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Das andere Tal

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Über das Buch

Dieses Tal ist ein besonderer Ort. Geht man nach Osten oder Westen, stößt man auf die gleichen Häuser, Hügel, Straßen – doch alles ist zwanzig Jahre zeitversetzt. Nur in Trauerfällen dürfen die Grenzen passiert werden. Als die junge Odile in Besuchern aus der Zukunft die Eltern ihres Freundes Edme erkennt, weiß sie, dass er bald sterben wird. Was wäre, wenn Odile das ihr auferlegte Schweigen bricht? Ein bewegendes und außergewöhnliches Debüt über Freiheit und die Macht des Schicksals.

Editionen (2)

ISBN9783257072822
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum20.03.24
Seitenzahl464

Merkmale

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Rezensionen & Bewertungen

236 Bewertungen

61 Rezensionen

4,2

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  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    5,0

    Vom Moment der Störung im westlichen Tal ist die Veränderung, worin sie auch bestehen mag, für euch und mich eine zwanzig Jahre alte Tatsache. Es ist kein "neues" Ereignis, das in unser Leben tritt und uns erschreckt oder erfreut - es ist sehr wichtig, es sich nicht so vorzustellen. ... Diese Dinge sind nicht verschwunden - sie haben nie existiert. Was es nie gegeben hat, hinterlässt keine Spur. Keine schwache Erinnerung, kein störendes Gefühl, dass etwas nicht stimmt, kein Erschaudern, nichts. Das steht bei jedem Eingreifen auf dem Spiel. Deswegen ist das Conseil auch von so entscheidender Bedeutung. - Zitat, Seite 125 Ein überaus beeindruckendes Debüt hat Scott Alexander Howard mit diesem Roman vorgelegt. Es überrascht nicht, dass er sich als Postdoktorand in Harvard besonders mit der Beziehung zwischen Erinnerung, Emotionen und Literatur beschäftigte. Denn sein Werk lässt sich wahrscheinlich am ehesten als philosophischer Roman lesen, der sowohl dystopische, aber vor allem märchenhafte Elemente aufweist. Und mit seiner Protagonistin Odile hat er eine vielschichtige und faszinierende Figur geschaffen, deren Geschichte uns anregt, sich über existenzielle Fragen neue Gedanken zu machen. "Geschieht es jetzt, so geschieht es nicht in Zukunft; geschieht es nicht in Zukunft, so geschieht es jetzt; ..." Das Zitat aus Hamlet drängt sich beim Lesen gerade auf und es erscheint fast unmöglich, dass der Autor bei der Erfindung seiner Romanwelt nicht an Shakespeare gedacht hat. Aber wie dem auch sei, für die Protagonistin ist diese Welt real und sie gerät an einem Nachmittag in friedlicher Umgebung plötzlich in Bewegung. Denn durch Zufall erblickt sie ein seltsam gekleidetes Paar, das wie ein Fremdkörper in der Landschaft wirkt. Es handelt sich um Besucher aus einem anderen Tal. Als dir Frau ihre Maske zurecht rückt, erschrickt Odile, denn es handelt sich offenbar um die 20 Jahre ältere Version der Mutter eines Klassenkameraden. Da es sich offensichtlich um trauernde Eltern handelt, muss der Tod ihres Sohnes in naher Zukunft bevorstehen. Doch dieses tragische Ereignis tritt in den Gedanken der Schülerin erst einmal in den Hintergrund, den zunächst wird sich weisen, wie sich ihre (verbotene) Beobachtung auf ihr eigenes Schicksal auswirken wird, denn sie möchte dem Wunsch ihrer Mutter nachkommen und sich für die Ausbildung im Conseil bewerben, eine Behörde, die den Umgang mit Besuchern der verschiedenen Tälern streng reglementiert. Erst viel später, als sie sich in den musisch begabten Jungen verliebt, überlegt sie erstmals, ob es in ihrer Welt möglich ist, Regeln zu umgehen, um dem Schicksal zu entgehen... Wahrscheinlich hat jeder sich schon einmal gefragt, was er seinem jüngeren Ich sagen würde, wenn die Möglichkeit bestände. Und hätte das Leben möglicherweise einen anderen Verlauf genommen, wenn man jetziges Wissen früher gehabt hätte? Solche und andere Gedanken über das eigene Ich, aber auch über das menschliche Miteinander stößt diese Geschichte an, die einen märchenhaft-melancholischen Grundton hat. Es ist interessant, dass der Autor eine weibliche Person als Ich-Erzählerin gewählt hat. Odile ist ein eher pragmatisch geprägter Charakter und von den typischen Unsicherheiten eines Teenagers geplagt. Da wir sie intensiv begleiten, lernen wir durch ihre Augen die Welt kennen und können ihre Entwicklung gut nachvollziehen. Der Schreibstil ist prägnant und der Autor hat ein Händchen für besonders wohlgesetzte Worte in den Schlussätzen der Kapitel. Diese Cliffhanger führen zu einem gesteigerten Lesetempo. Seltsam ist, dass einzelne Ausdrücke nicht ganz stimmig sind, so heißt es z.B. die Sitzplätze seien alle "gefüllt", statt belegt - aber dies muss wohl an der Übersetzung liegen. FAZIT Nach der wenig erfreulichen Lektüre einer Dystopie, war ich zunächst skeptisch, ob ich gleich im Anschluss zu dieser Geschichte greifen sollte. Aber dieser Roman hat mich auf mehreren Ebenen überzeugt. Auch die Überlegungen zur Interpretation von Märchen und Mythen im Text, fand ich sehr interessant. Eine spannende und einfühlsam erzählte Geschichte und zum Welttag der Philosophie (21. November) die passende Lektüre. Unbedingt lesenswert.

