Liebes Arschloch
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Description
Mit der ihr eigenen Verve und Sprachgewalt nimmt sich Despentes der Themen unserer Zeit an – #MeToo und Social Media, Drogen, Machtmissbrauch, Feminismus. Ungeschönt, aber nicht unversöhnlich hält Despentes unserer Gesellschaft den Spiegel vor.
Rebecca, Schauspielerin, über fünfzig und immer noch recht gut im Geschäft. Oscar, dreiundvierzig, Schriftsteller, der mit seinem zweiten Roman hadert, und Zoé, noch keine dreißig, Radikalfeministin und Social-Media-Aktivistin. Diese drei, die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen nach einem verunglückten Instagram-Post Oscars aufeinander. Wie? Digital. Und so entsteht ein fulminanter Briefroman des 21. Jahrhunderts, in dem alle wichtigen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit verhandelt werden. Rebecca, Oscar, Zoé, alle drei sind vom Leben gezeichnet, voller Wut und Hass auf andere – und auf sich selbst. Aber sie müssen erkennen, dass diese Wut sie nicht weiterbringt, sondern nur einsamer macht, dass Verständnis, Toleranz und sogar Freundschaft erlernbar und hin und wieder sogar überlebenswichtig sind.
Mit dieser Tour de Force durch gesellschaftliche Debatten und Konflikte behauptet Virginie Despentes klar ihre Position als eine der wichtigsten Autor*innen Frankreichs, die Wut und Aggression gekonnt einsetzt, um Versöhnung zu predigen. Ganz große Literatur.
Book Information
Author Description
Virginie Despentes, Jahrgang 1969, zunächst bekannt als Autorin der »Skandalbücher« »Baise-moi – Fick mich« und »King Kong Theorie«, hat sich spätestens mit ihren Vernon-Subutex-Romanen in den Olymp der französischen Schriftsteller:innen geschrieben. Sie ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Ihr Roman Apocalypse Baby wurde mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet.
Posts
Ein guter gesellschaftskritischer Roman mit ehrlichen Worten über das 21. Jahrhundert
Rebecca ist über 50 und eine sehr bekannte Schauspielerin. Oscar ist Mitte 40, Schriftsteller und gerät in einen Shitstorm, weil er die junge Frau Zoé auf der Arbeit sexuell belästigt hat. Sie ist noch keine 30, Feministin und Social-Media-Aktivistin. Das Buch ist ein digitaler Briefroman, in dem sich die drei begegnen. Es werden alle gesellschaftlichen Themen behandelt, die uns im 21. Jahrhundert beschäftigen. „Sie haben recht, die jungen Dinger, eure Männlichkeit ist fragil.“ Die drei sind voller Hass und Wut. Auf die Gesellschaft, auf sich, auf ihre Familie. Es beginnt alles mit dem Post von Zoé über Oscar wegen der sexuellen Belästigung. Oscar und Rebeca kennen sich wiederum von früher. Die Beiden schreiben/unterhalten sich hauptsächlich in dem Buch. Es geht um Oscar‘s Fehler, Ängste, seine Familienprobleme und Alltagssituationen. Es geht sehr viel um die Abhängigkeit von Drogen - vorallem Rebecca hat viele Jahre harte Drogen genommen. Und dann kommt Corona in Paris. Beide werden clean und merken, dass ihre Wut und Hass sie nur einsam macht. Sie lernen neue Seiten am Leben und den Menschen kennen. Sie schätzen Verständnis und wie wichtig Freundschaft ist. Ein gutes Buch, manchmal etwas ausschweifend, aber bei vielen Themen gut auf den Punkt gebracht. Ein sehr guter gesellschaftskritischer Roman. „Heute sind Kinder zum wesentlichen Accessoire für das gute Image ihrer Erzeuger geworden.“
Virginie Despentes' Roman "Liebes Arschloch" ist ein fulminanter digitaler Briefroman, der #MeToo, Sucht, Feminismus, Corona, Midlife-Crisis, den erstarkenden Rechtspopulismus aber auch die GenZ in einer rauen, zeitgenössischen Form verhandelt.
Drei unterschiedliche Figuren – die Schauspielerin Rebecca, der Schriftsteller Oscar und die Aktivistin Zoé – geraten nach einem viralen Instagram-Post in einen Konflikt, der sich per Mail zu einer intensiven Auseinandersetzung auswächst. Nach einer unsäglichen Beleidigung von Rebecca brodelt die Wut auf Oscars toxische Männlichkeit, wie es auch sein Verhalten gegenüber Zoé verkörpert. Oscar versinkt im Selbstmitleid, er ist ja unschuldig, in seiner Vorstellung. Aber zwischen Unschuld und Opferrolle liegt eine Grauzone, die Despentes brillant beleuchtet: "Es gibt noch etwas zwischen ‚ich bin komplett unschuldig‘ und ‚ein Opfer des Feminismus‘ – ich fühle mich wie ein Vergewaltiger. Du hast dich aufgeführt wie ein ganz normales Arschloch." Die Form des Mail-Romans spiegelt perfekt die Pandemie-Zeit wider, in der Isolation zu roher Ehrlichkeit führt – teils therapeutisch, teils zerstörerisch. Zoés Radikalfeminismus stößt auf Oscars Selbstmitleid, und Rebeccas Midlife-Crisis verbindet sie letztlich in der Entzugssuche. Despentes erfasst brillant, was Sucht so verführerisch macht: Was wir am Trinken lieben, lieben wir auch am Rauchen, an Romanzen oder gut bezahlten, aber seelenzerstörenden Jobs – die Illusion, stärker zu sein als unsere Abhängigkeiten. Oscars und Rebeccas E-Mail-Korrespondenz enthüllt diese Wahrheit roh, während sie um Nüchternheit ringen. Der Roman endet nicht versöhnlich, sondern mit offenen Wunden, die die Komplexität der gegenwärtigen gesellschaftlicher Debatten zeigen. Besonders beeindruckt die Sprache: bissig, humorvoll, pointiert, bis zur Schmerzgrenze. Sandra Hüller empfiehlt das Buch. Na, dann: Ich auch. Lesenswert.
