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Dies ist mein erstes Buch von der Autorin Chimamanda Ngozi Adichie und ich kann sagen, ihre Art Dinge zu erkennen und klar zu benennen, haben mich beeindruckt. Sie hat einen sehr eindringlichen Schreibstil und dieser hat mich schon während des Lesens dazu angeregt, über Dinge nachzudenken und weiterzudenken. Selbst zu interpretieren. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich länger als üblich fürs Lesen gebraucht habe, aber auch der Grund, warum es definitiv nicht der letzte Roman der Autorin für mich ist. Der Inhalt ist zu komplex, um ihn knapp zusammenzufassen. Es ist kein Roman, den man kurz mal „weglesen“ kann. Dafür hat er zu wenig Geschichte in sich und stellt auch zu viele Fragen. Es ist ein Buch, in dem ich oft die Frage „Was wäre wenn….“ rausgelesen habe, aber auch ganz viel über das weibliche nigerianisch bzw. westafrikanische Leben. Ganz viel über patriarchale Strukturen und Machtmissbrauch, aber auch Traditionen und Religionen, die das Leben einer Frau und vor allem das Leben einer westafrikanischen Frau prägen und lenken. Erzählt wird die Geschichte von vier Frauen, die miteinander verbunden sind. Chiamaka, Zikora, Omelogor und Kadiatou. Es spielt zur Coronazeit und dadurch sind auch viele Gedanken zu lesen. Jede Frau bekommt ihren eigenen Abschnitt und auch ihren eigenen Erzählstil. Dadurch habe ich persönlich aber auch in jedem neuen Abschnitt ein wenig mehr Inhalt gesucht, bis ich wieder in das Leben der „neuen“ Frau abtauchen konnte. Nicht jede Frau hab ich verstanden, aber manche Erfahrungen sind so universell auf jede Frau umsetzbar, dass es sich manchmal angefühlt hat wie die Geschichte einer einzigen Frau. So konnte ich nachfühlen, wie Erwartungen der Familie Frauen einschränken, die Geburt eines Kindes die Mutter-Tochter-Beziehung verändern kann oder traumatische Ereignisse das Leben physisch und psychisch belasten können. Ich fand es interessant, wie die Autorin manche Szenen wiederholt hat, indem sie diese aus einer anderen Perspektive geschildert hat und sich dadurch auch mein Blickwinkel auf diese Szene verändert hat und auch mein Verständnis für bestimmte Reaktionen oder Taten. Es gibt auch ein paar Schwachstellen in dem Buch, weswegen es bei mir nicht ganz zum Highlight gereicht hat. Auch wenn es mich wirklich fasziniert hat, wie Adichie es schafft, ohne viel Handlung so viel zu erzählen, hätte ich mir an einigen Stellen doch etwas mehr Geschehen gewünscht. Vielleicht auch etwas mehr Tiefe. So waren manche Verknüpfungen ein wenig lose und nicht jeden Faden konnte ich mit dem anderen verweben. Außerdem hat es mich persönlich ein wenig gestört, dass es vordergründig zu viel um die Liebesbeziehungen ging und die Männer dadurch zu viel Raum bekommen haben. Aber vielleicht muss es auch genau so. Dadurch, dass ich im Vorfeld ein Interview mit der Autorin gesehen hatte, habe ich auch die Trauer um die Mutter wiedererkannt. Ich weiß aber nicht, ob es mir ohne Interview aufgefallen wäre. Ich würde das Buch jedem Menschen empfehlen, der Lust auf anspruchsvolle Literatur ohne viel Handlung hat, aber mit ganz vielen lebensphilosophischen Fragen einer Frau im Speziellen einer nigerianischen Frau. Für mich ist ein perfektes Buch zum gemeinsamen Lesen und Austauschen.
22. Apr. 2025
Dies ist mein erstes Buch von der Autorin Chimamanda Ngozi Adichie und ich kann sagen, ihre Art Dinge zu erkennen und klar zu benennen, haben mich beeindruckt. Sie hat einen sehr eindringlichen Schreibstil und dieser hat mich schon während des Lesens dazu angeregt, über Dinge nachzudenken und weiterzudenken. Selbst zu interpretieren. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich länger als üblich fürs Lesen gebraucht habe, aber auch der Grund, warum es definitiv nicht der letzte Roman der Autorin für mich ist. Der Inhalt ist zu komplex, um ihn knapp zusammenzufassen. Es ist kein Roman, den man kurz mal „weglesen“ kann. Dafür hat er zu wenig Geschichte in sich und stellt auch zu viele Fragen. Es ist ein Buch, in dem ich oft die Frage „Was wäre wenn….“ rausgelesen habe, aber auch ganz viel über das weibliche nigerianisch bzw. westafrikanische Leben. Ganz viel über patriarchale Strukturen und Machtmissbrauch, aber auch Traditionen und Religionen, die das Leben einer Frau und vor allem das Leben einer westafrikanischen Frau prägen und lenken. Erzählt wird die Geschichte von vier Frauen, die miteinander verbunden sind. Chiamaka, Zikora, Omelogor und Kadiatou. Es spielt zur Coronazeit und dadurch sind auch viele Gedanken zu lesen. Jede Frau bekommt ihren eigenen Abschnitt und auch ihren eigenen Erzählstil. Dadurch habe ich persönlich aber auch in jedem neuen Abschnitt ein wenig mehr Inhalt gesucht, bis ich wieder in das Leben der „neuen“ Frau abtauchen konnte. Nicht jede Frau hab ich verstanden, aber manche Erfahrungen sind so universell auf jede Frau umsetzbar, dass es sich manchmal angefühlt hat wie die Geschichte einer einzigen Frau. So konnte ich nachfühlen, wie Erwartungen der Familie Frauen einschränken, die Geburt eines Kindes die Mutter-Tochter-Beziehung verändern kann oder traumatische Ereignisse das Leben physisch und psychisch belasten können. Ich fand es interessant, wie die Autorin manche Szenen wiederholt hat, indem sie diese aus einer anderen Perspektive geschildert hat und sich dadurch auch mein Blickwinkel auf diese Szene verändert hat und auch mein Verständnis für bestimmte Reaktionen oder Taten. Es gibt auch ein paar Schwachstellen in dem Buch, weswegen es bei mir nicht ganz zum Highlight gereicht hat. Auch wenn es mich wirklich fasziniert hat, wie Adichie es schafft, ohne viel Handlung so viel zu erzählen, hätte ich mir an einigen Stellen doch etwas mehr Geschehen gewünscht. Vielleicht auch etwas mehr Tiefe. So waren manche Verknüpfungen ein wenig lose und nicht jeden Faden konnte ich mit dem anderen verweben. Außerdem hat es mich persönlich ein wenig gestört, dass es vordergründig zu viel um die Liebesbeziehungen ging und die Männer dadurch zu viel Raum bekommen haben. Aber vielleicht muss es auch genau so. Dadurch, dass ich im Vorfeld ein Interview mit der Autorin gesehen hatte, habe ich auch die Trauer um die Mutter wiedererkannt. Ich weiß aber nicht, ob es mir ohne Interview aufgefallen wäre. Ich würde das Buch jedem Menschen empfehlen, der Lust auf anspruchsvolle Literatur ohne viel Handlung hat, aber mit ganz vielen lebensphilosophischen Fragen einer Frau im Speziellen einer nigerianischen Frau. Für mich ist ein perfektes Buch zum gemeinsamen Lesen und Austauschen.
22. Apr. 2025






