diese Krankheit einfach schrecklich für Betroffene und deren Familien ist. Auch das Ende mit Kevin hat mich sehr mitgenommen, auch wenn ich es irgendwie kommen sehen habe. Zwischendurch hatte ich das Buch aber sehr lange zur Seite gelegt, weil es mich doch nicht so richtig fesseln konnte, zum Schluss hat sich dies aber wie gesagt nochmals geändert.

Sehr berührend und ehrlich - besonders als Hörbuch wunderschön
Ich habe das Hörbuch gehört – und es hat mich absolut begeistert! Marie-Isabel Walke liest das Buch so großartig vor. Als sie diesen Satz geflüstert hat: „Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung.“ habe ich eine Gänsehaut bekommen. Die Geschichte zwischen der jungen Linda und dem alten Hubert ist so berührend, warmherzig und ehrlich erzählt. Ab und an sind mir die Tränen gekommen, Demenz ist kein einfaches Thema. „Das Leben kommt einem mit voller Wucht entgegen. Man versucht zu entsprechen und scheitert, immer wieder. Seinen Frieden hat man nie. Immer muss man etwas nachweisen, man selbst ist nie genug. Traurig ist das, wirklich traurig.“ „Umso wichtiger, dass ich Ewa in den Arm nehme. Wir alle bekommen zu wenig von dem, was wir bräuchten. Ich frage mich, warum das so sein muss und ob es nicht einfacher wäre, wenn jeder ausspricht, was er braucht.“ „Ich denke, dass wir heute keine Lösung finden werden und auch keine finden müssen und es immer irgendwie weitergeht, auch wenn man denkt man stünde am Abgrund."
"Mit 12 denkt man, schlimmer kann es nicht werden, und man wird größer, und es kommt schlimmer.“ (Kapitel 58) DER BADEMEISTER OHNE HIMMEL Petra Pellini Die 15-jährige Linda möchte ihrem Leben ein Ende setzen. Sie weiß nur noch nicht, wo und wann – nur das Wie steht fest: Sie will sich vor ein Auto stürzen. Mit ihrer Mutter streitet sie oft. Ihr Vater, der die Familie verlassen hat, fehlt ihr sehr. Ihre einzigen Bezugspersonen sind Kevin und Hubert – zwei Menschen, die sie noch an das Leben binden. Kevin ist ein Weltverbesserer im gleichen Alter wie sie, aber wenig an anderen Menschen interessiert. Hubert, der 86-jährige Nachbar und ehemalige Bademeister im Ruhestand, leidet an Demenz. Trotz seiner Krankheit erzählt er immer wieder, dass bei ihm nie ein Kind ertrunken sei. Und er sucht unaufhörlich nach seiner Frau Rosalie - obwohl sie bereits vor sieben Jahren verstorben ist. Linda verbringt viel Zeit bei Hubert, weil sie bei ihm Ruhe findet. Er gibt ihr das Gefühl von Geborgenheit und tankt sie mit Zuversicht auf. Bei ihm kann sie einfach sie selbst sein. Doch als Huberts Krankheit fortschreitet, ändert sich ihre Rolle: Linda beginnt ihm seine Geschichten immer wieder zu erzählen, um seine Erinnerungen zu wecken und ihn in der Welt zu halten. Petra Pellini hat ein tief berührendes und einfühlsames Buch geschrieben, das mich sehr bewegt hat. Ich habe die Geschichte sowohl gelesen als auch gehört und dabei mehrfach Gänsehaut verspürt. Besonders beeindruckend ist, wie Linda mit dem demenzkranken Hubert umgeht. Ihre Geduld und ihr Mitgefühl werfen die Frage auf, ob so ein Verhalten für eine so junge Frau nicht fast schon außergewöhnlich ist. Ich glaube, ich habe viel von ihr lernen können. Neben dem Buch habe ich auch das Hörbuch genossen, das durch die besondere Stimme von Marie-Isabel Walke eine ganz eigene Atmosphäre schafft. Sie hat es wunderbar verstanden, die Emotionen und Stimmungen der Geschichte einzufangen und mit Akzenten zu versehen. Dadurch wird das Hörbuch zu einem echten Hörerlebnis. Fazit: Ein sehr berührendes und gutes Buch, dass ich gerne gelesen habe. 4½/ 5

