Ultramarin

Ultramarin

Hardback
3.891

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Description

Verführerisch, verstörend und absolut gegenwärtig: Voll schimmernder Ambivalenz schreibt Ann-Christin Kumm in ihrem Debüt von Herkunft, Queerness, Macht und Intimität. Die Sommer gehören Lou und seinem charismatischen Freund Raf, dessen Anziehungskraft sich niemand entziehen kann, am allerwenigsten Lou. Doch diesmal ist es anders: Auch die blonde Nora steigt mit ins Auto an die dänische Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen, streichen umeinander herum. Was von außen wie ein unbeschwerter Urlaub scheint, eröffnet in dieser neuen Konstellation langsam dunkle Abgründe. Lou ist sich auf einmal nicht mehr sicher: Will Raf noch seine Nähe oder verachtet er ihn für seine Ergebenheit? Und warum verschwindet Nora eines Nachmittags ohne ein Wort? Ann-Christin Kumms Debüt ist ein psychologisch meisterhaft konstruiertes und erotisch flirrendes Spiel mit Macht, Manipulation und Begehren.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
224
Price
23.70 €

Author Description

Ann-Christin Kumm arbeitet als Gärtnerin und Texterin und lebt in Berlin. "Ultramarin" ist ihr erster Roman.

Posts

23
All
5

Auch sprachlich eine beeindruckende Umsetzung von queerer emotionaler Abhängigkeit mit fiesen Machtspielen um Lust/Begehren - soghaft mit schockierendem Verlauf!

5

Gefährliche Strukturen

In diesem Gegenwartsroman geht es um ein intensives Beziehungsdreieck, in dessen Zentrum Lou, Raf & Nora stehen, wobei sich die Geschichte sehr intensiv um Lou & Raf dreht. Die Dynamik zwischen den beiden jungen Männern ist von Beginn an aufgeladen, wobei die in ihrem gemeinsamen Urlaub in Dänemark durch Nora zusätzlich gehörig ins Wanken gerät. Die Drei leben in einem abgelegenen Ferienhaus in den Dünen scheinbar unbeschwert: Sie baden im Meer, treiben sich herum und genießen den Sommer. Doch unter der Oberfläche entwickeln sich Spannungen. Die Beziehungen zwischen Lou, Raf und Nora werden zunehmend von Unsicherheit, Eifersucht und unausgesprochenen Machtverhältnissen geprägt. Besonders Lou gerät in einen inneren Konflikt: Da er Nora oft vorzuziehen scheint, beginnt er zu zweifeln, ob Raf ihn noch schätzt oder ausnutzt. Er fühlt sich zunehmend verunsichert. Als Nora plötzlich spurlos verschwindet, verstärkt das die ohnehin latent bedrohliche Atmosphäre zusätzlich. Welche dunklen Seiten dieser Dreiecksbeziehung werden ungeahnt wohl dadurch offengelegt? ✨ Großartig! Ich mag es ja tiefgreifend & ein bisschen morally grey.🤤😍 Zuerst: Der Schreibstil. Ganz besonders & vor allem besonders fließend. Hat mir sehr gut gefallen. Auch durch den Wortlaut & Lous Wesen bin ich nur so durch die Seiten geflogen! Trotzdem gab es genügend Raum für psychologische Tiefe. Die Autorin hat Stimmungen sprechen lassen, anstatt Handlungen in den Vordergrund zu stellen! Hitze, Meer, Körperlichkeit & Spannung durchziehen die Zeilen. Die äußere Handlung ist dabei vergleichsweise minimalistisch & entwickelt sich so schleichend wie Manipulation es tut. Die eigentliche Bewegung findet im Inneren der Figuren statt. Diese sind weniger sympathisch, sondern wirken teils schwer zugänglich, allerdings auch psychologisch äußerst interessant, gerade weil sie sich in destruktiven Mustern bewegen. Ich kann dieses literarisch anspruchsvolle, äußerst gut gelungene Werk nur allen empfehlen, die Tiefgründigkeit lieben & vor thematisiertem Narzissmus nicht zurückschrecken!🖤

