Gesellschaftsspiel
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Description
Eine entzweite Familie, ein gespaltenes Land, ein Tech-Milliardär und seine Vision von Gesellschaft
Isabelle und Annika haben verlernt, miteinander zu sprechen. Nun, am Sterbebett ihrer Mutter, müssen sie es tun. Auch ihre Tante Dagmar ist da. Drei Frauen, drei Einzelkämpferinnen. Und noch während sie sich an das Gefühl herantasten, als Familie zusammenzugehören, launcht ein internationaler Tech-Milliardär seine Idee einer revolutionär neuen Gemeinschaft. Er will der Gesellschaft ein Update verpassen. Per App. Und alle können sich dabei einbringen. Der Start für das Projekt soll ausgerechnet hier bei ihnen sein: in Weimar. Schon Tage später sind die drei Teil einer öffentlichen Debatte. Denn was da auf sie zukommt, klingt so vielversprechend wie rätselhaft. Ist das der Neustart für die Demokratie? Oder der Anfang vom Ende?
»›Gesellschaftsspiel‹ ist ein Experiment in Romanform gegossen und sehr lesenswert.« ZDF heute journal
»›Gesellschaftsspiel‹ ist nicht nur ein Roman über eine mögliche Zukunft, sondern ein kluger, genau beobachteter Roman über unsere Gegenwart.« NDR Kultur
Book Information
Author Description
Dora Zwickau studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Werbetexten in Mannheim und Hamburg. Seit 2011 lebt sie in London und arbeitet als Content Strategist für kleine Start-ups und globale Konzerne. »Gesellschaftsspiel« ist ihr erster Roman.
Posts
Dora Zwickau hat mit ihrem Debütroman "Gesellschaftsspiel" ein interessantes und hochaktuelles Gedankenexperiment gewagt.
Der amerikanische Tech-Milliardär Double Z beabsichtigt in Weimar eine neue Gesellschaftsform namens Syndicate zu etablieren, die auf direkte Demokratie und Mitbestimmung setzt. Über eine App können die Bewohner*innen Weimars über den Verfassungsvorschlag von Double Z abstimmen, Änderungen einreichen und sich zu Vorschlägen austauschen. Klingt für die Schwestern Annika und Isabelle zunächst sehr spannend. Auch ihre Tante Dagmar, Geisteswissenschaftlerin, sieht darin eine große Chance und einen beruflichen Neuanfang. Isabell ist eine sehr engagierte Politiklehrerin an einer Oberschule und bespricht mit ihrer 11. Klasse sehr genau die Chancen und Risiken von Syndicate. Mit ihnen erarbeitet sie einen Änderungsvordchlag für den Verfassungsentwurf, der große Beachtung findet. Kurze Zeit später zeigt dann das Internet seine hässliche Fratze und eine ihrer Schülerinnen sieht sich einer Mobbingkampagne in den Sozialen Netzwerken ausgesetzt. Isabelle gibt Syndicate und der damit verbundenen Popularität die Schuld. Zweifel kommen auf, ob es überhaupt die Möglichkeit gibt, eine bessere Gesellschaft zu gründen. Es ist schwer zu sagen, quasi ich von dem Buch halte. Grundsätzlich finde ich die Idee sehr spannend. Allerdings konnte ich den eingestreuten Chatverläufen in der App oder anderen Medien nichts abgewinnen. Sie waren zum Teil mit Begriffen aus der Tech-Branche durchsetzt, die mir nichts sagten. Auch Nebenstraße in der Erzählung, z.B. zur Jugendliebe von Annika machten für mich keinen Sinn. Andere gesellschaftliche Themen, wie steigende Mieten in Weimar, weil alle Welt an dem Gesellschaft sspiel teilhaben wollte oder der Pflegenotstabd wurden aus meiner Sicht nur oberflächlich aufgegriffen. Ich empfehle das Buch allen, die an politischer Debatte und alternativen Möglichkeiten zu aktuellen Entwicklungen interessiert sind. Zitat: Mit einem Mal wird sie melancholisch bei dem Gedanken daran, dass sie, egal in welcher Stadt, egal ob mit Oma oder ohne, Alexander niemals eine Kindheit wie ihre eigene bieten kann. Auf ihn wird die Welt immer etwas lauter,gehetzter, unmittelbarer einprasseln, und es gibt keinen Weg, ihn davor zu schützen
Hat mich leider enttäuscht. Ich hatte mich sehr auf die Geschichte gefreut. Aber leider war der dystopische Teil überhaupt nicht so wie ich erwartet habe. Es war mir alles zu wirr und nicht konkret genug- ich hätte gerne eine konkrete neue Gesellschaftsordnung gehabt nach der die Menschen in Weimar dann tatsächlich leben und die Vor- und Nachteile erleben. Die Schilderungen über die Dynamik zwischen den drei Frauen haben mir hingegen gut gefallen- das war sehr authentisch.
