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Romane

Die Letzten ihrer Art

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Über das Buch

Nach der "Geschichte der Bienen" der neue Bestseller von Maja Lunde

Vom St. Petersburg der Zarenzeit über das Deutschland des Zweiten Weltkriegs bis in ein Norwegen der nahen Zukunft erzählt Maja Lunde von drei Familien, dem Schicksal einer seltenen Pferderasse und vom Kampf gegen das Aussterben der Arten. Wie verändert sich das Ganze, wenn ein Teil verschwindet? Ein bewegender, großer Roman über Freiheit und Verantwortung, die große Gemeinschaft der Lebewesen und die alles entscheidende Frage: Reicht ein Menschenleben, um die Welt für alle zu verändern?

Gelesen von Thomas Loibl, Meike Droste, Beate Himmelstoß, Susanne Schröder und Thomas M. Meinhardt.

(Laufzeit: 16h 26)

Editionen (5)

ISBN9783844534146
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum21.10.19

Rezensionen & Bewertungen

318 Bewertungen

49 Rezensionen

3,9

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  • blumara
    blumara

    95 Follower

    3,0

    Für mich bisher das schlechteste aus der Reihe von Maja Lunde. Ich konnte weniger Gefühl für die Charaktere aufbauen und wurde von der Thematik nicht so abgeholt wie bisher.

    3. Apr. 2026

  • 4,0

    Die letzten ihrer Art ist der dritte Band von Maja Lundes Klimaquartett und knüpft thematisch wie atmosphärisch an die großen Fragen an, die die Autorin in den vorherigen Romanen aufgeworfen hat. Dennoch fiel mir der Einstieg diesmal spürbar schwerer. Ich habe länger gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, mich an die wechselnden Perspektiven zu gewöhnen und eine emotionale Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Typisch für Maja Lunde erzählt auch dieser Band wieder auf mehreren Zeitebenen und an unterschiedlichen Schauplätzen. Anfangs wirkte das auf mich etwas zerfasert, doch mit der Zeit entfaltet sich ein komplexes, eindringliches Gesamtbild. Gerade die verschiedenen Settings und individuellen Schicksale machen den Roman schließlich so fesselnd. Es ist beeindruckend, wie Lunde persönliche Geschichten mit globalen, ökologischen Themen verknüpft und dabei zeigt, welche Konsequenzen menschliches Handeln über Generationen hinweg haben kann. Besonders gelungen fand ich die leisen, emotionalen Momente, in denen Verlust, Verantwortung und Hoffnung spürbar werden. Der Roman ist keine leichte Lektüre, sondern fordert Aufmerksamkeit und Geduld – belohnt diese aber mit einer intensiven, nachhallenden Wirkung. Auch wenn Die letzten ihrer Art für mich nicht ganz an die Stärke der anderen Bände heranreicht, ist es dennoch ein sehr lesenswerter Teil des Klimaquartetts.

    10. Jan. 2026

  • tim_schmalzbauer
    tim_schmalzbauer

    61 Follower

    3,0

    »Vielleicht bist du bereits ein alter Mann, wenn du das hier liest. Hast graues Haar und Falten um die Augen. Vielleicht bist du lange gewandert, in einem großen Kreis. Alle Menschen gehen im Kreis. Das eine Bein ist stärker als das andere und zieht uns in eine bestimmte Richtung. Der Kreis kann durchaus groß sein, aber er wird immer ein Kreis bleiben. Und dann hat dich der große Kreis wieder hierher zurückgeführt, und du hast verstanden, dass du den Briefkasten leeren musst. Denn das macht man ja so, wenn man nach Hause kommt. Egal, wie lange man weg war, man leert doch wohl immer den Briefkasten«

