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Biografien

Ich kämpfe für die Wahrheit

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Über das Buch

Caroline Darian erzählt in diesem tagebuchartigen Bericht, wie die Familie den Pelicot-Prozess erlebt hat. Dass ihr Vater Dominique Pelicot sich nicht dazu äußert, ob er auch sie missbraucht hat. Sein Schweigen trifft sie ebenso hart wie das ihrer Mutter.

Am 19. Dezember 2024 endete der größte Vergewaltigungsprozess unseres Jahrhunderts, der Pelicot-Prozess: ein Meilenstein im Kampf gegen sexuelle Gewalt an Frauen. In ihrem zweiten Buch beleuchtet Caroline Darian, Tochter des Opfers Gisèle und des Täters Dominique Pelicot, klar und mutig die erheblichen Lücken im Ermittlungsverfahren. Auch sie selbst ist davon betroffen: Ihr Vater hat sie betäubt, fotografiert und vermutlich missbraucht.

Caroline setzt ihren Kampf gegen die sogenannte chemische Unterwerfung fort, damit all die Opfer ohne Beweise oder Erinnerungen nicht vergessen werden. Sie hat Wege geebnet, um die Gesetzeslage in Frankreich zu verändern. Ihr unerschütterlicher Einsatz ist unbezahlbar und schenkt uns Hoffnung und Mut.

Editionen (2)

ISBN9783462013399
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum15.01.26
Seitenzahl176

Rezensionen & Bewertungen

48 Bewertungen

13 Rezensionen

4,5

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  • cheap.and.cheerful
    cheap.and.cheerful

    149 Follower

    4,0

    Caroline Darian ist die Tochter von Gisèle Pelicot und ebenfalls Betroffene der schrecklichen Taten, die Dominique Pelicot seiner Familie angetan hat. Nachdem die Taten bekannt wurden, schrieb Caroline ihr erstes Buch zur Verarbeitung der Ereignisse, “Und ich werde dich nie wieder Papa nennen”. In der Folge erhielt sie etliche Zuschriften von anderen Frauen, die ebenfalls Opfer von sexualisiertem Missbrauch wurden, oft im familiären Kontext. Nun, nach Abschluss des Prozesses rund um die Vergewaltigungen ihrer Mutter, hat Caroline Darian ihr zweites Buch geschrieben. Auf 176 Seiten nimmt sie Bezug auf den Prozess, auf den Ekel, die Wut, die Ohnmacht und alle anderen Emotionen, die währenddessen bei ihr und ihren Familienmitgliedern ausgelöst wurden. Dabei geht sie mehrmals auf die Enttäuschung ein, die sie erlebt hat, als ihre eigene Nebenklage nicht zur gewünschten Anerkennung geführt hat. Caroline bleibt nicht beim Prozess stehen, sondern fokussiert sich stark darauf, wie es weitergehen muss: sie klärt auf über die Tat der chemischen Unterwerfung (vor allem mit Verweis auf ihr erstes Buch), die im Pelicot-Prozess eine sehr große Rolle gespielt hat. Gemeinsam mit anderen Frauen hat sie nun einen Verein namens “M’endors pas” gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, über die chemische Unterwerfung aufzuklären und schnellere, leicht verfügbare Tests großflächig zur Verfügung zu stellen. Das Buch von Caroline Darian ist deutlich pointierter und wütender als das ihrer Mutter. Es ist ein anderer Umgang mit den Geschehnissen und dem Zusammenbruch ihrer Familie. Beide Umgangsweisen haben ihre Berechtigung, beide sind lesenswert und für mich absolut nachvollziehbar. Caroline bezeichnet dieses Buch selbst als “Manifest” und ich denke, wir können uns alle glücklich schätzen, dass sie nach allem, was ihr angetan wurde, die Kraft findet, um dafür zu kämpfen, dass anderen Betroffenen künftig besser geholfen werden kann. Übersetzt von Michaela Meßner und Grit Weirauch.

    16. Apr. 2026

  • ninaa33
    ninaa33

    110 Follower

    5,0

    Dieses Buch geht uns alle an! Auch unsere Politik! Respekt an die Kraft dieser Familie!

    29. März 2026

  • 5,0

    Dieses Buch macht wütend und traurig zugleich!

    Mit "Ich kämpfe für die Wahrheit" knüpft Caroline Darian an ihr Buch "Und ich werde Dich nie mehr Papa nennen" an. Wir erleben, wie Caroline durch Aufschreiben verscucht, die Geschehnisse um ihre Mutter Gisèle Pelicot und ihren Vater Dominique aufzuarbeiten. Sie schildert in diesem Buch den Ablauf des Prozesses um den Mann, der seine Frau unter Betäubung von anderen Männern vergewaltigen ließ, auch sie selbst, ihr Neffe und andere Familienmitglieder zählen zu den Opfern. Sie beschreibt außerdem den Zusammenhalt innerhalb der Restfamilie. das Entsetzen über den Vater, als noch mehr fürchterliche Ereignisse zutage treten. Dazu erfahren wir in diesem Buch mehr über die Gründung ihres Vereins "MendorsPas - Stop à la soumission chimique" und dessen Unterstützung quer durch Gesellschaft und Politik. Auch dieses Buch hat mich wieder sehr berührt. Wie kann eine Frau nur damit fertig werden, dass ihr Vater ein Monster ist? Darian schreibt darüber, aber vergessen wird sie wohl nie können. Umso mehr beeindruckt ihr Engagement im Verein für Frauen, denen ähnliches widerfahren ist. Das Thema sexueller Missbrauch ein Thema, das in Frankreich offensiver bekämpft wird als in Deutschland. Der Begriff "Chemische Unterwerfung" steht in Frankreich z.B. auch im dortigen Duden, in Deutschland findet man einen Verweis lediglich in einem Wikipedia-Artikel über K.O.-Tropfen. Das macht wütend und traurig zugleich! Wenn ich mir hierzu den § 177 StGB durchlese, insbesondere das Strafmaß mit bis zu 5 (!!!) Jahren, werde ich noch wütender. Chemische Unterwerfung zählt zum Punkt Nötigung! Ich wage, die Behauptung aufzustellen dass, wenn die Hauptbetroffenen Männer wären, dieser § 177 längst überarbeitet worden wäre....Dominique Pelicot als Haupttäter hat immerhin 20 Jahre Haft, seine mehr als 50 Mittäter sind teilweise freigesprochen worden. Das auch deswegen, weil deren Strafverteidiger (darunter auch Frauen!!!) sich nicht gescheut haben, den Opfern eine Mittäterschaft zu unterstellen. Auch hier sind am Ende des Buchs viele Anlaufstellen für betroffene Frauen in Deutschland aufgeführt. Stellen, die helfen und zuhören. Eine der Anlaufstellen ist auch für Männer aufgeführt. Wer allerdings bereits persönlich betroffen ist oder war, sollte sich auch hier genau überlegen, ob er das Buch lesen will. Die Seite des Vereins "MendorsPas" ist auf jeden Fall einen genaueren Blick wert, leider gibt es die Seite nur in französischer und englischer Sprache. Vielen Dank für dieses Buch an die Autorin und meinen Respekt an sie persönlich und ihr Engagement!

    1. Feb. 2026

3 von 13 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Caroline Darian

Caroline Darian ist leitende Angestellte in einem großen Unternehmen. Seit dem Erscheinen ihres Buches hat sie den Verein #MendorsPas: Stop à la soumission chimique gegründet, um sich für eine bessere Betreuung der Opfer von sexueller Gewalt durch medikamentöse Substanzen einzusetzen.

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