Sehr lesenswert!
Was für ein Buch! 👍👍👍👍 Dora Zwickau thematisiert in ihrem Roman-Debüt einen Tech-Milliardär, der in Weimar ein politisches bzw. soziales Experiment startet und eine neue Gesellschaftsform zu etablierten versucht. Flankiert wird diese demokratiekritische und partizipationsfreudige Idee von einer intergenerationalen Familiengeschichte über drei ostdeutsche Frauen. Eine kluge Geschichte, die die gegenwärtigen Trends, Sorgen und Spinnereien unserer westlichen Welt aufnimmt und clever verwebt. So clever, dass das Ganze phasenweise etwas konstruiert wirkt. Aber eine neue Gesellschaftsform muss wohl zuerst konstruiert sein, bevor sie - um den IT-Sprech der Geschichte aufzunehmen - ausgerollt werden kann. Für mich ist die Geschichte eine Bestätigung meiner Meinung, dass wir in der Schweiz Sorge tragen müssen zu unserem System. Und die Geschichte zu lesen lohnt sich nur schon wegen dieser kleinen, endlich mal klar formulierten Erkenntnis im Zusammenhang mit Smart City: «Eine wirklich smarte City ist doch keine, wo dein Kühlschrank mit deinem Auto redet, sondern eine, wo wir Menschen miteinander reden.«
Ein spannendes Gedanken Experiment zu einer neuen Gesellschaft. Mir gefiel einerseits, dass viele verschiedene Haltungen zu einer neuen Gesellschaft in Weimar aufgezeigt wurden. Andererseits war es heierdurch nicht möglich, tiefer in einzelne Haltungen/Meinungsbildner einzutauchen. Die Zukunft als Mittelweg zwischen Utopie und Dystopie werden wir qihl alle miterleben.
Das Buch ist sehr politisch und ich mochte die Gedankengänge und musste selbst viel darüber nachdenken, wie ich reagieren würde. Ich konnte nicht alles verstehen, weil ich leider politisch nicht ganz so bewandert bin. Dennoch hab ich es gern gelesen und hab mich mitreißen lassen, denn der Sprachstil ist flüssig und leicht zu lesen. Das Ende war leider offen, ich hätte gern noch mehr gelesen. Aber irgendwie scheint es auch genau richtig so. Ein gutes Buch und lesenswert in der heutigen Zeit.

"Sie müssen sich an einem dieser gesellschaftlichen Kipppunkte befinden, anders kann sie es nicht erklären. Ein Kipppunkt, an dem etwas Unverrückbares auf einmal doch verrückt wird. Es ging so leicht. Zu leicht.“ (S. 252) In Dora Zwickaus Roman "Gesellschaftsspiel" werden große politische Experimente aufgegriffen. Am Sterbebett ihrer Mutter in Weimar begegnen sich zwei entfremdete Schwestern und ihre Tante wieder. Gleichzeitig versucht der visionäre Tech-Milliardär Double Z, die Gesellschaft per App zu revolutionieren und die Demokratie in Weimar neu zu erfinden. Das Buch verknüpft ostdeutsche Familiendynamiken feinfühlig mit aktuellen Debatten über Digitalisierung, gesellschaftliche Spaltung und der Frage, ob Demokratie durch andere Herrschaftsforme abgeschafft werden soll. Das Thema an sich ist spannend und auch sehr aktuell, wenn man die immer lauter werdenden Stimmen von Tech-Bros aus dem Silikon Valley nach einem Überdenken unserer Demokratie verfolgt. Die drei Hauptcharaktere sind ganz interessant gewählt, die Whats-App-Chats oder Medienberichten zwischendurch aber etwas mühsam. Auch das Ende war mir etwas zu lasch. Ich finde, die Autorin hätte durchaus noch eindringlicher auf die Gefahr, die von autoritären Projekten ausgeht, eingehen können.

