Blick ins Buch

Romane

Für immer

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Über das Buch

An einem gewöhnlichen Tag Anfang Juni kommt die Zeit zum Stehen. Niemand stirbt, niemand wird mehr geboren. Die neue Ewigkeit verändert das Lebensgefühl der Menschen: Die Rentnerin Margo will ausgelassen das Leben feiern und auf Reisen gehen – doch ihr pflanzenliebender Ehemann Otto möchte seine Balkonblumen nicht alleine lassen. Für die Fotografin Jenny gibt es nichts Schöneres, als die geschenkte Zeit mit ihrer Familie im Sommerhaus zu verbringen. Trotzdem plagt sie das Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen. Und die Krankenschwester Eva erlebt die Sorge der Schwangeren, die nicht wissen, wann ihre Babys zur Welt kommen. Überall im Land rätselt man, warum die Menschen aus dem Lauf der Zeit herausgefallen sind. Ist es ein Virus, ein alter Zauber oder eine Verschwörung böser Mächte? Und warum geht in der Natur der Kreislauf von Werden und Vergehen unvermindert weiter? Feinfühlig und mit viel Wärme schreibt Maja Lunde in ihrem neuen großen Roman über das Leben im Jetzt, die eigene Endlichkeit und über unsere Verbindung zur Natur.

Editionen (4)

ISBN9783442762781
Verlagbtb
Erscheinungsdatum15.01.25
Seitenzahl320

Merkmale

5 Bewertungen

AnschaulichNachdenklichEntwickelndGlaubwürdigEinfachVielschichtig

Rezensionen & Bewertungen

437 Bewertungen

86 Rezensionen

3,7

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  • katrinbuecherliebe
    katrinbuecherliebe

    135 Follower

    4,5

    Wow! Richtig interessantes und spannendes Gedankenexperiment, das uns allen wohl auch (bestimmt gewollt!?) bekannt vorkommt: plötzlich hält die Zeit an ! Das Leben stagniert und niemand weiß, wie lange dieser Zustand noch anhalten wird. Mein erstes Buch der Autorin, die eine großartige Erzählerin ist! Also starte ich wohl sehr bald mit „Die Geschichte der Bienen“🐝

    2 Tage vor

  • east
    east

    827 Follower

    4,0

    Wenn Morgen Gestern ist

    … dann ist die Zeit stehen geblieben. Für Jenny, die an einer unheilbaren Krankheit leidet, klingt es nach einem Segen. Jakob hingegen muss sich fragen, ob sein Kind jemals geboren wird, Otto sieht nach dem Renteneintritt plötzlich keine Perspektive mehr im Leben und Philip glaubt gar an eine Weltverschwörung… Was wäre, wenn sich plötzlich nichts mehr verändert? Dieser Frage sehen sich die Menschen gegenüber, als die Kinder plötzlich aufhören zu wachsen, niemand mehr stirbt und der Hunger versiegt. Was am Anfang wirkt wie ein Segen, für manche auch eine zweite Chance, entwickelt sich schnell zu Chaos, Rastlosigkeit und dem Gefühl von Verlorenheit. Maja Lunde nimmt den Leser mit in die Leben der verschiedensten Protagonisten und ihre Lebensrealitäten, findet leise die richtigen Worte für Situationen, die verschiedener kaum sein könnten und doch alle auf das gleiche hinauslaufen: Auch wenn morgen alles vorbei sein kann, können wir nicht für immer im Heute bleiben. Natürlich war nicht zu erwarten, dass die Autorin eine Erklärung für all das liefert, was in ihrer Geschichte geschieht, darum geht es schließlich auch nicht und der Fokus des Romans liegt auch ganz anders, auf den Menschen, auf ihrer Entwicklung und ihrer Akzeptanz. Dennoch blieb der letzte Teil des Buches stellenweise etwas schwammig, das Ende war zwar passend und wirkungsvoll, doch kam es recht schnell und nicht alle Protagonisten kamen noch einmal zu Wort. Zwei, drei Erklärungen hätten dem Ganzen gutgetan und die Botschaft noch ein Mal auf den Punkt gebracht. Trotzdem ist „Für immer“ ein Buch mit einer erstaunlichen Sogwirkung ohne Spannung im klassischen Sinne und eine eindringliche Erinnerung daran, dass wir Menschen nicht ohne die Welt um uns herum existieren können, dass wir sie brauchen, um zu leben und dass der Wandel ein Teil von uns ist.