So liebevoll und so traurig
Die Geschichte mit dem Bademeister Hubert, der Demenz hat und Linda, die so jung ist und an das Ende ihres Lebens denkt, hat mich total berührt. Dieses Buch wurde so liebevoll geschrieben. Es ist so viel Zärtlichkeit in der Geschichte zu finden und dennoch ist es unglaublich traurig. Aber auch Charme findet man. Der Verlauf von Demenz wird in diesem Buch sehr präzise verdeutlicht. Ich konnte mitfühlen mit den Betroffenen. Das Ende ist tieftraurig. Freu mich auf die Lesung und das Gespräch mit Petra Pellini. Absolut Lesenswert! „Ich weiß, wohin die Reise geht, und ich verstehe so manches. Was ich jedoch nicht verstehe, ist, warum sich die Menschen vor dem Tod fürchten. Würden sie sich vor dem Leben fürchten, das könnte ich verstehen. Erst gestern sind Kevin und ich zu dem Schluss gekommen, dass alles, wirklich alles, zwischen Geburt und Tod beängstigend ist. Das Leben kommt einem mit voller Wucht entgegen. Man versucht zu entsprechen und scheitert, immer wieder. Seinen Frieden hat man nie. Immer muss man etwas nachweisen, man selbst ist nie genug. Traurig ist das, wirklich traurig.“ Seite 69
Eine ruhige Geschichte über das Leben und das Abschiednehmen
Linda ist 15 und möchte eigentlich nicht mehr leben. Aber da ist Hubert, der demente pensionierte Bademeister, den sie für ein paar Stunden in der Woche besucht. Und seine polnische Pflegerin Ewa. Und ihr einziger Freund Kevin, der sich immer so viele Gedanken um die Welt an sich macht … Es ist eine sehr ruhige, leise, oft sehr melancholische und dann auch wieder humorvolle Geschichte, die Petra Pellini da erzählt. Man taucht tief ein in Lindas Gedankenwelt und mit ihr begleiten wir Huberts letzte Monate. Die Autorin hat selbst in der Pflege dementer Personen gearbeitet, was ihre Schilderungen sehr berührend macht, immer mit einem respektvollen Blick auf Hubert. Das ist dann auch, was diesem Roman so eine zarte Schönheit gibt - Lindas Interaktion mit dem alten Mann. Sie nimmt ihn ernst, sie kümmert sich ohne zu bevormunden und als Leserin weiß man schon lange vor ihr, was sie selbst erst am Schluß erkennt: Wie die Bekanntschaft zu Hubert ihr eigenes Leben bereichert. ‚Der Bademeister ohne Himmel‘ ist ein sehr ruhig erzählter Roman, da bleiben einige Längen nicht aus. Aber es ist auch ein Buch, das oft zum Innehalten und Nachdenken einlädt, um sich mit Lindas lebensklugen Gedanken zu beschäftigen.
Krankheit, Tod, Leiden. Nicht gerade Themen über die man gerne liest. Wobei dies, trotz allem, wichtige Themen sind, die zum Leben gehört. Hubert ist demenzkrank und verliert sich immer mehr in der Leere seiner Gedanken. Linde besucht ihn regelmäßig um Ewa eine Atempause zu gönnen, die ihn Rund um die Uhr pflegt. Leider muss ich sagen, dass mich diese Geschichte überhaupt nicht berührt hat. Erzählerisch mag der Roman gut gemacht sein, aber für mich blieb er eher nüchtern und kalt.
Schwere Kost aufgrund von fortschreitender Demenz
Linda und Hubert und auch Ewa sind hier die Protagonisten im Buch. Hubert, ein ehemaliger Bademeister der Demenz hat, Ewa seine polnische Pflegerin und Linda die ihn besucht und sich umbringen will. Die Demenz von Hubert bestimmt das Buch. Zunächst sind es eher komische Situationen beziehungsweise Gleichgültigkeit bis hin zum allmählichen Verschwinden aus dem Leben bis zum Tod. Gerade zu Ende hat mich das Buch immerwieder berühert, da ich das Buch mit meinen Erfahrungen verglichen habe. Das Ende mit Kevin, ein Freund von Linda fand ich unpassend. Dafür gefiel mir Lindas Entwicklung und Fürsorge gegenüber Hubert.