65. Buch im Jahr 2025 Ich lese so selten Gegenwartsliteratur, aber nachdem ich dieses wundervolle Buch gelesen habe frage ich mich warum eigentlich. Mir hat das Buch tolle Lesestunden bereitet und mir viel gegeben. Ab und zu hatte ich zwar Schwierigkeiten mich zu orientieren, aber ich habe auch immer wieder reingefunden. Die Sichtweisen der drei Frauen waren authentisch und realitätsnah und ich mochte diese Verbindung der drei durch ihren Verlust. Ich konnte mich immer wieder in den Gedanken der Frauen finden. Dee Schreibstil war sehr flüssig und angenehm. Ich muss zugeben, dass ich am Ende recht unkonzentriert war und viel verpasst habe, aber das lag an privaten Umständen. Die Kapitel über sie revolutionäre App waren extrem interessant und sowasvon gesellschaftskritisch und haben mich immer neugierig gemacht, wenn ich auch nicht immer alles verstanden habe. Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich kann es nur empfehlen.
Prinzipiell fand ich die Idee das ein Tech - Milliardär quasi einen neuen Staat, basierend einer App, gründet spannend. Meine Erwartung war, das wir 3 Frauen beobachten, die sich in dieser Welt zurechtfinden. Jedoch wurde der Familienkonflikt vorranig thematisiert und Syndicate war ( für mich ) eher ein Nebenschauplatz. Leider konnte ich nicht mit den Nebenprotas nicht wirklich mitfühlen, da hat mir die Empathie zu diesen einfach gefehlt. Es wurden jedoch viele interessante und aktuelle Themen angesprochen und kurz bearbeitet. Die Vorbereitung der Autorin konnte man absolut spüren. Es war ein gutes Buch, vielleicht hätte ich es besser gefunden wenn ich den Klapptext nicht so missverstanden hätte. So hatte ich einfach eine falsche Erwartungshaltung.
Der Debütroman von Dora Zwickau konnte mich von Anfang an fesseln. Das liegt zum einen sicher daran, dass der Schreibstil von Zwickau klar und leicht lesbar ist. Zum anderen aber auch am interessanten Aufbau des Romans. Er ist in Teilen aus den Perspektiven der beiden Schwestern und ihrer Tante geschrieben. Dazwischen sind immer wieder Podcast-Gespräche, Chats und eine Sammlung von Posts angeführt. Die Dynamik, die dadurch entsteht, entwickelt einen Sog, aus dem mich der Roman bis zur letzten Seite nicht mehr entlassen hat. Dabei ist der Titel nicht nur passend, weil die Stadt Weimar das Angebot bekommt, eine eigene neue Gesellschaft zu gründen, sondern auch, weil der ganze Roman wie ein Kammerspiel wirkt. Obwohl noch während der Geschichte die beiden Schwestern ihre Mutter und die Tante ihre Schwester verliert, fokussiert sich alles auf das Gesellschaftsangebot des Internetmoguls "Double Z". Ich finde das eine großartige Analyse unserer Zeit. Beim Lesen fragte ich mich, kann es wirklich sein, dass das virtuelle Leben unser reales Leben verdrängt? Überzeugt hat mich auch die hohe Aktualität der Geschichte. Dora Zwickau ist sowas von genau in der Zeit, ich hatte das Gefühl, sie hat das Buch letzte Woche geschrieben. Nahezu habe ich erwartet, dass die Diskussion um die Regenbogenfahne auf dem Bundestag noch auftaucht. Das offene Ende ist für mich genau richtig. Es spiegelt für mich nochmal, wie in unserer digitalen Welt die Ereignisse kurz hypen und wieder verschwinden. Ich hoffe, dieses Buch wird nicht zu schnell wieder verschwinden, sondern gesehen und gelesen.