Gefährliche Strukturen
4.5

Ein kraftvolles Debüt, das von der ersten Seite an überzeugt. Düster, manipulativ und stellenweise richtig fies – genau das macht den besonderen Reiz dieses Romans aus. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und hebt sich deutlich vom Gewohnten ab. Sicherlich nicht für jeden zugänglich, aber gerade darin liegt seine Stärke: präzise, eindringlich und hervorragend umgesetzt. Die Geschichte entwickelt sich rasant und entfaltet einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Die Spannung steigert sich kontinuierlich und sorgt für echte Nägelkauen-Momente. Ein intensiver, packender Roman, der noch lange nachwirkt und mich fassungslos zurückgelassen hat.

5

Hat mich ziemlich fertig gemacht!

Was Lou über Jahre von Raf erträgt und an Gefühlschaos durchmachen muss ist sehr heftig zu lesen. Bei einer solch toxischen Beziehung frage ich mich immer wieder, wie kann es nur so weit kommen? Warum ist Rafs Schwester nicht eingeschritten? Sie sieht mit an, wie die Menschen um ihren Bruder leiden. Lou ist völlig abhängig von diesem Menschen, so sehr dass man beim Lesen immer wieder den Kopf schüttelt und sich fragt, wie schlimm es noch werden mag... Ein grandioses Debut von Frau Kumm! Habe es inhaliert.

Hat mich ziemlich fertig gemacht!
4

Emotionaler Totalschaden

„Ultramarin“ ist so ein Buch, bei dem man sich nach den ersten Seiten fragt, ob man weiterlesen sollte – und es dann genau deshalb nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich habe selten etwas gelesen, das gleichzeitig so nüchtern geschrieben und so emotional zerstörerisch ist. Im Zentrum stehen Lou und Raf, angeblich beste Freunde, tatsächlich aber ein Paradebeispiel dafür, wie eine Beziehung komplett aus dem Gleichgewicht geraten kann. Raf ist die Sorte Mensch, die man schon nach wenigen Seiten instinktiv hasst: manipulativ, aggressiv, kontrollierend – jemand, der genau weiß, wie weit er gehen kann. Und Lou? Lou ist schwerer auszuhalten. Nicht, weil er „schlimmer“ wäre, sondern weil er sich alles gefallen lässt, alles entschuldigt, alles in irgendeine verdrehte Version von Liebe umdeutet. Seine Selbstaufgabe hat mich wirklich in den Wahnsinn getrieben! Man möchte ihn schütteln, anschreien, retten – und gleichzeitig merkt man, wie real genau das ist. Die Dynamik zwischen den beiden ist keine, die sich langsam entwickelt oder subtil andeutet. Sie ist von Anfang an unangenehm, eng, fast erstickend. Und dann kommt der Urlaub mit Nora – was erstmal nach klassischem Drama klingt, sich hier aber eher wie ein schleichender Absturz anfühlt. Man weiß die ganze Zeit: Das geht nicht gut aus. Die Frage ist nur, wie schlimm es wird. Was das Ganze so wirkungsvoll macht, ist der Stil. Kurze, knappe Sätze, fast schon abgehackt. Kein unnötiges Ausschmücken, kein emotionales Overacting. Und genau deshalb trifft es so hart. Die Sprache wirkt kühl, fast distanziert – und transportiert dabei trotzdem eine enorme Wucht. Kein Buch das man pauschal empfehlen kann, aber ein verdammt wirkungsvolles.

