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Eine Geschichte, bei der ich am Ende mehr Mitgefühl mit den vermeintlichen Antagonisten hatte als mit der Heldin selbst
Ich bewerte hier die komplette Reihe und lande am Ende bei 3 Sternen. Der dritte Band hat für mich deutlich stärker angefangen als die beiden Vorgänger. Trotzdem blieb für mich das größte Problem der Reihe bestehen: Sie war oft unnötig wirr erzählt. Gerade im ersten Band wusste ich immer wieder nicht, worauf die Geschichte eigentlich hinauswill. Im Finale war es dann genau andersherum. Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt, bevor auf den letzten 80 Seiten plötzlich alles gleichzeitig passiert. Außerdem hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass sich die Autorin sehr stark von The Vampire Diaries und The Originals inspirieren ließ. Manche Figurenkonstellationen und Entwicklungen kamen mir so vertraut vor, dass ich ständig Parallelen gesehen habe. Spoiler Was mich am Ende am meisten beschäftigt hat, war gar nicht das Ende selbst, sondern die moralische Frage dahinter. Was wiegt mehr? Eine Welt, die von Verrat, Manipulation und Leid geprägt ist, oder die Erlösung eines einzigen Unschuldigen, der seit Jahrtausenden in genau dem Moment gefangen ist, in dem ihm von seinen eigenen Brüdern das Herz herausgerissen wurde? Ich hatte darauf keine einfache Antwort. Ehrlich gesagt habe ich beim Lesen aber immer mehr dazu tendiert, dass Xanthos’ Schicksal für mich schwerer wiegt. Und genau deshalb haben mich die einzelnen Figuren am Ende so beschäftigt. Bei Kas blieb für mich vor allem eine Frage offen: Warum hasst er Alexei eigentlich so sehr? Seine gesamte Geschichte baut darauf auf, ihm alles nehmen zu wollen. Trotzdem konnte ich mich am Ende kaum noch daran erinnern, was diesen Hass überhaupt ausgelöst hat. Wenn ich nach drei Büchern die Motivation einer Figur nicht mehr greifen kann, fällt es mir schwer, ihre Entscheidungen nachzuempfinden. Ähnlich ging es mir mit Nastia. Dass sie Alexei wegen eines Tagebuchs beziehungsweise einer Schriftrolle verlässt, ihren Tod vortäuscht und diesen ganzen Weg einschlägt, konnte ich emotional einfach nicht nachvollziehen. Zoé blieb dagegen von Anfang bis Ende mein größter Kritikpunkt. Ich konnte nie eine wirkliche Verbindung zu ihr aufbauen. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass sie sich letztlich für sich selbst entscheidet. Gerade das Finale hat diesen Eindruck für mich eher bestätigt als widerlegt. Als sie sagt, sie entscheide sich jetzt endlich für sich selbst, dachte ich nur: Aber genau das hast du doch die ganze Zeit getan. Ausgerechnet Alexei hat mich am Ende am meisten überrascht. Ja, er war toxisch. Ja, er hat viele falsche Entscheidungen getroffen. Trotzdem konnte ich seine Beweggründe verstehen. Er wollte Xanthia retten und war überzeugt, dass sein Weg der richtige ist. Dass er dabei manipuliert wurde, wusste er selbst nicht. Und am Ende wird er ausgerechnet von den Menschen verraten, denen er vertraut und die er liebt. Sein letzter Gedanke, dass Zoé nicht um ihn weinen würde und ihm das Sterben deshalb leichter falle, hat mich ehrlich getroffen. Plötzlich war ausgerechnet er für mich die tragischste Figur der Reihe. Auch Aurora konnte ich am Ende viel besser verstehen, als ich erwartet hätte. Sie wollte die Welt nicht zerstören, weil sie böse ist. Sie wollte ihren Sohn retten. Einen Sohn, der unschuldig seit Jahrtausenden leidet. Aus ihrer Perspektive ist sie keine Schurkin, sondern eine Mutter, die verzweifelt versucht, ihr Kind zu erlösen. Und dann ist da noch Xanthos. Für mich das eigentliche Opfer dieser Geschichte. Verraten von den Menschen, denen er blind vertraut hat, und seit Jahrhunderten dazu verdammt, immer wieder denselben Moment unvorstellbarer Qual zu erleben. Deshalb hat mich das Ende auch so zwiegespalten zurückgelassen. Die Geschichte vermittelt, dass Zoés Entscheidung die richtige ist. Ich selbst habe das völlig anders empfunden. Ich hatte am Ende mehr Verständnis, mehr Mitgefühl und mehr Empathie für Alexei, Aurora und Xanthos als für die Heldin, deren Geschichte ich drei Bücher lang begleitet habe. Und genau das ist vermutlich mein größter Kritikpunkt an der gesamten Reihe.