Zwischen Familiendrama und Zukunftsvision – ein Roman wie ein Experiment
Gesellschaftsspiel von Dora Zwickau ist so eine Art literarisches Überraschungsei – man weiß nie, ob man gleich schmunzeln, den Kopf schütteln oder tief nachdenken soll. Die Grundidee hat mich sofort gepackt: eine zerrüttete Familie, die sich am Sterbebett der Mutter wieder zusammenraufen muss, und mittendrin eine futuristische App, die angeblich die Demokratie aufpolieren will. Klingt verrückt? Ist es auch. Besonders spannend fand ich die Mischung aus Familiendrama und politischem Gedankenspiel – das bekommt man nicht alle Tage serviert. Manche Dialoge zwischen den Schwestern knistern vor unausgesprochener Wut, andere sind so trocken, dass man sich einen Schluck Wasser wünscht. Die Tante Dagmar ist mein heimlicher Lieblingscharakter, weil sie wie ein Katalysator für die schrägsten Momente wirkt. Der Tech-Milliardär schwebt über allem wie eine Mischung aus Visionär und Größenwahnsinniger, und genau das macht die Geschichte so zwiespältig. Allerdings hat mich der Mittelteil stellenweise ausgebremst – da verliert der Roman etwas an Tempo und man fragt sich, ob die App nun gleich die Welt rettet oder ob wir alle erst noch in einer Beta-Version festhängen. Die gesellschaftskritischen Ansätze sind klug, keine Frage, nur hätte ich mir stellenweise weniger Theorie und mehr Emotionen gewünscht. Trotzdem gibt es immer wieder überraschende Szenen, die alles auf den Kopf stellen. Weimar als Schauplatz passt wie die Faust aufs Auge, auch wenn ich mir manchmal mehr Lokalkolorit erhofft hätte. Der Schreibstil ist flott, mit einem leichten Hang zu satirischen Seitenhieben, was die Sache angenehm würzt. Am Ende bleibt ein Buch, das sich nicht so recht in eine Schublade stecken lässt – mal ernst, mal komisch, mal verstörend. Wer Lust auf ein literarisches Experiment mit gesellschaftspolitischem Unterton hat, wird hier sicher fündig. Für mich persönlich war es ein kurzweiliges Leseerlebnis mit kleinen Längen und einem Finale, das mehr Fragen als Antworten liefert. Genau das ist wohl auch Teil des Spiels. Drei Sterne – weil es interessant, eigenwillig und durchaus lesenswert ist, aber eben nicht ganz mein Volltreffer.

Das Buch war insgesamt nicht schlecht, allerdings habe ich mir leider etwas Anderes erhofft. Ich hab mit einer handfesten Gesellschaftskritik gehofft, eher so Richtung Satire, habe aber eher einen schwermütigen Roman rund um eine zerrüttetete Familie mit vielen traurigen Einzelschicksalen. Der Schreibstil war ganz ok, aber leider war es wenig spannend, sehr wenige konkrete gesellschaftliche Ideen, das habe ich ein wenig vermisst...
Interessantes Gedankenexperiment, das jedoch ein bis zwei Ebenen zu viel abdecken möchte.
In der Geburtstadt der Demokratie Weimar baut der hiesige Tech-Gigant Double Z eine neue Gesellschaftsform auf. Diese ähnelt unserer Demokratie, funktioniert aber nur auf aktiver Partizipation mit Vorschlägen und über eine App. Das Buch betrachtet nun die Geburststunde dieser App, den Einfluss darauf auf die Gesellschaft in Weimar und was das auf individueller Ebene bedeutet. Im abwechselnden Fokus folgt die Geschichte den Geschwistern Isabelle und Anika und deren Tante Dagmar. Ich fand die Idee an sich eigentlich sehr interessant. Leider verliert sich für mich mit voranschreitenden Seiten der Fokus. Es werden zwar viele wichtiger Dinge zum Thema angesprochen, kommen dann aber mit der Abhandlung der persönlichen Ebene der drei Frauen in die Quere. Die Beziehung zueinander, der Tod der Mutter, deren eigene Probleme mit Kind, Mann und Schule, der Umgang mit den äußeren Einflüssen in Weimar und ein Shitstorm waren mir zu viele Themen auf einmal. Mit dem Kapitelfokus auf eine der Frauen wird ein Perspektivwechsel auf die Situation gezeigt, durch die neutrale Erzählart überträgt sich die emotionale Tragweite aber leider nicht so gut. Mir gefiel aber sehr, dass das Buch zwar kritisch ist, aber durch Dagmar auch eine positive Einstellung zum Thema zeigt. Ich kann erzählerisch auch verstehen, dass hier nur die Anfangsphase der App beschrieben wird, fand es aber irgendwie auch schade, dass es nicht wirklich zu Ende erzählt wird.
