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Romane

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen

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Über das Buch

Warum darf eine Tochter nicht glücklicher sein als ihre Mutter?

Regina ist eine typische Vertreterin der Nachkriegsgeneration, sie hatte bereits viele Möglichkeiten, sie konnte Psychologie studieren und von einer akademischen Laufbahn träumen, um dann doch der Familie zuliebe Abstriche zu machen. In ihre Töchter Antonia und Wanda setzt sie nun alle Hoffnungen. Antonia unterläuft diese konsequent, bricht ihr Studium ab und wird alleinerziehende Mutter. Wanda erfüllt alle in sie gesetzten Wünsche und manövriert sich in eine Essstörung, die von allen ignoriert wird. Ein Leben lang schwanken die Schwestern zwischen gegenseitiger Konkurrenz, Autonomie und dem Wunsch, noch über deren Tod hinaus von der Mutter anerkannt zu werden.

Editionen (1)

ISBN9783550202216
VerlagUllstein Buchverlage
Erscheinungsdatum31.10.24
Seitenzahl384

Rezensionen & Bewertungen

111 Bewertungen

27 Rezensionen

4,3

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  • jxlika
    jxlika

    47 Follower

    4,0

    Eine Mutter, die nicht weniger gut dafür gemacht sein könnte. Die eine Tochter ist zu dumm, zu faul, zu dick während die andere fehlerfrei und perfekt ist. Die Mutter selbst muss besser und erfolgreicher sein als alle um sie herum, um „glücklich“ zu sein. Tatsächlich wirkt es aber eher so, als wäre sie es nicht. Dieser Familie beim Erwachsenwerden zuzuschauen hat mir viel gegeben. Ich habe Teile von mir in beiden Töchtern wiederentdeckt und mich in ihrer Gefühlswelt gut verstanden gefühlt. Ein tolles Buch über das Familienleben mit einer narzisstischen Mutter. Die Mutter über die Anorexie ihrer Tochter: „Der Gedanke des postpubertären Verhaltens gefiel Regina. Vielleicht wollte Wanda sie auch nur ärgern. Ihr eins auswischen, damit alle sahen, dass sie keine perfekte Mutter war. Wanda war eine Königin, vielleicht wollte sie ihre Mutter vom Thron stoßen. Aber ihren Thron würde Regina nicht räumen. Nicht in ihrem Haus. Da musste sich Wanda schon ein eigenes Königreich erschaffen.“ (S.146)

    1. Feb. 2026

  • hamburger.lesemaus
    hamburger.lesemaus

    400 Follower

    4,5

    WENN NACHTS DIE KAMPFHUNDE SPAZIEREN GEHEN Anna Brüggemann ET: 31.10.2024 „Ich habe das Gefühl, ich hab mein ganzes Leben darauf ausgerichtet, dass sie nicht ausflippt. Ich mache alles, damit sie lieb zu mir ist.“ (S. 295) Die 50-jährige Regina hat zu allem eine Meinung – und die ist selten freundlich. Sie wertet Menschen und Situationen ab, hört nicht zu, reißt jedes Thema an sich und steht dabei immer selbst im Mittelpunkt. Sie lechzt nach Aufmerksamkeit, lästert über Abwesende und betont bei jeder Gelegenheit, dass sie Akademikerin ist – als sei das der alleinige Maßstab für Intelligenz. Selbstkritik kennt sie nicht und gesteht sich eigene Fehler nicht ein. Am meisten leiden darunter ihre beiden Töchter: Antonia, die Ältere, versucht sich an ihrer Mutter abzuarbeiten – vergeblich. Nie ist sie gut genug: weder in der Schule noch im Sport und vor allem nicht schlank genug. Später bringt sie – zum Unmut der Mutter – ein Kind ohne Vater zur Welt. Wanda hingegen verbiegt sich mit Erfolg. Sie ist gertenschlank, sportlich, Klassenbeste und immer in den „richtigen“ Mann verliebt. Doch sie trägt diese Prägung wie eine Last durchs Leben. Vater Edgar hat sich längst mit der Rolle als schweigendes Anhängsel abgefunden. Die Geschichte beginnt 1995, und über fast 30 Jahre begleiten wir diese zerrüttete Familienkonstellation. Ein Wohlfühlroman ist das nicht, aber intensiv, schonungslos und ehrlich. Immer wieder wünschte ich mir, Antonia würde ihrer Mutter endlich die Meinung sagen. Doch in einer Zeit, in der es kaum Kinderbetreuung gab, war es für eine alleinerziehende Mutter mit schlecht bezahltem Job nahezu unmöglich, ohne Hilfe eines Elternteils ein Kind großzuziehen. Ein kraftvoller, emotionaler Roman, der mich sehr bewegt hat und den ich euch sehr gerne empfehle. 4½/5

    30. Juli 2025

  • ro_ke
    ro_ke

    487 Follower

    5,0

    Sehr authentische Darstellung einer narzisstischen Mutter und der somit toxischen Familiendynamiken. HIGHLIGHT!

    20. Dez. 2024

3 von 27 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Anna Brüggemann

Anna Brüggemann, 1981 geboren, wuchs in Südafrika, Stuttgart und Regensburg auf. 1996 stand sie erstmals vor der Kamera, seit 2004 schreibt sie Drehbücher. 2014 gewann sie zusammen mit ihrem Bruder den Silbernen Bären, ihr literarisches Debüt Trennungsroman wurde 2021 mit dem Debütpreis der lit.cologne ausgezeichnet.

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