Versailles, 1994. Milan ha dodici anni e vive con il padre Philippe, francese, e la madre Venancia, ruandese, ma conosce poco o nulla delle sue radici africane, perché Venancia non ha mai voluto condividere ricordi della sua vita passata. Il suo silenzio ostinato la rende quasi un'estranea agli occhi del figlio. Ma il Ruanda è destinato a manifestarsi presto nella vita di Milan, prima attraverso le immagini scioccanti eppure lontane del genocidio contro i tutsi trasmesse in televisione, poi con l'arrivo imprevisto di Claude, un familiare di Venancia. Milan si illude di aver trovato un fratello, ma il ragazzino ritorna in Ruanda in maniera altrettanto fulminea e incomprensibile. Solo quattro anni dopo, quando parte per Kigali con la madre, Milan lo ritroverà e scoprirà anche l'esistenza di una nonna, della "Zia" Eusébie e di sua figlia Stella, che fin da bambina ama arrampicarsi tra i rami dell'enorme albero di jacaranda che cresce nel suo giardino. Pur sentendosi inizialmente un estraneo, additato dai coetanei come un "muzungu", un bianco, Milan si lascia via via conquistare da quel luogo al contempo affascinante e brutale, arrivando a sentirsi sempre più a casa. Un romanzo intenso e toccante che racconta le ripercussioni della violenza sui legami umani, restituendo l'immagine di un Paese che, nonostante le sue ferite profonde, cerca il dialogo e il perdono, soprattutto attraverso la speranza e la vitalità delle nuove generazioni. Das Urheberrecht an bibliographischen und produktbeschreibenden Daten und an den bereitgestellten Bildern liegt bei Informazioni Editoriali, I.E. S.r.l., oder beim Herausgeber oder demjenigen, der die Genehmigung erteilt hat. Alle Rechte vorbehalten.
Dieses Buch hat mich umgehauen - ein Highlight des bisherigen Jahres!
Nach der Lektüre musste ich das Ganze erst mal sacken lassen bevor ich einen Beitrag schreiben konnte, da ich sehr aufgewühlt war von der Geschichte.
Milan lebt in Frankreich und ist der Sohn einer Rwandesin und eines Franzosen. Er führt ein normales Leben bis er im Fernseher die Bilder von den Massakern in Rwanda 1994 sieht. Bald darauf taucht ein "Cousin" auf, der Unterschlupf bei Ihnen findet und aus Rwanda gekommen ist. Da beginnt er seine Mutter über Ihre Vergangenheit und ihr Mutterland zu befragen. Diese spricht jedoch gar nicht gerne darüber. Der "Cousin" reist dann auch bald wieder zurück. Ein paar Jahre später reist Milan selbst mit der Mutter nach Rwanda, da diese bestimmte administrative Dinge klären muss. Hier trifft er wieder auf Claude, den "Cousin", und beginnt langsam aber sicher das Land kennenzulernen.
In der Folge reist er immer wieder dorthin und entdeckt mehr und mehr über die Menschen, das Land und auch sich selbst. Eine Geschichte übers Erwachsenwerden unter widrigen Umständen zwischen zwei Welten.
Gaël Faye hat hier ein umwerfendes Buch geschrieben. Habe schon Petit Pays sehr gemocht. Hier ist es aber eine rundere und sehr viel literarischere Geschichte. Er schafft es mit der Figur von Milan einen Blick auf das Land und seine Geschichte zu werfen, der nach Aussen und nach Innen gerichtet ist. Dabei erfahren wir viel über die Geschichte und die Gefühle der Menschen eines Landes, das in seiner schwierigsten Zeit von der Welt alleine gelassen wurde. Gerade die letzten ca. 100 Seiten haben mich sehr berührt - war beim Lesen selten den Tränen so nahe, und das aus Trauer und Freude. Vielleicht hat es mich auch so berührt weil ich vor einigen Jahren in Rwanda war, und es mir sehr gefallen hat. Das Land, die Leute, die Stimmung. Das Buch bringt jedenfalls diesen Widerspruch von Schwere und Leichtigkeit, den man spürt, sehr gut rüber. Die Figuren sind alle sehr liebevoll gezeichnet und in ihrer Funktion schlau eingesetzt. Dabei lehrt er uns einiges, ohne belehrend zu sein.
Hätte meiner Meinung nach den Prix Concourt verdient. Absolute Empfehlung für alle, die mit der Thematik etwas anfangen können. Es lohnt sich enorm dieses Buch zu lesen - ist jetzt auch auf Deutsch erschienen.
7. Sept. 2025
5,0
Dieses Buch hat mich umgehauen - ein Highlight des bisherigen Jahres!
Nach der Lektüre musste ich das Ganze erst mal sacken lassen bevor ich einen Beitrag schreiben konnte, da ich sehr aufgewühlt war von der Geschichte.
Milan lebt in Frankreich und ist der Sohn einer Rwandesin und eines Franzosen. Er führt ein normales Leben bis er im Fernseher die Bilder von den Massakern in Rwanda 1994 sieht. Bald darauf taucht ein "Cousin" auf, der Unterschlupf bei Ihnen findet und aus Rwanda gekommen ist. Da beginnt er seine Mutter über Ihre Vergangenheit und ihr Mutterland zu befragen. Diese spricht jedoch gar nicht gerne darüber. Der "Cousin" reist dann auch bald wieder zurück. Ein paar Jahre später reist Milan selbst mit der Mutter nach Rwanda, da diese bestimmte administrative Dinge klären muss. Hier trifft er wieder auf Claude, den "Cousin", und beginnt langsam aber sicher das Land kennenzulernen.
In der Folge reist er immer wieder dorthin und entdeckt mehr und mehr über die Menschen, das Land und auch sich selbst. Eine Geschichte übers Erwachsenwerden unter widrigen Umständen zwischen zwei Welten.
Gaël Faye hat hier ein umwerfendes Buch geschrieben. Habe schon Petit Pays sehr gemocht. Hier ist es aber eine rundere und sehr viel literarischere Geschichte. Er schafft es mit der Figur von Milan einen Blick auf das Land und seine Geschichte zu werfen, der nach Aussen und nach Innen gerichtet ist. Dabei erfahren wir viel über die Geschichte und die Gefühle der Menschen eines Landes, das in seiner schwierigsten Zeit von der Welt alleine gelassen wurde. Gerade die letzten ca. 100 Seiten haben mich sehr berührt - war beim Lesen selten den Tränen so nahe, und das aus Trauer und Freude. Vielleicht hat es mich auch so berührt weil ich vor einigen Jahren in Rwanda war, und es mir sehr gefallen hat. Das Land, die Leute, die Stimmung. Das Buch bringt jedenfalls diesen Widerspruch von Schwere und Leichtigkeit, den man spürt, sehr gut rüber. Die Figuren sind alle sehr liebevoll gezeichnet und in ihrer Funktion schlau eingesetzt. Dabei lehrt er uns einiges, ohne belehrend zu sein.
Hätte meiner Meinung nach den Prix Concourt verdient. Absolute Empfehlung für alle, die mit der Thematik etwas anfangen können. Es lohnt sich enorm dieses Buch zu lesen - ist jetzt auch auf Deutsch erschienen.