Ein wichtiges, aber nicht ganz einfaches Buch.
Rebecca und Oscar kennen sich aus ihrer Kindheit und treffen sich Jahrzehnte später in den sozialen Medien wieder. Sie beginnen einen schriftlichen Austausch und die Lesenden werden Zeug*innen der Veränderungen, die sich aus äußeren Umständen (Corona) und eigenen Verhaltensweisen ergeben. Rebecca ist erfolgreiche Schauspielerin, die aufgrund ihres Alters nicht mehr die besten Rollen angeboten bekommt und darunter zumindest am Anfang des Briefwechsels leidet. Oscar ist erfolgreicher Schriftsteller, der sich mit einer me-too Debatte konfrontiert sieht. Vor langer Zeit hat er Zoe, seine ehemalige Pressereferentin belästigt und ist ihr nachgestiegen. Sie ist zwischenzeitlich feministische AktivistIn im Netz und stellt ihn dort an den Pranger. Für Oscar beginnt eine Verwandlung, die auch mit seiner Abkehr vom Alkohol und anderen Drogen einhergeht. Das Buch ist interessant zu lesen und biete unterschiedliche Blickwinkel auch auf feministische Strömungen.

Ausgelöst durch einen unsäglichen Instagram Post beginnen eine alternde Schauspielerin und ein wenig erfolgreicher Schriftsteller einen E Mail Wechsel. Man bekommt dadurch Einblicke hinter die Kulissen der Traumfabrik Film, zum anderen werden aber auch gesellschaftlich aktuelle Themen wie Drogensucht Me too, Coronapandemie behandelt. Auch wenn das Buch für meinen Geschmack einige Längen hatte in jedem Fall ein Lesevergnügen.
In ihrem 2023 in Deutschland erschienenen Roman verhandelt Virginie Despentes viele Themen wie beispielsweise Feminismus, Männlichkeit und männliche Gewalt, Social Media, Cybermobbing, die Corona-Pandemie, Sucht und Entzug sowie Freundschaft. Und noch so viel mehr. Übersetzt von Ina Kronenberger und Tatjana Michaelis. Im Focus des Romans steht der Schriftsteller Oscar, die Film-Diva Rebecca und die Verlagsmitarbeiterin und Feministin Zoé. Dabei findet die Handlung überwiegend im Online-Kontakt miteinander statt. Oscar und Rebecca stehen per Mail im Kontakt. Der Kontakt wird dadurch ausgelöst, dass Oscar Rebecca in einem Social Media-Post bloßstellt und mit oberflächlichen Bewertungen beleidigt. Gleichzeitig macht Zoé auf sich aufmerksam, die in der Vergangenheit für Oscar arbeitete und sich als Opfer männlicher Gewalt seitens Oscar zu erkennen gibt. Im Verlauf des Romans machen alle drei Hauptpersonen große Entwicklungen durch. Die genauen Vorwürfe werden im Verlauf des Biches nicht klar. Zu Beginn des Romans waren mir alle drei Hauptfiguren mehr oder minder unsympathisch. Durch die Entwicklungen, Annäherungen und gegenseitigen Bezüge wurde dies mehr und mehr aufgebrochen.
Ich weiß nicht, das Buch hat mir nichts gegeben ich fand beide Protagonist*innen unsympathisch und überzeichnet und auch scheint sich die Autorin nicht ausreichend mit dem Thema Sucht auseinandergesetzt zu haben, das merkt man an vielen Beschreibungen ihres Verhaltens und dem allgemeinen Lebenslauf der Charaktere. Ich finde die Form des Romans aber mal was anderes, dass es in email und Blogform geschrieben ist, halte aber die Entstehung dieser plötzlichen und so tragenden Freundschaft für unauthentisch.
Großartig! Dieses Buch hat für mich alles mitgebracht, was gute Unterhaltung braucht.
Wow, was für ein zeitgeistiges Buch! Es ist großartig geschrieben, behandelt alle Themen der aktuellen Zeit. Bringt Popkultur, aktuelle Krisen, Klassismus, Feminismus an einen Tisch - und es funktioniert hervorragend! Ich habe die Lesung im Hörbuch sehr gemocht, für mich haben die Stimmen sehr gut zu den drei Figuren gepasst. Die Abwechslung der Figuren hat dafür gesorgt, dass es für mich sehr kurzweilig war. Toll, von mir dieser Einstieg in 2024 5/5 Sterne.