Description
Eine entzweite Familie, ein gespaltenes Land, ein Tech-Milliardär und seine Vision von Gesellschaft
Isabelle und Annika haben verlernt, miteinander zu sprechen. Nun, am Sterbebett ihrer Mutter, müssen sie es tun. Auch ihre Tante Dagmar ist da. Drei Frauen, drei Einzelkämpferinnen. Und noch während sie sich an das Gefühl herantasten, als Familie zusammenzugehören, launcht ein internationaler Tech-Milliardär seine Idee einer revolutionär neuen Gemeinschaft. Er will der Gesellschaft ein Update verpassen. Per App. Und alle können sich dabei einbringen. Der Start für das Projekt soll ausgerechnet hier bei ihnen sein: in Weimar. Schon Tage später sind die drei Teil einer öffentlichen Debatte. Denn was da auf sie zukommt, klingt so vielversprechend wie rätselhaft. Ist das der Neustart für die Demokratie? Oder der Anfang vom Ende?
»›Gesellschaftsspiel‹ ist ein Experiment in Romanform gegossen und sehr lesenswert.« ZDF heute journal
»›Gesellschaftsspiel‹ ist nicht nur ein Roman über eine mögliche Zukunft, sondern ein kluger, genau beobachteter Roman über unsere Gegenwart.« NDR Kultur
Book Information
Author Description
Dora Zwickau studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Werbetexten in Mannheim und Hamburg. Seit 2011 lebt sie in London und arbeitet als Content Strategist für kleine Start-ups und globale Konzerne. »Gesellschaftsspiel« ist ihr erster Roman.
Posts
Dora Zwickau hat mit ihrem Debütroman "Gesellschaftsspiel" ein interessantes und hochaktuelles Gedankenexperiment gewagt.
Der amerikanische Tech-Milliardär Double Z beabsichtigt in Weimar eine neue Gesellschaftsform namens Syndicate zu etablieren, die auf direkte Demokratie und Mitbestimmung setzt. Über eine App können die Bewohner*innen Weimars über den Verfassungsvorschlag von Double Z abstimmen, Änderungen einreichen und sich zu Vorschlägen austauschen. Klingt für die Schwestern Annika und Isabelle zunächst sehr spannend. Auch ihre Tante Dagmar, Geisteswissenschaftlerin, sieht darin eine große Chance und einen beruflichen Neuanfang. Isabell ist eine sehr engagierte Politiklehrerin an einer Oberschule und bespricht mit ihrer 11. Klasse sehr genau die Chancen und Risiken von Syndicate. Mit ihnen erarbeitet sie einen Änderungsvordchlag für den Verfassungsentwurf, der große Beachtung findet. Kurze Zeit später zeigt dann das Internet seine hässliche Fratze und eine ihrer Schülerinnen sieht sich einer Mobbingkampagne in den Sozialen Netzwerken ausgesetzt. Isabelle gibt Syndicate und der damit verbundenen Popularität die Schuld. Zweifel kommen auf, ob es überhaupt die Möglichkeit gibt, eine bessere Gesellschaft zu gründen. Es ist schwer zu sagen, quasi ich von dem Buch halte. Grundsätzlich finde ich die Idee sehr spannend. Allerdings konnte ich den eingestreuten Chatverläufen in der App oder anderen Medien nichts abgewinnen. Sie waren zum Teil mit Begriffen aus der Tech-Branche durchsetzt, die mir nichts sagten. Auch Nebenstraße in der Erzählung, z.B. zur Jugendliebe von Annika machten für mich keinen Sinn. Andere gesellschaftliche Themen, wie steigende Mieten in Weimar, weil alle Welt an dem Gesellschaft sspiel teilhaben wollte oder der Pflegenotstabd wurden aus meiner Sicht nur oberflächlich aufgegriffen. Ich empfehle das Buch allen, die an politischer Debatte und alternativen Möglichkeiten zu aktuellen Entwicklungen interessiert sind. Zitat: Mit einem Mal wird sie melancholisch bei dem Gedanken daran, dass sie, egal in welcher Stadt, egal ob mit Oma oder ohne, Alexander niemals eine Kindheit wie ihre eigene bieten kann. Auf ihn wird die Welt immer etwas lauter,gehetzter, unmittelbarer einprasseln, und es gibt keinen Weg, ihn davor zu schützen
Hat mich leider enttäuscht. Ich hatte mich sehr auf die Geschichte gefreut. Aber leider war der dystopische Teil überhaupt nicht so wie ich erwartet habe. Es war mir alles zu wirr und nicht konkret genug- ich hätte gerne eine konkrete neue Gesellschaftsordnung gehabt nach der die Menschen in Weimar dann tatsächlich leben und die Vor- und Nachteile erleben. Die Schilderungen über die Dynamik zwischen den drei Frauen haben mir hingegen gut gefallen- das war sehr authentisch.
