Blick ins Buch

Romane

Natürlich kann man hier nicht leben

4,1(84)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Nilay will los. Am liebsten noch heute Nacht, von Berlin nach Istanbul. Seit Wochen verfolgt sie mit ihren Eltern die Nachrichten vom Taksim-Platz: die Bilder der Proteste, das Rufen nach Freiheit. Selim und Hülya sind außer sich. Sie selbst waren Kinder in den Straßen Izmirs. Dann kam der Putsch, im September 1980. Es folgten Jahre der Willkür, doch sie glaubten an eine Zukunft in der Türkei. Schließlich hatten sie sich und fanden Wege des Widerstands. Dreißig Jahre später zieht es ihre Tochter in das Land, das sie hinter sich ließen, in der Hoffnung, anderswo frei zu sein.

Mit großer Dringlichkeit und Hellsicht erzählt Özge İnan die Geschichte einer Familie, die nicht aufgibt. Eine Geschichte von Freundschaft und Verrat, von Liebe und Wut.

»Özge İnan erzählt von Menschen, die tausend Gründe hätten, keinen Widerstand zu leisten - und die dennoch nicht zu brechen sind. Ein so lebendig erzählter, beeindruckender Roman.« Shida Bazyar

Editionen (2)

ISBN9783492320931
VerlagPiper
Erscheinungsdatum27.02.25
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

84 Bewertungen

13 Rezensionen

4,1

Tippen zum Filtern

  • melis_buchzauber
    melis_buchzauber

    88 Follower

    4,0

    Sehr beeindruckend

    Ich habe dieses Buch im Buddyread mit meinen Cousinen gelesen. Wir haben uns nicht nur sehr lange über das Buch unterhalten, sondern auch über Herkunft, Heimat und die Frage, wo man eigentlich hingehört. Aber woorum es geht in dem Buch eigentlich? Das Buch springt zwischen Generationen und Perspektiven, verbindet persönliche Schicksale mit politischer Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Selim, Hülya und ihre Tochter Nilay. Selim und Hülya wachsen in der Türkei auf, in einer Zeit politischer Spannungen und Unterdrückung. Nach dem Militärputsch von 1980 werden viele ihrer Freunde verhaftet. Manche, weil sie sich engagiert haben, andere, weil sie einfach die falschen Bücher gelesen oder verkauft haben. Die Behörden haben auch Selim im Visie. Er erlebt Gewalt, Angst und das Gefühl, dass im eigenen Land kein Platz mehr für Freiheit bleibt. Gemeinsam mit Hülya verlässt er die Türkei und baut sich in Deutschland ein neues Leben auf. Dort wird Nilay geboren, die später zwischen zwei Welten aufwächst. In Deutschland fühlt sie sich fremd, in der Türkei fremder. Als sie die Gezi-Proteste in Istanbul im Fernsehen sieht, beginnt sich ihr Blick auf die Welt zu verändern. Meine Gedanken und Gefühle beim Lesen 💭 Das was mich am meisten überrascht hat, war das Schweigen zwischen den Generationen. Die Eltern tragen eine Vergangenheit in sich, die sie nie richtig erzählen und die Kinder spüren dieses Schweigen. Ich kenne dieses Schweigen. Viele von uns kennen es. Es ist das Schweigen unserer Eltern und Großeltern über das, was sie verloren haben, damit wir es einmal besser haben. Ein sehr lesenswertes Buch. Ich hätte mir am Schluss nur gewünscht, noch ein bisschen mehr über Nilay und ihren Werdegang zu erfahren.

    2. Nov. 2025

  • xmel.da
    xmel.da

    17 Follower

    3,5

    „Natürlich kann man hier nicht leben“ war für mich ein ruhiger, intensiver Roman, in den ich erst hineinfinden musste. Am Anfang war es für mich etwas ein Hin und Her, und es hat gedauert, bis ich wirklich im Geschehen angekommen bin. Teilweise hat sich die Geschichte für mich etwas gezogen. Trotzdem hat mich das Buch berührt. Besonders Hülyas Weg hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Einerseits ist es stark zu sehen, dass sie ihren eigenen Weg geht. Andererseits hatte es für mich einen schmerzhaften Beigeschmack weil man sich fragt, ob es am Ende wirklich ihr eigener Weg war oder einfach der, der sich ergeben hat. Obwohl sie auf etwas anderes hingearbeitet hat, lebt sie schließlich doch ein Leben, das in gewisser Weise dem ihrer Mutter und Schwester ähnelt nur dass sie es alleine lebt, fernab von Familie, in einem fremden Land. Dieses Gefühl von Einsamkeit und Entwurzelung tat beim Lesen weh und hat mich noch gedanklich beschäftigt. Ein nachdenklicher Roman, der nicht laut ist, aber emotional nachwirkt.

    14. Feb. 2026

  • 3,5

    Ein Roman, der von Gewalt und Herkunft erzählt und in die Türkei der 80er und 90er Jahre führt, wo wir die Eltern bei ihrem Widerstand verfolgen, der sie schließlich in die Flucht treibt. Ein halbes Jahr hab ich auf das Buch gefreut und blieb doch ein paar Mal stecken. Vielleicht geb ich der Geschichte später nochmal eine Chance.

    12. Jan. 2026

3 von 13 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Özge İnan

Özge İnan, geboren 1997 in Berlin, wurde während ihres Jurastudiums online mit politischen Kurztexten bekannt. Inzwischen arbeitet sie als Journalistin unter anderem für den Freitag, Zeit Online und die Süddeutsche Zeitung. »Natürlich kann man hier nicht leben« ist ihr erster Roman.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick