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Totem und Tabu

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Über das Buch

›Totem und Tabu‹ ist Freuds vielleicht umstrittenster Text, für ihn jedoch eines seiner »Lieblingskinder«: Hier denkt er über die Stammesgeschichte, die frühen Kulturbildungen und die psychische Entwicklung der Menschheit nach – etwa über »Inzestscheu«, »Tabu«, »Animismus, Magie und Allmacht der Gedanken« und über den Mord der Urhorde am Vater.
Fachwissenschaftlich gelten seine Ausführungen als widerlegt. Hundert Jahre nach der Veröffentlichung gibt das Werk aber nicht Auskunft darüber, wie es einmal war am Anfang der Menschheits- und Kulturentwicklung: Vielmehr können wir den Text heute als einen wichtigen Kommentar zu unserer Gegenwart, über unsere eigene Gesellschaft lesen.

Editionen (17)

ISBN9783150189566
VerlagReclam, Philipp
Erscheinungsdatum11.11.16
Seitenzahl277

Rezensionen & Bewertungen

3 Bewertungen

1 Rezensionen

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  • arthurzturm
    arthurzturm

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    4,0

    ​Freuds Werk ist eine brillante, aber spekulative Provokation. Er behauptet, dass unsere gesamte Kultur auf einem uralten Schuldgefühl basiert – dem Mord an einem tyrannischen Urvater. Moral entsteht laut seinem Prinzip nicht aus Einsicht, sondern aus Reue. ​Beispiel Tabu: Wir verbieten uns Dinge, die wir eigentlich begehren (z. B. Inzest oder Gewalt), um das soziale Chaos zu verhindern, das der ursprüngliche Mord auslöste. ​Beispiel Totem: Das Totemtier fungiert als Vaterersatz. Es zu ehren bedeutet, den inneren Frieden mit der Autorität zu wahren. ​ Historisch ist seine Theorie unbewiesen und eher ein „psychoanalytischer Mythos“. Dennoch ein faszinierendes Porträt der menschlichen Psyche, das Moral als kollektive Zwangsneurose deutet.

    19. Apr. 2026

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