Vom Gehen und Dableiben
Ein ruhiges, fast zurückhaltendes Hörbuch über das Sterben – und das Leben davor. Im Zentrum steht Linda, die selbstbestimmt aus dem Leben gehen möchte, und Hubert, der sie auf diesem Weg begleitet, still, zuverlässig und mit einem ganz eigenen Blick auf die Welt. Es geht um Nähe, um Abschied und um die Frage, wie viel Würde wir anderen im Sterben zugestehen – und wie viel wir selbst aushalten können. Ich war nie ganz in der Geschichte, vielleicht weil sie in so verhaltenem Ton erzählt wird. Aber gerade das macht ihren Reiz aus. Das Ende hat mich dann unerwartet getroffen, still und direkt. Huberts Tod erinnerte mich an die letzten Tage mit meiner Oma – an dieses stille Ausharren, das Auflösen von Alltag in etwas ganz Existenzielles. Ein unaufgeregtes Buch über große Fragen. Vielleicht nicht mit voller Wucht, aber mit einem leisen Echo.
"...du bist der Bademeister. Ich bin der Fragemeister..." (S. 304) Hubert, ehemaliger Bademeister, leidet an Demenz und verliert sich immer mehr. Linda ist fünfzehn und seine Nachbarin. Zusammen mit Ewa, einer polnischen Pflegerin, kümmert sie sich um Hubert. Trotz oder gerade wegen ihres Alters, gelingt es Linda eine ganz besondere Beziehung zu Hubert aufzubauen. Wo die Tochter von Hubert, die oft nicht gut wegkommt in der Geschichte, und Ewa fast kapitulieren zu scheinen, schafft es Linda immer wieder Hubert richtig zu lesen und ihr Umgang mit ihm und seiner Demenz ist einfach Herzerwärmend und erheiternd! Doch auch Hubert und Ewa geben Linda halt, die in ihrem Leben selbst nicht weiß, wohin ihr Weg gehen soll und sich teilweise schon verloren glaubt... "... 'Hubert?' , flüstere ich, 'kannst du mich mitnehmen?' Ach Linda, male ich mir seine Stimme aus. Ich schließe die Augen, fühle eine XXL- Geborgenheit, wie ich sie bisher nicht kannte, und sehe Hubert weggehen, in seinen Arbeitsschuhen, unter den Arm geklemmt einen original BEMA- Schwimmflügel. 'Vergiss dein Cappy nicht', rufe ich ihm nach..." (S. 306) Petra Pellini hat hier einen unglaublich berührenden, aber nie schweren Roman verfasst, Ewa, Linda & Hubert sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe zwischendurch einige Tränchen verdrückt! Bitte lesen!

Für dieses Buch würde ich gern mehr als 5 Sterne geben. Es ist für mich eines der besten Bücher, die ich gelesen habe. Es erzählt aus der Sicht der 15jährigen Linda die Situation des demenzkranken 87jährigen Hubert, eines ehemaligen Bademeisters. Wir begleiten beiden,sowie die polnischen Pflegerinnen und erleben hautnah mit,wieder Krankheit voranschreitet und wie jeder der Protagonisten damit umgeht. Ein sehr berührendes und tiefsinniges Buch, das ich gern weiterempfehle.
Literarisch sicher hochwertig und das Thema Demenz sicher wichtig und gut eingefangen, ABER für mich einfach nichts. Dass das Thema Tod in Huberts Geschichte dazu gehört: klar! Aber dass die 15-jährige Linda und auch ihr Freund Kevin mit solcher Todessehnsucht ausgestattet sein müssen… Nein danke, das ist nicht meins.
