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Biografien

Liebe ist nicht genug - Ich bin die Mutter eines Amokläufers

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Über das Buch

„Am 20. April 1999 betraten Dylan Klebold und Eric Harris ausgerüstet mit Gewehren und Sprengstoff die Columbine Highschool. Dort töteten sie zwölf Schüler und einen Lehrer, verletzten vierundzwanzig weitere Menschen und nahmen sich dann selbst das Leben. Es war der schlimmste Schul-Amoklauf der Geschichte. Dylan Klebold war mein Sohn.“

16 Jahre nach dem Amoklauf ihres Sohnes Dylan erzählt Sue Klebold von ihrem Ringen mit der Frage, ob sie die Tat hätte verhindern können, wenn sie nur aufmerksamer, liebevoller gewesen wäre. Sue Klebold ist durch die Hölle gegangen, aber an der Tat ihres Sohnes nicht zerbrochen. Sie hat einen Weg gefunden weiterzuleben und hofft, anderen Eltern zu helfen, das zu verhindern, was sie selbst nicht aufhalten konnte.
Von einem ist sie fest überzeugt: Elterliche Liebe allein reicht nicht aus, um Kinder und Jugendliche vor den Folgen unerkannter psychischer Erkrankungen zu schützen.
Ein starkes Memoir einer Mutter, der das Unvorstellbare passiert ist.

Sue Klebold spendet alle Einnahmen an Forschung und Hilfsorganisationen für Opfer und Angehörige psychisch Kranker.

Editionen (1)

ISBN9783596034314
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum22.09.16
Seitenzahl428

Rezensionen & Bewertungen

41 Bewertungen

8 Rezensionen

4,6

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  • lese.licht
    lese.licht

    68 Follower

    4,0

    Ein sachliches, eindringliches und emotional schweres Buch, das versucht, das Unerklärliche annähernd zu verstehen. Sue Klebold zeigt die unauflösbaren Widersprüche einer Mutter, die ihren Sohn liebte und gleichzeitig mit der Realität seiner Taten leben muss.

    Für mich war der Amoklauf von Columbine 1999 (damals noch als Kind) ein prägendes, verstörendes Ereignis. Die Medienberichte, die Videos (Standbilder und Videoausschnitte), die detaillierte Dokumentation durch veröffentliche Videoaufnahmen: All das hat sich schon früh eingebrannt. Das Buch nun aus der Perspektive der Mutter eines der Täter zu lesen, öffnet eine völlig neue, schwierige, aber hoch relevante Ebene. Sue Klebold schreibt ernst, reflektiert und sehr mitfühlend. Sie versucht nicht, die Morde zu entschuldigen. Sie sucht nach Erklärungen, nach Mustern, nach Verbindungen zwischen Depression, Suizidgedanken, erweitertem Suizid, Mobbing, laschen Waffengesetzen und gesellschaftlichen Faktoren, die in den USA intensiv erforscht wurden. Die Stellen, in denen sie die Brutalität der letzten Handlungen des Täters bzw. der Täter anerkennt, treffen hart, weil sie die Liebe zu ihrem Kind nicht ausblendet, sondern in den Konflikt mit der Realität stellt. Ebenso erschütternd sind die Passagen, in denen sie die Videos ihres Sohnes sieht und zum ersten Mal diesen völlig anderen, verborgenen Teil seines Wesens erkennt. Auch der gesellschaftliche Kontext ist stark vertreten: die Anfeindungen gegenüber der Klebold-Familie, die teilweise brutalen Reaktionen der Opferangehörigen und die Unmöglichkeit, jemals eine „genügende“ Erklärung anzubieten. Sue Klebold bewegt sich ständig zwischen dem Wunsch, die Angehörigen nicht zu belasten, und dem tiefen Bedürfnis, ihnen nahe zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Dieser Zwiespalt ist eines der zentralen emotionalen Spannungsfelder des Buches. Das Buch ist sehr sachlich gehalten. Literarisch ist es kein Hochglanzwerk, aber das wäre hier auch nicht angemessen: Es ist eine autobiografische, offene, schmerzhafte und gleichzeitig analytische Auseinandersetzung einer Mutter, die aus ihrem persönlichen Abgrund heraus versucht, etwas zu bewirken und andere vor ähnlichen Situationen zu bewahren.