TW: Drogenkonsum, Gewalt, Misogynie Das neue Buch von Virginie Depentes „Liebes Arschloch“ ist anders als ihre bisherigen Werke. Aber definitiv nicht schlechter, es ist allemal eine sehr interessante Lektüre. „Liebes Arschloch“ ist ein moderner Briefwechsel zwischen Rebecca Latté, Oscar Jayack & Zoé Katana. Der Kontakt zwischen Rebecca, einer Schauspielerin, die mit Anfang 50 die Altersdiskriminierung der Medienwelt abbekommt & dem ehemals gefeierten Schriftsteller Oscar entsteht, als er sie im Netz auf das Abscheulichste beleidigt & angreift. Rebecca erwidert seinen Aufschrei nach Aufmerksamkeit & kontert harsch. Daraufhin tauschen sie sich weiterhin via Instagram Nachrichten aus. Ihre Unterhaltung ist zu Beginn alles andere als nett & sehr konfrontativ, entwickelt sich im Verlauf immer weiter & beide öffnen sich, reflektieren ihr Verhalten & es entwickelt sich beinahe so etwas wie Verständnis. Lesende erhalten kontinuierlich tiefere Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonist*innen. Zoés Sichtweise erlangen wir durch Blogbeiträge auf ihrem feministischen Blog. Zoé beschuldigt Oscar sie vor zehn Jahren, als sie Pressereferentin in dem Verlag war, in dem seine ersten Romane erschienen sind, belästigt, verfolgt & genötigt zu haben. Auf ihrem Blog geht sie damit zum ersten Mal an die breite Öffentlichkeit. Oscar sieht dies als Angriff, als Beleidigung. Er zeigt keine Reue. Gibt der anklagenden Zoé, die aufgrund seines Verhaltens damals ihre Anstellung verlor, die Schuld für seine Situation. Schließlich brauche Zoé nur Aufmerksamkeit & eine Ausrede für ihre gescheiterte Karriere gegenüber ihren Eltern. Denn Zoe musste damals den Verlag verlassen & fand keine neue Stelle. Oscar ist schlechthin nicht einsichtig. Bemitleidet nur sich selber. Seinen Frust lässt er im Netz aus, an Rebecca. & so landen wir bei seiner ersten Nachricht an Rebecca. Die drei Hauptprotagonist*innen repräsentieren drei unterschiedliche Generationen. Rebecca & Zoé stehen für unterschiedliche Strömungen des Feminismus. Oscar ist ein Sexist mit einem Alkohol- & Drogenproblem. Wie im Vorbeigehen streift Despentes verschiedene Themenkomplexe & bietet uns unterschiedliche Sichtweise einer Debatte auf. #Metoo, Toxische Männlichkeit, Arbeiterklasse in Frankreich, Corona, Kritik an der Medienwelt & Einsamkeit. An der ein oder anderen Stelle fand ich den Roman etwas langatmig. Ebenso hätte Oscar für meinen Geschmack etwas weniger Raum einnehmen dürfen. Dennoch war es eine bereichernde Lektüre, die ich gerne gelesen habe. Personen, die kein Problem mit vulgärer Sprache und Kraftausdrücken haben, finden sicherlich Gefallen an der Lektüre
Heute ist im @kiwi_verlag die deutsche Übersetzung von „Liebes Arschloch“ erschienen und ich hatte die Ehre, es vorab lesen zu dürfen! :) Vielen Dank nochmal an @kiwi_verlag ! Das Buch beginnt vielversprechend, spannend und rasant. Es geht um #meetoo und es geht um einen (nach meinem Empfinden) selbstmitleidigen Autor, der übergriffig wurde und nun seinen Hass an einer alternden Schauspielerin raus lässt, die jedoch gehörig zurückschießt. Oscar (der jammernde Autor) und Rebecca (die zynische Schauspielerin) schreiben sich nach diesem Schlagabtausch weiterhin Mails und machen eine Wandlung durch. Sie unterhalten sich über Zoé, die radikal-feministische Aktivistin, zu der beide eine Beziehung haben und ihre Blogeinträge. Weitere große Themen im Buch sind Drogen- und Alkoholabhängigkeit, das große C und der Lockdown, Homosexualität (wobei ich die Darstellung lesbischer Frauen extrem klischeebehaftet fand) bzw. Sexualität allgemein, die eigene Biografie und das Aufwachsen in den 70er Jahren, Eltern-Kind-Beziehungen, Internetphänomene, die Filmindustrie … Klingt ziemlich viel und als müsste das Buch dementsprechend ziemlich voll gepackt sein. Der Eindruck entsteht jedoch nicht, im Gegenteil: Ab der Hälfte des Buches (mit Beginn des Lockdowns), zieht sich das Buch sogar leider extrem. Je mehr sich Oscar und Rebecca anfreunden desto ruhiger gestalten sich die Mails und auch Zoés Blogbeiträge bieten nicht mehr all zu viel Zunder. Ein bisschen Abwechslung gibt es dann nur noch durch Oscars Tochter Clémentine und seine Schwester Corinne. Weiterer Minuspunkt für mich: mehrfache Verwendung des Z-Wortes. Gehört für mich einfach nicht mehr in ein Buch, das 2023 erstmalig erscheint. Allgemein ein Buch mit Unterhaltungswert, das aber, für mich, sein eigenes Tempo nicht halten kann und, für mich persönlich, zu sehr nach Harmonie sucht. Ich habe allerdings auch schon eine Rezension gelesen, die von einem Lerneffekt für die Lesenden spricht.

ch hab mir von diesem Roman sooo viel erwartet und er hat mich sooo enttäuscht. Die Protagonisten waren durch die Bank nervig, unsympathisch und ichbezogen. Das gesamte Buch wurde nur gejammert und auf Problemen herumgeritten die teilweise wirklich sehr einfach gelöst werden hätten können. Es hat mich auch unglaublich gestört, dass die beiden Hauptprotagonisten die Mails (das ganze Buch besteht nur aus Schriftverkehr) gegenseitig fast gar nicht beantwortet haben, sonder mehr oder weniger hat man zwei Monologe gelesen... Weil sich eigentlich keiner für den anderen richtig interessiert hat, man wollte einfach jammern. Dabei wären so wichtige Themen in diesem Roman angeschnitten worden, aus denen man unglaublich viel machen hätte können. Nicht mal der Schreibstil hat mich abgeholt ... (leider) ein absoluter Flop für mich.
Unterhaltsam und ungewöhnlich!
Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Es hat eine ungewöhnliche Form, zwei Personen schreiben einander, und interessante Perspektiven, ältere Schauspielerin und in #Metoo Skandal verwickelter Mann. Außerdem beginnt während ihres Briefwechsels Corona und es geht neben dem Skandal um die Drogensucht und den Ausstieg der beiden. Unterhaltsam!