Emotionaler Totalschaden
4

Ruhig und idyllisch... und gleichzeitig durchzogen von einer unterschwelligen Spannung, die man beim Lesen ständig spürt

Im Mittelpunkt steht Lou, der sich immer mehr in die Beziehung zu seinem besten Freund Raf verliert. Dieser wirkt anziehend, präsent und kontrollierend zugleich, während Lou sich zunehmend anpasst, beobachtet und immer tiefer in diese Abhängigkeit rutscht. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen und lebt weniger von äußeren Ereignissen als von inneren Prozessen und Gedanken Lous (in der Ich-Perspektive). Vieles passiert zwischen den Zeilen, in Blicken, Andeutungen und unausgesprochenen Erwartungen. Das hat für mich eine starke, teilweise auch beklemmende Atmosphäre erzeugt, weil Manipulation hier nicht offensichtlich, sondern ganz leise und schleichend wirkt. Mit Nora, die den Sommer mit ihnen verbringt, verschieben sich die Dynamiken zusätzlich, und Lous Unsicherheiten werden noch greifbarer. Schreibstil: für mich sehr fließend, reduziert und gleichzeitig m atmosphärisch. Man gleitet durch die Seiten. Gleichzeitig hat mich die ungewöhnliche Erzählweise (z. B. fehlende Anführungszeichen bei Dialogen) manchmal etwas aus dem Lesefluss gebracht. Figuren: extrem spannend (nicht unbedingt sympathisch tho), teilweise auch frustrierend. Gerade Lou hat mich stellenweise wahnsinnig und traurig gemacht, weil seine Abhängigkeit so deutlich spürbar ist. Fazit: Ich war von Anfang an mittendrin, habe das Buch gerne gelesen. Gegen Ende entwickelt das Buch eine stärkere Sogwirkung und man will wissen, wie es ausgeht.

Ruhig und idyllisch... und gleichzeitig durchzogen von einer unterschwelligen Spannung, die man beim Lesen ständig spürt
3.5

Nette Kurzgeschichte. Aber ich weiß nicht was sie mir geben soll, außer dass es jeder mit jedem treibt und der Hauptprotagonist in einen toxischen Mann verliebt ist. Mir hat der Stil aber sehr gut gefallen, auch das ende und der plot

3

Der Verzicht auf Satzzeichen nervte schon, bevor es richtig los ging. Warum?

"Warum konnte ich nicht von oben aufs Wasser blicken, ohne innerlich auszurasten. Warum war ich so sensibel. Und warum trat Raf auf mir herum, wenn ich schon unten war. Wartete er darauf, dass ich mich wehrte. War es das. Wollte er mich besser machen, als ich war." [S.145] Lou hat ein (toxisches) Verhältnis zu Raf, welches ihm in keinster Weise gut tut. Raf manipuliert, dominiert und drangsaliert. Er bestimmt die Spielregeln und zwar von Moment zu Moment neu und erscheint dabei unberechenbar und berechnend, bis es (am Ende) eskaliert. Als Leser erfährt man durch eingeschobene Rückblicke in die Vergangenheit, in welche Abhängigkeitsposition sich Lou von Raf hat drängen lassen; wie hörig er ihm ist. Mich hat das leider letztendlich mäßiger begeistert, als erwartet.

4.5

Super beklemmende queere Lovestory? Hier geht es um so viel mehr!