    ————— Leseerfahrung: ⭐️⭐️⭐️ In einem Song: This Land Is Your Land — Bruce Springsteen (Woody Guthrie) In einem Wort: natürlich Inhaltliches: ›Die letzten ihrer Art‹ verwebt—wie jedes der Bücher aus Maja Lundes Klimaquartett—Lebensgeschichten unterschiedlicher Zeiten unter der Perspektive des großen Ganzen miteinander, hier durch die Frage, »Wann […] eine Art ausgestorben [ist]? Wenn es kein einziges Individuum mehr davon gibt? Oder [bereits], wenn das letzte freie Individuum verschwunden ist?« (S.62) Im dahinscheidenden neunzehnten Jahrhundert begleiten wir Michail Alexandrowitsch Kowrow—einen eigenbrötlerischen, russischen Zoologen—auf seiner Reise in die Mongolei, auf seiner Suche nach dem Pferd, »das vor allen anderen da war, von dem alle Pferderassen abstammen« (S.49) —dem Takhi, dem Przewalski-Pferd—der »dachte, [er] würde die Geschichte der Wildpferde niederschreiben, doch in Wahrheit [seine] eigene erzählt[e]« (S.583). Einhundertelf Jahre später reisen wir erneut in die Mongolei, an der Seite von Karin, einer Mutter im mittleren Lebensalter, deren Lebensaufgabe aufgeht in der Kultivierung und Wieder-Auswilderung ebenjener Takhis, die im vorhergehenden Jahrhundert aus ihrem Lebensraum herausgerissen wurden und menschlicher Gier zum Opfer fielen. Ein weiteres Jahrhundert später schließt die Geschichte der Wildpferde im dystopischen Heiane, »einer Ansammlung von Häusern und Ferienhütten am Kai, [wo] alle anderen sichtbaren Spuren [menschlicher] Geschichte […] verschwunden« waren (S.20), schließt mit Erzählungen von Hunger, von »physische[r] Einsamkeit« (S.177) und—als »Sequel« zur ›Geschichte des Wassers‹—vom Warten »auf den Regen, der nie kam« (S.378), eine Ambivalenz zwischen Gehen und Bleiben, zwischen »ängstlichen Kinderhänden, die deine Hand suchen, wenn ihre Phantasie oder die Welt zu bedrohlich wird, [die sich festhalten], bis sie eines Tages loslassen« (S.568f) und »diese[r] einsame[n] Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein, in der man niemanden hat, an dem man sich festhalten kann«, die, sollte man bleiben, »ein Leben bleib[t]« (S.569). Persönliches: Wenn ich mich in meinen Kindheitstagen in eine Dokumentationsreihe auf National Geographic verirrte, verfolgte ich für einige schreckliche Minuten—getrieben von Neugierverhalten und Sensationslust—ein Gemetzel auf der Bühne afrikanischer Steppen, bevor ich angeekelt und verstört die Fernbedienung in die Hand nahm und weiter-zappte: Ich fieberte stets mit den Zebra-Fohlen, die für gewöhnlich recht schnell den Klauen der Raubkatzen zum Opfer fielen, und war dann doch nicht zufriedengestellt, wenn dem Zebra ein seltenes Mal die Flucht gelang, die Kamera auf einen Haufen herumtollender Löwenjungen schwenkte und der Sprecher mir erzählte, dass ihre Löwenmägen aufgrund der erfolglosen Jagd nun eine weitere Nacht die Melodie des Hungers knurren werden. Für eine Natur fern menschlich-moralischer Bewertungsdimensionen von »gut« bis »böse« oder »richtig« bis »falsch«, die schlicht »natürlich« ist, bin ich wohl nicht geschaffen. Das wurde mir immer dann wieder bewusst, wenn Maja Lunde die Charaktere ihrer Geschichte mit bioethischen Fragen konfrontierte: »den Hengst zur Stute« (S.7), das schaffe ich, Kultivierung wilder Arten zum Zwecke des Ergötzens und »das erste Fohlen«, das nie getauft wurde, dessen »warme[r] Kopf im Schoß […], wie das Leben langsam aus ihm gewichen war und das Unwiderrufliche einsetzte. […] Dieses Bewusstsein, dass alles endgültig war, […] erst nach einer Weile erlangt, weil in der Wärme des Körpers noch immer Hoffnung gelegen hatte, die erst dann schwand, als die Kälte