Falls du Lust auf Wut und Agression hast, genau das richtige Buch :)
Ob dieses Buch mich über Monate begleitet hat und ich selbst das Gefühl hatte die Briefe von Oscar und Rebecca mussten erstmal an mich verschickt werden? Sehr gut möglich, aber irgendwie hat es sich dadurch nur noch authentischer angefüllt, auch wenn das dazu geführt hat, dass die Wut und Aggression auf Oscar und generell auf die Welt immer wieder aufs Neue entfacht wurde. Virginie Despentes hat es nämlich so gut geschafft das Ego und die Sichtweise von Männern niederzuschreiben, dass ich mir teilweise nicht sicher war, ob es nicht doch n Mann geschrieben hat. Obviously daher die Wut und Aggression! Falls ihr also was zum Aufregen braucht viel Spaß :) Das Charakter*innen Development hat sie genailed, trotzdem war es mir in vielen Punkten nicht kritisch genug und teils zu sehr aufseiten der Männer… 3/5⭐️
Bei 17% steig ich aus. Das hat bisher nichts mit Literatur zu tun, die ich suche und als solche bezeichnen würde. Für mich uninteressant. Das Abarbeiten am gesellschaftspolitischen Diskurs funktioniert für mich literarisch nur, wenn mir das Ding sprachlich oder auf anderer Ebene etwas anregendes zu beißen gibt. Hatte gehofft dass die psychologische Ebene mich hier bei der Stange halten könnte. Und irgendwie hab ich nicht den Eindruck, dass die Subjekte des Buches aus dem Netz von Symbolen und Bedeutungen heraustreten werden. Das liest sich wie eine Verschiebung von Machtverhältnissen, die nicht über die vorhandene Symbolik hinausreicht. Aber mag dem Buch auch damit Unrecht tun. Meine Geduld reicht dafür gerade nicht, mich da weiter durchzuöden. Da finde ich „Noch wach“ von Stuckrad Barre literarisch deutlich ansprechender und kompositorisch anspruchsvoller.
Liebes Arschloch ist ein versöhnliches Buch, weniger wütend als erwartet - was mich aufgrund des angeteaserten Themas (#metoo) überrascht hat. #metoo war zwar der rote Faden durch die Geschichte, aber nicht vorherrschend. Ich habe viel neues über Alkohol- und Drogensucht erfahren. Auch Feminismus, Klassismus und die Corona-Pandemie wurden thematisiert. Besonders gerne mag ich die genaue Betrachtung des Gefühlslebens und die anschaulichen Beispiele und Vergleiche. Virginie Despentes versteht es, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen und die Lesenden auch in toxische Gedankengänge mitzunehmen, wie bei der Täter-Opfer-Umkehr. Was ich an der Geschichte aber LIEBE: diese witzige und gnadenlose Ehrlichkeit von Rebecca und Oskar. Beneidenswert und zeitweise zum verzweifeln! Leseempfehlung. Auch für Menschen, die mit Feminismus (noch) nicht viel anfangen können.
Ein Briefroman der von Ablehnung in Freundschaft umschlägt
Rebecca, eine alternde Schauspielerin. Oscar, ein mit seinem Leben hadernder Schriftsteller, der Prototyp des „alten weißen Mannes“, Zoé, die wegen Oscar ihren Job und den Halt verlor…diese 3 Personen sind alle miteinander verbunden, wütend, orientierungslos und teils voller Hass aufeinander. Daraus macht die Autorin einen Briefwechsel und streut Blogposts dazwischen in dem sie viele wichtige und aktuell Themen unserer Zeit einwebt. Ob #MeToo, Drogenkonsum, Feminismus, Lockdown, Mobbing, etc. Viele der E-Mail Briefe fand ich regnet zum Nachdenken an, gingen in die Tiefe, auch wenn ich nicht immer die Meinungen der Protagonisten teilen konnte.
Im Grossen und Ganzen tolles Buch. Sehr überzeugende Charaktere (die einem auch oft in ihren Entscheidungen oder Aussagen nicht so sympathisch sind), eine semi redemption-arc für Oscar, macht aber Sinn, dass er nicht nur noch zum Feminist wird, sondern immer noch seine Probleme in den Fokus setzt. Viele wichtige Themen werden angesprochen aus sehr unterschiedlichen Sichtweisen. Ich mag Briefromane, ab und zu wird jedoch nur so halb auf die Antwort des jeweils anderen eingegangen was ich schade finde und das Ganze ist ein bisschen in die Länge gezogen meiner Meinung nach.
Hm, ich weiß auch nicht.... zu Beginn war ich ziemlich angetan! Ich mochte den keifenden Austausch zwischen Oscar und Rebecca und auch die kurzen Einschübe von Zoé. Aber dann ging das Treffen der AA bzw NA los und es gab nahezu kein anderes Thema mehr. Und beide schreiben völlig aneinander vorbei, gehen nicht aufeinander ein und nach längerem Hin und Her ist dann doch irgendwie alles besser/gut und ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum. Zwei gescheiterte Wxistenzen, die sich Auszüge ihres Lebens schreiben und sich am Ende scheinbar gut fühlen. Ich mich nicht. Hat mich nicht vollends überzeugt.
4,5 In der Mitte hat sich das Buch irgendwie super gezogen, aber ich glaube, dass es genau so sein musste. Reflexion und Bewusstsein (über sich selber) braucht seine Zeit und rückblickend betrachtet hat es dich genau gepasst. Das Portrait der Haupt Personen war so ehrlich und irgendwie super realistisch. Das letzte Drittel hat mich so dolle berührt und auch das Ende hat mir tatsächlich Frieden gegeben.
Irgendwas hat gefehlt
Ein Schriftsteller, der gerade einen shitstorm am Hals hat, weil er einer Frau immer wieder, trotz eindeutigen Neins, versucht hat Avancen zu machen(und damit das Leben zur Hölle), schreibt mit einer Schauspielerin die er noch aus seiner Kindheit kennt Mails. Dabei geht es um Feminismus, die Coronazeit, Drogen und wie man von ihnen los kommt, Familie und noch mehr. An sich fand ich die Idee des Mail-Romans mit den Einschüben des feministischen Blogs gut, aber irgendwie waren es mir zu viele Themen und das wo das Buch am stärksten war in meinen Augen(Feminismus, die Rolle der Frau, Internet, Mobbing und wie sich Kerle verhalten) kam mir zu kurz
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Mit der ihr eigenen Verve und Sprachgewalt nimmt sich Despentes der Themen unserer Zeit an – #MeToo und Social Media, Drogen, Machtmissbrauch, Feminismus. Ungeschönt, aber nicht unversöhnlich hält Despentes unserer Gesellschaft den Spiegel vor.
