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Unterwasserblau

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Über das Buch

Jessica verbringt ihren Hochzeitstag auf einer Kanutour im Spreewald – umgeben von der geliebten Schwiegerfamilie und sommerlicher Hitze. Doch als sie einen Anruf bekommt, löst sich die Gegenwart vom Idyll: Der Tod ihres Vaters führt sie zurück in die Heimat, zu einer Familie, die von Schweigen, unzähligen Verletzungen und verpassten Chancen geprägt ist.

Wie tief reichen Wunden aus der Kindheit? Petra Hucke erzählt poetisch und intensiv von einer Frau, die Antworten auf alte Fragen sucht – ein Roman voller Atmosphäre und Emotion über die befreiende Kraft, sich selbst neu zu begegnen.

"Petra Hucke lockt ihre Leser mit leisem Humor in eine immer rasantere Strömung, bis in die Untiefen einer rauen Familiengeschichte. Unterwasserblau ist zart und packend zugleich.“ Julja Linhof, Autorin von Krummes Holz, ZDF aspekte Literaturpreis

Editionen (2)

ISBN9783961612871
VerlagEisele Verlag
Erscheinungsdatum12.03.26
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

79 Bewertungen

24 Rezensionen

4,0

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  • theagri
    theagri

    777 Follower

    4,5

    Eine Frau in ihren mittleren Jahren auf der Suche zu sich selbst und bei der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Die ersten Sätze dieses Romans versetzten mich in die typische Spreewald-Atmosphäre. Ich-Erzählerin Jessica ist mit ihrer Familie im Spreewald unterwegs und man lernt gleich die Geschichte des Paars grob kennen, denn sie feiern Hochzeitstag. Ein wundervoller Start. Aber bald erfahren wir auch von Chaos, Streit, Verfehlungen, Betrug und Sehnsüchten im Leben von Jessis, in ihrer und ihres Mannes Familien. Es geht aber auch um Entfremdung in Ehe und Familie und der Suche nach dem richtigen Weg, nach Vergebung und Aufarbeitung der Vergangenheit. Gut erzählt fließen die Worte ineinander und erzeugen Sätze, die leicht verständlich und gut verfolgbar sind. Die bildhafte Sprache der Autorin macht das Lesen angenehm und leicht und lässt den teils schweren Inhalt ans Herz gehen. Aber auch leichte, fröhliche Situationen werden lebendig und oft muss man über komische Situationen schmunzeln. Die Charaktere sind so gut beschrieben, dass man meint, sie zu kennen und gespannt verfolgt, welche Motivation sie zum Handeln animieren. Als dann die schwierigeren Themen publik werden, kippt auch die Sprache und wird etwas schwermütiger. Man leidet mit, ist wütend über so viele falsche Entscheidungen, soviel böse Worte und so viel unausgesprochenes. Ich hätte nach dem Start ins Buch nicht gedacht, dass so viele tiefe Probleme zum Thema werden, dass so viel Schuld und Trauer auf mich einströmt, so viele Emotionen. Trotzdem bin ich Jessi gern erfolgt und fand Petra Hucke's Roman interessant und aufschlussreich. Ich habe das Buch gern und mit Gewinn gelesen und kann es allen empfehlen, besonders denen, die gern tiefgehende Gegenwartsliteratur lesen. Herzlichen Dank an NetGalley und den Eisele Verlag für die Bereitstellung des eBooks. Meine Meinung zum Text bleibt davon unberührt. Unbezahlte Werbung.

    12. März 2026

  • bookmum71
    bookmum71

    232 Follower

    4,5

    Ein Buch über eine trostlose Kindheit, Trauer und die dadurch erzeugte Unmöglichkeit ein glückliches Leben zu führen.

    Erzählt wird aus der Sicht von Jessica, die in Rückblenden Erinnerungen aus ihrer Kindheit beschreibt. Geboren als Zwilling, doch ihre Zwillingsschwester Annika verstirbt mit eineinhalb Jahren. Über die Tragödie wird nie gesprochen. Von ihrer Halbschwester erfährt sie nur Abneigung und ihre Mutter lässt sie immer spüren, dass sie die falsche Tochter ist. In der Familie ihres Mannes findet sie für sich eine Bilderbuchfamilie: Menschen die sich umarmen, zusammen lachen und gemeinsam in den Urlaub fahren. Teils düster, teils humorvoll erzählt uns die Autorin knappe Beobachtungen, die uns verstehen lassen, was Jessica geprägt hat und warum sie sich ihrem eigenen Glück im Weg steht.

