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Kleiner Mann – was nun?

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Über das Buch

Der Roman erschien in der Zeit der seit 1929 anhaltenden Weltwirtschaftskrise, die ihren Ausgang beim Zusammenbruch der amerikanischen Börse am 24. Oktober 1929 nahm. Die Krise brachte weltweit Elend und Armut mit sich und sorgte vielfach für einen rapiden Anstieg der Arbeitslosigkeit. Fallada schildert das Schicksal eines »kleinen Mannes« und seiner Frau in Deutschland während der Zeit der Weimarer Republik. Fallada beschreibt detailliert die Lebensumstände eines Angestellten der damaligen Zeit, indem er unter anderem darstellt, wofür die Eheleute das ihnen zur Verfügung stehende Geld ausgeben (sie stellen einen »Normal-Etat« auf). Außerdem schildert er die damalige Rechtslage bezüglich des Arbeitsrechtes (Gewerkschaften, Betriebsrat, Kündigung), sowie das mit den Notverordnungen immer wieder geänderte Sozialrecht (Arbeitslosen- und Krisenunterstützung). Für Fallada brachte dieser Roman – der der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen ist – den Durchbruch als Schriftsteller. Wesentlich unterstützt wurde er von seinem Verleger Ernst Rowohlt, der ihm eine Halbtagsbeschäftigung in seinem Verlag verschafft hatte, so dass er ohne finanzielle Sorgen an dem Roman arbeiten konnte.

Editionen (43)

ISBN9783966620321
VerlagBoer Verlag
Erscheinungsdatum31.12.19
Seitenzahl356

Rezensionen & Bewertungen

119 Bewertungen

15 Rezensionen

4,0

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  • andrea030
    andrea030

    52 Follower

    4,0

    Der Roman Kleiner Mann – was nun? von Hans Fallada, erschienen 1932, zeichnet ein eindrucksvolles Bild des Lebens in der späten Weimarer Republik. Im Mittelpunkt steht ein junges Ehepaar, das sich in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit und sozialer Spannungen buchstäblich um sein tägliches Brot bemühen muss. Besonders eindrücklich wird geschildert, wie knapp sowohl Geld als auch Wohnraum sind und wie sehr die ständige Suche nach Arbeit das Leben bestimmt. Die Existenzängste und die wachsende Verzweiflung der Figuren wirken dabei erschreckend authentisch – und sind in vieler Hinsicht auch heute noch nachvollziehbar. Sehr spannend fand ich zudem die Darstellung von Berlin als Schauplatz der Handlung. Es verleiht dem Roman eine besondere Lebendigkeit, wenn man Orte wiedererkennt oder sich die beschriebenen Straßen vorstellen kann. Auch die Berliner Mundart jener Zeit trägt stark zur Atmosphäre bei und macht das Lesen zusätzlich interessant. Fallada gelingt es, die Sorgen um Arbeit, das Ernähren der Familie und die Frage „Wie geht es weiter?“ auf eine sehr menschliche und berührende Weise darzustellen. Gerade diese existenziellen Themen verleihen dem Roman eine zeitlose Relevanz. Für mich ist das Buch absolut empfehlenswert. Es ist bereits das zweite Werk, das ich von Fallada gelesen habe – neben Jeder stirbt für sich allein, das ich ebenfalls sehr empfehlen kann. Beide Romane zeigen eindrucksvoll, wie nah Fallada an den Lebensrealitäten seiner Figuren schreibt.

    18. März 2026

  • dinaisy
    dinaisy

    215 Follower

    3,5

    Und, was nun?

    Der Angestellte Pinneberg heiratet aus Liebe und Not sein „Lämmchen“ Emma. Und von da an nimmt das Schicksal seinen Lauf. Er verliert seine Anstellung, das Geld wird knapp, auch in Berlin läuft es nicht besser. Das Buch greift zeitgenössische Fragen auf, macht deutlich, wie schwierig es war Arbeit zu dieser Zeit zu finden (und zu behalten). Dabei ist es hochaktuell. Es werden Fragen zur klassischen Aufgabenverteilung von Frau und Mann, zur Quotenregelung bei Verkäufen, Doppelmoral, Einsamkeit und Arbeitslosigkeit verhandelt. Der Blick ist schonungslos und doch immer zärtlich mit Blick auf das Jungchen und seine Familie. Die Not und gleichzeitige Selbstverständlichkeit, mit der Pinnebergs ihren Murkel über mehrere Stunden allein gelassen haben, konnte ich jedoch nur schwer ertragen. 👔🍂💶🪜

    30. Dez. 2025

  • anni232
    anni232

    60 Follower

    4,5

    13.02.2025 Eine kleine, große Liebesgeschichte, die mich an meine Großeltern erinnert hat. Eine Geschichte über das Leben.

    Das Buch wurde in meinem Mädels-Buchclub vorgeschlagen. Der Klappentext überzeugte mich nicht wirklich, aber da ich das Hörbuch bei Spotify entdeckte, hörte ich trotzdem rein. Während die Geschichte von "Lämmchen" (Emma) und ihrem "Jungen" (Johannes) anfangs als verhaltene Liebesgeschichte beginnt (er fragt sich, ob sie für andere genauso schön ist wie für ihn oder ob es doch nicht das richtige ist- aber hey, wir waren ja alle mal jung und uns war wichtig was andere dachten und über uns sagten), erleben wir mit wie die Beiden als Ehepaar die Hürden des Lebens gemeinsam meistern. Und aus einer kleinen wird eine bezaubernde große Liebesgeschichte. Obwohl die Beiden nur "alltägliche Probleme" der damaligen Zeit bewältigen. Eine schöne Geschichte, die ich weiterempfehlen würde. Ganz besonders empfehlenswert ist das Hörbuch, gelesen von Frank Arnold, dessen Stimmfarbe mich einige Male sehr an Christoph Waltz erinnerte. Mitbringsel für den Buchclub: Erbsensuppe 😂

    14. Feb. 2025

3 von 15 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Hans Fallada

1893-1947

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