Rebecca, Schauspielerin, über fünfzig und immer noch recht gut im Geschäft. Oscar, dreiundvierzig, Schriftsteller, der mit seinem zweiten Roman hadert, und Zoé, noch keine dreißig, Radikalfeministin und Social-Media-Aktivistin. Diese drei, die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen nach einem verunglückten Instagram-Post Oscars aufeinander. Wie? Digital. Und so entsteht ein fulminanter Briefroman des 21. Jahrhunderts, in dem alle wichtigen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit verhandelt werden. Rebecca, Oscar, Zoé, alle drei sind vom Leben gezeichnet, voller Wut und Hass auf andere – und auf sich selbst. Aber sie müssen erkennen, dass diese Wut sie nicht weiterbringt, sondern nur einsamer macht, dass Verständnis, Toleranz und sogar Freundschaft erlernbar und hin und wieder sogar überlebenswichtig sind.
Mit dieser Tour de Force durch gesellschaftliche Debatten und Konflikte behauptet Virginie Despentes klar ihre Position als eine der wichtigsten Autor*innen Frankreichs, die Wut und Aggression gekonnt einsetzt, um Versöhnung zu predigen. Ganz große Literatur.
Book Information
Author Description
Virginie Despentes, Jahrgang 1969, zunächst bekannt als Autorin der »Skandalbücher« »Baise-moi – Fick mich« und »King Kong Theorie«, hat sich spätestens mit ihren Vernon-Subutex-Romanen in den Olymp der französischen Schriftsteller:innen geschrieben. Sie ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Ihr Roman Apocalypse Baby wurde mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet.
Posts
Ein guter gesellschaftskritischer Roman mit ehrlichen Worten über das 21. Jahrhundert
Rebecca ist über 50 und eine sehr bekannte Schauspielerin. Oscar ist Mitte 40, Schriftsteller und gerät in einen Shitstorm, weil er die junge Frau Zoé auf der Arbeit sexuell belästigt hat. Sie ist noch keine 30, Feministin und Social-Media-Aktivistin. Das Buch ist ein digitaler Briefroman, in dem sich die drei begegnen. Es werden alle gesellschaftlichen Themen behandelt, die uns im 21. Jahrhundert beschäftigen. „Sie haben recht, die jungen Dinger, eure Männlichkeit ist fragil.“ Die drei sind voller Hass und Wut. Auf die Gesellschaft, auf sich, auf ihre Familie. Es beginnt alles mit dem Post von Zoé über Oscar wegen der sexuellen Belästigung. Oscar und Rebeca kennen sich wiederum von früher. Die Beiden schreiben/unterhalten sich hauptsächlich in dem Buch. Es geht um Oscar‘s Fehler, Ängste, seine Familienprobleme und Alltagssituationen. Es geht sehr viel um die Abhängigkeit von Drogen - vorallem Rebecca hat viele Jahre harte Drogen genommen. Und dann kommt Corona in Paris. Beide werden clean und merken, dass ihre Wut und Hass sie nur einsam macht. Sie lernen neue Seiten am Leben und den Menschen kennen. Sie schätzen Verständnis und wie wichtig Freundschaft ist. Ein gutes Buch, manchmal etwas ausschweifend, aber bei vielen Themen gut auf den Punkt gebracht. Ein sehr guter gesellschaftskritischer Roman. „Heute sind Kinder zum wesentlichen Accessoire für das gute Image ihrer Erzeuger geworden.“
Virginie Despentes' Roman "Liebes Arschloch" ist ein fulminanter digitaler Briefroman, der #MeToo, Sucht, Feminismus, Corona, Midlife-Crisis, den erstarkenden Rechtspopulismus aber auch die GenZ in einer rauen, zeitgenössischen Form verhandelt.
Drei unterschiedliche Figuren – die Schauspielerin Rebecca, der Schriftsteller Oscar und die Aktivistin Zoé – geraten nach einem viralen Instagram-Post in einen Konflikt, der sich per Mail zu einer intensiven Auseinandersetzung auswächst. Nach einer unsäglichen Beleidigung von Rebecca brodelt die Wut auf Oscars toxische Männlichkeit, wie es auch sein Verhalten gegenüber Zoé verkörpert. Oscar versinkt im Selbstmitleid, er ist ja unschuldig, in seiner Vorstellung. Aber zwischen Unschuld und Opferrolle liegt eine Grauzone, die Despentes brillant beleuchtet: "Es gibt noch etwas zwischen ‚ich bin komplett unschuldig‘ und ‚ein Opfer des Feminismus‘ – ich fühle mich wie ein Vergewaltiger. Du hast dich aufgeführt wie ein ganz normales Arschloch." Die Form des Mail-Romans spiegelt perfekt die Pandemie-Zeit wider, in der Isolation zu roher Ehrlichkeit führt – teils therapeutisch, teils zerstörerisch. Zoés Radikalfeminismus stößt auf Oscars Selbstmitleid, und Rebeccas Midlife-Crisis verbindet sie letztlich in der Entzugssuche. Despentes erfasst brillant, was Sucht so verführerisch macht: Was wir am Trinken lieben, lieben wir auch am Rauchen, an Romanzen oder gut bezahlten, aber seelenzerstörenden Jobs – die Illusion, stärker zu sein als unsere Abhängigkeiten. Oscars und Rebeccas E-Mail-Korrespondenz enthüllt diese Wahrheit roh, während sie um Nüchternheit ringen. Der Roman endet nicht versöhnlich, sondern mit offenen Wunden, die die Komplexität der gegenwärtigen gesellschaftlicher Debatten zeigen. Besonders beeindruckt die Sprache: bissig, humorvoll, pointiert, bis zur Schmerzgrenze. Sandra Hüller empfiehlt das Buch. Na, dann: Ich auch. Lesenswert.