    23. Apr. 2026

  • hasirasi2
    hasirasi2

    218 Follower

    4,5

    Der einsamste Wal der Welt „Allein geboren wurde ich nicht. Aber allein gelassen.“ (S. 93) Jessica fühlt sich schon ihr ganzes Leben fehl am Platz, von ihrer Mutter und ihrer Halbschwester ungeliebt. Auch ihr Vater ist distanziert, war aber früher derjenige, der sich am meisten um sie gekümmert hat. Die Familie ihres Mannes Ingwer, mit dem sie seit 20 Jahren verheiratet ist, ist da ganz anders: eng verbunden, symbiotisch, verbringen sie jede freie Minute zusammen, fahren sogar gemeinsam in den Urlaub. Danach hat sie sich früher immer gesehnt. Doch dann kommt der Anruf: Ihr Vater ist gestorben, ihre letzte Verbindung zu ihrem alten Leben. Auf dem Friedhof wird sie nicht nur mit diesem Verlust konfrontiert, sondern auch dem Grab ihrer Zwillingsschwester, die mit 1,5 Jahren starb. Und mit dem Vorwurf ihrer Mutter, Jessica trage die Schuld daran. Genau wie jetzt am Tod ihres Vater, dessen Herzprobleme während eines Telefonats mit ihr begannen. Petra Hucke hat es mir mit „Unterwasserblau“ nicht leicht gemacht. Der direkte, ungeschönte und stellenweise lakonische Erzählstil, durchzogen von Rückblenden in Jessicas Kindheit, ließ die Handlung oft wie eine lose Aneinanderreihung von Episoden wirken. Und doch hat mich das Buch zunehmend in seinen Bann gezogen – und schließlich mit einem echten Wow-Gefühl zurückgelassen. Jessica ist wurzel- und haltlos, klammert sich an Ingwer und dessen Familie. Aber ein kleiner Teil von ihr rebelliert. Doch ein Teil von ihr rebelliert. Heimlich bricht sie immer wieder aus ihrer scheinbar perfekten Ehe aus und bringt diese damit – bewusst oder unbewusst – in Gefahr. Sie weiß genau, dass es falsch ist, und kann dennoch nicht damit aufhören. Genauso wenig wie mit den unzähligen Selfies, die sie macht: Tausende Bilder ihres Gesichts, in denen sie nach Spuren ihrer Zwillingsschwester sucht, und stattdessen immer wieder ihre Mutter erkennt, die sie doch längst hinter sich lassen wollte. Denn in ihrer Erinnerung ist ihre Kindheit von Lieblosigkeit und Kälte geprägt. Ihre ältere Halbschwester zog früh aus und ließ sie allein zurück. Ihre Mutter stritt ständig mit ihrem Vater und machte Jessica für den Tod der Schwester verantwortlich. Schon damals fühlte sie sich wie der einsamste Wal der Welt – ein Bild aus einem Kinderbuch, das sie nie losgelassen hat. Und nun holt sie diese Vergangenheit wieder ein. Ihre Mutter braucht Hilfe, weigert sich jedoch, diese anzunehmen. Und Jessica fühlt sich, anders als ihre Halbschwester, nicht verantwortlich. Sie hat mit ihrem alten Leben abgeschlossen. Oder versucht es zumindest. Denn je mehr sie sich abgrenzt, desto deutlicher wird, dass die Vergangenheit noch lange nicht abgeschlossen ist. Ein eindringliches Porträt einer innerlich Getriebenen, die alles zerdenkt und doch nichts festhalten kann, auf der Suche nach Identität, Zugehörigkeit und einem Gefühl von Ganzheit. Ein Roman über die Brüchigkeit von Erinnerungen und die Frage, wie sehr uns unsere Herkunft bestimmt.

    13. Apr. 2026

3 von 24 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 4819%
die_christina
die_christina5. Juni 2026

Orrrrrr, diese Mutter! 🤬😤😠

Seite 5622%

1 Kommentar verdeckt

Seite 6023%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Petra Hucke

Petra Hucke ist Romanautorin, freie Übersetzerin und Host des Podcasts „Frauenleben“. Sie studierte in Leipzig und lebt derzeit in München. Schon immer hat sie sich gefragt, wie es wäre, eine Schwester zu haben.

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