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Romane

Raumfahrer

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Über das Buch

Gebäude lassen sich abtragen und neu aufbauen, Erinnerungen nicht

Jan und seine Eltern sprechen nicht viel über das Heute und erst recht nicht über das Gestern. Erst als Herr Kern auftaucht, gerät das fragile Gleichgewicht der Familie ins Wanken: Welche Beziehung führte Jans Mutter mit dem Vater von Herrn Kern? Und was haben die Kerns mit der Kunst von Georg Baselitz zu tun? Immer weiter arbeitet sich Jan durch das Schweigen mehrerer Generationen, taucht ein in die Geschichte der Baselitz-Brüder, die Geschichte seiner Eltern und begreift, dass die Gegenwart nicht nur aus der eigenen Vergangenheit besteht.

Behutsam und voller Empathie zeichnet Lukas Rietzschel ein eindrückliches Bild von Menschen, die durch große gesellschaftliche und politische Veränderungen geprägt sind – und von Verletzungen, die sich durch Generationen hindurchziehen und scheinbar nie verheilen. Eindringlich gelesen von Christian Friedel.

Editionen (5)

ISBN9783869093109
VerlagHörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum24.11.22

Rezensionen & Bewertungen

53 Bewertungen

8 Rezensionen

3,9

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  • santerisummer
    santerisummer

    127 Follower

    4,5

    Ein Buch wie eine Exponentialkurve. Lukas Rietzschel schreibt Geschichten über den tiefsten Osten, abgehängte Regionen und Menschen, die mit Aussichtslosigkeit irgendwie umgehen müssen. Hier ist es Jan, der die Beziehung zweier Brüder ergründet und dabei feststellen muss, dass diese auch mit seinem eigenen Leben verbunden ist. Nicht ganz einfach zu lesen und dran zu bleiben, da die einzelnen Kapitel Versatzstücke verschiedener Orte und Zeiten sind. Auch ist Rietzschels Bildsprache sehr ausdrucksstark und zuweilen so unglaublich treffend, dass Momente des Innehaltens und Nachsinnens beim Lesen dazu gehören. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt.

    18. Apr. 2025

  • bichereule
    bichereule

    94 Follower

    4,0

    Schon mal vorweg: „Raumfahrer“ ist kein utopischer Roman. Vielmehr geht es um „Menschen, die nirgends so recht dazugehören, die das Alte verloren haben und zum Neuen keinen Zugang finden, die in einem luftleeren Raum zwischen Gegenwart und Vergangenheit schweben“. Konkret geht es um die DDR-Vergangenheit und wie die Protagonisten die Wende verarbeitet haben (oder auch nicht). Erstaunlich, wie gut der junge Autor (Jg. 1994) all das darstellt. Ich konnte viele Situationen sehr gut nachvollziehen und verstehen. Das Buch liest sich nicht unbedingt gut weg wegen des ständigen Wechsels der Zeitebenen und der kargen Sätze. Und doch mag man nicht aufhören, möchte wissen, was passiert ist. Ich finde das Buch eindringlich und sehr wichtig, deshalb empfehle ich es auf jeden Fall weiter.

    6. Okt. 2023

  • 4,0

    Der Raumfahrer Klappentext Jan und seine Eltern sprechen nicht viel über das Heute und erst recht nicht über das Gestern. Erst als Herr Kern auftaucht, kommt das fragile Gleichgewicht der Familie ins Wanken: Welche Beziehung führte Jans Mutter mit dem Vater von Herrn Kern? Und was haben die Kerns mit der Kunst von Georg Baselitz zu tun? Immer weiter arbeitet sich Jan durch das Schweigen mehrerer Generationen, taucht ein in die Geschichte der Baselitz-Brüder, die Geschichte seiner Eltern und begreift, dass die Gegenwart nicht nur aus der eigenen Vergangenheit besteht. Behutsam und voller Empathie zeichnet Lukas Rietzschel ein eindrückliches Bild von Menschen, die durch große gesellschaftliche und politische Veränderungen geprägt sind -- und von Verletzungen, die sich durch Generationen hindurchziehen und scheinbar nie verheilen. Inhalt, Cover, Schreibstil und Fazit Es geht um Jan und sein Leben, es geht aber auch um Hr. Kern und seinen Bruder. Am Ende geht es um zwei Familien, die mehr miteinander verbunden hat als es auf den ersten Blick scheint. Ich habe das Debüt des Autors gelesen und geliebt, es ging um eine Region in Sachsen mit der ich viel verbinde. Und weil ich das erste Buch so gerne habe und wichtig finde, war ich umso neugierig auf dieses hier. Ich sage gleich der Schreibstil hat mich wieder gefesselt und mit seiner zarten Art begeistern können aber vom Inhalt kommt es nicht an das erste Buch ran. Wichtig, die Bücher haben beide nur die Region gemeinsam sonst können sie unabhängig voneinander gelesen werden. Ich habe immer wieder beim Lesen gedacht, dass der Autor sehr treffend im Buch beschreibt, dass diese Region immer und immer wieder vergessen wird. Es zeigt hier wieder wie sehr wir diese Menschen nicht sehen und nur eins denken, aber dem ist nicht so. Also auch hier wieder ein gelungenes Buch welches auf ein wichtiges Thema aufmerksam macht. Das Cover ist schön und auch hier passt es wieder richtig gut zur Geschichte. Ich kann auch hier euch nur empfehlen lest das tolle Buch. Ich danke dem dtv Verlag für das Rezi Exemplar welches meine Meinung nicht beeinflusst hat.

    23. Sept. 2022

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Lukas Rietzschel

Lukas Rietzschel, geboren 1994, in Räckelwitz in Ostsachsen, lebt in Görlitz. 2012 wurde sein erster Text im ZEIT-Magazin veröffentlicht, seitdem folgten Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien. Er wurde mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur ausgezeichnet und war Gewinner bei poet/bewegt. Sein Debütroman »Mit der Faust in die Welt schlagen« erschien 2018 und war ein Bestseller, der auch seinen Weg ins Theater fand (Uraufführung in Dresden). Lukas Rietzschels Debütroman war für den aspekte-Literaturpreis nominiert und erhielt den Gellert-Preis. Im Frühjahr 2021 wird am Leipziger Theater der erste dramatische Text von Rietzschel uraufgeführt. Der Autor wird 2022 Stipendiat der Villa Aurora sein.Christian Friedel, geboren 1979 in Magdeburg, ist ein deutscher Schauspieler und Musiker. Neben seiner schauspielerischen Arbeit am Dresdner und Düsseldorfer Theater ist er insbesondere bekannt für seine Hauptrollen in den Filmen »Das weiße Band« und »Elser« sowie zuletzt für seine Auftritte in den Serien »Babylon Berlin« und »Parfum«. Außerdem ist Christian Friedel Leadsänger und Komponist der Band »Woods of Birnam« und Sprecher in verschiedenen Hörspielen.

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