Toru Okada is an apparently happy man - his domestic routine seems familiar and comfortable. Admittedly, he has recently quit his job, the cat has disappeared, and a strange woman has begun to bother him with explicit phone calls. Then one day his wife does not come home from work.
Ich kann gar nicht wirklich sagen, was ich hier 1000 Seiten lang gelesen habe, ich kann nicht mal sagen, ob es mir richtig Spaß gemacht hat. Aber es ist einfach gut! Murakami ist ein so großartiger Erzähler, dass man nur so durch die Seiten fliegt und gefesselt ist. Aber man muss japanische Literatur schon mögen, sonst wirds vermutlich zäh.
Feb 27, 2025
4.0
Ich kann gar nicht wirklich sagen, was ich hier 1000 Seiten lang gelesen habe, ich kann nicht mal sagen, ob es mir richtig Spaß gemacht hat. Aber es ist einfach gut! Murakami ist ein so großartiger Erzähler, dass man nur so durch die Seiten fliegt und gefesselt ist. Aber man muss japanische Literatur schon mögen, sonst wirds vermutlich zäh.
Zuerst kündigt der 30-jährige Toru Okada seinen Job. Dann hört er im Garten den Laut des „Aufziehvogels“. Und wenig später ist seine Frau verschwunden. Von da an widerfahren ihm die kuriosesten Dinge. Er bekommt mysteriöse Anrufe, Besuche, Jobs, Träume und letztlich Ideen. Toru harrt der Dinge, Toru hört zu, Toru bleibt ganz bei sich und wartet… Worauf?
Wie üblich nimmt Murakami einen an die Hand. Fast schon meditativ, aber gebannt, folgt man Toru Okada durch sein erstmal schnöden Alltag. Nach und nach gibt Murakami unerhörte Zutaten dazu, die einen aber in der lesenden Meditation nicht aus der Fassung geraten lassen. Die Welt Torus verwebt sich, wie man das von Murakami kennt, mit Traum, Fantasie und Nachleben von Vergangenheit. Hier überschreitet Murakami immer wieder Grenzen der Brutalität, der Wissenschaft und der Explizitheit. Doch wer Murakamis Meditation folgen kann, nimmt dies alles hin, hin und wieder deutend, hin und wieder kopfschüttelnd, doch immer auch bewundernd…
„Mister Aufziehvogel“ ist ein Ritt, für den man gewappnet sein muss. Man muss Zeit und Muße mitbringen. Man muss die Bereitschaft mitbringen, einem Text zu keinem Zeitpunkt gewachsen zu sein, und genau das trotzdem auch zu genießen.
Murakami ist zweifelsohne ein einzigartiger Meister seines Fachs. Und dennoch ist der Aufziehvogel nicht mein liebster Murakami, weil er mir teilweise echt zu durch ist. Wie sagte mein Kumpel so schön: ,,Der MUSS doch auf Pilzen oder so sein.“
Der Text war riesig und trotzdem dabei so fragmentarisch. Als würde man 3 1000er Puzzle gleichzeitig legen und keines wird fertig. Am Ende merkt man, dass einige Teil wohl noch zu einem 4. oder 5. Puzzle gehören müssten.
Ich werds irgendwann nochmal lesen/legen müssen.
Masterpiece! 🧩
Jan 13, 2026
4.0
Zuerst kündigt der 30-jährige Toru Okada seinen Job. Dann hört er im Garten den Laut des „Aufziehvogels“. Und wenig später ist seine Frau verschwunden. Von da an widerfahren ihm die kuriosesten Dinge. Er bekommt mysteriöse Anrufe, Besuche, Jobs, Träume und letztlich Ideen. Toru harrt der Dinge, Toru hört zu, Toru bleibt ganz bei sich und wartet… Worauf?
Wie üblich nimmt Murakami einen an die Hand. Fast schon meditativ, aber gebannt, folgt man Toru Okada durch sein erstmal schnöden Alltag. Nach und nach gibt Murakami unerhörte Zutaten dazu, die einen aber in der lesenden Meditation nicht aus der Fassung geraten lassen. Die Welt Torus verwebt sich, wie man das von Murakami kennt, mit Traum, Fantasie und Nachleben von Vergangenheit. Hier überschreitet Murakami immer wieder Grenzen der Brutalität, der Wissenschaft und der Explizitheit. Doch wer Murakamis Meditation folgen kann, nimmt dies alles hin, hin und wieder deutend, hin und wieder kopfschüttelnd, doch immer auch bewundernd…
„Mister Aufziehvogel“ ist ein Ritt, für den man gewappnet sein muss. Man muss Zeit und Muße mitbringen. Man muss die Bereitschaft mitbringen, einem Text zu keinem Zeitpunkt gewachsen zu sein, und genau das trotzdem auch zu genießen.
Murakami ist zweifelsohne ein einzigartiger Meister seines Fachs. Und dennoch ist der Aufziehvogel nicht mein liebster Murakami, weil er mir teilweise echt zu durch ist. Wie sagte mein Kumpel so schön: ,,Der MUSS doch auf Pilzen oder so sein.“
Der Text war riesig und trotzdem dabei so fragmentarisch. Als würde man 3 1000er Puzzle gleichzeitig legen und keines wird fertig. Am Ende merkt man, dass einige Teil wohl noch zu einem 4. oder 5. Puzzle gehören müssten.
Ich werds irgendwann nochmal lesen/legen müssen.
Masterpiece! 🧩
Haruki Murakamis „Mister Aufziehvogel“ ist ein literarisches Meisterwerk, das sich mit einer unglaublichen Wucht entfaltet. Das Buch ist ein Pageturner, den ich in weniger als einer Woche verschlungen habe, und es hat sich zu meinem liebsten Murakami, vielleicht sogar zu meinem absoluten Lieblingsbuch entwickelt. Die Geschichte ist eine faszinierende Mischung aus verschiedenen Erzählebenen: eine Liebesgeschichte, ein mystisches Abenteuer mit Parallelwelten und eine intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit – insbesondere dem Krieg zwischen China und Japan in der Mongolei. Das Buch bekommt von mir 5 von 5 Sternen, ohne Frage.
Die Handlung beginnt scheinbar banal: Toru Okada, ein arbeitsloser Mann in seinen Dreißigern, lebt mit seiner Frau Kumiko in Tokio. Ihr gemeinsames Leben gerät aus dem Gleichgewicht, als erst die geliebte Katze verschwindet und dann auch Kumiko selbst. Auf der Suche nach seiner Frau stößt Toru auf rätselhafte Charaktere, die ihn in eine surreale Welt führen, in der Grenzen zwischen Realität und Traum, zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein verschwimmen. Hier begegnet er unter anderem den Schwestern Malta und Kreta Kano, die hellseherische Fähigkeiten haben, der rätselhaften May Kasahara, die eine düstere Faszination für den Tod entwickelt, sowie der geheimnisvollen Muskat, die ihm Zugang zu einer verborgenen Dimension verschafft. Parallel dazu zieht sich die düstere Geschichte des Krieges durch das Buch, insbesondere die Erlebnisse des Leutnants Mamiya, der in der Mandschurei und später in Sibirien als Gefangener grausame Kriegsgräuel erlebt.
Murakami spielt meisterhaft mit verschiedenen Wirklichkeitsebenen. Es gibt die reale Welt Torus, in der er versucht, das Rätsel um Kumiko zu lösen. Doch immer wieder bricht eine zweite, surreale Ebene in diese Realität ein – eine Welt der Träume, der Metaphern und des Unbewussten. Besonders eindrucksvoll ist der Brunnen, in den sich Toru zurückzieht: ein Ort der Isolation und Selbstfindung, der als eine Art Portal zwischen den Welten dient. Diese Parallelwelten reflektieren Torus innere Entwicklung – eine Reise tief in sein eigenes Ich, die ihn schließlich zur Wahrheit über sich selbst und seine Beziehung zu Kumiko führt.
„Mister Aufziehvogel“ ist nicht nur eine mysteriöse Geschichte, sondern auch eine tiefgehende Reflexion über Verlust, Identität und das menschliche Bewusstsein. Murakami zeigt uns, dass wir alle unsere eigenen verborgenen Welten haben – Erinnerungen, Traumata und Sehnsüchte, die unser Handeln beeinflussen. Torus Suche nach Kumiko ist zugleich eine Suche nach sich selbst. Murakami fordert uns auf, uns unseren eigenen Schatten zu stellen, uns mit unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen und unsere innersten Ängste zu überwinden.
Der Tod ist in „Mister Aufziehvogel“ allgegenwärtig, sowohl in Form von realem Sterben als auch als Metapher für Veränderung und Neuanfang. May Kasahara, die junge Nachbarin, philosophiert immer wieder über den Tod und die Frage, warum Menschen sich ihm freiwillig aussetzen oder warum sie weiterleben. Gleichzeitig zieht sich das Thema des Krieges durch das Buch – als eine reale, grausame Vergangenheit, die sich in die Gegenwart hineinzieht. Die Geschichte des Krieges, insbesondere die brutalen Erlebnisse von Leutnant Mamiya, zeigt, wie Gewalt und Grausamkeit das Leben für immer verändern können. Murakami erinnert uns daran, dass persönliche Traumata oft tief mit den Wunden der Geschichte verbunden sind.
„Mister Aufziehvogel“ ist ein gewaltiges, hypnotisierendes Buch, das den Leser tief in die Kunst Murakamis hineinzieht. Die Mischung aus Realität, Traum und historischer Reflexion macht es zu einer einzigartigen literarischen Erfahrung. Die düstere Atmosphäre, die rätselhaften Charaktere und die tiefgründigen Themen machen das Buch zu einem Meisterwerk. Ich werde mir auf jeden Fall die Neuübersetzung von Ursula Gräfe besorgen – und wahrscheinlich noch einmal mit derselben Faszination in Torus Welt eintauchen.
