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Romane

Brief einer Unbekannten

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Über das Buch

Ein dreizehnjähriges Mädchen im Wien der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, in einem trostlosen und wenig anregenden Leben mit Ihrer Mutter vereinsamt, verliebt sich unwiderstehlich in einen neuen Hausnachbar, einen jungen Schrifsteller und Bonvivant, der mit seinem Diener in der gegenüberliegenden Wohnung einzieht. Als junge Frau – die Familie war durch eine Heirat der Mutter zwischenzeitlich nach Innsbruck umgesiedelt – kehrt sie nach Wien zurück, nähert sich wieder dem Schriftsteller und verbringt eine Nacht mit dem gleichermaßen kultivierten aber charakterlos-unachtsamen Lebemann. Er ist weit davon entfernt in der herangewachsenen Frau das junge Mädchen wieder zuerkennen. Zwei weitere Nächte verbringt sie mit dem unaufmerksamen Feingeist, bevor dieser zu einer Reise aufbricht - um sich darauf zurückzuziehen. Aus den gemeinsamen Nächten entsteht eine Schwangerschaft. Ein Sohn wird geboren und von der Alleinstehenden aufgezogen. Vor allem um dem Sohn eine besondere Ausbildung zu ermöglichen, verdingt sich die Unbekannte als Kurtisane in ›besseren‹ Kreisen. Sie düpiert mehrere wohlmeinende Verehrer, die die Beziehung zu der schönen Frau in einer wohlversorgte Ehe überführen wollen. Sie will sich für Ihre Liebe frei halten. Schließlich kommt es noch einmal zu eine gemeinsamen Nacht, wobei der Bonvivant durch die morgendliche Bezahlung zu erkennen gibt, dass er die junge Frau ebenfalls als Kurtisane betrachtet und er sie weiterhin nicht erkenne. Nach dem Tod ihres Sohnes - er stirbt als Kind an einem Fieber - offenbart sich die Unbekannte ihrem Geliebten in einem Brief und betont, dass er diesen nur als Brief einer Toten erhalte. Der Schriftsteller, berührt durch die Lektüre des Briefs, die den Hauptteil des Erzählung einnimmt, erinnert sich weiterhin nur schemenhaft. Wie in einem fernen Traum, erscheint ihm das Bild des jungen Mädchens aus der Nachbarschaft und die junge Frau, die sich ihm stets unerkannt liebend hingegeben hat.

Editionen (25)

ISBN4064066251659
Verlagonomato Verlag
Erscheinungsdatum05.11.19

Rezensionen & Bewertungen

97 Bewertungen

13 Rezensionen

4,2

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  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    4,0

    «Dir, der Du mich nie gekannt. Mein Kind ist gestern gestorben»

    So beginnt der Abschiedsbrief einer Frau, die sich schon als Kind in den erwachsenen Nachbarn verliebt, sich ihm aber nie wirklich offenbaren konnte. Eine unerfüllte Liebe, die erst nach Jahren, nachdem alles zu einem Ende kommt, diese Liebe, wie eine Obsession, zugeben kann. Der grosse Schriftsteller Stefan Zweig macht schon gleich am Anfang klar, worum es hier gehen wird, und lässt nicht viel Platz für irgendeine Hoffnung. Es ist eine Tragödie, für die niemand etwas kann. Liebe an sich beugt sich keinen Gesetzen, ist einfach, ohne Bedingung und somit auch ohne Anrecht auf Erwiderung. Beide Personen begegnen sich dennoch mehrmals, auch intim, nur dass sich der namenlose Nachbar stets nicht mehr erinnern kann. Dies macht die Einseitigkeit dieser Liebe noch deutlicher und tragischer. Das 1922 zum ersten Mal erschienene Werk besticht durch seine Konsequenz, in Belangen der Liebe aber auch das Fehlen jeglicher Hoffnung. Die alte, aber keinesfalls schwerfällige Sprache ist eine Bereicherung und transferiert eine Sensibilität, die man der Schreiberin gerne attestiert. Wir fühlen uns direkt angesprochen; wir, zwar nur Beobachter aber auch gleichzeitig scheinbar die Empfänger dieses Briefes. Es muss bei der Wahl eines Klassikers klar sein, dass wir in eine andere Zeit geführt werden, in der andere Lebensumstände und -gesetze vorherrschten, komplett andere Geschlechterrollen gelebt wurden.Und natürlich auch eine andere Sprache, die zum Teil sehr blumig, wenn nicht sogar etwas überfrachtet wirken könnte. Nicht jeder Person muss das gefallen. Bemerkenswert finde ich, dass sich hier ein Mann (der Autor) in die Rolle einer Frau hineinversetzt, die sich in eine Liebesobsession verliert und bis zum bitteren Ende daran festhält. Das finde ich besonders und zeugt nach meiner Ansicht von dem nötigen Einfühlungsvermögen, welches einer solche Geschichte bedarf. Für mich der erster «Zweig», aber wohl nicht mein Letzter

    17. März 2026

  • fruggielicious
    fruggielicious

    2670 Follower

    4,0

    Nicht gerade harmlos

    ✨ Klassiker SuB✨ Endlich habe ich eine weitere Novelle von Stefan Zweig in die Finger bekommen. Nachdem mir die Schachnovelle sehr gut gefallen hat, wollte ich mein Glück erneut versuchen und wurde nicht enttäuscht. Mein erstes Buch von ihm war vor einigen Jahren „Der Amokläufer“ und das hatte mir leider nur bedingt gefallen. Wenn Ihr Euch komplett überraschen lassen wollt, dann lest bitte nicht weiter, denn es folgen zwar keine Spoiler über den Klappentext hinaus, aber Triggerwarnungen, die einfach nicht fehlen dürfen. Die erst 13jährige Ich-Erzählerin verliebt sich in ihren 25jährigen Nachbarn. Jahre später haben die beiden eine kurze Affäre, ohne dass er weiß, dass sie das junge Mädchen von damals ist… Triggerwarnung: - Kindstot - Prostitution - Obsessive love Der Nachbar erfährt in einem Brief, den die Protagonistin ihm geschickt hat, die ganze Wahrheit. Deshalb auch der Titel der Novelle. Er kann sich bis zum Schluss nicht an sie erinnern und hatte auch keine Ahnung, welche Qualen sie durchgemacht hat wegen ihm. Ich hatte erst gedacht, dass die Geschichte zwar gut sei, aber mich eher schnell loslassen würde, was dann nicht so war. Habe sie vor etwa einer Woche gelesen und denke immer noch täglich daran 😅😅. Es ist schon sehr traurig und tragisch, hätte ich vor allem den ersten der von mir oben aufgeführten Trigger gekannt, hätte ich es evtl. nicht gelesen. Einzigartige Geschichte! Macht Euch gern ein eigenes Bild! 4/5⭐️⭐️⭐️⭐️

    Nicht gerade harmlos

    31. Jan. 2025

  • maedelvomlande
    maedelvomlande

    68 Follower

    4,0

    Kurz, tragisch, bewegend

    Brief einer unerwidert Liebenden an den Mann ihres Lebens, dem sie immer wieder begegnet und der sich niemand sie erinnert. Tragisch und durch Zweigs wunderbare Sprache sehr bewegend.

    25. Okt. 2025

3 von 13 Rezensionen

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