    21. Nov. 2024

  • allesisterleuchtet
    allesisterleuchtet

    199 Follower

    4,0

    Ungewöhnlicher und faszinierender Roman

    Odile lebt in einem abgeschlossenen autarken Tal als ihr bester Freund stirbt und ihr Leben aus den Fugen wirft... Der Roman spielt mit einer faszinierenden Idee: Identische Dörfer, durch hohe Berge getrennt. Geht man nach Westen, ist das nächste Dorf 20 Jahre in der Vergangenheit, geht man nach Osten, ist das nächste Dorf 20 Jahre in der Zukunft. Besuche sollen vermieden werden aber es gibt sie und es gibt Flüchtlinge, die zwischen den Dörfern wandern. Ist es möglich in Vergangenheit oder Zukunft einzugreifen, um das eigene Schicksal zu ändern?

    14. Nov. 2025

  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    5,0

    Verloren in den Zeiten

    Was für ein grossartiges Debüt hat Scott Aleyander Howard hier hingelegt und uns geschenkt. Es ist beinahe unwirklich, wie dies umwerfende Schreibtalent eine thematisch hochinteressante Geschichte in eine poetische Sprache kleidet, die zudem noch eine philosophische Abhandlung über die Zeit liefert und auch mit Spannung nicht geizt. Wir sind fast in einer dystopischen, sicher in einer zukünftigen Welt, in der ein Tal mit 3 verschiedenen Zeiten gleichzeitig existiert. Gleiche Häuser, Örtlichkeiten, Menschen, nur jeweils 20 Jahre zeitversetzt. Man könnte von der gegenwärtigen Zeit nach Westen 20 Jahre in die Vergangenheit oder nach Osten 20 Jahre in die Zukunft gelangen, wenn es denn erlaubt wäre. Die Grenzen werden, da die jeweilige Zeit in jedem Teil nicht gestört werden darf, streng bewacht. Wir folgen Odile, die ihre Geschichte erzählt. Kann sie die Ereignisse steuert und so einer Zukunft entrinnen und wenn nicht, könnte sie dann dort angekommen, die Vergangenheit ändern? Sollte sie es überhaupt und was würde es anrichten, bedeuten? Selten habe ich eine so faszinierende Geschichte über die Zeit gelesen, über die ich sicher noch einiges nachzudenken habe. Ganz gross

    13. Mai 2025

3 von 61 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 9024%
this.is.fabienne
this.is.fabienne3. Juni 2025

Bisher sehr schön geschrieben. Die zarte Beziehung zwischen Odile und Edme wirkt jetzt schon tragisch. Es ist super spannend, ich will wirklich wissen "was passiert denn nun?". Und Jo vertraue ich bisher nicht...habe das Gefühl sie nutzt Odile nur aus, um in den Conseil zu kommen.

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Autorin / Autor

Über Scott Alexander Howard

Scott Alexander Howard lebt in Vancouver, British Columbia. Er wurde an der Universität von Toronto in Philosophie promoviert und war Postdoktorand in Harvard, wo er sich mit der Beziehung zwischen Erinnerung, Emotionen und Literatur beschäftigte. Das andere Tal ist sein erster Roman.

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