Sehr lesenswert!
Was für ein Buch! 👍👍👍👍 Dora Zwickau thematisiert in ihrem Roman-Debüt einen Tech-Milliardär, der in Weimar ein politisches bzw. soziales Experiment startet und eine neue Gesellschaftsform zu etablierten versucht. Flankiert wird diese demokratiekritische und partizipationsfreudige Idee von einer intergenerationalen Familiengeschichte über drei ostdeutsche Frauen. Eine kluge Geschichte, die die gegenwärtigen Trends, Sorgen und Spinnereien unserer westlichen Welt aufnimmt und clever verwebt. So clever, dass das Ganze phasenweise etwas konstruiert wirkt. Aber eine neue Gesellschaftsform muss wohl zuerst konstruiert sein, bevor sie - um den IT-Sprech der Geschichte aufzunehmen - ausgerollt werden kann. Für mich ist die Geschichte eine Bestätigung meiner Meinung, dass wir in der Schweiz Sorge tragen müssen zu unserem System. Und die Geschichte zu lesen lohnt sich nur schon wegen dieser kleinen, endlich mal klar formulierten Erkenntnis im Zusammenhang mit Smart City: «Eine wirklich smarte City ist doch keine, wo dein Kühlschrank mit deinem Auto redet, sondern eine, wo wir Menschen miteinander reden.«
Ein spannendes Gedanken Experiment zu einer neuen Gesellschaft. Mir gefiel einerseits, dass viele verschiedene Haltungen zu einer neuen Gesellschaft in Weimar aufgezeigt wurden. Andererseits war es heierdurch nicht möglich, tiefer in einzelne Haltungen/Meinungsbildner einzutauchen. Die Zukunft als Mittelweg zwischen Utopie und Dystopie werden wir qihl alle miterleben.
Das Buch ist sehr politisch und ich mochte die Gedankengänge und musste selbst viel darüber nachdenken, wie ich reagieren würde. Ich konnte nicht alles verstehen, weil ich leider politisch nicht ganz so bewandert bin. Dennoch hab ich es gern gelesen und hab mich mitreißen lassen, denn der Sprachstil ist flüssig und leicht zu lesen. Das Ende war leider offen, ich hätte gern noch mehr gelesen. Aber irgendwie scheint es auch genau richtig so. Ein gutes Buch und lesenswert in der heutigen Zeit.

"Sie müssen sich an einem dieser gesellschaftlichen Kipppunkte befinden, anders kann sie es nicht erklären. Ein Kipppunkt, an dem etwas Unverrückbares auf einmal doch verrückt wird. Es ging so leicht. Zu leicht.“ (S. 252) In Dora Zwickaus Roman "Gesellschaftsspiel" werden große politische Experimente aufgegriffen. Am Sterbebett ihrer Mutter in Weimar begegnen sich zwei entfremdete Schwestern und ihre Tante wieder. Gleichzeitig versucht der visionäre Tech-Milliardär Double Z, die Gesellschaft per App zu revolutionieren und die Demokratie in Weimar neu zu erfinden. Das Buch verknüpft ostdeutsche Familiendynamiken feinfühlig mit aktuellen Debatten über Digitalisierung, gesellschaftliche Spaltung und der Frage, ob Demokratie durch andere Herrschaftsforme abgeschafft werden soll. Das Thema an sich ist spannend und auch sehr aktuell, wenn man die immer lauter werdenden Stimmen von Tech-Bros aus dem Silikon Valley nach einem Überdenken unserer Demokratie verfolgt. Die drei Hauptcharaktere sind ganz interessant gewählt, die Whats-App-Chats oder Medienberichten zwischendurch aber etwas mühsam. Auch das Ende war mir etwas zu lasch. Ich finde, die Autorin hätte durchaus noch eindringlicher auf die Gefahr, die von autoritären Projekten ausgeht, eingehen können.