Ein wichtiges, aber nicht ganz einfaches Buch.
Rebecca und Oscar kennen sich aus ihrer Kindheit und treffen sich Jahrzehnte später in den sozialen Medien wieder. Sie beginnen einen schriftlichen Austausch und die Lesenden werden Zeug*innen der Veränderungen, die sich aus äußeren Umständen (Corona) und eigenen Verhaltensweisen ergeben. Rebecca ist erfolgreiche Schauspielerin, die aufgrund ihres Alters nicht mehr die besten Rollen angeboten bekommt und darunter zumindest am Anfang des Briefwechsels leidet. Oscar ist erfolgreicher Schriftsteller, der sich mit einer me-too Debatte konfrontiert sieht. Vor langer Zeit hat er Zoe, seine ehemalige Pressereferentin belästigt und ist ihr nachgestiegen. Sie ist zwischenzeitlich feministische AktivistIn im Netz und stellt ihn dort an den Pranger. Für Oscar beginnt eine Verwandlung, die auch mit seiner Abkehr vom Alkohol und anderen Drogen einhergeht. Das Buch ist interessant zu lesen und biete unterschiedliche Blickwinkel auch auf feministische Strömungen.

Ausgelöst durch einen unsäglichen Instagram Post beginnen eine alternde Schauspielerin und ein wenig erfolgreicher Schriftsteller einen E Mail Wechsel. Man bekommt dadurch Einblicke hinter die Kulissen der Traumfabrik Film, zum anderen werden aber auch gesellschaftlich aktuelle Themen wie Drogensucht Me too, Coronapandemie behandelt. Auch wenn das Buch für meinen Geschmack einige Längen hatte in jedem Fall ein Lesevergnügen.
In ihrem 2023 in Deutschland erschienenen Roman verhandelt Virginie Despentes viele Themen wie beispielsweise Feminismus, Männlichkeit und männliche Gewalt, Social Media, Cybermobbing, die Corona-Pandemie, Sucht und Entzug sowie Freundschaft. Und noch so viel mehr. Übersetzt von Ina Kronenberger und Tatjana Michaelis. Im Focus des Romans steht der Schriftsteller Oscar, die Film-Diva Rebecca und die Verlagsmitarbeiterin und Feministin Zoé. Dabei findet die Handlung überwiegend im Online-Kontakt miteinander statt. Oscar und Rebecca stehen per Mail im Kontakt. Der Kontakt wird dadurch ausgelöst, dass Oscar Rebecca in einem Social Media-Post bloßstellt und mit oberflächlichen Bewertungen beleidigt. Gleichzeitig macht Zoé auf sich aufmerksam, die in der Vergangenheit für Oscar arbeitete und sich als Opfer männlicher Gewalt seitens Oscar zu erkennen gibt. Im Verlauf des Romans machen alle drei Hauptpersonen große Entwicklungen durch. Die genauen Vorwürfe werden im Verlauf des Biches nicht klar. Zu Beginn des Romans waren mir alle drei Hauptfiguren mehr oder minder unsympathisch. Durch die Entwicklungen, Annäherungen und gegenseitigen Bezüge wurde dies mehr und mehr aufgebrochen.
Ich weiß nicht, das Buch hat mir nichts gegeben ich fand beide Protagonist*innen unsympathisch und überzeichnet und auch scheint sich die Autorin nicht ausreichend mit dem Thema Sucht auseinandergesetzt zu haben, das merkt man an vielen Beschreibungen ihres Verhaltens und dem allgemeinen Lebenslauf der Charaktere. Ich finde die Form des Romans aber mal was anderes, dass es in email und Blogform geschrieben ist, halte aber die Entstehung dieser plötzlichen und so tragenden Freundschaft für unauthentisch.
Großartig! Dieses Buch hat für mich alles mitgebracht, was gute Unterhaltung braucht.
Wow, was für ein zeitgeistiges Buch! Es ist großartig geschrieben, behandelt alle Themen der aktuellen Zeit. Bringt Popkultur, aktuelle Krisen, Klassismus, Feminismus an einen Tisch - und es funktioniert hervorragend! Ich habe die Lesung im Hörbuch sehr gemocht, für mich haben die Stimmen sehr gut zu den drei Figuren gepasst. Die Abwechslung der Figuren hat dafür gesorgt, dass es für mich sehr kurzweilig war. Toll, von mir dieser Einstieg in 2024 5/5 Sterne.
