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Gelungene Fortsetzung von Teil 1
In Band 2 der Dilogie verändert sich die Perspektive, sodass nicht nur die Tagebucheinträge der Protagonistin aus Teil 1, Lauren Olamina, die Geschichte erzählen. Es kommen schriftliche Zeugnisse von Olaminas Mann, Bankole, ihrer erwachsenen Tochter Asha Vere, und einem verloren geglaubten Verwandten hinzu, auf den ich aus Spoiler-Gründen nicht näher eingehe. Durch die zusätzlichen Quellen verändert sich die Wahrnehmung von Lauren Olamina als bisher zuverlässige Erzählerin, und auch die anderen Personen sind voreingenommen, was die Erzählweise des Buchs noch spannender macht als Teil 1. Der Plot liegt nun etwas weiter in der Zukunft, die USA ist inzwischen auch politisch zersplittert und ein guter Nährboden für religiösen Fundamentalismus. In diesem Umfeld müssen Lauren Olamina und ihre Earthseed-Gemeinde nun nicht mehr nur klassische Überfälle fürchten, sondern auch Bedrohungen durch religiöse Fanatiker, die sie als Feinde des Christentums interpretieren. Obwohl es zwischenzeitlich so wirkt, als würde sich das Leben für die Earthseed-Menschen und die amerikanische Bevölkerung generell verbessern, ist auch Teil 2 der Dilogie voll von grausamer Gewalt, Unterwerfung und Machtmissbrauch. Parallel entwickelt Olamina immer mehr Ambitionen für Earthseed zu missionieren, was das Sektenhafte noch mehr hervorhebt. Band 1 war schon extrem düster, und Band 2 steht dem in nichts nach. Octavia E. Butler hat damit einen Roman geschrieben, der eine überraschende, aber gut passende Fortsetzung der Dystopie ist. Was mir auch gut gefallen hat, war, dass die Sympathien für die Protagonist*innen sehr schwanken, manche nicht nachvollziehbare aber dennoch in sich logische Entscheidungen treffen, und es insgesamt nie nur ein Richtig oder Falsch gibt. Das einzige, was ich vermisst habe, ist ein Personenregister, da ich irgendwann mit den ganzen Namen und Geschichten der Personen nicht mehr so gut mitgekommen bin. Übersetzt von Dietlind Falk. CN: Verg3waltigung, M0rd, Su1zid, T0d, Kindesm1ssbrauch, Dr0genm1ssbrauch, Ras$ismus, Abl3ismus, Polizeig3walt, Depr3ssion.

1. Aug. 2024
Gelungene Fortsetzung von Teil 1
In Band 2 der Dilogie verändert sich die Perspektive, sodass nicht nur die Tagebucheinträge der Protagonistin aus Teil 1, Lauren Olamina, die Geschichte erzählen. Es kommen schriftliche Zeugnisse von Olaminas Mann, Bankole, ihrer erwachsenen Tochter Asha Vere, und einem verloren geglaubten Verwandten hinzu, auf den ich aus Spoiler-Gründen nicht näher eingehe. Durch die zusätzlichen Quellen verändert sich die Wahrnehmung von Lauren Olamina als bisher zuverlässige Erzählerin, und auch die anderen Personen sind voreingenommen, was die Erzählweise des Buchs noch spannender macht als Teil 1. Der Plot liegt nun etwas weiter in der Zukunft, die USA ist inzwischen auch politisch zersplittert und ein guter Nährboden für religiösen Fundamentalismus. In diesem Umfeld müssen Lauren Olamina und ihre Earthseed-Gemeinde nun nicht mehr nur klassische Überfälle fürchten, sondern auch Bedrohungen durch religiöse Fanatiker, die sie als Feinde des Christentums interpretieren. Obwohl es zwischenzeitlich so wirkt, als würde sich das Leben für die Earthseed-Menschen und die amerikanische Bevölkerung generell verbessern, ist auch Teil 2 der Dilogie voll von grausamer Gewalt, Unterwerfung und Machtmissbrauch. Parallel entwickelt Olamina immer mehr Ambitionen für Earthseed zu missionieren, was das Sektenhafte noch mehr hervorhebt. Band 1 war schon extrem düster, und Band 2 steht dem in nichts nach. Octavia E. Butler hat damit einen Roman geschrieben, der eine überraschende, aber gut passende Fortsetzung der Dystopie ist. Was mir auch gut gefallen hat, war, dass die Sympathien für die Protagonist*innen sehr schwanken, manche nicht nachvollziehbare aber dennoch in sich logische Entscheidungen treffen, und es insgesamt nie nur ein Richtig oder Falsch gibt. Das einzige, was ich vermisst habe, ist ein Personenregister, da ich irgendwann mit den ganzen Namen und Geschichten der Personen nicht mehr so gut mitgekommen bin. Übersetzt von Dietlind Falk. CN: Verg3waltigung, M0rd, Su1zid, T0d, Kindesm1ssbrauch, Dr0genm1ssbrauch, Ras$ismus, Abl3ismus, Polizeig3walt, Depr3ssion.
1. Aug. 2024








