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Brief einer Unbekannten

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Über das Buch

Die Überraschung ist perfekt. An seinem 41. Geburtstag bekommt der berühmte Schriftsteller R. einen sonderbaren Brief. Der Absender: eine ihm unbekannte Dame. Sie erzählt ihm darin die Geschichte ihres Lebens, die, wie er mit ungläubigem Staunen feststellen muss, auch seine Geschichte ist. Seit sie ihm als Kind zum ersten Mal begegnet war, verliebte sie sich mehr und mehr in den Schwarm aller Frauen. Unrettbar. Nach einer gemeinsamen Liebesnacht viele Jahre später bringt sie seinen Sohn zur Welt, von dessen Existenz R. nichts ahnt. Als sie sich, wiederum Jahre später, erneut begegnen, erkennt er sie nicht. Für ihn ist sie, die nur für diese Liebe lebt, nichts als ein namenloses Abenteuer. Erst der frühe Tod des Sohnes enthüllt ihr die Sinnlosigkeit ihrer Leidenschaft. Stefan Zweig, ein Leben lang fasziniert "von den unbändigen Naturen", zeichnet in seiner 1922 erschienenen Novelle meisterlich das bewegende Psychogramm einer heillosen Passion.

Editionen (25)

ISBN9783899036121
VerlagHörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum16.03.09

Rezensionen & Bewertungen

97 Bewertungen

13 Rezensionen

4,2

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  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    4,0

    «Dir, der Du mich nie gekannt. Mein Kind ist gestern gestorben»

    So beginnt der Abschiedsbrief einer Frau, die sich schon als Kind in den erwachsenen Nachbarn verliebt, sich ihm aber nie wirklich offenbaren konnte. Eine unerfüllte Liebe, die erst nach Jahren, nachdem alles zu einem Ende kommt, diese Liebe, wie eine Obsession, zugeben kann. Der grosse Schriftsteller Stefan Zweig macht schon gleich am Anfang klar, worum es hier gehen wird, und lässt nicht viel Platz für irgendeine Hoffnung. Es ist eine Tragödie, für die niemand etwas kann. Liebe an sich beugt sich keinen Gesetzen, ist einfach, ohne Bedingung und somit auch ohne Anrecht auf Erwiderung. Beide Personen begegnen sich dennoch mehrmals, auch intim, nur dass sich der namenlose Nachbar stets nicht mehr erinnern kann. Dies macht die Einseitigkeit dieser Liebe noch deutlicher und tragischer. Das 1922 zum ersten Mal erschienene Werk besticht durch seine Konsequenz, in Belangen der Liebe aber auch das Fehlen jeglicher Hoffnung. Die alte, aber keinesfalls schwerfällige Sprache ist eine Bereicherung und transferiert eine Sensibilität, die man der Schreiberin gerne attestiert. Wir fühlen uns direkt angesprochen; wir, zwar nur Beobachter aber auch gleichzeitig scheinbar die Empfänger dieses Briefes. Es muss bei der Wahl eines Klassikers klar sein, dass wir in eine andere Zeit geführt werden, in der andere Lebensumstände und -gesetze vorherrschten, komplett andere Geschlechterrollen gelebt wurden.Und natürlich auch eine andere Sprache, die zum Teil sehr blumig, wenn nicht sogar etwas überfrachtet wirken könnte. Nicht jeder Person muss das gefallen. Bemerkenswert finde ich, dass sich hier ein Mann (der Autor) in die Rolle einer Frau hineinversetzt, die sich in eine Liebesobsession verliert und bis zum bitteren Ende daran festhält. Das finde ich besonders und zeugt nach meiner Ansicht von dem nötigen Einfühlungsvermögen, welches einer solche Geschichte bedarf. Für mich der erster «Zweig», aber wohl nicht mein Letzter

    17. März 2026

  • fruggielicious
    fruggielicious

    2673 Follower

    4,0

    Nicht gerade harmlos

    ✨ Klassiker SuB✨ Endlich habe ich eine weitere Novelle von Stefan Zweig in die Finger bekommen. Nachdem mir die Schachnovelle sehr gut gefallen hat, wollte ich mein Glück erneut versuchen und wurde nicht enttäuscht. Mein erstes Buch von ihm war vor einigen Jahren „Der Amokläufer“ und das hatte mir leider nur bedingt gefallen. Wenn Ihr Euch komplett überraschen lassen wollt, dann lest bitte nicht weiter, denn es folgen zwar keine Spoiler über den Klappentext hinaus, aber Triggerwarnungen, die einfach nicht fehlen dürfen. Die erst 13jährige Ich-Erzählerin verliebt sich in ihren 25jährigen Nachbarn. Jahre später haben die beiden eine kurze Affäre, ohne dass er weiß, dass sie das junge Mädchen von damals ist… Triggerwarnung: - Kindstot - Prostitution - Obsessive love Der Nachbar erfährt in einem Brief, den die Protagonistin ihm geschickt hat, die ganze Wahrheit. Deshalb auch der Titel der Novelle. Er kann sich bis zum Schluss nicht an sie erinnern und hatte auch keine Ahnung, welche Qualen sie durchgemacht hat wegen ihm. Ich hatte erst gedacht, dass die Geschichte zwar gut sei, aber mich eher schnell loslassen würde, was dann nicht so war. Habe sie vor etwa einer Woche gelesen und denke immer noch täglich daran 😅😅. Es ist schon sehr traurig und tragisch, hätte ich vor allem den ersten der von mir oben aufgeführten Trigger gekannt, hätte ich es evtl. nicht gelesen. Einzigartige Geschichte! Macht Euch gern ein eigenes Bild! 4/5⭐️⭐️⭐️⭐️

    Nicht gerade harmlos

    31. Jan. 2025

  • maedelvomlande
    maedelvomlande

    68 Follower

    4,0

    Kurz, tragisch, bewegend

    Brief einer unerwidert Liebenden an den Mann ihres Lebens, dem sie immer wieder begegnet und der sich niemand sie erinnert. Tragisch und durch Zweigs wunderbare Sprache sehr bewegend.

    25. Okt. 2025

3 von 13 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Stefan Zweig

Stefan Zweig, 1881 in Wien geboren, veröffentlichte seinen ersten Gedichtband bereits während seiner Studienzeit. Mit Erstes Erlebnis. Vier Geschichten aus dem Kinderland wurde Stefan Zweig 1911 erstmals einem breiteren Publikum bekannt. Von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben, verbrachte er einige Zeit in London, New York und Argentinien, bevor er 1940 nach Brasilien auswanderte. Hier entstand sein wohl bekanntestes Werk Die Schachnovelle. Der Schriftsteller wählte in Folge der Perspektivlosigkeit im Exil und der Verzweiflung über das NS-Regime 1942 den Freitod.

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