Blick ins Buch

Biografien

Und ich werde dich nie wieder Papa nennen

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Über das Buch

Die Scham muss die Seite wechseln

Ein Prozess, der die Welt erschüttert. Eine Mutter, die als Ikone gefeiert wird. Ein Vater, den man als Monster bezeichnet. Eine Tochter, die ums Überleben kämpft. Weil sie Teil eines Verbrechens ist, in dem ihre Eltern Opfer und Täter sind. Das ist ihre Geschichte.

Caroline Darian, Tochter von Gisèle und Dominique Pelicot, erhält am 2. November 2020 einen Anruf von ihrer Mutter. Ihr Vater wurde verhaftet. Fast zehn Jahre lang hat Pelicot seine Frau heimlich mit medikamentösen Substanzen betäubt, um sie im bewusstlosen Zustand zu vergewaltigen und knapp 70 fremden Männern zuzuführen. Auch von Caroline gibt es verhängnisvolle Fotos. Sie kann sich ebenso wenig erinnern wie ihre Mutter an die unzähligen Vergewaltigungen.

Mit außergewöhnlichem Mut erzählt Caroline Darian von dem Sturz ins Bodenlose. Tagebuchartig beschreibt sie, wie das Ausmaß des Jahrhundertverbrechens ihre Familie zerstört. Wie sie ihre Mutter beschützen will und zugleich mit Angstzuständen kämpft. Wie aus dem geliebten Vater ein brutaler Vergewaltiger wurde. Wie sie ihrem Sohn erklärt, dass er keinen Großvater mehr hat. Caroline versucht zu begreifen, wie es zum Unvorstellbaren kommen konnte.

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung der Tochter an die Mutter, die es geschafft hat, ihren Stolz und ihre Lebenskraft in den widrigsten Momenten zu bewahren. Damit die Schande sich gegen die Täter richtet, damit die Gesetzeslage sich ändert. Mutter und Tochter haben das private Trauma in einen gemeinsamen Kampf verwandelt. Sie werden weltweit als Heldinnen gefeiert.

Editionen (2)

ISBN9783462009422
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum16.01.25
Seitenzahl224

Merkmale

4 Bewertungen

VerstörendGlaubwürdigSympathischTraurigNachdenklichInformativ

Rezensionen & Bewertungen

617 Bewertungen

149 Rezensionen

4,5

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  • luzifer
    luzifer

    360 Follower

    Was für eine kranke Welt

    Vielen Dank an Caroline Darian, dass sie die Kraft und den Mut aufbringt, diese schreckliche Zeit mit der Welt zu teilen, um Opfer von chemischer Unterwerfung auf die Symptome und Anzeichen aufmerksam zu machen, ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind und auch Missstände im Umgang mit solchen Fällen in Verwaltung, Strafverfolgung, Justiz und Medizin, gerade auch psychischer Betreuung, aufzeigt. Danke auch für ihr Engagement im Rahmen des von ihr gegründeten Vereines zur Betreuung der Betroffenen. Es fällt mir sehr schwer, die Wut gegen die unzähligen Täter, vor allem Männer, welche beim Lesen aufkommt, nicht auf andere zu projizieren. Der Gedanke, dass so viele Frauen und Familien ein ähnliches Schicksal erleiden müssen, wie die Familie rund um Gisèle Pelicot, ist unerträglich und allein die mit Sicherheit sehr hohe Dunkelziffer unfassbar. Die tagebuchähnlichen Kapitel, welche Caroline wohl selbst sehr wichtig für den Umgang mit dem Grauen waren, begleiten nicht nur die Familie von der Festnahme des Vaters an, womit seine Taten tatsächlich das erste Mal zumindest im Ansatz entdeckt werden, während eines Teil des Prozesses, sondern zeigen auch, wie unterschiedlich die einzelnen Familienmitglieder mit der entsetzlichen Situation umgehen, wie sie die ganze Familie zu zerstören droht, zu Streit, schrecklichen Ängsten und natürlich auch psychischen Problemen führt und auch, wie Caroline ihrem kleinen Sohn nahebringen muss, dass sein Opa ein Monster ist und kein toller, lieber Mann seiner Omi, wie es bisher schien. Was sich anhört, wie ein kranker Thriller aus der Feder von Fitzek oder ähnlichen Autoren, ist die traurige Realität für die Betroffenen. Unerträglich bewegend und sehr wichtig.

    16. Mai 2025

  • marzipanhirsch
    marzipanhirsch

    122 Follower

    5,0

    Es fiel mir nicht leicht, dieses Buch über die Verbrechen von Dominique Pelicot zu lesen, umso dankbarer bin ich seiner Tochter, Caroline Darian, dass sie diese Geschichte aufgeschrieben hat, denn sie muss erzählt werden. Die Dimension der begangenen Verbrechen ist, wie ich nun nach der Lektüre weiß, noch größer und abscheulicher als mir das bewusst war und so unaushaltbar dieses Thema ist: wir müssen als Gesellschaft über diese Form der Verbrechen (chemische Unterwerfung) innerhalb von Partnerschaften reden. Denn es scheint erschreckend oft zu passieren. Darians Buch tut weh zu lesen. Nicht nur die tatsächlichen Übergriffe und Gewalttaten, sondern auch zu sehen, wie eine ganze Familie von einem Tag auf den anderen einen absoluten Alptraum erlebt und das zeigt nochmal über den eigentlichen Tatbestand hinaus welche schrecklichen Auswirkungen sexualisierte Gewalt auf das gesamte Umfeld hat, nicht nur auf diejenigen, die tatsächlich Opfer geworden sind. Das Buch wird mir noch lange nachgehen.

    9. Aug. 2025

  • 5,0

    Ein erschreckender Betricht einer Tochter, die erleben musste, wie das gesamte Familiengefüge durch die Taten des Vaters durcheinander gebracht wurden. Nicht nur, das er seine Frau durch die Gabe von Tabletten betäubt hat um sie anderen Männern zuzuführen, er stellte dieses und andere kompriemierende Bilder mit entwürdigenden Kommentaren ins Internet. Auch andere Frauen aus der Familie waren davon betroffen. Sehr gut ausgearbeitet wurde hier, wie ich finde, wie weitreichend die Auswirkungen der Taten auf alle Familienmitglieder war, auch auf die beiden Söhne. Ein erschütternde Bericht darüber wie eine Vertrauensperson größten Missbrauch, nicht nur in sexueller Hinsicht begeht.

    26. Feb. 2026

3 von 149 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 13058%

Wenn auf einmal viel mehr zerbricht, als nur das offensichtliche. Bis hierher kein leichter Stoff, gut erzählt und mitreißend.

Seite 13359%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Caroline Darian

Caroline Darian ist leitende Angestellte in einem großen Unternehmen. Seit dem Erscheinen ihres Buches hat sie den Verein #MendorsPas: Stop à la soumission chimique gegründet, um sich für eine bessere Betreuung der Opfer von sexueller Gewalt durch medikamentöse Substanzen einzusetzen.

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