Blick ins Buch

Trotzdem zuhause: Memoir - SPIEGEL-Bestseller

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Über das Buch

Editionen (3)

ISBNB0FXSYQNH5
VerlagPENGUIN VERLAG
Erscheinungsdatum25.02.26
Seitenzahl257

Rezensionen & Bewertungen

90 Bewertungen

22 Rezensionen

4,7

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  • kathisol
    kathisol

    260 Follower

    5,0

    Vom Leben zwischen zwei Welten

    In ihrem Memoir schreibt Tupoka Ogette in einzelnen, oft nicht zusammenhängenden Episoden über ihr Leben. Die meisten Kapitel stehen also für sich und widmen sich jeweils einem bestimmten Thema. Sie schreibt über ihre Familie, Freund*innen, ihren Alltag und bestimmte Schlüsselmomente ihres Lebens. Die Sprache ist eher nüchtern und sachlich, was gut passt, denn die Themen sind auch so schon emotional und intensiv genug. Wir erleben mit Tupoka Ausgrenzung, Abwertung, Hass und Missbrauch. Aber auch schöne Momente wie ihre Liebe zur Musik und zu ihrer Familie. Wie sie ihre Sprache findet, Worte, um das Erlebte zu beschreiben, zu benennen und irgendwann die Erkenntnis: Nicht sie ist schuld an dem, was ihr widerfahren ist. Und wie sie sich selber und ihren Weg im Leben findet, sich annimmt und lieben lernt. Ein sehr ehrliches und mutiges Buch von einer starken und bewundernswerten Frau. Es enthält so viele wichtige Themen und Botschaften. Absolute Empfehlung!

    6. Mai 2026

  • xeniamalwina
    xeniamalwina

    124 Follower

    4,0

    Wütend und hoffnungsvoll zugleich 🧡

    „So beginnt meine Geschichte. Als Tochter einer weißen Frau und eines Schwarzen Mannes. Zwischen Sange, Südtansania, und Gera, Thüringen. Zwischen kolonialer Vergangenheit und DDR-Diktatur. Für eine lange Zeit werde ich mich zerrissen fühlen. Nicht ganz hier und nicht ganz dort. Zugang zu mehreren Welten und gleichzeitig verloren in beiden.“ 🧡 2020, mitten im ersten Lockdown der Corona-Pandemie, habe ich „Exit Racism“ von @tupoka.o gelesen und muss bis heute noch sehr oft an dieses Buch denken. Mit „Trotzdem zuhause“ hat Tupoka nun ihr vielleicht persönlichstes Buch geschrieben. Es hat sich angefühlt, wie ihr Familienfotoalbum in der Hand zu halten, so nah, bunt wie ein Kaleidoskop. Gefüllt mit schönen Erinnerungen, aber auch schrecklichen Erfahrungen, die vor allem geprägt waren von zwei Aspekten: Rassismus und Sexismus. Beides findet noch immer zur Genüge in unserer Gesellschaft statt und deswegen sind Stimmen wie die von Tupoka so wichtig für uns alle; vielleicht können wir es eines Tages ja besser machen. Für die Generationen nach uns, damit junge Frauen und Männer nicht an den gleichen Tiefpunkten vorbeimüssen. Dieses Buch hat mich zum Nachdenken, zum Lächeln und an vielen Stellen auch zum Weinen gebracht. Besonders berührt haben mich die Familienbande und all die Liebe, die dazwischen stattgefunden hat - auch und gerade dann, wenn wir die Lebensentwürfe unserer Liebsten nicht unbedingt verstehen. 🧡 Dieses Buch ist so vieles in einem: Erinnerung und Gesellschaftskritik, wütend und hoffnungsvoll, Zeitgeschichte und Ausblick. Doch vor allem ist es auch eines: inspirierend. Von mir gibt’s eine klare Empfehlung. ✨

    Wütend und hoffnungsvoll zugleich 🧡

    5 Tage vor

  • mrs_geany
    mrs_geany

    103 Follower

    5,0

    Zwischen Schmerz und Stärke und ich? Ich sitze noch immer mitten drinnen!

    Tupoka Ogettes „Trotzdem zuhause“ ist kein Buch, das man einfach liest und wieder weglegt. Es ist ein Buch, das etwas mit einem macht. Ich war beim Lesen fassungslos, wütend und traurig zugleich und hatte immer wieder das Bedürfnis, die kleine Tupoka zu beschützen. Was dieses Buch so besonders macht, ist nicht ein einzelnes großes Ereignis, sondern die Vielzahl an Momenten. Es sind die vielen kleinen, alltäglichen Erfahrungen von Rassismus, die sich Schicht für Schicht aufbauen und eine Wucht entfalten, die kaum auszuhalten ist. Gerade dadurch wird spürbar, wie tief diese Erlebnisse gehen. Eine Szene hat sich mir besonders eingebrannt: der Moment in der Bahn, als ihr Opa die Brille abnimmt, bereit, sie im Zweifel zu verteidigen. In dieser einen Geste liegt alles gleichzeitig, Fürsorge, Bedrohung und die erschütternde Realität, dass ein Kind überhaupt Schutz vor anderen Menschen braucht. Diese Gleichzeitigkeit zieht sich durch das gesamte Buch. Denn „Trotzdem zuhause“ erzählt nicht nur von Schmerz und Ausgrenzung, sondern immer auch von etwas anderem. Von Liebe, von Beziehungen, von Widerstandskraft. Es ist genau dieses Dazwischen, dieses Nebeneinander von Verletzung und Stärke, das das Buch so eindringlich macht. Tupoka Ogette schafft es, diese Widersprüche nicht aufzulösen, sondern auszuhalten und genau darin liegt eine große Stärke dieses Memoirs. Besonders eindrücklich ist auch die Perspektive des Aufwachsens in der DDR und später in der BRD. Dadurch wird deutlich, dass Rassismus kein Randphänomen einzelner Orte ist, sondern sich durch unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte zieht, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Gleichzeitig bleibt die Erzählung immer persönlich und verliert sich nie in abstrakten Analysen. Für mich hat das Buch meinen Blick nicht grundlegend verändert, weil ich mich bereits intensiv mit diesen Themen beschäftige. Aber es hat etwas anderes getan. Es hat mir sehr persönliche Einblicke gegeben, die über jedes theoretische Wissen hinausgehen. Es ist ein Unterschied, etwas zu verstehen und es so nah erzählt zu bekommen. Was am Ende bleibt, ist vor allem eines: tiefer Respekt. Respekt vor dem Weg dieser Frau, vor ihrer Stärke und vor dem Mut, diese Geschichte so offen zu erzählen.

    Zwischen Schmerz und Stärke und ich? Ich sitze noch immer mitten drinnen!

    23. März 2026

3 von 22 Rezensionen

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