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Bei diesem Buch bin ich auch aus einem persönlichen Interesse gelandet: 2011 habe ich als Zugezogene für etwa 2 Jahre in Hoyerswerda, der Stadt mit der größten Abwanderung seit 1990 in Deutschland, gelebt. Grit Lemke gibt hier einen umfangreichen Einblick in das Gefühl in der Stadt etwa zwischen 1960 bis 2020, wobei der Fokus auf der DDR und den 90ern liegt. Sie lässt in Form einer Reportage Menschen erzählen, die dabei waren. Die Auseinandersetzung ist gut gelungen und wichtig. Man erfährt vom Zusammenhalt der Menschen, die neu in Hoyerswerda ankommen und der Stadt, die aus dem Boden gestampft wird. Sie beschreibt die Kunst und Kultur, die sich entwickelt und bis heute in der Stadt deutlich zu erleben ist. Es geht auch darum, dass es oft wirklich eher um Kunst als um politische Einflussnahme geht. Und dann geht es um die mehrtägigen ausländerfeindlichen Angriffe in der Stadt und es wird klar benannt, dass diese sich nicht überraschend und aus dem Nichts ergeben haben und ein Großteil der Stadt nicht betroffen weggeschaut hat und auch hinterher nicht viel davon wissen und darüber reden wollte. Das ist auch etwas, was sich durchzieht. Mir hat das Buch sehr geholfen bei der Einordnung der Stadt, die ich kurz erlebt, aber nicht durchdrungen habe. Allerdings wird an vielen Stellen rassistische Sprache reproduziert. Die Begriffe sind kursiv geschrieben, aber es hätte andere Möglichkeiten gegeben, das zu lösen.
23. Juli 2025
Bei diesem Buch bin ich auch aus einem persönlichen Interesse gelandet: 2011 habe ich als Zugezogene für etwa 2 Jahre in Hoyerswerda, der Stadt mit der größten Abwanderung seit 1990 in Deutschland, gelebt. Grit Lemke gibt hier einen umfangreichen Einblick in das Gefühl in der Stadt etwa zwischen 1960 bis 2020, wobei der Fokus auf der DDR und den 90ern liegt. Sie lässt in Form einer Reportage Menschen erzählen, die dabei waren. Die Auseinandersetzung ist gut gelungen und wichtig. Man erfährt vom Zusammenhalt der Menschen, die neu in Hoyerswerda ankommen und der Stadt, die aus dem Boden gestampft wird. Sie beschreibt die Kunst und Kultur, die sich entwickelt und bis heute in der Stadt deutlich zu erleben ist. Es geht auch darum, dass es oft wirklich eher um Kunst als um politische Einflussnahme geht. Und dann geht es um die mehrtägigen ausländerfeindlichen Angriffe in der Stadt und es wird klar benannt, dass diese sich nicht überraschend und aus dem Nichts ergeben haben und ein Großteil der Stadt nicht betroffen weggeschaut hat und auch hinterher nicht viel davon wissen und darüber reden wollte. Das ist auch etwas, was sich durchzieht. Mir hat das Buch sehr geholfen bei der Einordnung der Stadt, die ich kurz erlebt, aber nicht durchdrungen habe. Allerdings wird an vielen Stellen rassistische Sprache reproduziert. Die Begriffe sind kursiv geschrieben, aber es hätte andere Möglichkeiten gegeben, das zu lösen.
23. Juli 2025