Feb 14, 2025
5.0
Haruki Murakamis „Mister Aufziehvogel“ ist ein literarisches Meisterwerk, das sich mit einer unglaublichen Wucht entfaltet. Das Buch ist ein Pageturner, den ich in weniger als einer Woche verschlungen habe, und es hat sich zu meinem liebsten Murakami, vielleicht sogar zu meinem absoluten Lieblingsbuch entwickelt. Die Geschichte ist eine faszinierende Mischung aus verschiedenen Erzählebenen: eine Liebesgeschichte, ein mystisches Abenteuer mit Parallelwelten und eine intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit – insbesondere dem Krieg zwischen China und Japan in der Mongolei. Das Buch bekommt von mir 5 von 5 Sternen, ohne Frage.
Die Handlung beginnt scheinbar banal: Toru Okada, ein arbeitsloser Mann in seinen Dreißigern, lebt mit seiner Frau Kumiko in Tokio. Ihr gemeinsames Leben gerät aus dem Gleichgewicht, als erst die geliebte Katze verschwindet und dann auch Kumiko selbst. Auf der Suche nach seiner Frau stößt Toru auf rätselhafte Charaktere, die ihn in eine surreale Welt führen, in der Grenzen zwischen Realität und Traum, zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein verschwimmen. Hier begegnet er unter anderem den Schwestern Malta und Kreta Kano, die hellseherische Fähigkeiten haben, der rätselhaften May Kasahara, die eine düstere Faszination für den Tod entwickelt, sowie der geheimnisvollen Muskat, die ihm Zugang zu einer verborgenen Dimension verschafft. Parallel dazu zieht sich die düstere Geschichte des Krieges durch das Buch, insbesondere die Erlebnisse des Leutnants Mamiya, der in der Mandschurei und später in Sibirien als Gefangener grausame Kriegsgräuel erlebt.
Murakami spielt meisterhaft mit verschiedenen Wirklichkeitsebenen. Es gibt die reale Welt Torus, in der er versucht, das Rätsel um Kumiko zu lösen. Doch immer wieder bricht eine zweite, surreale Ebene in diese Realität ein – eine Welt der Träume, der Metaphern und des Unbewussten. Besonders eindrucksvoll ist der Brunnen, in den sich Toru zurückzieht: ein Ort der Isolation und Selbstfindung, der als eine Art Portal zwischen den Welten dient. Diese Parallelwelten reflektieren Torus innere Entwicklung – eine Reise tief in sein eigenes Ich, die ihn schließlich zur Wahrheit über sich selbst und seine Beziehung zu Kumiko führt.
„Mister Aufziehvogel“ ist nicht nur eine mysteriöse Geschichte, sondern auch eine tiefgehende Reflexion über Verlust, Identität und das menschliche Bewusstsein. Murakami zeigt uns, dass wir alle unsere eigenen verborgenen Welten haben – Erinnerungen, Traumata und Sehnsüchte, die unser Handeln beeinflussen. Torus Suche nach Kumiko ist zugleich eine Suche nach sich selbst. Murakami fordert uns auf, uns unseren eigenen Schatten zu stellen, uns mit unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen und unsere innersten Ängste zu überwinden.
Der Tod ist in „Mister Aufziehvogel“ allgegenwärtig, sowohl in Form von realem Sterben als auch als Metapher für Veränderung und Neuanfang. May Kasahara, die junge Nachbarin, philosophiert immer wieder über den Tod und die Frage, warum Menschen sich ihm freiwillig aussetzen oder warum sie weiterleben. Gleichzeitig zieht sich das Thema des Krieges durch das Buch – als eine reale, grausame Vergangenheit, die sich in die Gegenwart hineinzieht. Die Geschichte des Krieges, insbesondere die brutalen Erlebnisse von Leutnant Mamiya, zeigt, wie Gewalt und Grausamkeit das Leben für immer verändern können. Murakami erinnert uns daran, dass persönliche Traumata oft tief mit den Wunden der Geschichte verbunden sind.
„Mister Aufziehvogel“ ist ein gewaltiges, hypnotisierendes Buch, das den Leser tief in die Kunst Murakamis hineinzieht. Die Mischung aus Realität, Traum und historischer Reflexion macht es zu einer einzigartigen literarischen Erfahrung. Die düstere Atmosphäre, die rätselhaften Charaktere und die tiefgründigen Themen machen das Buch zu einem Meisterwerk. Ich werde mir auf jeden Fall die Neuübersetzung von Ursula Gräfe besorgen – und wahrscheinlich noch einmal mit derselben Faszination in Torus Welt eintauchen.