Blick ins Buch

Romane

Die Würde ist antastbar

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Über das Buch

»Die Würde des Menschen ist unantastbar, sagt das Grundgesetz. Aber das ist falsch. Denn sie wird jeden Tag angetastet.«

Ferdinand von Schirach beschäftigt sich in seinen Essays mit den großen Themen unserer Zeit – warum der Terrorismus letztlich über die Demokratie entscheidet – und geht zugleich sehr persönlichen Gedanken nach, über das Schreiben, das Lesen mit dem iPad und das Rauchen.

Oft ist es nur der Zufall, der den Einzelnen zum Täter oder Opfer macht. Schuld ist das, was einem Menschen persönlich vorgeworfen werden kann. Nicht zuletzt seine so überzeugend formulierten Gedanken über Gut und Böse, über die moralischen und ethischen Fragestellungen in unserer Gesellschaft, haben seine Stories und Romane zu Welterfolgen gemacht. In seinen Essays widmet sich Ferdinand von Schirach brisanten Themen wie den Herausforderungen an unsere Demokratie im Zeichen des Terrorismus, den Schauprozessen gegen Prominente, der Sicherheitsverwahrung oder der Folterandrohung gegen Kindermörder. Daneben geht er aber auch der Frage nach, wie es in Zeiten des iPads um unser Lesen bestellt ist oder was der Zwang zu schreiben für einen Schriftsteller wirklich bedeutet.

Enthält: »Die Würde ist antastbar«, »Verstehen Sie das alles noch?«, »Weil wir nicht anders können«, »Du bist, wer du bist«, »Die Bühne der Weimarer Republik«, »Zur Not ein Gesetz«, »Wahrheit und Wirklichkeit«, »Verfahren als Strafe«; »Reine Menschen, reine Luft«, »Vergessene Gummistiefel«, »Die Würde der Fürchterlichsten«, »Die Kunst des Weglassens« und »Was übrig bleibt«

Ungekürzte Lesung mit Ferdinand Schirach
2h 54min

Editionen (7)

ISBN9783844523911
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum16.08.21

Rezensionen & Bewertungen

547 Bewertungen

55 Rezensionen

3,8

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  • weinphilosoph
    weinphilosoph

    579 Follower

    4,0

    Unnachahmlich

    Beeindruckend, wie Ferdinand von Schirach es in jedem seiner Werke schafft, die großen Fragen der Menschheit in einem kleinen Kosmos seiner selbst unterzubringen. In mehreren kurzen Essays wird der Ansatz der, im Grundgesetz geschützten, Menschenwürde in Frage gestellt und pointiert durch reale Begebenheiten und juristische Fälle der Leserschaft leicht serviert. Die Schilderungen aus dem Alltag der deutschen Justiz, gepaart mit Kindheitserinnerungen, lassen einen nur so durch dieses Buch fliegen und sich mit der Tiefe von moralischer Schuld auseinandersetzen. Eine absolute Leseempfehlung für diejenigen, die es mit dem deutschen System der Justiziaren Verwaltung halten, aber auch über den gesellschaftlichen justiziablen Anstand, die Grenzen des Zusammenlebens und der Freiheit der staatlichen Ordnung den Kopf zerbrechen wollen.

    Unnachahmlich

    17. Juli 2025

  • ni.kaa
    ni.kaa

    269 Follower

    5,0

    Inwieweit ist die Wahrung unserer Würde durch das Gesetz geschützt?

    Das dürfte so ziemlich mein erster Essay gewesen sein. Ich persönlich finde es echt interessant den Gedankengängen von Schirach zu folgen. Konkret ging es darum, dass der Artikel 1 GG, der wichtigste Artikel unseres Grundgesetzes im Bezug auf den Menschen, der da lautet "Die Würde des Menschen ist unantastbar.", in seiner Aussagekraft nicht unbedingt das darstellt, was die absolute Gegebenheit ist. Von Schirach zeigt in verschiedenen Beispielen auf, inwiefern die Würde des Menschen in vielen Situationen sehr wohl angetastet wird. In Situationen, in denen die Folter eines vermeintlichen Täters durch die Polizei in Ordnung wäre, damit sie an Informationen kommen können. Ich finde das Thema höchst spannend. Kann man die Unantastbarkeit seiner Würde verwirken, weil man die Würde anderer Menschen angetastet hat? Es bringt einen sehr zum nachdenken und überdenken. Außerdem ist es mal wieder wirklich gut geschrieben. Ich kann das Buch wirklich empfehlen.

    11. Mai 2026

  • risaph
    risaph

    29 Follower

    4,5

    Nachdenklich, pointiert und unbequem ehrlich

    „Die Würde des Menschen ist (un)antastbar“ – Schirach nimmt diesen Verfassungsgrundsatz auseinander, ohne ihn zu entehren. Im Gegenteil: Er zeigt, wie oft und wie stillschweigend wir ihn missachten – im Namen der Sicherheit, der Moral oder der Bequemlichkeit. Seine Essays sind präzise, klug und berührend. Ein schmales Buch, das lange nachhallt. Man schlägt das Buch auf, will einfach nur lesen – und ertappt sich plötzlich beim Grübeln über Recht, Schuld und die Menschheit. Kann dieses auch wieder sehr empfehlen.

    20. Juli 2025

3 von 55 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ferdinand von von Schirach

Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Seine Bücher wurden vielfach verfilmt und zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen in mehr als vierzig Ländern. Die Theaterstücke Terror und Gott zählen zu den erfolgreichsten Dramen unserer Zeit, und Essaybände wie Die Würde des Menschen ist antastbar sowie die Gespräche mit Alexander Kluge Die Herzlichkeit der Vernunft und Trotzdem standen monatelang auf den deutschen Bestsellerlisten. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm u.a. die Erzählsammlung Nachmittage sowie der Theatermonolog Regen.

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