Im Zentrum steht Lou, der sich zunehmend in Raf verliert. Zwischen den beiden entsteht eine Dynamik, die von Anfang an von Machtverhältnissen geprägt ist. Raf ist anziehend, präsent, dominant – und gleichzeitig manipulativ. Er bestimmt die Regeln: wann Nähe erlaubt ist, wann Distanz gefordert wird. Was diese Beziehung zusätzlich so bedrückend macht: Sie existiert nicht ganz offen, nicht offiziell – alles passiert im Verborgenen. In Blicken, in Andeutungen, in Momenten, die nie klar benannt werden. Gerade dadurch entsteht eine Intensität, die sich nicht entziehen lässt. Und Lou? Beobachtet. Passt sich an. Spürt jede kleinste Veränderung. Diese permanente Wachsamkeit, nichts falsch zu machen, hat mich beim Lesen unglaublich beklemmt. Man merkt, wie sehr Lou sich auf Raf ausrichtet – wie zerbrechlich er ist und wie sehr er sich in dieser Dynamik verliert. Eine weitere wichtige Rolle spielt Nora. Durch sie verschieben sich die Kräfteverhältnisse noch einmal spürbar – und gleichzeitig wird Lou noch greifbarer in seinem Empfinden. Eifersucht, Unsicherheit, das Gefühl, nicht zu genügen – all das tritt leise, aber eindringlich hervor. Die Geschichte spielt größtenteils in einem Haus an der dänischen Küste – und genau diese Atmosphäre hat mich sofort eingefangen. Man spürt die Ruhe, riecht förmlich die Meeresluft. Und gleichzeitig liegt über allem eine unterschwellige Anspannung, die nie ganz verschwindet. Ich habe beim Lesen tatsächlich bis zum Schluss gedacht, dass Lou ein Mädchen ist – ging es nur mir so? Erst im Austausch mit wurde mir bewusst, dass ich Lou anders gelesen habe. Was war das bitte für ein „Waaas, echt jetzt?“ - Moment. Und genau das hat meinen Blick auf die Geschichte nochmal verändert. Denn plötzlich verschieben sich Dynamiken, Rollenbilder und auch die eigene Interpretation der Beziehung. Ein intensiver Roman über Manipulation, Machtverhältnisse und die leisen Formen von Abhängigkeit. | unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar |

Super beklemmende queere Lovestory? Hier geht es um so viel mehr!
3.5

Super spannender Einstieg, es beginnt fast wie mit einem Cliffhanger, sodass ich sofort wissen wollte, was passiert ist und wie die Geschichte weitergeht. Durch die wechselnden Zeitebenen entsteht zusätzlich Spannung, wodurch ich das Buch auch sehr schnell durchgelesen habe. Im Mittelpunkt steht Lou, der in seinen besten Freund Raf verliebt und in gewisser Art auch abhängig von ihm ist. Und genau diese Dynamik war gleichzeitig das Spannendste und Anstrengendste am Buch. Raf ist extrem egoistisch, manipulativ und toxisch, und ich hätte Lou beim Lesen am liebsten ständig wachgerüttelt. Gerade dieses Gaslighting und die emotionale Abhängigkeit waren teilweise wirklich frustrierend mitzuerleben. Gegen Ende hat mich das Verhalten der Figuren deshalb teilweise eher genervt als berührt, das letzte Drittel habe ich mich echt ein wenig durchkämpfen müssen. Trotzdem muss ich sagen, dass das Buch genau die Emotionen ausgelöst hat, die es vermutlich auslösen wollte. Der Plottwist war stark gemacht, auch wenn ich ungefähr geahnt habe, in welche Richtung es gehen könnte. Insgesamt fand ich das Buch also durchaus gelungen: anstrengend, emotional, teilweise frustrierend, aber definitiv auch unterhaltsam!

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5

Lieben wir nicht alle süße Geschichten, die in einem Ferienhaus am Strand spielen? Dies ist keine dieser Geschichten. Strandhaus: Ja. Aber dann tauchen wir ab in die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen. Lou ist besessen von Raf… Raf – für ihn wurde die Bezeichnung „toxische Persönlichkeit“ erfunden. Er schafft es immer wieder, Lou an sich und seinen Gefühlen zweifeln zu lassen, obwohl offensichtlich nicht Lou das Problem ist. „Wahrscheinlich meinte er gar nicht, was er sagte, er wollte mich nur verletzen. Darin war er von Anfang an gut gewesen. Oder: Ich war gut darin, verletzt zu sein.“ S. 144 Dann wäre da noch Nora. Die sich einfach in den jährlichen Urlaub reinzeckt. Die Zeit des Jahres, die eigentlich für Lou, Raf und dessen Schwester Sophie reserviert ist. Die einzige Zeit des Jahres, in der Raf Lou ein wenig näher an sich heranlässt – manchmal. Vor Jahren gab es schon einmal eine Person, die mit in diesen Urlaub durfte. Ging nicht so gut aus. Wie läuft es dieses Mal? Dieses Buch ist spannend ab Seite 1 und hat mich auf mehreren Ebenen angefasst. Durch die zwischenzeitlichen Rückblicke und Mini-Cliffhanger wurde die Geschichte nie fad und ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Auf jeden Fall ein 5-Star-Read!