Ich bin unglaublich schnell im Buch angekommen und war sofort vom klaren und ungeschönten Schreibstil angetan. Auf den ersten Blick geschieht in diesem Buch gar nicht so viel. Gleichzeitig wabert so viel Diffuses unter der Oberfläche, das nicht immer aufgelöst wird und vielleicht auch nicht immer aufgelöst werden kann. Das fand ich einerseits sehr realitätsnah. Andererseits hatte ich dadurch das Gefühl, dass ich nicht ganz so nah an die Charaktere herankomme. Das Ende habe ich tatsächlich schon ab der Hälfte des Buches allmählich erahnen können. Aber ein krasser Plottwist wäre für dieses Buch vermutlich auch nicht passend gewesen.
Eine bewegende Geschichte mit kleinen Schwächen
Der Roman hat mich thematisch sehr berührt – Suizid, Pflege und Demenz werden hier offen und eindringlich behandelt. Anfangs musste ich mich etwas an den ungewöhnlichen Stil mit sehr kurzen Sätzen und Kapiteln gewöhnen. Das wirkt zunächst holprig, ergibt aber Sinn, da die Geschichte aus der Sicht einer 15-Jährigen erzählt wird, man gewöhnt sich im Laufe des Romans daran. Einige Formulierungen in Jugendsprache fand ich etwas aufgesetzt, aber das ist sicher Geschmackssache. Die Handlung entwickelt sich sacht und nachvollziehbar, auch wenn das Ende – inklusive der Nebenhandlung – recht vorhersehbar ist. Besonders positiv in Erinnerung bleibt mir die Pflegerin, eine Nebenfigur, die stark greifbar von der Autorin gezeichnet worden ist. Ein Roman der zum Nachdenken anregt und trotz kleiner Schwächen sehr lesens- und empfehlenswert ist. "Und wir streiten. Ich stelle mir vor, nach jedem Streit bleiben schwarze Löcher in unserer Aura, wie fette Sommersprossen, aber eben Löcher, die unsere Lebensfreude schlucken."
Ein Buch mit vielen Facetten
Die Hauptperson ist die 15jährige Linda, die eigentlich ihr eigenes Leben beenden möchte. Sie ist zynisch, kritisch, sehr ehrlich und auf ihre Art humorvoll. Sie betreut den dementen Hubert und geht so eindringlich gut mit seiner Krankheit um, was viele Erwachsene nicht können. Sie lässt sich zu 100% auf seine Situation ein. Die polnische Pflegekraft Ewa ist brilliant von der Autorin dargestellt. Genau so stellt man sich so eine Person vor. Ich habe durch dieses Buch alle Emotionen erlebt. Ein tolles Debüt!
Der Umgang mit Demenz An dieses Buch hatte ich große Erwartungen. Habe ich doch nur Positives im Vorfeld zu dem Roman vernommen. Es geht um Demenz und den Umgang mit dieser schweren Erkrankung. Hubert ist ein pensionierter Bademeister, der dieses Schicksal des langsamen Vergessens erleiden muß. Seine Tochter hat die herzensgute polnische Pflegerin Ewa eingestellt und zahlt der 15 jährigen Linda, die im selben Haus wohnt ein Taschengeld, damit sie Hubert besucht und Ewa ein bisschen entlastet. Die Geschichte wird aus Linda‘s Perspektive erzählt, die erstaunlicherweise schnell Gefallen an dem Job findet. Sie hat direkt einen sehr guten Draht zu dem alten Herrn und erfasst instinktiv was ihm guttut. So holt sie z.b die alten Schwimmflügel aus dem Keller und spielt mit Hubert Freibad. Sie beide stimmen dann überein, dass bei ihm nie ein Kind ertrunken ist und was für ein Segen das ist. Linda ist kein glücklicher Teenager. Sie spielt immer wieder den Gedanken durch, sich das Leben zu nehmen. Doch Hubert und Ewa und ihr einziger Freund, der 13Jährige Kevin halten sie davon ab ihre Pläne wirklich umzusetzen. Die Geschichte ist sehr empathisch geschrieben, und ich habe der Hörbuchsprecherin Marie- Isabel Walke wirklich gerne gelauscht. Trotzdem kann ich die Euphorie zu dem Buch nicht ganz teilen. Was mich gestört hat : Ich war erstaunt über die Lebensweisheit einer 15 jährigen. So aufmerksam und klug gegenüber einer dementen Person zu agieren, fand ich doch schon unglaubwürdig. Außerdem erfährt man an keiner Stelle, warum Linda sich das Leben nehmen möchte. Was ist da im Vorhinein Gravierendes passiert? Warum hat sie in der Schule keine