Blick ins Buch

Romane

Durch die Nacht

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Über das Buch

»Einer der wichtigsten Autoren meiner Generation« Karl Ove Knausgård Karl Meyer ist Zahnarzt und führt ein durch und durch bürgerliches Leben. Doch als sein erst achtzehnjähriger Sohn Ole-Jakob Suizid begeht, droht es die Familie zu zerreißen. Karls Frau Eva steht unter Schock, die Tochter Stine verstummt. Auch Karl ist in seiner Trauer gefangen. Er denkt zurück an sein Kind, vor allem aber an das, was die Familie schon vor dessen Tod auf eine Belastungsprobe stellte: Karls Liebschaft mit der deutlich jüngeren Mona. Ist es diese Affäre, die Ole-Jakob in den Tod getrieben hat? Die Schuldfrage steht im Raum – und Karl läuft davon. Er begibt sich auf eine Reise in die Slowakei. Dort hofft er, Erlösung zu finden: in einem Haus, in dem man, so heißt es, mit seinen tiefsten Ängsten konfrontiert wird – und das man entweder gebrochen oder geheilt verlässt. ›Durch die Nacht‹ ist die Anatomie eines Trauerprozesses und ein Buch, das unter die Haut geht. Stig Sæterbakken schont seine Leser nicht. Dieser so dringlich erzählte Roman schildert die Abgründe, die in uns allen lauern, und wie leicht wir die verletzen, die uns nahe stehen.

Editionen (2)

ISBN9783832183653
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum12.08.19
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

52 Bewertungen

14 Rezensionen

3,1

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  • yaduria1982
    yaduria1982

    269 Follower

    3,0

    Der Protagonist verliert seinen Sohn durch Selbstmord und wandert durch die Nacht um Antworten zu finden. Das relativ kurze Buch hat sich nicht einfach gelesen. Ich hatte mehr Fokus auf den Sohn erwartet, es ging aber viel um den Vater und sein Leben, seine Entscheidungen. Vieles war metaphorisch und ich hatte nicht die Muße das tiefer zu ergründen.

    26. Nov. 2025

  • 4,0

    "Trauer tritt in so vielen Formen auf. Sie ist wie ein Licht, das ein- und ausgeschaltet wird. Sie ist da, sie ist nicht auszuhalten, dann verschwindet sie, weil sie unerträglich ist, weil man sie nicht permanent ertragen kann. Man wird gefüllt und geleert. Tausend Mal am Tag vergaß ich, dass Ole-Jakob tot war. Tausend Mal am Tag fiel es mir plötzlich ein. Beides war unerträglich. Ihn zu vergessen war das Schlimmste, was ich tun konnte. An ihn zu denken war das Schlimmste, was ich tun konnte. Kälte kam und ging. Wärme kam nie. Es gab nur Kälte und die Abwesenheit von Kälte. Wie mit dem Rücken zum Meer stehen. Eiskalte Knöchel jedes Mal, wenn eine Welle anrollte. Sie lief ab. Dann kam sie wieder. Während ich so dastand ging die Sonne unter, und es wurde Nacht. Seitdem ist Nacht." Zu sagen, das Buch hat mich auf verschiedenen Ebenen berührt, wäre eine Untertreibung. Gerade dieser erste Absatz spiegelt meine Gefühle wieder, die ich selbst empfand, als mein Vater starb. Daran zu denken war schlimm. Sich abzulenken und einige Stunden nicht an ihn zu denken war schlimmer. Die Hauptfigur des Romans, Karl, stellt sich nach dem Tod seines Sohnes die Frage, warum? Hatte seine außereheliche Affäre etwas mit Ole-Jakob's Entscheidung, sich das Leben zu nehmen, zu tun? Hätte er es verhindern können? Eine quälende Frage, auf die er wohl nie eine Antwort bekommen wird. Aber von einem Bekannten hört er eine Geschichte über ein Haus, das, sobald man es betritt, einem seine größten Ängste zeigen soll. Das letzte Drittel des Buchs beschreibt Karl's etwas surreale Reise zu diesem Haus und zu sich selbst. (Ganz verstanden habe ich das Ende jedoch nicht.) Alles in allem aber ein direktes, brutales Buch. Selbstmord ist nicht die Lösung. Bitte.

    9. Nov. 2025

  • maleur
    maleur

    100 Follower

    2,0

    Ich habe mir von diesem Buch etwas anderes erwartet. Ich habe eine Trauerverarbeitung erwartet. Davon habe ich wenig gespürt. Vielleicht weil es so nordisch kühl ist. Mich hat der Wechsel zwischen Erinnerung, Gegenwart und Fantasien und Träumen nur verwirrt und irgendwann verloren. Bestimmt habe ich deshalb das Ende nicht richtig verstanden.

    30. Mai 2024

3 von 14 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 3512%
patri.ce
patri.ce23. Juni 2026

„… …und ich war in Gedanken ganz bei ihr, dadurch, dass ich nicht ein Mal an mich dachte, war ich voll und ganz ich selbst.“

Autorin / Autor

Über Stig Sæterbakken

Stig Sæterbakken (1966–2012) gehört zu den wichtigsten norwegischen Autoren der letzten Jahrzehnte. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Essay- und Lyrikbände und arbeitete zudem als Übersetzer.

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