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4.5

Ich mag diese nachhallenden Bücher & WOW, was passiert hier! Sehr spannend, sehr faszinierend, sehr abgründig!

4

Toxische Beziehung at its finest

Super spannender Roman über die schwierige Beziehung zwischen zwei jungen Männern. Hat mich vom Vibe her an "Dunkelgrün fast schwarz" erinnert. Der Sprachstil und das Erzähltempo sind sehr angenehm. Mich hat der Ich-Erzähler in weiten Teilen mit seiner passiven, verkennenden Art her sehr genervt, was aber eventuell auch so gewollt war.

4

Fiebertraum an der dänischen Küste

"Ultramarin" ist eines dieser Bücher, bei denen man ab Seite 1 weiß, dass etwas Schlimmes passieren wird. Die Spannung ist förmlich greifbar. Denn auch wenn anfangs alles nach einem netten Urlaub am Meer aussieht, kippt die Stimmung (die auf 2 Zeitebenen erzählt wird) schnell. Aus der Sicht von Lou erfahren wir nach und nach mehr über sein Kennenlernen mit Raf und dessen Schwester Sophie. Ein Dreiergespann, das regelmäßig gemeinsam Urlaub macht. Auch dieses Jahr soll es wieder so sein, doch statt Sophie steigt Nora mit ins Auto und das verändert die gesamte Dynamik. Zumal schnell deutlich wird, dass es zwischen Lou und Raf ein deutliches Machtgefälle gibt und Lou generell nahezu besessen von Raf zu sein scheint. Doch wie zuverlässig ist er wirklich als Erzähler? Ein Buch, das sich anfühlt, als hätte man zu lange am Meer in der Sonne gelegen. Als hätte man ein bisschen zu viel Wein getrunken. Der Schreibstil ist hypnotisierend, wenn auch aufmerksamkeitsfordernd (es gibt keine direkte Rede, alles fließt ineinander). Stellenweise hat mich die Geschichte irgendwie an "Der talentierte Mr. Ripley" erinnert.

Fiebertraum an der dänischen Küste
5

Manipulativ und toxisch

“Ein einsames Ferienhaus an der dänischen Küste, drei junge Menschen und ein Sommer, der alles verändert” Dieses Buch fängt sofort damit an, dass eine tote Person gefunden wird und man weiß lange nicht, wer der oder die Tote ist und was passiert ist. Dazwischen erlebt man die Geschichte von Lou und Raf, die sich in der Schulzeit kennenlernen. Raf ist charismatisch, der typische Yuppiesohn, denkt, er kann und bekommt alles, manipuliert und ist sowieso der geilste Macker der Stadt. Lou hingegen zerdenkt alles, ist unsicher, aber rennt Raf wie ein Hündchen hinterher. Ist es nur Freundschaft zwischen den beiden? Bewundert Lou Raf? Oder liebt er ihn? Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Zum einen erfährt man die jüngere Version der beiden, zum anderen den aktuellen Sommerurlaub in Dänemark, bei dem alles aus den Fugen gerät und alles, was passiert ist, natürlich auch ans Licht kommt. Die Schreibweise ist ungewöhnlich, es wird alles aus Sicht von Lou erzählt, auch die Unterhaltungen. Ich fand es super, da es wirklich etwas anderes ist. Dadurch, dass man nur häppchenweise erfährt, was passiert ist, kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Mich haben Raf und Lou irgendwann wahnsinnig gemacht. Raf mit seiner widerlichen Art und Lou, den ich wirklich nur schütteln wollte. Wie kann man nur so abhängig und klettig, ja schon fast hörig sein? Alles in allem ein tolles Debüt, ein bisschen coming of age, ein bisschen queer, ein bisschen Begehren und sehr viel Manipulation.

