Blick ins Buch

Romane

Julia

3,7(81)
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Über das Buch

"Dieser Roman ist nicht nur kongenial und sensibel gegenüber dem Original, sondern auch so geistreich geschrieben, dass Orwell sicher die größte Freude an ihm hätte" The Telegraph

Mit seinem berühmten Roman "1984" gelang George Orwell eine visionäre Dystopie über eine Welt der totalen Überwachung. Nun wird dieser Klassiker zu ganz neuem Leben erweckt - und aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur erzählt. Die gewitzte Maschinistin Julia hat längst ihre ganz eigenen Strategien entwickelt, um in dem unmenschlichen Überwachungssystem zu überleben. Doch dann verliebt sie sich in Winston, und damit gerät alles aus den Fugen. Dieser eigentümliche Mann gibt Julia immer wieder Rätsel auf, und sollte ihre Liebe auffliegen, könnte sie das ihr Leben kosten. Allmählich verliert Julia jeglichen Halt in der ihr vertrauten Welt - und dabei gilt immer: Big Brother is watching you ...

Editionen (2)

ISBN9783847901563
VerlagEichborn
Erscheinungsdatum19.10.23
Seitenzahl448

Rezensionen & Bewertungen

81 Bewertungen

17 Rezensionen

3,7

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  • lila
    lila

    120 Follower

    4,5

    Puh. Dieses Buch war eine Achterbahnfahrt. Zuerst kam ich nicht so gut rein, dann fand ich die Sprache zeitweise zu derb (was sich später aber relativierte), und auch einige GewaltBeschreibungen waren ziemlich explizit. Ab der Mitte hat mich das Buch dann nicht mehr losgelassen. Ich kann mich kaum an 1984 erinnern, ich muss das „Original“ nun unbedingt noch einmal lesen. Trotz der (subjektiv so empfundenen) Kritikpunkte ein absolut lesenswertes Buch 📖, welches bis zum Schluss nicht erahnen ließ, wie es enden könnte.

    22. Mai 2024

  • literaturentochter
    literaturentochter

    203 Follower

    3,0

    »KRIEG IST FRIEDEN. FREIHEIT IST SKLAVEREI. UNWISSEN IST STÄRKE« (S. 25). Julia Worthing lebt in einem totalen Überwachungsstaat, durch ihren Beruf als Mechanikerin kann sie sich jedoch ziemlich frei bewegen. Diese Bewegungsfreiheit wird ihr allerdings zum Verhängnis, da die sonst so regimetreue Julia beim Sex, einer, in ihrer Welt, verbotenen Handlung, erwischt wird. Dieser Fehltritt wird für Julia folgenschwere Konsequenzen haben und sie muss sich dem System auf brutalste Weise beugen. Mit »Julia« liefert Autorin Sandra Newman eine Neuerzählung des dystopischen Klassikers »1984« von George Orwell, der bereits vor 75 Jahren erschienen ist. In der Neuerzählung geht es um die weibliche Sicht der Geschichte, in der sich Sandra Newman an Dialogen, Neusprech-Neologismen und einzelnen Szenen aus »1984« bedient und diese in ihrem Roman reproduziert. »Egoleb war ein Wort aus dem Neusprech für die Zeit, die man allein verbrachte: […] Der Begriff hatte immer einen abschätzigen Unterton und sollte die Genossinnen und Genossen daran erinnern, dass Zeit, die nicht für das Wohl des Kollektivs verwendet wurde, vergeudete Zeit war« (S. 40). Leider kann mich die Geschichte nicht, wie ich erwartet hatte, abholen. Zwar schafft es Sandra Newman ein düsteres Setting aufzubauen und die Orte der Handlung gekonnt sprachlich in Szene zu setzen. Die Furcht vor »Big Brother« ist deutlich spürbar, allerdings wirken die Dialoge zwischen den Figuren stellenweise deplatziert – wie aus der Zeit gefallen, da die Sprache unnötig derb ist. Die Szenerie ist oft düster und die Erlebnisse beklemmend, dadurch bleibt Sandra Newman dem Orwells Klassiker treu. Meine Erwartungen an eine feministische Neuerzählung wurden durch Antiheldin Julia nur bedingt befriedigt. Ihre Selbstermächtigung und Entwicklung ist für mich eher nur zwischen den Zeilen lesbar. CN: Fehlgeburt, Abtreibung, explizite Gewaltschilderung, Gewalt gegen Tiere, Polizeigewalt, Folter, Todesstrafe. Aus dem Englischen von Karoline Hippe.

    12. Feb. 2024

  • hamburger.lesemaus
    hamburger.lesemaus

    400 Follower

    4,0

    Eines vorab: Georg Orwells „1984" habe ich nicht gelesen. Es hat sich einfach nie ergeben. Als ich dann dieses Buch sah, wurde ich sofort neugierig: „1984“ reloaded - dieses Mal nicht aus der Perspektive Winstons, sondern aus der Sicht Julias erzählt. JULIA Sandra Newman Julia ist Mechanikerin und kann sich in London einigermaßen frei bewegen. Sie ist linientreu und angepasst, zumindest fast. Sie liebt Sex und das ist verboten. Wenn man sie beim Sexcrim erwischte, würde sie hängen - doch sie ist vorsichtig, auch wenn sie mit den Proleten, den Menschen, die nicht der Partei angehören, Tauschgeschäfte abschließt. Geschäfte abzuwickeln oder Geheimnisse mit anderen austauschen, ist in dem Überwachungssystem Londons fast unmöglich, dieses erfordert großes Geschick - Spitzel, Spione und Fernsehüberwachungen sind allgegenwärtig. Dann begegnet ihr Winston Smith und sie verliebt sich in ihn. Was als Liebe beginnt, endet im Desaster. Sie fliegen auf und die Partei zwingt sie, als Spionin zu arbeiten. Ob Julia am Ende überlebt, müsst ihr selber herausfinden. Was für eine großartige Idee, das Buch noch einmal aus der Sicht einer anderen Person dazustellen! Ich wurde in eine Dystopie katapultiert - irgendwo zwischen Stasi-Deutschland und Nationalsozialismus. Auch wenn ich das Buch nicht durchgehend spannend fand (teilweise zog es sich) und es im letzten Drittel wahnsinnig brutal wurde, gefiel mir das Buch im Ganzen gut. Der Schluss des Buches ist großartig und deshalb habe ich mir das Original 1984 von George Orwell bereits bestellt und werde es zeitnah lesen. Anmerkung: Alle Dialoge zwischen Julia und Winston sind übrigens aus dem Buch 1984 entnommen. Fazit: Mir wird das Buch lange in Erinnerung bleiben. 4/ 5

    26. Dez. 2023

3 von 17 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Sandra Newman

Sandra Newman, geboren 1965 in Boston, hat bereits mehrere Romane und Sachbücher veröffentlicht. Ihre beiden auf Deutsch erschienenen Romane ICE CREAM STAR und HIMMEL (Matthes & Seitz) waren große Presseerfolge. Sandra Newman war mit ihren Büchern u.a. für den Folio Prize, den Baileys Women’s Prize for Fiction sowie den Guardian First Book Award nominiert. Sie lebt in New York.

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