Blick ins Buch

Agathe

3,4(122)
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Über das Buch

Editionen (3)

ISBN9788793383210
Seitenzahl112

Rezensionen & Bewertungen

122 Bewertungen

23 Rezensionen

3,4

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  • ro_ke
    ro_ke

    483 Follower

    3,5

    Eine Erzählung, die im positiven Sinne sehr unterhaltsam vor sich hin "plätschert" und kein "wirkliches" Ende besitzt.

    24. Juli 2025

  • meike.mit.e
    meike.mit.e

    77 Follower

    3,0

    Ganz gut…

    Kann man lesen aber eine Empfehlung würde ich nicht aussprechen. Und es kommt auf gar keinen Fall an „Rosa“ ran, welches ich zuvor von Anne Catherine Bomann gelesen hab.

    Ganz gut…

    27. Jan. 2025

  • amygdalalimbus66
    amygdalalimbus66

    914 Follower

    5,0

    "Nun könnte man vielleicht denken, dass ich eine Art philosophisches Unikum war, das den ganzen Tag am Fenster saß..."

    Dieses Buch schlägt keine Wellen. Es verändert stattdessen die Strömung. Es kommt nicht mit literarischem Trommelwirbel daher, es fordert keine Aufmerksamkeit ein und drängt sich nie in den Vordergrund. Es sitzt vielmehr still am Rand des Zimmers und wenn man das Buch zuschlägt, stellt man fest, dass es längst mitten im eigenen Denken Platz genommen hat. Im Zentrum steht ein alternder Psychiater, der die verbleibenden Therapiesitzungen bis zu seinem Ruhestand zählt wie andere Menschen die Tage bis zu einer Haftentlassung. Seine Welt ist ordentlich sortiert, staubfrei und emotional auf Sparflamme gestellt. Begegnungen sind für ihn zu Akten geworden, Gespräche zu Routinen. Dann tritt Agathe in sein Leben und plötzlich beginnt etwas zu verrutschen. Nicht spektakulär. Nicht laut. Sondern mit jener leisen Gewalt, die nur Wahrhaftigkeit besitzt. Was mich an diesem Roman so tief beeindruckt hat, ist die Art, wie er von Einsamkeit erzählt. Nicht als dramatischen Abgrund, sondern als Möbelstück, das irgendwann so lange im Raum steht, dass man es nicht mehr bemerkt. Bomann beschreibt Menschen, die sich in ihren Gewohnheiten eingerichtet haben wie in einem zu engen Mantel. Unbequem, aber vertraut. Und genau darin liegt die große Kunst dieses Buches. Es zeigt, dass Veränderung nicht immer mit einem Knall beginnt. Manchmal reicht ein Mensch, der die richtigen Fragen stellt. Die Sprache wirkt dabei wie feines Porzellan. Nichts ist überladen, nichts eifert nach Bedeutung, und gerade deshalb trägt jeder Satz Gewicht. Zwischen den Zeilen entsteht ein Resonanzraum, in dem die eigentliche Geschichte stattfindet. Man liest nicht nur über diesen Psychiater, man beobachtet, wie sein sorgfältig konserviertes Innenleben langsam Risse bekommt. Und durch diese Risse fällt Licht. Besonders faszinierend fand ich die Umkehrung der Rollen. Offiziell sitzt hier ein Arzt seiner Patientin gegenüber. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto deutlicher wird, wer eigentlich wen aus der Erstarrung herausführt. Das geschieht mit einer Eleganz, die nie belehrend wirkt und niemals in sentimentale Gefilde abrutscht. Agathe ist kein Roman über große Ereignisse. Es ist ein Roman über das Wiedererlernen von Lebendigkeit. Über Menschen, die längst aufgehört haben, auf Überraschungen zu hoffen. Über Türen, die nicht verschlossen waren, sondern nur jahrelang niemand geöffnet hat. Selten habe ich ein so schmales Buch gelesen, das einen derart langen Nachhall erzeugt. Mit kaum mehr als 150 Seiten gelingt Bomann etwas, woran deutlich umfangreichere Romane scheitern: Sie erzählt nicht einfach eine Geschichte, sie verändert den Blickwinkel, mit dem man auf die eigene blickt. Für mich war Agathe wie ein Gespräch in der Abenddämmerung. Eines, das unspektakulär beginnt, plötzlich eine unerwartete Tiefe erreicht und noch lange weiterklingt, obwohl längst niemand mehr spricht. Ein Buch von bemerkenswerter Zartheit, kluger Menschenkenntnis und stiller Schönheit. Ein Roman, der nicht versucht, das Herz zu erobern, sondern sich unbemerkt darin niederlässt. ♡♡♡ "An diesem Tag machte ich einen kleinen Umweg, um an einem Café vorbeizugehen, das mir seit Jahren als Hintergrund für eine besondere Fantasie diente. Es hatte begonnen, als ich dort drinnen einmal zufällig ein Paar mittleren Alters an einem der kleinen Tische hatte sitzen sehen. Aus irgendeinem Grund war ich stehen geblieben und hatte beobachtet, wie sie den Arm ausstreckte, um ihm über die Wange zu streichen. Er schmiegte sich in ihre Hand und ich spürte ganz genau, als ob ich selbst dort gesessen hätte, wie die Wärme vom einen in den anderen hinüberfloss und es unmöglich machte zu unterscheiden, wer wer war. Seitdem hatte ich es mir zur Gewohnheit gemacht, bei dem Café vorbeizuschauen und mir vorzustellen, dass auch ich möglicherweise eines Tages dort sitzen würde."

    "Nun könnte man vielleicht denken, dass ich eine Art philosophisches Unikum war, das den ganzen Tag am Fenster saß..."

    13. Juni 2026

3 von 23 Rezensionen

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