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Eindrucksvoll, außergewöhnlich, zutiefst berührend. Eine wunderbare, zeitlose (der Autor wurde 1897 geboren !) Geschichte in der klirrend kalten norwegischen Provinz. Vesaas erhielt für seinen Roman die höchste norwegische Literaturauszeichnung, den "Literaturpreis des norwegischen Rates". Zwei 11-jährige Mädchen, die lebhafte, beliebte Siss und die schüchterne Waise Unn, stehen am Beginn einer zarten, vielversprechenden Freundschaft, spüren eine sonderbare, starke Anziehung zueinander, die sie hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt. Doch Unn, die den beginnenden Zauber dieser Freundschaft erst verinnerlichen muss, beschließt am Morgen nach dem ersten intensiven Treffen im Haus ihrer Tante, die Schule zu "schwänzen" und macht sich über den zugefrorenen See auf den Weg zum Eis Schloss, dem zugefrorenen Wasserfall. Sie ist fasziniert vom Anblick des eindruckvollen, majestätischen Eisgebildes und begibt sich zunächst zögernd in das Innere des Eispalastes. Vom Anblick der vereisten, glitzernden Räume, Kammern, Zinnen und Türmchen, dem Farbenspiel des Lichts angezogen, gerät sie schließlich in eine Art Rauschzustand und immer tiefer in das frostige Eislabyrinth hinein, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt - das Mädchen erfriert. Man möchte Einhalr gebieten und das Mädchen stoppen, zur Rückkehr bewegen :(. Und doch ist es gerade dieser Part, die Beschreibung der Natur, des Eises, des Frostes, der eine gewaltige sprachliche Kraft entfaltet und den Leser frösteln lässt. Atmosphärisch dicht und überwältigend. Trotz intensiver Suche über einen langen Zeitraum wird das Mädchen nicht gefunden und Siss vesinkt in eine ohnmächtige Trauer über den Verlust der Freundin, kaum mehr fähig, einen normalen Alltag zu leben, kapselt sie sich von Familie und Schulfreunden ab. Mit aller Macht versucht sie zu verhindern, dass die Vermisste aufgegeben und vergessen wird. Diese tief empfundene kindliche Einsamkeit und Trauer wird eindrucksvoll und sprachlich brilliant beschrieben. Als das Eisschloss im Frühling zu schmelzen beginnt, scheint dies ein Befreiungsschlag für Siss zu sein - sie öffnet sich wieder vorsichtig der schulischen Gemeinschaft. Das Nachwort von Doris Lessing fasst die Einzigartigkeit dieser Geschichte prägnant zusammen : " .....so feinsinnig, so stark. So anders als alles andere." Wunderbar übersetzt von Hinrich Schmidt- Henkel.👌
21. Mai 2026
Eindrucksvoll, außergewöhnlich, zutiefst berührend. Eine wunderbare, zeitlose (der Autor wurde 1897 geboren !) Geschichte in der klirrend kalten norwegischen Provinz. Vesaas erhielt für seinen Roman die höchste norwegische Literaturauszeichnung, den "Literaturpreis des norwegischen Rates". Zwei 11-jährige Mädchen, die lebhafte, beliebte Siss und die schüchterne Waise Unn, stehen am Beginn einer zarten, vielversprechenden Freundschaft, spüren eine sonderbare, starke Anziehung zueinander, die sie hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt. Doch Unn, die den beginnenden Zauber dieser Freundschaft erst verinnerlichen muss, beschließt am Morgen nach dem ersten intensiven Treffen im Haus ihrer Tante, die Schule zu "schwänzen" und macht sich über den zugefrorenen See auf den Weg zum Eis Schloss, dem zugefrorenen Wasserfall. Sie ist fasziniert vom Anblick des eindruckvollen, majestätischen Eisgebildes und begibt sich zunächst zögernd in das Innere des Eispalastes. Vom Anblick der vereisten, glitzernden Räume, Kammern, Zinnen und Türmchen, dem Farbenspiel des Lichts angezogen, gerät sie schließlich in eine Art Rauschzustand und immer tiefer in das frostige Eislabyrinth hinein, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt - das Mädchen erfriert. Man möchte Einhalr gebieten und das Mädchen stoppen, zur Rückkehr bewegen :(. Und doch ist es gerade dieser Part, die Beschreibung der Natur, des Eises, des Frostes, der eine gewaltige sprachliche Kraft entfaltet und den Leser frösteln lässt. Atmosphärisch dicht und überwältigend. Trotz intensiver Suche über einen langen Zeitraum wird das Mädchen nicht gefunden und Siss vesinkt in eine ohnmächtige Trauer über den Verlust der Freundin, kaum mehr fähig, einen normalen Alltag zu leben, kapselt sie sich von Familie und Schulfreunden ab. Mit aller Macht versucht sie zu verhindern, dass die Vermisste aufgegeben und vergessen wird. Diese tief empfundene kindliche Einsamkeit und Trauer wird eindrucksvoll und sprachlich brilliant beschrieben. Als das Eisschloss im Frühling zu schmelzen beginnt, scheint dies ein Befreiungsschlag für Siss zu sein - sie öffnet sich wieder vorsichtig der schulischen Gemeinschaft. Das Nachwort von Doris Lessing fasst die Einzigartigkeit dieser Geschichte prägnant zusammen : " .....so feinsinnig, so stark. So anders als alles andere." Wunderbar übersetzt von Hinrich Schmidt- Henkel.👌
21. Mai 2026