3

»Ich habe mir immer mehr gewünscht, mehr und noch mehr. Er wusste das. Hat es von Anfang an gewusst, auch wenn wir nicht darüber sprachen, bis ich es ihm ins Gesicht schrie.« (127) »ULTRAMARIN« ist der Debütroman der Autorin & Texterin Ann-Christin Kumm. Seit ihrer Teeniezeit fährt Lou jedes Jahr mit den beiden Geschwistern Raf & Sophie in einen von den beiden geplanten Sommerurlaub. Nur dieses Jahr fährt anstelle von Sophie ihre Freundin Nora mit in das abgelegene Ferienhaus im dänischen Jylland. Von Beginn an ist klar, dass hier etwas nicht stimmig ist — und es ist nicht nur auf Sophie’s Abwesenheit zurückzuführen. Von Anfang an ist die Beziehung zwischen Lou und dem Geschwisterpaar von den Klassenunterschieden, der unterschiedlichen Herkunft und Sozialisierung geprägt. In Einschüben und Rückblenden erfahren wir als Lesende mehr über Lou’s Vergangenheit und damit auch die Beziehung zu seinem offiziell besten Freund Raf und dessen Schwester. Zwischen Teeniezeit in Hamburg und Urlaubsidylle im dänischer Ferienhaus wird diese fatale Amour fou 💔 immer krasser und mit ihr die menschlichen Abgründe, die sich auftun. 🚩 »Ich blinzelte. Wahrscheinlich meinte er gar nicht, was er sagte, er wollte mich nur verletzen. Darin war er von Anfang an gut gewesen. Oder: Ich war gut darin, verletzt zu sein.« (144) »ULTRAMARIN« ist ein perfides Spiel um Macht, Intimitäten, Manipulation, Gefühlen & Menschen … Ein Roman, der zum Pageturner wird, dessen ruhige Erzählweise in einem krassen Kontrast zu seinem Inhalt steht und der leise aber beharrlich flüstert: Hier stimmt etwas nicht … Lou hat mich mit seinem devoten Verhalten richtiggehend wütend gemacht. 🥵 Ich habe so sehr gehofft, dass er es schafft, für sich einzustehen, anstatt sich J E D E S Mal selbst aufzuopfern, um es einer einzigen Person recht zu machen: Raf. Ist es Hilflosigkeit / Liebe / Abhängigkeit / fehlender Selbstschutz oder Selbstwertgefühl? »Siehst du nicht, dass du nervst. Das Problem war, dass ich es sehr wohl sah. Ich ging mir selbst auf die Nerven, ohne dass ich etwas daran hätte ändern können. Ich wusste einfach nicht, wie das ging.« (145) Ein Roman, der mich emotional sehr gepackt hat und mich dadurch durch die Seiten hat fliegen lassen. Ein Roman über CoA, Queerness, Liebe und Hass, und eine dramatische Amour fou 💔 Der Roman hallt nach, und auch wenn mir das Ende zu abrupt war, würde ich ihn definitiv empfehlen. (Dennoch würde ich eine Triggerwarnung durchaus sinnvoll finden …)

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2

Zwischen Begehren und Abgrund

Es beginnt wie ein flirrend leichter Sommer! Lou, Raf und plötzlich auch Nora treiben gemeinsam durch warme Tage an der dänischen Küste. Doch hinter salziger Luft und scheinbarer Freiheit brodelt etwas Unausgesprochenes, das sich langsam und unaufhaltsam entfaltet. Ich bin ehrlich: Mich hat dieses Buch eher verstört als verführt. Die Dynamik zwischen den Figuren fühlte sich für mich wie ein Fiebertraum an, ein Spiel aus Nähe und Distanz, das mich eher genervt als gefesselt hat. Lou wirkte auf mich oft erschreckend naiv! Keine der Figuren hat mich wirklich erreicht, ich blieb eher eine stille Beobachterin am Rand. Der Schreibstil ist in Ordnung. Die fehlende wörtliche Rede hat mich auf Abstand gehalten, ich konnte kaum richtig eintauchen. Am Ende blieb für mich kein nachhaltiges Gefühl, es überraschte mich übrigens auch überhaupt nicht das die Story so zu Ende ging!

