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Die Diplomatin

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Über das Buch

Dann steht man da und ist nur Deutschland.

Fred ist eine erfahrene und ehrgeizige deutsche Konsulin. Eine Frau, die eigentlich nichts aus der Ruhe bringt, überall und nirgends zu Hause. Dann jedoch, in Montevideo, scheitert sie erstmals in ihrer Karriere. Sie wird versetzt ins politisch aufgeheizte Istanbul, ihrer bisher größten Herausforderung. Zwischen Justizpalast und Sommerresidenz, Geheimdienst und deutsch-türkischer Zusammenarbeit, zwischen Affäre und Einsamkeit stößt sie an die Grenzen von Freundschaft, Rechtsstaatlichkeit und europäischer Idee.

In ihrem fulminanten, so komischen wie bitteren Roman erzählt Lucy Fricke von einer Diplomatin, die den Glauben an die Diplomatie verliert – und das, was in ihrem Beruf das Wichtigste ist: die Geduld.

Bettina Hoppe liest herrlich trocken – ein außergewöhnliches Hörerlebnis.

Editionen (5)

ISBN9783869093192
VerlagHörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum30.03.23

Rezensionen & Bewertungen

416 Bewertungen

56 Rezensionen

3,8

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  • luzifer
    luzifer

    359 Follower

    3,5

    Gewagter Politikthriller

    „Die Diplomatin“ von Lucy Fricke ist ein spannender, stellenweise erschreckender und sehr gut recherchierter Politikthriller. Die Handlung bietet einen guten Einblick in internationale Machtstrukturen, diplomatische Abgründe und politische Verflechtungen, die beunruhigend real wirken. Erzählt wird die Geschichte aus einer sympathischen, klugen Frauenperspektive, die den Roman durchgehend gut lesbar und zugänglich macht. Besonders hervorzuheben sind die wirklich spannenden und eindrucksvoll beschriebenen Schauplätze. Sie verleihen der Geschichte Atmosphäre und Tiefe, gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die Protagonistin in ihrem beruflichen Alltag nur wenig Raum hat, diese Orte tatsächlich wahrzunehmen oder zu erleben. Dieses Spannungsfeld zwischen faszinierender Umgebung und der ernüchternden Realität diplomatischer Arbeit wird überzeugend vermittelt. Lucy Fricke gelingt es, komplexe politische Zusammenhänge verständlich aufzubereiten und mit Tempo sowie Spannung zu erzählen. Die Themen sind relevant, die Figuren interessant angelegt, und auch die Beziehungen zwischen ihnen wirken glaubwürdig und durchdacht. Über weite Strecken hat mich das Buch gut unterhalten und neugierig gehalten. Trotzdem blieb am Ende eine leichte Unbefriedigung zurück. Gerade weil die Themen so hart und die Figuren eigentlich vielversprechend sind, fehlte mir der nötige Tiefgang, um mich emotional wirklich zu berühren oder nachhaltig zu beeindrucken. Vieles wird angerissen und klug beobachtet, bleibt für mein Empfinden aber etwas zu distanziert, um lange nachzuwirken. Insgesamt ein solider, spannender und gut geschriebener Politikthriller, der inhaltlich überzeugt, für mich jedoch emotional hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

    15. Jan. 2026

  • nickalala
    nickalala

    124 Follower

    5,0

    "Niemand sah mich je umfallen. Das tat ich erst, nachdem die Tür hinter mir ins Schloss gefallen war. Hinter Haustüren in Berlin, Bagdad, Montevideo und leider auch Bonn war ich zusammengebrochen. Ich erinnere mich an jeden Flurboden, als hätte ich ihn selbst verlegt." Fred, eine eigentlich durch scheinbar nichts zu beeindruckende, erfahrene deutsche Konsulin in Istanbul, gerät an die Grenzen ihrer diplomatischen Möglichkeiten. Diese Geschichte ist so neu und großartig erzählt, unglaublich kurzweilig, humorvoll und spannend. Für mich ein ganz großes Lesevergnügen mit einer total sympathischen Protagonistin

    25. Dez. 2024

  • schmusescholle
    schmusescholle

    71 Follower

    4,0

    Kluge Darstellung der diplomatischen Verhältnisse

    „Die Diplomatin“ ist kein trockener Bericht aus dem Auswärtigen Amt, sondern eine sezierende Analyse über die Ohnmacht der Realpolitik. Fricke verhandelt Themen wie transnationale Repression und die systematische politische Verfolgung, wobei sie aufzeigt, wie Rechtsstaatlichkeit an der Willkür autokratischer Systeme zerschellt. Es ist ein Buch über die Erosion diplomatischer Wirksamkeit. Erschreckend stellt sich vor allem die "Ohnmacht" der Diplomaten dar, da deren Handeln auf den Füßen eines moralisch instabilen Fundaments gebaut ist. Verhandeln die Deutschen feige oder nur interessensbasiert? Die Augen schließen, damit die Grenzen zu bleiben? All dies scheint über dieser Geschichte zu schweben Die Autorin hat diese Realität kühl und interessant erzählt und mit einer sympathischen Frauenfigur besetzt, die jedoch leider wenig persönliche Entwicklung vorzeigen kann. Die Erkenntnisse wirken in diesem Kontext bestenfalls banal. Der Witz, der ab und zu durchkommt, gefällt mir gut.

    18. Jan. 2026

3 von 56 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 2711%
xena_
xena_12. Apr. 2026

Der Anfang überrascht mich sehr positiv. Die Diplomatie ist kein Bereich, der mich als solcher „interessiert“. Dennoch finde ich es spannend durch einen Roman in das Thema einzutauchen. Fred ist mir auf Anhieb sympathisch. Ich musste bereits mehrmals schmunzeln. Außerdem finde ich die Kürze der Kapitel sehr erfrischend.

Autorin / Autor

Über Lucy Fricke

Lucy Fricke, geboren 1974 in Hamburg, hat am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert, lange Jahre beim Film gearbeitet und mehrere Bücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet. Ihr Roman »Töchter« erhielt den Bayerischen Buchpreis 2018. Seit 2010 veranstaltet Lucy Fricke HAM.LIT, das erste Hamburger Festival für junge Literatur und Musik. Sie lebt in Berlin.Bettina Hoppe, geboren 1974 in Kenia, aufgewachsen in der Pfalz, erhielt ihre Ausbildung an der Berliner Hochschule der Künste. Anschließend führten sie Engagements ans Deutsche Theater Berlin, ans Maxim Gorki Theater oder ans Schauspiel Frankfurt. Für ihre Leistung wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Seit 2017 ist sie am Berliner Ensemble. Als Hörbuchsprecherin las sie Werke von Judith Schalansky, Ann Petry und Juli Zeh.

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