Blick ins Buch

Fantasy

Der Baum der verborgenen Erinnerungen

3,6(36)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

In einem entlegenen Shinto-Schrein nahe Tokio findet ein geheimnisvolles Ritual statt: Während der Neumondnächte darf ein einzelner Gast mit einer Kerze das Innere eines hohlen Baumes betreten – und an diesem Ort eine Erinnerung hinterlassen. Diese besitzt die Kraft, die Zukunft eines Mitglieds seiner Familie zu verändern. Der junge Reito kennt das Geheimnis des Schreins zuerst nicht. Doch indem er beobachtet, welche Wunder des Nachts im Inneren des Baumes geschehen, erfährt auch er mehr über sich selbst, seine Herkunft und was es bedeutet, einer Familie anzugehören ...

Editionen (4)

ISBN9783989551039
VerlagRonin-Hörverlag, ein Imprint von Omondi GmbH
Erscheinungsdatum12.09.25

Rezensionen & Bewertungen

36 Bewertungen

7 Rezensionen

3,6

Tippen zum Filtern

  • wildeskopfkino
    wildeskopfkino

    147 Follower

    4,0

    Ein Baum, der Erinnerungen frisst – und Herzen wärmt

    Also, wenn mir vor ein paar Wochen jemand gesagt hätte, dass ich freiwillig ein Buch über einen hohlen Baum in einem Shinto-Schrein lese, hätte ich laut gelacht und weiter meine Krimis verschlungen. Aber Keigo Higashino hat es geschafft, mich mit Der Baum der verborgenen Erinnerungen in eine ganz andere Welt zu ziehen – und ich sag’s euch: Dieser Baum hat’s faustdick hinter der Rinde! Die Idee allein ist schon ein Knaller: Man stapft bei Neumond in diesen Schrein, zündet eine Kerze an, flüstert dem Baum eine Erinnerung ins Holz – und zack, das Leben eines Familienmitglieds kann sich ändern. Magisch, oder? Und keine Sorge, das klingt kitschiger als es ist. Higashino verpackt das Ganze mit so viel Herz und japanischem Feingefühl, dass man gar nicht anders kann, als sich selbst zu fragen, welche Erinnerung man da wohl loswerden würde. Der junge Reito, der erstmal gar nichts von dem Zauberbaum weiß, ist mir mit seiner neugierigen Art direkt ans Leserherz gewachsen. Man merkt richtig, wie er an seinen Erlebnissen wächst – ohne, dass es zu esoterisch wird. Auch die Geschichten der anderen Familien, die sich nach und nach wieder zusammenraufen, haben mich gepackt, ohne mir den Zuckerschock zu verpassen. Natürlich ist das alles nicht Actionkino, eher eine literarische Tasse Tee mit einem Schuss Wunder. Wer hier Spannung à la Thriller sucht, wird wahrscheinlich enttäuscht in den Baum reinschreien. Aber wer sich auf die leisen Töne einlässt, kriegt eine wunderschöne, leicht melancholische Geschichte mit viel Wärme zurück. Warum keine fünf Sterne? Na ja, an ein, zwei Stellen hat der gute Herr Higashino die Erzähltempo-Bremse etwas zu fest getreten. Da wollte ich ihm rufen: „Jetzt aber Hopp, ich hab nicht ewig Zeit!“ Trotzdem – das Gefühl, am Ende das Buch mit einem zufriedenen Seufzer zuzuklappen, war da. Und das zählt. Fazit: Ein Buch wie eine sanfte Brise – die einen manchmal kitzelt, manchmal zum Nachdenken bringt, aber immer angenehm ist. Vier Sterne von mir, und wer weiß, vielleicht flüstere ich auch mal meine eigene Erinnerung in einen Baum.