TW: Drogenkonsum, Gewalt, Misogynie Das neue Buch von Virginie Depentes „Liebes Arschloch“ ist anders als ihre bisherigen Werke. Aber definitiv nicht schlechter, es ist allemal eine sehr interessante Lektüre. „Liebes Arschloch“ ist ein moderner Briefwechsel zwischen Rebecca Latté, Oscar Jayack & Zoé Katana. Der Kontakt zwischen Rebecca, einer Schauspielerin, die mit Anfang 50 die Altersdiskriminierung der Medienwelt abbekommt & dem ehemals gefeierten Schriftsteller Oscar entsteht, als er sie im Netz auf das Abscheulichste beleidigt & angreift. Rebecca erwidert seinen Aufschrei nach Aufmerksamkeit & kontert harsch. Daraufhin tauschen sie sich weiterhin via Instagram Nachrichten aus. Ihre Unterhaltung ist zu Beginn alles andere als nett & sehr konfrontativ, entwickelt sich im Verlauf immer weiter & beide öffnen sich, reflektieren ihr Verhalten & es entwickelt sich beinahe so etwas wie Verständnis. Lesende erhalten kontinuierlich tiefere Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonist*innen. Zoés Sichtweise erlangen wir durch Blogbeiträge auf ihrem feministischen Blog. Zoé beschuldigt Oscar sie vor zehn Jahren, als sie Pressereferentin in dem Verlag war, in dem seine ersten Romane erschienen sind, belästigt, verfolgt & genötigt zu haben. Auf ihrem Blog geht sie damit zum ersten Mal an die breite Öffentlichkeit. Oscar sieht dies als Angriff, als Beleidigung. Er zeigt keine Reue. Gibt der anklagenden Zoé, die aufgrund seines Verhaltens damals ihre Anstellung verlor, die Schuld für seine Situation. Schließlich brauche Zoé nur Aufmerksamkeit & eine Ausrede für ihre gescheiterte Karriere gegenüber ihren Eltern. Denn Zoe musste damals den Verlag verlassen & fand keine neue Stelle. Oscar ist schlechthin nicht einsichtig. Bemitleidet nur sich selber. Seinen Frust lässt er im Netz aus, an Rebecca. & so landen wir bei seiner ersten Nachricht an Rebecca. Die drei Hauptprotagonist*innen repräsentieren drei unterschiedliche Generationen. Rebecca & Zoé stehen für unterschiedliche Strömungen des Feminismus. Oscar ist ein Sexist mit einem Alkohol- & Drogenproblem. Wie im Vorbeigehen streift Despentes verschiedene Themenkomplexe & bietet uns unterschiedliche Sichtweise einer Debatte auf. #Metoo, Toxische Männlichkeit, Arbeiterklasse in Frankreich, Corona, Kritik an der Medienwelt & Einsamkeit. An der ein oder anderen Stelle fand ich den Roman etwas langatmig. Ebenso hätte Oscar für meinen Geschmack etwas weniger Raum einnehmen dürfen. Dennoch war es eine bereichernde Lektüre, die ich gerne gelesen habe. Personen, die kein Problem mit vulgärer Sprache und Kraftausdrücken haben, finden sicherlich Gefallen an der Lektüre
Heute ist im @kiwi_verlag die deutsche Übersetzung von „Liebes Arschloch“ erschienen und ich hatte die Ehre, es vorab lesen zu dürfen! :) Vielen Dank nochmal an @kiwi_verlag ! Das Buch beginnt vielversprechend, spannend und rasant. Es geht um #meetoo und es geht um einen (nach meinem Empfinden) selbstmitleidigen Autor, der übergriffig wurde und nun seinen Hass an einer alternden Schauspielerin raus lässt, die jedoch gehörig zurückschießt. Oscar (der jammernde Autor) und Rebecca (die zynische Schauspielerin) schreiben sich nach diesem Schlagabtausch weiterhin Mails und machen eine Wandlung durch. Sie unterhalten sich über Zoé, die radikal-feministische Aktivistin, zu der beide eine Beziehung haben und ihre Blogeinträge. Weitere große Themen im Buch sind Drogen- und Alkoholabhängigkeit, das große C und der Lockdown, Homosexualität (wobei ich die Darstellung lesbischer Frauen extrem klischeebehaftet fand) bzw. Sexualität allgemein, die eigene Biografie und das Aufwachsen in den 70er Jahren, Eltern-Kind-Beziehungen, Internetphänomene, die Filmindustrie … Klingt ziemlich viel und als müsste das Buch dementsprechend ziemlich voll gepackt sein. Der Eindruck entsteht jedoch nicht, im Gegenteil: Ab der Hälfte des Buches (mit Beginn des Lockdowns), zieht sich das Buch sogar leider extrem. Je mehr sich Oscar und Rebecca anfreunden desto ruhiger gestalten sich die Mails und auch Zoés Blogbeiträge bieten nicht mehr all zu viel Zunder. Ein bisschen Abwechslung gibt es dann nur noch durch Oscars Tochter Clémentine und seine Schwester Corinne. Weiterer Minuspunkt für mich: mehrfache Verwendung des Z-Wortes. Gehört für mich einfach nicht mehr in ein Buch, das 2023 erstmalig erscheint. Allgemein ein Buch mit Unterhaltungswert, das aber, für mich, sein eigenes Tempo nicht halten kann und, für mich persönlich, zu sehr nach Harmonie sucht. Ich habe allerdings auch schon eine Rezension gelesen, die von einem Lerneffekt für die Lesenden spricht.

ch hab mir von diesem Roman sooo viel erwartet und er hat mich sooo enttäuscht. Die Protagonisten waren durch die Bank nervig, unsympathisch und ichbezogen. Das gesamte Buch wurde nur gejammert und auf Problemen herumgeritten die teilweise wirklich sehr einfach gelöst werden hätten können. Es hat mich auch unglaublich gestört, dass die beiden Hauptprotagonisten die Mails (das ganze Buch besteht nur aus Schriftverkehr) gegenseitig fast gar nicht beantwortet haben, sonder mehr oder weniger hat man zwei Monologe gelesen... Weil sich eigentlich keiner für den anderen richtig interessiert hat, man wollte einfach jammern. Dabei wären so wichtige Themen in diesem Roman angeschnitten worden, aus denen man unglaublich viel machen hätte können. Nicht mal der Schreibstil hat mich abgeholt ... (leider) ein absoluter Flop für mich.
Unterhaltsam und ungewöhnlich!
Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Es hat eine ungewöhnliche Form, zwei Personen schreiben einander, und interessante Perspektiven, ältere Schauspielerin und in #Metoo Skandal verwickelter Mann. Außerdem beginnt während ihres Briefwechsels Corona und es geht neben dem Skandal um die Drogensucht und den Ausstieg der beiden. Unterhaltsam!
