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Romane

Totem und Tabu

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Über das Buch

Die nachstehenden vier Aufsätze, die unter dem Untertitel dieses Buches in den beiden ersten Jahrgängen der von mir herausgegebenen Zeitschrift 'Imago' erschienen sind, entsprechen einem ersten Versuch von meiner Seite, Gesichtspunkte und Ergebnisse der Psychoanalyse auf ungeklärte Probleme der Völkerpsychologie anzuwenden. Sie enthalten also einen methodischen Gegensatz einerseits zu dem groß angelegten Werke von W. W u n d t , welches die Annahmen und Arbeitsweisen der nicht analytischen Psychologie derselben Absicht dienstbar macht, und anderseits zu den Arbeiten der Züricher psychoanalytischen Schule, die umgekehrt Probleme der Individualpsychologie durch Heranziehung von völkerpsychologischem Material zu erledigen streben. Es sei gern zugestanden, daß von diesen beiden Seiten die nächste Anregung zu meinen eigenen Arbeiten ausgegangen ist.Die Mängel dieser letzteren sind mir wohlbekannt. Ich will diejenigen nicht berühren, die von dem Erstlingscharakter dieser Untersuchungen abhängen. Andere aber erfordern ein Wort der Einführung. Die vier hier vereinigten Aufsätze machen auf das Interesse eines größeren Kreises von Gebildeten Anspruch und können eigentlich doch nur von den wenigen verstanden und beurteilt werden, denen die Psychoanalyse nach ihrer Eigenart nicht mehr fremd ist. Sie wollen zwischen Ethnologen, Sprachforschern, Folkloristen usw. einerseits und Psychoanalytikern anderseits vermitteln und können doch beiden nicht geben, was ihnen abgeht: den ersteren eine genügende Einführung in die neue psychologische Technik, den letzteren eine zureichende Beherrschung des der Verarbeitung harrenden Materials. So werden sie sich wohl damit begnügen müssen, hier wie dort Aufmerksamkeit zu erregen und die Erwartung hervorzurufen, daß ein öfteres Zusammentreffen von beiden Seiten nicht ertraglos für die Forschung bleiben kann.

Editionen (17)

ISBN9791041906789
VerlagCulturea
Erscheinungsdatum09.02.23
Seitenzahl90

Rezensionen & Bewertungen

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  • arthurzturm
    arthurzturm

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    4,0

    ​Freuds Werk ist eine brillante, aber spekulative Provokation. Er behauptet, dass unsere gesamte Kultur auf einem uralten Schuldgefühl basiert – dem Mord an einem tyrannischen Urvater. Moral entsteht laut seinem Prinzip nicht aus Einsicht, sondern aus Reue. ​Beispiel Tabu: Wir verbieten uns Dinge, die wir eigentlich begehren (z. B. Inzest oder Gewalt), um das soziale Chaos zu verhindern, das der ursprüngliche Mord auslöste. ​Beispiel Totem: Das Totemtier fungiert als Vaterersatz. Es zu ehren bedeutet, den inneren Frieden mit der Autorität zu wahren. ​ Historisch ist seine Theorie unbewiesen und eher ein „psychoanalytischer Mythos“. Dennoch ein faszinierendes Porträt der menschlichen Psyche, das Moral als kollektive Zwangsneurose deutet.

    19. Apr. 2026

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