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Jakob der Lügner

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Über das Buch

Die Geschichte des Juden Jakob Heym, der im Ghetto einer polnischen Stadt zum Lügner wird, um anderen Hoffnung zu schenken. Die Rote Armee ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt, diese Meldung hat Jakob zufällig vernommen. Mit der Aussicht auf baldige Befreiung wird ein Morgen wieder vorstellbar, deshalb will Jakob die frohe Botschaft mit seinen Mitgefangenen teilen. Damit sie ihm glauben, behauptet er, ein Radio zu besitzen. Weil die Ghettobewohner nun täglich mehr erfahren möchten, bleibt Jakob nichts anderes übrig, als weitere gute Nachrichten zu erfinden – was eine Reihe tragisch-komischer Ereignisse provoziert. Jurek Beckers außerordentlicher Debütroman, 1969 erschienen, wurde in 23 Sprachen übersetzt und zwei Mal verfilmt. Nun liegt erstmals eine ungekürzte Lesung von »Jakob der Lügner« als Hörbuch vor.

Editionen (14)

ISBN9783940018236
Verlagspeak low
Erscheinungsdatum16.11.16

Rezensionen & Bewertungen

108 Bewertungen

7 Rezensionen

3,9

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  • henvondra
    henvondra

    79 Follower

    4,0

    „Die Leute brauchen keine Medizin so sehr wie Hoffnung.“ Jakob Heym lebt, als Jude von den Nazis interniert, in einem fiktiven Ghetto. Als er sich auf einem Revier melden muss, schnappt er zufällig eine Radiomeldung von der Front auf. Die Russen haben einen Erfolg gegen die Deutschen zu verzeichnen. Wenig später wieder unter „seinesgleichen“, teilt er unbedacht diese Information und verknüpft sie mit einer folgenschweren Lüge: er selbst sei noch im Besitz eines Radios, über das er heimlich Informationen über den Verlauf des 2. Weltkriegs beziehe. Nun wird Jakob Heym (zunächst unfreiwillig) zum Hoffnungsvogel. Schnell färbt er bewusst die nun selbst erdachten Frontverläufe zu Gunsten der Roten Armee, zur Hoffnung der jüdischen Menschen im Ghetto. Doch die Lügen und die Verantwortung des Hoffnungsspenders in düsteren Zeiten lasten schwer auf Jakob. Wie weit kann er gehen? „Jakob der Lügner“ ist ein grandioser, zeitloser, mitunter aber auch skurriler Text. Das große Thema ist das Prinzip Hoffnung, inmitten von Wahrheit und Lüge. Das Thema könnte kaum aktueller sein. Der Text stellt die Frage: Gibt es auch gute Fake News? Jurek Becker trägt seine Parabel auf die Hoffnung meist wertfrei, fast schon naiv vor. Das gelingt ihm durch einen Erzähler, der zwar in diesem Ghetto gelebt hat und auktorial auf die Handlung blickt, aber selbst erst ganz am Ende Teil der Geschichte wird. Ein letztlich genialer literarischer Kniff, der das Lesen aber zwischenzeitlich auch etwas ins Stocken bringt. Becker, der ebenfalls in einem Ghetto leben musste, schreibt nicht moralisierend oder anklagend. So bleibt sehr viel der Gedankenarbeit bei den Leser*innen, was den Text zusätzlich wertvoll macht. Irgendwas zwischen 4 und 5 Sternen. Ich werde weiter drüber nachdenken und es sicherlich nochmal lesen müssen. MUST-READ!

    22. Sept. 2024

  • santerisummer
    santerisummer

    127 Follower

    5,0

    Jakob der Lügner ist ein zeitloser Klassiker für alle, die die Kunst des Erzählens schätzen und sich jenseits der Wohlfühlunterhaltung auch in Gebiete wagen, die aufwühlen und schmerzen. Es ist ein Buch, welches mitnimmt in die grauen Straßen, winzigen Zimmer und todbringenden Plätze eines jüdischen Ghettos. Hier in diesem unsäglichen Ort geht das Leben noch ein Stück weiter und in diesem Aufschub des grauenvollen Endes keimt Hoffnung durch Lüge, steckt immer wieder Menschlichkeit und letztlich auch die Frage, was ein Mensch ertragen kann. Aufgrund des Themas also keine leichte Lektüre, jedoch großartig erzählt, nicht zuletzt wegen des gelungenen Spannungsbogens und des Humors, mit dem manche Szenen beschrieben werden und damit das Ganze lesbar machen.

    28. Juni 2023

  • bastiliest
    bastiliest

    61 Follower

    3,5

    Jakob hat es nicht leicht lügt er um den Leuten Hoffnung zu geben und zieht so die Aufmerksamkeit auf sich den es ist verboten ein Radio zu besitzen und alle nehmen an das er eins Besitz oder versucht er lieber sich aus allen raus zuhalten ob wohl es so ruhig ist geht es ein doch ziemlich nahe er hat das Ghetto sehr gut beschrieben wahrscheinlich weil er selbst in einem gelebt hat

    12. Mai 2026

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Jurek Becker

Jurek Becker wurde am 30. September 1937 in Lodz/Polen geboren und starb am 14. März 1997 in Sieseby/Schleswig-Holstein. Von 1939 bis 1945 wuchs Becker im Ghetto in Lodz auf und wurde später in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen inhaftiert. 1945 siedelte er in den Ostteil Berlins über, wo er von 1957 bis 1960 Philosophie an der Humboldt-Universität studierte. 1960 wurde Becker aus politischen Gründen vom Studium ausgeschlossen und ging an die Filmhochschule Babelsberg. Becker ist Autor zahlreicher Drehbücher. 1969 wurde sein erster Roman veröffentlicht – Jakob der Lügner wurde weltbekannt. Jurek Beckers Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold und dem Bundesverdienstkreuz.

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