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Romane

Die Telefonzelle am Ende der Welt

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Über das Buch

Der internationale Bestseller, jetzt als Hörbuch

Vor den Toren Tokios: In einem Garten am Meer steht einsam eine Telefonzelle. Nimmt man den Hörer ab, kann man dem Wind lauschen – und den Stimmen der Vergangenheit. Viele Menschen reisen zu dem Telefon des Windes, um mit ihren verstorbenen Angehörigen zu sprechen und um ihnen die Dinge zu sagen, die zu Lebzeiten unausgesprochen blieben.

So kommt eines Tages auch Radiomoderatorin Yui an den magischen Ort. Im Tsunami von 2011 verlor sie ihre Mutter und ihre kleine Tochter. Yui lernt in dem Garten den Arzt Takeshi kennen, auch er muss ein Trauma verarbeiten. Die beiden nähern sie sich an, gemeinsam schöpfen sie neuen Mut. Doch etwas lässt Yui zögern, das neue Glück in ihr Leben zu lassen ...

Ungekürzte Lesung mit Yara Blümel
6h 7min

Editionen (3)

ISBN9783844541557
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum15.03.21

Rezensionen & Bewertungen

172 Bewertungen

44 Rezensionen

3,9

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  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    4,0

    Über einen wirklichen Ort

    Ich lasse mich gern auf Bücher ein, die vom Himmel zu fallen scheinen, mich anziehen oder die ich irgendwo einfach finde. Kaum habe ich erlebt, dass die so entdeckten Werke nicht in meine derzeitige Lebenssituation passten. Wir sind in Japan, die Zeit nach dem Tsunami 2011, der über 15000 Todesopfer forderte. Deshalb sind wir auch im Thema Trauerarbeit und -bewältigung und so, wie dies Ereignis mehr als einschneidend und wirklich für die Menschen in Japan und darüber hinaus ist, so ist auch der Ort, der eine ganz besondere Art der Trauerarbeit ermöglicht, wirklich existent. Es steht eine Telefonzelle mit einem Telefon ohne Anschluss in einem Garten eines Hauses in der Nähe der Stadt Ōtsuchi. Umgeben von diesem wunderschönen Garten, der den Raum für Ruhe und Frieden gibt, kann hier jeder kommen, der den Verlust eines Menschen zu beklagen hat und das Wort an die so schmerzlich vermissten Menschen richten. Wir erleben, was die Protagonisten zum Kommen bewegte, wie sie sich der Herausforderung der Kontaktaufnahme stellen und was danach mit ihnen passiert. Auf typisch japanische Art wirkt die Geschichte nicht überfrachtet oder künstlich dramatisiert, die Atmosphäre ist eher zurückhaltend, dezent, respektvoll. Kurze Kapitel, die die Geschichte erzählen werden abgewechselt durch hauchzarte, liebevolle Kapitel mit Zusatzinformationen, mal eine Playlist, Listen von Süssigkeiten oder gegebenen Geschenken. So schafft es die Autorin Laura Imai Messina das Thema Verlust und Trauer derart aufzulockern, dass es ein Vergnügen ist, sich damit zu befassen. Die Autorin, die ursprünglich aus Italien stammt aber seit Jahren in Japan lebt, beweist hier ein Fingerspitzengefühl, das wohl auf eigene, schmerzliche Erfahrungen zurückzuführen ist. Die Tatsache, dass jemand auf seinem eigenen Grund und Boden einen Ort schafft, der es Menschen ermöglicht, ihre Trauer mitzubringen, finde ich derart grossartig, dass mich die Vorstellung wohl noch länger wärmen wird. Ein Beispiel, was Menschen in Mitgefühl für Menschen tun können. Am Ende des Buches gibt es die Homepage-Adresse für diesen wirklichen Ort

    5. Sept. 2025

  • east
    east

    827 Follower

    3,5

    Das Telefon des Windes

    Nachdem sie ihre Familie an den schrecklichen Tsunami vom 11. März 2011 verloren hat, findet Yui keine Verbindung mehr zu ihrem Leben, kann ihre Erinnerungen nicht loslassen. Doch eines Tages hört sie vom Telefon des Windes in einem abgelegenen Teil Japans, auf hohen Klippen über dem Meer, ein Telefon, durch das Hinterbliebene mit geliebten Menschen sprechen. Dort findet sie nicht nur langsam Frieden, sondern vielleicht auch eine Zukunft… Die Geschichte von Yui und Takeshi und ihre Verbindung zum Telefon des Windes beruht auf wahren Begebenheiten. Die Telefonzelle am Ende der Welt gibt es tatsächlich und sie schenkt jedes Jahr vielen Menschen Trost. So auch Yui. Die Autorin erzählt die Geschichte einer Mutter, die allein zurückgeblieben ist, die mit ihrem Leben nicht mehr viel anfangen kann, die sich nicht überwinden kann, zu trauern. Trotzdem ist das Buch nicht deprimierend, viel eher hoffnungsvoll und freundlich. Der Erzählstil ist ungewöhnlich, ruhig und wird immer wieder durchbrochen von Details, die die Handlung ergänzen, etwa Buchtitel, Songtexte oder einfache Listen. Wirklich nahe kommt man keiner der Personen, man lernt sie kennen und hört ihre Ängste und Gedanken, doch es bleibt auch ein wenig reservierte Distanz, auch wenn das zum Buch zu passen scheint. Auch die Handlung selbst zielt nicht auf einen bestimmten Punkt hin, stattdessen begleitet sie Yui und Takeshi und weitere Menschen auf ihrem Weg, mit den oft schweren Schicksalen, die ihnen widerfahren sind, umzugehen. Das Buch erzählt keine klassische Liebesgeschichte, eher die Geschichte von Vertrauen, langsam zurückkehrender Zuversicht und Heilung. Das alles geschieht auf zurückhaltende, leise Art, mit mehr stillen Beobachtungen als großen Worten, auch mit ein wenig Distanz zu den Protagonisten, auf typisch japanische Art. „Die Telefonzelle am Ende der Welt“ ist ein ruhiges, aber auch einfühlsames Porträt von Trauer und Loslassen, das den Mut vermittelt, die Leere überwinden zu können.

    Das Telefon des Windes

    10. Feb. 2026

  • berf
    berf

    20 Follower

    4,0

    „Wer eine große Trauer durchlebt, fragt sich an einem gewissen Punkt, was schwieriger ist: das Erlernen oder das Verlernen. Es gab eine Zeit, in der Yui es nicht sagen konnte, doch mittlerweile würde sie antworten, es sei das Letztere, denn gegen das Verlernen sei der Widerstand größer.“

    11. März 2026

3 von 44 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Laura Imai Messina

Laura Imai Messina wurde in Rom geboren. Mit dreiundzwanzig Jahren zog sie nach Japan. Ihr Studium an der University of Foreign Studies schloss sie mit dem Doktortitel ab, mittlerweile arbeitet sie als Dozentin an verschiedenen Universitäten. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Tokio. Ihr Roman »Die Telefonzelle am Ende der Welt« stand in Italien und Großbritannien wochenlang auf der Bestsellerliste und wurde in 25 Länder verkauft. Laura Imai Messinas Romane zählen zu den meistübersetzten italienischen Büchern weltweit.

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