Blick ins Buch

Romane

Machandel

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Über das Buch

Ein großer Familien- und Generationenroman über die DDR und wie sie unterging.

Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Debütroman den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart. Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.

Editionen (4)

ISBN9783813506402
VerlagKnaus
Erscheinungsdatum11.08.14
Seitenzahl480

Rezensionen & Bewertungen

53 Bewertungen

10 Rezensionen

4,2

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  • tintenhain
    tintenhain

    411 Follower

    5,0

    Großartiger zeitgeschichtlicher Roman

    Warum nur habe ich das Buch erst jetzt gelesen?! Von der ersten Seite an war ich gebannt von der Stimmung in Machandel, einem kleinen Dorf in Mecklenburg, das mit verschiedenen Stimmen zu verschiedenen Zeiten beschrieben wird. Natalia, die Ostarbeiterin, die nach Deutschland verschleppt wird und im Gutshaus arbeiten muss. Die Baronin, die zum Ende des Krieges ihre Sachen packt und flieht. Die Vertriebenen, die es nach Machandel verschlägt. Marlene, die sich um ihre sieben Geschwister kümmern muss, bis an ihr ein schwerer Verrat begangen wird. Ein Geheimnis, über das niemand spricht und dem die Hauptfigur Clara Jahre später nachspürt, immer im Bestreben, das Dorf, in dem ihr älterer Bruder geboren wurde, und seine Bewohner besser zu verstehen. Vielleicht auch, um den Vater besser zu begreifen, der als Kommunist im KZ interniert war. Vom Krieg über die DDR-Zeit bis nach der Wende erzählt Regina Scheer vom Schicksal eines Dorfes und seiner Bewohner - atmosphärisch dicht, gefühlvoll und ausdrucksstark. Durch das gesamte Buch zieht sich das Märchenmotiv vom Machandelbaum in verschiedenen Überlieferungen, so dass dem Roman eine zusätzliche poetische Note verliehen wird. Ein wirklich großartiger Roman, der nachfühlen lässt, wie und wofür Menschen in der DDR gelebt haben. Der Traum vom Sozialismus, die Ernüchterung, die Verfolgung. Im Mittelpunkt stehen aber immer die Menschen. Aus literarischer Sicht ist das Regina Scheer deutlich besser gelungen als Christoph Hein mit "Das Narrenschiff".

    23. Sept. 2025

  • medusa_xx
    medusa_xx

    7 Follower

    5,0

    Packende Zeitgeschichte

    Kaum angefangen konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. Aus der Perspektive verschiedener Zeitzeugen und der Hauptprotagonistin Clara wird das Bild des kleinen fiktiven Dorfes Machandel in Mecklenburg-Vorpommern erzählt vom Krieg bis zur Wende. Mehrere Biographien sind geschickt miteinander verwoben. Ein wunderbarer Nachkriegsroman ohne erhobenen Zeigefinger. Klare Leseempfehlung!

    Packende Zeitgeschichte

    26. Feb. 2026

  • anndori
    anndori

    4 Follower

    5,0

    Ein wunderbares Leseerlebnis!!!

    Das Buch Machandel hat mich über den Sommer begleitet. Mit den puzzleteilartig zusammengefügten Perspektiven der Protagonisten bin ich durch eine Zeitspanne vom 2. Weltkrieg bis in die Gegenwart gegangen, bin hineingezogen worden in die Landschaft der Mecklenburgischen Schweiz und habe mich in die ineinaderverwobenen Geschichten verschiedener Familien hineingefühlt. Die sorgsam recherchierten politischen Ereignisse bildeten den spannenden Hintergrund des Romans, angefangen von dem Verrat Thälmanns, über die Todesmärsche, die Flüchtlingsbewegu grn, die Bodenreform, die Machenschaften des DDR-Regimes, die Wende bis hin zur Neuzeit. Das Besondere an dem Roman waren die innerfamiliären und intergeberationalen Auseinandersetzungen, die Sehnsucht nacht Antworten auf der einen Seite und das auferlegte Schweigen auf der anderen. Es wäre so viel einfacher, wenn man mit allen offen reden könnte, auch über Schuldgefühle, falsche Entscheidungen, Sehnsüchte oder Schmerzen. Das Buch zeigt die Komplexität des Lebens auf eine wunderbare Weise und zeigt, dass es eben nicht so einfach ist. Nicht jeder kann reden, umso wertvoller erscheint mir dieses Buch, in dem auch das Ungesagte auf eigene Weise sichtbar wird. Schade, dass ich nun am Ende bin.

    29. Juli 2024

3 von 10 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 14429%
tintenhain
tintenhain17. Sept. 2025

Ich muss zugeben, dass ich das Plattdeutsche nur zu vielleicht 80-90% verstehe. Bei den Machandelmärchen/-sagen/-liedern finde ich es nicht schlimm. Jetzt, wo es um Marlene ging, finde ich das erstmals richtig schade. Ich hätte gern alles richtig genau verstanden.

Autorin / Autor

Über Regina Scheer

Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Von 1972 bis 1976 arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift «Forum». Danach war sie freie Autorin und Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift «Temperamente». Nach 1990 wirkte sie an Ausstellungen, Filmen und Anthologien mit und veröffentlichte mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte, u.a. «Im Schatten der Sterne» (2004). Ihre ersten beiden Romane, «Machandel» (2014) und «Gott wohnt im Wedding» (2019), waren große Publikumserfolge. Ihr neuestes Buch, «Bittere Brunnen», wurde 2023 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

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