Freunde? All das erfährt man nicht. Linda‘s Mutter ist eigentlich gegen die regelmäßigen Besuche der Tochter bei Hubert, läßt sie aber geschehen. Auch die Figur Kevin bleibt mir zu blass. Er verzweifelt an der Klimakatastrophe und ist ebenfalls depressiv. Das ist leider die einzige Info neben der Gemeinsamkeit mit Linda, dass er bei einer alleinerziehenden Mutter aufwächst. Ansonsten hatte das Buch viele berührende Momente. Es war teilweise melancholisch und zum Ende hin natürlich auch traurig. Ich brauchte immer wieder Lesepausen, weil mich das Thema Demenz doch ganz schön mitgenommen hat. Ich bin auf jeden Fall froh zum Hörbuch gegriffen zu haben, denn die Sprecherin war wirklich ein Gewinn für die Geschichte. Ich vergebe 3,5 Sterne für ein gutes Buch, was für mich aber kein Highlight war.
Easy read, schweres Thema. Hätte das Buch an einem Abend weglesen können. Das Thema Demenz und Tod wird auf ganz eigene und leichte Art vermittelt. Trotzdem nur drei Sterne, weil ich mir mehr von dem Buch versprochen habe. Irgendwie hat es mich nicht so mitgenommen. Selbst der Twist am Ende hat mich kalt gelassen. Und doch eine klare Leseempfehlung.
Der Bademeister ohne Himmel 🌟🌟🌟,5 von 5 Sternen Das Buch fing für mich sehr emotional an, denn es erinnerte mich sehr an meine Oma (die 5 Jahre Demenz hatte). Manches Verhalten von Hubert erinnerte mich sehr an Momente mit ihr. Ein Highlight ist das Buch nicht für mich! Denn oft waren mir Linda‘s Selbstzweifel und ihre Sicht vom Leben „zu viel“ also zu viel Raum im Buch. Deshalb ging der Bademeister meiner Meinung nach, leider ab und an unter. Trotzdem ein gut bildlich dargestelltes Thema, was sich nicht jede/r traut

Emotionaler Roman über das Altern und das Erwachsenwerden
Petra Pellini verhandelt in ihrem Roman Bademeister ohne Himmel den Lebensabend Huberts und das Erwachsenwerden von Linda. Hubert ist 87Jahre alt, Bademeister in Rente und dement. Linda ist Schülerin und zwei Mal in der Woche Begleitung für Hubert und Entlastung für die polnische Pflegekraft Ewa. Aus Lindas Sicht wird erzählt, wie sich der Alltag von Hubert gestaltet und wie sie immer wieder mit neuen kreativen Ideen auf seine Bedürfnisse eingeht. Dabei kann man auch die Vermutung anstellen, dass Linda durch ihre Hingabe versucht, sich nicht so viel mit eigenen Themen, unter anderem Gedanken um den eigenen Tod, auseinanderzusetzen. Linda ist super empathisch, nimmt Hubert an wie er ist und begleitet ihn liebevoll während seiner voranschreitenden Krankheit. Gleichzeitig lernt man Linda auch im familiären und freundschaftlichen Kontext kennen, in dem sie es nicht immer leicht hat. Linda lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter im selben Wohnkomplex wie Hubert. Außerdem hat spielt auch ihr einziger Freund Kevin eine wichtige Rolle in Lindas Leben. Auch das Thema Care-Arbeit spielt eine wichtige Rolle, auch wenn es wenig kritisch hinterfragt wird. Die Tochter von Hubert beauftragt im Wechsel zwei polnische Pflegekräfte, die sich den Auftrag alle 42 Tage teilen und dann in gewisser Weise im 24-Stunden-Dienst tätig sind. Sie selbst lässt sich kaum bei ihrem Vater blicken. Spannender weise ist die einzige Person, die dies kritisch sieht, Lindas Tochter. In meinen Augen wurde das Thema Demenz im Roman humorvoll aber auch mit einer gebührenden Schwere bearbeitet. Die Lesart der Sprecherin war für mich sehr passend und angenehm zuzuhören. Als Buch erschienen bei Rowohlt Als Hörbuch erschienen bei Argon, gelesen von Marie-Isabel Walke
Einfach schön
Ein sehr sehr schönes Buch. Der Schreibstil ist toll und erinnert mich ein wenig an "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky. Wer dieses Buch auch schon mochte, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Petra Pellini hat eine sehr tolle und rührend Geschichte geschrieben. Die Geschichte ist sehr humorvoll und präzise geschrieben. Einfach toll. Kann ich sehr empfehlen.
