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Romane

Raumfahrer

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Über das Buch

Häuser kann man abtragen und neu bauen, Erinnerungen nicht

Jan wohnt in der Einfamilienhaussiedlung am Stadtrand. Das Krankenhaus schließt, wo Schule und Sportplatz waren, ist jetzt ein Supermarkt. Zu den Ruinen der DDR gesellt sich der Leerstand der Gegenwart. Eines Tages wird Jan mit der Frage nach seiner Mutter konfrontiert: Welche Beziehungen hatte Jans Mutter zu DDR-Zeiten? Und was hat das mit einem verschwundenen Gemälde von Georg Baselitz zu tun? Die Familien von Jan und Baselitz haben scheinbar nichts miteinander gemein und sind doch verknüpft. Überall Menschen, die nirgends so recht dazugehören, die das Alte verloren haben und zum Neuen keinen Zugang finden, die in einem luftleeren Raum zwischen Gegenwart und Vergangenheit schweben, Raumfahrer sind. Und scheinbar gehört Jan dazu.

Editionen (5)

ISBN9783423148504
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum16.11.22
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

53 Bewertungen

8 Rezensionen

3,9

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  • santerisummer
    santerisummer

    127 Follower

    4,5

    Ein Buch wie eine Exponentialkurve. Lukas Rietzschel schreibt Geschichten über den tiefsten Osten, abgehängte Regionen und Menschen, die mit Aussichtslosigkeit irgendwie umgehen müssen. Hier ist es Jan, der die Beziehung zweier Brüder ergründet und dabei feststellen muss, dass diese auch mit seinem eigenen Leben verbunden ist. Nicht ganz einfach zu lesen und dran zu bleiben, da die einzelnen Kapitel Versatzstücke verschiedener Orte und Zeiten sind. Auch ist Rietzschels Bildsprache sehr ausdrucksstark und zuweilen so unglaublich treffend, dass Momente des Innehaltens und Nachsinnens beim Lesen dazu gehören. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt.

    18. Apr. 2025

  • bichereule
    bichereule

    94 Follower

    4,0

    Schon mal vorweg: „Raumfahrer“ ist kein utopischer Roman. Vielmehr geht es um „Menschen, die nirgends so recht dazugehören, die das Alte verloren haben und zum Neuen keinen Zugang finden, die in einem luftleeren Raum zwischen Gegenwart und Vergangenheit schweben“. Konkret geht es um die DDR-Vergangenheit und wie die Protagonisten die Wende verarbeitet haben (oder auch nicht). Erstaunlich, wie gut der junge Autor (Jg. 1994) all das darstellt. Ich konnte viele Situationen sehr gut nachvollziehen und verstehen. Das Buch liest sich nicht unbedingt gut weg wegen des ständigen Wechsels der Zeitebenen und der kargen Sätze. Und doch mag man nicht aufhören, möchte wissen, was passiert ist. Ich finde das Buch eindringlich und sehr wichtig, deshalb empfehle ich es auf jeden Fall weiter.

    6. Okt. 2023

  • 4,0

    Der Raumfahrer Klappentext Jan und seine Eltern sprechen nicht viel über das Heute und erst recht nicht über das Gestern. Erst als Herr Kern auftaucht, kommt das fragile Gleichgewicht der Familie ins Wanken: Welche Beziehung führte Jans Mutter mit dem Vater von Herrn Kern? Und was haben die Kerns mit der Kunst von Georg Baselitz zu tun? Immer weiter arbeitet sich Jan durch das Schweigen mehrerer Generationen, taucht ein in die Geschichte der Baselitz-Brüder, die Geschichte seiner Eltern und begreift, dass die Gegenwart nicht nur aus der eigenen Vergangenheit besteht. Behutsam und voller Empathie zeichnet Lukas Rietzschel ein eindrückliches Bild von Menschen, die durch große gesellschaftliche und politische Veränderungen geprägt sind -- und von Verletzungen, die sich durch Generationen hindurchziehen und scheinbar nie verheilen. Inhalt, Cover, Schreibstil und Fazit Es geht um Jan und sein Leben, es geht aber auch um Hr. Kern und seinen Bruder. Am Ende geht es um zwei Familien, die mehr miteinander verbunden hat als es auf den ersten Blick scheint. Ich habe das Debüt des Autors gelesen und geliebt, es ging um eine Region in Sachsen mit der ich viel verbinde. Und weil ich das erste Buch so gerne habe und wichtig finde, war ich umso neugierig auf dieses hier. Ich sage gleich der Schreibstil hat mich wieder gefesselt und mit seiner zarten Art begeistern können aber vom Inhalt kommt es nicht an das erste Buch ran. Wichtig, die Bücher haben beide nur die Region gemeinsam sonst können sie unabhängig voneinander gelesen werden. Ich habe immer wieder beim Lesen gedacht, dass der Autor sehr treffend im Buch beschreibt, dass diese Region immer und immer wieder vergessen wird. Es zeigt hier wieder wie sehr wir diese Menschen nicht sehen und nur eins denken, aber dem ist nicht so. Also auch hier wieder ein gelungenes Buch welches auf ein wichtiges Thema aufmerksam macht. Das Cover ist schön und auch hier passt es wieder richtig gut zur Geschichte. Ich kann auch hier euch nur empfehlen lest das tolle Buch. Ich danke dem dtv Verlag für das Rezi Exemplar welches meine Meinung nicht beeinflusst hat.

    23. Sept. 2022

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Lukas Rietzschel

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen. Schon sein Debütroman ›Mit der Faust in die Welt schlagen‹ (2018) war ein Bestseller, der für das Kino verfilmt wurde. 2021 erschien der zweite Roman ›Raumfahrer‹. Lukas Rietzschels Romane und Theaterstücke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gellert-Preis, dem Sächsischen Literaturpreis und dem Literaturpreis „Text & Sprache“. Sein Roman ›Sanditz‹ war ein Bestseller.

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