    Wenn Morgen Gestern ist

    7. Aug. 2025

  • nickysreading
    nickysreading

    248 Follower

    4,0

    "Ein Fremder ist ein Freund, den du noch nicht kennst." (S. 137)

    Maja Lunde greift mit „Für immer“ ein Thema auf, das uns wahrscheinlich im Kern unseres Menschseins trifft: das Altern und die Endlichkeit. Was passiert, wenn die biologische Uhr der Welt von einer Sekunde auf die nächste einfach stehen bleibt? Auf der Welt ereignet sich das Unvorstellbare: Der Alterungsprozess stoppt. Lunde beleuchtet dieses Phänomen durch viele Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist die sterbenskranke Mutter, die plötzlich gesunder wirkt, aber auch die Schwangere, deren Kind im Mutterleib aufhört zu wachsen. Besonders makaber und eindringlich: Menschen können nicht mehr sterben. Selbst schwerste Unfälle führen nicht zum Tod... ein biologischer Gefängniszustand, der die Grenzen des Erträglichen auslotet. Was mich an diesem Buch besonders bewegt hat, waren die erschreckenden Parallelen zur Corona-Pandemie. Hier wird wunderbar beschrieben, was passiert, wenn eine Gesellschaft mit dem Unbegreiflichen konfrontiert wird: Die Entstehung von Verschwörungstheorien und die Spaltung der Gesellschaft werden erschreckend dargestellt. Die Versuche der Regierung, durch symbolische Veranstaltungen den Schein von Normalität und Zusammenhalt zu wahren, wirken in ihrer Hilflosigkeit fast schon schmerzhaft vertraut. Früher dachte man bei Geschichten wie Twilight oder Vampire Diaries oft: „Wäre es nicht toll, für immer jung und schön zu sein?“ Nach diesem Buch denk ich anders darüber ... Sie zeigt, dass das Leben ohne das Älterwerden jegliche Weiterentwicklung verliert. Ein Leben ohne Ende bedeutet auch ein Leben ohne Ziel. Das Buch ist sehr kurzweilig und flüssig geschrieben. Man fliegt förmlich durch die Seiten. Warum gebe ich aktuell „nur“ vier Sterne? Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und vielleicht erst mit der Zeit seine volle Wirkung entfaltet. Aktuell fühlt es sich wie ein sehr gutes, intensives Leseerlebnis an, das ich aber vermutlich kein zweites Mal lesen würde. Doch wer weiß? Vielleicht ist es ein Werk, das im Gedächtnis weiterreift und in einem Jahr doch die volle Punktzahl verdient. "Und sie dachte, jetzt hätte sie doch eine Möglichkeit, ihm mehr zu erzählen; wie sicher sie sich fühlte, wenn sie Bilder machte, wie die Kamera alle anderen Gedanken vertrieb und wie das Fotografieren ihr eine Kontrolle ermöglichte über das Leben und die Zeit. Wenn ich fotografiere, bekomme ich Macht, wollte sie sagen, ich agiere, ich werde ein Akteur, anstatt das Leben passiv über mich ergehen zu lassen. Doch sie wusste nicht, ob er es verstehen oder nur als eine Rechtfertigung für ihre ständige Abwesenheit auffassen wurde. Deshalb schwieg sie." (S. 214)

    8. Apr. 2026

3 von 86 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 9028%
taenja
taenja1. Sept. 2025

Ottos Empfindungen finde ich sehr bedrückend. Spannend, das er wirklich gar nichts positives an der Situation findet.

Seite 13743%

1 Kommentar verdeckt

Seite 18157%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Maja Lunde

Maja Lunde, geboren 1975, ist die erfolgreichste norwegische Autorin ihrer Generation. Der Roman »Die Geschichte der Bienen« machte sie schlagartig berühmt: Der Bestseller wurde in 40 Länder verkauft, stand monatelang auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman 2017. Er ist der erste Band des hochgelobten »Klimaquartetts«, das die Autorin 2023 mit dem Roman »Der Traum von einem Baum« abschloss. Außerdem veröffentlicht die Autorin mit der bekannten Illustratorin Lisa Aisato erfolgreiche All-Age-Romane wie »Die Schneeschwester« und »Die Sonnenwächterin«. Maja Lunde lebt mit ihrer Familie in Oslo.

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