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„Wie ein unendlicher Traum“ von Liz Braswell entstammt der „Twisted Tale“-Reihe aus dem Hause Disney. Hierbei handelt es sich um eine Anthologie-Serie, in der jedes Buch ein bestimmtes Detail aus den Filmen ändert und erkundet, wie sich die Geschichte fortan entwickelt. In diesem Band stellen wir uns die Frage: Was wäre, wenn Dornröschen niemals mehr erwacht wäre? „Dornröschen“ ist eines der problematischsten Märchen – sowohl im Original als auch in Disney’s Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1959. Das dachte sich ganz eindeutig auch Liz Braswell und macht ganz wunderbar darauf aufmerksam, indem sie einfach alles auf den Kopf stellt. Wir starten mit Prinz Phillips Perspektive: er hat soeben den Drachen getötet und soll nun den Turm erklimmen, um Aurora wach zu küssen. Doch soweit kommt es nicht, denn der Schlafzauber, den die guten Feen über das Schloss gelegt haben, übermannt ihn kurz vor dem erlösenden Kuss. Plötzlich startet die Geschichte von vorne, aber alles ist falsch. Maleficent ist die gute Fee – Flora, Fauna und Merryweather hingegen sind die Bösen. Auroras Eltern sind nur an Macht interessiert und tauschen ihre Tochter freiwillig gegen eine Dämonenarmee ein, mit der sie die umliegenden Königreiche erobern wollen. Im Endeffekt legen sie lediglich die Welt in Schutt und Asche, Maleficent besiegt sie an Auroras 16. Geburtstag und ernennt sich selbst zur Königin. Das kann doch aber nicht der Twist sein, oder? Oh nein, wir befinden uns in Auroras von Maleficent manipulierten Traum. Es liegt nun an Aurora, sich selbst aufzuwecken. Hach, „Wie ein unendlicher Traum“ hat mir einfach richtig gut gefallen. Der Anfang ist zwar ziemlich irritierend, doch das weckte zugleich meine Neugierde. Dann treffen wir auf eine recht einfältige Aurora, die nichts kann und nichts weiß – aber sie ist schön, anmutig und brilliert in Tanz und Gesang. Wir starten also gleich mit einer satirischen Darstellung dessen, was die sinnlosen Geschenke der drei guten Feen wirklich wert sind. Diese Variante von Aurora entdeckt nun immer mehr Ungereimtheiten in ihrer Realität und entdeckt eine neue Charaktereigenschaft an sich: Neugierde. Und das ist immer ein guter Start. Es entspinnt sich daraus ein charmantes, wenngleich unnötig blutiges Abenteuer, in dem Aurora sich selbst neu definieren lernt. Sie wächst über die Gaben, die ihr geschenkt wurden, hinaus und entdeckt Eigenschaften, die sie sich selbst erarbeitet hat. Auf ihrem Weg trifft sie auf Phillip, an den sie sich zunächst gar nicht erinnert. Je mehr sie jedoch ihre Erinnerungen zurückerlangt, desto mehr hinterfragt sie ihre eigene Geschichte. Wieso sollten sie sich lieben, wenn sie sich doch nur einmal begegnet sind? Wieso haben ihre Eltern sie den Feen übergeben, wenn der Fluch doch erst an ihrem 16. Geburtstag in Kraft treten würde? Wieso hat sie keinerlei Bildung genossen? Wieso soll sie an ihrem 16. Geburtstag direkt verheiratet werden? Wie soll sie ein Königreich regieren, ohne je darauf vorbereitet worden zu sein? So viele berechtigte Fragen… Ich möchte auch gar nicht mehr vorwegnehmen. Wenn Ihr einen feministischen Twist von „Dornröschen“ lesen wollt, dann ist „Wie ein unendlicher Traum“ genau das Richtige. 4/5 Sterne!
Jan 31, 2026
„Wie ein unendlicher Traum“ von Liz Braswell entstammt der „Twisted Tale“-Reihe aus dem Hause Disney. Hierbei handelt es sich um eine Anthologie-Serie, in der jedes Buch ein bestimmtes Detail aus den Filmen ändert und erkundet, wie sich die Geschichte fortan entwickelt. In diesem Band stellen wir uns die Frage: Was wäre, wenn Dornröschen niemals mehr erwacht wäre? „Dornröschen“ ist eines der problematischsten Märchen – sowohl im Original als auch in Disney’s Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1959. Das dachte sich ganz eindeutig auch Liz Braswell und macht ganz wunderbar darauf aufmerksam, indem sie einfach alles auf den Kopf stellt. Wir starten mit Prinz Phillips Perspektive: er hat soeben den Drachen getötet und soll nun den Turm erklimmen, um Aurora wach zu küssen. Doch soweit kommt es nicht, denn der Schlafzauber, den die guten Feen über das Schloss gelegt haben, übermannt ihn kurz vor dem erlösenden Kuss. Plötzlich startet die Geschichte von vorne, aber alles ist falsch. Maleficent ist die gute Fee – Flora, Fauna und Merryweather hingegen sind die Bösen. Auroras Eltern sind nur an Macht interessiert und tauschen ihre Tochter freiwillig gegen eine Dämonenarmee ein, mit der sie die umliegenden Königreiche erobern wollen. Im Endeffekt legen sie lediglich die Welt in Schutt und Asche, Maleficent besiegt sie an Auroras 16. Geburtstag und ernennt sich selbst zur Königin. Das kann doch aber nicht der Twist sein, oder? Oh nein, wir befinden uns in Auroras von Maleficent manipulierten Traum. Es liegt nun an Aurora, sich selbst aufzuwecken. Hach, „Wie ein unendlicher Traum“ hat mir einfach richtig gut gefallen. Der Anfang ist zwar ziemlich irritierend, doch das weckte zugleich meine Neugierde. Dann treffen wir auf eine recht einfältige Aurora, die nichts kann und nichts weiß – aber sie ist schön, anmutig und brilliert in Tanz und Gesang. Wir starten also gleich mit einer satirischen Darstellung dessen, was die sinnlosen Geschenke der drei guten Feen wirklich wert sind. Diese Variante von Aurora entdeckt nun immer mehr Ungereimtheiten in ihrer Realität und entdeckt eine neue Charaktereigenschaft an sich: Neugierde. Und das ist immer ein guter Start. Es entspinnt sich daraus ein charmantes, wenngleich unnötig blutiges Abenteuer, in dem Aurora sich selbst neu definieren lernt. Sie wächst über die Gaben, die ihr geschenkt wurden, hinaus und entdeckt Eigenschaften, die sie sich selbst erarbeitet hat. Auf ihrem Weg trifft sie auf Phillip, an den sie sich zunächst gar nicht erinnert. Je mehr sie jedoch ihre Erinnerungen zurückerlangt, desto mehr hinterfragt sie ihre eigene Geschichte. Wieso sollten sie sich lieben, wenn sie sich doch nur einmal begegnet sind? Wieso haben ihre Eltern sie den Feen übergeben, wenn der Fluch doch erst an ihrem 16. Geburtstag in Kraft treten würde? Wieso hat sie keinerlei Bildung genossen? Wieso soll sie an ihrem 16. Geburtstag direkt verheiratet werden? Wie soll sie ein Königreich regieren, ohne je darauf vorbereitet worden zu sein? So viele berechtigte Fragen… Ich möchte auch gar nicht mehr vorwegnehmen. Wenn Ihr einen feministischen Twist von „Dornröschen“ lesen wollt, dann ist „Wie ein unendlicher Traum“ genau das Richtige. 4/5 Sterne!
Jan 31, 2026