    Ein Baum, der Erinnerungen frisst – und Herzen wärmt

    25. Juli 2025

  • lizzy_curse
    lizzy_curse

    109 Follower

    4,5

    Ein Buch über Erinnerungen und Andenken, über das Erwachsenwerden und das komplizierte Finden der eigenen Träume. Eines mag ich vorweg nehmen: Vielleicht war es ganz gut so, dass ich weder dem Titel noch dem Klappentext große Beachtung geschenkt habe. „Kleine Wunder um Mitternacht“ hat mich verzaubert - und das hat den Ausschlag für meinen zweiten Higashino gegeben. Wenn ich genau darüber nachdenke, wird eigentlich im Titel schon zu viel verraten. Reiko begeht eine Dummheit - um nicht im Gefängnis zu landen, geht er auf den Vorschlag seiner mysteriösen Tante ein, Schreinwächter zu werden und die Besuche beim Kampferbaum zu überwachen. Zunächst ist Reiko nicht so glücklich über seinen neuen Job - bis er mehr über die Menschen erfährt, die Andacht im Kampferbaum halten. Es ist ein leises Buch, mit einem mystischen Element, um das sich die Charaktere sammeln und wie das Netz einer Spinne verweben. Die Art, wie Higashino seine Geschichte aufbaut, kann ich in „Kleine Wunder um Mitternacht“ wiederfinden. Junge Protagonisten, die auf die schiefe Bahn geraten und plötzlich und unverhofft in einen neuen Sinn hineingestoßen werden, ganz egal was sie davon halten. Ich persönlich mag Higashinos Protagonisten - und Reiko ist ein streitbarer junger Erwachsener, dessen einfache Herkunft sich auch in seiner Sprache niederschlägt und in seiner Haltung zu Anfang des Buches. Er ist kein Charakter, den ich auf Anhieb liebte und dessen Haltung ich in manchen Situationen kaum nachvollziehen konnte. Trotzdem war er spannend, gerade wegen seinem inneren Zwiespalt und seinem Entwicklungspotential. Ihm gegenüber hat Higashino Chifume, die Halbschwester seiner verstorbenen Mutter gesetzt, die welterfahren und wortgewandt ist. Eine spannende Mischung. Die Geschichte wird aus Reikos Perspektive erzählt - ich habe seine Unzufriedenheit und sein Straucheln oft gespürt. Das Buch schlägt ein langsames Tempo an und erzählt mit leisen Tönen vom Alltag, vom Schreinleben, vom ständigen Fegen und von den mitternächtlichen Andachten, zu denen die verschiedensten Menschen kommen. Reiko ist faktisch gezwungen sich mit den Sichtweisen auseinanderzusetzen und andere Perspektiven einzunehmen. Und ich habe gesehen, wie er daran gewachsen ist, wie er Mut gefasst hat und einen anderen Blick auf sein eigenes Leben gewonnen hat. Wie Beziehungen sich vertieften - und das ist es eigentlich, was das Buch für mich so reich gemacht hat. Ganz nebenbei werden solche Themen wie die harte Geschäfts- und Immobilienwelt in Japan aufgegriffen, der Umgang mit unehelicher Geburt oder ähnliches. Die einzige kleine Kritik, mir störend aufgefallen ist, ist, dass Higashino bisweilen in einen Erzählmodus fällt, in dem er die Geschichte einer Figur über mehrere Seiten ausbreitet. Das war mir dann schon ein bisschen viel Info-Dump. Eine Geschichte, die mich berührt hat.

    1. Juni 2025

  • tintenwelten
    tintenwelten

    152 Follower

    2,5

    In einem abgelegenen Schrein nahe Tokio ermöglicht ein uralter Baum ein besonderes Ritual: Menschen dürfen dort etwas hinterlassen, was das Leben ihrer Angehörigen beeinflussen kann. Als Reito diesem Geheimnis auf die Spur kommt, lernt er dabei mehr über seine Herkunft, sich selbst und die Bedeutung von Familie. 🌳 Wir erleben die Ereignisse aus Reitos Sicht. Mit ihm erfahren wir nicht nur die Geschichte seiner eigenen Familie, sondern auch die von noch zwei weiteren. Ich wurde mit den Charakteren allerdings nicht so richtig warm, keiner wirkte besonders sympathisch auf mich. Reito macht insgesamt aber eine große Entwicklung zum Positiven durch. Hin und wieder blitzt da ein bisschen Humor durch, was mir gefallen hat. 😉 Das Setting ist ganz interessant. Die Dialoge und der Umgang miteinander wirken auf mich jedoch befremdlich und distanziert, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass dieses Verhalten aufgrund der japanischen Mentalität authentisch ist. Es geht um Familie und Zusammenhalt, Vergangenheit, Schuld und Vergebung, Identität und Herkunft. 🇯🇵 Die Legende um den Kampferbaum finde ich wirklich sehr schön. Es hat aber ewig gedauert bis das Geheimnis endlich gelüftet wurde. Für mich war die Handlung langatmig und meistens leider auch nicht besonders spannend. 🥱 Ich muss sagen, dass ich anhand des Klappentextes irgendwie auch was anderes erwartet hätte, vor allem weniger magischen Realismus. Übrigens spoilert der Klappentext auch eigentlich schon das ganze Geheimnis, sowas ärgert mich wirklich extrem. Deswegen habe ich mich mit der Beschreibung des Inhalt auch bewusst wage gehalten. 🫣

    23. März 2026

3 von 7 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 11924%
jennys_universum
jennys_universum20. Juni 2026

Ich glaube das Reito dem Abhören zugestimmt hat endet noch böse. und das Yumi kein Nein gelten lässt stößt mir irgendwie sauer auf

Seite 28357%

1 Kommentar verdeckt

1 weitere SocialReads-Kommentare in der App, sortiert nach deinem aktuellen Fortschritt.

Autorin / Autor

Über Keigo Higashino

Keigo Higashino begann nach seinem Studium an der Osaka Prefecture University und einer Tätigkeit als Ingenieur, Kriminalromane zu schreiben – und zwar mit sensationellem Erfolg. Seine Bücher über den Physikprofessor Yukawa wurden international millionenfach verkauft, für Kino und Fernsehen adaptiert sowie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er lebt zurückgezogen in Tokio.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick