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Pferde stehlen

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Über das Buch

Norwegen im Sommer 1948: Der fünfzehnjährige Trond verbringt die Ferien in einer Hütte nahe der schwedischen Grenze. Es ist eine Gegend, in der man Pferde stehlen kann, zum Beispiel mit dem gleichaltrigen Jon von nebenan. Abseits vom Dorf, am großen Fluß, kommt Trond dem in den Jahren des Krieges entbehrten Vater wieder näher. Als in der Nachbarsfamilie ein schreckliches Unglück geschieht, entdeckt der Junge das wohlgehütete Lebensgeheimnis seines Vaters. In den Kriegsjahren hatte dieser zusammen mit der Nachbarin politisch Verfolgte über den Fluß gebracht. Und sich dabei für immer in diese Frau verliebt. Noch ahnt der Sohn nicht, daß er seinen Vater nach diesem gemeinsamen Sommer nie wiedersehen wird. Fünfzig Jahre später hat sich Trond eine ähnliche Hütte an einem Fluß im Norden gekauft. Nach dem Tod seiner Frau will er hier, allein mit seinem Hund, seinen Lebensabend verbringen. Bis ein Nachbar auftaucht, der ihm bekannt vorkommt, und die Ereignisse jenes Sommers ihn wieder einholen.

Editionen (6)

ISBN9783899037920
VerlagHörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum21.02.08

Rezensionen & Bewertungen

39 Bewertungen

6 Rezensionen

3,7

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  • gedanken_freude
    gedanken_freude

    68 Follower

    4,0

    Ein Buch über das Erwachsenwerden, über eine Vater-Sohn-Beziehung und über das Schweigen. Viele Handlungen werden hier mittels Erinnerungen der Hauptfigur erzählt. Einiges detailliert, manches nur angedeutet. Sehr schön sind die Naturbeschreibungen und der Alltag der Hauptfigur. Die Zeitsprünge fand ich stellenweise unübersichtlich, aber meistens haben sie nicht gestört. Was mich mehr gestört hat, war die mir zu "männliche" Perspektive, das Credo ein Mann, entscheidet selbst, wann ihm was wehtut und wann nicht. Bedauern habe ich über die Stille zwischen den Männern empfunden, ihre Unfähigkeit über Gefühle und bedeutsame Geschehnisse zu sprechen und so einander fremd zu bleiben. Für mich hätte die Geschichte an manchen Stellen mehr Informationen enthalten können, mehr Reflexion, mehr Tiefgang der Hauptfigur. Aber vielleicht ist dieses Fehlen gewollt. Vielleicht kann die Hauptfigur das nicht, wenn sie entschieden hat, dass die Vergangenheit nicht weh tun soll.

    4. Feb. 2025

  • wayne161
    wayne161

    39 Follower

    3,5

    Stimmungsvoll, ereignisarm und teils verwirrend.

    Das Buch beschreibt die Erinnerungen des norwegischen Protagonisten Trond in zwei zeitlich wechselnden, wesentlichen Erzählsträngen (als 67-Jähriger und 15-Jähriger) und legt dabei sehr viel Wert auf Stimmung, Beziehungen und Umgebung. Die Beschreibungen sind sehr detailliert, sodass man leicht in die jeweiligen Situationen abtauchen kann. Auch wenn der Roman sprachlich gut ist, passiert auf der Handlungsseite wenig. Ich lese auch öfter eher introspektive Texte, jedoch werden die relevanten Konflikte und Beziehungen interessant aufgebaut und bleiben anschließend sehr vage. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat mich an manchen Stellen etwas überfordert, und ich musste mich wieder orientieren, wodurch für mich persönlich teils Zusammenhänge unklar und unbefriedigend blieben. Hinweise in Blogs lassen den Roman im Nachhinein nochmals deutlicher wirken.

    11. März 2026

  • carmen86
    carmen86

    105 Follower

    4,5

    4.75 ⭐️; ein ruhiges, sensibles Buch. Die Geschichte hat Tiefe und die landschaftliche Beschreibung ist sehr gelungen. Ich bin richtig eingetaucht in diese Hütte in Norwegen. Dir beschrieben Vater- Sohn Beziehung war ganz toll zu lesen, ich bin in die Seiten abgetaucht. Die Geschichte lässt aus meiner Sicht sehr viele Punkte recht offen- aber das stört nicht. Offen sind die Fragen rund um die Kerngeschichte, aber auf diese wird nicht näher eingegangen daher ist keine Antwort notwendig. Der Schreibstil ist ruhig und fließend, das Buch hat keine Eile und der Autor hat keine… wer es lesen mag setzt somit am besten in aller Ruhe hin.

    8. Dez. 2025

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Per Petterson

Per Petterson, 1952 in Oslo geboren, ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller Norwegens. Seine Bücher erscheinen in zahlreichen Sprachen, für seinen Roman Pferde stehlen wurde er mit dem Independent Foreign Fiction Prize ausgezeichnet. Bei Hörbuch Hamburg erschienen als Lesung außerdem Im Kielwasser, Ich verfluche den Fluss der Zeit, ausgezeichnet mit dem bedeutendsten norwegischen Literaturpreis, dem Brage-Preis, dem Norwegischen Kritikerpreis und dem Preis des Nordischen Rats, sowie Ist schon in Ordnung. Für seinen jüngsten Roman Nicht mit mir erhielt er 2012 den Norwegischen Buchhändlerpreis.

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