Freude und Trauer liegen eng beieinander
Was habe ich geschmunzelt, gelacht, geweint und geschluchzt. In dem Buch begleiten wir die 15-jährige Linda und den 86-jährigen Hubert, die jeweils auf ihre ganz eigene Art leben, lieben und leiden. Hier werden die Themen Demenz und Depression mit viel Humor aufgearbeitet, an den passenden Stellen mit der nötigen Feinfühligkeit dargelegt und man wird auf eine Achterbahn mit Höhen und Tiefen mitgerissen. Der Schreibstil ist sehr klar und stark dialogisch, was mir persönlich sehr gut gefällt. Die Beziehungen der einzelnen Charakter werden auf ihre eigene jeweilige Art einfühlsam entfaltet und wirklich schön dargestellt. Wirklich berührend! Klare Empfehlung! 5/5 ★

Wow, voll ins Herz getroffen!
Zu Beginn war ich mir nicht so sicher, wie ich das Buch bewerten soll. Wird es eine Geschichte sein, welche oberflächlich bleibt und leise dahingeht? Ja die Geschichte ist „leise“, aber so leise, dass sie sich ins Herz schleicht und einen genau da trifft. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und das Ende war unfassbar herzergreifend. Alle Personen waren der Hammer und die Protagonistin…Ja…solche Menschen bräuchten wir tatsächlich mehr auf dieser Welt…Danke Linda…Du bist ein Vorbild. Danke Petra Pellini für eine so echte Geschichte!
Eine ruhige Geschichte über Trauer, Vergänglichkeit und eine ungewöhnliche Jugendliche.
Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht ganz überzeugen. Die Charaktere sind mir leider alle ziemlich fremd geblieben und die Geschichte war mir insgesamt zu vorhersehbar. Für einen Buchclub oder als Schullektüre kann ich mir das Buch aber richtig gut vorstellen, da es bestimmt zu einigen Diskussionen anregen kann.
Die Geschichte plätscherte so dahin und am Ende überschlugen sich die Ereignisse, plötzlich gibt es noch einen Zeitsprung von einem Jahr. Das hat mir alles weniger gut gefallen, es gab oft Momente in denen ich dachte „jetzt könnte der Roman dann auch mal enden“. Ich mochte allerdings die einzelnen Charaktere und die Art von Freundschaften die beschrieben wurden. Auch konnte ich an einigen Stellen lachen und manchmal war ich dann wieder sehr berührt. Trotzdem reicht es nur für 3,5 Sterne.