1 Tage vor
Eine Geschichte, bei der ich am Ende mehr Mitgefühl mit den vermeintlichen Antagonisten hatte als mit der Heldin selbst
Ich bewerte hier die komplette Reihe und lande am Ende bei 3 Sternen. Der dritte Band hat für mich deutlich stärker angefangen als die beiden Vorgänger. Trotzdem blieb für mich das größte Problem der Reihe bestehen: Sie war oft unnötig wirr erzählt. Gerade im ersten Band wusste ich immer wieder nicht, worauf die Geschichte eigentlich hinauswill. Im Finale war es dann genau andersherum. Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt, bevor auf den letzten 80 Seiten plötzlich alles gleichzeitig passiert. Außerdem hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass sich die Autorin sehr stark von The Vampire Diaries und The Originals inspirieren ließ. Manche Figurenkonstellationen und Entwicklungen kamen mir so vertraut vor, dass ich ständig Parallelen gesehen habe. Spoiler Was mich am Ende am meisten beschäftigt hat, war gar nicht das Ende selbst, sondern die moralische Frage dahinter. Was wiegt mehr? Eine Welt, die von Verrat, Manipulation und Leid geprägt ist, oder die Erlösung eines einzigen Unschuldigen, der seit Jahrtausenden in genau dem Moment gefangen ist, in dem ihm von seinen eigenen Brüdern das Herz herausgerissen wurde? Ich hatte darauf keine einfache Antwort. Ehrlich gesagt habe ich beim Lesen aber immer mehr dazu tendiert, dass Xanthos’ Schicksal für mich schwerer wiegt. Und genau deshalb haben mich die einzelnen Figuren am Ende so beschäftigt. Bei Kas blieb für mich vor allem eine Frage offen: Warum hasst er Alexei eigentlich so sehr? Seine gesamte Geschichte baut darauf auf, ihm alles nehmen zu wollen. Trotzdem konnte ich mich am Ende kaum noch daran erinnern, was diesen Hass überhaupt ausgelöst hat. Wenn ich nach drei Büchern die Motivation einer Figur nicht mehr greifen kann, fällt es mir schwer, ihre Entscheidungen nachzuempfinden. Ähnlich ging es mir mit Nastia. Dass sie Alexei wegen eines Tagebuchs beziehungsweise einer Schriftrolle verlässt, ihren Tod vortäuscht und diesen ganzen Weg einschlägt, konnte ich emotional einfach nicht nachvollziehen. Zoé blieb dagegen von Anfang bis Ende mein größter Kritikpunkt. Ich konnte nie eine wirkliche Verbindung zu ihr aufbauen. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass sie sich letztlich für sich selbst entscheidet. Gerade das Finale hat diesen Eindruck für mich eher bestätigt als widerlegt. Als sie sagt, sie entscheide sich jetzt endlich für sich selbst, dachte ich nur: Aber genau das hast du doch die ganze Zeit getan. Ausgerechnet Alexei hat mich am Ende am meisten überrascht. Ja, er war toxisch. Ja, er hat viele falsche Entscheidungen getroffen. Trotzdem konnte ich seine Beweggründe verstehen. Er wollte Xanthia retten und war überzeugt, dass sein Weg der richtige ist. Dass er dabei manipuliert wurde, wusste er selbst nicht. Und am Ende wird er ausgerechnet von den Menschen verraten, denen er vertraut und die er liebt. Sein letzter Gedanke, dass Zoé nicht um ihn weinen würde und ihm das Sterben deshalb leichter falle, hat mich ehrlich getroffen. Plötzlich war ausgerechnet er für mich die tragischste Figur der Reihe. Auch Aurora konnte ich am Ende viel besser verstehen, als ich erwartet hätte. Sie wollte die Welt nicht zerstören, weil sie böse ist. Sie wollte ihren Sohn retten. Einen Sohn, der unschuldig seit Jahrtausenden leidet. Aus ihrer Perspektive ist sie keine Schurkin, sondern eine Mutter, die verzweifelt versucht, ihr Kind zu erlösen. Und dann ist da noch Xanthos. Für mich das eigentliche Opfer dieser Geschichte. Verraten von den Menschen, denen er blind vertraut hat, und seit Jahrhunderten dazu verdammt, immer wieder denselben Moment unvorstellbarer Qual zu erleben. Deshalb hat mich das Ende auch so zwiegespalten zurückgelassen. Die Geschichte vermittelt, dass Zoés Entscheidung die richtige ist. Ich selbst habe das völlig anders empfunden. Ich hatte am Ende mehr Verständnis, mehr Mitgefühl und mehr Empathie für Alexei, Aurora und Xanthos als für die Heldin, deren Geschichte ich drei Bücher lang begleitet habe. Und genau das ist vermutlich mein größter Kritikpunkt an der gesamten Reihe.
1 Tage vor







