Blick ins Buch

Sci-Fi

Die Parabel der Talente

4,3(50)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Make America great again - Octavia E. Butlers prophetischer zweiter Roman, der unsere Gegenwart abbildet.

Der große Klassiker der amerikanischen Literatur erstmals auf Deutsch!


Wir schreiben das Jahr 2032. Lauren Olamina hat eine kleine Gemeinschaft in Nordkalifornien gegründet, in der sie nach den Regeln ihrer neuen Religion in Frieden lebt. Sie nehmen alle auf, die nach der Wahl des ultrakonservativen Präsidenten Jarret verfolgt werden. Jarret hat im Wahlkampf versprochen, Amerika wieder groß zu machen, doch in Wahrheit spaltet er mit seinen Reden und Taten das ohnehin zerrissene Land immer tiefer. Schnell wird Laurens Gemeinschaft – eine Minderheitenreligion, angeführt von einer Schwarzen Frau – zur Zielscheibe seines Hasses.

Jahre später studiert Laurens Tochter Ashs Vere die Tagebücher ihrer Mutter. Sie sucht in der Vergangenheit nach Antworten auf ihre Fragen – und will ihre Mutter verstehen lernen, die hin- und hergerissen war zwischen der Verantwortung für ihre Gemeinschaft und ihrer Bestimmung, die Menschheit als Ganzes in eine bessere Zukunft zu führen.

Vieles kommt einem bekannt vor - Octavia knew.

Editionen (1)

ISBN9783453322172
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum13.03.24
Seitenzahl560

Rezensionen & Bewertungen

50 Bewertungen

9 Rezensionen

4,3

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  • cheap.and.cheerful
    cheap.and.cheerful

    148 Follower

    4,0

    Gelungene Fortsetzung von Teil 1

    In Band 2 der Dilogie verändert sich die Perspektive, sodass nicht nur die Tagebucheinträge der Protagonistin aus Teil 1, Lauren Olamina, die Geschichte erzählen. Es kommen schriftliche Zeugnisse von Olaminas Mann, Bankole, ihrer erwachsenen Tochter Asha Vere, und einem verloren geglaubten Verwandten hinzu, auf den ich aus Spoiler-Gründen nicht näher eingehe. Durch die zusätzlichen Quellen verändert sich die Wahrnehmung von Lauren Olamina als bisher zuverlässige Erzählerin, und auch die anderen Personen sind voreingenommen, was die Erzählweise des Buchs noch spannender macht als Teil 1. Der Plot liegt nun etwas weiter in der Zukunft, die USA ist inzwischen auch politisch zersplittert und ein guter Nährboden für religiösen Fundamentalismus. In diesem Umfeld müssen Lauren Olamina und ihre Earthseed-Gemeinde nun nicht mehr nur klassische Überfälle fürchten, sondern auch Bedrohungen durch religiöse Fanatiker, die sie als Feinde des Christentums interpretieren. Obwohl es zwischenzeitlich so wirkt, als würde sich das Leben für die Earthseed-Menschen und die amerikanische Bevölkerung generell verbessern, ist auch Teil 2 der Dilogie voll von grausamer Gewalt, Unterwerfung und Machtmissbrauch. Parallel entwickelt Olamina immer mehr Ambitionen für Earthseed zu missionieren, was das Sektenhafte noch mehr hervorhebt. Band 1 war schon extrem düster, und Band 2 steht dem in nichts nach. Octavia E. Butler hat damit einen Roman geschrieben, der eine überraschende, aber gut passende Fortsetzung der Dystopie ist. Was mir auch gut gefallen hat, war, dass die Sympathien für die Protagonist*innen sehr schwanken, manche nicht nachvollziehbare aber dennoch in sich logische Entscheidungen treffen, und es insgesamt nie nur ein Richtig oder Falsch gibt. Das einzige, was ich vermisst habe, ist ein Personenregister, da ich irgendwann mit den ganzen Namen und Geschichten der Personen nicht mehr so gut mitgekommen bin. Übersetzt von Dietlind Falk. CN: Verg3waltigung, M0rd, Su1zid, T0d, Kindesm1ssbrauch, Dr0genm1ssbrauch, Ras$ismus, Abl3ismus, Polizeig3walt, Depr3ssion.

    Gelungene Fortsetzung von Teil 1

    1. Aug. 2024

  • faanielibri
    faanielibri

    208 Follower

    5,0

    Ich möchte diese Dilogie allen empfehlen. Und niemandem. Allen, weil sie so intensiv, herzzerreißend und hoffnungsvoll ist. Niemandem, weil sie grausam, kaum zu ertragen und in all ihrer dystopischen Pracht so unglaublich realistisch und beängstigend ist.