Lustig Traurig Schön
Ich bin so berührt von diesem Buch. Lange nicht. mehr hab ich ein Buch zugeklappt und musste so sehr weinen. Dabei weiß ich nicht, ob es Traurigkeit ist oder ein Glücksgefühl die Tränen fließen lassen. Hubert war sein Leben lang Bademeister und kein Kind ist ertrunken, wenn er Dienst hat. Nun ist er alt und dement und versinkt nach und nach in eine Welt ohne Erinnerung. Seine Nachbarin, die 15-jährige Linda kommt ihn regelmäßig besuchen. Sie zählt mit ihm, schwimmt für ihn und flüstert ihm Zitate ins Ohr. Man merkt schnell, dass Linda emotional hochbegabt ist. Sie kann sich in Menschen einfühlen, egal, ob die es gut oder schlecht mit ihr meinen und das macht sie bisweilen sehr unglücklich. So unglücklich, dass sie davon träumt, sich vors nächste Auto zu werfen. Sie versetzt sich in die Pflegerin Ewa, ihre Mutter, die nicht loslassen kann, den „Nachtfalter“ und auch in ihren abwesenden Vater. Nur zu Kevin, ihren einzigen Freund, der noch düsterer, als sie in die Zukunft blickt, verliert sie nach und nach den Draht. Am empathischsten wird sie, wenn sie sich Hubert zuwendet.. Sie glaubt zu wissen, was er braucht, führt mit ihm Gespräche ohne große Worte. Sie versprüht dann Optimismus, nimmt ihn ernst und reagiert auf seine merkwürdigen Handlungen oft mit bewundernswerten Pragmatismus. Obwohl sie selten eine Reaktion von dem dementen Herrn bekommt, scherzt sie mit ihm, versucht, seine Erinnerungen zurückzuholen und schenkt ihm auf ihre eigene, so herzberührende Art, ganz viel Liebe. Die Nebenfiguren begegnen der Demenz alle unterschiedlich. Die einen wollen es nicht wahrhaben, die anderen bleiben medizinisch sachlich und die dritten empören sich darüber wie andere mit Hubert umgehen. Pellini lässt ihre Protagonistin immer näher an Hubert ranrücken, bis die beiden eins zu sein scheinen. Wem dieser Roman nicht nah geht, der hat ein Herz aus Stein. Linda ist eine so liebenswerte junge Person, dass ich sie gerne kennen lernen würde. Sie durchschaut die Welt der Erwachsenen, und obwohl sie in bescheidenen Verhältnissen groß wird, klagt sie nicht. Aber ihre Traurigkeit ist spürbar, und es wird nie so richtig klar, woher diese kommt. Ich hab mir große Sorgen gemacht, dass sie ihrer Sehnsucht nach dem Tod Taten folgen lässt. Erzählerisch zieht die Autorin alle Register. Es gab so viele Stellen, an denen ich schmunzeln musste, dabei wirkt es niemals lächerlich, wenn sie Linda zu Hubert sprechen lässt. Die Tragweite von Demenz ist immer allgegenwärtig. Ewa, die Pflegerin hat mir besonders gut gefallen. Wer hätte nicht gerne so eine Person um sich, die einen in Ruhe lässt, wenn man es braucht und dich in den Arm nimmt, um dich zu trösten, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Ein Schicksalsschlag gegen Ende des Plots, kam unerwartet und hat mich sehr überrascht und traurig gemacht. Zum Schluss bleibt ein melancholisches Gefühl und die Hoffnung, dass ich solche Menschen um mich habe, wenn mich die Realität im Stich lässt.
Die Geschichte ist so schön und rührend erzählt, dass man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen will. Die Freundschaft zwischen dem alten Mann und dem jungen Mädchen ist so schön erzählt und man hofft einfach auf ein gutes Ende. Während des Lesens habe ich jede Emotion von traurig, über amüsiert bis beeindruckt durchlebt und zum Schluss hat es mir sogar eine Träne entlockt. Ein wirklich sehr schönes Buch mit einer tollen Geschichte!
Ich habe beim Lesen Tränen in den Augen gehabt und amüsiert gelächelt... und zwar gleichzeitig. Dieses Buch hat mich zutiefst berührt und glücklich gemacht... so zart, wie hier über Tod, Verlust und Trauer geschrieben wird, aber auch wie wahrhaftig und heiter über Freundschaft, Liebe und Zugewandtheit... das hat mir wahrlich imponiert. Nur manchmal fiel mir schwer, zu glauben, dass hier eine 15-Jährige erzählt. Ansonsten aber: absolute Lese-Empfehlung!
