Baise-moi – Fick mich

Baise-moi – Fick mich

Softcover
3.424

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Description

Nadine hat einen Mord begangen. Manu auch. Beide eher zufällig. Auf der Flucht begegnen sie sich, und beschließen, sich gemeinsam durchzuschlagen. Erst scheint alles gutzugehen, doch irgendwann eskaliert das Abenteuer.

Virginie Despentes erzählt in diesem Roman, der 1999 in Frankreich erschien und ihren Ruhm als Skandalschriftstellerin begründete, ungeschminkt und radikal von anarchischer Lebenswut, von Drogen und Gewalt. Sie erzählt aber auch von einer intensiven Frauenfreundschaft, in der vor allem eines wichtig ist: unabhängiges, selbstbestimmtes Handeln, auch wenn es in den Abgrund führt.

Der Roman und ebenso die Verfilmung unter der Regie von Virginie Despentes gerieten zum internationalen Skandal, aber die Themen, die sie hier setzte, beschäftigen die Autorin und unsere Gesellschaft bis heute.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
240
Price
14.40 €

Author Description

Virginie Despentes, Jahrgang 1969, zunächst bekannt als Autorin der »Skandalbücher« »Baise-moi – Fick mich« und »King Kong Theorie«, hat sich spätestens mit ihren Vernon-Subutex-Romanen in den Olymp der französischen Schriftsteller:innen geschrieben. Sie ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Ihr Roman Apocalypse Baby wurde mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet.

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Virginie Despentes' „Baise-moi (Fick mich!)“ erzählt die Geschichte von Nadine und von Manu, die nach einer brutalen Vergewaltigung auf einem blutigen Roadtrip durch Frankreich eine Spur aus Gewalt und Chaos hinterlassen. Der Roman ist eine radikale, provokante Abrechnung mit patriarchalen Machtstrukturen, die mit expliziten Darstellungen von Sex und Gewalt schockiert. Despentes' rohe, direkte Sprache unterstreicht die Wut und Kälte der Figuren und macht die Geschichte zu einer schonungslosen Konfrontation mit gesellschaftlichen Tabus.

Virginie Despentes' „Baise-moi (Fick mich!)“ ist ein ebenso verstörendes wie radikales Werk, das 1994 bei seinem Erscheinen für einen gewaltigen Skandal sorgte und bis heute polarisiert. Die Handlung folgt Nadine und Manu. Gemeinsam begeben sich die beiden auf einen exzessiven Roadtrip durch Frankreich, bei dem sie eine Spur aus Gewalt und Chaos hinterlassen. Mit expliziten Darstellungen von Sex und Gewalt reißt das Buch den Leser aus jeder Komfortzone und stellt etablierte moralische und gesellschaftliche Normen infrage. Der Schreibstil von Despentes ist ebenso roh wie die Geschichte selbst: lakonisch, direkt und ohne jegliche Beschönigung. Die nüchterne Sprache unterstreicht die emotionale Kälte der Figuren und lässt die Grausamkeit ihrer Handlungen umso intensiver wirken. Im Vergleich zu späteren Werken der Autorin, wie etwa der „Vernon Subutex-Trilogie“, ist „Baise-Moi“ kompromisslos, wütend und destruktiv. Es ist weniger ein Roman, der analysiert, als ein Werk, das provoziert und schockiert. Bei der Veröffentlichung sorgte der Roman für heftige Reaktionen: Während einige Kritiken ihn als feministische Abrechnung mit patriarchalen Machtstrukturen feierten, warfen andere Despentes einen Tabubruch und Gewaltverherrlichung vor. Die Verfilmung aus dem Jahr 2000 verstärkte diese Kontroversen zusätzlich, da sie in mehreren Ländern zensiert oder verboten wurde. Mich hat das Buch durch seine explizite Brutalität und die emotionale Leere der Figuren tief erschüttert. Dennoch konnte ich mich der Wirkung dieses Romans nicht entziehen, da Despentes eine gnadenlose, authentische Welt entwirft, die provoziert und zum Nachdenken zwingt. „Baise-Moi“ ist keine angenehme Lektüre, aber ein Werk, das mit seiner Wucht beeindruckt und in Erinnerung bleibt. Ich gebe dem Buch vier Sterne, weil es trotz (oder gerade wegen) seiner Härte und Kontroversen ein unvergleichliches literarisches Erlebnis ist.

Virginie Despentes' „Baise-moi (Fick mich!)“ erzählt die Geschichte von Nadine und von Manu, die nach einer brutalen Vergewaltigung auf einem blutigen Roadtrip durch Frankreich eine Spur aus Gewalt und Chaos hinterlassen. Der Roman ist eine radikale, provokante Abrechnung mit patriarchalen Machtstrukturen, die mit expliziten Darstellungen von Sex und Gewalt schockiert.
Despentes' rohe, direkte Sprache unterstreicht die Wut und Kälte der Figuren und macht die Geschichte zu einer schonungslosen Konfrontation mit gesellschaftlichen Tabus.
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Tabubruch als Befreiungsschlag? Oder Tabubruch um des Tabubruchs willen?