65. Buch im Jahr 2025 Ich lese so selten Gegenwartsliteratur, aber nachdem ich dieses wundervolle Buch gelesen habe frage ich mich warum eigentlich. Mir hat das Buch tolle Lesestunden bereitet und mir viel gegeben. Ab und zu hatte ich zwar Schwierigkeiten mich zu orientieren, aber ich habe auch immer wieder reingefunden. Die Sichtweisen der drei Frauen waren authentisch und realitätsnah und ich mochte diese Verbindung der drei durch ihren Verlust. Ich konnte mich immer wieder in den Gedanken der Frauen finden. Dee Schreibstil war sehr flüssig und angenehm. Ich muss zugeben, dass ich am Ende recht unkonzentriert war und viel verpasst habe, aber das lag an privaten Umständen. Die Kapitel über sie revolutionäre App waren extrem interessant und sowasvon gesellschaftskritisch und haben mich immer neugierig gemacht, wenn ich auch nicht immer alles verstanden habe. Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich kann es nur empfehlen.
Prinzipiell fand ich die Idee das ein Tech - Milliardär quasi einen neuen Staat, basierend einer App, gründet spannend. Meine Erwartung war, das wir 3 Frauen beobachten, die sich in dieser Welt zurechtfinden. Jedoch wurde der Familienkonflikt vorranig thematisiert und Syndicate war ( für mich ) eher ein Nebenschauplatz. Leider konnte ich nicht mit den Nebenprotas nicht wirklich mitfühlen, da hat mir die Empathie zu diesen einfach gefehlt. Es wurden jedoch viele interessante und aktuelle Themen angesprochen und kurz bearbeitet. Die Vorbereitung der Autorin konnte man absolut spüren. Es war ein gutes Buch, vielleicht hätte ich es besser gefunden wenn ich den Klapptext nicht so missverstanden hätte. So hatte ich einfach eine falsche Erwartungshaltung.
Der Debütroman von Dora Zwickau konnte mich von Anfang an fesseln. Das liegt zum einen sicher daran, dass der Schreibstil von Zwickau klar und leicht lesbar ist. Zum anderen aber auch am interessanten Aufbau des Romans. Er ist in Teilen aus den Perspektiven der beiden Schwestern und ihrer Tante geschrieben. Dazwischen sind immer wieder Podcast-Gespräche, Chats und eine Sammlung von Posts angeführt. Die Dynamik, die dadurch entsteht, entwickelt einen Sog, aus dem mich der Roman bis zur letzten Seite nicht mehr entlassen hat. Dabei ist der Titel nicht nur passend, weil die Stadt Weimar das Angebot bekommt, eine eigene neue Gesellschaft zu gründen, sondern auch, weil der ganze Roman wie ein Kammerspiel wirkt. Obwohl noch während der Geschichte die beiden Schwestern ihre Mutter und die Tante ihre Schwester verliert, fokussiert sich alles auf das Gesellschaftsangebot des Internetmoguls "Double Z". Ich finde das eine großartige Analyse unserer Zeit. Beim Lesen fragte ich mich, kann es wirklich sein, dass das virtuelle Leben unser reales Leben verdrängt? Überzeugt hat mich auch die hohe Aktualität der Geschichte. Dora Zwickau ist sowas von genau in der Zeit, ich hatte das Gefühl, sie hat das Buch letzte Woche geschrieben. Nahezu habe ich erwartet, dass die Diskussion um die Regenbogenfahne auf dem Bundestag noch auftaucht. Das offene Ende ist für mich genau richtig. Es spiegelt für mich nochmal, wie in unserer digitalen Welt die Ereignisse kurz hypen und wieder verschwinden. Ich hoffe, dieses Buch wird nicht zu schnell wieder verschwinden, sondern gesehen und gelesen.