und der rigor mortis einsetzten« (S.441), das ist genau die Art »natürlicher Geschichten«, denen ich als Kind schon auszuweichen pflegte, da werde ich defensiv, »mit Leichen gepflastert[e]« Wege (S.446), das fällt mir äußerst schwer, da frage ich mich, ob ich in meinem naiven Weltbild verharren möchte—ganz nach dem Motto ›aus den Augen, aus dem Sinn‹ oder ›was ich nicht sehe, gibt es nicht‹—frage ich mich, ob ich eine Geschichte über die Natur, wie sie nunmal ist, lesen, ob ich Tieren beim Sterben zusehen möchte, weil der Mensch sich in den Kreislauf der Natur nicht einzumischen hat oder, schlimmer noch, Tieren beim Sterben zusehen, weil ihre Anpassungsfähigkeit an den Ansprüchen menschlicher Gier scheitern. Ich weiß es nicht. Doch zwischen bio- und klimaethischen Fragen zwingt Maja Lunde ihre Charaktere auch in die Auseinandersetzung mit persönlich-menschlichen Sorgen—und ich mochte diese Dynamiken (mit einer sehr sauer-aufstoßenden Ausnahme) sehr gern: Michail, Wilhelm und die Frage, welche Geschichten in der Anonymität mongolischer Steppen erzählt werden können; Karin und Mathias, die ihre Vergangenheit an einen Ort mitnehmen, an welchem sie einen Neuanfang zu wagen hofften; Eva, Isa, Lou und die Suche nach etwas, das über blankes ›Überleben‹ hinausreicht, nach ›Wert‹, nach Lebensfreude. — Eine kleine Spoilerwarnung, denn, nachgereicht: die sauer-aufstoßende Ausnahme (ich versuchte wirklich, meine Wut für mich zu behalten, doch die Worte möchten raus). Ich erlebte ein trotzig-pampiges »Was-soll-der-Scheiß-denn-jetzt-?-Gefühl«, nachdem ich das Buch aus den Händen gelegt hatte, weil Karin in ihrer dermaßen dämlichen Starrköpfigkeit Liebe, Kind und die Hälfte ihres frisch ausgewilderten Harems an Takhis in den Wind schießt und am Ende trotz ihrer stoischen Unverbesserlichkeit ein kleines Fohlen an den Regeln der Natur zugrunde geht, weil sie sich zwar jeglichem Happy-End verweigerte und mit ihrem Harem in die Wildnis zog, nur um im entscheidenden Moment mal kurz ›nicht richtig aufzupassen‹; WHAT?—und das alles zugunsten eines Epilogs, der überhaupt gar nichts mit mir machte. Ich frage mich, wieso diese Geschichte erzählt werden sollte, was Leser und Leserin aus diesem Ende mitnehmen sollen. So. — Ähnliche Leseerfahrungen: Die Geschichte der Bienen (Maja Lunde); Die Geschichte des Wassers (Maja Lunde); Der Wal und das Ende der Welt (John Ironmonger)

    »Vielleicht bist du bereits ein alter Mann, wenn du das hier liest. Hast graues Haar und Falten um die Augen. Vielleicht bist du lange gewandert, in einem großen Kreis. Alle Menschen gehen im Kreis. Das eine Bein ist stärker als das andere und zieht uns in eine bestimmte Richtung. Der Kreis kann durchaus groß sein, aber er wird immer ein Kreis bleiben. Und dann hat dich der große Kreis wieder hierher zurückgeführt, und du hast verstanden, dass du den Briefkasten leeren musst. Denn das macht man ja so, wenn man nach Hause kommt. Egal, wie lange man weg war, man leert doch wohl immer den Briefkasten«

    25. Nov. 2024

3 von 49 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Maja Lunde

Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Ihr Roman »Die Geschichte der Bienen« wurde mit dem norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet und sorgte auch international für Furore. Das Buch wurde in 40 Länder verkauft, stand monatelang auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman 2017. Es folgten »Die Geschichte des Wassers«, »Die Letzten ihrer Art« sowie 2023 »Der Traum von einem Baum«, der das gefeierte Klimaquartett abschließt.

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