Blick ins Buch

Romane

Ich, Ellyn

4,2(84)
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Über das Buch

»Mitreißend!« Deutschlandfunk

England, 1573: Ellyn wächst in armen Verhältnissen auf. Außer der harten Feldarbeit kennt sie nichts. Bis sie eines Tages ihre Gabe entdeckt und merkt, dass es außerhalb ihrer Welt noch eine andere gibt, eine Welt, die sie um jeden Preis kennenlernen will – und die sie am Ende vor die Frage stellt, wer sie sein will und wer sie wirklich ist.

»Ein starkes Buch über eine starke Frau mit einem starken Klang, der lange nachhallt.« Münchner Merkur

»Nell Leyshon schafft es, wie in all ihren Romanen, einen ganz eigenen Erzählton zu finden.« Brigitte

Von der Autorin des Indie-Bestsellers „Die Farbe von Milch“

Editionen (1)

ISBN9783961611294
VerlagEisele Verlag
Erscheinungsdatum24.02.22
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

84 Bewertungen

21 Rezensionen

4,2

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  • strolchine89
    strolchine89

    29 Follower

    4,0

    ⭐️⭐️⭐️⭐️ (3,75/5)

    „Ich, Ellyn“ hat mir insgesamt gut gefallen. Die Figur Ellyn ist glaubwürdig gezeichnet, ihre Entwicklung ist nachvollziehbar und ich konnte mich gut auf ihren Weg einlassen. Gewöhnungsbedürftig fand ich allerdings den Sprachgebrauch und den Schreibstil. Vor allem am Anfang war das etwas herausfordernd. Wenn man sich darauf einlässt und dranbleibt, lohnt es sich aber, denn die Geschichte selbst hat mich überzeugt. Trotz kleiner Einschränkungen eine lesenswerte und gelungene Geschichte mit einer starken Hauptfigur.

    4. Mai 2026

  • litera.lina
    litera.lina

    201 Follower

    5,0

    Wie schon bei „Die Farbe von Milch“ hat mich vor allem eines vollkommen beeindruckt: Leyshons Fähigkeit, mit Sprache zu arbeiten. Nicht auf eine kunstvolle, demonstrative Art, sondern so präzise, dass jede sprachliche Entscheidung Bedeutung trägt. Ellyn wächst im England des 16. Jahrhunderts in bitterer Armut auf. Ihr Leben ist geprägt von harter Arbeit, gesellschaftlichen Grenzen und einer Welt, die für Menschen wie sie kaum Möglichkeiten vorsieht. Als sie jedoch ihre besondere Gabe entdeckt, öffnet sich ihr Schritt für Schritt eine neue Wirklichkeit und damit die Frage, wer sie sein möchte und wer sie sein darf. Was dieses Buch für mich so außergewöhnlich macht, ist die sprachliche Entwicklung der Protagonistin. Zu Beginn erzählt Ellyn in einfachen, größtenteils grammatikalisch fehlerhaften Sätzen. Ihre Sprache spiegelt die Begrenzungen ihrer Welt wider. Doch je mehr sie lernt, desto mehr verändert sich auch ihre Stimme. Der Satzbau wird komplexer, ihre Gedanken differenzierter, ihre Ausdrucksmöglichkeiten größer. Bildung wird hier also nicht nur thematisiert. Sie wird formal erfahrbar gemacht. Und genau deshalb hat mich das Ende so bewegt. Das Buch schließt mit dem Gedanken, dass Ellyn eine Stimme hat und sie nutzen wird. Dieser Moment fühlt sich wie ein perfekter Kreis an. Denn während des gesamten Romans erleben wir, wie diese Stimme überhaupt erst entsteht. Ellyn findet nicht nur ihren Platz in der Welt. Sie findet die Sprache, mit der sie von sich erzählen kann. Darin liegt für mich auch die feministische Kraft des Romans. Frauen wird in dieser Gesellschaft nicht nur Macht verweigert, sondern auch Wissen, Bildung und die Möglichkeit, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Dass ausgerechnet das Finden einer Stimme zum zentralen Motiv wird, macht den Roman zu weit mehr als einer historischen Erzählung. Er wird zu einer Geschichte über Selbstermächtigung. Besonders faszinierend ist dabei der historische Widerspruch. Während mit Elisabeth I. eine Frau den englischen Thron besetzt, werden Frauen im Alltag weiterhin systematisch abgewertet und in ihrer Freiheit eingeschränkt. Leyshon zeigt eindrucksvoll, wie wenig die Existenz einer Herrscherin an den patriarchalen Strukturen für die Mehrheit der Frauen verändert. Dabei scheut der Roman auch die dunklen Seiten seiner Zeit nicht. Gewalt, Machtmissbrauch und die ständige Bedrohung weiblicher Selbstbestimmung durchziehen die Handlung. Dennoch ist Ich, Ellyn nie ein Roman, der auf Schockeffekte setzt. Vielmehr entfaltet er seine Wirkung durch eine bemerkenswerte sprachliche Verdichtung. Mich fasziniert, wie viel dieses Buch mit so wenigen Worten erzählt. Auf vergleichsweise wenigen Seiten verhandelt es Klassenunterschiede, Geschlechterrollen, Bildung, Gewalt, Identität und Freiheit und wirkt dabei niemals überladen. Ich bin schockverliebt in dieses Buch.

    16. Juni 2026

  • milena.ejk
    milena.ejk

    41 Follower

    4,5

    💔

    Die Entwicklung von Ellyn ist wunderbar. Das Ende schmerzt mich. Das Buch lässt sich leicht lesen. Wie auch das erste Buch der Autorin hatte ich es in 24h durch das es sehr fesselnde ist.

    💔

    23. Sept. 2024

3 von 21 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 16875%
jxlika
jxlika7. Mai 2026

Und ganz langsam, so dass ich es kaum bemerkt habe, gibt es die ersten Satzzeichen und Großbuchstaben. Die Sprache hat mich ein wenig gestört, aber sie passt so gut. Mit mehr Bildung wird auch die Sprache und die Rechtschreibung besser. So eine schöne Metapher.

Seite 20692%

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Autorin / Autor

Über Nell Leyshon

Nell Leyshons Romane, Theaterstücke und Hörspiele erhielten bereits zahlreiche Auszeichnungen. Im Eisele Verlag erschien mit großem Erfolg bei Presse und Publikum der Roman Die Farbe von Milch, für den sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert war. Es folgte Der Wald, „eine herzzerreißende Liebeserklärung an Söhne und ihre Mütter“ (Brigitte). Mit Ich, Ellyn legt Nell Leyshon erneut einen historischen Roman vor, in dem ein junges Mädchen seine von Geburt an benachteiligte Stellung nicht hinnimmt und sich mit aller Macht seinen Platz im Leben erkämpfen will. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt heute in Dorset.

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