Zwischen Familiendrama und Zukunftsvision – ein Roman wie ein Experiment
Gesellschaftsspiel von Dora Zwickau ist so eine Art literarisches Überraschungsei – man weiß nie, ob man gleich schmunzeln, den Kopf schütteln oder tief nachdenken soll. Die Grundidee hat mich sofort gepackt: eine zerrüttete Familie, die sich am Sterbebett der Mutter wieder zusammenraufen muss, und mittendrin eine futuristische App, die angeblich die Demokratie aufpolieren will. Klingt verrückt? Ist es auch. Besonders spannend fand ich die Mischung aus Familiendrama und politischem Gedankenspiel – das bekommt man nicht alle Tage serviert. Manche Dialoge zwischen den Schwestern knistern vor unausgesprochener Wut, andere sind so trocken, dass man sich einen Schluck Wasser wünscht. Die Tante Dagmar ist mein heimlicher Lieblingscharakter, weil sie wie ein Katalysator für die schrägsten Momente wirkt. Der Tech-Milliardär schwebt über allem wie eine Mischung aus Visionär und Größenwahnsinniger, und genau das macht die Geschichte so zwiespältig. Allerdings hat mich der Mittelteil stellenweise ausgebremst – da verliert der Roman etwas an Tempo und man fragt sich, ob die App nun gleich die Welt rettet oder ob wir alle erst noch in einer Beta-Version festhängen. Die gesellschaftskritischen Ansätze sind klug, keine Frage, nur hätte ich mir stellenweise weniger Theorie und mehr Emotionen gewünscht. Trotzdem gibt es immer wieder überraschende Szenen, die alles auf den Kopf stellen. Weimar als Schauplatz passt wie die Faust aufs Auge, auch wenn ich mir manchmal mehr Lokalkolorit erhofft hätte. Der Schreibstil ist flott, mit einem leichten Hang zu satirischen Seitenhieben, was die Sache angenehm würzt. Am Ende bleibt ein Buch, das sich nicht so recht in eine Schublade stecken lässt – mal ernst, mal komisch, mal verstörend. Wer Lust auf ein literarisches Experiment mit gesellschaftspolitischem Unterton hat, wird hier sicher fündig. Für mich persönlich war es ein kurzweiliges Leseerlebnis mit kleinen Längen und einem Finale, das mehr Fragen als Antworten liefert. Genau das ist wohl auch Teil des Spiels. Drei Sterne – weil es interessant, eigenwillig und durchaus lesenswert ist, aber eben nicht ganz mein Volltreffer.

Das Buch war insgesamt nicht schlecht, allerdings habe ich mir leider etwas Anderes erhofft. Ich hab mit einer handfesten Gesellschaftskritik gehofft, eher so Richtung Satire, habe aber eher einen schwermütigen Roman rund um eine zerrüttetete Familie mit vielen traurigen Einzelschicksalen. Der Schreibstil war ganz ok, aber leider war es wenig spannend, sehr wenige konkrete gesellschaftliche Ideen, das habe ich ein wenig vermisst...
Interessantes Gedankenexperiment, das jedoch ein bis zwei Ebenen zu viel abdecken möchte.
In der Geburtstadt der Demokratie Weimar baut der hiesige Tech-Gigant Double Z eine neue Gesellschaftsform auf. Diese ähnelt unserer Demokratie, funktioniert aber nur auf aktiver Partizipation mit Vorschlägen und über eine App. Das Buch betrachtet nun die Geburststunde dieser App, den Einfluss darauf auf die Gesellschaft in Weimar und was das auf individueller Ebene bedeutet. Im abwechselnden Fokus folgt die Geschichte den Geschwistern Isabelle und Anika und deren Tante Dagmar. Ich fand die Idee an sich eigentlich sehr interessant. Leider verliert sich für mich mit voranschreitenden Seiten der Fokus. Es werden zwar viele wichtiger Dinge zum Thema angesprochen, kommen dann aber mit der Abhandlung der persönlichen Ebene der drei Frauen in die Quere. Die Beziehung zueinander, der Tod der Mutter, deren eigene Probleme mit Kind, Mann und Schule, der Umgang mit den äußeren Einflüssen in Weimar und ein Shitstorm waren mir zu viele Themen auf einmal. Mit dem Kapitelfokus auf eine der Frauen wird ein Perspektivwechsel auf die Situation gezeigt, durch die neutrale Erzählart überträgt sich die emotionale Tragweite aber leider nicht so gut. Mir gefiel aber sehr, dass das Buch zwar kritisch ist, aber durch Dagmar auch eine positive Einstellung zum Thema zeigt. Ich kann erzählerisch auch verstehen, dass hier nur die Anfangsphase der App beschrieben wird, fand es aber irgendwie auch schade, dass es nicht wirklich zu Ende erzählt wird.

























