Blick ins Buch

Romane

Orlando

3,4(133)
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Über das Buch

Orlando bewirtet Alexander Pope und Jonathan Swift mit Tee. Vorher war sie nach einem mehrtägigen Schlaf als Frau erwacht. Ihre Angewohnheit, nachts in Männerkleidern auszugehen und mit der Geschlechteridentität zu spielen, macht diesen Roman hochaktuell. Das brisante Thema dieses Romans, in dem die Hauptperson Orlando über sagenhafte drei Jahrhunderte agiert, ist die Verwandlung vom Mann zur Frau. Virginia Woolf reflektiert in dem 1928 erschienenen Werk die Stellung der Frau in der Gesellschaft und beim Schreiben. Die teilweise etwas düsteren Passagen sind sprachlich jedoch so herausragend, dass man ­„Orlando“ nicht nur als Biographie der Geliebten von Virginia Woolf bezeichnen kann, sondern als einen ihrer Schlüsselromane. Virginia Woolf beschrieb die Phase, in der sie Orlando mit größter Leichtigkeit verfasste, als „glücklichen Herbst“. Die Neuübersetzung von Gerrit Pohl lässt uns am englischen Leben über drei Jahrhunderte teilhaben. Das Buch endet im Jahr 1928, als Orlando ein Auto besitzt und im Warenhaus einkauft.

Editionen (34)

ISBN9783941905504
VerlagInput-Vlg
Erscheinungsdatum01.06.22
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

133 Bewertungen

25 Rezensionen

3,4

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  • missyliest
    missyliest

    312 Follower

    3,0

    Endlich habe ich diesen Klassiker gelesen. Allerdings fällt es mir schwer, diesen Roman zu bewerten. Es gibt Teile und Ideen in diesem Werk, die ich ganz großartig finde (ich möchte nicht spoilern). Und gleichzeitig glaube ich, dass ich andere Teile nicht so zu schätzen weiß, weil ich mich mit der englischsprachigen Literatur zu jener Zeit nicht auskenne. Es gibt Passagen, die so übertrieben antiquiert klingen, dass sie ironisch bzw. satirisch gemeint sein müssen. Denn die Ansatz dieses Romans ist total modern. Mir ist klar, weshalb Virginia Woolf so.eine herausragende Position in der Literatur einnimmt. Um mehr Sterne zu geben, müsste ich aber mehr zeitlich einordnen können; meine Lesebegeisterung war zwischendurch mäßig .... Sorry, Virginia... Ich muss absolut dringend noch weitere Werke von dieser Autorin lesen....

    21. Sept. 2024

  • 12drue
    12drue

    110 Follower

    4,0

    Mein erstes Werk, das ich von Virginia Woolf gelesen habe, hat mich begeistert und absolut überrascht (ich wusste vorher nichts über die Handlung, was ein großer Pluspunkt war!). Ich finde es großartig, wie in "Orlando" gesellschaftliche Konventionen und Geschlechterrollen hinterfragt und lächerlich gemacht werden. Damit ist diese "Biographie" immer noch erstaunlich aktuell. Wirklich witzig sind die Stellen, an denen die Leser*in direkt angesprochen wird und bspw. darüber sinniert wird, dass diese von einer solchen Biographie ja recht gelangweilt sein müsse. Warum dann trotzdem "nur" vier Sterne? Teilweise war der Schreibstil für mich dann doch etwas schwerfällig, sodass manche Textstellen sich ziemlich gezogen und träge auf mich gewirkt haben. Dennoch war es bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von Virginia Woolf gelesen habe.

    30. Sept. 2024

  • buchentdeckerin
    buchentdeckerin

    496 Follower

    5,0

    Eine wundervolle Biografie und Verwandlung📖❤️

    Orlando von Virginia Woolf ist ein Buch, womit ich nicht rechnete, dass es etwas Witz und Charme hat und so spannend ist.😄😍 In dem Buch geht es um den Mann Orlando, der am königlichem Hofe arbeitet und in den sich Königin Elisabeth verliebt. Er wird zum Schatzmeister befördert und führt ein Leben in adeliger Gesellschaft. Dieses hat er recht schnell satt. Verfolgt von einer "verliebten" Herzogin, lässt er sich nach Konstantinopel versetzen. Dort fällt er in einen tiefen Schlaf und wacht auf... als Frau im viktorianischen Zeitalter. 400 Jahre wird Orlando begleitet. Vom elisabethanischen Zeitalter, über das viktorianische, bis hin zum Ende der 1920er. Ich muss sagen, dass ich bis zu Verwandlung zur Frau, es relativ unspektakulär fand. Für mich ging die Geschichte erst richtig los und wurde auch spannend, als Orlando als Frau aufwachte. Ihre Gedankengänge mit zu bekommen, hatten mich nicht selten schmunzeln und lachen lassen. Natürlich war es auch wichtig, Orlando als Mann mitzubekommen und welche Erfahrungen und Gedanken er machte und hatte. Virginia Woolf hat einen interessanten und für mich mittlerweile außergewöhnlichen Schreibstil, den ich sehr mag. Ich las tatsächlich gleich die Geschichte, anstatt das Vorwort und ich kam richtig gut rein beim Lesen, von Anfang an. Die Geschichte befasst sich mit Frauenbewegung, sowie auch mit Trans🏳️‍🌈. Es ist schön, festzustellen, dass es in der damaligen Literatur schon solche Themen gab📖🥰. Was ich auch gut fand war, dass die Biografie von Orlando an eine reale Person in Virginia Woolfs Umfeld angelehnt war. Mit dieser Frau hatte sie eine enge Beziehung. Man merkt im Schreibstil, dass es nicht nur für sie Urlaub war beim Verfassen des Buches, sondern auch leicht war, dieses zu schreiben. Ein Buch was ich interessant und lesenswert finde.🥰

    15. Juni 2024

3 von 25 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Virginia Woolf

Virginia Woolf (1882–1941) wurde in den 1970er Jahren wiederentdeckt. Sie war Verlegerin der Hogarth Press, eines kleinen Verlages, den sie gemeinsam mit ihrem Mann führte. Dort erschienen u. a. Werke von Katherine Mansfield und ­Christopher Isherwood, aber leider lehnte sie 1918 ab, den „Ulysses“ von James Joyce zu verlegen. Weitere bekannte Werke Virginia Woolfs sind „Zum Leuchtturm“ und „Ein Zimmer für sich allein“. Sie litt an starken Depressionen. Bevor Virginia Woolf in den Freitod ging, schrieb sie im Abschiedsbrief an ihren Mann: „Liebster, ich spüre mit Sicherheit, dass ich wieder verrückt werde.“

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