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Das ist es, was unbedachte Worte anrichten. Sie sorgen dafür, dass die Menschen dich ein bisschen weniger lieben.
In "Der Gott der kleinen Dinge" wird das Portrait einer indischen Familie über mehrere Generationen gezeichnet, überwiegend aus der Sicht von Rahel. Rahel kehrt nach langer Zeit aus den USA zurück zu ihrem indischen Geburtsort Ayemenem, wo noch Teile ihrer Familie leben. Dort begegnet sie auch ihrem Zwillingsbruder Estha, der von seinem Vater zurück-zurückgegeben wurde und seit Jahren nicht mehr spricht. In Rückblenden und Zeitsprüngen erfahren wir mehr über die Familiengeschichte und über den Tod von Sophie Mol, der gleich zu Beginn der Geschichte thematisiert wird und dessen Aufarbeitung sich durch das ganze Buch ziehen wird. Die Autorin findet wunderbare Worte, um Personen und Begebenheiten zu beschreiben. Ihre Worte sind farbenfroh, fantasievoll und sehr poetisch. Sie findet immer wieder passende Bilder, manchmal allerdings verliert sie sich auch darin. Man wird hineingezogen in die indische Welt mit ihrem Kastendenken, den Bräuchen und Gepflogenheiten und der erwarteten Höflichkeit und Anpassung. Hin und wieder blitzt der Humor der Autorin auf, insgesamt ist es aber ein ergreifendes, erschütterndes Buch, bei dem ich oft zwischen Fassungslosigkeit, Mitleid und Wut schwankte. Das Buch ist keine einfache Lektüre. Man muss sich ganz darauf einlassen und konzentrieren, braucht Zeit und Geduld. Es spielt auf mehreren Zeitebenen und oft ist nicht sofort ersichtlich, an welcher Stelle der Geschichte man sich befindet. Diese vielen Zeitsprünge sind herausfordernd, tragen aber auch dazu bei, dass die Spannung aufrechterhalten wird. Schicht für Schicht wird das oft tragische Leben der Familienmitglieder entblättert. Am Ende fügen sich die zarten Fäden zusammen und viele der kleinen Dinge ergeben dann Sinn. Es ist kein Roman für zwischendurch. Er ist sperrig, aber es lohnt sich dabei zu bleiben. Die Geschichte bleibt in Erinnerung.
Dec 6, 2025
Das ist es, was unbedachte Worte anrichten. Sie sorgen dafür, dass die Menschen dich ein bisschen weniger lieben.
In "Der Gott der kleinen Dinge" wird das Portrait einer indischen Familie über mehrere Generationen gezeichnet, überwiegend aus der Sicht von Rahel. Rahel kehrt nach langer Zeit aus den USA zurück zu ihrem indischen Geburtsort Ayemenem, wo noch Teile ihrer Familie leben. Dort begegnet sie auch ihrem Zwillingsbruder Estha, der von seinem Vater zurück-zurückgegeben wurde und seit Jahren nicht mehr spricht. In Rückblenden und Zeitsprüngen erfahren wir mehr über die Familiengeschichte und über den Tod von Sophie Mol, der gleich zu Beginn der Geschichte thematisiert wird und dessen Aufarbeitung sich durch das ganze Buch ziehen wird. Die Autorin findet wunderbare Worte, um Personen und Begebenheiten zu beschreiben. Ihre Worte sind farbenfroh, fantasievoll und sehr poetisch. Sie findet immer wieder passende Bilder, manchmal allerdings verliert sie sich auch darin. Man wird hineingezogen in die indische Welt mit ihrem Kastendenken, den Bräuchen und Gepflogenheiten und der erwarteten Höflichkeit und Anpassung. Hin und wieder blitzt der Humor der Autorin auf, insgesamt ist es aber ein ergreifendes, erschütterndes Buch, bei dem ich oft zwischen Fassungslosigkeit, Mitleid und Wut schwankte. Das Buch ist keine einfache Lektüre. Man muss sich ganz darauf einlassen und konzentrieren, braucht Zeit und Geduld. Es spielt auf mehreren Zeitebenen und oft ist nicht sofort ersichtlich, an welcher Stelle der Geschichte man sich befindet. Diese vielen Zeitsprünge sind herausfordernd, tragen aber auch dazu bei, dass die Spannung aufrechterhalten wird. Schicht für Schicht wird das oft tragische Leben der Familienmitglieder entblättert. Am Ende fügen sich die zarten Fäden zusammen und viele der kleinen Dinge ergeben dann Sinn. Es ist kein Roman für zwischendurch. Er ist sperrig, aber es lohnt sich dabei zu bleiben. Die Geschichte bleibt in Erinnerung.
Dec 6, 2025