    22. Nov. 2025

  • annekinla
    annekinla

    59 Follower

    4,0

    Ich kann mich nicht erinnern, wo ich war, als ich von dieser Tragödie an der Columbine Highschool erfahren habe. Allerdings kann ich mich an die Bilder erinnern, die über unseren Bildschirm flimmerten und das beklemmende Gefühl. Ich kann und will mir nicht vorstellen, was Familie Klebold nach dieser Tat alles durchmachen und ertragen musste. Damit will ich das Leid der Opfer nicht schmälern!! Die Zerrissenheit zwischen völligem Entsetzen über die Tat, unerträglichen Schuldgefühlen gegenüber der Opfer und der Liebe zu ihrem Sohn. Man kann Menschen nur bis vor die Stirn schauen und sieht nicht was dahinter vorgeht. Für mich war es interessant diese Perspektive zu sehen. Wobei man schon merkt, dass sie versucht ihren Sohn irgendwie in ein besseres Licht zu rücken, ohne seine Taten zu verharmlosen oder gar zu entschuldigen. Kann man ihr das verübeln? Ich hoffe Sue Klebold findet ihren Frieden. Vielen Dank an Nanuwasgeht, bei der ich dieses Buch entdeckt habe.

    30. März 2025

  • isabelleceline
    isabelleceline

    65 Follower

    4,5

    Das Leben von Sue Klebold, Mutter eines Amokläufers

    Aufmerksam auf den Fall wurde ich schon vor vielen Jahren durch Michael Moores Dokumentation Bowling for Columbine, die wir damals in der Schule anschauen mussten. Seitdem beschäftigt mich diese Tat, da es eine Art Grundstein für viele weitere Amokläufe an amerikanischen Schulen gelegt hat. Auch ich habe mich gefragt, ob es nicht Anzeichen für diese Tat gab und was die Eltern möglicherweise übersehen haben. Beim Lesen wurde mir jedoch schnell klar, dass die Wirklichkeit weitaus komplexer ist. Sue schildert nicht nur den Tag der Tat und die unmittelbaren Folgen, sondern auch, wie sie als Mutter mit Schuld, Trauer und öffentlicher Verurteilung umging. Man erfährt in diesem Buch viel neues , dass das Internet oder die klassischen Medien nie gezeigt haben. Neben vielen Details zum Leben ihres Sohnes berichtet sie auch von ihren eigenen Gefühlen und Gedanken und macht deutlich, was es heißt, mit einer Tat dieser Tragweite leben zu müssen. Ein Schwerpunkt des Buches liegt auf dem Thema Suizid. Es wird beschrieben, wie verdeckt suizidale Gedanken und Depressionen sein können und wie schwer sie selbst für nahe Angehörige zu erkennen sind. Gleichzeitig reflektiert sie offen, was sie bei ihrem Sohn übersehen hat und was sie im Nachhinein anders gemacht hätte. Trotzdem vermittelt sie klar, dass Eltern nicht automatisch „schuld“ an einer solchen Tat sind. Kinder zeigen oft nur das, was sie zeigen wollen, und manches bleibt selbst den engsten Bezugspersonen verborgen. Kritisch sehe ich, dass sie immer wieder die Rolle von Eric Harris, dem zweiten Täter, stark hervorhebt. Zwar macht sie deutlich, dass ihr Sohn Verantwortung trägt und sie die Tat nicht relativiert, dennoch legt sie nahe, dass er ohne Eric die Tat vielleicht nicht begangen hätte. Eric wird dabei oft als der dominante Aggressor dargestellt. Das bleibt natürlich eine Mutmaßung und dürfte für die Familie des zweiten Täters schwer zu lesen sein. Dennoch ist das Thema relevanter denn je, denn die USA haben mit ihren Waffengesetzen einen großen Teil zu solchen Tragödien beigetragen. Das Buch zeigt, dass ein Schulmassaker nicht allein auf das Handeln eines Einzelnen reduziert werden kann, sondern das Ergebnis vieler verschiedener Faktoren ist.

    18. Aug. 2025

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Sue Klebold

Sue Klebold (Jahrgang 1949) lebt heute in Colorado. Zum Zeitpunkt des Amoklaufs arbeitete sie an einem Berufskolleg in einem Programm zur Unterstützung von Erwachsenen mit Behinderung. Heute engagiert sie sich in mehreren Organisationen für Suizidprävention. Zum Amoklauf ihres Sohnes Dylan hat sie sich bisher nur in kurzen Statements öffentlich geäußert. Sue Klebold spendet ihr Honorar an Hirnforschung, Organisationen für Suizidprävention und zur Unterstützung von Menschen mit psychischen Krankheiten.

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