Zwischen Begehren und Abgrund
5

Ein packender Debutroman, der sich mit den Auswirkungen einer toxischen Beziehung beschäftigt. Fein gezeichnete Protagonisten.

3

Toxisch und spannend

Es soll ein schöner Urlaub an der dänischen Küste werden. Doch mit dem was dann passiert, hat niemand gerechnet… Die Geschichte ist sehr besonders und hebt sich von anderen ab. Die Idee gefällt mir sehr gut. Ich persönlich habe einige Zeit gebraucht, um mich in die Geschichte einzulesen. Die Sprünge zwischen früher und heute waren teilweise etwas nervig, da zwei Geschichten parallel erzählt wurden. Erst am Ende wurde es wirklich spannend. Vorher komme vor allem die toxische Beziehung zwischen Lou und Raf erfahren werden. Diese wurde meiner Meinung nach sehr gut dargestellt. Sprachlich war der Roman leicht verständlich. Die fehlenden Anführungszeichen haben mich jedoch gestört. Das Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet. Es spiegelt die Atmosphäre und gewissermaßen auch den Inhalt des Buchs wider. Alles in allem ist es eine interessante Lektüre und ein gelungener Debütroman, jedoch für mich leider kein Favorit.

3

Ein kraftvolle Sprache und eine bedrückende Atmosphäre. Aber es wiederholt sich immer wieder und dadurch verliert das Buch an Stärke.

2

Ultimatum war überhaupt nicht meins - Schreibstil angenehm

Die toxische Beziehung, die Gewalt und der unsympathische Raf haben mich zunehmend frustriert – und trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen. Ich habe das Buch innerhalb von 24 Stunden beendet, obwohl das Ende fast noch schlimmer war, als ich erwartet hatte. Der Schreibstil hingegen hat mir gut gefallen: angenehm, flüssig und sehr mitreißend. Gerade das hat wahrscheinlich dazu geführt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie alles ausgeht. Trotzdem würde ich das Buch nicht noch einmal lesen.

2

Düstere Stimmung

Das Buch hatte von Anfang an eine düstere Stimmung und das lag nicht nur an der Einleitung, die einem ja schon verraten hat, dass es für jemanden in der Geschichte tödlich enden wird. Es lag auch an der Sprache. Die Autorin hat mit ihrem speziellen Schreibstil eine irgendwie unangenehme Atmosphäre geschaffen, was aber zu der Geschichte natürlich gepasst hat! Die Charaktere waren für mich sehr unnahbar und speziell die Tatsache, dass sie keine Apostrophe verwendet hat, fand ich sehr gewöhnungsbedürftig. Auf jeden Fall interessant, was das ausmacht. Was sie sehr gut rüber gebracht hat, war diese toxische Beziehung zwischen Lou und Raf. Man hat erkannt wie ungesund deren Verhalten zueinander von Anfang an war. Lou fiel in eine totale Abhängigkeit von Raf, welcher das ausgenutzt hat und Lou im Endeffekt behandelt hat wie eine Marionette. Ein Buch, das ehrlich gesagt nicht schön zu lesen ist, aber sehr gelungen was die Darstellung der Thematik „toxische Abhängigkeit“ angeht. Das Ende hatte dann doch noch ein paar Überraschungen parat und da konnte ich auch nicht mehr aufhören zu lesen. Diese Spannung hätte ich mir aber das ganze Buch über mehr gewünscht. Ich würde das Buch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ehrlich gesagt nicht weiterempfehlen weil es mir persönlich nicht viel gegeben hat.

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