Leider hat mich die Geschichte nicht so begeistert und überzeugt wie erhofft. Es gab tatsächlich einige schöne Momente aber den Rest über plätscherte ein Satz auf den nächsten, weder tiefgreifend noch aussagekräftig. Das Buch wird seine Fans haben, bei mir allerdings blieb es weit hinter meinen Erwartungen zurück.
"Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung"
Das Buch muss erstmal sacken... mit Melancholie und Hoffnung wird das Leben von Linda beschrieben. 15 Jahre alt, kann wenig bis nichts mit ihren Gleichaltrigen anfangen, lediglich mit dem jüngeren Kevin und dem dementen Hubert. Bei zweiteren hilft sie regelmäßig der Pflegekraft aus, beschäftigt sich mit ihm und hat einen guten Draht zu dem alten Mann. Die Beziehung zu Hubert wird im Laufe des Buches als immer inniger beschrieben und rührt an, insbesondere zum Schluss des Buches. Mit dem Ende hätte ich nicht gerechnet, finde es aber gelungen. Hin und wieder bin ich aber trotzdem abgedriftet und musste mich konzentrieren, in der Geschichte zu bleiben. Deshalb 1 Punkt Abzug, dennoch eine Leseempfehlung
Ein berührendes und trauriges Buch das man an einem Rutsch durchsuchten kann.
"Der Bademeister ohne Himmel" ist ein berührende Buch aus der Sicht von Linda. Sie ist 15 Jahre alt und hat nur noch einen Sinn im Leben, ihre zwei liebsten Menschen. Ist super flüssig und sehr schön vertont. Man kommt sehen schön durch und irgendwie kam das Buch zur richtigen Zeit. Es hat mich auch öfters zum Nachdenken gebracht. Kann es nur empfehlen!
Hubert, nimmst du mich mit?
Traurig & berührend. Die 15-jährige Linda begleitet Hubert zum Lebensende. Mit dabei ist die äußerst besondere, polnische Pflegekraft Ewa. Die Stimmung der Geschichte reicht von heiter bis melancholisch. Eine besondere Freundschaft. Ich habe beide gerne kennengelernt. Schweres Ende, das in einem nachhallt.
Eine wunderbare Freundschaft
Ein Buch, das mich wahnsinnig bewegt hat. Emotional eine Achterbahnfahrt. Eine Freundschaft zwischen jung und alt, so bezaubernd, so belebend und lehrreich. Linda und Hubert auf einer Reise des Lebens. Eine melancholische Welle, die am wunderschönen Strand bricht. Er war Bademeister und ist nun dement. Linda besucht ihn und begleitet all die Phasen in seinem Lebensabschnitt. Das Lesen fiel mir wahnsinnig leicht, aufgrund des schoenen und lockeren Schreibstils. Durchgeflogen, befluegelt aber auch beschwert mit vielen Gedanken 💭 Ein MUSS fuer jeden Leser und fuer jede Leserin ♥️ Viel Liebe fuer Hubert!
Berührend.
Die Kombination des leichten Schreibstils durch die Sichtweise des Teenies Linda und dem Schicksal und Leben des an Demenz erkrankten Hubert hat mich wirklich tief berührt. Linda hat mich mit ihren Ansichten oft zum Schmunzeln gebracht und trotzdem war so wunderschöne Messages in dem ganzen Buch versteckt. Auch die polnische Pflegerin Ewa hat dem ganzen noch das gewisse Etwas gegeben. Habs wirklich geliebt und das Buch hat mir super viel gegeben. Auch wenn ich mit dem Ende gerechnet hab, hat es mich noch ein paar Tränchen gekostet.
Ein Buch,das ans Herz geht
Linda, 15 Jahre, ist unsere Hauptprotagonistin und möchte eigentlich nicht mehr leben. Doch da sind Hubert, ein 86jähtiger Nachbar, der dement ist und ihr einziger Freund Kevin. Und um die muss Linda sich kümmern. Ein Buch, so traurig und gleichzeitig feinfühlig und humorvoll. Petra Pellini schreibt wirklich wunderschön






















