Baise-moi ist ein wilder Ritt aus roher Gewalt und schmutzigem Sex. Eine Ansammlung von Tabubrüchen – gut erzählt, aber auch gar nicht so leicht einzuordnen. Im Zentrum stehen zwei vom Leben gezeichnete Frauen, eine Prostituierte und eine Pornodarstellerin, die es leid sind, Opfer von Männern und der Gesellschaft zu sein. Kurz nach ihren jeweils ersten Morden treffen sie zufällig aufeinander und beschließen, gemeinsam durch Frankreich zu ziehen – vögelnd, mordend und wahllos Opfer hinterlassend. Das Töten und der damit verbundene Tabubruch, Unschuldige zu ermorden, fasziniert und erregt sie ähnlich wie Sex: „Sie betrachtet die Straße und überlegt, was sie dort am liebsten praktiziert, Vögeln oder Abmetzeln. Während der Kerl es ihr besorgte, hat sie an die Szene vom Nachmittag gedacht, wie Nadine die Frau an der Wand zermatscht hat, wie sie dann von der Knarre zerfetzt wurde. Bestialisch, wirklich. So gut wie ein Fick. Oder ist es eher der Fick, den sie genauso wie das Massaker liebt?“ Man findet so manche Diskussionen darüber, ob das Werk nun feministisch oder einfach nur vulgär ist. Und klar kann man es so sehen, dass eine junge Autorin in den 90ern sich einen fluchenden Befreiungsschrei von der Seele geschrieben hat - Grenzen überschritten hat so wie es sich meist nur Männer trauen. Dennoch beschleicht einen teilweise das Gefühl, dass eine lange Liste an Tabubrüchen abgearbeitet wurde - immer radikaler und verrückter um einen größtmöglichen Aufreger zu erzeugen. Eines muss man Despentes aber lassen: der Erfolg gab ihr Recht 😉 Wer es roh, vulgär und kompromisslos mag und auch ein Gedankenexperiment à la „Was wäre, wenn es keine Werte und kein Mitgefühl gäbe?“ nicht scheut, wird hier auf seine Kosten kommen. Auch wenn ich mit Tabus keine Probleme habe - der Funke ist nicht wirklich übergesprungen. Kann man lesen, muss man aber nicht.

3

Der feministische Buchclub war sich nicht sicher…

… ob das jetzt überhaupt ein feministisches Buch ist. Vollkommene Grenzüberschreitung und alle niederschießen ist vlt Selbstermächtigung, aber in sexueller Hinsicht ist die Geschichte dann doch recht patriarchal. Sprachlich inzwischen etwas aus der Zeit gefallen. Radikal, unangenehm, viel Gesprächsstoff. Dennoch: dramaturgisch etwas schwach und die Protagonistinnen sind einfach zu distanziert geblieben für mich. Lesenswert? Ja, wenn man danach mit anderen drüber reden kann :)

Der feministische Buchclub war sich nicht sicher…
3.5

Guter Auftakt zu den Subutex Klassikern.

1

Das erste was ich von Virginie Despentes gelesen habe war die Vernon Subutex Trilogie. Diese Bücher haben mich wirklich begeistert. Und auch ihren Briefroman „Liebes Arschloch“ mochte ich. Allerdings weiß ich echt nicht was ich von „Baise-moi“ halten soll. Mehr als einmal stand ich davor das Buch einfach in die Ecke zu werfen. Kurz zusammengefasst kann man sagen da es um 2 Frauen geht die mordend durch Frankreich unterwegs sind. Mehr muss man dazu nicht wissen. Keine Leseempfehlung.

4.5

Unfassbar vulgär, brutal und auf den Punkt - nicht mal 250 Seiten, aber voll gepackt mit Charakter und Wut.

Mit “Baise moi” verfasste Despentes ihren ersten Roman und landete direkt einen Schockerfolg. Schock, da die französische Gesellschaft der 1990er Jahre offensichtlich nicht gut aushielt, dass da eine junge Frau ein Buch schreibt in dem es nur so vor Sex, Drogen, Alkohol und Gewalt strotzt. Man wundert sich tatsächlich wie viele Exzesse Despendents in den nichtmal 250 Seiten unter bringen kann. Aber gerade das macht das Buch aus - die Erzählgeschwindigkeit nimmt so rasend zu, wie die Mordlust der beiden Protagonistinnen. Wer das unsagbare schätzt, nach Spannung sucht und Frauencharaktere, die einen sprichwörtlichen Fick auf Konvention und eigentlich auch alles andere geben, findet in „Baise moi - Fick mich“ genau die richtige Lektüre.

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