Falls du Lust auf Wut und Agression hast, genau das richtige Buch :)
Ob dieses Buch mich über Monate begleitet hat und ich selbst das Gefühl hatte die Briefe von Oscar und Rebecca mussten erstmal an mich verschickt werden? Sehr gut möglich, aber irgendwie hat es sich dadurch nur noch authentischer angefüllt, auch wenn das dazu geführt hat, dass die Wut und Aggression auf Oscar und generell auf die Welt immer wieder aufs Neue entfacht wurde. Virginie Despentes hat es nämlich so gut geschafft das Ego und die Sichtweise von Männern niederzuschreiben, dass ich mir teilweise nicht sicher war, ob es nicht doch n Mann geschrieben hat. Obviously daher die Wut und Aggression! Falls ihr also was zum Aufregen braucht viel Spaß :) Das Charakter*innen Development hat sie genailed, trotzdem war es mir in vielen Punkten nicht kritisch genug und teils zu sehr aufseiten der Männer… 3/5⭐️
Bei 17% steig ich aus. Das hat bisher nichts mit Literatur zu tun, die ich suche und als solche bezeichnen würde. Für mich uninteressant. Das Abarbeiten am gesellschaftspolitischen Diskurs funktioniert für mich literarisch nur, wenn mir das Ding sprachlich oder auf anderer Ebene etwas anregendes zu beißen gibt. Hatte gehofft dass die psychologische Ebene mich hier bei der Stange halten könnte. Und irgendwie hab ich nicht den Eindruck, dass die Subjekte des Buches aus dem Netz von Symbolen und Bedeutungen heraustreten werden. Das liest sich wie eine Verschiebung von Machtverhältnissen, die nicht über die vorhandene Symbolik hinausreicht. Aber mag dem Buch auch damit Unrecht tun. Meine Geduld reicht dafür gerade nicht, mich da weiter durchzuöden. Da finde ich „Noch wach“ von Stuckrad Barre literarisch deutlich ansprechender und kompositorisch anspruchsvoller.
Liebes Arschloch ist ein versöhnliches Buch, weniger wütend als erwartet - was mich aufgrund des angeteaserten Themas (#metoo) überrascht hat. #metoo war zwar der rote Faden durch die Geschichte, aber nicht vorherrschend. Ich habe viel neues über Alkohol- und Drogensucht erfahren. Auch Feminismus, Klassismus und die Corona-Pandemie wurden thematisiert. Besonders gerne mag ich die genaue Betrachtung des Gefühlslebens und die anschaulichen Beispiele und Vergleiche. Virginie Despentes versteht es, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen und die Lesenden auch in toxische Gedankengänge mitzunehmen, wie bei der Täter-Opfer-Umkehr. Was ich an der Geschichte aber LIEBE: diese witzige und gnadenlose Ehrlichkeit von Rebecca und Oskar. Beneidenswert und zeitweise zum verzweifeln! Leseempfehlung. Auch für Menschen, die mit Feminismus (noch) nicht viel anfangen können.
Ein Briefroman der von Ablehnung in Freundschaft umschlägt
Rebecca, eine alternde Schauspielerin. Oscar, ein mit seinem Leben hadernder Schriftsteller, der Prototyp des „alten weißen Mannes“, Zoé, die wegen Oscar ihren Job und den Halt verlor…diese 3 Personen sind alle miteinander verbunden, wütend, orientierungslos und teils voller Hass aufeinander. Daraus macht die Autorin einen Briefwechsel und streut Blogposts dazwischen in dem sie viele wichtige und aktuell Themen unserer Zeit einwebt. Ob #MeToo, Drogenkonsum, Feminismus, Lockdown, Mobbing, etc. Viele der E-Mail Briefe fand ich regnet zum Nachdenken an, gingen in die Tiefe, auch wenn ich nicht immer die Meinungen der Protagonisten teilen konnte.
Im Grossen und Ganzen tolles Buch. Sehr überzeugende Charaktere (die einem auch oft in ihren Entscheidungen oder Aussagen nicht so sympathisch sind), eine semi redemption-arc für Oscar, macht aber Sinn, dass er nicht nur noch zum Feminist wird, sondern immer noch seine Probleme in den Fokus setzt. Viele wichtige Themen werden angesprochen aus sehr unterschiedlichen Sichtweisen. Ich mag Briefromane, ab und zu wird jedoch nur so halb auf die Antwort des jeweils anderen eingegangen was ich schade finde und das Ganze ist ein bisschen in die Länge gezogen meiner Meinung nach.
Hm, ich weiß auch nicht.... zu Beginn war ich ziemlich angetan! Ich mochte den keifenden Austausch zwischen Oscar und Rebecca und auch die kurzen Einschübe von Zoé. Aber dann ging das Treffen der AA bzw NA los und es gab nahezu kein anderes Thema mehr. Und beide schreiben völlig aneinander vorbei, gehen nicht aufeinander ein und nach längerem Hin und Her ist dann doch irgendwie alles besser/gut und ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum. Zwei gescheiterte Wxistenzen, die sich Auszüge ihres Lebens schreiben und sich am Ende scheinbar gut fühlen. Ich mich nicht. Hat mich nicht vollends überzeugt.
4,5 In der Mitte hat sich das Buch irgendwie super gezogen, aber ich glaube, dass es genau so sein musste. Reflexion und Bewusstsein (über sich selber) braucht seine Zeit und rückblickend betrachtet hat es dich genau gepasst. Das Portrait der Haupt Personen war so ehrlich und irgendwie super realistisch. Das letzte Drittel hat mich so dolle berührt und auch das Ende hat mir tatsächlich Frieden gegeben.
Irgendwas hat gefehlt
Ein Schriftsteller, der gerade einen shitstorm am Hals hat, weil er einer Frau immer wieder, trotz eindeutigen Neins, versucht hat Avancen zu machen(und damit das Leben zur Hölle), schreibt mit einer Schauspielerin die er noch aus seiner Kindheit kennt Mails. Dabei geht es um Feminismus, die Coronazeit, Drogen und wie man von ihnen los kommt, Familie und noch mehr. An sich fand ich die Idee des Mail-Romans mit den Einschüben des feministischen Blogs gut, aber irgendwie waren es mir zu viele Themen und das wo das Buch am stärksten war in meinen Augen(Feminismus, die Rolle der Frau, Internet, Mobbing und wie sich Kerle verhalten) kam mir zu kurz


