    30. Sept. 2024

  • notwithoutmybooks
    notwithoutmybooks

    107 Follower

    4,5

    Draußen ist grade perfektes Herbstwetter und wenn ihr ein dazu passendes Buch lesen wollt, d.h. einen absoluten Klassiker der dystopischen Literatur, dann könntet ihr zu Octavia Butlers "Die Parabel vom Sämann" greifen. Heute stelle ich euch nämlich Band 2 und damit den ungeplanten Abschluss der Dilogie vor, "Die Parabel der Talente" (Rezensionsexemplar). Eigentlich hatte Butler wohl 3 Bände geplant, hat den dritten aber nicht mehr abschließen können. Dementsprechend werde ich heute nur wenig über den Inhalt verraten, um euch nicht zu spoilern. Nur so viel: Nachdem wir in Band 1 Lauren Olamina kennengelernt haben, die in einem viel zu realistischen Amerika unserer Gegenwart und nächsten Zukunft, d.h. in den 2020ern, versucht hat eine eigene Religion zu begründen während um sie herum ein postapokalyptischer F4sch1smus mit dem MAGA-Slogan erblüht - das klingt viel zu weitsichtig-aktuell dafür, dass das Buch vor über 30 Jahren in den USA erschien! - wird nun vor allem die Perspektive ihrer Tochter Asha Vere prägend. Die erzählt nämlich nun die Geschichte von Laurens weiterem Leben, was im Buch vor allem durch Wechsel zwischen langen Tagebucheiträgen von Lauren und Kommentaren der Tochter dargestellt wird. Und da Butler nicht nur eine der Größen der Dystopie ist, sondern auch der SciFi und da wir uns nun mittlerweile in den 2030ern befinden, wird der Blick in die Galaxie und zu den Sternen nun stärker, denn das ist ja bereits die Perspeltive, die die Religionsgemeinschaft Earthseed im ersten Band einnimmt und das Ziel, auf das sie hinsteuert. Die auf der Erde in einer noch kleinen Gemeinschaft zusammengefundene Earthseed-Gemeinde sieht sich dabei zunehmend christlich-fundamentalistischen Bedrohungen ausgesetzt und kämpft um ihren Bestand. Der erste Band war teilweise schon krass, sowohl was die grafische und dementsprechend offenbar sehr versiert von Dietlind Falk übersetzte Sprache angeht als auch die Präzision, mit der Butler den Egozentrismus einer postapokalyptischen Welt mit ihren -ismen und die gleichzeitige Schutzfunktion nach innen als auch den damit einhergehenden Dogmatismus einer sich neu gründenden Religionsgemeinschaft beschreibt. Nun wird diese Gemeinschaft, das Dörfchen Acorn, aber nach außen sichtbar, rückt dadurch in den Fokus gew4ltbereiter Fundis und dementsprechend krass werden die damit einhergehende Verfolgung und F0lter auch beschrieben. Alle Charaktere kämpfen ums Überleben, fällen nur schwer verständliche Entscheidungen, werden auseinandergerissen und damit ist das hier definitiv kein Buch, mit dessen Protagonist*innen man grenzenlos sympathisiert. Gerade in der Vielschichtigkeit dieser Charaktere liegt aber auch eine der großen Stärken, weil das Handeln der Charaktere angesichts des Kontextes eben auch realistisch wird. Und das alles verpackt Butler in einem Schmöker, den man trotz der Brutalität sehr gut weglesen kann, zumindest ich habe die über 500 Seiten in wenigen Tagen inhaliert. Dementsprechend schade ist es, dass es keinen dritten Band gibt. Spannend finde ich aber vor allem auch, dass diese ganze Idee mit dem Aufbruch zu den Sternen in den 80ern und 90ern, man denke an Star Trek oder eben auch Butler - mit sehr progressiven Zielen verbunden war, auch wenn schon bei Butler auch die Frage diskutiert wird, ob man die halbzerstörte Erde einfach sich selbst überlassen will. In einer Zeit, in der vor allem reiche, mis0gÿne, r4ssistische Techmilliardäre auf der Suche nach ausbeutbaren Ressourcen oder abgeschotteten Zufluchtsorten zum Mars wollen, ist es doch vielleicht manchmal ganz gut, sich daran zu erinnern, dass es durchaus auch mal progressive Überlegungen zu anderen Planeten gab. Und das heißt nicht, dass deshalb die Gemeinschaft Earthseed unkritisch wäre, auch das macht Butler mehr als deutlich. Klingt jetzt vielleicht abstrakt und unzusammenhängend, ich will euch aber echt nicht viel spoilern, sondern unbedingt dieses Buch ans Herz legen.

    14. Sept. 2025

3 von 9 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 10026%
fire
fire27. März 2025

Es ist so krass, wie dieses Buch Trumps Aufstieg beschreibt. In den 90ern

Autorin / Autor

Über Octavia E. Butler

Octavia Estelle Butler (22. Juni 1947 – 24. Februar 2006) kam in Pasadena, Kalifornien zur Welt. Obwohl bei ihr als Kind Dyslexie festgestellt wurde, machte sie einen Abschluss am Pasadena City College und schrieb sich an der California State University in Los Angeles ein. Schon als Kind verfasste sie erste Kurzgeschichten, und 1969/70 besuchte sie zwei Autoren-Workshops, bei denen sie unter anderem mit Harlan Ellison in Kontakt kam, der ihr half, 1976 ihren ersten Roman bei einem Verlag unterzubringen. In ihrem mehrfach mit dem Hugo und dem Nebula Award ausgezeichneten Werk geht es immer wieder um Genderfragen und kulturelle Identität. Sie lebte und arbeitete bis zu ihrem Tod in Seattle, Washington.

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